Mittwoch, 29. Dezember 2010

Zwischen den Jahren...

...verweigere ich wie immer jedes Essen. Ich kann nicht einfach mehr! Nicht, dass es nicht gut war - im Gegenteil. Die Ente (Gans gab's irgendwie noch nie bei uns) war knusprig und mit Äpfeln und Backpflaumen köstlich gefüllt, der Rotkohl war würzig und die Sauce ein (fettreiches) Gedicht, der Barolo-Braten, der am 2. Feiertag stundenlang im Inhalt einer ganzen Flasche Barolo schmorte, war ein Traum, die Doraden am Tag darauf waren perfekt.
Aber wie wusste schon weiland Goethe - nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.

Morgen geht es aber schon wie wild in die Silvestervorbereitungen, und da fällt sicher das ein oder andere Rezept ab, das des Postens würdig ist.

Ich wünsche Euch allen einen fulminanten Start ins neue Jahr und alles Gute für 2011!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Geschenk-Anhänger aus Ingwerplätzchen

Kaum hätte ich es für möglich gehalten! Aber nach einigem an Arbeitszeit, zuckerverkrusteten und leicht verkrampften Händen sowie einem schmerzenden Rücken, habe ich es endlich geschafft, 24 der bereits erwähnten Anhänger aus Ingwerplätzchenteig zu verzieren.
Dabei habe ich mir die Frage gestellt, was die Dinger denn nun eigentlich sind. Im Original heißen sie "Gingerbread men", und da wird's schon kompliziert. Zwar klingt das "Ingwer" mit an, aber die korrekte Übersetzung (und ich hab einige Online-Wörterbücher bemüht!) ist tatsächlich auch "Lebkuchen", auch wenn ich persönlich unter Lebkuchen etwas anderes verstehe als diese Kekse. Am ehesten trifft es noch Pfefferkuchen, denn meine Oma hat immer zur Weihnachtszeit solche Plätzchen mit weihnachtlichen Gewürzen gebacken und sie Pfefferkuchen genannt.

Wie dem auch sei. Sie schmecken wirklich gut und eignen sich toll zum Ausstechen und verzieren. Wenn man denn die Zeit hat... und ich nenne sie jetzt einfach mal Ingwerplätzchen, denn so heißen sie auch im Backbuch.

Schielende Ingwerplätzchen-Männekens!!!



Geschenkanhänger aus Ingwerplätzchen
nach Peggy Porschen, Meine schönsten Torten und Cookies
Die etwas "ungeraden" Mengenangaben sind schätzungsweise der Umrechnung aus nicht-metrischen Systemen geschuldet.
Achtung: braucht Ruhezeit über Nacht!

210g brauner Zucker
3 EL Rübensirup
3 EL Ahornsirup
3 EL gemahlener Zimt
3 EL gemahlener Ingwer
1 TL gemahlene Nelken
250g kalte Butter, in Würfel geschnitten
1 TL Backpulver
560g Mehl
Mehl zum Ausrollen


:: Am Vortag in einem Topf den Zucker, Rüben- und Ahornsirup und die Gewürze mit 5 EL Wasser unter Rühren aufkochen und vom Herd nehmen.
Die Butterwürfel einrühren und schmelzen lassen. Kräftig durchrühren und abkühlen lassen.

:: Mehl und Backpulver vermischen.

:: Die abgekühlte Zuckermischung vom Topf in eine Schüssel umfüllen. Mehl und Backpulver nach und nach darübersieben und mit den Knethaken des Mixers auf niedriger Stufe unterrühren, bis sich der Teig von der Schüssel löst. Einmal gut durchkneten und in Alufolie verpackt über Nacht kalt stellen.

Was meiner Erfahrung nach gut funktioniert: über Nacht einfrieren. Wenn ich den Teig abends anrühre und im Laufe des nächsten Tages backen will, stecke ich den Klumpen in einen Gefrierbeutel, lege ihn ins TK-Fach und hole ihn etwa 1 Stunde vor dem Backen wieder heraus. Interessanterweise behalten die Plätzchen so ihre Form beim Backen. Zumindest besser als bei frischem Teig.

:: Am Backtag den Teig noch einmal gut durchkneten und gleichmäßig ausrollen. Für etwas stabilere Anhänger sollte der Teig etwa auf 5mm ausgerollt werden.

:: Männchen (oder Schneemänner.... oder Sterne.... oder was auch immer beliebt) ausstechen und auf ein Backblech legen. Dann noch einmal 30 Minuten kühlen. Praktisch, dass der Teig zu Weihnachten gebacken wird - das Blech würde nicht in den Kühlschrank passen, wohl aber auf den Balkon!

:: Währenddessen den Ofen auf 200°C vorheizen.

:: Die Plätzchen etwa 12 Minuten backen, bis sich die Ränder leicht bräunen. Aus dem Ofen nehmen und gut auskühlen lassen. 



Zuckerglasur
Die Menge der Glasur lässt sich beliebig erweitern, dieses ist quasi die Grundmenge.

1 Eiweiß, Gr. L
250g Puderzucker
Zitronensaft

:: Das Eiweiß kurz anschlagen, dann den Puderzucker und ein paar Spritzer Zitronensaft einrühren. Das staubt am Anfang etwas, vermischt sich aber schnell. Die Glasur sollte glatt und sämig sein, ist sie zu trocken, etwas mehr Zitronensaft unterrühren.

:: Dann etwa 4 Minuten schlagen, bis die Masse ziemlich fest wird.

:: Für bunte Glasur die gewünschte Menge abnehmen und mit Speisefarbe einfärben.


Die Glasur immer gut abdecken bzw. nach Möglichkeit luftdicht verschließen, sonst trocknet sie schnell aus.

Für Linien und "Begrenzungen" eignen sich recht feste Glasuren, für auszufüllende Flächen sind etwas flüssigere Glasuren besser. Dafür Wasser tropfenweise in die Glasur geben und dabei immer rühren und prüfen, ob es schon flüssig genug ist - der Grat zwischen fest und flüssig ist eher schmal....

In eine Spritztülle füllen oder eine DIY-Spritztüte benutzen: Dafür einen guten alten Gefrierbeutel nehmen (Zip-Loc Tüten eignen sich allerdings nicht), die Glasur einfüllen und eine kleine Ecke abschneiden.

Wie auf dem unteren Bild ganz gut zu erkennen ist, sollte man lieber warten, bis die eine Glasur getrocknet ist. Sonst ergibt das ungewollte Farbverläufe. Also Geduld!





+++UPDATE+++

Die Männchen müssen noch 150 km durch den norddeutschen Schnee transportiert werden - also haben sie einen warmen Wintermantel umbekommen, der hoffentlich auch etwas Stoßschutz bietet:


Dienstag, 21. Dezember 2010

Gewürzkekse: Toffee Slices & Chocolate Spice Cookies

Eigentlich sollte an dieser Stelle meine gebackenen Weihnachtsgeschenk-Anhänger präsentiert werden. Angesichts der Tatsache, dass meine faul im Internet bestellten hart erkämpften Geschenke den Weg durch den Schnee noch nicht gefunden haben, konnte ich eben diese auch noch nicht verpacken und mit selbstgebackenen Lebkuchenmännchen verzieren. Unmöglich.

Ihr riecht's, oder? Ja. Alles Ausreden.

Der Wahrheit entspricht aber, dass meine bestellten Geschenke tatsächlich noch nicht da sind. Amazon schickt lauter kleine Einzellieferungen, so kam heute dann ein Buch an, das ich einfach nur für mich mitbestellt hatte. Aber wo bleibt der wirklich wichtige Rest??? Ich drücke mir die Daumen, dass es wenigstens noch am 24. ankommt. Als Reserve werde ich mir ein paar Geschenke aus der Küche ausdenken. (Nur wann? Aaaah, dieser Druck...).
Die Lebkuchenmännchen sind auch schon gebacken und riechen gut - nur mit der Deko hapert es noch gewaltig. Die ersten Versuche waren ziemlich wacklig. Mit einer ruhigen Hand beim Zuckergusslinienziehen kann ich sicherlich nicht prahlen. Zum Glück warten etwa weitere 24 Männchen auf ihre Verzierung (Ausschuss-Ware ist einkalkuliert), und dann muss ich eben heute abend noch mal eine Nachtschicht einlegen. Vorher noch ein oder zwei Glühwein, und dann sollte das was werden.

Aus der Kategorie "Gewürzkekse" sind aber auch noch andere Varianten in die Keksdose gewandert, und die bekommt Ihr heute als Ausgleich gebloggt. Und ich gelobe Besserung mit den Originalprojekten!



Toffee Slices
Ein weiteres Rezept aus Leila Lindholm schönem Backbuch - nicht nur in der Weihnachtszeit unheimlich gute Begleiter zu Kaffee und Tee.
aus Leila Lindholm, "A Piece of Cake"

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, der Sirup durch Reissirup. Hierbei würde ich die Menge jeweils um ca. 20-30% erhöhen, je nach Süß-Vorliebe.**


100g weiche Butter
90g Zucker
2 EL heller Sirup
1 TL Vanillearoma
1TL gemahlener Ingwer
150g Mehl
1 TL Natron

:: Den Ofen auf 180°C vorheizen.

:: Butter mit Zucker und Sirup schaumig rühren. Vanille und Ingwer dazugeben und unterrühren. Mehl und Natron mischen und zum Teig sieben, unterrühren und einmal kurz zu einem glatten Teig verkneten.

:: Den Teig teilen und zu 2 Rollen formen, die ungefähr halb so lang sind wie das Backblech.
Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und dabei gut Abstand lassen (der Teig zerfließt stark!), leicht plattdrücken und die Rollen mit der Gabel eindrücken, so dass sie ein "Streifenmuster" bekommen. Tipp: Die Gabel alle paar Mal in Wasser tunken, dann bleibt der Teig nicht an den Zinken kleben.

:: Etwa 12-15 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist. Der Teig wird dabei ordentlich in die Breite gehen und ziemlich flach werden. Außerdem ist er noch weich, wenn er aus dem Ofen kommt.
Zwei Minuten abkühlen lassen und dann mit einem scharfen Messer in schräge Scheiben schneiden. Sollte der Teig das mit der Ausbreitung etwas übertrieben haben, einfach längs halbieren, das ergibt dann auch handlichere Kekse.

Die Toffee Slices sind sofort göttlich, aber am besten sind sie etwas durchgezogen, so ein bis zwei Tage später.




Chewy Chocolate Gingerbread Cookies
via Martha Stewart - wie immer leicht adaptiert

75g Zartbitterschokolade
200g Mehl
1 1/2 TL gemahlener Ingwer
1 TL gemahlener Zimt
1 Msp. Nelkenpulver
1 Msp. gemahlene Muskatnuss
1 EL Kakaopulver
1 TL Backpulver
125g weiche Butter
70g brauner Zucker
2 EL Sirup
2 TL Zucker

:: Schokolade nicht zu fein hacken.

:: Mehl, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskatnuss mit Kakao und Backpulver mischen, zur Seite stellen.

:: Butter schaumig rühren, braunen Zucker und Sirup einrühren - hierbei nicht zu stark mixen, sonst laufen die Cookies zu stark auseinander.

:: Die Mehlmischung in zwei Hälften untermixen und alles zu einem Teig verkneten. In Folie wickeln und zwei Stunden in den Kühlschrank legen, bis der Teig fest geworden ist.

:: Den Ofen auf 180°C vorheizen.

:: Aus dem Teig Kugeln walnussgroße Kugeln formen und kurz im Zucker wenden. 
Mit etwas Abstand auf ein Backblech legen, leicht andrücken und dann für ca. 12-15 Minuten backen. Gut auskühlen lassen, da der Teig noch sehr weich ist, wenn er aus dem Ofen kommt und die Schokoladenstückchen geschmolzen sind.

Auch dieses sind übrigens hervorragende "Eintunk-Kekse".

Freitag, 17. Dezember 2010

Gefüllte Zucchini mit Lachs und Feta

Die schon einmal erwähnte Zucchini-Schwemme hatte ja durchaus ihr Gutes, nämlich viele neue Rezepte und interessante Zubereitungsmöglichkeiten der grünen Dinger.
Die gefüllten Zucchini aus diesem Post sind ein Zufallstreffer nach dem "Rumfort"-Prinzip - liegt rum, muss fort! Zucchini waren ja noch da, der Feta musste verbraucht werden, und Lachsfilets sind meistens im Tiefkühler vorhanden. Also ran an den Topf!





Gefüllte Zucchini mit Lachs und Feta

2 Zucchini
Olivenöl
2 Lachsfilets (TK auftauen lassen)
1 Knoblauchzehe
100g Feta
Salz, Pfeffer 
1 EL gehackter Dill oder feingehackte Petersilie

:: Den Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Zucchini waschen und der Länge nach halbieren. Die Kerne mit einem Löffel auskratzen und die Zucchinihälften etwas aushöhlen.

:: In einer großen Pfanne Öl erhitzen und die Zucchinihälften von beiden Seiten scharf anbraten. (Fenster öffnen!!!) Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.


:: Lachsfilets fein würfeln, Knoblauchzehe pellen und ebenfalls fein würfeln.
Feta zerkrümeln.Fisch und Feta mit Knoblauch vermischen, salzen und pfeffern und mit Dill oder Petersilie mischen. Die Masse in die Zucchinihälften füllen.

:: Auf ein Backblech oder in eine Auflaufform setzen und etwa 30 Minuten im Ofen backen.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Spaghetti mit Garnelen und Rucola

Ja, ich geb's zu. ICH war's. Ich hab den Schneetanz aufgeführt.... mehr als einmal. Ich bin im Vorgarten auf und ab gesprungen, habe laut "humbahumba" gesungen und den restlichen, noch verbliebenen Schnee in die Luft geworfen. Ich meine, ihr versteht das, oder? Es gibt wirklich nichts Besseres als weiße Weihnachten! Also wenig jedenfalls - weiße Weihnachten halten sich die Waage mit Strand und Sonne und 30 Grad. Und warmer Schokokuchen mit Schokoladencreme. Und Vanilleeis mit Karamellsauce. Und reife Himbeeren.
Naja, jedenfalls gibt es nicht viel, was besser ist als Weiße Weihnachten. Vielleicht klappt's ja dieses Jahr! Und wenn, dann möchte ich ein großes Danke hören, denn das war ich, ja? :-)

OK, und für alle, die jetzt nicht die gleiche Begeisterung für Winter und Schnee an den Tag legen können wie ich, habe ich etwas zum Ausgleich und zum Gemüter-Besänftigen gekocht. Wenn es ein Gericht schafft, mir kurzzeitig den Sommer zurückzuholen, dann diese Spaghetti!
 



Spaghetti mit Garnelen und Rucola


Bevor es hier an den Herd geht, muss alles vorbereitet werden, denn sobald die Pfanne heiß ist, geht alles ziemlich fix!



250g Spaghetti (oder soviel, wie eben für 2 hungrige Personen nötig ist)
2 Knoblauchzehen
1 halbes Bund Lauchzwiebeln
250g Garnelen
500g Tomaten
1 Fenchel - kann aber auch weggelassen werden
200ml Weißwein
2 Handvoll Rucola
Olivenöl, Salz und Pfeffer
ein paar Spritzer Zitronensaft
grob geriebener Parmesan


:: Die Garnelen waschen und trocken tupfen.

:: Die Tomaten und den Fenchel würfeln und den Knoblauch fein hacken. Lauchzwiebeln in Ringe schneiden. Rucola waschen und trocknen.

:: Wasser zum Kochen bringen und die Spaghetti nach Packungsanweisung kochen.

:: In der Zwischenzeit in einer großen Pfanne Olivenöl erhitzen und die Garnelen anbraten.  Knoblauch und Lauchzwiebeln dazugeben und für ein paar Minuten mitbraten.
Fenchel und Tomatenwürfel in die Pfanne geben, umrühren und dann mit dem Weißwein ablöschen. Alles einmal aufkochen, salzen und pfeffern und bis zum Ende der Garzeit der Spaghetti leicht köcheln lassen.

:: Bevor die Spaghetti abgegossen werden, etwa eine halbe Tasse vom Kochwasser abnehmen, dann die Pasta abgießen und in den Topf zurückgeben.

:: Die Sauce abschmecken und eventuell nachwürzen, mit ein paar Spritzern Zitronensaft  "abrunden"  und dann über die Spaghtti gießen. Das aufgefangene Kochwasser dazugeben und alles gut vermischen.

:: Den Rucola unterheben, sofort auf Teller heben und mit Parmesan bestreut servieren.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Bratäpfel mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries

Wo gehört mein heutiger Post jetzt kulinarisch-geografisch hin? Nach Deutschland, da der Bratapfel hier ein Winterklassiker ist? Oder in die USA oder nach Kanada, da die Füllung mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries doch recht amerikanisch ist? Ich erkläre ihn kurzerhand einfach mal zu "Cross-over"-Küche mit einem Hauch mehr Deutschland, denn wenn man Pecans durch Walnüsse ersetzt und Cranberries durch Rosinen, dann hat man glatt wieder den Klassiker.


Beim Zubereiten und Backen ging mir der Reim nicht aus dem Kopf, den meine Mutter und meine Oma immer vor sich hingesummt haben, wenn es Bratäpfel gab. Zwar konnte ich mich nur noch in Auszügen an einige Zeilen erinnern, aber dank Google kenne ich jetzt das ganze Gedicht, das keinen bekannten Verfasser hat, aber von etwa 1900 stammt:


Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie's knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel. 


Auf jeden Fall habe ich jetzt die Gewissheit, dass 1.) meine Mutter und Großmutter sich nicht die Reime gemacht haben, wie sie dachten und 2.) dass es auch damals schon "reim Dich oder ich fress Dich!" gab. Es bratet nämlich nichts. Es brät. Jawoll. Muss ja mal gesagt sein!
(Ich befürchte allerdings, dass dieses elendige Gedicht jetzt tagelang in meinem Hirn rumspuken wird. Mist.)


Bratäpfel mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Honig lässt sich aber gut durch Reissirup ersetzen, der Puderzucker durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Das Gericht wird aber durch die Cranberries und den Apfelsaft trotzdem Zucker enthalten.**

2 säuerliche Äpfel, ich hatte Elstar
2 EL getrocknete Cranberries
1 Handvoll Pecannüsse
2 EL Sherry, Portwein, weißen Glühwein o.ä. - Apfelsaft geht aber auch gut
1 EL Honig
1 TL Puderzucker


:: Die Äpfel waschen, abtrocknen und mit einem großen Messer das obere Viertel quer abschneiden (und nicht wegschmeißen...). Äpfel entkernen und etwas aushöhlen, das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben - ohne die Kerne, natürlich.

:: Pecannüsse hacken und zusammen mit den getrockneten Cranberries, dem Sherry oder Portwein und dem Honig zum Apfelfruchtfleisch in die Schüssel geben und ein paar Minuten durchziehen lassen.

:: In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Die ausgehöhlten Äpfel mit der Mischung füllen, in eine geeignete, backofenfeste Form setzen und die "Deckel" wieder auf die Äpfel setzen, leicht anpressen.
Mit Puderzucker bestäuben und etwa 45 - 60 Minuten im Ofen backen, ggf. länger, wenn die Äpfel sehr groß waren und/oder man sie gern weich mag.

Es "knallt und zischt" übrigens wirklich ein bisschen wie im Reim, wenn die Äpfel weich werden - wenn man also die Schweinerei im Backofen minimieren möchte, einfach ein Stück Alufolie in der Größe des Backblechs unter die Auflaufform legen, dann findet sich eventuell austretendes Apfelmus nicht auf dem Ofenboden wieder und backt dort fest.

Dazu passt natürlich Vanillesauce oder Eis, aber auch pur waren sie sehr fein.



Kinder kommt und raaaaatet.... was im Ofen... BRÄT!!! Bzw. eigentlich BACKT!!!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Kohlsuppe mit Tomaten und Bohnen

Wenn's draußen kalt wird und regnet oder schneit (ja! schneit! Hab ich schon mal gesagt, dass ich Schnee TOLL finde? Aber ich wohne auch in einer Mietswohnung und muss nicht Gehweg fegen oder anderweitig Schnee schippen.), dann wird in meiner Küche der Bedarf nach heißen, dampfenden Suppen größer als im Rest des Jahres.
Einer meiner Favoriten ist dabei diese Kohlsuppe.

Halt. Hat hier einer "iiiiiiiiih, Koooohlsuppe!" genölt? He? Hab ich bis hierher gehört!
Aber ich schwöre (konkret!), diese Kohlsuppe ist anders und hat nichts mit der faden und farblosen "magischen" Kohlsuppe zu tun, die einem die Pfunde angeblich magisch von den Hüften spült.
Erster Unterschied: Sie sieht nach was aus! Rot und tomatig.
Zweiter Unterschied: Sie hat Dampf! Dank vieler Gewürze.
Dritter Unterschied: Sie ist nicht nur flüssig, sondern voller Gemüse und guter Inhaltstoffe und macht schön satt.
Vierter Unterschied: Sie schmeckt!!!

Und Dank einer Prise Kümmel (wie - hab ich da etwa schon wieder Genöle gehört?) sorgen weder Kohl noch Bohnen für fiese, ääh, Zwischenfälle. ;-)


Kohlsuppe mit Tomaten und Bohnen

1 kleiner Weißkohl (ca. 500-600g)
3 Karotten
1 Zwiebel
Öl
2 Dosen gehackte Tomaten
1l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Chilipulver, gemahlener Kümmel
2 Lorbeerblätter
2 Dosen weißen Riesenbohnen
gehackte Petersilie zum Garnieren


:: Den Weißkohl säubern, die äußeren Blätter entfernen. Dann halbieren, vierteln, die Viertel vom Strunk befreien und erst in Scheiben und dann in kleine Stückchen schneiden. Die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch pellen und fein würfeln.

:: In einem großen Topf Öl erhitzen und darin Kohl, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch anbraten und etwa 5 Minuten unter Rühren dünsten. Mit Salz, Pfeffer, Chilipulver und 1 TL gemahlenem Kümmel würzen.

:: Die gehackten Tomaten zum Gemüse geben und gut durchrühren, dann die Gemüsebrühe angießen und das Lorbeerblatt dazugeben.

:: Aufkochen und dann etwa 30 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

:: Die Bohnen abgießen, gut spülen und zur Suppe geben. Weitere 5 Minuten köcheln lassen.

:: Final abschmecken - meistens kann die Suppe noch etwas Pfeffer vertragen und je nachdem, wieviel Schärfe man mag, auch noch Chilipulver.

:: Mit Petersilie betreut servieren.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Doraden aus dem Ofen

Am letzten Wochenende trafen sich ja bekannterweise harmlose, nichtsahnende Mehl- und Zuckertüten, ein paar Päckchen Butter und diverse Nüsse mit ihren Kumpels Vanillezucker, Marzipan und Kakao. Und bevor sie es sich versahen, wurden sie gerührt, geknetet, gehackt, ausgerollt, ausgestochen und gebacken. Brutal, oder?
Nachdem jeder Teig bereits im rohen Zustand mehrfach getestet und danach auch noch im fertigen Zustand probiert werden musste, stellt sich so eine gewisse Art von "mir ist süß-schlecht" ein. Süß-schlecht als Gegenteil von deftig-schlecht. Kennen wir alle, oder? Wenn einem auf dem Weihnachtsmarkt die Bratwurst fast schon zu viel wird, aber man dem immer noch mit glasierten Äpfeln, Mutzen oder Lebkuchen entgegenwirken kann? (Und Glühwein, ähem.) Oder andersrum. Wenn man zuviel Plätzchen(-teig) und Schoki genascht hat und als Gegenmedizin nur noch ein Käsebrot hilft.
Süß-schlecht jedenfalls. Zum Glück schwammen im Kühlschrank zwei Doraden in ihrer, äh, vakuumverschweißten Frischhalteverpackung umher, die schwupps mit Kartoffeln, Fenchel, Rosmarin und Zitronen in den Ofen sprangen.

Doraden aus dem Backofen

2 Doraden
1 Kilo festkochende kleine Kartoffeln 
1 Fenchelknolle 
2 EL Olivenöl
4 Knoblauchzehen
1 Bund Rosmarin
1 Zitrone
Salz, Peffer, Paprikapulver

:: Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Kartoffeln gründlich waschen und in 1cm dicke Scheiben schneiden. Fenchel waschen, halbieren und ebenfalls in 1cm dicke Scheiben schneiden. Knoblauchzehen schälen und anquetschen.

:: In einer Schale die Kartoffel- und Fenchelscheiben sowie 2 Knoblauchzehen mit Olivenöl mischen, salzen und pfeffern. Auf einem Backblech verteilen, in den Ofen schieben und 15 Minuten backen.

:: In der Zwischenzeit die Dorade waschen und trockentupfen.
Auf jeder Seite dreimal schräg einschneiden. Die Zitrone in Scheiben schneiden, diese halbieren und in jede "Schnittstelle" eine halbe Zitronenscheibe und einen kleinen Zweig Rosmarin stecken.
Jeweils eine der beiden verbliebenen Knoblauchzehen in die Bauchhöhle der Doraden legen und die Fische dann gut salzen, pfeffern und mit Paprikapulver bestreuen.

:: Auf die Kartoffel- und Fenchelscheiben legen und alles zusammen weitere 25 Minuten backen.


Dazu passt eine fruchtig-scharfe Tomatensauce als Dip für die Kartoffeln.

Zwei Nuss-Plätzchen: Pecannuss-Plätzchen und eifreie Vanille-Kipferl

Eine Freundin machte mich neulich auf das Titelblatt des aktuellen KulturSPIEGELs aufmerksam, auf dem groß ein Cupcake prangte, mit der Unterschrift "Platz da! Der Cupcake macht die Kekse platt. Ein Weihnachtsdrama". Auch für mich ein Dilemma!! Soll ich mich denn entscheiden müssen? Gibt es nur Sekt oder Selters, barfuss oder Lackschuh, Plätzchen oder Cupcake, alles oder nichts?  Ich MAG Cupcakes. Ich LIEBE Cupcakes. Aber: sie sie stehen für mich absolut in keiner Konkurrenz zu klassischen Weihnachtsplätzchen! Sie konkurrieren mit Torten, Kuchen und anderen kleinen Leckereien, das ja - aber mit Weihnachtsplätzchen? Niemals, lieber Spiegel! Weihnachtsplätzchen sind eine Klasse für sich. Sehr viel stärker noch als Cupcakes ist es bei Weihnachtsplätzchen essentiell, dass sich in einem, vielleicht zwei Bissen ganze Geschmackswunder ereignen. 
Überhaupt. Geschmackswunder. Manchmal geht das aber auch daneben. Neben seinen Favoriten-Keksen, die jedes Jahr dabei sein MÜSSEN, probiert der Geschmacksjäger der Jetzt-Zeit auch immer wieder gern neue Dinge aus, die diversen Frauen-/Food- und Lifestyle-Magazine warten ja immer mit einer Fülle von neuen Rezepten auf, die auf den Hochglanzfotos zum Anbeißen aussehen, die aber einiges an Equipment, exotischem Gewürz und feinstgemahlenen Zutaten verlangen. Ich sag's Euch, backt bloß nie (!!) "Mürbe Cashew-Marzipan-Taler", wenn Euch das Rezept im Netz mal unterkommt.... Ein Heidenaufwand (200g ungesalzene Cashews  fein malen und rösten - Schritt 1 war dank neuerworbener Kaffeemühle noch machbar, in vielen Teilschritten, aber Schritt 2 ließ schon Rückschlüsse auf das Gesamtergebnis zu) mit unendlichem Zeitverbrauch (über Nacht in den Kühlschrank legen), und wofür? Die Kekse schmecken wie Sägemehl und haben auch dessen Konsistenz. Das Rezept wurde auf einen ganz hinteren Platz im Rezepte-Ordner verbannt.
Die heutigen Plätzchen sind aber schon eine Weile in meinem Repertoire, also übernehme ich eine gewisse (wenngleich limitierte) Gelinggarantie.

Pecannuss-Plätzchen

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Puderzucker lässt sich hier aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe.**

Pecannüsse sind mir persönlich lieber als Walnüsse, sie sind wesentlich milder im Geschmack. Falls man keine Pecans findet (oder nur zu horrenden Preisen), können diese Plätzchen aber auch mit Walmüssen, Mandeln oder Haselnüssen gebacken werden.

100g Pecannuss-Kerne
150g Butter
1 Ei
100g Puderzucker
1 Pck. Vanillezucker
50g gemahlene Mandeln
200g Mehl
75g Speisestärke
1 Msp. Backpulver
1 Prise Salz
35 Pecannusshälften zum Belegen

:: Den Ofen auf 175°C vorheizen.

:: 100g Pecannuss-Kerne fein hacken - da die Nüsse relativ weich sind, geht das super mit dem Messer. Beiseite stellen.

:: Butter schaumig schlagen, das Ei unterrühren und dann Puderzucker und Vanillezucker dazugeben und gut mixen. Mandeln unterheben.

:: Mehl, Speisestärke, Backpulver und Salz vermischen, auf den Teig sieben und unterrühren. 

:: Die gehackten Pecans unter den Teig kneten. Walnussgroße Kugeln formen (diese werden relativ gleich groß, wenn man den Teig zu einer gleichmäßigen Rolle formt und dann mit dem Messer gleiche Scheiben schneidet), etwas plattdrücken und eine Pecannuss-Hälfte auf einen Keks setzen.

:: Etwa 12 - 15 Minuten backen, bis die Plätzchen goldgeld sind. Auskühlen lassen.



Eifreie Vanille-Nuss-Kipferl


**Auch dies ist kein zuckerfreies Rezept, hier lassen sich Zucker und Puderzucker gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe.**
Als mein Bruder klein war, hatte er eine Eiweiß-Allergie, die sich mit den Jahren zwar  glücklicherweise verwachsen hat, die aber damals ziemlich dramatisch war und mit allergischen Schockreaktionen einherging. Spooky! Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, dass er immer "Ersatz-Essen" bekommen hat, wenn an einem Gericht Eischnee oder Eistich oder ähnliches dran war (und manchmal war das Ersatz-Essen in meinen Augen viel toller als das Original mit Ei!). Aus diesem Grund wurden Kipferl bei uns immer in der eifreien Variante gebacken, was ich beibehalten habe.




200g Butter
100g Zucker
100g Haselnüsse
250 - 300g Mehl
1 Päckchen Bourbonvanillezucker oder 1 Beutel Bourbon-Vanille-Aroma vom Doktor aus Bielefeld.
2 EL Puderzucker
2 Päckchen Vanillinzucker

:: Backofen auf 175°C vorheizen.

:: Butter, Zucker, Haselnüsse und Mehl schnell zu einem festen Teig verkneten. Ich nehme meist erstmal nur 250 Mehl und gebe, je nach "Matschigkeit" des Teigs noch mehr Mehl hinzu.

:: Meine Variante des Kipferlformens geht so: den Teig zu einer Rolle formen und in gleichgroße Scheiben schneiden. Diese dann ebenfalls zu kleinen Rollen rollen ;-) und an den Enden etwas dünner werden lassen. Bögen formen und die Zipferl der Kipferl evtl. noch ein bisschen in Form bringen. Nach dem 2. Blech hat man den Dreh spätestens raus.

:: Die Kipferl nicht zu dicht auf ein Backblech setzen und ca. 10-12 Minuten backen, bis sie anfangen, sich leicht zu bräunen.

:: In der Zwischenzeit Puderzucker und Vanillinzucker mischen. Wenn die Kipferl aus dem Ofen kommen, sofort die Puderzucker-Mischung darüber sieben und dann auskühlen lassen.



Plätzchen olé! Plätzchen sind cool! Backt und esst mehr Plätzchen! :-)






















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