Laut der Aussage des Wettermanns macht der Sommer an diesem Wochenende eine Pause. Naja, soll er mal. Bei strahlendem Sonnenschein habe ich nämlich weder Lust Wäsche zu waschen noch dazu sie zu bügeln, mag sie sich auch noch so aufgetürmt in meinen Weg stellen und mit dem Argument winken, dass ich dann am Montag wieder saubere und gebügelte Kleidung hätte. Pffff, entgegnete ich der Wäsche während der letzten sonnigen Tage, "Bügeln on demand" hat doch immer gut funktioniert. Und denken wir gar an die Gelegenheiten, an denen "partielles Bügeln" völlig ausreichend war! Kennt Ihr das? Wenn von der Bluse nur schnellschnell der Kragen und die Vorderseite gebügelt werden, maximal noch die Manschetten? Anzugjacke drüber und ab ins Büro. Blöd wurde es nur, wenn es wider Erwarten warm wurde und man die Jacke wirklich gern ausgezogen hätte. Wenn da nicht die zerknitterten Ärmel und die Rückenpartie gewesen wären...
Noch eine Sache macht sich perfekt bei schlechterem Wetter: Schokoladenkekse backen und sie dann mit Kaffee oder Tee auf dem Sofa genießen. Bei Wärme und Sonne schmilzt die Schokolade, und nicht erst im Mund, sondern präferiert auf Händen und weißer Sommerbuchse, womit der Bogen zum Wäscheberg geschlagen wäre.
Für diese extraschokoladigen Kekse habe ich ein altes "Double Choc Cookies"-Rezept verwendet, aber natürlich den Zucker durch eine Alternative ersetzt. Der Teig wurde damit wesentlich flüssiger, und statt der kompakten Schokocookies enstanden zwar unabsichtlich, aber umso erfreulicher dünne und knusprige, nusshügelige Kekse, die ein bisschen in der Tradition der amerikanischen Lace Cookies stehen. Für Freunde dunkler, intensiver Schokoladenaromen ist das genau das richtige, und durch Reissirup statt Zucker auch weniger süß.
Neulich mailte mir eine Leserin und schrieb, dass ihr Versuch, Zucker durch Stevia zu ersetzen, nur von geringem Erfolg gekrönt sei und fragte mich nach meinen Erfahrungen damit. Ich bekam umgehend rote Peinlichkeitsflecken, die sie zum Glück nicht sehen konnte, und musste dann unumwunden zugeben, dass ich keinerlei Erfahrungen mit Stevia habe. Als ich meine Ernährung "entzuckerte", habe ich ganz bewusst auf jegliche Süßungsmittel verzichtet. Dazu kam, dass ich von diesen negativen Erfahrungen mit Stevia bereits von mehreren Leuten gehört hatte und deswegen ein wenig abgeneigt war, viel Geld für qualitativ hochwertiges Stevia auszugeben. Auch andere Süßungsalterniven wie Sukrin oder Xylithol sind mir ehrlich gesagt etwas suspekt.
Letztlich ist es so, dass ich den hier verwendeten Reissirup tatsächlich nur zu Backen und für Desserts oder Marmelade benötige, also vielleicht einmal pro Woche. Die restliche Ernährung verläuft nach wie vor zuckerfrei, nach gut drei Monaten (drei! Monaten!) hat sich das so eingependelt, als hätte ich nie etwas anders gemacht. Wir sind einfach Gewohnheitstiere.
Wie sind denn Eure Erfahrungen mit Zuckeralternativen? Lohnt sich die Investition, immerhin kostet so ein Pfund Sukrin ja etwa zehn Euro?
Extradünne, extradunkle Schokoladenkekse
Für 30 Kekse
100g Mehl
20g Kakaopulver
1/2 TL Natron
75g Walnüsse
75g (sehr) dunkle Schokolade, je dunkler, desto weniger Zucker enthält sie, ich habe 85%ige verwendet
100g weiche Butter
150g Reissirup
1 TL Vanilleextrakt
:: Backofen auf 200°C vorheizen und Backbleche mit Backpapier auslegen.
:: Mehl, Kakao und Natron gut vermischen. Walnüsse grob hacken oder einfach zerbrechen, Schokolade mittelfein hacken, so dass die Stückchen ca. einen halben Zentimeter "Kantenlänge" haben.
:: Butter, Reissirup und Vanilleextrakt mixen, bis die Masse hell, weich und fluffig ist, ca. 2-3 Minuten. Dann die Mehlmischung über die Butter sieben und kurz unterrühren. Nüsse und Schokolade unterheben.
:: Mite dem Teelöffel oder dem Melonenausstecher kleine Teigklümpchen abstechen und mit genügend Abstand 12 Häufchen auf das Backblech setzen.
:: 10 Minuten backen, herausnehmen und vollständig auskühlen lassen, am besten auf einem Gitterrost.
Oh wie tolle Kekse!
AntwortenLöschenIch habe eine Fructose-Intoleranz und verwende daher auch keinen Haushaltszucker. Wenn ich backe, verwende ich Traubenzucker. Bei Stevia bin ich mir noch unsicher. Gering dosiert ist es ok, aber wenn es nur etwas zu viel wird, hat man diesen dominanten Stevia-Geschmack, den ich einfach nicht mag.
Das habe ich auch gehört, mit diesem starken Eigengeschmack von Stevia, und das hat mich bislang abgeschreckt...
Löschenich wollt letztens auch reissirup kaufen, fand ihn aber leiiiiicht überteuert. ich hab' mir nun agavendicksaft geholt, ist das auch okay für solche kekse?
AntwortenLöschengrüssli,
christina
Hm, ganz umsonst ist Reissirup nicht, das stimmt. :-(
LöschenAgavendicksaft sollte von der Konsistenz her auch gut gehen. Vielleicht werden sie dann ein bisschen süßer.
Hehe, ich hab heut gebügelt und die Küche wieder auf Vordermann gebracht (so unliebsame Sachen wie Fronten putzen und so). Mir kommt die Abkühlung ganz recht und heute gibt es dafür auch endlich den ersten eigenen Kürbis als Stew, passend zum Wetter.
AntwortenLöschenDeine Kekse sehen leckerig aus, auch wenn ich weiter dem Zucker fröne ;). Bleibt das bei dir so oder geht es irgendwann wieder back to the roots?
LG Lena
High five, Bügel-Schwester! Ich bin auch durch, es reicht wieder eine Weile. Hoffentlich. :-))
LöschenEigentlich soll das bei mir so weiter gehen mit dem Zuckerverzicht. Ich habe das strenge Regime etwas gelockert, esse beispielsweise wieder Tomaten und Obst, wenn ich mag, eben nicht in Massen, aber doch gern und mit Genuss. Wenn ich aber eingeladen bin oder essen gehe, dann lasse ich den erhobenen Zuckerfinger ;) daheim und genieße einfach. Bislang geht es mir wirklich gut damit!
Ich bin jetzt - inspiriert von dir uebrigens - in meiner 3. zuckerfreien Woche und fuehle mich pudelwohl. Nur meine 2 Tassen Kaffee taeglich gehen nicht ohne, ich bin aber immerhin von 2 Loeffeln pro Tasse auf einen gestr. TL runter und lebe ertaunlicherweise trotzdem noch. Ich habe es mit Stevia als Ersatz probiert, aber das Zeugs schmeckt einfach gruselig. Stevia hat den gleichen chemischen Nachgeschmack wie anderer Suessstoff. Einen kompletten Kuchen damit mag ich mir nicht mal vorstellen.
AntwortenLöschenWas mir auffaellt: Es schmecken inzwischen Sachen suess, von denen ich das nie gedacht haette, Zucchini zum Beispiel. Geht dir das auch so?
Oh wow! Das freut mich aber, dass ich Deine Inspiration sein durfte. Ich hab am Anfang meinen Zucker im Kaffee auch peu à peu verringert, es ist halt alles eine Gewöhnungssache.
LöschenDanke für Dein Input zum Thema Stevia, das klingt alles nicht so, als wenn ich das probieren muss. :-)
Das mit dem "huch, schmeckt das süß" kenne ich auch! Vor allem schmecken mir Sachen mittlerweile viel ZU süß, die vorher völlig normal waren. Ganz schlimm ist es bei Salatdressings, da komme ich mir meist vor wie eins dieser zickigen Models: "Bitte kein Dressing, nur Essig und Öl separat, dankeee!"
Das mit dem "viel zu süß" kenne ich auch. Bei Kuchen aus der Konditorei zieht es mir förmlich den Mund zusammen. *brr*
Löschenmmmhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh die Kekse sehen wieder soooo gut aus!!
AntwortenLöschenICh würde gerade gerne einen in meinen Chai Latte tunken ;)
Saskia <3
Bei meiner Urgroßmutter wurde früher noch die Wäsche über die Tischkante gezogen, da hat man gar nicht die Zeit gehabt zum Bügeln - mit Stevia hab ich ausschließlich gute Erfahrungen gemacht, vom Start abgesehen, bei dem ich einfach to much genommen hatte. Meinen Espresso trinke ich seit Jahren ohne Zucker - für mich köstlich, für den Liebsten ein Graus. Deine Cookies probiere ich, wenn ich im Herbst bin - hier ist gerade noch Sommer pur und ich mag noch nicht Abschied nehmen.
AntwortenLöschenDrück, drück aus Frankreich, Sandy
Meine Großmütter haben gemangelt, und ich fand das immer mordsmäßig aufregend. :-)
LöschenMein Liebster hat seinen Kaffee schon immer ohne Zucker getrunken und hat den Kopf geschüttelt, wenn ich zum Zuckerlöffel griff. Im Prinzip hat er recht, guten Kaffee schmeckt man ohne Zucker viel besser.
Genieß den Sommer!
Ich benutze Stevia so seit einem Jahr, in flüssiger Form, einmal 'normal', einmal mit Vanille aromatisiert (beides aus den USA mitgebracht, weil es damals hier noch nicht erlaubt war).
AntwortenLöschenPur finde ich den Eigengeschmack auch zu heftig, ich benutze es meist als 'Grundsüße' und ergänze das Stevia dann noch mit normalem/braunen Zucker oder z.B. Agave, damit es geschmacklich passt. Sehr gut funktioniert das z.B. bei Tee oder Hafer-/Grießbrei; gebacken habe ich damit auch schon, aber das ist wegen der fehlenden Zucker-'Masse' etwas tricky.
*Anna
Liebe Katharina,
AntwortenLöschenSukrin wird auch unter dem Namen Erythrit "Xucker light" vertrieben und zwar hier
www.xucker.de. Es lohnt sichdie 4,5 kg Box. Das Zeug hält ewig und zieht keine Feuchtigkeit.
LG Petra
Liebe Katharina,
AntwortenLöschenschau doch mal auf den Blog von Soulfood Lowcarberia.
LG Petra
Liebe Katharina,
AntwortenLöschenschau doch mal auf den Blog von Soulfood Lowcarberia.
LG Petra
Hallo Katharina,
AntwortenLöschenbin gerade durch den Tipp von designbygutschi bei Dir gelandet. Hier ist es ja schön! Ich habe gerade 8 Wochen komplett zuckerlos hinter mir und werde mich heute Abend mal in aller Ruhe bei Dir "durchlesen"!
Wo bekommt man denn Reissirup? Schmeckt man den sehr raus?
GGLG, Bianca