Mittwoch, 31. August 2011

Brokkoli-Salat mit Buttermilch-Dressing

Oftmals kaufe ich Gemüse für die Woche ein, ohne wirklich einen Plan zu haben, was damit geschehen soll, und relativ häufig ist dieses planlose Gemüse Brokkoli. Armer Brokkoli! Denn ebenso häufig finde ich es dann im Laufe der Woche interessanter, andere Dinge zu kochen als mich kreativ mit dem grünen Gewächs zu beschäftigen. So wird am Ende der Brokkoli entweder zu einer schnellen Suppe verarbeitet oder ist  nur mäßig aufregendes "Beiwerk" zu einem Gericht.

Es wurde also Zeit, dem Brokkoli mal etwas anderes angedeihen zu lassen und ihn zumindest für den Oscar in der Kategorie der Besten Nebenrolle zu nominieren. In diesem Fall hat er allerdings sogar den Oscar für die beste Hauptrolle verdient, denn den Lachs, so zart er auch gebraten war, hat der knackige und saftige Mr. B. locker an die Wand gespielt.

Das Original findet sich bei The Kitchn, ich hab das Dressing aber mehr oder weniger zufällig zusammengerührt und Buttermilch in den Vordergrund gestellt.



Brokkoli-Salat mit Buttermilch-Dressing


1 Brokkoli
1/2 rote Zwiebel
2 EL getrocknete Cranberries oder andere getrocknete Beeren
100ml Buttermilch
2 EL Mayonnaise
1 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
2-3 EL gehackte Haselnüsse (gehobelte Mandeln gehen auch prima)

:: Brokkoli waschen und in Röschen teilen. Diese in eine große Schüssel grob raspeln oder hobeln. Wenn beides zu mühsam ist, kann man die Röschen auch fein zerschneiden. Zwiebel fein hacken und zusammen mit den Cranberries zum Brokkoli geben und untermischen.

:: Für das Dressing Buttermilch, Mayonnaise und Zitronensaft verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Über den Salat gießen, durchmischen und etwas ziehen lassen.

:: Währenddessen die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und dann kurz vor dem Servieren unter den Salat mischen.

Schmeckt hervorragend zu gebratenem Fisch!


Montag, 29. August 2011

Mandel-Butter-Blättchen

Da wir am Wochenende unterwegs waren, gibt's erst am Montag in Windeseile das Süß vom Sonntag hinterhergeschoben. Das macht aber insofern überhaupt nichts, als dass sich die süßen Knusperkekse  bis in die Woche hinein halten und die grauen, verregneten Tage aufhellen.

Die Kekse sind allereinfachst gemacht - theorethisch hätten sie eigentlich in die "super-simpel-Woche" mit Gratin und Kartoffelsalat gehört. Die einzige Sache, die man wirklich beachten muss: Die Backzeit. Da jeder Ofen anders ist und da es von Blech zu Blech schneller geht mit der Bäckerei, würde ich empfehlen, sich während des Backens nicht allzu weit zu entfernen oder gar versuchen zu wollen, schnell mal eben die Wäsche aufhängen zu wollen... *ähem*
Für ganz Wagemutige gibt es noch eine Steigerungsform: Aus den Blättchen kann man auch "Tuiles" formen, ich glaube auf Deutsch sind das Hippen. Dazu müssen sie aber gerade frisch aus dem Ofen kommen, damit sie noch flexibel sind. Meine Großmutter gab große runde Teigkleckse auf das Backblech und rollte sie dann wie Eistüten auf, um sie anschließend mit geschlagener Sahne zu füllen - ein sonntagssüßer Traum meiner Kindheit. Ich hab einfach ein paar Blättchen in die Eiskugel gesteckt, ganz gemäß dem super-simpel-Motto.



Mandel-Butter-Blättchen

ergibt ca. 40-50 Kekse, je nach Größe.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**


130g weiche Butter
100g Zucker
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 Eier
130g fein gesiebtes Mehl
Mandelblättchen zum Bestreuen, ca. 100g

:: Ofen auf 180°C vorheizen, er sollte schon eine stabile Temperatur aufweisen, wenn es losgeht.

:: Die weiche Butter mit Zucker und Zitronenschale cremig rühren, dann die Eier einzeln einrühren. Das Mehl untermischen, bis alle Zutaten vermengt sind. Wie immer: nicht übermixen. Der Teig sollte  relativ fest sein, nicht zu flüssig.

:: Backblech(e) startklar machen.
Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Kekse zu formen. Die simpelste ist die mit dem Spritzbeutel: Dazu einen Spritzbeutel mit einer runden Tülle ausstaffieren (oder eine Ecke eines Gefrierbeutels gerade abschneiden) und mit großem Abstand schmale, etwa 5 cm lange Streifen auf das Backblech spritzen. Die Kekse gehen beim Backen sehr in die Breite, also seid auf Abstand bedacht.
Alternativ kann man auch mit einem Espressolöffel Teigkleckse auf das Blech geben, hierbei sollte man darauf achten, dass die Teigkleckse in etwa gleich groß sind, damit sie gleichmäßig backen.

:: Die Teigstreifen oder -kleckse mit Mandelblättchen bestreuen.

:: In den Ofen schieben und backen, bis die Ränder reicht angebräunt sind und die Keksmitte golden glänzt. Die erste Charge braucht in meinem Ofen etwa 12 Minuten, die zweite nur noch 8 bis 9 und dann kommen die Kekse meistens mit 7 Minuten aus. Also immer ein Auge drauf haben!
Herausnehmen und bei Verlangen sofort biegen oder rollen. Ansonsten einfach auskühlen lassen.



Donnerstag, 25. August 2011

Couscous-Karotten-Frikadellen

Es gibt ja so gewisse Worte, die mag man nicht. Jeder hat da seine Lieblingsabneigungen, aus welchem Grund auch immer. Meine Top 3 in der Küche sind:
- schmackhaft
- mundgerecht
und: Bratlinge.

Ich finde, Bratling hört sich nach fiesen Öko-Spießern an. Nach Ausdikutieren in der Gruppe. Nach Baumkuscheln. Und nein, ich habe natürlich keine Vorurteile. Also höchstens ein paar! ;-)
Jedenfalls klingt "Bratling", auch ohne seinen Vornamen "Grünkern-Hirse" für mich immer so, als wenn ein Kreativer aus den frühen 1960ern ein Wort erfinden musste für ein "flottes", gesundes Gericht (ein schmackhaftes dazu, ganz klar) für den Rezepte-Teil der Frauenzeitschrift. Oder wie eines der Kunstworte aus der DDR-Küche, analog zu Grilletta und Ketwurst.

Aber es scheint auch noch niemand ein besseres Wort dafür gefunden zu haben, maximal Veggie Burger. Da ein Burger ja eigentlich auch aus Fleisch besteht, nehme ich mir einfach mal die Freiheit und nenne meine Couscous-Karotten-Klopse eben Frikadellen. Ha, nimm das, 1960er-Kreativling!




Couscous-Karotten-Frikadellen

125g Couscous
250ml Brühe
1 Zwiebel
250g Karotten
1 TL Curry
Salz, Pfeffer 
1 TL Butter
1 EL Quark
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 Prise Chili
Öl zum Braten

:: Couscous mit der heißen Brühe übergießen und etwa 10 Minuten quellen lassen.

:: Währenddessen Zwiebel schälen und fein hacken. Karotten schälen und fein raspeln.
Butter in einer größeren Pfanne erhitzen und zunächst die Zwiebel glasig anschwitzen. Dann die Karotten dazugeben und etwa 4 bis 5 Minuten mitbraten. Currypulver darüberstäuben, gut durchrühren und noch einmal eine weitere Minute braten. Etwas abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Couscous mit Quark und Ei verrühren, dann das Gemüse dazufügen. Ordentlich salzen und pfeffern - Karotten werden durch's Garen süßlicher, da braucht es ein würziges Gegengewicht. Chili unterrühren und dann mit feuchten Händen 8 bis 10 Frikos formen.

:: Etwas Öl in die Pfanne geben und die Frikadellen von jeder Seite etwa 3 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, dann in eine Auflaufform geben und im Ofen etwa 20 Minuten fertig garen.


Da die Klopse dank der Karotten etwas süßlich sind, passt ein säuerlicher Gurkensalat bestens dazu, ebenso wie ein Dip aus dem restlichen Quark (wenn man die Packung eh schon mal aufgemacht hat!), der mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer gewürzt wird.

Dienstag, 23. August 2011

Eingelegte Zwiebeln

Weckgläser, die Zweite.
Zumindest im Blog. In der Wirklichkeit ist es eher "Weckgläser, die Einundvierzigste". Ich habe da nämlich eine kleinere Obsession entwickelt und packe alles, was nicht schnell genug weglaufen kann, in Gläser: Kuchen, Brot, Desserts, Marmelade, Gemüse. Kuchen klappt mittlerweile ganz gut, Marmelade auch - Brot hat noch Entwicklungspotenzial. Und Gemüse ist auch noch ganz schönes Neuland! Zwar war das Gurkeneinwecken in der Ausführung nichts kompliziertes, aber jetzt muss ich noch 4 laaaange Wochen warten, um zu testen, ob sich das Einlegen überhaupt gelohnt hat. Geduld ist keine meiner Stärken... seufz.
Da bin ich mit diesen eingelegten Zwiebeln viel besser dran, denn die Zeit zum Durchziehen betrug hier lediglich 2 Tage - und ich habe keinen Tag länger gewartet!

Wenn Ihr aus dem Glas Mixed Pickles am liebsten die Perlzwiebeln herausgefischt habt (so wie gewisse Blog-Inhaber hier), dann ist das genau das richtige für Euch! Und garantiert ohne seltsame Zutaten wie ominöse "Gewürze" und Konservierungsstoffe.




 

 

Eingelegte Zwiebeln


für ca. 4 kleine Schraubgläser von 250ml Inhalt - oder 1 oder 2 größere Gläser.

500g gemischte kleine Zwiebeln: Schalotten, kleine weiße, kleine rote.... Zwiebeln.
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
400ml Wasser
400 ml trockener Weißwein 
200 ml Essig 
2 Lorbeerblätter 
2 TL Senfkörner
2 TL Salz
2 EL Zucker bzw. in der zuckerfreien Version 3 EL Traubenzucker oder Reisessig

:: Zwiebeln und Schalotten putzen. Frühlingszwiebeln waschen und dann die Wurzeln so entfernen, dass die Zwiebel noch zusammenhält. Ergo: kurz über den Wurzelansatz abschneiden. Auf ca. 5cm Länge kürzen, den Rest der Zwiebel anderweitig verwenden. Knoblauchzehe pellen und halbieren.

:: Wasser zusammen mit Weißwein und Essig und Gewürzen aufkochen. Zwiebeln und Knoblauch hineingeben und bei sanfter Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen.

:: Zwiebeln und Knoblauch herausschöpfen und gleichmäßig auf die vorbereiteten Gläser verteilen. Den Sud noch einmal aufkochen und dann mit den Gewürzen ebenfalls auf die Gläser verteilen. Sofort verschließen und dann 2 Tage ohne viel Bewegung an einem kühlen Ort ziehen lassen.

 

Sonntag, 21. August 2011

Guten-Morgen-Muffins mit Karotten und Haselnüssen

Eine liebe Bekannte hat neulich geheiratet. Da das Brautpaar keine Wunschliste hatte und Geld schenken einfach nicht gepasst hat, habe ich ihnen einen kleinen "Love is sweet"-Korb für ein Sonntagsfrühstück im Bett zusammengestellt, mit verschiedenen Marmeladen, einem Glas Nuss-Honig und zwei Guten-Morgen-Muffins im Glas.

Mit Kuchen im Glas experimentiere ich schon eine ganze Weile, hatte aber bislang noch nie so hundertprozentig den optimalen Rührteig oder die optimale Backzeit herausgefunden. Irgendwann bin ich dann auf den Kuchem im Glas aus Nicole Stichs zweitem Buch gekommen - und der war fast perfekt, wobei ich das "fast" eher darauf schiebe, dass ich die Backzeit nicht ganz korrekt eingeschätzt habe. Mit dieser Erfahrung habe ich für den Frühstücks-Korb ihre "Guten-Morgen-Muffins" aus dem ersten Buch "Delicious Days" verwendet, und ich glaub, jetzt hab ich's! Zum Glück hat das Rezept neben der beiden Weck-Gläser noch sechs kleine Muffins ergeben, so dass nicht nur das Brautpaar, sondern auch Testesser und ich ein süßes Frühstück hatten. In der Tat sind das die besten Karotten-Muffins ever. Ich werde das ganze auch mal als Kuchen ausprobieren, so ganz happy war ich ja bisher noch mit keinem Carrot-Cake-Rezept. Es besteht also Hoffnung!






Guten-Morgen-Muffins

aus "Delicious Days" von Nicole Stich, wie immer mit kleinen Adaptionen 


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept, allerdings lässt sich der Zucker gut durch Reissirup ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**

3 EL gehackte Haselnüsse
200g Möhren
1 kleiner Apfel
2 Eier
120g brauner Rohrzucker
100g neutrales Pflanzenöl (tatsächlich 100 Gramm! und nicht Milliliter)

80g gemahlene Haselnüsse
175g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Zimt
1 Prise Salz

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Gehackte Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, dann leicht abkühlen lassen.

:: Möhren schälen und fein raspeln. Apfel schälen, entkernen und grob raspeln. Beides mischen und zur Seite stellen.

:: Eier und Rohrzucker sehr schaumig schlagen, dann das Öl unterrühren.

:: Möhren- und Apfelraspeln mitsamt dem ausgetretenen Saft unter die Ei-Zucker-Öl-Mischung rühren, dann die gemahlenen Haselnüsse sowie 2 EL gehackte Haselnüsse unterrühren. Zum Schluss Mehl, Backpulver, Zimt und Salz zugeben und nur solange rühren, bis alles gut vermischt ist und keine Mehlnester mehr vorhanden sind.

:: Teig gleichmäßig auf 12 Muffinformen verteilen und mit dem verbleibenden EL Haselnüsse betreuen. Etwa 25 bis 30 Minuten backen und abkühlen lassen.


Tipps für die Bäckerei im Glas:

:: Saubere Gläser gut einfetten und ausmehlen, damit die Kuchen hinterher auch stürzbar sind. Allerdings fette und mehle ich meist nur bis ca. 2/3 der Glashöhe, da sonst der Rand des Glases schmierig wird.

:: Den Teig nur bis zur Hälfte einfüllen, nicht höher, ansonsten steigt der Teig gern mal über den Rand hinaus und das Glas kann nicht verschlossen werden.

:: Damit der Teig gleichmäßig aufgeht und in der Mitte nicht das typische Dach bildet, eignet sich die Isoliermethode, die ihr zum Beispiel hier bei der Tortentante seht. Ich habe dafür ein altes Handtuch "geopfert" und in unterschiedlich lange Streifen geschnitten, so dass ich welche habe, die für alle möglichen Tortenformen passen. Die werden dann nass gemacht, um die Tortenform (oder eben Gläser) gewickelt und mit einer Mauly-Klammer zusammengehalten.

:: Die Gläser aus dem Backofen nehmen und sofort sauberen, sterilisierten Deckeln verschließen. Bei Schraubdeckeln bildet sich beim Abkühlen ein Vakuum, der Deckel biegt sich mit einem "Knack" nach unten. Bei den hier von mir verwendeten Weck-Gläsern saugt sich der Deckel an den Gummi-Ring und dieser an das Glas. Mit Klammern verschließen und abkühlen lassen.

:: Haltbarkeit: laut Nicole Stich ca. 4 Wochen - konnte ich allerdings noch nie ausprobieren, die Kuchen sind selten länger als 1 Woche geworden... :-)

Donnerstag, 18. August 2011

Noch mal ganz einfach, noch mal Kartoffeln: Kartoffelsalat mit Senf-Vinaigrette


Dieser Post könnte diverse Titel tragen:

"Wenn aus Salat Matsche wird" - "So war das eigentlich nicht geplant!" - "Augen auf beim Kartoffelkauf!"oder auch: "Wie lautet der Vorname des Rehs?"

In meiner mitgebrachten Biokiste sind nach dem Gratin noch Kartoffeln übrig geblieben, von denen ich einige zu einem kleinen und büro-mittags-tauglichen Salat verwandeln wollte. Ein Kartoffelsalat ohne Mayonnaise, nur ganz simpel mit der 4-3-2-Senfsauce und vielen Kräutern angerührt - so habe ich ihn eigentlich am liebsten. Den mayo-triefenden Kartoffelsalat aus meiner Kindheit mit Wurst und eingelegten Gurkenscheiben habe ich dank langen Jahren in bayerischen Gefilden gaaanz tief in die letzte Ecke meines Koch-Hirns geschoben, der wird nur noch in homöopathischen Dosen rausgeholt, wenn Omma Geburtstag hat.

Ja. Soweit zum Plan.
Dummerweise hab ich kurz mal nicht aufgepasst. Also ungefähr drei Minuten lang nicht. Und in den drei Minuten sind die kunstvoll geschnitzen Kartoffelviertel zerkocht. Derart zerfallen, dass sie, kaum dass sie die Vinaigrette berührten, zu kunstvoller Matsche mutierten. Na super! Vielleicht hätte ich meinen Onkel fragen sollen, ob seine Bio-Kartoffeln aus eigenem Anbau fest- oder mehligkochend sind...
Bei Versuch Nr. 2 habe ich dann wie ein Luchs auf die Kartoffeln aufgepasst.

Und die bereits matschigen Kartoffeln? Haaaaaaah. Manchmal erwischt mich ein Hauch von Genie. Ich habe kurzerhand den Kartoffelstampfer in Aktion gebracht und das leckerste Püree gerührt, was ich seit langem gegessen habe. Das mache ich bestimmt noch mal, dann aber absichtlich!

Ach ja - der Vorname vom Reh?
Kartoffelpü.




Kartoffelsalat mit Senf-Vinaigrette

Für die Senfvinaigrette eignen sich eigentlich fast alle Kräuter, Petersilie und Dill sind meine Lieblingskombi (und meistens auch in meinem Tiefkühler vorhanden).

1kg festkochende Kartoffeln
4 EL Olivenöl
3 EL Dijon-Senf (normaler Senf geht aber auch!)
2 EL Sherry-Essig oder Weißweinessig
1 TL süßer Senf, nach Belieben
1 Schalotte
1-2 EL gehackte glatte Petersilie (TK geht super)
1 EL gehackter Dill (dito)
1/2 kleine rote Zwiebel oder 1 Schalotte

:: Kartoffeln schälen und waschen und je nach Größe halbieren oder vierteln. In reichlich gesalzenem Wasser etwa 15 bis 20 Minuten kochen lassen, dann abgießen und etwas abkühlen lassen.

:: In einer Salatschüssel Olivenöl, beide Senfsorten und Essig verrühren. Schalotte reiben oder sehr fein hacken und untermischen. Kräuter unterziehen und alles kräftig mit Pfeffer und etwas weniger kräftig mit Salz würzen.

:: Rote Zwiebel oder Schalotte in feine Streifen schneiden und zusammen mit den Kartoffeln in die Vinaigrette geben. Alles gut vermengen und abkühlen lassen.

Dienstag, 16. August 2011

Supersimples Kartoffelgratin - oder: Bio-Kiste, Teil 2

Als stolzer Empfänger einer Biokiste voll mit Kartoffeln, Bohnen, Gurken und anderen Köstlichkeiten aus eigenem Anbau (wenngleich nicht aus meinem) UND als stolzer Besitzer eines Foodblogs kann man ja nicht irgendwas aus den Inhalten besagter Biokiste machen. Sondern muss sich was neues ausdenken. Oder: Sich was neues suchen. Gott sei Dank für alle schönen Foodblogs dieser Welt!
Andere fragen Mutti - ich frage meistens erstmal Deb. Oder Martha. Und zu meiner großen Freude sind sie sich manchmal ziemlich einig. Und dann kann ich einfach nur mitmachen.

Wie z.B. bei diesem Kartoffelgratin, was völlig ohne Sahne (oder gar Käse) auskommt, aber dennoch so cremig und knusprig zugleich ist, dass es ohne weiteres mit jedem Gratin dauphinois mithalten kann. OK, damit wird jetzt das Rad nicht neu erfunden, aber zumindest vereinfacht - und es ergibt ein sehr simples und alltagstaugliches Essen.

Hübsch ist es dazu auch noch, so schön im Kreis geschichtet.
Wer sich dann noch einer Reibe in seinem Küchenrepertoire erfreut, deren Hobel verstellbar ist, dem steht nun wirklich nichts mehr im Weg. Allen anderen sei ans Herz gelegt, dass das Schneiden von Kartoffeln in feine Scheiben etwas sehr meditatives, kontemplatives hat.


Simples Kartoffelgratin

die Menge reicht für eine Auflaufform von ca. 24cm Durchmessern, natürlich kann man die Menge beliebig anpassen, dafür dann dementsprechend mehr oder weniger Butter und Olivenöl nehmen.


50g Butter
3 EL Olivenöl
600g Kartoffeln
5 Schalotten
Salz, Pfeffer
3 Thymianzweige
nach Belieben: etwas Käse


:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Butter schmelzen und mit Olivenöl mischen. 2-3 EL der Mischung auf den Boden einer Auflaufform geben und einmal kräftig Salz und Pfeffer auf den Boden geben - so werden die Kartoffeln von oben und unten gewürzt.

:: Kartoffeln schälen, waschen und (wenn vorhanden) mit dem Hobel in dünne Scheiben schneiden, ca. 1-2 mm dick. Ansonsten mit einem scharfen Messer hantieren. Nun die Kartoffeln "aufrecht" in die Form setzen, am einfachsten ist es dabei, die Kartoffelscheiben zu einem Block zusammenzufassen und in die Form zu setzen.

:: Schalotten schälen und sehr fein hobeln oder schneiden. Die Schalottenscheibchen zwischen die Kartoffelscheiben stecken.

:: Die restliche Buttermischung auf die Kartoffeln träufeln, salzen und pfeffern und dann für ca. 1 Stunde in den Backofen schieben. Herausnehmen, die gewaschenen Thymianzweige darauflegen und ggf. den Käse über die Kartoffeln bröckeln. Weitere 20-30 Minuten backen, bis die Kartoffelränder schön goldbraun und knusprig sind, eventuell den Grill dazuschalten.

Schmeckt super zu Kurzgebratenem.





Sonntag, 14. August 2011

Chocolate Swirl Babka

Hände hoch, wer sich noch an das zimtige Monkey Bread erinnert! Meine beiden Hände sind oben, und die aller meiner Geschmacksnerven auch. Es war quasi die Kuchen gewordene Glückseligkeit und ich konnte mir wirklich ganz ganz wenig vorstellen, was das noch toppen würde.

Schokoholics und Hefeteigjunkies setzen sich jetzt am besten ganz schnell und halten sich irgendwo fest. Denn es gibt tatsächlich etwas, was fast noch besser ist als Monkey Bread: Chocolate Swirl Babka. Buttriger Hefeteig, saftig und weich, Schokolade, die nicht zu süß ist, dann dieser Hauch von Zimt... und alles gekrönt von Streuseln.
Hätte ich bloß noch einen mehr für mich gemacht!!! Der große Laib war nämlich ein Geschenk für hungrige Umzugshelfer, aber da ich mir natürlich selbst auch ein Bild machen wollte, habe ich einen kleinen Babka im Glas gebacken und innerhalb von maximal einskommafünf Minuten aufgefuttert.

Einmal mehr "Daumen hoch!" für das Buch I love baking von Cynthia Barcomi! Chocolate Babka gibt es aber auch hier und hier zu bewundern. Ich war erst ein bisschen skeptisch, ob Cynthia Barcomis Methode mit dem geschlagenen Eiweiß nicht etwas zu umständlich ist, aber ich glaube, gerade das gibt der Schokolade die Cremigkeit. Very clever, Ms Barcomi! I like!


Chocolate Swirl Babka


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe. Durch die Schokolade enthält der Babka aber immer noch Zucker.**


Teig:
150ml Milch
125g Butter
65g Zucker
1 Päckchen Trockenhefe oder 1/2 Packung frische Hefe (21g)
560g Mehl
1/2 TL Salz
4 Eigelb

Füllung:
300g Zartbitterschokolade
60g Butter
2 Eiweiß
40g Zucker
1 TL Zimt

Glasur & Streusel:
2 EL Sahne
1 Eigelb
25g Butter
25g Zucker
50g Mehl


:: Die Milch mit dem Zucker erwärmen. Butter in Würfel schneiden und in der warmen Milch auflösen, so dass am Ende alles lauwarm ist. Frische Hefe hineinbröckeln und auflösen, falls Trockenhefe verwendet wird, hineinrühren. Alles für ein paar Minuten stehen lassen, dann die Eigelbe einrühren.

:: Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die Milch-Hefe-Eier-Mischung hineingießen und mit einem Holzlöffel einrühren. Dann mit den Knethaken des Mixers bzw. der Küchenmaschine 4 bis 5 Minuten kneten. Herausnehmen und mit den Händen noch einmal gut 5 Minuten kneten. Die Rührschüssel säubern, gut mit Butter ausfetten und den Teig hineinlegen. Mit einem feuchten Handtuch abdecken und etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat.

:: Währenddessen die Füllung vorbereiten, so dass nach der Gehzeit alles schnell gehen kann:
150g Schokolade hacken und mit der Butter schmelzen. Die restlichen 150g Schokolade grob hacken und zur Seite stellen.
Eiweiß steifschlagen und am Ende Zucker und Zimt unterschlagen.
Streusel zubereiten: Zucker, Butter und Mehl mit den Knethaken des Mixers oder mit den Händen verkneten und dann zu Streuseln verreiben.
Eigelb und Sahne für die Glasur verrühren.

:: Eine ausreichend große Kastenform gut ausfetten. Die Kastenform sollte etwa 30cm lang sein - lieber zu groß als zu klein, wenn Euch Hefeteig genauso wie mir meistens enorm in die Höhe schießt.

:: Wenn der Teig gegangen ist, noch einmal gut durchkneten und dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von ca. 45x30cm ausrollen, der Teig sollte dabei recht dünn sein.

:: Die Füllung auf dem Teig verteilen, dabei zu den Seiten jeweils 2 cm Platz lassen: Zuerst die geschmolzene Schokolade auf den Teig streichen, dann das Zimt-Eiweiß darauf verstreichen und am Ende die gehackte Schokolade gleichmäßig verteilen. Das Teigstück von der langen Seite her fest aufrollen.

:: Jetzt kommt die Wickelarbeit, die die hübschen Wirbel ergibt: Die "Teigwurst" in sich 4 bis 5 Mal verdrehen. Dann einen Ring formen, die Enden zusammendrücken, den Ring an zwei Enden anfassen und noch mal 2 bis 3 Mal verdrehen - wer öfter schafft, bekommt einen Orden. Cynthia Barcomi sagt 4 bis 5 Mal, aber das ging beim besten Willen nicht. Ach ja, es macht übrigens nichts, wenn der Teig dabei platzt und Schokofüllung austritt, die läuft dann in die Zwischenräume und macht alles noch schokoladiger.

:: Die verzwirbelte Rolle in die Kastenform legen und großzügig mit der Eigelb-Sahne-Glasur bestreichen. Streusel darüber verteilen, abdecken und noch einmal 30 Minuten gehen lassen.

:: Ofen auf 180°C vorheizen. Den Babka etwa 55 Minuten backen, wenn die Streusel zu dunkel werden, mit Alufolie bedecken. Dann die Hitze auf 165°C zurückdrehen und noch mal ca. 10 bis 12 Minuten backen. Herausnehmen, etwa 15 Minuten in der Backform ruhen lassen und dann ohne Backform auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


Donnerstag, 11. August 2011

Zucchini-Salat

Es ist kaum zu glauben, aber neulich habe ich zum ersten Mal jemanden etwas positives über diesen Sommer sagen hören, zu dem mir bislang fast nur negatives eingefallen ist. Und noch unglaublicher: Ich konnte den positiven Seiten zustimmen. Whoa. Still shocked.
Das kam so.
Mein Onkel ist ein begnadeter Gärtner, der aus jedem Pflänzchen etwas herauskitzeln kann und dessen Erzeugnisse legendär sind. Leider, sagte er, sei die Erde in seinem Garten recht durchlässig, und so würden jedes Mal, wenn sie aus dem Sommerurlaub zurückkämen, die Blumen und die Obst- und Gemüsepflanzen die Köpfe hängen lassen. Aber nicht so in diesem Sommer! In diesem Jahr würde zwar hin und wieder die Sonne fehlen, aber jede Pflanze scheint das wieder gutmachen zu wollen, in dem sie fleißig Erntegut produziert.
Und das Beste an der Sache? Also für mich persönlich, ganz egoistisch jetzt? Ich habe etwas davon abbekommen. Als mein Onkel und meine Tante uns in dieser Woche besuchen kamen, brachten sie einen großen Korb voller toller Sachen mit: bunte Zwiebeln in allen Größen und Farben, Brechbohnen, von denen mein Supermarkt nicht mal zu träumen wagt, sattgrüne Gurken, erdige Kartoffeln - und, sorgsam verpackt: gelbe, runde Zucchini.

Ein Traum.

Also werde ich die nächsten Posts mal mit dem tollen Gemüse aus der Bio-Kiste (mehr Bio geht nicht, ich schwör's Euch!) füllen - gut, vielleicht nicht den sonntagssüßen Post, aber die anderen.
Heute starten wir mit den Zucchini, die sich ganz hervorragend trafen, da ich den Zucchini-Salat aus der aktuellen Schrot und Korn sowieso ganz unbedingt ausprobieren wollte.


Zucchini Marinade Salat Pinienkerne Feta


Zucchini-Salat

500 - 600g g gelbe und grüne Zucchini
7 EL Olivenöl + Öl zum Anbraten
1 Knoblauchzehe

1 EL Reissirup (ansonsten Ahornsirup, falls Zucker kein Problem ist)
3 EL Zitronensaft
2 EL Pinienkerne
100 g Fetakäse
Salz, Pfeffer

ein paar Basilikumblättchen

:: Zuerst die Marinade vorbereiten: Ahornsirup, Zitronensaft und Öl in einer flachen Schüssel (Auflaufform funktioniert super) mischen. Knoblauch fein hacken und darunter rühren.

:: Olivenöl in einer (Grill-)Pfanne erhitzen und die Zucchinischeiben portionsweise darin anbraten, von jeder Seite ca. 2 bis 3 Minuten. Dabei auf jeder Seite salzen und pfeffern.

::  Die gebratenen Zucchinischeiben in die Marinade geben und 30 Minuten ziehen lassen, hin und wieder durchrühren.

:: Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten.

:: Die marinierten Zucchinischeiben auf einer Platte anrichten (oder, der Einfachkeit halber und da es ja nicht für's Foto ist, einfach in der Schale lassen) und mit Pinienkernen und zerkrümeltem Fetakäse bestreuen. Mit etwas Marinade beträufeln, Basilikumblättchen darauf verteilen und servieren.

Sonntag, 7. August 2011

Erdbeer-Espresso-Konfitüre

Habt ihr den tollen Reigen von selbstgemachten Dingen in Julianes Post bei Schöner Tage noch! gesehen? Toll, was die große Bloggerwelt alles so zustande bringt. Da können sich die Lebensmittel- und Kleider- und Interieurfabrikanten aber wirklich noch mal was abgucken! Ich schwelge seit Tagen in den Bildern und klicke mich mit Begeisterung durch die Blogs.
Deswegen gibt es heute auch was Selbstgemachtes. OK - alle Sachen hier im Blog sind selbstgemacht. Aber klassische Selbermacher sind ja so Sachen wie zum Beispiel Marmelade. Diese hier hat sogar noch einen besonderen Hintergrund: Es war nämlich unsere "Hochzeitsmarmelade". Wir wollten ein Gastgeschenk jenseits der (zweifellos leckeren) Zuckermandeln, und ziemlich schnell war die Wahl da auf Marmelade in hübschen Gläschen gefallen. Da ich gerne etwas außer der Reihe haben wollte, aber dennoch etwas mit Früchten, die in den Frühsommer passen, war ich ganz glücklich, als ich in Hans Gerlachs Buch "Marmeladen & Gelees" das Rezept für Erdbeer-Espresso-Konfitüre fand. Einmal testkochen bestätigte die Wahl und dann steckte ich Ende Mai ellenbogentief in blutroter Erdbeerpampe und kochte in vier Chargen 80 Gläser Marmelade. Ist es eigentlich total gaga, wenn man das total toll findet und nur ein kleeeeiiiin biiiisschen anstrengend? Wahrscheinlich.

Der Frühsommer ist zwar leider vorbei, wer aber Lust hat, die letzten Erdbeeren zu einer ausgefallenen Konfitüre zu verarbeiten, sollte diese hier unbedingt probieren. Der Espressogeschmack ist nicht vordergründig, keine Angst, und durch die Teefilter-Methode besteht auch keine Gefahr, dass man auf Kaffeesplittern herumbeißt.

Erdbeer Espresso Konfitüre Marmelade Hochzeit Gastgeschenk


Erdbeer-Espresso-Konfitüre

für 8-9 Gläser à 200ml

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Gelierzucker lässt sich aber durch entsprechende Mengen Apfelpektin und Reissirup ersetzen - einfach der Anweisung auf der Pektin-Packung und für die Süße dem eigenen Geschmack folgen!***


Ein paar Tips aus dem Buch gebe ich gern weiter.
Sterilisation der Gläser und Deckel: Die gewaschenen Gläser im Backofen bei 120°C ca. 15 Minuten "backen", das sterilisiert laut Gerlach effektiver als Auskochen, außerdem braucht man den großen Topf ja eher für die Marmelade! Ich habe z.B. nur einen einzigen Riesen-Topf. Außerdem kann das super nebenher passieren, da man die Gläser dann auch zügig befüllen sollte. Die Deckel in kochendem Wasser sterilisieren.
Vakuum: Anders als z.B. meine Omma das gemacht hat, empfiehlt Gerlach, die Gläser NICHT auf den Kopf zu stellen. Der Effekt sind schmutzige Ränder und eventuell unerwünschte Stoffe, die sich durch die heiße Konfitüre aus dem Deckel lösen können. Der Unterdruck entsteht durch die abkühlende Konfitüre, der Deckel wölbt sich nach innen.
Farbe: Leider verliert Erdbeerkonfitüre ziemlich schnell an Farbe. Gerlachs Tipp: Ein paar pürierte Himbeeren oder Sauerkirschen oder andere stark dunkelrot färbende Früchte dazugeben. Diese geben dann ordentlich Farbe ab, ohne sich geschmacklich bemerkbar zu machen.

So, und nun geht's los!

1,5 kg Erdbeeren
Saft von 2 mittelgroßen Zitronen, sollte etwa 80ml ergeben
5 EL ganze Espressobohnen
500g Gelierzucker 3:1
2 Teefilter

:: Erdbeeren waschen, trocken und putzen. Die Hälfte der Erdbeeren mit Zitronensaft pürieren, die andere Hälfte in kleine Würfel schneiden. Wer eine samtige Konfitüre ohne Stückchen möchte, püriert die gesamten Erdbeeren.

:: Espressobohnen im Mörser etwas anstoßen und dann in die Teefilter füllen und diese verschließen.

:: Erdbeerpüree, Erdbeerstücken und Gelierzucker in einem großen Kochtopf mischen, die Espresso-Teefilter ebenfalls hineingeben und 3 bis 4 Stunden ziehen lassen, damit das Kaffeearoma in die Konfitüre übergehen kann.

:: Nach der Ziehzeit die Teefilter entfernen und (da muss man jetzt durch!) ordentlich ausdrücken, damit die ganze superaromatisierte Erdbeersoße rauskommt.

:: Die sterilisierten Gläser, einen Einfülltrichter und eine Schöpfkelle bereitstellen.

:: Den Topf auf den Herd stellen und bei starker Hitze aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei ständig rühren. Dann in die vorbereiten Gläser füllen und schnell mit den sterilisierten Decken verschließen - superheiß, attenzione! Abkühlen lassen, mit hübschen Schildern versehen (ich hatte für die Hochzeit Aufkleber bei Casa di Falcone bestellt) und dann verschenken ("Hab ich selbst gemacht!") oder im Vorratsschrank lagern und sich auf süße Wochenend-Frühstücke freuen.

Dienstag, 2. August 2011

Blumenkohl-Parmesan-"Kuchen"

Gibt es eigentlich ein deutsches Wort für herzhafte Kuchen? Also nicht für Quiches oder Tartes, da hierbei ja keine Creme zum Einsatz kommt, sondern für einen ganz "normalen" Kuchenteig - eben nur pikant. Mir jedenfalls fällt kein Wort ein, um das heutige Rezept zu beschreiben. Also nichts außer "extrem gut".
Das Rezept fand ich letztes Jahr bei Deb von smittenkitchen.com, die es wiederum von Yotam Ottholenghi hat. Dieser Kuchen war dann im Endeffekt der Grund, weshalb ich das vegetarische Kochbuch von Ottolenghi gekauft habe, mit dem ich seither eine wechselhafte Beziehung mit einigen Aufs und Abs führe.


Da das Wetter gerade mal wieder mitspielt, war dieser Kuchen, leicht abgekühlt und mit einem Salat versehen, das perfekte sommerliche Abendessen auf dem Balkon. Und jedes Mal, wenn ich einen herzhaften Kuchen oder eine Quiche in einer Springform mache, muss ich grinsend an meinen mecklenburger Onkel denken und an seinen erstaunten Ausspruch, als ihm eines Tages zum Mittagessen das Ergebnis eines neuen Rezepts vorgesetzt wurde (welche Avantgarde! Eine Quiche!): "Watt? Kauken tau Middach?" Klarer Fall von Was der Bauer nicht kennt...

Was der Bauer aber sicher kennt, sind Reste vom Vortag, kleingeschnitten und in der Pfanne gebraten. Das funktioniert mit dem Blumenkohl-Kuchen auch ganz hervorragend, in Würfel geschnitten und in etwas Olivenöl angebraten schmecken er mindestens genauso gut wie der Original-Kuchen. Böse Zungen behaupten sogar, noch besser. Tsssss.....



Blumenkohl-Parmesan-"Kuchen"

für eine 28er Springform

1 mittlerer Blumenkohl, ca. 600g-700g
1 große rote Zwiebel 
5 EL Olivenöl 
1/2 TL fein gehackter Rosmarin
10 Eier, Größe M (oder 8 Eier Gr. L)
180g Mehl 
2 1/2 TL Backpulver
1 gestrichener TL Kurkuma
200g Parmesan oder anderer Hartkäse
Salz, schwarzer Pfeffer 
2 EL (schwarzer) Sesam

:: Blumenkohl putzen und in kleinere Röschen brechen. In einen Topf geben, mit Wasser und 1 TL Salz bedecken und etwas weich kochen, ca. 8 -10 Minuten. Abgießen und im Sieb abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Zwiebel schälen, 2 bis 3 feine Ringe abschneiden, zur Seite stellen und die restliche Zwiebel grob hacken. Parmesan fein reiben.
Olivenöl in einer Pfanne (oder, Prinzip Abwaschminimierung: im "Blumenkohl-Topf") erhitzen und die Zwiebelwürfel mit dem gehackten Rosmarin bei mittlerer Hitze glasig braten, etwa 5 - 8 Minuten. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

:: Während Blumenkohl und die Olivenöl-Zwiebeln vor sich hin kühlen, Mehl mit Backpulver, geriebenem Parmesan, Kurkuma und 1 gestrichenen EL Salz verrühren.
Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten einfetten, dann mit Sesam-Samen ausstreuen.

:: Eier gut aufschlagen, dann die Olivenöl-Zwiebelmischung darunterrühren. Mehlmischung nach und nach unterschlagen, bis sich alle Klümpchen gelöst haben und dann die Blumenkohlröschen vorsichtig einrühren. In die Springform füllen und etwa 30 - 35 Minuten backen.

:: Aus dem Ofen nehmen und etwa 15 Minuten abkühlen lassen. Dann mit einem Salat servieren.




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