Unser erster gemeinsamer Griechenland-Urlaub vor einigen Jahren hatte gleich zwei Gründe. Urlaub, natürlich, Sonne und Meer genießen. Aber ebenso sollte ich meine zukünftigen Schwiegereltern kennenlernen, die die Sommermonate jedes Jahr in Chalkidiki verbringen. Ich war - verständlicherweise, möchte man meinen - nervös bis in die Haarspitzen, der Mann sagte angeblich beruhigende Sachen wie "wieso? das sind auch nur ganz normale Menschen!" Daran hätte ich keinen Zweifel, erwiderte ich, aber immerhin sei das was Ernstes zwischen uns, und da darf man doch wohl aufgeregt sein?!
Natürlich hatte er Recht, es gab keinen Grund, nervös zu sein, denn sie waren - und sind - wunderbar unkomplizierte und liebe Menschen, die mich sofort in der Familie willkommen hießen.
An diesen ersten Urlaub muss ich jedes Mal denken, wenn ich Zucchini zu diesen "Kolokitho-Dingsdas" forme. Es ist aber auch ein Zungenbrecher! Kolokithokeftedes. Besagte Dingsdas waren das erste griechische Gericht, das meine Schwiegermama mir in diesem Urlaub beibrachte, draußen auf der Terasse gekocht auf ihrem Freiluft-Herd. Das ist vielleicht großartig! Kein Ölgeruch im Haus, kein blauer Dunst, der das Atmen erschwert. Auf ihre subjektiv-präzise Art und Weise erklärte sie mir, dass ich "ein bisschen" hiervon und "ein wenig" davon nehmen soll, und dann alles in "viel Öl" ausbacken müsste. Die Zucchinipuffer waren köstlich, und bevor ich's recht realisiert hatte, lagen erst drei auf meinem Teller und waren dann irgendwie in meinem Bauch verschwunden.
Der erste Versuch, die "Dingsdas" in der heimischen Küche zu fabrizieren, führte zu Flüchen und vor allem zu Rauchschwaden. Für die ersten war das Öl nicht heiß genug, sie wurden labberig. Für die nächste Charge war das Öl schon wieder zu heiß, es spritzte und knallte, und vor allem rauchte es. Der dritte Teil wurde in weniger Öl angebraten, war dann genießbar, kam aber bei weitem nicht an die von Schwiegermama heran. (Ich meldete einen Freiluftherd beim Testesser an.)
Etwas später fand ich dann auf einem griechisch-kanadischen Blog die Lösung des Problems: Den Backofen. Die fertig geformten Dingsdas wandern nicht in verbrennungsgefährdendes Öl, sondern werden gefahrenminimierend in den Ofen geschoben, einmal gewendet und können dann warm, lauwarm oder kalt gegessen werden. Und da sich der Ölanteil in klaren Grenzen hält, kann man auch glatt noch einen vierten Dingsda essen.
Den Freiluftherd will ich aber trotzdem noch.
Kolokithokeftedes: Griechische Zucchini-Puffer(Κολοκυθοκεφτέδες)
ergibt ca. 10-12 Dingsdas3 Zucchini, ca. 600 - 700g
1 Knoblauchzehe, idealerweise in Öl eingelegt
1/2 Bund Dill
1/2 Bund Petersilie
3-4 Stängel Minze
200g Feta
1 Ei
2-3 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Bestreichen
2 EL griechischer Joghurt
:: Zucchini waschen und raspeln. Mit etwas Salz mischen, in einen Durchschlag geben und diesen in eine Schüssel stellen. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
:: Falls eine frische Knoblauchzehe benutzt wird, diese fein hacken und in ein wenig Öl weich garen. Abkühlen lassen. Wenn eine eingelegte benutzt wird, diese fein hacken.
:: Ofen auf 220°C vorheizen, Backblech mit Papier auslegen oder mit etwas Öl bestreichen.
:: Zucchiniraspel mit den Händen ordentlich auspressen, dann portionsweise in einem Geschirrtuch richtig kräftig ausdrücken. In eine Schüssel geben.
:: Dill, Minze und Petersilie waschen und trockenschütteln, dann fein hacken. Kräuter und die gehackte, weiche Knoblauchzehe zu den Zucchini geben.
:: 150g Feta zerkrümeln und zusammen mit dem Ei und 2 EL Paniermehl unter die Masse rühren. Wenn es zu feucht ist, noch 1-2 EL Paniermehl einrühren, wenn es zu trocken ist, einen Spritzer Olivenöl dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann nicht ganz handttellergroße Zucchiniklopse formen.
:: Die Zucchiniklopse mit etwas Olivenöl bepinseln und auf einer oberen Schiene in den Ofen schieben. Etwa 10 Minuten backen, dann umdrehen und von der anderen Seite auch noch einmal 10 Minuten backen, beide Seiten sollten goldbraun sein. Herausnehmen und ein wenig abkühlen lassen.
:: Für den Dip die restlichen 50g Feta fein zerkrümeln und mit dem Joghurt mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und einen kleinen Schuss Öl unterrühren. Wer mag, gibt noch gehackten Dill oder geriebene Gurke dazu.
Tolle Idee! Noch ballert die Zucchini - und ich bin froh über schöne neue Ideen!
AntwortenLöschenSchön, dich nach deinem Urlaub wieder zu lesen :)
Ich musste bei deiner Geschichte grad laut loslachen. Fluchen und Rauchschwaden kenne ich nur zu gut... ;-) Aber fein, wie man das bei den Zucchini-Dingsdas vermeiden kann. Lecker sehen sie nämlich aus, die kleinen Puffer!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Charlotte
Das klingt ja super, werd ich heute abend gleich mal ausprobieren!! Vielen Dank für das Rezept und schöne Grüße, Claudia
AntwortenLöschenZucchini-Ideen, her damit! Deine ist sofort vorgemerkt, köstlich. Und weniger Frittiererei mit den bekannten Nebenwirkungen ist immer willkommen :)
AntwortenLöschenAch, was du auch immer für hübsche Geschichten auf Lager hast! Von Schwiegermama lernen ist eine dolle Sache, man will ja dem Kronsohn auch was Leckeres zaubern. Deine unaussprechlichen Puffer jedenfalls sehen köstlich aus und würden mich auch überzeugen.
AntwortenLöschenP.S. Zimmer frei, hier ...:-)
Grüße, Sandy
Im Ofen, das gefällt mir sehr und die sehen ganz toll aus.
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
Christina
Hmmmm … die sehen super lecker aus. Und Deine Schwiegermutter-Anekdote machen sie gleich noch sympathischer. :-) Die werden ausprobiert!!! Ich mache so ängliche Puffer aus Fenchel. Das ist auch lecker …
AntwortenLöschenSonnige Grüße
Kathi
Auch wenn sie meist sehr mächtig ist, liiieeebe ich die griechische Küche. Dank deines Rezepts und dem Tipp mit dem Ofen, kann ich nun endlich auch die Dingsdas machen! Hatte ein ähnliches Problem, wie du und hatte nach den ersten Rauchschwaden aufgegeben es noch einmal zu versuchen. Danke für das klasse Rezept!
AntwortenLöschenViele Grüße
Miriam
Heute hab ich deine Puffer mal nachgekocht. Sehr lecker...aber das nächste Mal mach ich mehr Knoblauch rein :o)
AntwortenLöschenUnd gar nicht mächtig dank der Ofenvariante! Lecker, danke :o)
Gruß Lilly
Gestern dem Kerl kredenzt - der erklärtermaßen keine Zucchini mag (dafür aber Feta umso mehr). Zitat nach Gabel Eins: "Oh... hmm... hmmm!" -
AntwortenLöschenDanke!
Mache diese Dinger selbst sehr oft in der Zucchinizeit. Ich empfehle aber, die Masse NICHT zu salzen, dann kann man sich das mühsame auspressen ersparen. UND, natürlich, backe ich die Dinger in bestem Olivenöl, wie es der Grieche auch macht
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