Sonntag, 31. Juli 2011

Cookies mit Kokos und weißen Mandeln

Auf Facebook hat momentan ja ungefähr jeder zweite "INSTALLING SUMMER 2011" gepostet:

 INSTALLING SUMMER...
███████████████░░░░░░░░░░░░░░░░░ 44% DONE.
Installation delayed....please wait.
Installation failed. Please try again. 

404 error: Season not found. 
Season "Summer" cannot be located. The season you are looking for might have been removed, had its name changed, or is temporarily unavailable. 
Please try again.

Hihihihi. So wahr!
Als aber vor einigen Wochen WIRKLICH mal der Sommer kurz einen Zwischenhalt in Hamburg einlegte und wir uns bei 30 Grad und mehr wie in Italien fühlten, hatte meine Schwester kurzerhand alle zum Grillen an der Alster mobilisiert. Was bringt man zum Grillen mit? Das erste, was einem da einfällt ist natürlich Salat. Den gab's auch, und zwar den Chrissi-Salat von Ohhh... Mhhh. Den fand ich zwar gut, aber jetzt nicht überragend, und als besten Salat der Welt würde ich ihn ganz sicher nicht bezeichnen. Sorry, Steffi und Chrissi... Aber als amtliche Naschkatze fehlt mir beim Grillen immer eins: Was Süßes! Wenn man Glück hat, holt irgendwer das obligatorische Tiramisu aus der Kühlbox. Oder man sorgt einfach selbst vor! Bei 30 Grad (30!!! Ferner Traum...) wollte ich natürlich nicht mit Milch- und Eiprodukten experimentieren, außerdem schwebte mir ja auch eher was Handliches vor, was leicht zu transportieren war. Den Kampf "Muffins vs. Cookies" haben dann ganz klar letzere für sich entschieden. Das leere Cookies-Glas hat Ende des Grillabends hat dann auch für sich gesprochen.

Dabei hätten es die Cookies fast gar nicht bis in den Ofen geschafft - ich hätte nämlich den Teig so wie er war, einfach in mich reinspachteln können, so unglaublich lecker war die Mischung. Ein bisschen wie Raffaello.
Das Rezept basiert auf Cynthia Barcomis "Kitchen Sink Cookies", ihren Vorratsschrankkeksen. Ich liebe diese "drop cookies" - kein turboschnelles Kneten erforderlich, kein stundenlanges Kühlen, kein akribisches Ausrollen. Einfach mit dem Löffel auf's Blech gekleckst und nach 10 Minuten backen wieder aus dem Ofen holen. Yummy!




Cookies mit Kokos und weißen Mandeln

ergibt ca. 30 Cookies

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**


250g weiche Butter
200g Zucker

1 Pck. Vanillearoma
2 Eier
280g Mehl
1 Prise Salz
1 TL Natron
100g Kokosraspel
100g ganze geschälte Mandeln (gibt es im gut sortierten Supermarkt geschält zu kaufen - alternativ ungeschälte Mandeln mit kochendem Wasser überbrühen, 10 min ziehen lassen und dann die Schale abpopeln. Oder, wie ich: aus einem Nuss-Mix rauspicken, meiner war die "Nuts Royal Mischung" vom Lidl.)

:: Ofen auf 175°C vorheizen und 2 Backbleche mit Backpapier auslegen (oder mehr - auf ein Backblech passen bei mir ca. 9 Kekse).

:: Mehl, Salz und Natron mischen. Mandeln grob hacken.

:: Butter cremig rühren. Zucker unterrühren und eine Weile weiterschlagen, bis die Masse weiß und fluffig ist. Eier und Vanillearoma unterrühren.

:: Mehlmischung unter den Teig rühren, aber nur so lange, bis sich alles vermischt hat und keine Mehlnester mehr vorhanden sind. Mrs Barcomi empfiehlt, das mit dem Spatel oder einem großen Löffel zu machen - ich habe den Flachrührer (ich liebe das englische Wort: paddle attachment) der KitchenAid auf minimaler Stufe rühren lassen, und mit dem Handmixer auf kleinem Tempo sollte das auch kein Ding sein. Abwasch-Minimierung nennt man das.

:: Gehackte Mandeln und Kokosraspeln vorsichtig unter den Teig rühren.

:: Mit dem Teelöffel kleine Brocken abstechen und auf das Backblech tropfen lassen. Dabei genügend Abstand halten, die Cookies verlaufen ganz ordentlich.

:: Etwa 10 Minuten backen, wenn sich der Rand zu färben beginnt noch 2 Minuten abwarten und dann aus dem Ofen ziehen. Die Kekse sollen noch etwas weich sein.

:: Gut auskühlen lassen. Dann am besten in eine Keksdose aus Metall verpacken, oder ins Glas, wenn sie schnell gegessen werden.



In liebevollem Gedenken an dieses schöne Wetter und in der starken Hoffnung, dass der August besser wird, widme ich die Kekse dem heutigen Sonntagssüß bei Kathrin von lingonsmak und auch im Pinterest-Board.

Donnerstag, 28. Juli 2011

So simpel, so köstlich: Ofengemüse

Um in der Küche glücklich zu sein, brauche ich ein paar verlässliche Standard-Rezepte. Dinge, die immer funktionieren und die bei Koch- und Backkatastrophen tröstlich sind und einem sagen: "OK, das hast Du jetzt wirklich vergeigt das Rezept hat jetzt einfach nicht funktioniert, aber hey - Du kannst aus dem EffEff ganz viele andere tolle Sachen." Pasta mit Tomatensauce gehört ganz sicher dazu, genauso wie ein gutes Chili con carne oder ein Eintopf. Beim Backen ist es definitiv Omi Ilses Eierlikör-Kuchen oder Comfort Food in Keksform.
Einfache Dinge, die einfach nur glücklich machen - und das ohne großen Aufwand.

Genauso wie Ofengemüse. Der Aufwand? Kleiner als beim Salat. Das Ergebnis: Riesig. Und die Variationsmöglichkeiten: Unendlich. Alles, was im Gemüsefach rumliegt, kommt aufs Blech und 45 Minuten später duftend wieder heraus. Mein persönlicher Star unter den ofengebackenen Veggies sind Karotten, die gebacken viel köstlicher sind als gekocht.
Hier habe ich ein Backblech wirklich prall gefüllt, da Testesser "Hungääää" anmeldete, aber man kann das natürlich in jeder Form und Größe zubereiten, für eine Person genauso wie für zehn. Na gut, für 10 bräuchte es ca. 3 Backbleche, aber gehen ginge es wohl! ;-)




Ofengemüse

meine zubereitete Menge ergab 1 volles Blech und genug für 2 hungrige Menschen

5 Karotten
2 Zucchini
2 rote Paprika
2 Fenchelknollen
5 kleine Frühlingszwiebeln
4 große Champignons
2 Knoblauchzehen
2-3 Stiele frische Kräuter, z.B. Salbei, Thymian, Rosmarin (hier war es Salbei solo)
Olivenöl
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für den Dip:
200g Quark
2 TL Senf, am besten scharfen, körnigen
weißer Pfeffer

:: Ofen auf 200°C vorheizen.

:: Gemüse putzen.
Karotten der Länge nach halbieren. Zucchini halbieren und die Hälften vierteln. Paprika in grobe Stücke schneiden. Fenchelknollen in ca. 1cm breite Scheiben schneiden, längs oder quer - egal. Champignons halbieren. Knoblauchzehen halbieren.
Die Frühlingszwiebeln dürfen übrigens gern ganz bleiben, nachdem die Wurzeln entfernt worden sind, natürlich.

:: Kräuter waschen und große Blätter wie beim Salbei von den Stielen zupfen.

:: Das Gemüse auf ein Backblech geben und etwas durchmischen. Knoblauch und Kräuter darauf verteilen, dann mit Olivenöl beträufeln, gern etwas großzügiger. Mit Meersalz und Pfeffer würzen und für ca. 45-60 Minuten im Ofen backen, je nach Dicke des Gemüses und nach Al-dente-Vorlieben des Kochs.
Wenn man den Ofen öffnet, kommt hier ein Hinweis an alle Mascara-tragenden Köchinnen: ERST den Dampf entweichen lassen und DANN in den Ofen gucken... die feuchte Hitze verklebt die Wimperntusche umgehend. Ekliges Gefühl.... also, öh, hab ich mir sagen lassen! ;-)

:: In der Zwischenzeit den Dip bereiten, dazu Quark, Senf und Pfeffer verrühren und evtl. mit Salz abschmecken.

:: Gemüse aus dem Ofen nehmen, ein paar Minuten abkühlen lassen und dann zusammen mit dem Dip und idealerweise Fladenbrot servieren.

Dienstag, 26. Juli 2011

Brot für's Wochenende

Brot für's Wochenende? Am Dienstag? Hä?
Jep, am Dienstag. Denn damit dieses Brot am Wochenende einsatzfähig ist, braucht es ein bisschen Zeit und Geduld, da eine Art "Vorteig", ein Starter, erforderlich ist, der 2-3 Tage vor sich hinarbeiten sollte, um das fertige Brot so saftig zu machen, dass man dann das ganze Wochenende eigentlich gar nichts anderes mehr braucht. Außer vielleicht einer guten Marmelade. Oder Käse.
Dieses Roggenbrot-Rezept lachte mir vom ersten Tag an zu, an dem ich Leila Lindholms Backbuch geschenkt bekommen habe. Die Zutaten waren alle vorhanden und an und für sich war das alles kein Hexenwerk.... aber ich habe die 30 Minuten Knetzeit gescheut, vor allem, weil Roggenteig ja doch eher klebrig ist und im Gegensatz zu Weizenmehl keinen kompakten Teigklumpen ergibt. Matschealarm! Aber jetzt habe ich ja "KüchenHilfe" durch Peggy Sue, die feuerwehrrote KitchenAid. Seither ist das Brot, leicht abgewandelt, ein regulärer Bestandteil unseres Wochenendes - und die KitchenAid denkt sich schätzungsweise jedes Mal, wenn ich Vorteig, Mehl und Co in die Schüssel gebe "ey Alte, hast Du'n Schuss???" Nö - nur Lust auf das beste Brot der Welt!


Der "Starter" verlangt nach Roggenschrot. Bei meinen ersten Brotbackversuchen habe ich dazu ganze Roggenkörner in der elektrischen Mühle gemahlen. Das ging gut, war aber ein bisschen aufwändig, weil die elektrische Mühle (von diesem Kaliber) natürlich nur begrenzte Mengen fassen kann und ich drei Teilmengen einzeln mahlen musste. Inzwischen habe ich aber festgestellt, dass mein Drogeriemarkt des Vertrauens, der Budni, neben den Bio-Produkten auch eine Getreidemühle hat, mit der man nach dem Tchibo-Prinzip Körner mahlen kann. Das habe ich auch schon in Reformhäusern gesehen. Zugegeben ein kleiner Aufwand - der sich aber total lohnt, denn das ist eines der besten Brote überhaupt. Und ich weiß, was drin ist. :-)


Roggenbrot mit Kernen und Nüssen

1 Kastenform à ca. 30cm
Nach: Leila Lindholm, Backen mit Leila

**Dies ist kein zuckerfreies/fructosefreies Brot. Allerdings lässt sich dunkler Sirup ganz gut durch Gerstenmalzsirup ersetzen.**

Für den Starter: 
170g Roggenschrot
60g Leinsamen
je 1 EL Fenchelsamen, Kümmelsamen und Anissamen - im Mörser zerstoßen ODER: 3 EL Brotgewürz, z.B. von Alnatura
1 EL Salz
250ml kochendes Wasser

Für den Teig:
125ml dunkler Sirup (Grafschafter, oder noch besser: der Malzsirup von Hellmi)
250 ml lauwarmes Wasser
1 Würfel frische Hefe (42g)
300g Roggenvollkornmehl
200g Weizenmehl, Type 1050, 550er geht aber auch gut
120g Sonnenblumenkerne
60g Kürbiskerne
50g ganze Nüsse, z.B. Haselnüsse und Walnüsse

Meine "Brotback-Routine" sieht meist so aus: Dienstag abend Starter ansetzen, Freitag backen, Brot einen Tag stehen lassen und dann ab Samstag genießen. In einem Gefrierbeutel hält sich das Brot gut eine Woche. Sagt zumindest das Rezept, so lange hat es bei uns nie vorgehalten.

:: Für den Starter Roggenschrot mit Gewürzen und Salz vermischen und dann mit dem kochenden Wasser übergießen. Einmal durchrühren, dann abdecken und mindestens 2, besser noch 3 Tage stehen lassen. Der Starter muss auch nicht gerührt werden.... einfach in Ruhe lassen. Erfahrungsgemäß riecht er leicht säuerlich, aber nicht eklig oder muffig.

:: Wenn der Starter einsatzbereit ist das lauwarme Wasser und den Sirup mischen, in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Meist lasse ich die Mischung eine Weile stehen, bis die Hefe anfängt zu schäumen. Dann den Starter komplett in die Wasser/Sirup/Hefe-Mischung einrühren - alles noch per Hand bzw. mit einem Holzlöffel. Das Mehl nach und nach dazugeben und unterrühren. Der Teig ist sehr klebrig, aber das muss so.

:: Die Knethaken in die Küchenmaschine einhängen und dann 30 Minuten kneten lassen. Der Teig sollte am Ende zwar immer noch klebrig sein, aber nicht mehr so nass und eher geschmeidig.
Kurz vor Ende die Kerne und Nüsse dazugeben und unterkneten lassen.

:: Eine Kastenform vorbereiten - je nach Beschaffenheit nur kurz einölen oder mit Backpapier auslegen. Den Teig einfüllen und mit Mehl bestäuben. Abgedeckt 30 Minuten gehen lassen.

:: Währenddessen den Backofen auf 240°C vorheizen und eine "Wasserspritze" vorbereiten (ich habe für solche Sachen einen ordinären Wasserzerstäuber für Blumen umfunktioniert).

:: Den aufgegangenen Teig ins untere Drittel des Backofens schieben und ein paar Mal kräftig in den Backofen sprühen. Zischt ordentlich, aber das macht eine super Kruste!
Die Backzeit beträgt insgesamt etwa 1h15 bis 1h30 und ist mit ein bisschen Action verbunden: Nach 30 Minuten das Brot mit Folie abdecken, damit die Kruste nicht verbrennt. Dann die Hitze auf 200°C herunterschalten und weitere 20 Minuten backen. Dann noch mal auf 180°C herunterschalten und zuende backen.

:: Leider gibt es beim Brot ja sowas wie den Stäbchentest nicht, daher kann man sich nur auf sein Gefühl verlassen bzw. auf die Erfahrung. In meinem Ofen reichen 1h15 locker. Ein Tipp, dessen Zuverlässigkeit ich aber nicht garantieren kann: Das Brot aus dem Ofen nehmen, aus der Form stürzen und auf den Boden klopfen. Wenn es hohl klingt, ist das Brot angeblich fertig. Hab ich mal bei Jamie Oliver gelesen.

Sonntag, 24. Juli 2011

Blaubeer-Tarte mit Marzipan

Das Wetter tut zwar nichts dergleichen, aber in der Theorie ist es Sommer. Rein kulinarisch gesehen muss ich aber zum Glück auf nichts verzichten, wenn man mal vom Essen draußen auf dem Balkon absieht... *seufz* Immerhin haben wir Sommerfrüchte. Beeren. BEEREN! Am liebsten sind mir Himbeeren, dicht gefolgt von Blaubeeren. Ich könnte sie kiloweise essen, inklusive blauer Zunge und Fingern.
Himbeeren wandern meist direkt vom Körbchen in den Mund - aber Blaubeeren machen gern den Umweg über den Kuchen.

Das Rezept stammt aus dem GU-Ratgeber Kleine Kuchen und ist für eine 20er Form berechnet.




Blaubeer-Tarte mit Marzipan

Für eine 20cm Backform

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich zwar gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen (wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe), aber durch das Marzipan ist immer noch ordentlich Zucker dabei.**


Für den Mürbeteig:
100g Mehl plus mehr zum Ausrollen
30g Zucker
1 Prise Salz
1 Eigelb
50g kalte Butter

Für die Füllung:
100g Marzipan
150g Schmand
1 Ei
1/2 Pck. Vanillepuddingpulver
100g reife Heidelbeeren

:: Mehl, Zucker und Salz mischen. Eigelb und in Würfel geschnittene Butter dazugeben und schnell zu einem homogenen Teig verarbeiten. Nicht zu viel kneten. In Folie einwickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

:: Ofen auf 200°C vorheizen. Gekühlten Mürbeteig auf die Größe der (gefetteten oder mit Backpapier ausgekleideten) Backform ausrollen, in die Form legen und dabei einen kleinen Rand formen. Mehrfach mit einer Gabel einstechen, dann mit Backpapier belegen und mit getrockneten Hülsenfrüchten beschweren. 20 Minuten vorbacken.

:: Währenddessen den Belag vorbereiten: Marzipan fein reiben und mit dem Ei verrühren. Schmand und Puddingpulver einrühren bis alle Klümpchen aufgelöst sind. Blaubeeren verlesen.

:: Den Teig aus dem Ofen nehmen, Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und den Guss auf den Teig gießen. Die Blaubeeren auf dem Guss verteilen und die Tarte 20 bis 25 Minuten backen.

Freitag, 22. Juli 2011

Geschmorter Salat mit Polenta und Ratatouille

Ich setze die Reihe "verkehrte Welt" fort: bislang habe ich Gemüse, das man sonst gegart isst (Spargel und Blumenkohl) kalt und roh zum Salat verarbeitet - diesmal gare ich den Salat. Das Rezept stammt auch aus der Living at Home 9/2010, die ich neulich bei meiner Kollegin "abgestaubt" habe.
Der geschmorte Salat war jetzt OK, aber nicht der Oberknaller, der Oberknaller war hier das Ratatouille, gekochte nach einem Rezeptemix aus der Living at Home und einem Ratatouille-Rezept, das neulich bei Valentinas Kochbuch vorgestellt wurde. In der Living at Home haben sie keine Auberginen ans Ratatouille gegeben - Freeeeeevel! ;-) Es war echt klasse, sehr aromatisch und kein bisschen verkocht.
Wir haben das Gericht "auf griechisch" gegessen, also eher lauwarm, da es an dem Abend ausnahmsweise mal warm war. Das war absolut in Ordnung für das Ratatouille, aber die Polenta sollte lieber warm sein, damit sie weich ist - oder aber komplett abgekühlt, in Streifen geschnitten und angebraten.



Geschmorter Salat mit Polenta und Ratatouille


FÜR DAS RATATOUILLE:
9 Zweige Thymian
600 ml Gemüsebrühe
20 g Butter
200 ml Milch
125 g Polenta
Salz
geriebene Muskatnuss
schwarzer Pfeffer
2 rote Zwiebeln
1/2 Aubergine
2 kleine Zucchini (ca. 500g)
1 Paprika
5-6 getrocknete Tomaten
2 Knoblauchzehen
2 Stiele Rosmarin
Olivenöl
3 EL Weißwein  
1 EL Tomatenmark 

FÜR DEN GEBRATENEN SALAT:
2 Römersalatherzen
100 ml Schlagsahne
20 g geriebener Parmesankäse
1 TL mittelscharfer Senf

:: Für das Ratatouille Zwiebeln schälen und klein würfeln. Auberginen, Zucchini und Paprika putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.
1 EL Olivenöl in einem größeren Topf erhitzen und die Auberginen darin bei sanfter Hitze etwa 10 Minuten goldbraun braten, dabei regelmäßig umrühren. Dann herausnehmen und beiseite stellen.
Getrocknete Tomaten klein schneiden. Den Knoblauch pellen und fein hacken. Einen weiteren TL Öl in dem Topf erhitzen und Zucchini, Zwiebeln, Paprika und Knoblauch mit 3 Zweigen Thymian und Rosmarin bei mittlerer Hitze 4 bis 5 Minuten anbraten. Weißwein zugeben. Tomatenmark und unterrühren und kurz mitbraten. Gehackte Dosentomaten unterrühren und 5 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

:: Die Blättchen der restlichen 6 Zweigen Thymian abzupfen. 500 ml Brühe, Butter und Milch zusammen mit Thymianblättchen aufkochen. Polenta einrühren und kurz aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze 3 Minuten köcheln, danach 10 Minuten abgedeckt quellen lassen. Mit Salz und einer Prise Muskatnuss abschmecken. Parmesan unter die Polenta rühren.

:: Die Salatherzen waschen, trockenschütteln und längs halbieren. Strunkansätze herausschneiden. In einer großen Pfanne 2 El Öl erhitzen. Salate auf der Schnittseite kurz anbraten. 100 ml Brühe und Sahne zugeben und kurz aufkochen lassen. Abgedeckt etwa 3 bis 4 Minuten schmoren.

:: Mit Salat und Ratatouille auf Tellern anrichten. Senf in den Salatfond einrühren, mit Salz abschmecken und über den Salat träufeln. Ratatouille nach Belieben mit gerösteten Pinienkernen bestreuen.

Dienstag, 19. Juli 2011

Grüne-Bohnen-Salat mit gebratenem Nuss-Tofu

Heute mal wieder was aus der Kategorie "Rumfort" - liegt rum, muss fort. Zwei meiner Impulskäufe wollten nämlich verbraucht werden. Das kennt ihr sicher auch: wenn ihr einfach nur eine unschuldige Runde Einkäufe erledigen wollt, springt einen trotz Einkaufszettel in der Hand immer mal was an, was wirklich gut aussieht, und was man doch auch mal essen könnte! Dummerweise passt vom Rest des Einkaufs irgendwie sonst nichts dazu, und der Impulskauf wird zum Problemkind.
Meine Impulskäufe des letzten Einkaufs waren: Grüne Bohnen. Und Nuss-Tofu. Ersteres, weil sie einfach gut aussahen, so grün und knackig und sommerlich. Und Letzteres, weil ich ein gespaltenes Verhältnis zu Tofu habe und mal wieder einen Vorstoß wagen wollte. Naturtofu mag ich hin und wieder ganz gern, mit Räuchertofu kann man mich jagen. Also habe ich diesmal zu Nusstofu gegriffen, denn Versuch macht kluch.
Die sommerlichen Bohnen sollten auch zu einem sommerlichen Gericht werden... Dem Himmel sei Dank für Foodblogs, denn man ist eigentlich nur immer 2 oder 3 Klicks auf den Blogrolls von seinem perfekten Rezept entfernt. Ich wurde diesmal bei Sugar and Spice fündig. Kirsten gibt den Bohnen dank Sojasauce, Ingwer und Koriander einen asiatischen Touch, und Sesam krönt das Ganze und passt sich wunderbar in den Nuss-Reigen des Tofus ein, der übrigens gar nicht mal so schlecht schmeckt!
Das Sugar and Spice-Rezept sieht noch Koriander vor, allerdings hatten sich bei mir im Ort die Händler gegen mich verschworen und wollten kein Koriander rausrücken. Tssss! Es hat auch ohne gut geschmeckt, wahrscheinlich hätte das Kraut aber noch einen Ticken draufgesetzt. Das nächste Mal mit!


Die hübsche Platzdecke habe ich von The Pretty Blog.

Grüne-Bohnen-Salat mit gebratenem Nuss-Tofu


1 kg grüne Bohnen
Salz
1 Stück Ingwer (2-3 cm)
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Koriander (falls vorhanden *seufz*)
1 Limette
3 EL helle Sojasauce
2 EL Sesamöl
1 Prise brauner Zucker
3 EL Sesamsamen
1 Päckchen Nuss-Tofu (meiner war von Alnatura, Nuss-Madel-Tofu)
2 EL Pflanzenöl

:: Bohnen putzen und halbieren. In 1/2 Liter gesalzenem, kochendem Wasser 10 Minuten garen lassen. Damit die Stangen ihre Farbe behalten, kann man einen Teelöffel Natron oder Backpulver ins Wasser geben. Dann abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, damit die Bohnen nicht weiter fröhlich vor sich hin garen.

:: Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken (oder reiben). Koriander waschen und trocknen und ebenfalls hacken. Limette auspressen, mit Sojasauce und Sesamöl verrühren, dann Ingwer, Knoblauch und Koriander darunterrühren. Das Dressing unter die Bohnen mischen.

:: In einer Pfanne ohne Fett die Sesamsamen anrösten, dann über den Salat verteilen.

:: Tofu trockentupfen und in Würfel schneiden. Das Pflanzenöl in der "Sesam-Pfanne" erhitzen und die Tofu-Würfel darin von allen Seiten anbraten. Über den Bohnensalat geben und servieren.

Sonntag, 17. Juli 2011

Kleine Aprikosen-Himbeer-Tartes mit Mandelcreme

Neulich war ich zum Grillen eingeladen, und jeder der Gäste wurde gebeten, etwas zur Party mitzubringen. Die Gastgeberin hatte noch nicht mal ihren Satz zuende gesprochen, als ich schon sagte "ich mach Kuchen!". Nachdem das geklärt war, stellte sich die Frage nach der Art des Kuchens. Ob es Wünsche gäbe? Nein, gäbe es nicht, ich solle einfach mal was machen. Vielleicht etwas, was ich immer schon mal probieren wollte. Hihihi. Wenn sie nur wüsste, wie lang die "Ausprobieren"-Liste ist!

Ganz oben auf der Liste stehen da im Moment sommerliche Tartes mit Beeren und Früchten, aber zum einen besitzen ich (noch!) keine Tarte-Form mit herausnehmbaren Boden (und wir wollen jetzt nicht darüber reden, was für ein Alptraum es ist, einen Kuchen im ganzen und ohne Bruch aus einer "einteiligen" Tarte-Form zu bekommen), und zum anderen wollte ich gern einzelne Küchlein haben, die man bei einer Grillparty auch locker mit Serviette und aus der Hand essen kann. Aber keine Cupcakes oder Muffins. Schwierig! Dass es am Ende doch Mini-Tartes wurden, verdanke ich einer genialen Idee, die ich in Nicki Stichs Kochbuch Delicious Days gesehen hatte: Nämlich, dass sich kleine Törtchen easy aus der Form lösen, wenn man diese jeweils mit einem ca. 1cm breiten Backpapierstreifen auslegt, der den Teig vor dem kompletten Ankleben bewahrt und das Herausheben später wesentlich erleichtert.

Das Rezept habe ich leicht abgewandelt von einem Rezept aus Leila Lindholms Backbuch, einem weiteren Favoriten unter den Koch- und Backbüchern in meinem Regal.

Kleine Aprikosen-Himbeer-Tartes mit Mandelcreme


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**

für 24 kleine Tartes oder 2 normale Tarte-Formen

Für den Mürbeteig:
150g kalte Butter
240g Mehl
30g Puderzucker
1 Ei
1/2 EL kaltes Wasser


Für den Belag:
100g Mandelmus (z.B. von Alnatura)
100g Zucker
3 Eier
200g Quark
100g Crème fraîche
30g Butter
2 EL Zucker
etwas abgeriebene Zitronenschale
12 Aprikosen  (für große Tarte-Form noch 2-3 Aprikosen mehr nehmen)
24 Himbeeren
30g gehackte Pistazien (= ca. 1 Tütchen)

außerdem: Fett und Backpapier für die Förmchen.

:: Für den Mürbeteig Butter, Mehl und Puderzucker in eine Schüssel geben und mit den Fingern zerreiben, als wenn man Streusel machen wollte. Ei und Wasser dazugeben und alles schnell zu einem Teig verbinden - nicht wirklich kneten, das tut der Textur nicht gut. Einfach "nur" zusammenrühren, so dass sich ein homogener Teigklumpen bildet, der keine Mehlnester mehr aufweist.
30 Minuten kühlen.

:: Währenddessen die Creme zubereiten, dafür Mandelmus, Zucker, Eier, Quark und Crème fraîche zu einer glatten Creme verrühren. Bis zur Verwendung kühlstellen.

:: Den Ofen auf 175°C vorheizen und die Förmchen vorbereiten: Einen Bogen Backpapier in 1 cm breite Streifen schneiden und diese halbieren, so dass 24 Streifen entstehen. Zwei 12-er Muffinbleche großzügig fetten und dann mit einem Streifen Backpapier auslegen.

:: Nach der Kühlzeit den Teig ca. 2mm dick ausrollen und Kreise mit 10cm Durchmesser ausstechen (bei mir mit Hilfe einer großen IKEA-Tasse). In die Förmchen legen und dann etwa 10 Minuten ohne Füllung vorbacken. Ich mag den Mürbeteig knusprig, also habe ich auch auf etwaige Teigbeschwerer wie getrocknete Bohnen oder Erbsen verzichtet.

:: Aprikosen und Himbeeren waschen und trockentupfen. Aprikosen halbieren und den Stein entfernen.
Butter und die 2 EL Zucker in einer Pfanne schmelzen, Zitronenschale dazugeben. Die Aprikosen mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne legen und etwa 3 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen.

:: Die vorgebackenen Mürbeteig-Mulden mit jeweils 1 EL Creme füllen, dann eine Aprikosenhälfte mit der Schnittfläche nach oben auf die Creme legen und eine Himbeere daraufsetzen. Mit etwas Pistazien bestreuen und dann noch mal etwa 15-20 Minuten backen, bis die Creme festgeworden ist.

:: Herausnehmen, abkühlen lassen und dann nach Belieben in Papierförmchen setzen.

ps: Mehr Sonntagssüß gibt es heute bei Julie von mat & mi sowie hier.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Nachgekocht: Sommerlicher Blumenkohlsalat

Ja genau, richtig gelesen. Blumenkohl. Das weiße Ding, das Großmütter und Tanten gern zu Tode gekocht haben, um ihn dann in brauner Butter und Bröseln zu ertränken. Das arme Gemüse! Doppelt ermordet! Schlimm war auch der Kohlgeruch, der stundenlang in der Bude hing. Huuuh. Es hat lange gedauert, bis Blumenkohl und ich uns ausgesöhnt haben. Aber er spielt ja auch nicht eben die Hauptrolle in der Kochbuch- und Blogger-Landschaft, da hat man ja seltener Gelegenheit zum Aufbau einer innigen Freundschaft.
Jetzt aber fand ich bei der zauberhaften Aurélie dieses Rezept und war sofort angefixt. Nach meiner Entdeckung von rohem Spargel bin ich ganz Auge und Ohr für anderes Gemüse, das wir normalerweise eher im gegarten Zustand verzehren. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert! C'est délicieux! Frisch und sommerlich, mit dem Kick durch Zitronensaft. Ganz fantastisch zusammen mit einem Stück Schwarzbrot - die Gegensätze passen perfekt zusammen.
Anders als Aurélie habe ich keine Zuckerschoten sondern junge Erbsen verwendet, und mangels Zitronenthymian gab es Kresse, die mir dazu aber sehr gut geschmeckt hat.



Sommerlicher Blumenkohlsalat

adaptiert von Aux Délices d'Aurélie

1 mittelgroßer Blumenkohl
2 Frühlingszwiebeln
1/2 Gurke
100g Erbsen (TK-Erbsen auftauen lassen)
3-4 EL Olivenöl
Saft von 1 kleinen Zitrone
Salz, Pfeffer
etwas Kresse

:: Blumenkohl waschen, abtropfen lassen und in eine Schüssel raspeln, ich habe die grobe Raspel benutzt. Vorsicht auf die Finger!

:: Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Gurke waschen und in kleine Würfel schneiden. Erbsen waschen und abtropfen lassen. Alles zum Blumenkohl geben und vermischen.

:: Olivenöl und Zitronensaft über den Salat geben, kräftig salzen und pfeffern. Kurz durchziehen lassen und noch mal abschmecken.

:: Auf Teller füllen und mit Kresse bestreut servieren.

Dienstag, 12. Juli 2011

Auberginen mit Couscous-Füllung

Es ist mal wieder exotischer Dienstag! Von Indien wandere ich wieder westwärts und komme in den arabischen Gefilden an, um Auberginen zusammen mit Couscous, Pistazien, Aprikosen und Harissa zu schmoren.
Das Rezept war eher ein Zufallsfund. Nachdem ich mich neulich meiner neuen Herangehensweise beim Kauf von Magazinen gebrüstet hatte - nur noch kaufen, wenn mindestens 3 hochinteressante Themen und oder Rezepte darin sind, ansonsten nach dem Motto verfahren "anschauen, merken und im Internet suchen" - und begeistert von der inneren Reinigung durch Wegwerfen von gekauften, aber nicht gelesenen (geschweige denn ausprobierten und nachgekochten) Zeitschriften geschwärmt hatte, rief meine Kollegin gleich aus, "Oh super! Wenn Du am Samstag bei mir bist, dann kannst Du ja mal durch meine Living at Home-Stapel durchschauen und mitnehmen, was Du brauchst!". Das endete dann darin, dass ich mit allen ihren Ausgaben bepackt nach Hause wankte, um dort getreu meines neuen Vorsatzes nur die zu behalten, die mindestens 3 gute Rezepte oder Ideen vorweisen konnten. Zwei Hefte habe ich tatsächlich behalten, aus weiteren zwei Heften Seiten herausgetrennt und alle anderen nach dem Motto "kennen wir schon, hatten wir schon, laaaangweilig", gleich entsorgt. Entsetzter Blick vom Gatten: "Aber ich habe doch gerade erst Papiermüll weggebracht - keine 30 Minuten her!" Sorry, Schatz!

Die Septemberausgabe von 2010 habe ich behalten, da neben schönen Ideen aus der Bistro-Küche auch ein Special mit Sommergemüse wie Tomaten, Zucchini und eben Auberginen zu finden war, unter anderem auch dieses hier.
Ich habe nämlich meine Liebe zu Auberginen entdeckt. Früher fand ich sie todlangweilig und irgendwie.... sperrig. Aber spätestens seit Schwiegermutter mir Einblicke in die griechische Küche jenseits der Grillplatte Delphi gewährt, finden die Eierfrucht und ich zueinander. Was mich daran erinnert, dass ich unbedingt mal einen der besten Dips der Welt posten muss - Melitzanosalata, eine Creme aus pürierten Auberginen. Kommt noch, versprochen!

Doch zurück zu den gefüllten Auberginen. Sie schmeckten uns wirklich sehr gut, allerdings werde ich das nächste Mal auch das Auberginen-Tomaten-Bett mehr würzen. Und ein nächstes Mal wird es ganz sicher geben mit mir und der gefüllten Aubergine.




Auberginen mit Couscous-Füllung

aus Living at Home 9/2010

275 ml Orangensaft
1/2 TL gemahlener Zimt
1 TL Curcuma
2 TL Harissa

150 g Couscous
40 g getrocknete Aprikosen
75 g Cashewnüsse, geröstet und gesalzen
30 g Pistazienkerne
3 Stiele glatte Petersilie
6 El Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4 Auberginen 

2 Knoblauchzehen
150 ml Gemüsebrühe
400 g gewürfelte Tomaten (Dose)


:: Ofen auf 220°C vorheizen.

:: Den Orangensaft mit den Gewürzen und Harissa aufkochen. Couscous darin nach Packungsanweisung zubereiten, in der Regel soll er in der nicht mehr kochenden Flüssigkeit aufquellen. Anschließend mit einer Gabel auflockern.

:: Währenddessen die Aprikosen fein würfeln, Cashews und Pistazien grob hacken. Petersilienblätter fein hacken. Alles mit 2 El Öl unter den Couscous mischen und kräftig mit Salz würzen.

:: Auberginen längs halbieren. Fruchtfleisch mit einem Teelöffel herauslösen, dabei einen Rand von 1 cm stehen lassen. Fruchtfleisch grob hacken. Ausgehöhlte Auberginenhälften in einer Pfanne in 2 El Öl von beiden Seiten jeweils 2 Minuten anbraten, dann herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

:: Knoblauch schälen und fein hacken. Mit dem gewürfelten Auberginenfruchtfleisch in einer Pfanne in 2 El Olivenöl ca. 2 Minuten anbraten. Brühe und Tomaten inklusive der Flüssigkeit zugeben und alles einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine Auflaufform füllen. 4 Auberginenhälften auf die Tomatensoße setzen und innen mit Salz würzen.

:: Die Auberginenhälften mit Couscous füllen und mit jeweils einer zweiten Auberginenhälfte bedecken. Auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten im Ofen garen, bis die Auberginen weich sind.

:: Wer mag, kann dazu griechischen Joghurt oder einen anderen cremigen Joghurt servieren.


Auch ohne lila Untergrund ist dies ein Essen, das ordentlich Farbe auf den Teller bringt, weshalb ich es als Beitrag zum Blog-Event "Farbenfrohe Gerichte" einreiche. Das Thema stammt diesmal von Sylvia von "rock the kitchen", einem ganz wundervollen Blog übrigens!


Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)



Und hier findet sich auch die Zusammenfassung: KLICK.

Sonntag, 10. Juli 2011

Omi-Ilse-Kuchen

Wir haben ja nicht viel Alkohol im Haus, muss ich sagen. Klar, die obligatorische Flasche Ouzo. Und einmal Wodka, für meinen Lieblings-Longdrink, den Moscow Mule. Und ein oder zwei Flaschen Wein. Aber damit hat sich's eigentlich. Was aber immer da sein muss, immer, ist eine Flasche Eierlikör. Jup, Eierlikör. Nicht, dass ich den trinken würde, das passiert nur im Winter beim Skifahren auf einer Almhütte zusammen mit Milch und viel Schaum. Nein, die Flasche Eierlikör ist da, wenn ich mal ganz dringend Omi-Ilse-Kuchen backen muss. Oder will.

Der Kuchen heißt eigentlich Eierlikör-Schoko-Kuchen, aber er ist für mich so felsenfest mit meiner Großmutter verbunden, dass ich ihn kurzerhand umgetauft habe. Dabei gäbe es andere Torten und Kuchen, die sie mit einer derartigen Perfektion gebacken hat, die wahrscheinlich eher auf ihren Namen getauft werden sollten, aber ich habe jederzeit Schokoladen-Sahnetorte und Nuss-Marzipan-Torte stehenlassen, wenn ich nur ein Stück von diesem Eierlikör-Kuchen haben konnte. Als ich von zu Hause auszog, gab sie mir das Rezept mit, und seither kann ich es im Schlaf.
Witzigerweise habe ich immer geglaubt, dass es sich um ein aaaaaaltes, uraltes Familienrezept handeln würde, gehütet und von Generation zu Generation weitergegeben... dem war nicht ganz so. Als mir mein Opa nach Omi Ilses Tod ihre Rezeptsammlung übergab, fand ich den Eierlikörkuchen nicht etwa handschriftlich, fast verblichen auf einer der ersten Seiten, nein - ich fand einen Ausschnitt aus einer Frauenzeitschrift, anno 1989. So also! Ich musste ziemlich grinsen. Das waren ja quasi die Foodblogs der damaligen Zeit, insofern war meine Oma topaktuell.

Aber ICH habe fest vor, ein Familienrezept daraus zu machen und es irgendwann mal weiterzugeben.
Darauf ein Likörchen - prost, Omi Ilse! Love you & miss you.

Deswegen ist es heute ein sentimentales Sonntagssüß, und viele andere Ideen gibt es bei Lingonsmak.

 
Omi Ilses Eierlikör-Schokoladen-Kuchen

Ein sehr variantenreicher Kuchen. Die Originalmenge mit 5 Eiern (s.u.) reicht für eine 26-cm-Kranzform oder für ein normalgroßes Backblech, hier habe ich den Teig für eine 30x30cm-Backform berechnet.
Außerdem lässt er sich als Blechkuchen ganz hervorragend mit Obst kombinieren, so z.B. mit abgetropfen Sauerkirschen oder halbierten Aprikosen. Die Früche auf dem Teig verteilen und mitbacken.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich hier aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die verwendete Menge um 20-30% erhöhen würde, je nach Süßvorliebe. Allerdings enthält der Kuchen durch Eierlikör und Schokolade immer noch Zucker. Just saying...**

3 Eier
120g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
150ml Eierlikör
150ml neutrales Pflanzenöl 
180g Mehl
2 1/2 TL Backpulver (gestrichen)
1 Prise Salz
1 gehäufter EL Kakaopulver
50g Zartbitterschokolade, gehackt

:: Den Backofen auf 180°C vorheizen und das Backblech mit Backpapier auslegen.

:: Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen, bis die Masse sich verdoppelt hat und schön fluffig und weißlich ist. Eierlikör und Öl dazugeben und unterrühren.

:: Mehl, Backpulver und Salz vermischen, dann langsam und unter Rühren zum Teig geben, nicht zu viel mixen, gerade, dass sich der Teig vermengt hat und kein Klümpchen mehr zeigt.

:: 2/3 des Teigs auf das Backblech geben. Unter das restliche Drittel das Kakaopulver rühren. Esslöffelweise große Klackse in den hellen Teig setzen, so dass der Teig schön gefleckt ist. Dann mit einem Löffelstiel durch den Teig fahren und ein paar Wirbel hineinrühren. Nicht zu sehr, helle und dunkle Teile sollen noch eindeutig als solche zu erkennen sein.

:: Gehackte Schokolade gleichmäßig über dem Teig verteilen.

:: 20 Minuten backen, dann gut auskühlen lassen.

Originalmenge für eine 26er Kranzform:
5 Eier, 200g Zucker, 1 Pck. Vanillezucker, 250ml Eierlikör, 250ml Pflanzenöl, 300g Mehl, 1 1/2 Pck. Backpulver, 1 Prise Salz, 2 EL Kakaopulver, 75g gehackte Zartbitterschokolade.
:: Zubereitung wie oben, dann 2/3 des Teiges in die gefettete Kranzform gießen und den Schokoladenteig gleichmäßig daraufgeben. Mann kann es verwirbeln für den klassischen Marmorkuchen-Effekt, aber ich mag es gern, wenn hell und dunkel voneinander getrennt sind und lasse das dann einfach so.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Wassermelone mit gebackenem Feta

Ich hatte eine ganze Weile nichts mehr aus Maria Elias Kochbuch "Die neue vegetarische Küche" gekocht - andere Kochbücher und Inspirationen aus tollen Foodblogs wollten ja auch mal an die Reihe kommen. Trotzdem hatte sich ein Rezept hartnäckig in meinem Kopf gehalten, das ich nun, da es endlich wieder große, aromatische und reife (!) Melonen gibt, endlich ausprobieren wollte: Gebackener Feta auf Wassermelone.


Ich liebe Wassermelonen. Ich könnte den ganzen Sommer quasi nichts anderes essen. Na OK, Kirschen. Und Pfirsiche. Gut, und Aprikosen, aber vor allem eben rosa Wassermelonen. Also Buch rausgeholt, Rezept gesucht, gelesen.... und erstmal ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Hab ich wirklich mal über dieses Buch gesagt, dass es kaum Zutaten enthielte, die schwer zu bekommen seien? Ich glaube ich hatte da ein anderes Buch. Oder habe das Rezept überblättert. Madame Elia wollte nämlich gern folgendes: 1 Schale Koriandersprossen. 1 Schale Shisosprossen. 50g japanischer Mizuna-Salat. Ja nee, is klar. Dazu kam dann noch ein Rosinen-Oregano-Dressing, das nach vegetarischer Worcestersauce verlangte.
Ich war kurz davor, das Buch wieder zuzuklappen, das Rezept zu vergessen und Feta und Melone getrennt voneinander zu verspeisen, aber dann fiel mir ein, dass mich ja niemand zwingt, Chichi-Salat in allen Geschäften der nördlichen Hemisphäre zu suchen oder Rosinen zu überbrühen und in vegetarischer Worcestersauce zu marinieren. Pah!

Ich habe normale, im Supermarkt erhältliche junge Salatblätter genommen, und als Dressing ganz simpel und einfach Öl und etwas Zitronensaft. (Zugegebenermaßen hat Maria Elia diesen Dressing-"Ersatz" aber auch vorgeschlagen).
Im Nachhinein bin ich froh, dass ich es probiert habe, denn es schmeckt wirklich toll. Der warme und cremige, leicht scharfe Feta ist ein toller Kontrast zur kühlen Wassermelone. Eine prima Sommer-Vorspeise, wenn man mal vor seinen Gästen angeben will! ;-)



Wassermelone mit gebackenem Feta 

Aus Maria Elia, "Die neue vegetarische Küche"
Für 4 Portionen

2 Packungen Feta
Chiliflocken
Olivenöl
1 Packung junge Salatblätter
2 EL Pinienkerne
4 Scheiben Wassermelone, ca. 1 cm dick
Salz, Pfeffer
1 EL Zitronensaft

:: Backofen auf 190°C vorheizen.

:: Feta abtupfen und die "Blöcke" jeweils halbieren. Die Hälften noch einmal waagerecht (quasi wie ein Brötchen) durchschneiden, so dass jeweils 2 große, schmale Scheiben entstehen. Jeweils 2 Scheiben Feta auf ein größeres Stück Alufolie legen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und jeweils einer kleinen Prise Chiliflocken bestreuen.
Die Enden der Alufolie umklappen und zusammendrücken, so dass eine "auslaufsichere" Tasche entsteht. (Wenn die Folie zu klein war einfach ein zweites Stück abreißen, darüberlegen und die Kanten zusammendrücken.) Die 4 Päckchen in den Ofen legen und 10 Minuten backen.

:: Währenddessen den Salat verlesen, waschen und schleudern, auf den Tellern verteilen.

:: Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten.

:: Melonenscheiben "begradigen", so dass 4 rechteckige Scheiben entstehen. Auf die Teller verteilen.

:: Für das Dressing 3 EL Olivenöl mit Zitronensaft verrühren. Über den Salat träufeln.

:: Feta aus dem Ofen nehmen und den Inhalt jeweils eines Päckchens über den Melonenscheiben anrichten. Mit grob gemahlenem Pfeffer und Meersalz bestreuen und die Pinienkern über den Salat geben.


Mittwoch, 6. Juli 2011

Gefüllte Paprikaschoten, ganz und gar nicht klassisch

Gefüllte Paprikaschoten. Einer der Klassiker meiner Kindheit. Hackfleisch und Zwiebeln, beinahe verschwenderisch in ausgehöhlte Paprikaschoten gepresst, Deckelchen drauf und dann in viel Letscho geschmort. Dazu Reis - und klein Katharina war glücklich. Groß Katharina freut sich auch immer wieder über den Klassiker, aber manchmal müssen Klassiker auch ein bisschen aufgemöbelt werden.

Die Inspiration zum "Aufmöbeln" kam durch ein Buch, das ich gerade lese. Kennt Ihr das auch? Ein französischer Roman - am liebsten möchte ich sofort Baguette backen oder eine Tarte Tatin. Eine Geschichte aus dem viktorianischen England - Teatime, my dear! Roadmovie in Buchform aus den USA - ich träume von Burgern und hinterher Muffins. Ein Krimi, der in Hamburg spielt - Fischfrikadellen ahoi! So halt.
Momentan lese ich ein Buch, das in Indien spielt, Shantaram von Gregory David Roberts. Während sich der Held durch Bombay schlängelt, steigen imaginäre Gewürzdüfte in meine Nase.

Also "Indian Spices" bei den gefüllten Paprikaschoten. Das Gericht ist wahrscheinlich nicht sonderlich authentisch, aber ich habe beim Kochen eine Bollywood-Melodie vor mich hingesummt und fühlte mich ganz dramatisch.

Nachdem mir neulich die vegetarische Bolognese so gut gelungen war, wollte ich die Soja-Schnetzel noch mal zum Einsatz bringen. Sie schmeckten auch hier wirklich gut! Das Rezept sollte aber mit der gleichen Menge an Hackfleisch genauso gelingen, ich habe hier dementsprechend beide Varianten beschrieben.





Gefüllte Paprikaschoten "Indian Spices"

Für 4 Paprikaschoten


1 Packung Sojaschnetzel (sollten eingeweicht ca. 500g ergeben) oder 500g Hackfleisch 
1 große rote Zwiebel
5 rote Paprikaschoten 
Öl
je 1 TL gemahlener Koriander und Kreuzkümmel
je 2 TL gemahlene Paprika und Currypulver
1 Msp Zimt
1/2 Aubergine
1/2 Zucchini
100g Erbsen (TK geht super!)
100g Reis, ungekocht
Salz, Pfeffer
6 EL Paprikamark, ersatzweise Tomatenmark
200ml passierte Tomaten

:: Wenn Sojaschnetzel verwendet werden, diese nach Packungsanweisung mit heißem Wasser oder Brühe einweichen. Anschließend in einem Sieb gut abtropfen lassen.

:: Zwiebel schälen und hacken. 1 Paprika, Aubergine und Zucchini in kleine Würfel schneiden.

:: In einem großen Topf oder Bräter mit Deckel das Öl erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Soja oder Hackfleisch dazugeben und gut anbraten, das Hackfleisch muss krümelig sein. In eine Schüssel geben.

:: Im Topf oder Bräter etwas mehr Öl erhitzen und darin die Gewürze unter Rühren etwa eine Minute rösten. Dann die kleingewürfelte Paprika, Aubergine und Zucchini in die Gewürze geben und 3 bis 4 Minuten braten, gut rühren, damit nichts anbrennt. Dann zum Soja bzw. Hackfleisch in die Schüssel geben.

:: 4 EL Paprikamark, Erbsen und Reis unter die Masse rühren, salzen und pfeffern.

:: Die restlichen 4 Paprikaschoten vorbereiten: dazu den Deckel abschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Dann mit der Soja- bzw. Hackfleischmasse füllen und den Deckel wieder daraufsetzen.

:: Im Topf oder Bräter die restlichen 2 EL Paprikamark sowie die passierten Tomaten auf- und etwas einkochen lassen. Die Füllung, die nicht mehr in die Paprika gepasst hat, in die Soße rühren, evtl. noch mit Salz und Pfeffer würzen. Dann die Paprikaschoten in die Soße setzen. Topf oder Bräter zudecken und bei kleiner Hitze etwa 30 Minuten schmoren. Der Reis sollte gegart sein.

:: Vorm Servieren mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.


Und ein kleiner Warnhinweis am Ende: die Paprikaschote ist wirklich super-heiß, etwas abkühlen lassen lohnt sich daher durchaus. :-) Sagt die Erfahrung der verbrannten Zunge...

Sonntag, 3. Juli 2011

Nuss-Honig mit Vanille

Zum Sonntagsfrühstück oder -Brunch eingeladen und der Blumenladen hat zu? Und die Gastgeber haben schon alles? Und außerdem ist keine große Zeit da für ein Selbermach-Geschenk? Hier ist die Lösung. Honig mit gerösteten Nüssen und Vanille. Die Kinder-und-Erwachsenen-Überraschung. Quasi drei Sachen auf einmal: Thematisch perfekt zum Frühstück (und wenn man Glück hat, wird es auch gleich auf den Tisch gestellt und geöffnet.) - mit Sachen aus dem Vorratsschrank gerührt - als finales Produkt vielseitig einsetzbar. Und ratzifatzi in 5 Minuten gemacht. Nochmal fünf Minuten für das Basteln des Schildchens und das Schleifenbinden und fertig ist die Laube!

Natürlich eignet es sich auch einfach so als Mitbringsel oder Geschenk - gern auch als Geschenk für sich selbst!
Dieses Gläschen war ein Geschenk an meinen Mann, weil er einfach der Allerbeste ist. Öhm, naja, und weil es heute morgen bei uns Pancakes zum Frühstück gab, die damit einfach überirdisch gut sind...

Die Idee ist aus dem wunderbaren Buch "Geschenkideen aus der Küche" von Nicole Stich und Coco Lang.




Nuss-Honig mit Vanille
Für 1 Glas à 200ml


50g gemischte Nüsse (z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Pecannüsse, Cashewkerne, Mandeln, Pinienkerne, Pistazien...)
150g flüssiger Honig
1/2 Vanilleschote

:: Nüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten.

:: Währenddessen die Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark auskratzen und im leeren Glas mit ca. 100g Honig verrühren.

:: Die gerösteten Nüsse in das Glas füllen, leicht in den Honig hineindrücken und den restlichen Honig auf die Nüsse geben.

:: Den Rand des Glases mit einem Stück Küchenkrepp reinigen, dann fest mit dem Deckel verschließen.


Die Schildchen sind ebenso schnell selbstgemacht: Einfach folgende Grafik anklicken, die sollte sich dann auf Orginalgröße aufpusten, auf 120g-Papier ausdrucken, die gewünschten Farbkombis ausschneiden, zusammenkleben, lochen und mit einer Schleife am Glas befestigen.

Freitag, 1. Juli 2011

Fischfrikadellen und Schmorgurken

Neulich im Supermarkt: EHEC ist ja nun (gefühlt) durch, also können wir wieder Gurken essen. Also geradeaus auf den Stammplatz der Gurken zumarschiert, und dann: Hu, was sind das denn für Dinger? Neben den schlanken, dunkelgrünen Salatgurken lagen kurze, dickliche und pickelige .... ja was?
Schälgurken waren es. Oder Schmorgurken. Ich erinnerte mich dann daran, dass wir die früher im Garten hatten und dass meine Großmutter und meine Tante die als "Senfgurken" eingelegt haben. Diese Gurkenhappen gab es dann zum Beispiel zu Gulasch, und sie waren ein unverzichtbarer Bestandtteil von Kartoffelsalat.
Ich gönnte mir einen kleinen Moment der Nostalgie und dachte an damals, als ich etwa einsvierzig groß war und die Welt (inkl. Garten und Himbeerstrauch) mir gehörte. Oder so. Da aber das Einlegen von Gurken nicht zwingend in mein persönliches Hier und Heute passt, war ich schon fast weitergegangen, als mir etwas anderes durch den Kopf schoss, nämlich eine Szene aus "Julie & Julia". Das Buch fand ich zwar eher langweilig, den Film dann aber ganz charmant. Und ich erinnerte mich plötzlich an einen Satz, in dem "braised cucumbers" vorkamen und Julie ganz aus dem Häuschen war, weil die so gut schmecken würden.
Kurzerhand nahm ich 3 von den Pickeldingern mit und beschloss, dass es gebratene Schmorgurken geben würde.

Die Zubereitung war piep-einfach, und als Sommeressen oder als Beilage zum Fisch sind sie wirklich toll und ausprobierenswert! Außerdem total heimisch, was ja nicht weniger total hip ist. Und retro!

Die Fischfrikadellen sind mein "Räum den Gefrierschrank aus"-Rettungs-Rezept. Meistens befinden sich da ja immer so diverse einzelne TK-Fischfilets, von jeder Sorte eins, die gemeinsam einsam umherschwimmen und keine wirkliche Mahlzeit ergeben. Die schmeiße ich dann bunt gemischt zusammen in Frischfrikadellen. Hier habe ich gleich noch eine Ladung Krebsschwänze verarbeitet, die sich im Kühlschrank langweilten.




Fischfrikadellen und Schmorgurken

FÜR CA. 8 FISCHFRIKADELLEN

300- 400g Fisch, Garnelen, Krebsfleisch... was da ist
(meine Mischung: 2 Lachsfilets (250g) und 1 Packung Flusskrebsschwänze à 100g)
1 Zwiebel
je 1/2 TL Paprikapulver und gemahlener Koriander
1 Ei
1 TL Senf
1 EL gehackte Kräuter nach Belieben
3 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer

FÜR DIE SCHMORGURKEN:
3-4 Schäl- oder Schmorgurken (ca. 1200g)
1-2 EL Butter
Salz, Pfeffer


:: Fischfilet ggf. auftauen lassen.

:: Zwiebeln schälen und fein würfeln. In einer mittelgroße Pfanne etwas Rapsöl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Mit Paprikapulver und gemahlenem Koriander abstäuben, dann in der Pfanne zur Seite stellen.

:: Fisch in Würfel schneiden. Falls Garnelen oder Krebse verwendet werden, diese bloß grob hacken. Die Fischwürfel pürieren, ich mag es gern ein wenig "stückiger". Dann mit Garnelen oder Krebsen vermischen.

:: Fischpüree, Ei, Senf, Kräuter und gebratene Zwiebeln zu einer glatten Masse verrühren. Salzen und pfeffern und dann das Paniermehl esslöffelweise unterrühren. Je nach Fischsorte und Eiergröße braucht es mal mehr und mal weniger Paniermehl, und der Grat zwischen "zu flüssig" und "zu trocken" ist oft schmal... Am besten nach 2 Esslöffeln kurz stehen lassen, damit das Paniermehl ausquellen kann, und dann entscheiden, ob noch Brösel nötig sind oder nicht.

:: Mit dem Esslöffel gleichgroße Klumpen abstechen und mit feuchten Händen zu Frikadellen formen. Auf einem Teller ein paar Minten ziehen lassen.

:: Während die Frikadellen ziehen die Gurken schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. In ca. 1cm breite Scheiben schneiden. Zur Seite stellen. 
:: In einer großen Pfanne (oder Topf) die Butter zerlassen, dann die Gurkenscheiben hineingeben und etwa 2 Minuten kräftig anbraten. Die Hitze reduzieren, dann salzen, pfeffern, einen kleinen Schluck Wasser angießen und mit einem Deckel abdecken. 5 Minuten schmoren lassen, dann vom Feuer nehmen und bis zum Servieren warm halten.

:: In der Schmorzeit der Gurken die Pfanne, in der die Zwiebeln gebraten wurde, reaktivieren und 2 EL Rapsöl erhitzen. Die Fischfrikadellen darin von jeder Seite 3 Minuten anbraten, anschließend die Hitze reduzieren und noch mal 5 Minuten auf kleiner Flamme schmurgeln lassen. Dabei 1-2 Mal wenden.

:: Die Gurken abschmecken und dann zusammen mit den Frikadellen servieren. Petersilienkartoffeln sind eine leckere Ergänzung!


Variante: Schmorgurken mit Senf-Dill-Sauce
:: Zubereitung wie oben - aber kurz vor dem Ende der Garzeit 1-2 TL Senf und etwas Weißwein oder Gemüsebrühe darunterrühren und kurz aufkochen lassen. 1 EL gehackten Dill dazugeben, durchschwenken, servieren.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...