Samstag, 31. Dezember 2011

Rustikales Brot - und ein Kochbuch-Review

Neulich durfte ich für Valentinas-Kochbuch.de testen. Hui, das war super! Und natürlich waaahnsinnig anstrengend, klar - besonders für den Testesser, der kritisch jeden Happen beäugte und ihn dann einem knallharten Urteil unterzog. ;-)
Getestet wurde "Gemüse satt. 140 vegetarische Lieblingsgerichte" von Alice Hart. Während ich das Buch im Laden wahrscheinlich stehen lassen hätte, da es mir zunächst als buntes Sammelsurium erschien, habe ich es im Laufe der Test-Zeit wirklich zu schätzen gelernt. Es finden sich tolle, meist recht einfach nachzukochende, aber überraschend leckere vegetarische Gerichte darin, ebenso wie kleine Tipps und Tricks, zum Beispiel für selbstgemachte Nussmilch oder Labneh, und Vorschläge für unterschiedliche, aber durch und durch vegetarische Menüs. Wir drei Kochbuchtester waren uns nicht immer in allem einig, aber auf jeden Fall darin, dass das Buch ganz sicher einen Platz im Regal verdient. Den Test findet Ihr hier bei Valentina, und das Rezept für mein Lieblingsgericht, das Eiercurry, auch. Und ich bin mir sicher, dass ich noch einige andere Sachen aus dem Buch mit Euch teilen werde.

Trotz allem Gemüse ist es witzigerweise ein Brotrezept, das sich zum Wiederholungstäter gemausert hat. Wie im letzten Post versprochen, ist es ein wirklich simples Rezept, das, wenn man es einfach nur ruhig vor sich her gehen lässt, ganz erstaunliche Ergebnisse erzielt: Gute, krosse Kruste und eine großporige, saftige Krume. Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass es ganz frisch am besten schmeckt, oder?
Brotbacknovizen und Hefehassern sei alle Angst genommen: Es erfordert keine großen technischen Fähigkeiten, keine künstlerischen Knettechniken und keinen vorsichtigen Umgang mit Hefe ("Jetzt! Luft anhalten! Nicht bewegen!"). Alles, was es braucht, ist etwas Zeit. Die nehmen wir uns.




Rustikales Brot

250g Weizenmehl, Type 550
250g Vollkornweizenmehl
1 Tütchen Trockenhefe
2 gestr. TL Salz
1 gstr. TL Brotgewürz (gibt's z.B. von Alnatura, oder im Reformhaus - oder man lässt es ganz weg)
etwas neutrales Speiseöl
Mehl für die Arbeitsfläche

Zum Backen: einen Bräter oder eine ofenfeste Form mit Deckel

Tipp zum Ansetzen und Backen: Wenn das Brot für das Wochenende gebacken werden soll, am besten am Freitagnachmittag oder abend den Teig ansetzen, dann kann es Samstag vormittag gebacken werden.

:: In einer sehr großen Schüssel beide Mehlsorten, die Trockenhefe, Salz und Brotgewürz verrühren. Dann 325ml lauwarmes Wasser dazugießen und erstmal mit dem Löffel durchrühren und anschließend ganz kurz mit den Händen kneten. Der Teig ist ziemlich matschig und sieht alles andere als fertig aus - das macht aber gar nichts.

:: Die Schüssel mit Klarsichtfolie stramm abdecken und den Teig darin 15 - 18 Stunden gehen lassen. Das Gute an der langen Gehzeit ist, dass der Teig auch ohne weiteres über Nacht in der (kühlen) Küche stehen kann, oder im Flur, oder sonstwo, wo er nicht im Weg rumsteht. Dabei muss dann kein Brimborium gemacht werden, dass es der Teig ja schön warm hat... ;-)

:: Nach der Gehzeit die Klarsichtfolie nicht wegwerfen. Der Teig ist jetztziemlich in die Höhe geschossen und zeigt Blasen oder Löcher (wo mal Blasen waren). Auf eine bemehlten Arbeitsfläche den immer noch ziemlich klebrigen Teig kurz durchkneten oder falten, vielleicht 1 Minute, nicht länger.  Die Schüssel mit ein paar Spritzern Speiseöl benetzen, die Teigkugel wieder hineinlegen und wenden, so dass alle Seiten mit Öl bedeckt sind. Die Klarsichtfolie fest um die Teigkugel legen und 15 Minuten ruhen lassen.

:: Jetzt muss der Teig noch mal 2 Stunden gehen: Laut Rezept auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit etwas Folie abdecken - kein Geschirrtuch, der Teig würde daran kleben -, der Einfachheit halber transferiere ich den Teigklumpen lieber in eine neue, saubere Schüssel und lasse ihn dort noch einmal gehen.

:: Ca. 15 Minuten vor Ende der Gehzeit einen Bräter mit Deckel in den Backofen schieben und auf 220°C heizen.

:: Den Bräter vorsichtig aus dem Ofen nehmen, den Teig hineinsetzen ("hinein fallen lassen" trifft es eher...) und den Deckel wieder aufsetzen. 30 Minuten backen, dann den Deckel abnehmen - vorsicht, das ist heiß und dampft gemein! - und 15 Minuten unbedeckt zu Ende backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.


Mittwoch, 28. Dezember 2011

Griebenschmalz mit Apfel und Zwiebeln - ein verspätetes Geschenk aus der Küche

Vegetarier, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Am besten wegklicken und in zwei Tagen wieder vorbeischauen, dann poste ich was Neues. :-) Und alle, die schon jetzt auf nachweihnachtlicher Diät sind, sind heute auch nicht zwingend meine Zielgruppe. Aber all diejenigen, die noch ein verspätetes Selbermach-Geschenk brauchen, die sollten jetzt unbedingt die Ohren spitzen. Klar weiß ich, dass Griebenschmalz Ende 2011 nicht zwingend der letzte Schrei in der Küche ist, eigentlich ist es herrlich altmodisch, aber ich kenne tatsächlich Leute, die für ein gutes Schmalzbrot so einiges stehen lassen würden. Zwei davon gibt es direkt in meiner Familie, und da wir uns dieses Jahr über Weihnachten einfach so davon geschlichen haben, gibt es jetzt erst nach den Feiertagen Geschenke. Eingedenk meines kleinen Wutanfalls vor Weihnachten bestehen diese auch tatsächlich zum allergrößten Teil aus hausgemachten Dingen. Ich bin gespannt, wie sie ankommen, ich habe da ja schon positive und leider auch negative Erfahrungen gemacht. Oft ist es sicherlich nicht einmal böse gemeint vom Beschenkten, aber die Motivation, Selbstgemachtes zu verschenken, sinkt erheblich, wenn man Jahre danach das mit feinen und teuren Zutaten angerührte Kräuteröl immer noch in seiner Originalverpackung im Küchenschrank stehen sieht... Für das Griebenschmalz besteht aber berechtigte Hoffnung, meine Großeltern haben schließlich immer ein gekauftes daheim, da sollte das vom Enkelkind doch wohl recht sein, oder?

Also frisch ans Werk, alle, die noch Tante Inge oder Großonkel Werner zu bedenken und noch ein paar Stunden Zeit haben. Das Rezept für ein ganz einfaches, aber unschlagbar leckeres Brot poste ich demnächst, aber bis dahin tut's sicher auch ein kräftiges Bauernbrot vom Lieblingsbäcker um die Ecke, oder?



Griebenschmalz mit Apfel und Zwiebeln

Ein Mix aus dem Rezept vom mal-wieder-Kochbuch Geschenkideen aus der Küche (was würde ich ohne dieses Buch tun?!) und einem Rezept aus der Küchengötter-Datenbank.

Bevor es losgeht: Alle Fenster öffnen. Es raucht! Und: keine Panik, wenn das flüssige Fett alles andere als hell aussieht. Es wird wirklich wieder ganz weiß und cremig, versprochen.

500g Rückenspeck vom Schwein (am besten ist grüner, also unbehandelter Speck, wenn es den nicht gibt, geht auch leicht geräucherter)
2 Zwiebeln
1 säuerlicher Apfel
5 Zweige Thymian
Salz, Pfeffer

2 sterilisierte Gläser mit Deckel à 250ml

:: Den Speck ggf. von der Schwarte befreien und dann in Würfel schneiden, ca 1/2 cm Kantenlänge.

:: Die Speckwürfel in einen großen Topf mit schwerem Boden geben und über ganz kleiner Hitze langsam auslassen. Die Würfel werden dabei glasig und verlieren an Volumen. Das kann etwa 30 Minuten dauern. Die Hitze wirklich minimal halten, die Speckies sollen noch nicht braun werden. Immer mal wieder umrühren, damit auch wirklich alle Würfel ihr Fett wegkriegen. ;-)

:: Wenn die Würfel merklich kleiner geworden sind und in viel Fett schwimmen, das leicht anfängt zu blubbern, die Hitze auf mittlere Stufe erhöhen und die Speckwürfel kross zu Grieben braten, das dauert auch eine ganze Weile, ca. 20 - 30 Minuten. Darauf achten, dass sie nicht verbrennen, im Zweifelsfall kurz vom Feuer ziehen. Die Speckwürfel sollten, wenn man sie aus dem Fett hebt, goldgelb aussehen und knusprig sein. (Ja, probiert ruhig mal, es ist alles andere als eklig, sondern leider *seufz* ziemlich lecker, bisschen wie Schinkenchips. Oh Gott, ich hab grad zugegeben, dass ich Schinkenchips mag.)

:: Währenddessen die Zwiebeln pellen und fein würfeln. Den Apfel vierteln, schälen und entkernen, dann ebenfalls fein würfeln, getrennt aufbewahren.

:: Einen zweiten Topf und ein Metallsieb bereitstellen. Auf keinen Fall eine Plastikschüssel und ein Plastiksieb nehmen, das Fett ist derartig heiß, dass es beides verschmurgeln würde. Das Metallsieb mit 2 Lagen Küchenpapier auslegen und über den Topf hängen. Jetzt das heiße Fett und die Grieben in das Sieb geben. Dabei wird schätzungsweise etwas krümeliger brauner Rest im Topf zurückbleiben, den vorsichtig auswischen - der Topf ist ziemlich heiß.  Die Grieben am besten im Sieb weiter abtropfen lassen, aber so, dass sie das flüssige Fett nicht berühren.

:: 3 EL flüssiges Fett in den großen Topf zurückgeben und darin die Zwiebeln bei mittlere Hitze ca. 10 Minuten anschwitzen. Die Apfelwürfel dazugeben und weitere 5 Minuten braten, dann die Thymianblättchen von den Zweigen zupfen und zusammen mit Zwiebel und Äpfeln noch mal 5 Minuten braten. Die Zwiebeln sollten jetzt leicht gebräunt und die Äpfel weich sein.

:: Die Grieben unter Zwiebeln und Äpfel mischen, salzen und pfeffern, und gleichmäßig auf die beiden Gläser verteilen. Das wahrscheinlich noch flüssige zukünftige Schmalz darübergießen. Die festen Bestandteile werden sich erstmal am Boden absetzen, deswegen muss das Ganze jetzt eine Weile abkühlen. Immer mal wieder checken - wenn das Schmalz hell und cremig wird, gut durchrühren, so dass alles gleichmäßig verteilt ist. Dann die Gläser verschließen und alles komplett erkalten lassen.

Haltbarkeit: mindestens 3 Wochen, im Kühlschrank (empfohlen) länger.



Montag, 12. Dezember 2011

Alkoholfreier Punsch - endlich einer, der schmeckt!

Wenn man einmal auf dem Weihnachtsmarkt einen alkohlfreien Glühwein trinken möchte, ist man ziemlich verratzt. Alles, was die Stände in der Regel zu bieten haben, ist Kinderpunsch, und seien wir ehrlich - der schmeckt grauenhaft. Viel zu süß, viel zu künstlich. Da verzichtet man doch lieber gleich ganz. Auch im Supermarkt ist das Angebot eher übersichtlich, auch hier gibt es nur den überzuckerten "Punsch" aus Fruchtnektaren. Dann könnte ich auch gleich Capri-Sonne erhitzen...
Auf Valentinas-Kochbuch.de fand ich aber neulich einen "Jägerinnenpunsch", der sich genau nach dem anhörte, was mir wirklich schmecken könnte: Mit kräftigem Fliederbeersaft, Süße aus Apfelsaft und etwas Honig und weihnachtlich durch ein paar Gewürze. So mag ich das! Der Punsch wird dunkel, kräftig fruchtig und ist eindeutig was für Erwachsene! Perfekt also für alle, die noch mit dem Auto heimfahren wollen.

À propos Valentinas Kochbuch... schaut dort doch mal im Laufe der Woche vorbei! Mit anderen kochfreudigen Testern habe ich für die Website nämlich ein sehr schönes Kochbuch getestet, und die Rezension wird in den nächsten Tagen erscheinen.

Mit dem Punsch proste ich Euch jetzt zu und verabschiede mich in den Weihnachtsurlaub. Ich wünsche Euch eine wunderbare Adventszeit und schöne, ruhige oder aufregende Feiertage. Ich hoffe, Ihr habt Euer Gedicht für Knecht Ruprecht, den Weihnachtsmann oder das Christkind parat?

Den Anhänger (und andere hübsche!) gibt's bei titatoni!

Alkoholfreier Jägerinnenpunsch
von Valentinas Kochbuch

1/4l Wasser 
Schale von 1/2 unbehandelten Bio-Zitrone
1/2 Zimtstange
2 Nelken oder 1 Prise Nelkenpulver
1/4l Apfelsaft
1/2l Holunderbeersaft (Direktsaft, kein Nektar)
2 Bio-Orangen
Honig bzw. Reissirup nach Belieben

:: Wasser mit Zitronenschale, Zimt und Nelken zum Kochen bringen. (Probieren ist jetzt noch nicht so günstig - das schmeckt nur nach Nelken. Aber es wird, versprochen!)

:: Apfelsaft und Holunderbeersaft angießen und erhitzen, aber nicht kochen. Orangen auspressen und den Saft zum Punsch geben. Nach Belieben mit Honig abschmecken.

:: Durch ein Sieb in Gläser oder in eine Thermosflasche füllen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Schokoladen-Cantuccini

Gegen Schneematsch-Grau draußen hilft am besten... Schokolaaaaaade! Deswegen kommen meine ersten (und, äh, letzten) amtlichen Weihnachtsplätzchen dieses Jahr auch ganz anders daher, kein Zimt, kein Anis, einfach nur ganz viel Kakao und Schoki. Und Haselnüsse. Wer hätte gedacht, dass Haselnüsse so gut schmecken können? Mit Haselnüssen verhält es sich bei mir nämlich wie mit orangen Gummibärchen: Sie bleiben in einer Mischung immer bis ganz zum Schluss übrig, und werden nur im Notfall gegessen, bei akutem Hunger. Deswegen wollte ich eigentlich die Haselnüsse schon durch Mandeln ersetzen, aber dann gab ich dem originalen Brigitte-Rezept doch eine Chance. Und es hat sich gelohnt! Die Cantuccini sind allerdings ziemlich in die Breite gegangen, was dem Geschmack keinen Abbruch tut, aber doch etwas von der Originalform abweicht. Zwei Eier anstelle von dreien reichen meiner Ansicht nach völlig aus, was auch eine kurze Recherche in anderen Blogs und Backbüchern bestätigte. 

Ansonsten: Backofen anschmeißen, Cantuccini backen, den Lieblingskaffee kochen und dann die Kekse hineinstippen. Füße hoch. Advent. A propos: mehr Advent gibt's heute bei Julie von mat & mi und später dann auch bei Pinterest.


Schön, wenn man erst auf dem Foto merkt, 
dass Glaskorrosion am Werke war... seufz.
 
Schokoladen-Cantuccini
für ca. 50 Stück 

150g ganze Haselnusskerne (idealerweise gehäutete, ansonsten rösten wie unten beschrieben) 
75g dunkle Schokolade
180g Mehl
150g Zucker
50g Kakaopulver
1 Prise Salz
1 TL Natron
2 Eier, Gr. M (Original: 3)

:: Backofen auf 200°C vorheizen. Die Haselnüsse auf einem Backblech verteilen und im Ofen etwa 12 Minuten rösten, dann in ein Küchenhandtuch geben und kräftig aneinander reiben, dabei sollte sich schon ein Teil der Haut ablösen. Abkühlen lassen, dann nochmal ordentlich rubbeln. Wenn nicht alle Haut abgeht, ist das aber auch kein Drama. Nüsse und Hautreste trennen. 

:: Ofen auf 160° herunterschalten, ein Backbleck mit Backpapier belegen.

:: Während die Nüsse abkühlen, die Schokolade mittelfein hacken, in ca. 1/2cm-Stückchen.

:: Mehl, Zucker, Kakao, Salz und Natron zusammen in eine Schüssel sieben, gut vermischen. Dann in der Rührschüssel die Eier leicht schaumig aufschlagen. Mehl-Mischung einrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Haselnüsse und Schokolade unterrühren und dann aus dem ziemlich matschigen Teig 2 "Würste" in einigem Abstand auf  das Backblech formen. Ausrollen ist hier allerdings sinnlos, dazu klebt der Teig zu sehr. Am besten löffelweise auf das Backblech geben und so die Würste formen.

:: 30 Minuten backen, dabei zerlaufen die Würste in die Breite und bekommen eine kleine Kruste.
Anschließend herausnehmen, 15 Minuten abkühlen lassen und derweil die Hitze auf 140°C reduzieren. Die in die Breite gegangenen Teigwürste in ca. 1cm breite Scheiben schneiden, dann auf die Seite legen und weitere 30 Minuten backen, dabei evtl. einmal umdrehen.

:: Komplett auskühlen lassen, dabei werden die Cantuccini knusprig.

Samstag, 10. Dezember 2011

Gebrannte Nüsse, süß und scharf

Wenn Ihr Honig-und-Senf-Knabbereien genau so gern mögt wie ich, dann habe ich hier etwas für Euch, und gleichzeitig eine Geschenkidee für all Eure Lieben, die von dem Zeug auch nicht die Finger lassen können: Gebrannte Nüsse mit süß-pikanter Honig-Senf-Kruste. Einerseits sind gebrannte Mandeln oder Nüsse ein Weihnachtsklassiker, andererseits aber ist diese Version eine schöne geschmackliche Abwechslung zu all dem Zimt und den Spekulatiusgewürzen. Denn diese Nüsse haben es in sich: süß durch brauen Zucker und Honig, pikant durch Senf, leicht scharf durch eine Prise Chili und abgerundet von einem Hauch Meersalz. Und dann auch noch knackig. Snacker-Herz, was willst Du mehr?! Fix und fertig hergestellt in weniger als 30 Minuten, und alles was es braucht, sind ein Topf und der Backofen.

Die gebrannten Nüsse sind ein wahres Last-Minute-Geschenk, denn frisch zubereitet schmecken sie am besten.



Gebrannte Nüsse mit süß-pikanter Honig-Senf-Kruste
Ein weiteres Rezept aus Geschenkideen aus der Küche. Das Buch entwickelt sich zu meinem Top-Buch 2011. Deshalb werde ich mich auch hüten, es zu verschenken - am Ende wissen die Leute dann womöglich, woher ich die Ideen habe! :-)


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Dunkler Zucker lässt sich wohl gut durch Sukrin Gold ersetzen, den Honig kann man durch Reissirup austauschen.**

1 EL Butter
25g dunkler Zucker
2 EL Honig
1,5 EL mittelscharfer Senf
1/4 - 1/2 TL Chilipulver
1 Prise feines Meersalz
200g gemischte Nüsse, besonders eignen sich Cashews, Pecannüsse, Haselnüsse oder Mandeln. Walnüsse sind OK, durch ihren intensiven Eigengeschmack kommt aber die Glasur zu kurz.

:: Backofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

:: In einem Topf über milder Hitze die Butter und den braunen Zucker erhitzen, bis die Butter und ein Großteil des Zuckers geschmolzen ist. Vom Herd ziehen, Honig, Senf, Chili und Salz gut unterrühren und dann die Nüsse unterheben, bis alle gleichmäßig mit der Glasur überzogen sind.

:: Nun am besten mit einem Schöpflöffel die Nüsse aus dem Topf nehmen und gleichmäßig auf dem Backblech verteilen. (Die über bleibende Honig-Senf-Glasur ist jetzt zum Topfausschlecken freigegeben!) In den Ofen schieben und ca 15 Minuten backen.

:: Herausnehmen, auskühlen lassen und entweder sofort hübsch verpacken und gleich verschenken oder bis zum Verpacken&Verschenken in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Durch die Butter in der Glasur wird diese sonst wieder weich und klebrig, wenn sie zuviel Luftfeuchtigkeit abbekommt.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Noch mehr Geschenke aus der Küche: Dunkle Nuss-Schoko-Creme & Mandel-Creme mit weißer Schokolade

Vor lauter Weihnachtsmarktbesuchen und sonstigen Aktionen bleibt gar keine Zeit zum Kochen oder Backen, geschweige denn zum Bloggen. Jetzt aber gibt's was auf den Löffel, was ganz feines. Wobei ich zunächst mit einer Wahrheit ans Licht rücken muss: Ich mag kein Nutella. Echt wahr. Selbst als Kind war mir das Zeug supekt und die Nutella-Liebe meiner Freunde ein Rätsel. Seit ich halbwegs weiß, was da drin ist, mache ich sowieso einen großen Bogen drum.

Falls Ihr trotzdem noch da seid und weiterlest und nicht sofort ungläubig weggeklickt habt, kommt jetzt das Aber. Ich habe nämlich eine Schoko-Nuss-Creme gerührt, die so unglaublich gut schmeckt, dass ich jetzt wohl ansatzweise verstehen kann, warum andere Menschen Nutella mit dem Löffel essen. Und dabei ist die selbstgemachte Creme um Lichtjahre besser, weniger süß, nussiger, dunkler, intensiver schokoladig. Löffel-abschleck-verdächtig.
Da es mit dunkler Schokolade und Haselnüssen so super geklappt hat, habe ich das ganze gleich auch noch mal in Weiß gemixt: mit Mandeln, weißer Schokolade und Vanille. Im Duo ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für Sonntagsfrühstücksliebhaber!
Die Idee für die dunkle Creme stammt aus dem großartigen Buch von Nicki Stich und Coco Lang, Geschenkideen aus der Küche.



Dunkle Nuss-Schoko-Creme &
Mandel-Creme mit weißer Schokolade

**Dies sind keine zuckerfreien Rezepte, gerade weiße Schokolade enthält sehr viel Zucker. Wenn Ihr zuckerfreie Schoki entdeckt, dann immer los!**

für jeweils 1 Glas à 200ml

Nuss-Schoko-Creme:
150g gehackte Haselnüsse (oder ganze, gehäutete)
150g dunkle Schokolade, Kakaogehalt nach Vorliebe, meine hatte ca. 70%
1 EL Kakaopulver

Mandel-Creme:
200g ganze Mandeln
100g weiße Schokolade
1/2 Vanilleschote

:: Für die dunkle Creme die Haselnüsse in einer großen Pfanne unter Rühren und Schwenken anrösten, bis sie etwas Farbe annehmen und leicht duften - aber immer ein Auge drauf haben, der Grat zwischen blass und verbrannt ist schmal. Kurz auskühlen lassen. In die Küchenmaschine oder die Moulinette geben und fein mahlen. Nach kurzer Zeit wird das Fett "austreten" und die Masse weich werden lassen. Weitermahlen.... zunächst ist die Haselnussmasse krümelig und matt, aber irgendwann wird sie glatt und glänzend - das ist der Aggregatzustand, den wir wollen!

:: Dunkle Schokolade hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Mit dem Kakaopulver zu den Haselnüssen geben und noch einige Zeit in der Küchenmaschine weitermixen, bis die Creme glatt und sämig ist.

:: In ein sterilisiertes Glas gießen und verschließen. Einige Stunden abkühlen lassen, damit die Creme fest wird.

:: Für die Mandelcreme mit weißer Schokolade zunächst die Mandeln blanchieren: Dazu die Mandeln in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser begießen, so dass sie bedeckt sind. Ca. 15 Minuten stehen lassen, danach lassen sich die Mandeln leicht aus der Schale schnipsen. Auf ein Backblech legen und trocknen lassen - am einfachsten gleich die feuchten Mandeln in den warmen Ofen schieben, dann werden sie direkt etwas geröstet. Anschließend abkühlen lassen.

:: Mandeln in die Küchenmaschine etc. geben und wie die Haselnüsse fein mahlen. Allerdings haben Mandeln weniger Fett als Nüsse und so wird von der Küchenmaschine mehr abverlangt, sie müssen länger gemahlen werden, um eine glatte Masse zu bilden.

:: Weiße Schokolade hacken und über dem Wasserbad schmelzen. Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen, dieses zu den Mandeln geben. Flüssige Schokolade zur Mandelmasse gießen und auch hier noch einige Minuten weitermixen, bis die Creme fein und sämig ist.

:: In ein sterilisiertes Glas gießen, verschließen und abkühlen lassen.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Geschenke aus der Küche: Früchtebrot

Ich habe beschlossen, dass ich mit der Weihnachtsstimmung verfahre wie mit jedem anderen kreativen Prozess: Eine glückliche Inspiration ist selten, also muss aktiv daran gearbeitet werden. Dementsprechend habe ich nun doch die Weihnachtskugeln herausgeholt und angefangen, Süßes und Feines zu backen. Und siehe da - ich erwischte mich beim Jingle-Bells-Summen. Geht doch!

Das Früchtebrot ist eine tolle Annäherung in Schritten an das Weihnachtsfeeling, da es über zwei Tage verteilt gebacken wird, mit langen Zieh- und Gehpausen dazwischen. Ein ideales Projekt für das Wochenende, wenn man Samstag morgens beginnt, kann man zum Sonntags-Kaffee bereits das erste Stückchen naschen. Wobei ein paar Tage zum Durchziehen dem Brot sehr bekommen - also ein perfektes Selbermach-Geschenk, wenn es kurz vor Weihnachten gebacken wird.
Die angegebene Menge ergibt sechs kleine Laibe, was mir zunächst wie eine Großfamilienpackung vorkam. Aber überraschenderweise sind bereits vier davon verschenkt worden oder als Geschenk geplant, und der fünfte war von uns selbst so schnell verputzt, so dass wir froh sind, noch ein weiteres Brot für uns zu haben.

Weitere adventliche Anregungen für das Weihnachtsfeeling sammelt heute Katrin von Lingonsmak hier und hier.



Früchtebrot
für 6 Laibe, aus der Küchengötter-Datenbank
Orangeat und Zitronat habe ich aufgrund von wirklich tiefgehender Abneigung weggelassen und durch Schalenabrieb von Zitrone und Orange ersetzt, wer auf die kandierte Schale nicht verzichten möchte, fügt jeweils 100g jeder Sorte hinzu.

750g gemischtes Dörrobst
200g getrocknete Feigen
50g Datteln, entsteint
1 L Wasser
600g Mehl (Type 550)
1 Würfel Hefe
50g Zucker
75g Haselnüsse
100g blanchierte Mandeln*
75g Korinthen 
abgeriebene Schale von je 1 unbehandelter Orange und Zitrone
2 TL Zimtpulver 
1 TL Anissamen 
1 Msp. gemahlene Nelken
1 Msp. gemahlenes Piment 
Mehl für die Arbeitsfläche 

* falls es keine blanchierten Mandeln zu kaufen gibt bzw. diese unverschämt teuer sind, macht es so wie die Großmütter: Mandeln in ein Schüsselchen schütten, kochendes Wasser darübergießen, so dass es die Mandeln bedeckt, und nach ca. 10 Minuten ist nicht nur das Wasser lauwarm, sondern die Schalen sind auch weich geworden, so dass man die Mandeln ganz einfach aus den Schalen "rausschnipsen" kann. Auf ein Küchenpapier zum Abtropfen legen und etwas trocknen lassen. Fertig.

:: Tag 1, vormittags: Das Dörrobst, die Feigen und die Datteln in einen großen Topf mit Deckel geben und mit 1 Liter Wasser begießen. Bis zum Abend stehen lassen.

:: Tag 1, abends: Die eingeweichten Trockenfrüchte in ihrem Einweichwasser zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen, die Flüssigkeit auffangen (brauchen wir noch!). Alles ein bisschen abkühlen lassen und dann die Früchte klein schneiden.

:: Das Mehl in eine sehr große Schüssel sieben, eine Mulde hineindrücken. In einem kleinen Schälchen 6 EL vom noch lauwarmen Früchtesud und 1 TL Zucker mischen und die Hefe darin auflösen. Vorsichtig in die Mulde gießen. Mit etwas Mehl vom Rand vermengen und 15 Minuten stehen lassen.

:: Währenddessen die Haselnüsse und 50g Mandeln sehr grob hacken (halbieren oder vierteln) und mit weiteren 6 EL Früchtesud, Korinthen, Orangen- und Zitronenabrieb und den Gewürzen mischen. In die Teigschüssel geben und alle Zutaten gut miteinander vermischen. Seid gewarnt: Das ist kein kompakter Teig, sondern eine ziemlich Matscherei, weshalb "Teig kneten" hier wirklich nicht zutrifft. ;-)
Teigschüssel mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht bei Zimmertemperatur gehen lassen. Zweifle nicht, lieber Bäcker: das geht gut hoch!

:: Tag 2, morgens: Den Teigklumpen noch einmal durchmatschenkneten dann in 6 gleichgroße Stücke teilen. Trotz des Gehens wird der Teig immer noch sehr sehr weich sein und an den Händen kleben. Am besten stellt man sich ein Schälchen mit neutralem Speiseöl daneben, mit dem man immer wieder mal die Hände einreibt, dann bleibt weniger kleben und der Teig lässt sich besser formen.
Die 6 Teigklumpen zu Laiben formen und mit den restlichen Mandeln verzieren. Auf Backbleche legen und abgedeckt noch mal 30 Minuten gehen lassen, unterdessen den Ofen auf 200°C vorheizen.

:: Früchtebrote ca. 30 Minuten backen. Nach dem Backen noch heiß mit dem restlichen Einweichsud bestreichen, so bleiben sie saftig und glänzen vor allem schön. Gut auskühlen lassen.

:: Zur Lagerung bis zum Verschenken stramm in mehrere Lagen Frischhaltefolie einwickeln und kühl und dunkel lagern, am besten im Flur, im (kühlen) Keller oder im Schlafzimmer.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Steckrüben-Kürbis-Curry mit Würzfladenbrot

Confessions, confessions: Ich mag Dinge, bei denen viele andere die Mundwinkel nach unten verziehen. Nee, Moment, ich rede jetzt nicht von frittierten Würmern und ähnlich exotischem Getier, aber schaut Euch mal um, bei wie vielen Menschen allein das Wort "Rosenkohl" oder "Blumenkohl" Ablehnung hervorruft. Ich liebe beides.
Steckrüben fallen auch in diese Kategorie. Allein der Beiname, Wruken, klingt nicht gerade nach kulinarischem Hochgenuss, dabei gab es als Kind für mich kaum was schöneres, als wenn meine Oma zum Mittagessen Steckrüben gekocht hatte. Ihr selbst waren sie, irgendwie verständlich, durch die Hungerzeiten während des Krieges verleidet, ich glaube, sie aß sie mit einer Art verachtungsvoller Disziplin. Ich dagegen liebte die süßlichen Würfel, eine Liebe, die bis heute anhält und die jeden Winter erneut eine Renaissance erlebt.

Deswegen habe ich mich sehr gefreut, neulich bei Kirsten von Sugar and Spice ein Steckrüben-Curry zu sehen, das sofort auf die Nachkochliste wanderte. Das Buch, aus dem sie das Rezept entnommen hat, lacht mich schon seit geraumer Zeit an: Winterküche von Tanja Dusy. Ich will fast rückfällig werden von meinem Vorsatz, dieses Jahr auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten, auch an mich selbst.
Mist.





Steckrüben-Kürbis-Curry mit Würzfladenbrot

Für das Curry:
400 g Steckrüben 
500 g Kürbis, geputzt ca. 400 g 
2 Zwiebeln 
1 Knoblauchzehe
1 großes Stück Ingwer (6-8 cm)
3 EL Öl zum Braten
1 TL Kurkumapulver
1 TL Chilipulver 
2 TL Garam Masala 
1 Dose gehackte Tomaten 
250 g Naturjoghurt 
Salz 
1 Dose Kichererbsen (400 g)

Für das Würzbrot:
1/2 türkisches Fladenbrot 
1/2 Knoblauchzehe 
3 EL Butter
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel 
1 Prise Chilipulver
 
:: Steckrüben und Kürbis schälen, Kürbis entkernen, und beides in Würfel schneiden, ca. 2cm groß.
Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und jeweils fein hacken.

:: In einem großen Topf das Öl über kleiner Flamme erhitzen. Darin zunächst die Zwiebeln langsam anbraten bis sie etwas Farbe bekommen haben, dann Ingwer und Knoblauch dazugeben und mitdünsten. Mit Kurkuma und Chili abstäuben und eine weitere Minute braten. Dann Tomaten und Garam Masala unterrühren und die Hitze hochdrehen, so dass die Mischung ordentlich 3-4 Minuten kocht und recht viel Flüssigkeit verdampft.

:: Den Topf vom Herd nehmen und die Hälfte des Joghurts unterrühren. Steckrüben und 100ml Wasser unterheben und kräftig salzen. Bei kleiner Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen, dann die Kürbiswürfel dazugeben und weitere 25-30 Minuten köcheln lassen, bis alles gar ist. Die Kichererbsten abtropfen lassen und ca. 5 Minuten vor Ende der Garzeit unterrühren.

:: Während das Curry köchelt, ist das Würzbrot dran: Dafür den Backofen auf 180°C vorheizen. Das Fladenbrot in ca. 4cm breite Streifen schneiden und halbieren, dann aufschneiden. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen, die Knoblauchzehe entweder fein hacken oder direkt durch die Knoblauchpresse in die Pfanne pressen und 2 Minuten anbraten. Die Pfanne vom Herd nehmen, die Gewürze dazugeben und gut unterrühren. Die Paste entweder auf die Brotscheiden streichen oder die Scheiben mit der Krume in die Mischung drücken, zusätzlich noch leicht salzen. Die Brote in den Ofen schieben und ca. 10 Minuten rösten.

:: Curry auf tiefen Tellern verteilen, jeweils einen Klacks vom restlichen Joghurt darauf geben und eventuell, wenn man mag, mit Koriander oder Petersilie bestreuen. Das Brot dazu reichen.
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