Dienstag, 26. April 2011

Spargel-Crêpes mit Räucherlachs

War Ostern bei Euch auch so.... verfressen? Sozusagen ein kulinarisches Weihnachten 2.0? Drei Tage "Futtern bei Muttern" machen drei Wochen harte Brautkleidkörper-Arbeit zunichte. Sogar Testesser, sonst ein kleiner Vielfraß, murmelte gestern abend etwas von "Protein-Diät" und "keine Kohlenhydrate". Letzteres kann ich für mich ganz sicher nicht garantieren, denn das hieße ja auch, dass ich kein Eis essen dürfte - un-denk-bar bei diesem traumhaften Wetterchen!

Aber Rettung naht, und nicht nur dadurch, dass man Kleider ja weiter machen kann, sondern auch dadurch, dass wir mitten in der Spargelsaison sind. Spaaaargel. Mein allerliebstes Lieblingsgemüse. Von Ostern bis Johanni könnte ich quasi nichts anderes essen und immer noch glücklich über alle olfaktorischen Nebenwirkungen hinwegsehen. Die Inhaltsstoffe sind ein Traum, und der Geschmack kaum zu überbieten. König Spargel, in der Tat!

Spargel-Crepes mit Räucherlachs auf www.katharinakocht.com

Ganz königlich haben die Spargelstangen hier ein Mäntelchen aus pikantem Eierpfannkuchenteig umgehängt bekommen, der crêpes-dünn ausgebacken wurde und mit einem Mantel-Futter aus Räucherlachs ausstaffiert wurde. Weil es schöner aussieht, habe ich hier grünen Spargel verwendet, weißer geht aber genauso, allerdings muss dieser ein paar Minuten länger garen.

Spargel-Crepes mit Räucherlachs auf www.katharinakocht.com


Spargel-Crêpes mit Räucherlachs
Für 6 Röllchen

500g grüner Spargel 
3 Eier (Gr. L)
2 EL Mehl
50ml Milch
Salz, weißer Pfeffer, geriebene Muskatnuss
Öl zum Braten
6 Scheiben Räucherlachs  
Zum Bestreichen, nach Belieben: Sauce Hollandaise, Kräuterbutter, Frischkäse, Meerrettich.....

:: Spargel waschen und die unteren Ende abschneiden - oder besser noch: abbrechen. Spargel hat quasi eine eingebaute Sollbruchstelle, die das holzige Ende zuverlässig vom frischen Stängel trennt.

:: Wasser in einem breiten Topf zum Kochen bringen, etwas Salz dazugeben und den Spargel 5 Minuten köcheln lassen, dann abgießen und warmstellen.Genauso köstlich: Spargel waschen und dann in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten braten.

:: Währenddessen Eier und Mehl glattrühren und nach und nach die Milch zugießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

:: Einen TL Öl in einer mittelgroßen Pfanne erhitzen und soviel Teig in die Pfanne gießen, dass ein dünner Pfannkuchen bzw. Crêpe entsteht. Erst auf der einen Seite backen, dann wenden. Den restlichen Teig ebenfalls zu Crêpes verarbeiten und warm stellen.

:: Die Crêpes jeweils dünn mit dem Schmiermittel der Wahl bestreichen, ich habe die Bärlauch-Butter und etwas Frischkäse genommen. Mit einer Scheibe Räucherlachs belegen, einige Stangen Spargel auf eine Ecke des Pfannkuchens legen und einrollen.

Dienstag, 19. April 2011

Bärlauchbutter

Habe nur ich das Gefühl, dass Ostern so langsam zum kleinen Weihnachten wird? Also Geschenke-technisch? An den Anblick von Schokohasen, die im Januar nahtlos die letzten Weihnachtsmänner im Ausverkauf ablösen, habe ich mich ja zähneknirschend gewöhnt, aber irgendwie fällt es mir dieses Jahr mehr als sonst auf, dass das Wort "Ostergeschenke" nicht mehr nur Schokoladeneier und Milkahasen bezeichnet, sondern auch richtig große Sachen. Playstation und Co.
Aber, mal ehrlich: sieht eine Playstation im Osternest nicht einfach total bescheuert aus? Außerdem hebt sich der Osterhase damit doch einen Bruch, der Arme! Deswegen habe ich hier ein hasenfreundliches und osternestkompatibles Mitbringsel für alle, die gleichzeitig eine Challenge für alle Suchenden darstellt, denn die Bärlauchbutter kommt im grasgrünen Tarn-Look daher.

Ideal für alle, die an Ostern den Grill anwerfen wollen. Und bei der tollen Wettervorhersage für Ostern 2011 sind das bestimmt viele! Und wer Ostern lieber das Lamm im Ofen gart, kann die Butter eine Weile im Kühlschrank aufbewahren oder gleich in kleinen Portionen in Backpapier einwickeln und einfrieren, dann hat man über die ganze Grillsaison was davon.

Bärlauchbutter mit Dijonsenf und Curry



Bärlauchbutter mit Dijonsenf
für 2 Gläser à 200ml 

100g Bärlauch
50g Petersilie
1 Knoblauchzehe nach Belieben 
2 EL Zitronensaft
250g weiche Butter
2 TL Dijonsenf
1 TL Currypulver
Salz


:: Bärlauch und Petersilie waschen, Knoblauchzehe schälen. Alles grob hacken und zusammen mit dem Zitronensaft pürieren.

:: Butter, Senf und Currypulver gut verrühren, dann das Bärlauch-Petersilie-Knoblauch-Püree darunterrühren und alles richtig gut durchrühren. Mit Salz abschmecken, ich habe 2 etwas großzügigere Prisen gebraucht.

:: Sehr einfach geht es natürlich für alle, die eine Küchenmaschine besitzen - einfach alle Zutaten hinein und zappzarapp mit den Schneidemessern pürieren und mixen.

:: Um die Bärlauchbutter kleckerfrei und gleichmäßig in die Gläser zu bekommen, habe ich die Masse in einen DIY-Spritzbeutel (lies: Gefriertüte) gefüllt, die Spitze abgeschnitten und die die Gläser gespitzt.


Bärlauchbutter mit Dijonsenf und Curry



Sonntag, 17. April 2011

Erdbeer-Quarktorte

Heute wurde es bei uns spannend: Kurz vor der Hochzeit sollten sich die jeweiligen Schwiegereltern kennen lernen. Testessers und meine Eltern wohnen etwa 500km voneinander entfernt und irgendwie hat sich nie wirklich die Gelegenheit ergeben, ein zwangloses Treffen zu arrangieren. Deswegen gab es heute das hochoffizielle Kennenlern-Händeschüttel-Ach-so-seid-ihr-also-Kaffeetrinken auf neutralem Boden in der Mitte: bei uns. Mit Kaffee und Kuchen würde ich sie alle so dermaßen in die zuckergetränkte Glücksseligkeit katapultieren, dass sie sich einfach nur mögen müssen!
Ich kleiner Planungs-Freak hatte dementsprechend schon tagelang die Liste der Kuchen im Kopf hin und her gewälzt. Einen Eierlikör-Guglhupf sollte es geben, ebenso wie ein paar Zitronencupcakes mit Schokosahne bzw. Baiserhaube, aber was sollte das "Centerpiece" werden, das sonntägliche Glanzstück? Ich brauchte irgendwas, was hübsch ist, in die Jahreszeit passt - und was vor allem eine Gelinggarantie vorweisen kann. Einen "track record", sozusgen. Etwas, was ich im Schlaf kann. Oder mit Fieber. Schon tausendmal erfolgreich gemacht habe. Eine sichere Bank eben. Und was ich möglichst nicht erst Sonntag backen müsste, sondern einen oder zwei Tage vorher.

Und da war es: Quarktorte. Oder Käsekuchen. Oder Topfenkuchen. Egal, jedenfalls frisch mit leichtem Zitronenaroma und einer großen frühlingsbunten Erdbeerhaube. Ganz traditionell mit Quark und nicht als Cheesecake mit Frischkäse - von dem habe ich mir bloß den Kekskrümelboden geklaut, weil er so viel simpler ist als der Mürbeteigboden.

Bevor die hungrigen Heerscharen darüber herfielen, habe ich zum Glück noch ein Foto machen können, denn übrig ist nichts geblieben!

Definitiv die richtige Wahl, das Quark-Schätzchen. Ich behaupte einfach mal, dass der Erfolgsanteil des Kuchens an dem gelungenen Nachmittag nicht unerheblich war. :-)





Quarktorte mit Erdbeer-Haube

Die angegebene Menge ist für eine 24er Springform berechnet. Ich habe nur eine 18er benutzt und daher die Menge um 1/3 gekürzt, was ganz gut funktioniert hat.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Puderzucker lässt sich hier aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe. Allerdings enthält der Kuchen durch die Löffelbisquits immer noch Zucker.**
Für den Boden:
150g Löffelbisquits
100g weiche Butter
Für die Quarkmasse:
150g Puderzucker
125g Butter
1 Pck. Vanillezucker
3 Eier
45g Speisestärke
750g Magerquark
1/4l Buttermilch
abgeriebene Schale und Saft von 1/2 Zitrone
1kg Erdbeeren
100g Erdbeerpüree (oder 3-4 TL erwärmte Erdbeermarmelade)

:: Backofen auf 175°C vorheizen. den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und den Rand fetten.

:: Für den Krümelkeksboden die Butter schmelzen. Löffelbisquits fein zerbröseln und mit der geschmolzenen Butter vermischen, dann in die Springform geben, verteilen und gut andrücken. Zur Seite stellen.

:: In einer großen Schüssel die weiche Butter mit Puderzucker und Vanillezucker schaumig rühren, dann die Eier einzeln zugeben. Zitronensaft und -schale untermixen. Stärke, Quark und Buttermilch darunter rühren, bis sich eine glatte, homogene Masse ergeben hat, ohne Quark- oder Butterbröckchen.

:: Quarkmasse auf den Bröselboden gießen und für ca. 1 Stunde in der Mitte des Ofens backen, eventuell mit Alufolie abdecken, wenn der Kuchen oben zu dunkel wird.
In der Form komplett auskühlen lassen.

:: Wenn der Kuchen erkaltet ist, auf die Tortenplatte schieben.
Erdbeeren waschen und putzen, und entweder in längs Viertel oder in Scheiben schneiden.
Etwas Erdbeerpüree auf die Torte streichen, dann die Erdbeeren darauf verteilen - je nach Gusto wild und zufällig oder gleichmäßig arrangiert. Das restliche Püree als Glasur darüberstreichen.


Habt Ihr auch ein todsicheres Rezept, das rausgeholt wird, wenn's gut werden muss oder ernst wird?

Schönen Sonntag-Abend!

Noch mehr sonntagssüße Ideen findet Ihr diesmal bei Kathrin von lingonsmak.

Freitag, 15. April 2011

Heute zur Abwechslung mal ein Buchtipp für alle Selbermacher und Küchenbastler

Heute mache ich mal Werbung und lasse meiner Begeisterung für dieses Buch hemmungslos und frei ihren Lauf. Ich hab ja kurz überlegt, ob das OK ist, aber dann fiel mir ein, dass das ja mein Blog hier ist, und ich alle Markennamen und Geschäfte und Bücher und und und laut herausbrüllen darf... sehr praktisch!

Bei Valentinas-Kochbuch.de wurde neulich das neue Buch von Nicole Stich und Coco Lange vorgestellt, "Geschenkideen aus der Küche". Ich hatte meinem Haben-Wollen-Instinkt einfach nichts entgegenzusetzen und musste das Buch sofort bestellen. Zwei Tage später blätterte ich mit viel Oooh und Aaaah durch das Buch und merkte mir schon mal die ersten vierundsiebzig Sachen vor, die unbedingt nachzumachen wären. Unbedingt!

Heute waren schon mal die ersten 3 Sachen dran, und ich bin total begeistert. Die Rezepte sind super beschrieben, sehen toll aus und lassen sich (meistens) im Handumdrehen fertigstellen.


Wie zum Beispiel dieser Nuss-Honig mit Vanille. Hat genau 8 Minuten gedauert, inklusive Nüsse rösten - und ich kann mir vorstellen, dass das Glas keine 8 Minuten hält, sobald es geöffnet wird und dann Joghurt oder Obstsalat oder Eis krönt.

Oder hier, die Fertigmischung für Kuchen! Sieht so in ein 0,5l-Weckglas geschichtet doch klasse aus! Der Beschenkte muss dann nur noch Eier und Butter dazugeben und den Mixer schwingen, und schwupps sind Kuchenwürfel fertig. Eine Backanleitung gibt es dann auch noch dazu.


Und gerade steht im Kühlschrank eine Mischung aus weißer Schokolade und zerkrümelten Löffelbisquits, die später mit Kokosflocken umhüllt zu Kekstrüffeln werden soll. Also wenn da der Osterhase nicht neidisch wird! Da kann er einpacken mit seinen Eiern!

Was mir auch gefällt, sind die vielen kleinen Tipps und Tricks sowie die Bastelanleitungen für hübsche Verpackungen. Auch super: ganz viele Bezugsadressen, z.B. für Gewürze und exotischere Zutaten, oder schöne Gläser.

Ich hoffe, meine Familie ist sich bewusst, was an Ostern auf sie zukommt... Und wenn sie sich entgegen aller Erwartungen nicht freuen, dann hatte ich wenigstens viel Spaß beim Nachkochen!

Das Interview mit den Autorinnen findet Ihr hier bei Valentinas-Kochbuch.de.
Und hier findet sich eine Vorgeschmack auf das Buch auf der Seite des GU Verlags, kuechengoetter.de

Donnerstag, 14. April 2011

Gyōza - Maultaschen auf Japanisch.

Alternativtitel: "Oder was ich dafür halte". Quasi Gyōza my way.

Für den Glasnudelsalat vom letzten Mädelsabend hatte ich ein bisschen enthusiastisch eingekauft, da war nicht nur zu viel Hackfleisch ins Körbchen gewandert (der Klassiker: man will 250g, die Waage beim Metzger zeigt 295g und die Aussage "passt so!" ist schneller getätigt als man nachdenken kann), auch im Asia-Laden hatte ich etwas über die Stränge geschlagen. Nicht nur Reisnudeln, auch Krabbenchips und diverse Gewürze und eben auch kleine runde Reismehl-Fladen mussten mit - ich hatte da ja mal was gelesen, irgendwo... was japanisches, gefüllt, sowas halt.

Als Snack sind die Dinger unschlagbar lecker, wie wir festgestellt haben. Gleichzeitig knusprig und weich, und super aromatisch.

Dank etwas Google Kung-Fu weiß ich jetzt auch über den Hintergrund dieser kleinen Köstlichkeiten Bescheid und konnte mir meine eigenen norddeutschen Gyōza zusammenbasteln. Hier ist ein netter Link: Klick.




Gyōza: Japanische Teigtaschen


20 Gyōza-Teigtaschen (die sind in der Regel im TK-Regal im Asia-Laden zu finden und haben einen Durchmesser von ca. 7-8 cm)
100g Hackfleisch
2 Champignons
2 Frühlingszwiebeln
1 Karotte
2 Knoblauchzehen
1 Prise zerriebene oder zerstoßene Chiliflocken
1 EL Sojasauce
Öl zum Braten

:: Teigtaschen auftauen lassen.

:: Hackfleisch braten, bis es trocken und krümelig ist, in eine Schüssel geben.

:: Champignons, Frühlingszwiebel und Karotte fein würfeln und anbraten, Hitze herunterschalten und ein paar Minuten weich dünsten. Knoblauch schälen, fein hacken und unter das Gemüse rühren, noch 2 Minuten weiterbraten, dann alles in die Schale mit dem Hackfleisch füllen. Gut durchrühren und mit Chiliflocken und Sojasauce vermischen.

:: Jeweils einen TL Füllung auf ein Blatt geben, für bessere Klebkraft die Ränder mit Wasser anfeuchten und zusammenklappen, dabei auf der einen Seite den Teig in Falten schlagen.

:: Öl in einer Pfanne erhitzen und die Teigtaschen auf einer Seite anbraten, bis sie knusprig und braun sind. Dann soviel Wasser angießen (je nach Pfannengröße, so 50-100 ml), bis die Gyōza etwa zur Hälfte mit Wasser bedeckt sind. Die Pfanne mit einem Deckel verschließen und bei mittlerer Hitze dämpfen, bis das Wasser verdampft ist, ca. 5 Minuten.

:: Gyōza warm servieren.

:: Als Dip eignet sich z.B. Wasabi-Mayonnaise, helle Sojasauce oder eben der Dip, der auf der Seite von Nekobento vorgestellt wird.




Dienstag, 12. April 2011

Käseteigtaschen à la Grecque

Getreu meines Anfangs des Jahres gefassten Vorsatzes, doch mehr griechisch zu kochen, griff ich neulich im Kühlregal zu Filoteig. Und dann lag er da in meinem Kühlschrank, ich guckte ihn hin und wieder an, er guckte zurück, ich zuckte leicht ratlos mit den Schultern und nahm etwas anderes. Beim gestrigen Blick in den Kühlschrank schaute die Packung wirklich sehr mitleidheischend aus und sein Kumpel Fetakäse hatte sich strategisch günstig neben ihn positioniert. OK, Jungs - ihr dürft unser Abendessen werden!

Beim letzten Durchblättern von Maria Elias Kochbuch waren mir gefüllte Teigdreiecke aufgefallen und im Hirn haften geblieben. Sie wurden zwar als "Samosas" bezeichnet, waren aber aus Filoteig gemacht und nicht frittiert, sondern im Ofen gebacken. Für die dort verwendete Füllung aus Ricotta und Kürbis fehlte mir so ungefähr alles, also habe ich fix das erfolgreich getestete Käsepita-Rezept von Monambelles abgewandelt. Mein persönlicher Grieche sagte zwischen zwei Bissen etwas, was irgendwie klang wie "lecker" und "bei Mama", also vermute ich mal, dass ich nicht ganz vom rechten Weg abgekommen war und regionalküchenmäßig nicht in Finnland gelandet war.
Das Schöne an dem Rezept, Teil 1: Man kann so ziemlich jeden Käse und jedes Gewürz reinrühren, was man mag. Ich bin konservativ geblieben und habe als Basis Feta genommen.
Das Schöne an dem Rezept, Teil 2: 10 Käsepita-Ecken sind in den meisten Fällen zu viel für 2 Esser, selbst wenn einer davon mein Freund ist. Daher blieben einige für heute mittag übrig - und durchgezogen schmeckten sie auch kalt noch mal besser!

Die Wickeltechnik klingt kompliziert, ist aber eigentlich einleuchtend.



Käseteigtaschen: Tiropita

1 Packung Filo- oder Yufka-Teig, ca. 10-12 Blätter (liegt im gut sortierten Supermarkt im Kühlregal neben dem gekühlten Blätterteig - ansonsten beim türkischen Lebensmittelhändler Eures Vertrauens)
250g Feta
100g Ziegenfrischkäse (kann man auch weglassen, hat hier aber noch einen Kick Cremigkeit gegeben)
50g Parmesan
50g fester würziger Ziegen- oder Schafskäse
1 Zwiebel
2 Eier
4-5 EL Milch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

... und viel viel Olivenöl.

:: Feta kleinkrümeln, Parmesan und Ziegenkäse grob reiben und alles mit dem Ziegenfrischkäse, 1 Ei und 3 EL Milch verrühren. Zwiebel fein würfeln oder mit der (sowieso schon eingesauten) Reibe grob reiben und unterrühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Ein Filoteigblatt auf eine Arbeitsfläche legen und mit Olivenöl einpinseln.
Klassischerweise würde man jetzt ein zweites Blatt darauf legen, ebenfalls einpinseln und die ganze Sache dann der Länge nach halbieren, aber ich hab's mir leicht gemacht und das Blatt einfach einmal quer gefaltet, so dass sich ein längliches Rechteck ergibt, dessen lange Seite mir zugewandt war. Die Oberfläche noch einmal mit Öl einpinseln.

:: Einen Esslöffel Käsemasse auf die linke obere Ecke des Filo-Rechtecks geben, dann die linke untere Ecke so darüberklappen, dass eine Spitze entsteht, die Ränder dabei gut andrücken. Die gefüllte Ecke wieder umklappen, andrücken - solange, bis der Teig zuende ist. Eventuell überstehenden Teig umklappen.
Auf die gleiche Weise mit dem Rest der Filoblätter und der Käsecreme verfahren: Pinseln, falten, füllen, klappen, klappen, klappen, fertig.



:: Die fertigen Blätter auf ein Backblech legen. Das zweite Ei mit 2 EL Milch verrühren und die Dreiecke damit auf jeder Seite einpinseln.

:: 10 bis 12 Minuten auf der einen Seiten backen, bis sie sich wölben und braun und knusprig werden, dann umdrehen und auf der anderen Seite weitere 10 bis 12 Minuten backen.

:: Herausnehmen und leicht abkühlen lassen - die Füllung ist sonst brutal heiß... :-)

:: Dazu gab es einen Salat mit Tomaten und Spinatblättern.

Καλή Ορεξη - kali orexi!

Sonntag, 10. April 2011

Zitronen-Mohn-Kuchen

Einer der ersten Ratschläge, die meine Oma mir auf den Hobbybäckerweg gegeben hat, war, wie ein Rührkuchen so richtig saftig wird. Ihr Eierlikör-Marmorkuchen war einfach legendär, gegen dieses schwarz-weiße Gedicht kam keine Torte an. Das Geheimnis von saftigem Rührkuchen, egal ob aus Kastenform oder Guglhupf, ist dabei derartig simpel, dass ich mich immer wieder wundere, es in noch nahezu keinem Backbuch gelesen zu haben: Immer zuerst die Eier und den Zucker schaumig schlagen, und dann erst alles andere unterrühren. Diese Regel hab ich derartig verinnerlicht, dass ich meistens auf die Beschreibung der Rezepte pfeife und nach Oma Ilses Art vorgehe.

In Leila Lindholms tollem Backbuch gibt es eine ganz Reihe von Rührkuchen, und hey, Leila schreibt in der Einführung zu den Rezepten, dass der Trick dabei sei, Eier und Zucker fluffig zu schlagen. Schwester! Her mit dem Kuchen!

Weil es so schön frühlingshaft war am Wochenende, gab es einen fruchtig-frischen Kuchen mit Mohn und Zitrone aus "Backen mit Leila".

Zitronen Mohn Kuchen Rührkuchen Leila Lindholm einfach lecker zitronig


Zitronen-Mohn-Kuchen


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.** 

3 Eier
200g Zucker
1 Tütchen Vanillezucker
50g Butter
100ml Milch
Saft von 1/2 Zitrone
abgeriebene Schale von 3 unbehandelten Zitronen oder 2 TL geriebene und getrocknete Zitronenschale
210g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
30g gemahlene Mohnsamen (kein Mohnback!)

Butter für die Form 
Puderzucker zum Bestäuben



:: Den Backofen auf 175°C vorheizen und eine Kuchenform buttern.

:: Eier, Zucker und Vanillezucker solange schlagen, bis sie richtig schaumig und hell werden und ihr Volumen deutlich vergrößert haben, ca. 3 Minuten.

:: Butter schmelzen, dann die Milch einrühren und unter die Zucker-Ei-Masse mixen, anschließend den Zitronensaft und die abgeriebene Zitronenschale unterrühren.
Mehl, Backpulver und Salz mischen, auf den Teig sieben und auf niedrigster Stufe unterrühren, bis ein homogener Teig entsteht, dabei nicht zu lange mixen.
Am Ende die Mohnsamen unterrühren.

:: In die Kuchenform einfüllen und ca. 35-40 Minuten backen.

:: In der Form leicht auskühlen lassen, dann stürzen und komplett erkalten lassen. Mit Puderzucker bestäuben.

Sonntag, 3. April 2011

Monkey bread, oder: Karamell gewordener Sonntagssüß-Traum

Es soll ja Leute geben, die noch nie von Monkey bread  gehört haben sollen. Noch nie diese halbwarme, buttrig-zimtige Hefeteig-Köstlichkeit in Bällchen gezupft und mit wohligem "mmmmhhhhmmmm oooooaaaaaah uuuummmmmm" nach mehr verlangt haben.
Solche armen Menschen soll es geben!

So wie mich. Bis vor zwei Wochen hatte ich noch keine Ahnung, welche enormen Bildungslücken mein Back-Repertoire aufweist. Zwar war ich mal bei Chefkoch.de über ein Rezept namens "Affenbrot" gestolpert und hatte es sogar in mein Kochbuch versenkt, es aber nie ausprobiert. Bis ich beim Blog heart of light über "Monkey bread" las, neugierig wurde und das affige Brot für das Wochenend-Backen markiert habe.

Testesser und ich haben klebrige Finger und glückliche Gesichter. Etwas besseres als das konnte uns an einem nieseligem, trüben Sonntag nicht passieren.
Deswegen wird es mein Beitrag zum dieswöchigem "Sonntagssüß", diesmal bei Mat&Mi.



Monkey bread

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Brauner Zucker lässt sich wohl ganz gut durch Sukrin Gold ersetzen, was ich aber noch nicht ausprobiert habe.**

Für den Teig:
400g Mehl, plus Mehl für die Arbeitsfläche
1 TL Salz
30g Butter
240ml Milch
80 ml warmes Wasser
1 Tütchen Trockenhefe
50g Zucker

Für die Hülle:
200g braunen Zucker
2 TL gemahlener Zimt
120g Butter

:: Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen.

:: Die Butter schmelzen, Milch dazugeben und erwärmen. Zucker, Wasser und Trockenhefe einrühren und kurz stehen lassen, dann über die Mehlmischung geben und mit einem Holzlöffel solange rühren, bis der Teig klumpig wird. Auf die bemehlte Arbeitsfläche kippen und 10 Minuten durchkneten, bis der Teig glänzend und elastisch ist. (Oder, so vorhanden: gleich in der Küchenmaschine mischen und dann 7-8 Minuten mit den Knethaken auf mittlerer Geschwindigkeit bearbeiten lassen.)

:: Die Rührschüssel ganz leicht mit etwas neutralem Speiseöl einfetten und den Teig hineinlegen, mit den öligen Händen kurz die Oberfläche einölen und dann zugedeckt etwa 1 Stunde im Warmen gehen lassen. Geht aber auch ohne Öl.


:: Während der Teig geht, braunen Zucker und Zimt vermischen und die Butter schmelzen lassen, dabei ruhig etwas anbräunen.

:: Eine Guglhupfform oder Frankfurter-Kranz-Form einfetten und bereitstellen. Eine "normale" Springform mit Kranzkuchen-Einsatz geht natürlich auch, da sie aber nicht 100% dicht ist, muss dann beim Backen unbedingt ein Backblech darunter gestellt werden, da die Butter tropft. Das Backblech auch möglichst mit Backpapier belegen, denn eingebrannt Butter ist nur schwer vom Blech abzukratzen... Erfahrung spricht.

:: Wenn der Teig seine Größe verdoppelt hat, noch einmal ganz kurz durchkneten und dann auf der Arbeitsfläche mit den Händen auf ein ca. 30x30cm großes Rechteck ausrollen bzw. mit den Händen breitklopfen. In 6 oder 7 Streifen schneiden und diese jeweils in 5 oder 6 gleichgroße Stücke teilen. Am besten sofort voneinander trennen, sonst fügen sie sich wieder zu einem kompakten Ganzen zusammen!
Die Teigstücke zu Bällchen formen und zunächst in die geschmolzene Butter tunken und dann im Zimtzucker wenden. Nebeneinander und übereinander in die Form schichten.

:: Noch einmal für etwa 1 Stunde im Warmen gehen lassen.

:: Den Ofen auf 175°C vorheizen und dann das Monkey bread 30-35 Minuten backen lassen. Die Oberfläche wird dabei durch die Zuckerkristalle etwas krustig werden, das macht aber nichts, da der Kuchen sowieso gekippt wird.

:: Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten in der Form abkühlen lassen (aber nicht länger, sonst klebt das abkühlende Karamell zu sehr an der Form) und dann stürzen. Leicht abkühlen lassen, vielleicht eine Viertelstunde, und dann lauwarm genießen, am besten, in dem man die Bällchen auseinander zupft. Wie bei Buchteln schmeckt der buttrige, zimtige und sooo saftige Mittelteil nämlich am besten...


Warum das Monkey bread so heißt, konnte meine Internetrecherche nicht wirklich final klären. Nachdem ich aber glücksselig die Bällchen auseinanderrgezupft habe, kann ich mir durchaus vorstellen, dass amerikanische Hausfrauen ihre "Affenbande" mit diesem Kuchen schnell zähmen konnten...


Freitag, 1. April 2011

Yam Wun Sen: Thailändischer Glasnudelsalat

Hach, Castingshows.
Während ich eine abgrundtiefe Abneigung gegen Dieter Bohlen hege und sowohl DSDS als auch Supertalent meide wie der Teufel das Weihwasser (und hier können nicht mal Bruce und Sylvie irgendwas rausreißen), muss ich zugeben, dass ich eine gewisse Hass-Liebe zu Heidi Klum habe. Eigentlich mag ich Heidi nicht. Sie NERVT: Ihre mediale Omnipräsenz, ihre Kieksstimme und, am schlimmsten, ihre ewige Besserwisserei. Paoow! Paoow! Paoow!
Und trotzdem... trotzdem vereinen wir uns jeden Donnerstag wieder vor dem Fernseher, wenn sie die Fohlen laufen und vor allem strunzdumme pseudo-real life Shootings machen lässt, die seit ein paar Staffeln eigentlich nur noch "sexy" sind. Wo ist eigentlich das gute alte "editorial" geblieben? Ist das mit Bruce gegangen? Aber höchstwahrscheinlich ist das sowieso unnötig, wenn man die Mädels hinterher allenfalls in Werbespots für Pfefferminzdragees oder Rasierer sieht - und das auch nur für 3 Wochen.

Da man Heidi aber wirklich nur in der Gesellschaft von Freundinnen ertragen kann, gibt es bei uns die "GNTM-Runde", in der wir abwechselnd jede Woche bei jemand anderem schauen. Gestern war ich dran, und während sich die Hühner im TV beim Dessous-Shooting (Überraschung! Heute wird es sexy!) anstellten, gab es bei uns Thai-Essen: Satay-Spieße, Glasnudelsalat und gefüllte Teigtaschen. Da die Satay-Marinade aus der Tüte vom Asia-Markt kam und die Erdnuss-Sauce aus dem Glas, stell ich Euch lieber den Yam Wun Sen, den Glasnudelsalat mit Fleisch und Garnelen vor. Da ich nicht wirklich abschätzen konnte, wie scharf die Määäääädchen gern essen, habe ich es etwas sanfter angehen lassen. Testesser (der zum Essen noch dabei war, sich aber bei den ersten Takten der GNTM-Melodie umgehend verzogen hat) hat noch ordentlich nachgelegt beim Chili, aber er ist da auch kein Maßstab. ;-)

Germany's Next Top Glasnudelsalat schmeckt lauwarm am besten, also schnell nach dem Mischen servieren.
Und wie ist das bei Euch - GNTM oder nicht? Und wer ist Eure Favoritin?



ยำวุ้นเส้น - Yam Wun Sen: Glasnudelsalat

**Für die zuckerfreie, nicht so ganz authentische Variante ersetzt den Zucker durch 2 EL Reissirup.**

100g Glasnudeln
Erdnussöl
4 Knoblauchzehen 
250g Rinderhack
100g Garnelen (ohne Schale)
4 kleine rote Thai-Zwiebeln, ersatzweise 1 "normale" rote Zwiebel
10 aromatische Cocktailtomaten
1-2 Bund frischer Koriander, je nach Belieben
2 rote Chilis (für ganz Harte: Birdeye Chilis aus dem Asialaden)
100g Cashews oder Erdnüsse
1 EL brauner Zucker
6-7 ELFischsauce
3 EL Limettensaft


:: Glasnudeln in heißem Wasser ca. 10 Minuten einweichen lassen, dann abgießen und abtropfen lassen und mit einer Schere etwas zerkleinern. (Das habe ich auch schon mal vergessen, mit dem Ergebnis, dass ich gefühlt 2 Meter lange Glasnudel-Fäden um meine Gabel wickeln musste und den Klumpen kaum in den Mund bekommen habe.)
In eine Schüssel umfüllen.

:: Knoblauch schälen und hacken und in 1-2 EL Erdnussöl in einer Pfanne anbraten, dabei
nicht anbrennenn lassen. Mitsamt dem Öl zu den Glasnudeln geben und vermischen.

:: Das Hackfleisch in der gleichen Pfanne ohne zusätzliches Öl braten, bis es recht trocken und krümelig ist. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

:: Die Garnelen ggf. etwas zerkleinern. Wieder 1-2 EL Öl erhitzen und darin die Garnelen braten.

:: Tomaten kleinschneiden, Zwiebeln in feine Ringe schneiden oder hobeln, Koriander hacken. Die Chilis von den Kernen und Samenfäden befreien (es sei denn, man will die komplette Schärfe) und in feine Ringe oder Würfelchen schneiden.
Alles in einer großen Schüssel mischen.

:: Fischsauce mit Limettensaft und braunem Zucker verrühren. (Das Originalrezept verlangt Palmzucker, aber in meinem Asialaden des Vertrauens gibt es den nur in kompakten Blöcken und die Bearbeitung dauert mir meistens zu lange für ein kleines Stückchen...)
Falls ihr die Sauce probiert und angewidert das Gesicht verzieht - macht nix! In der Mischung mit allen anderen Zutaten schmeckt es am Ende wirklich gut und keinesfalls streng oder fischig.

:: Nun alle Zutaten miteinander vermischen, eventuell mit weiterem Chili bestreuen.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...