Als Blondine hat man einen Wahnsinns-Vorteil: Man kann
alles (oder zumindest vieles) auf die Haarfarbe schieben. Irgendeinen Quatsch
angestellt? Uuuups, blond! Dummes Zeug als Fakt verkaufen wollen, aber dabei
gnadenlos enttarnt worden? Hihihi, blond! Die Technik stellt einen vor
Herausforderungen? Naja, blond eben.
Vor ein paar Wochen hatte ich wieder einen „blonden
Moment“, als ich auf dem Weg nach Schweden zu einer Freundin war. Meine Sitznachbarn im Zug, zwei ältere Damen
mit einem Enkelkind, waren auf dem Weg in die Ferien und
vertrösteten die vielen Wünsche des Kindes (Hunger, Pipi, kalt) auf „wenn wir
auf der Fähre sind“. Meine Güte, dachte ich, ihr verschaukelt den armen Jungen
aber ordentlich, wir sind noch mehr als 3 Stunden von Kopenhagen entfernt, und
wer weiß, wann Eure Fähre da ablegt! Ich war tatsächlich kurz davor, einen
unerwünschten Kommentar abzugeben – Gottseidank habe ich mich schwer
beherrschen können und dieser blonden Blog-Betreiberin hier einen sehr
peinlichen Moment erspart: Ein Blick auf die Landkarte hätte mir nämlich
eröffnet, dass Kopenhagen keineswegs auf dem Landweg allein zu erreichen ist und
dass „Zug“ nicht auch gleichzeitig „Fähre“ bedeuten kann. Zug fährt auf Fähre,
Fähre von Puttgaden nach Rødby, Zug fährt dann weiter nach Kopenhagen. Wieder was gelernt! Und eine Peinlichkeit erspart.
Das Wochenende in Schweden war ganz wunderbar, auch
kulinarisch. Unter anderem haben wir nach einem langen Spaziergang am
Meer in einem Café Pause gemacht und dort ein Sandwich bestellt, das sich als
köstliche Zusammenstellung von getoastetem Brot, eingelegtem Hering und
Eiersalat herausstellte – und das alles lauwarm. Der salzig-geröstete Geschmack
ging mir tagelang nicht mehr aus dem (Geschmacks-)Sinn, und jetzt habe ich das
endlich mal nachgekocht.
Übrigens: Dass man aber noch einmal über bzw. unter
Wasser durch muss, wenn man von Kopenhagen nach Schweden weiterreisen will,
wusste ich aber auch schon vor Antritt der Reise. Nur mal so als Feststellung.
Schwedenhappen: Schwarzbrot mit eingelegtem Hering und
Eiersalat
Beim Fisch sollte jeder das nehmen, was er oder sie mag –
ich zum Beispiel mag absolut keinen in Öl eingelegten Matjes. Ich hatte
dänische Appetithappen, die waren ganz gut. Es funktioniert aber auch wirklich
fantastisch mit geräuchertem Lachs, oder (sogar noch besser) mit Stremel-Lachs.
Für 2-3 Scheiben
2 kleine Kartoffeln
3 Eier
2 TL Mayonnaise
2 TL Schmand
Salz, Pfeffer
1 TL gehackter Dill
Weißweinessig
2-3 Scheiben Schwarzbrot, am besten richtig dunkles
Eingelegter Hering oder anderer Fisch nach Geschmack
Butter nach Belieben
:: Kartoffeln waschen und in der Schale garen. Die Eier
hartkochen. (Verratet’s keinem… aber ich gebe Kartoffeln und Eier in einen
Topf. Abwaschminimierung.)
:: Hartgekochte Eier kalt werden lassen, dann fein
würfeln, und in einer Schale mit Mayo und Schmand mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls
nötig, mit etwas Weißweinessig würzen. Dill unterrühren.
:: Einlegten Fisch auf etwas Küchenkrepp abtropfen
lassen.
Kartoffeln in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden.
:: Brotscheiben toasten. Nach Belieben mit Butter
bestreichen und dann mit den Kartoffelscheiben belegen, etwas salzen. Die
Fischfilets darauf verteilen und alles mit einem guten Schlag Eiersalat toppen.
Etwas frischen Pfeffer darauf mahlen.
:: Wer mag, schiebt das Ganze jetzt noch für ein paar
Minuten unter den Grill, aber es schmeckt auch kalt ganz hervorragend.
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