Sonntag, 30. Oktober 2011

Babyshower-Süß mit Mini-Cupcakes in schwarz und weiß


Spät kommt er heute, mein Sonntagssüß-Post. Geschrieben im Zug, einmal quer durch die Republik von München nach Hamburg, kurz hinter Kassel-Wilhelmshöhe - und immer noch im „Afterglow“ eines tollen Erlebnisses am Wochenende: Wir haben einer sehr lieben, sehr schwangeren Freundin eine Überraschungs-Babyshower ausgerichtet. Es war ganz wunderbar, und nachdem sie sich erst einmal von ihrer Überraschung erholt hatte, hat sie sich sehr gefreut - über die Party, natürlich auch über die Geschenke, und ganz sicher auch darüber, dass so viele Freundinnen aus allen Teilen Deutschlands angereist waren.

Am Vorabend haben wir gebacken und gebastelt wie die Weltmeister, am nächsten Morgen Girlanden aufgehängt, dekoriert, den Tisch gedeckt und die ersten Partygäste begrüßt. Es war auch für mich ganz toll, alle Mädels  wieder zu sehen! Und dann final der Blick von unserem Stargast, als sie ganz ungläubig durch die Tür kam – unbezahlbar und sehr herzerwärmend.

Wollt Ihr unser süßes Buffet für die werdende Mama und den kleinen Baby-Elefanten wissen? LemonSugar Snaps und Chocolate Cookies gab es, dann eine unglaublich köstliche, saftige Mohn-Quark-Torte von einer echten Café-Betreiberin und dann weiße und dunkle Mini-Cupcakes mit vanilligem Frischkäsefrosting.

Das Cupcakes-Rezept verrate ich Euch gern, und ein paar weitere Bilder findet Ihr, wenn Ihr runterscrollt, ebenso wie die Quellen, die wir im Netz für Inspirationen angezapft haben. Ich liebe Blogs!!! :-)



(Mini-) Cupcakes in schwarz oder weiß 
mit Vanille-Frischkäse-Frosting
Reicht für ca. 40 Mini-Cupcakes, oder für 12 normale

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker und der Puderzucker lässt sich hier aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

Ein wie ich finde gelingsicheres Rezept aus dem Buch derHummingbird-Bakery – nur wie immer mit einem Bruchteil des Zuckers.

Für die hellen Cupcakes:
120g Mehl

Für die dunklen Cupcakes:
100g Mehl
2 EL Kakaopulver

1 ½ TL Backpulver
80g Zucker
40g weiche Butter
120ml Milch
1 Ei
1 TL Vanilleextrakt

Für das Frosting:
100g sehr weiche Butter
100g Puderzucker
100g Frischkäse
1 TL Vanilleextrakt

:: Den Ofen auf 175°C vorheizen.

:: Für die hellen Cupcakes Mehl, Backpulver und Zucker mischen, dann zusammen mit der Butter zu einem krümeligen Teig verrühren  - so, als hätte man Sand, oder ganz feine Mini-Streusel in der Schüssel.

:: Falls Ihr Schoko-Cuppies backen wollt: Mehl, Kakao, Backpulver und Zucker mischen, dann mit der Butter zu feinen, sandigen Streuseln mixen.

:: In beiden Fällen geht es jetzt so weiter:  Die Hälfte der Milch unter die Streusel rühren und mixen, bis sich eben gerade so alles verbunden hat. Dann das Ei und den Vanilleextrakt unter die restliche Milch rühren und zum Teig geben. Alles mixen, bis sich ein glatter, homogener Teig ergibt. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Teig zäh.

:: In vorbereitete Förmchen füllen (vor allem bei Mini-Cupcakes geht das am saubersten mit einer Spritztülle), dabei bis 2/3 Höhe befüllen. Der dunkle Teig ist ziemlich flüssig.

:: Die Minis etwa 10-12 Minuten backen, die Großen ca. 20-25 Minuten. Stäbchenprobe machen, bei positivem Befund aus dem Ofen holen und gut auskühlen lassen.

:: Nun das Frosting anrühren: Butter und Puderzucker gut und ausgiebig verrühren, so dass sich eine cremige Masse bildet. Vanilleextrakt untermischen. Dann den Frischkäse einrühren und solange mixen, bis die Creme gleichmäßig ist und keine Klümpchen mehr bildet. Für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

:: Kurz vor dem Servieren das Frosting in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und hübsche Rosetten auf die Cuppies spritzen. Wem das zu tüdelig ist, kann die Creme auch mit einem Messer auf die Kuchen streichen und eventuell mit Streuseln verzieren.


Ein Teil unseres Buffets:



Gute Wünsche für den kleinen Elefanten und ein Quiz – hättet Ihr gewusst, wie die Babies von Adlern heißen? Oder von Dachsen?



Und was hübsches zum Mitnehmen für die Gäste gab's auch:



Und eine Reihe von hilfreichen Links zum Thema:

Baby-Belly-Party: Tipps für einen Trend, der auch langsam in Deutschland hochkommt.
Und gleich noch ein Link auf Deutsch: Baby Shower Party
Immer ein zuverlässiger Ideen-Lieferant: Hostess with theMostess
Süße Idee, wenn man das Geschlecht des Babys mit anderen zusammen herausfinden will (und mein Ideengeber für das „Lieber Kleiner Mann“-Spiel: The Pretty Blog: Gender Reveal Party.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Kürbiskern-Pesto

Puh, was für eine Woche. Und dabei ist es gerade mal erst Mittwoch!
Aber zum Glück gibt's immer noch gutes Essen, um die Laune wieder anzuheben. Kochen beruhigt und entspannt mich, und meistens lasse ich abends meine Tasche fallen, hänge die Jacke auf, ziehe die Schuhe aus - und sage natürlich erstmal Hallo zum Testesser. Aber dann geht's schnurstracks in die Küche. Während ich Gemüse schneide und mit Töpfen, Pfannen und anderem Gerät hantiere, lasse ich den Tag Revue passieren und alle Erlebnisse sacken. Danach bin ich dann auch wieder ansprechbar und ein gutes Eheweib. :-)

So, und weil es in dieser Woche alles bisschen schneller gehen muss, gibt's jetzt hier ruckizucki und ohne viele Worte ein Pesto, das gut in die Jahreszeit passt: Pesto aus Kürbiskernen. Passte ganz hervorragend zu gebratenen Kürbisscheiben, dazu gab es Salat und ein paar gebratene Garnelen.



Kürbiskern-Pesto
inspiriert von einem Rezept von Lamiacucina

60-70g Kürbiskerne
50ml Olivenöl
20ml Kürbiskernöl
20g Parmesan
1 Bund Basilikum
Salz, Pfeffer


:: Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie knallen. Vorsicht, die Biester verbrennen leicht!

:: Währenddessen Basilikum waschen und trockenschleudern, die Blättchen abzupfen. Parmesan reiben.

:: Kürbiskerne, Basilikumblätter und Käse mit den Ölen mischen und fein pürieren.

:: Ordentlich salzen, nach Geschmack pfeffern.

Bei uns gab es wie zu sehen ist, Kürbisspalten, die gewürzt und angebraten wurden, und dann so lange im Backofen verschwanden, bis sie weich waren, ca. 15 Minuten, je nach Dicke.



Montag, 24. Oktober 2011

Zupfkuchen mit Birnen.... und Küchlein

Wenn der Sonntagssüß-Post erst am Montag kommt.....
...dann war die Blogbetreiberin am Sonntag zu beschäftigt, um nach dem Backen und Fotografieren auch noch zu posten. Also klaue ich mir mal die Überschrift von Steffi und mache ein Mmmhhhooontagsrezept draus. Hat ja auch was.

Mein eigentlich geplantes Sonntagssüß ist total in die Hose gegangen. Es sollte Schokoladencookies geben, mit Cranberries und Kokos, inspiriert durch diesen Post von Elbmari. Frau Stewart hatte freundlicherweise auch ein ähnliches Rezept im Repertoire, aber irgendwie wollte es einfach nicht. Erst war der Teig zu krümelig, dann wurden die Cookies nicht fest... und beim letzten Blech, als ich mir extra Mühe gegeben hatte und noch ein paar dekorative Kokosstreusel auf die Teigklumpen rieseln ließ, da war ich für eine halbe Minute abgelenkt, vielleiht eine ganze... OK, zwei. Aber in diesen zwei Minuten sind die blöden Dingers einfach verbrannt, die Kokosflocken waren braun und hart.
Zum Glück war ja noch der Zupfkuchen geplant, den Testesser heute ins Büro mitgenommen hat. Und zum allergrößten Glück haben Teig und Füllung gereicht, um noch zwei Zupfküchlein in kleinen Förmchen zu backen. Puh! Sonntag gerettet!



Zupfkuchen mit Birnen
Das Rezept für den Schokomürbeteig stammt von der Homepage der LECKER, das für die Füllung habe ich aus einem uralten Kochbuch meiner Mutter.
Für eine 26er Springform.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**


Mürbeteig:
300g Mehl
150g Zucker
3 EL Kakao
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Ei
200g kalte Butter

pochierte Birnen:
2 große Birnen
Saft von 1/2 Zitrone
50g Zucker
1/2 Stange Zimt

Quarkfüllung:
1kg Magerquark
150g Zucker
1/2 Vanilleschote
3 Eier
200ml Sahne
1 Pck. Vanillepuddingpulver

:: Für den Mürbeteig Mehl, Zucker, Kakao, Backpulver und Salz in einer großen Schüssel mischen. Die Butter in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit dem Ei zur Mehlmischung geben. Relativ zügig einen Teig kneten, aber nicht zuviel (warum, steht übrigens hier). Meistens reicht es, wenn es keine Mehlnester mehr ergibt und die Krümel beim Zusammendrücken auch zusammen bleiben. Eine Kugel formen, in Folie wickeln und etwa 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

:: In der Zwischenzeit die Birnen pochieren. Dazu etwa 1 bis 1,5l Wasser zusammen mit Zucker, Zitronensaft und Zimtstange aufkochen. Die Birnen schälen, vierteln und entkernen. In den Sud geben und etwa 5-8 Minuten simmern lassen. Dann herausnehmen, abtropfen lassen und etwas abkühlen.

:: Jetzt ist Zeit, den Ofen anzuschmeißen: Vorheizen auf 180°C.

:: Für die Quarkfüllung den Magerquark mit Zucker und dem Mark der Vanilleschote verrühren. Die Eier einzeln unterschlagen. Das Vanillepuddingpulver mit der Sahne glattrühren und unter die Quarkmasse mixen.

:: Eine Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder einbuttern.

:: Den Teig aus dem Kühlschrank holen und halbieren. Eine Hälfte auf die Größe der Springform ausrollen und den Boden damit belegen. Aus ca. 2/3 der zweiten Teighälfte einen Rand formen.
3-4 EL Quarkmasse auf dem Boden verstreichen. Die pochierten Birnenviertel darauf verteilen und dann die restliche Quarkmasse auf Boden und Birnen gießen.
Den restlichen Teig nun entweder mit den Fingern auseinander zupfen und über die Quarkmasse krümeln, oder ausrollen und dann auseinanderzupfen und "fleckig" auf dem Kuchen verteilen.

:: 50-60 Minuten backen, bis die Quarkfüllung fest und leicht gebräunt ist.
Den Ofen ausschalten, die Backofentür aufmachen und das Rost etwas herausziehen, so dass der Kuchen nicht ganz draußen, aber auch nicht mehr ganz drinnen steht. Etwa 10 Minuten so stehen lassen. Bei mir ruscht der Kuchen auf diese Art nicht zusammen.

:: Komplett auskühlen lassen und am besten für 3 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit der Quark kompakt wird.


Donnerstag, 20. Oktober 2011

Cannelloni mit Fischfüllung und Kürbissauce


Seit neuestem sieht unsere Wohnung auch zum Ende der Woche hin noch ziemlich ordentlich und aufgeräumt aus. Normalerweise ließ das mit der Ordnung ja immer ein bisschen zu wünschen übrig, sobald der Wochenendputz eine Weile her war - spätestens Donnerstags lag Zeugs unsortiert umher, die Wäsche, die eigentlich in den Kleiderschrank gehört, führte ein eigenständiges Leben außerhalb desselben, und die Armatur im Badezimmer hatte sich das Funkeln für die Woche schon wieder abgewöhnt. Aber es nahte Hilfe! Hilfe in Form eines Blogs, den ich kürzlich entdeckt habe: Olga Ordentlich. Olga gibt jeden Tag Hinweise und Erinnerungen an die Ordnungsdinge, die grundsätzlich und immer erledigt werden sollten und jene, denen an ein bestimmter Tag gewidmet ist. Das finde ich prima, und seit ich mich gemäß dem Motto "jeden Tag ein paar Minuten" dem Putzen nähere, gehört viel mehr Wochenend-Zeit mir, in der ich sonst Kalkränder von der Armatur gekratzt habe. Übertrieben gesprochen. Witzig ist auf jeden Fall, dass ich seither jeden Tag halb-religiös meine Spüle putze.



Was hat nun Olga Ordentlich mit dem heutigen Post zu tun? Eigentlich nichts, außer dass ich finde, dass die Seite Aufmerksamkeit und viele Leser verdient - und dann doch wieder einiges. Ihr heutiges Thema ist die Reinigung des Kühlschranks. Mein Gefrierschrank müsste dringend mal abgetaut werden... gleichzeitig aber hatte ich vor, das Wochenende zum Anlegen von einigen Vorräten zu nutzen, Hühnerbrühe zum Beispiel, oder dieses geniale Kürbismus, das schon neulich die Kürbis-Cupcakes so schön herbstlich und saftig gezaubert hat, und mit dessen Resten ich diese Cannelloni gekocht habe.
Dilemma! Ich werde wohl heute abend herausfinden müssen, ob ich alle Reste, die im Gefrierfach lagern, nicht doch gewinnbringend verarbeiten kann, damit Platz ist für alle neuen "Projekte".

Das Rezept für die Cannelloni stammt von Steph aus dem Kuriositätenladen, und es ist wirklich mal außergewöhnlich. Aber sehr gut! Ich hab nur ganz faul auf die frischen Cannelloni verzichtet. Aber immerhin ist so eine weitere Schachtel aus dem Vorratsschrank verbraucht und macht Platz. Das gibt auch Bonuspunkte, finde ich.




Cannelloni mit Fischfüllung und Kürbissauce


Die Füllung & Sauce reichte bei mir für 20 Cannelloni.

2 Knoblauchzehen
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Öl zum Braten
500g Kürbismus, am einfachsten nach dieser Methode zubereitet und im Gefrierschrank aufbewahrt
125ml + 2 EL Weißwein
300ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Chili
500g Fischfilet (Seelachs, Lachs etc.)
250g Ricotta
3 Stängel Petersilie
geriebener Muskat
20 Cannelloni
1 Handvoll frisch geriebener Parmesan

:: Knoblauch pellen und fein hacken. Ingwer ebenfalls fein hacken. In einem mittleren Topf das Öl erhitzen, den Knoblauch darin anschwitzen und dann das Kürbismus dazugeben. Mit 125 ml Weißwein und der Brühe ablöschen, einmal aufkochen lassen und dann den Ingwer hineingeben, salzen und pfeffern. Alles bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen.

:: Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Während die Sauce köchelt, die Fischfüllung zubereiten: Filets waschen, trockentupfen und dann in kleine Würfel schneiden. Mit dem Ricotta und 2 EL Weißwein verrühren, salzen, pfeffern und mit Muskat abschmecken. Petersilie fein hacken und unterrühren.

:: Die Kürbissauce pürieren und mit Chili abschmecken. Die Hälfte der Sauce auf den Boden der Auflaufform gießen.

:: Die Fischfüllung in einen Spritzbeutel füllen und in die Cannelloni spritzen - das geht viel einfacher als die Füllung mit dem Löffel einzufüllen. Darauf achten, dass die Öffnung der Tülle groß genug ist, um die Fischstückchen durchzulassen. Damit hinten nichts rausquillt, den Spritzbeutel am besten mit einem Frischhalteclip verschließen.
Die gefüllten Cannelloni auf die Sauce legen und am Ende die restliche Sauce über den Cannelloni verteilen. Mit Parmesan bestreuen.

:: Etwa 30 Minuten backen, herausnehmen und vor dem Servieren ca. 10 Minuten auskühlen lassen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

Mit mir und den Möhren ist es so: Wir haben eine stabile, dauerhafte Freundschaft. Auch wenn wir uns mal eine Weile nicht sehen, haben wir uns spontan wieder lieb wenn wir uns treffen, so als ob wir nie getrennt gewesen wären. Auf dem Wochenmarkt kommt meistens ein Kilo in den Korb. Aber da beginnt auch die nicht so schöne Seite meiner Freundschaft zu den Möhren. Denn während der erste Teil der orangen Wurzeln meist roh als Snack genascht wird, langweilt sich der andere oft eine ganze Weile im Gemüsefach umher, wenn ich keine umgehende Verwendung für ihn habe.
Sehr häufig wird dann am Ende dann Möhrensalat daraus, aus gekochten Möhren - jeder, der mal versucht hat, "flexible" Möhren zu reiben, kann bestätigen, dass es enorn anstrengend ist.
Die Variante "Orientalischer Möhrensalat" stammt aus dem Buch Oriental Basics aus dem GU Verlag, das mir unter anderem Julia vom Blog German Abendbrot sehr ans Herz gelegt hat, und aus dem ich seither wirklich gern koche.
Bislang habe ich meine armen, übrig gebliebenen Möhren, die auf das Schicksal als Salat warteten, immer im ganzen gegart und dann (huh! hah! autsch! heiß!) gleich in Scheiben geschnitten und in die Marinade gelegt, da warmes Gemüse Dressing besser aufnimmt - alte Weisheit beim Kartoffelsalat machen. Das Buch Oriental Basics lässt die Möhren gleich in Scheiben geschnitten in den Topf springen. So ist es viel cleverer! Und wie würde Julia sagen? "Da schmatzt der Sultan." 





Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

1 kg Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
4 EL Olivenöl
Salz
1/2 TL Kreuzkümmel
1 Prise Zimt
1 unbehandelte Orange
3 EL Zitronensaft
1 EL flüssiger Honig
1 TL Paprikapulver 
je 3-4 Stängel Petersilie und Koriander

:: Möhren schälen und in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und vierteln, in Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Chili waschen und in feine Ringe schneiden - wer es nicht so scharf mag, entfernt Kerne und Häutchen.

:: 2 EL Olivenöl in einem Topf mit Deckel erhitzen, dann die Möhrenscheiben mit Zwiebeln, Knoblauch und Chili darin für ein paar Minuten anbraten. Mit 75 ml Wasser ablöschen und salzen, Kreuzkümmel und Zimt zugeben. Den Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze etwa 7 Minuten garen, hin und wieder umrühren.
:: Währenddessen die Orange heiß abspülen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Mit dem Zitronensaft und dem Honig verrühren, dann das Olivenöl unterschlagen. Mit Salz und Paprika würzen.

:: Im Möhrentopf sollte sich die Flüssigkeit  weitestgehend verabschiedet haben. Den gesamten Inhalt in die Salatschüssel zum Dressing geben und gut verrühren. Abkühlen lassen.

:: Petersilie und Koriander fein hacken, unter den Möhrensalat heben. Salat noch einmal abschmecken, dann servieren.

Dazu passt natürlich Fladenbrot.
 

Sonntag, 16. Oktober 2011

Perfekte Sonntagsbrötchen für Langschläfer

Bake Bread for World Bread Day 2011

Ich bin glücklich.
Glücklich, weil die Sonne scheint, weil es mir gut geht, glücklich, weil ich den besten Testesser der Welt habe, weil wir gerade unseren Urlaub festgemacht haben.
Und glücklich, weil ich endlich eine perfekte Lösung für selbstgebackene Sonntagsbrötchen gefunden habe.

Wir wohnen direkt neben einer Bäckerei. Deren Brot ist zwar gut, aber die Brötchen sind leider kein Gewinn. Deswegen, und weil es Sonntags keinen Spaß macht, sich in die elend lange Schlange anzustellen, versuche ich nun schon seit einer geraumen Weile, Sonntags selbst frische Brötchen aus dem Backofen zu zaubern. An und für sich sollte das ja kein großes Problem darstellen, aber ehrlich: wer ist denn bitte gewillt, am Sonntag zwei Stunden vorm Aufstehen auf den Beinen zu sein und Teig zu rühren und kneten, der dann mindestens eine Stunde gehen muss? Dann zurück ins Bett huschen und anschließend wieder raus, den Teig zu Brötchen formen und noch mal eine halbe Stunde gehen lassen? Und dann noch 20 Minuten backen? Also ich bewundere Leute, die das tun können - ich gehöre aber sicherlich nicht dazu. Ich hätte mich wahrscheinlich schon an ungebackenem Hefeteig sattgefuttert, bevor es Frühstück gäbe!

Schritt 1 zu meinem Sonntagsbrötchenglück fand ich neulich durch Zufall bei Aurélie. Ihre kleinen "Walnussbrötchen ohne Kneten" sahen umwerfend aus, und die Zutatenliste bestand aus haushaltsüblichen Dingen. Nachgebacken an einem Nachmittag - Perfektion. Aber eben nicht am Sonntagmorgen!
Aber dann schlug mich die Inspiration, genau zwischen die Augen: Kaltgehen! Das habe ich vor einigen Jahren mal ausprobiert und erinnerte mich, dass das ziemlich gut funktioniert hat. Das heißt: Der Teig wird wie gewöhnlich angerührt, dann aber nicht an einen warmen Ort gestellt, sondern direkt ab in den Kühlschrank, wo er über Nacht langsam gehen kann. Das heilige Ausschlafen war gerettet!!! Und auch für das zweite Gehen habe ich eine Lösung gefunden. Ab sofort kann ich im Bademantel die Brötchen formen, und nach dem Duschen, wenn der Kaffee duftet, die köstlichen Brötchen aus dem Ofen ziehen. Perfektes Timing,

Glücklich.

Glück muss man teilen, deswegen ist das hier auch mein Beitrag zum Blog-Event "World Bread Day 2011".





Sonntags-Brötchen 
mit Walnüssen und Honig
für 4 Stück

250g Mehl, Typ 550
1/2 TL Salz
100ml Wasser
100ml Milch
1 Tütchen Trockenhefe oder 1/2 Würfel Frischhefe
1 TL Honig
1 oder 2 Handvoll Walnusskerne

:: Mehl und Salz in einer großen Schüssel mischen.

:: Milch und Wasser erwärmen, die Hefe und den Honig darin auflösen. Dann zum Mehl geben und mit einem Holzlöffel unterrühren, dabei sollte sich ein ziemlich matschiger Teig ergeben.
Walnüsse unterrühren. Die Schüssel abdecken und über Nacht, nach meiner Erfahrung mindestens 8 Stunden, besser 10, im Kühlschrank gehen lassen.
Bei klassischer Warm-Führung: etwa 1 1/2 Stunden im Warmen gehen lassen.

:: Am nächsten Morgen den Teig zu 4 Brötchen formen und auf ein Backblech setzen. Ich bestreue mein Backblech ganz gern mit etwas Polentagrieß, dann kleben die Brötchen nicht und bekommen auch unten eine schöne Kruste.

:: Das Backblech mit den nicht gegangenen Brötchen in den ungeheizten (!) Ofen stellen und auf 220°C hochheizen - das Aufheizen übernimmt freundlicherweise den zweiten Geh-Vorgang.
Für die klassische Methode: Die Teiglinge 30 Minuten gehen lassen und dann in den vorgeheizten Ofen schieben.
Idealerweise werden die Brötchen mit Dampf gebacken: dazu entweder 100 ml Wasser nach dem Aufheizen auf den Ofenboden gießen oder sobald die Temperatur erreicht ist, mit einer Wasserspritze (ich habe dafür eine Blumenspritze umfunktioniert) mehrfach in den Backofen sprühen.

:: Für die Faule-Menschen-Langschläfer-Version die Brötchen ca. 30 Minuten backen.
Für Fleißige-Frühaufsteh-Bäcker: 20 Minuten backen.

:: Leicht abkühlen lassen und dann sein allerbestes "Hab ich selbst gemacht"-Lächeln aufsetzen!

Was auch funktionieren müsste: Die Brötchen nicht komplett fertig backen, sondern ein paar Minuten früher noch leicht blass aus dem Ofen nehmen, auskühlen lassen und dann einfrieren. Die TK-Brötchen dann zuende backen, wenn es einen danach gelüstet.


Donnerstag, 13. Oktober 2011

Quittensirup

Es gibt zwischen allen Obst- und Beerendüften kaum einen, der vergleichbar ist mit dem wunderbaren Duft, der aus einem Korb reifer, aromatischer Quitten entsteigt. Oder, wie in meinem Fall - dem Duft, der aus einer Aldi-Tüte voller reifer, aromatischer Quitten entsteigt. Die tollen Früchte kamen ganz nämlich pragmatisch, unromantisch zu mir, aber dennoch bin ich einfach glücklich, dass liebe Menschen mir welche geschenkt haben. Kiloweise.
Ein Teil wurde ganz klassisch zu Quittengelee gekocht, leicht mit Anis aromatisiert. Einen Teil steht bereit, um zu Quittenbrot bzw. Quittenkonfekt zu werden, mein Wochenend-Projekt, für das ich mich in einer Eigenschaft üben muss, die mir nicht so ganz vertraut ist: Geduld. Geduld braucht auch das Glas, in dem sich Quittenstückchen, Zucker und Wodka miteinander anfreunden, um hoffentlich in ein paar Wochen einen schönen Quittenlikör zu ergeben.
Und ein Teil wurde zu etwas, was meinem bisherigen Lieblings-Prosecco-Begleiter, dem Holunderblütensirup, mal locker den Rang ablaufen kann: Quittensirup. Er ist gleichzeitig frisch, fruchtig und süß, peppt Sprudelwasser genauso auf wie Prosecco und ist garantiert auch ein Gewinn für Quark oder Naturjoghurt, wenn einen der süße Hunger packt.
Die Zubereitung ist recht simpel, aber braucht ein bisschen Zeit - perfekt für Fernsehabende mit mäßig spannendem Programm. Die Action kommt erst ganz zum Schluss, da wurde der Mörder längst von den Kommissaren oder Detectives gefasst.



Quittensirup


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich in der Regel gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Hier steht ein Test aber noch an!**

Ergibt ca. 1 Liter Sirup.
Die Menge ist beliebig erweiterbar, aber genügend Flaschen bereitstellen!

A propos Flaschen: Meine Gläser und Flaschen bestelle ich immer hier im gleichnamigen Shop: glaeserundflaschen.de. Der Laden hat eine gute Auswahl, akzeptable Preise und die Lieferung erfolgt zuverlässig und gut verpackt. Da kann man ruhig mal Werbung machen. :-)


1kg Quitten
1l Wasser
200g Zucker
1 Zitrone

Utensilien: großer Topf, große standfeste Schüssel, Sieb, Küchentuch (zum Filtern, also vielleicht nicht gerade Omas besticktes Erbstück nehmen), Einfülltrichter, Schöpfkelle. Und natürlich ausreichend sterisilierte (!) Flaschen und Deckel.

:: Den Flaum gut von den Quitten abreiben. Er gibt sonst beim Kochen Bitterstoffe ab. Dann waschen und trocknen und die komplette Quitte in kleinere Stücke schneiden, dabei Stiel und Blütenansatz entfernen. Schale und Gehäuse können ruhig dranbleiben, die geben viel Geschmack ab.

:: Quittenstücke und Wasser im großen Topf aufsetzen, zum Kochen bringen und dann etwa 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Wer Zeit hat, lässt das Ganze jetzt für ein paar Stunden abkühlen und durchziehen, ansonsten geht es weiter über Los, ziehe 2000 EUR ein. Aber dann Vorsicht - die Biester sind heiß!

:: Das Sieb über die Schüssel hängen und die Quitten samt Saft hineingeben und abtropfen lassen. Währenddessen den Topf kurz ausspülen. Mit der Schöpfkelle und Muskelkraft die Quittenstücke in das Sieb pressen, damit so viel Saft wie möglich entsteht. Die Quittenreste entsorgen, das Sieb ausspülen, über den Topf hängen und mit dem Küchentuch auslegen. Den Quittensaft durch das Tuch filtern, damit alle Stückchen oder alles Mus entfernt wird. Der entstehende Saft sollte klar sein.

:: Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit dem Zucker zum Quittensaft geben. Alles aufkochen und dann etwa 10 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei rühren, rühren, rühren. Die Konsistenz wird dabei etwas dickflüssiger, sirupartiger. (Wenn das nicht ganz der Fall ist - keine Sorge, spätestens nach dem Abkühlen dickt der Sirup ein.)

:: Mit Hilfe des Einfülltrichters und der Schöpfkelle den heißen Sirup in die vorbereiteten Flaschen gießen und fest zuschrauben. Abkühlen lassen und dann entweder verschenken oder selbst darüber freuen.

Haltbarkeit: schätzungsweise 1 Jahr, kühl und dunkel gelagert.

Quittengelée: Etwas mehr Quitten nehmen, Saft wie oben kochen und dann 1,2 l Quittensaft mit 1 Päckchen Gelierzucker 3:1, dem Saft einer Zitrone und 1 TL Anissamen zu Gelée kochen, so wie beim Apfelgelée beschrieben. Ein kleines Sieb über den Einfülltrichter hängen, um die Anissamen herauszufiltern, und dann in Gläser füllen. Ergibt etwa 1600 ml Gelée.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Bandnudeln mit Rinderragout

 Vor ein paar Wochen stellte Denise bzw. ihr Alter Ego "Fräulein Ordnung" in ihrem Blog die Zeitschrift Menü vor. Das Titelblatt fand ich sehr schön, so hübsch lila - und noch schöner fand ich die Tatsache, dass der Verlag mir ein Probeexemplar schickte. Es ist, alles in allem, eine recht interessante Zeitschrift, nichts Weltbewegendes, erschütternd Neues, aber die Haptik mit mattem, dickerem Papier gefällt mir, und viele Rezepte haben einen Nachkochmarker bekommen. (Memo an selbst: neue Index-Marker kaufen!)
Interessanterweise war dabei ein Pasta-Gericht ganz weit vorn. Interessant deswegen, weil ich normalerweise die Augen verdrehe, wenn Kochmagazine schon wieder seitenweise Pasta vorstellen, als wenn es nichts anderes gäbe. Oder als wenn ihnen sonst die Ideen ausgehen würden. Diesmal jedenfalls fand ich die Idee von Bandnudeln mit Wildschweinragout sehr herbstlich und sehr passend.

In der Praxis stellte sich die spontane Beschaffung von nicht tiefgekühltem Wildschweinfleisch als eher umständlich heraus, der Händler auf dem Wochenmarkt hatte zwar dick "Herbstzeit ist Wildzeit" angepriesen, in kleinen Buchstaben stand aber darunter: bitte bestellen Sie bei uns! Na super.
Im Zuge der Vorratsoptimierung habe ich dann aber das wilde Schwein durch einen domestizierten Büffel ersetzt und kurzerhand ein würziges Rinderragout geschmort - und war geschmacklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Meiner Meinung nach war die angegebene Flüssigkeitsmenge allerdings etwas sehr knapp bemessen, ich habe sie sogar verdoppelt. Ich will ja schließlich auch Sauce haben! Beim nächsten Mal werde ich auch noch ein paar Pilze mitschmoren, Herbstzeit ist ja schließlich auch Pilzzeit!





Bandnudeln mit Rindsragout

aus menü September/Oktober 2011

400g Rindfleisch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Karotte
1 Stück Knollensellerie, ca. 70g
2 Zweige Rosmarin
2 Zweige Salbei
2 EL Tomatenmark
200ml Fleischbrühe
200ml Rotwein
Salz, Pfeffer
gehackte Petersilie zum Bestreuen
Bandnudeln nach Vorliebe und Hunger

:: Rindfleisch in Würfel schneiden, ca. 1cm groß.
Zwiebel in kleine Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken.
Karotte und Sellerie ebenfalls fein würfeln (meine Würfel waren eher grob, aber ich mag das ganz gern so.)

:: In einem Bräter oder einem Topf mit Deckel das Öl erhitzen und die Fleischwürfel darin solange braten, bis der austretende Fleischsaft verdunstet ist.
Zwiebel und Knoblauch dazugeben, sobald die Zwiebel glasig angedünstet ist, Karotten- und Selleriewürfel hineinwerfen. Alles weitere 3 Minuten braten. Dann Rosmarin und Salbei sowie das Tomatenmark unterrühren und noch mal 2 Minuten braten.

:: Mit Brühe und Wein ablöschen, pfeffern, salzen und dann Deckel drauf und alles etwa 40  bis 45 Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen. Hin und wieder checken, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist, im Zweifelsfall einfach noch mal einen Schluck Rotwein nachfüllen. Prost! Das Fleisch sollte jetzt schön angeschickert weich sein und die Sauce leicht eingedickt. Noch mal abschmecken.

:: Nudeln nach Packungsanleitung kochen, abgießen und mit dem Ragout mischen. Mit Petersilie bestreut servieren.





Sonntag, 9. Oktober 2011

Kürbis-Cupcakes mit Ahornsirup und karamellisierten Pecannüssen

Hallo Herbst!
Komm ruhig rein, schön, dass Du da bist! Geht's gut? Ja? Das freut mich. Ich meine, Du hast ja schon ordentlich zu tun gehabt in diesem Jahr, hast quasi schon Überstunden gemacht, bevor Deine Jahreszeit überhaupt begonnen hat! Sag mal, was war denn bitte mit Deinem Kumpel Sommer los in diesem Jahr? Der war ja gar nicht gut drauf. Irgendwie so... launisch, und teils richtig depressiv. Ob der mal zum Arzt sollte? So einen Gesundheits-Check durchführen lassen, wie ihn die Krankenkasse vorsieht? Red doch mal mit Petrus darüber. Oder vielleicht eine Therapie? Klar, ist teuer und bisschen peinlich (was sollen die Nachbarn sagen?), aber in Amerika macht das doch auch jeder.
Nun ja, ich kann mir vorstellen, dass es auf die Dauer nervt, Sommer zu sein. Jedes Jahr das gleiche Spiel, alle Welt will was anderes, nicht zu heiß, nicht zu kalt, aber regnen sollte es bitte auch nicht, schon gar nicht am Wochenende, und eigentlich soll man vor allem eins sein: Der Sunnyboy. Schlechte Laune dürfen Herbst und Winter haben, selbst dem Frühling verzeiht man eine gelegentliche Bockigkeit, er ist ja noch so jung, aber der Sommer, der Sommer darf nur gut gelaunt sein - der Florian Silbereisen unter den Jahreszeiten.
Nee, dass man da als Sommer durchaus mal einen Aussetzer hat oder gar einen Burnout erleidet, war eigentlich zu erwarten. Da müssen die anderen Jahreszeiten halt auch mal einspringen.
Sag dem Sommer viele Grüße von mir wenn Du ihn siehst, ja? Und gute Besserung.

Vielleicht bringst Du ihm ja auch einen von diesen unglaublich köstlichen Cupcakes mit, die ich für Dich gemacht habe? Mit selbstgemachtem Kürbismus und karamellisierten Pecannüssen. Mit Ahornsirup und einem kleinen Sahnehäubchen. Aber nimm selbst ruhig noch einen! (psst: schau auch mal bei Julie von mat&mi vorbei, da findest Du garantiert noch mehr sonntagssüße Dinge, die Dir gefallen könnten!)



Kürbis-Cupcakes mit Ahornsirup und karamellisierten Pecannüssen

Eigentlich wollte ich "Brown Butter Pumpkin Cupcakes" aus Martha Stewarts Cupcake-Buch backen, aber merke: Für "Brown Butter" sollte man auch wirklich Butter nehmen, keine Margarine, sei sie noch so laktosefrei. Gebräunte Margarine stinkt wie Motorenöl. Iiiiih. Das Web bietet eine Fülle an Rezepten, so wurde ich bei The Joy of Baking fündig, habe allerdings auf das Frischkäse-Frosting verzichtet.
Ahornsirup statt Zucker gibt eine schöne herbstliche Note und die Cupcakes werden dadurch nicht zu süß.

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Ahornsirup lässt sich aber gut durch Reissirup ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

Für 12 Stück

60g Pecannüsse
6 EL Ahornsirup 
200g Mehl
1 TL Natron
1 TL Zimt
1/4 TL gemahlener Ingwer

1/4 TL gemahlene Nelken
1/2 TL Salz

120g weiche Butter
100g Ahornsirup
2 Eier
1 TL Vanilleextrakt
1 Tasse Kürbismus - entweder auf diese supereinfache Art hergestellt: klick, oder den neulich bei Cynthia Barcomi gelesen Trick ausprobieren: 1 Gläschen Kürbis-Babybrei nehmen. Ich hab das Mus selbst gemacht, ging nach der witzigen Beschreibung auf dem Blog der Pioneer Woman wirklich einfach.
200ml Sahne
1 EL Ahornsirup

:: Eine kleine Pfanne erhitzen und die Pecannüsse darin 2-3 Minuten ohne Fett anrösten. Den Ahornsirup dazugeben, kurz aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze unter Rühren solange köcheln, bis die Nüsse mit Ahornsirup überzogen sind und kaum noch Sirup in der Pfanne umherschwimmt. Auf ein Stück Backpapier geben und schnell (!!!) auseinanderfriemeln. Falls das nicht machbar ist (man hat ja nur 2 Hände und das Zeug kühlt wirklich schnell aus!) macht das auch nix, man kann die Klumpen nachher kunstvoll zerkleinern.

:: Backofen auf 175°C vorheizen und eine 12er Muffinform mit Papierförmchen auslegen.

:: Mehl, Natron und Gewürze mischen. 
In der Rührschüssel Butter und Ahornsirup gut verrühren, dann die Eier einzeln unterschlagen. Vanilleextrakt unterrühren und dann abwechselnd Mehlmischung und Kürbismus unter den Teig rühren. Falls es zu fest wird, 2 EL Milch unterrühren.

:: 12 Pecannüsse zum Dekorieren zur Seite legen, den Rest grob hacken und unter den Teig ziehen.

:: Teig auf die Muffinförmchen verteilen und für ca. 20 Minuten in den Ofen schieben. Anschließend gut auskühlen lassen.

:: Sahne steif schlagen, dann vorsichtig tröpfenweise den Ahornsirup unterrühren und auf die Cupcakes spritzen oder (wie ich, ganz faul) einfach Häufchen auf die Küchlein klecksen. Mit den restlichen karamellisierten Pecannüssen verzieren.

:: Kaffee kochen, Beine hochlegen und Cupcakes und Kaffee genießen.


Donnerstag, 6. Oktober 2011

Pilz-Gnocchi (mit oder ohne Pastinaken)


Auf dem Markt wollte ich neulich Karotten kaufen. Ich trug mein Begehr dem Gemüsehändler vor, der zwar das Gewünschte einpackte, mich aber gleichzeitig auf norddeutsche, ruppig-charmante Art und Weise belehrte, dass das ja wohl "Wurzeln" wären, allerhöchstens noch Möhren. Aber keine Karotten! Karotten, demonstrierte er mir an einer unschuldigen Pastinake, die er anschauungshalber für mich in Form schnitze, Karotten wären kurz und rund, und die würden seit 20 Jahren nicht mehr produziert, junge Frau! Ich nahm beschämt meine Möhren, und um es halbwegs wieder gut zu machen, bat ich auch noch um ein Pfund eben jener Pastinaken. Das rettete meine Ehre, wenigstens ein Wurzelgemüse hatte ich richtig benannt.

Tja. Und dann hatte ich mein Pfund Pastinaken und fragte mich, was ich jetzt wohl damit anfangen sollte… Die Suche ergab in den meisten Fällen Püree, dicht gefolgt von gerösteten Pastinaken oder Suppen. Kennen wir schon, wollen wir nicht… dann fand ich „Pastinaken-Gnocchi“ und wusste, meine Suche hatte ein Ende.

Es war kein hollywoodmäßiges Happy End, da mir leider der Pastinaken-Geschmack zu wenig zum Vorschein kam, aber die Mischung mit in Salbeibutter geschwenkten Pilzen und gebratenen Gnocchi war sehr fein. Für ein fernsehfilm-taugliches Happy End hat es aber auf jeden Fall gereicht, und manchmal sind Fernsehfilme mit Happy End doch genau das, was wir an einem Wochenabend brauchen, oder?




Pilz-Gnocchi, mit oder ohne Pastinaken

600g Kartoffeln
400g Pastinaken – oder weitere 400g Kartoffeln
1 Ei
1,5 – 2 Tassen Mehl
Salz
2 EL Butter
500g kleine oder mittelgroße Champignons
2 Zweige Salbei
Pfeffer
Nach Geschmack: Parmesan

:: Kartoffeln waschen und in der Schale weich kochen. Pastinaken schälen und bissfest kochen.

:: Pilze putzen und die kleinen halbieren, die größeren in dicke Scheiben schneiden.

:: Kartoffeln und Pastinaken abgießen, ausdampfen und leicht abkühlen lassen, dann die Kartoffeln pellen. Zusammen mit den Pastinaken entweder durch die Kartoffelpresse drücken oder mit der Reibe grob in eine Schüssel raspeln.

:: Das Ei verquirlen und mit einer großzügigen Prise Salz unter die Kartoffeln und Pastinaken rühren. Dann Mehl nach und nach zugeben und unterkneten, mit einer Tasse anfangen und so viel zufügen, bis sich die Masse trocken anfühlt und nicht mehr klebt.

:: Den Teigklumpen in 4 Teilen schneiden und jeweils zu dünnen langen Würsten aufrollen, die etwa (frauen-)daumendick sind. Die Würste in 1 bis 1,5 cm lange Stücke schneiden. Zu kleinen Kugeln rollen und dann mit den Gabelzinken die gnocchitypischen  Rillen eindrücken.

:: Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser aufsetzen und die Gnocchi ggf. portionsweise ins kochende Wasser gleiten lassen. Wenn sie oben schwimmen, noch 3 Minuten köcheln lassen und dann abgießen.

:: Pilze und Salbei in einem Esslöffel Butter braten, in eine Schüssel geben und warm halten. Den zweiten EL Butter in der Pfanne schmelzen. Die Gnocchi darin braun braten, dann die Pilze hinzugeben, alles durchmischen und auf Teller geben.

:: Nach Belieben mit Parmesan bestreuen und servieren.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Zum Nachbacken unbedingt empfohlen: Rheinisches Schwarzbrot von Christina

Meinem persönlichen Fitnessfreak aka Testesser aka Ehegatten kann man es manchmal auch nicht recht machen: Erst beäugt er alle Kohlenhydrate mit großer Skepsis - und dann futtert er mir in einem Durchgang das halbe Schwarzbrot weg. Da ich bislang am liebsten das bereits gepostete Roggenbrot mit Nüssen gebacken habe, konnte ich also nie schnell für Nachschub sorgen, es sei denn, ich bin zum Bäcker geflitzt oder habe den Mann geschickt (immerhin hat er das Brot aufgegessen!). Keine Frage, das Roggenbrot ist unglaublich gut, aber die Vorbereitung dauert eben eine ganze Weile: 3 Tage vorher den Starter ansetzen, dann eine halbe Stunde kneten (lassen), eine halbe Stunde gehen lassen und dann backen.
Das geht auch schneller, wie ich begeistert festgestellt habe, nachdem ich Christinas Rezept des "Rheinischen Schwarzbrots" ausprobiert habe. Wie sie in ihrem schönen Blog Feines Gemüse beschreibt, ist es ratzfatz zusammen gerührt, auch ohne (!) Küchenmaschine, muss nicht erst lange gehen, sondern verschwindet gleich ganz platzsparend für 3 Stunden im Backofen. Heraus kommt ein körnerstarkes, kräftiges dunkles Brot, für das ich mal ganz locker ein aufwändiges Gericht stehen lassen würde. Beziehungsweise glücklich auf das Kochen desselben verzichten würde.

Christinas Originalrezept besteht aus Roggen- und Weizenschrot, es funktioniert aber hervorragend auch mit ausschließlich Roggenschrot, auch in der kompletten Roggenvariante ohne Weizenmehl habe ich es schon gebacken. Ich habe die Varianten in der Zutatenliste ebenfalls aufgeführt. Wer es noch etwas "gewürzter" mag, kann auch ein oder zwei Esslöffel Brotgewürz hinzufügen - für die Authentizität bürge ich dann aber nicht. :-)




Rheinisches Schwarzbrot
Ich habe Christinas Rezept halbiert, da 2 Laibe selbst mit einem Krümelmonster zu Hause ein bisschen viel sind.

140g Roggenschrot
140g Weizenschrot (oder dann insgesamt 280g Roggenschrot)
250g Weizenmehl, 550 oder 1050 (oder Roggenmehl 1150)
70g Leinsamen
70g Sesamkerne
50g Sonnenblumenkerne
1 gehäufter EL Salz
500ml Buttermilch
1 1/2 Würfel frische Hefe (ca. 60-65g - ich habe auch schon 1 Würfel plus 1 Tütchen Trockenhefe benutzt)
25g Rübenkraut bzw. Zuckerrübensirup oder Malzsirup

:: Backofen nicht vorheizen, aber eine Kastenform backfit machen. Einen Streifen Backpapier etwas größer als die Kastenform zuschneiden, mit ein paar Tropfen Pflanzenöl bestreichen. Einen Streifen Alufolie abreißen. Alles zur Seite stellen.

:: Schrot, Kerne, Mehl und Salz in einer großen Rührschüssel vermischen.
Buttermilch erwärmen und dann die Hefe in die Buttermilch  hineinbröckeln, auflösen, und anschließend das Rübenkraut unterrühren. Die Mischung in die Rührschüssel gießen und alles gut vermischen - das schafft nicht nur die Küchenmaschine, auch ein normaler Handrührer kann das mit den Knethaken spielend.

:: Den recht flüssigen Teig in die Kastenform füllen, mit dem geölten Backpapier abdecken und die ganze Sache mit Alufolie verschließen. Bei meinem ersten Versuch backte der Teig an der Alufolie fest, so dass ich die Alu-Überreste aus dem Teig popeln musste. Das Backpapier verhindert das freundlicherweise.

:: In den Ofen schieben, auf 150°C stellen und dann 3 Stunden backen. Nach dem Ende der Backzeit das Brot noch 15 Minuten im Ofen stehen lassen, dann herausnehmen und auskühlen lassen. Am besten noch ein paar Stunden oder gar einen Tag stehen lassen, damit es gut durchzieht.



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