Samstag, 31. März 2012

La dolce vita & der kleine Luxus: Cantuccini mit Mandeln, Pistazien und Pinienkernen

Mein kleiner Luxus an einem gewöhnlichen Bürotag sieht so aus: Gegen halb vier eine Pause einlegen. Einen heißen, dampfenden Espresso in die vorgewärmte, dickwandige Tasse einlaufen lassen, ein bisschen Zucker auf die Crema streuen und genüsslich mit dem kleinen Löffel die Zuckerkristalle einrühren. Die Nase in die Sonne halten und alle Gedanken fliegen lassen.

Ha ha ha.
Erde an Katharina. Erde an Katharina!



Mal davon abgesehen, dass unsere Büro-Kaffeemaschine ungefähr alles andere als einen dampfenden Espresso mit wunderbar dicker Crema produziert, ist das mit der Sonne auch eher Mangelware in einem Bürogebäude im 2. Stock und nach Norden gerichteten Fenstern.
Einiges stimmt trotzdem an der kleiner-Luxus-Story: Die Pause, die dickwandige Tasse und die Zuckerkristalle. Doch was die Kaffeepause wirklich zu meinem Alltags-Luxus macht, ist der Begleiter des Espressos: Ein knusprig-nussiger Cantuccino. Getunkt, gestippt, geknabbert. Macht mit Warp- Geschwindigkeit aus der "dull routine" La Dolce Vita.

Weil sie so unglaublich variabel sind, gehören Cantuccini zu meinen liebsten Gebäcken und sind überdurchschnittlich oft in unserer Keksdose zu finden. Außerdem halten sie sich ewig und werden (wenn sie denn gelassen werden) mit der Zeit immer besser. Ich liebe die Sache mit dem Eintunken, Testesser knabbert sie am liebsten pur.
Das macht die kleinen Knusperscheiben doch zu einem perfekten Geschenk für Kaffee-Liebhaber, am besten zusammen mit einer Tüte guter, duftender Espressobohnen, damit nicht nur die Augen, sondern auch die Nase das Osternest findet...


Für die easy-peasy-Verpackung die Cantuccini in eine Klarsichttüte füllen, dann auf der Vorderseite einer Butterbrottüte einen Kreis ausschneiden oder -stanzen und das Tütchen mit den Cantuccini hineinsetzen. Mit Masking Tape oder Schleife verschließen.

Cantuccini mit Mandeln, Pistazien und Pinienkernen 
Ursprünglich nach einem Rezept von Leila Lindholm


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker sollte sich hierbei aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen lassen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**

100g Mandeln
30g geschälte, ungesalzene Pistazien
20g Pinienkerne
120g Zucker
250g Mehl
1 Msp Backpulver
1 Prise Salz
1 TL abgeriebene Orangenschale
2 Eier
25g Butter in Flöckchen

:: Backofen auf 180°C heizen.
Mandeln, Pistazien und Pinienkerne auf einem Blech verteilen und ca. 10 Minuten im Ofen rösten, bis sie duften und etwas Farbe annehmen. Herausnehmen und leicht abkühlen lassen.
Hitze auf 150°C herunterschalten. Das Backblech mit Backpapier auslegen.

:: Zucker in eine große Rührschüssel geben und Mehl und Backpulver dazusieben. Salz und Orangenschale untermischen. Eier einrühren und dann alles zusammen mit der Butter mit den Knethaken (oder einfach mit den Händen) rasch zu einer Art Keksteig kneten. Mandeln, Pistazien und Pinienkerne unterrühren. Den Teig halbieren und aus jedem Teigklumpen eine "Wurst" in Länge des Backblechs formen. Die beiden Teigwürste mit genügend Abstand auf das Blech setzen.

:: Etwa 25 Minuten backen, bis sich der Teig recht fest anfühlt. Herausnehmen und die Hitze auf 140°C herunterschalten. Die Cantuccini-Stangen in ca. 1cm breite, leicht schräge Scheiben schneiden und mit Abstand auf dem Blech verteilen. Dabei können die Scheiben liegen oder aufrecht stehen - egal. Weitere 25 Minuten backen, dann herausnehmen und komplett erkalten lassen.


Varianten: 
:: das Verhältnis der Nüsse kann variieren, köstlich ist auch eine nur-Mandel-Variante - es sollte aber insgesamt immer ca 150g Nüsse oder Mandeln sein.
:: wenn man die Butter weglässt, werden die Cantuccini noch knuspriger und weniger mürbe - auch lecker! 
:: anstatt der Orangeschale kann man Vanilleextrakt verwenden
:: 50g Mehl können durch 50g gemahlene Mandeln ersetzt werden
:: Schokostückchen können eingebacken werden
:: dunkle Cantuccini können durch Zugabe von Kakao gebacken werden....

- endlos!

Donnerstag, 29. März 2012

Zwiebel-Konfitüre: Confettura di cipolle

Von meiner Begeisterung für das Buch "La cucina verde" von Carlo Bernasconi sprach ich bereits hier. Die Begeisterung ist ungebrochen, nicht umsonst schwärmten Valentinas Kochbuch und Arthurs Tochter zum Beispiel von der Torta di zucchine, dem Zucchinikuchen. Der ist aber auch zu gut! Und ganz sicher Bestandteil eines Posts in naher Zukunft. Aber erst einmal habe ich ja versprochen, mich in den nächsten Posts den selbstgerührten, -gekochten und -gebackenen Ostergeschenken zu widmen. Oder überhaupt Geschenken, Ostern ist ja nur ein willkommener Anlass.


Das wunderbare Buch beinhaltet ein Rezept, das ich in ähnlicher Form schon mal bei Steph und bei Christina gesehen und nachgekocht hatte, und das an und für sich schon perfekt ist. Aber man probiert ja gern etwas neues aus, nicht? Deswegen hat die "Confettura di cipolle" sofort einen Marker verpasst bekommen, als Geschenk für Feinschmecker und Käseliebhaber. Die Zwiebelmarmelade macht sich perfekt zu reifem Käse oder in meiner persönlichen Lieblingskombi mit Ziegenfrischkäse: hier ist das Zusammenspiel aus säuerlichem Frischkäse und würzig-süßlichem Marmeladengeschmack der Himmel auf Erden. Quasi die Abendbrot-Variante vom Frühstücks-Frischkäsebrot mit "normaler" Marmelade. Stulle of the Week-verdächtig!!!


Eigentlich heißt das Rezept "Confettura di cipolle di Tropea", also Konfitüre mit Zwiebeln aus Tropea, einer Stadt im süditalienischen Kalabrien. Nun gab es nur norddeutsche Zwiebeln aus den Vierlanden im Angebot. Confettura di cipolle di Quattro Paese, dann vielleicht? Egal.
Auch sonst habe ich das Rezept ein bisschen anpassen müssen, denn Carlo Bernasconi möchte Rotweinessig verwendet haben. Da ich den aber in zwei Supermärkten nicht oder nicht in anständiger Qualität bekam, bin ich auf den bewährten Balsamico umgestiegen. Balsamico ist ja von Haus aus ein bisschen süßlich und milder als Rotweinessig, weshalb ich die Zuckermenge etwas reduziert habe. Der Vollständigkeit halber steht die Originalmenge beim Rezept dabei.





Und weil Euch neulich die Etiketten der Schokoladensirup- und Karamellsaucen-Flaschen so gefallen haben, habe ich Euch hier die Etiketten als Vorlage für Aufkleber oder Anhänger für die Zwiebelkonfitüre umgestaltet und als PDF hochgeladen: KLICK.

Zwiebel-Konfitüre: Confettura di cipolle

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich grundsätzlich durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Allerdings ist hier durch den Aceto Balsamico ziemlich viel Zucker drin. Leider!**

Ergibt genug für 1 Glas à 400ml Fassungsvermögen, oder 2 nicht ganz volle 250ml-Weck-Gläser

600g rote Zwiebeln, gepellt gewogen
4 EL Olivenöl
75g Zucker (original: 100g)
100ml Aceto Balsamico (original: Rotweinessig)
1 Zimtstange
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer

:: Zwiebeln in feine Scheiben schneiden.

:: In einem weiten Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin langsam für ein paar Minuten andünsten, bis sie etwas weicher geworden sind.

:: Zucker, Balsamico/Essig, Zimt und Lorbeerblätter zu den Zwiebeln geben, umrühren und ca. 1 Stunde auf geringster Hitze köcheln. Dabei immer mal wieder umrühren und evtl. etwas Wasser nachgießen, damit die Zwiebeln nicht anbrennen.

:: Zimt und Lorbeerblätter entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In saubere Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.

:: In Kühlschrank aufbewahren. Die Zwiebel-Konfitüre hält sich dort einige Wochen.

Dienstag, 27. März 2012

Geschenke aus der Küche: Pancake-Mix mit Schokoladensirup und Karamellsauce

Die momentane sonnige Wetterlage bringt scheinbar nicht nur die Pflanzen zum Blühen, sondern lässt auch in meinem Kopf jede Menge Ideen sprießen. Einige sind sogar ganz brauchbar. Immerhin steht Ostern vor der Tür. Oder sollte ich sagen: Ostern steht im Supermarktregal? Und das schon seit Januar? Manchmal frage ich mich, ob der ganze Kram an Ostern dann überhaupt noch gut ist. Haltbarkeitsdatum hin oder her - irgendwie mag ich sowieso keine Schmunzelhasen oder vierfach verpackte Kinderschokoladen verschenken, wie ich überhaupt ungern Dinge verschenke, die ich selbst nicht mag. Somit befinde ich wieder auf dem Pfad der Selbermacherei - doch moment, habe ich den je verlassen?



Wer mit mir auf dem Pfad wandeln will, ist herzlich eingeladen. In den nächsten Tagen (Schock! Ostern ist keine zwei Wochen mehr entfernt!) werde ich mal all die geschenktauglichen Ideen, die mir durch den Kopf flitzen, am Herd umsetzen und bei Gelingen posten.

Ein ganzes Geschenke-Nest lässt sich aus diesem Pancake-Mix und den beiden dazugehörigen Saucen basteln. Wer liebt denn keine fluffigen Pfannkuchen am Morgen? Oder braucht hin und wieder einen Löffel süßes Glück? Karamell und Schokolade, meine persönliche Vorstellung von einer ausgewogenen Ernährung.

Der Schokoladen-Kaffee-Sirup ist von Steph aus dem Kuriositätenladen, ich habe allerdings die Mengen an das Fassungsvermögen der Flasche angepasst. Wenn schon ihr erster Schokoladensirup der Knüller war (und unter anderem den Banana Split Cake krönte), so ist die Variante mit Kaffee noch mal besser, genau wie sie sagt.
Karamell und Vanille vereinen sich nach einem Rezept von Nicole Stich zu einer Butterscotch-Sauce, die harmlos-blass beginnt und dann goldig duftend darum kämpfen muss, überhaupt noch in die Flasche zu kommen. Mein Tipp: Doppelte Menge machen und sich selbst beschenken. 
Die Pancakes sind aus dem ersten (?) Buch von Jamie Oliver, Genial kochen mit Jamie Oliver. Und Milch und Eier sollte der glücklich Beschenkte dann einfach zu Hause haben.

Last but not least: Die Flaschen sind von glaeserundflaschen.de, und die Aufkleber habe ich mit ein bisschen PowerPoint-Magic nach dieser großartigen Idee gebastelt: dem Jam Labelizer. Leider war das Motiv nicht kostenlos, so dass ich frech CopyCat gespielt habe. (Gibt's auch als Beer Labelizer - wie witzig ist das, bitte?)




Pancake-Mix mit Schokoladen-Kaffee-Sirup und Karamell-Vanille-Sauce


**Dies sind keine zuckerfreien Rezepte. Der Zucker lässt sich gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Beim Kaffeesirup und der Karamellsauce geht es auch recht gut mit Reissirup als Zuckerersatz.**

PANCAKE-MIX (ERGIBT CA. 10-12 HANDTELLERGROSSE PANCAKES):
1 Glas à 400-500ml Fassungsvermögen, plus Deckel
120g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
2-3 EL Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz

SCHOKOLADEN-KAFFEE-SIRUP
1 Flasche à 250ml Fassungsvermögen, plus Deckel
100ml frischer Kaffee
150g brauner Zucker
2 EL Kakaopulver
1 Vanilleschote
25g Schokolade

KARAMELL-VANILLE-SAUCE
1 Flasche à 250ml Fassungsvermögen, plus Deckel
50g Butter
200ml Sahne
150g brauner Zucker
1 Msp. Meersalz 
1 Vanilleschote


:: Alle Gläser bzw. Flaschen und Deckel auskochen und trocknen lassen.

:: Für den Pancake-Mix Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben, mit Zucker, Vanillezucker und Salz gut vermischen. In das Glas umfüllen und verschließen. Einen Aufkleber oder Anhänger mit Zubereitungsanleitung basteln:
"3 Eier schaumig rühren und mit 120ml Milch und dem Pancake-Mix verrühren. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und Pancakes ausbacken. Für besonders fluffige Pancakes die Eier zunächst trennen und das Eiweiß steif schlagen. Das Eigelb mit dem Mix und der Milch verrühren und dann das Eiweiß unterheben."

:: Für den Schokoladen-Kaffee-Sirup Kaffee, Zucker und Kakaopulver in einen Topf geben. Schokolade grob hacken. Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen. Schokolade, Vanillemark und Vanilleschote mit in den Topf geben und alles und bei geringer Hitze und ständigem Rühren langsam zum Kochen bringen. Einmal aufwallen lassen und dann in die vorbereitete Flasche füllen. Verschließen und abkühlen lassen. Hält sich im Kühlschrank ein paar Wochen. Locker.

:: Für die Karamell-Vanille-Sauce die Butter in Stücke schneiden und mit Zucker, Sahne und Salz in einen Topf mit schwerem Boden geben. Vanilleschote längs halbieren und das Mark auskratzen. Mark und Schote ebenfalls in den Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich Butter und Zucker aufgelöst haben. Zum Kochen bringen und etwa 5 Minuten ohne großes Rühren einkochen, je nach gewünschter "Dicke" und Farbe. Die Sauce wird beim Abkühlen noch ordentlich eindicken, also nicht zu sehr einkochen lassen. In die vorbereitete Flasche füllen und verschließen. Abkühlen lassen und dann am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Sonntag, 25. März 2012

Friands mit Beeren: kleine Teekuchen vom anderen Ende der Welt

Meine erklärte Fernweh-Destination liegt am anderen Ende der Welt, etwa 18.000 Kilometer weit weg von hier: Neuseeland. Es gibt wirklich keinen Ort, der höher auf der "Da will ich hin!"-Liste steht, und ich bin sicher, ganz ganz sicher, dass ich irgendwann mal einige Wochen dort verbringen werde. Eigentlich war Aotearoa, das Land der weißen Wolke, schon das angedachte Ziel unserer Hochzeitsreise, leider fehlte es uns an ausreichend Zeit zum Reisen. Also bleibt der Traum, und Träume muss man haben.

Bis ich meinen Traum verwirklichen kann, lese ich eben die Schmonzetten von Sarah Lark, tagträume über tollen Bildern von Neuseeland und stöbere in Foodblogs von "da unten". Die Küche ist keine originäre, die meisten Dinge sind von Einwanderern mitgbracht worden. Die Friands, kleine Gebäcke in Muffingröße, sind die australisch-neuseeländischen "Nachfahren" der französischen Financiers und sind wie diese fluffige Teekuchen mit Mandeln. Bei Nicole Stich entdeckte ich erstmals in einem deutschen Kochbuch ein Rezept für Friands, was mich das Buch noch mehr lieben ließ. Meine Friands habe ich aus einem Mix ihres Rezepts und dem der Australierin Sneh, die auf Cook Republic bloggt, gebacken.



Gerade im Moment aber möchte ich eigentlich gar nicht nach Neuseeland, denn Deutschland hat jetzt etwas, was die andere Seite der Welt nicht hat: Frühling. Es ist wundervoll. Die Vögel machen Rabatz, und wenn sprießende Knospen und Blüten hörbare Geräusche erzeugten, würden wir uns die Ohren zuhalten müssen: Knall! Peng! Pow! allerortens. Meine Augen können sich gar nicht sattsehen, meine Nase saugt den Geruch tief ein, und freut sich darüber, dass sich zarter Mandelduft zwischen den Duft des Frühlings schiebt. Haere mai, kōanga - Willkommen, Frühling!





Friands mit Beeren
Für 12 Stück

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Allerdings lässt sich der Puderzucker gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen.**

Das Rezept hat einen Haken, einen, der verhindert, dass bei uns Friands öfter gebacken werden: Es braucht Eiweiß, viel, viel Eiweiß. Wann aber hat man schon 5 herrenlose Eiweiß herumstehen? Da kam mir ein Trick zupass, den ich vor einigen Wochen gelesen habe, als ich für die Eclairs au café eben nur Eigelb brauchte und nicht wusste, was tun mit dem Weiß: Einfrieren! Das funktioniert wunderbar: Das Eiweiß in eine TK-feste, verschließbare Schüssel oder ein Glas geben und zunächst unverschlossen in den Gefrierschrank stellen, bis das Eiweiß angefroren ist (Der Grund: Flüssigkeiten dehnen sich aus, und wenn das Glas verschlossen wird, kann es dazu führen, dass das Glas platzt. Wir haben doch alle schon mal eine Bierflasche im Tiefkühler vergessen, oder?). Dann mit dem Deckel verschließen. Am besten per Aufkleber vermerken, wieviele Eiweiß im Behälter sind. Total genial: Auch zusätzliche Eiweiß kann man später noch "aufgießen", dann wieder unbedeckelt anfrieren lassen und anschließend verschließen. Dann im Kühlschrank auftauen lassen und dann etwa eine Stunde vor dem Backen herausnehmen.


125g Butter
5 Eiweiß 
100g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
115g Mehl
1/2 TL Backpulver
150g Puderzucker
Abrieb von 1/2 Zitrone
100g Beeren, frisch oder tiefgefroren - mit Himbeeren werden sie göttlich
3-4 EL Mandelblättchen
Puderzucker zum Bestäuben

:: Backofen auf 180°C vorheizen und eine Muffinform entweder ausbuttern und mit Mehl bestäuben oder mit Muffinförmchen auslegen.

:: Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
:: Eiweiß schaumig aufschlagen und 2 EL Puderzucker dazugeben, dann weiterschlagen, bis sie ziemlich steif sind.

:: Die gemahlen Mandeln in eine große Rührschüssel geben, Mehl und Backpulver dazusieben und alles zusammen mit dem restlichen Puderzucker und dem Zitronenabrieb vermischen. Die geschmolzene Butter unterrühren - der entstehende Teig ist ziemlich fest. 1/3 des Eischnees einrühren und gut vermischen, um den Teig geschmeidiger zu machen. Dann den Rest des Eischnees vorsichtig unterheben.

:: Je 1 gehäuften Esslöffel in die Förmchen geben und die Beeren auf dem Teig verteilen. Mit den Mandelblättchen bestreuen und dann für 20 bis 25 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Freitag, 23. März 2012

You live, you learn - oder: Eier pochieren

Eier pochieren. Das klingt so leicht, aber meine Pochier-Versuche gingen regelmäßig in die Hose. Zumindest optisch, geschmacklich kann man an einem weichgekochten Ei ja nicht so viel verderben. Doch isst das Auge mit, und so wollte ich einmal in meinem Leben ein Ei pochieren, das nicht aussieht wie ein explodiertes Sofakissen. Oder wie ein zerrupftes Huhn. Oder wie komische Versuche beim Bleigießen an Silvester, nur in weiß. Sprich: ein Ei, bei dem sich das Eiweiß nicht überall im Topf verteilt, sondern sich schier und glatt um das Eigelb legt.

Bewaffnet mit der Lektüre diverser Kochbücher und Blogs, theoretisch trainiert durch einige Youtube-Videos und ausgestattet mit einem 10er Pack frischester Eier habe ich mich auf die Mission Pochieren begeben.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Es geht wirklich. Und es ist auch gar nicht sooo schwer!
Die schlechte, die aber eigentlich auch eine gute Nachricht ist: Ganz ohne Eiweiß-Fussel geht es nicht - aber wenn sich selbst der gute Tim Mälzer nicht drum schert, will ich mich auch mal nicht zu kritisch geben.

Zwei Dinge habe ich gelernt:
1. Das Ei muss frisch sein. Superfrisch. Quasi direkt dem Huhn unterm Hintern weggeklaut.
2. Das Wasser darf nicht mehr kochen. Eigentlich darf es noch gar nicht und auch dann überhaupt nicht kochen. Hat mich aber 4 Eier gekostet, das herauszufinden.

Hier ist meine Step-by-Step-Anleitung. Fotos sind so eine Sache, wenn man Rechtshänder ist, in der rechten Hand die Kamera hält und dann mit links das Ei ins Wasser gleiten lässt...


Pochierte Eier, Step by Step*

:: Einen mittleren Topf mit Wasser füllen, ca. 10cm hoch - so, dass nach oben noch etwas Luft ist. 2 EL milden Essig hinzufügen. Wasser erhitzen - bis kurz vorm Siedepunkt.


:: Ein Ei vorsichtig in eine Schüssel aufschlagen. Hier kann man die Frische des Eis erkennen: Wenn das Eigelb einen schönen Hügel bildet und (ganz wichtig) das Eiweiß fest um das Eigelb liegt, dann passt alles. Die Auflaufform war alles andere als geeignet zum Ins-Wasser-gießen, es ging mir nur um die Demonstration des Eis.


:: Mit einem Kochlöffel das Wasser "umrühren", so dass ein leichter Wirbel entsteht. Kochlöffel wegnehmen und das Ei aus der Schüssel direkt ins Auge des Tornados in die Mitte des Wirbels geben, damit sich das Eiweiß möglichst fusselarm um das Eigelb schmiegt. Bisschen nachhelfen ist erlaubt: Wenn sich der Wirbel gelegt hat, kann man vorsichtig mit dem Kochlöffel um das Ei fahren und einen neuen sanften Wirbel aufbauen. Alles was sich dann nicht brav ums Ei legen will, kann man auch jetzt schon mit der Schöpfkelle entfernen.

:: Das Ei für 3-4 Minuten im Wasser gar ziehen lassen. Dann mit einer Schöpfkelle herausnehmen und auf ein Küchenpapier zum Abtropfen legen.

:: Wenn die Fussel allzu scheußlich sind: abschneiden. Ei-Optimierung, sozusagen.

:: Die Eier nacheinander pochieren, das erleichtert die Sache vor allem am Anfang ungemein. Das Gute ist, dass man am Ende die Biester ganz einfach noch mal für eine knappe Minute ins heiße Wasser legen (diesmal alle gemeinsam) und sie wieder aufwärmen kann.


 * Wer auf "Step by Step" automatisch mit "oooh Baby!" antwortet: High Five! Alle anderen: KLICK. Ja, so alt bin ich.

Mittwoch, 21. März 2012

English Muffins

Brötchen und Toast zum Frühstück - klar, kennen wir. Croissants, Brioches und Baguette - auch nichts Neues mehr. Bagels und Pancakes gibt es auch immer mal am Wochenende, aber was ich in Deutschland bislang ganz selten gesehen habe, fast nie eigentlich, sind English Muffins. Von den Toasties im Supermarkt-Regal mal abgesehen. Und auch die sind nur ein müder Ersatz. Das schrie also förmlich nach Selbermachen. Ist ja auch bald Ostern, ne? Haseneiersammelfrühstück und so.


Es war ja schon mal eine Entdeckung für sich, als ich damals bei meiner ersten Begegnung mit den Dingern festgestellt habe, dass die Muffins in diesem Fall gar keine Muffins sind, sondern eher Brötchen. (Ja, ich hatte mich auf etwas Süßes eingestellt, auf etwas wie Scones.) Und ganz groß die Überraschung, dass sie erst in der Pfanne gebacken werden, anstatt sofort vollvoluminös in den Ofen zu wandern.



À propos Pfanne: wenn möglich gusseisern. Besitze ich nicht. Warum eigentlich? Wahrscheinlich schreckte mich bislang der Preis, aber andererseits, heißt es nicht auch, wer einmal kauft usw., Investion fürs Leben, etc.? Memo an selbst: Gusseiserne Pfanne nach Hause schleifen. Zur Not dem Gatten das Tragen überlassen.

English Muffins
Für 6 Muffins
Nach der Methode von Peter Reinhart, via diverse Blogs & Anleitungen, tried and tested von mir.

200ml Milch 
1 EL Butter 
330g Mehl, Type 550, plus mehr zum Kneten
5g Trockenhefe (1 1/4 TL)
1 TL Salz
Maismehl oder Polenta zum Bestäuben

:: Milch und Butter erwärmen, so dass die Butter geschmolzen ist und die Flüssigkeit lauwarm ist.

:: In einer großen Schüssel Mehl, Hefe und Salz mischen. Die lauwarme Milchmischung einrühren und kurz mit den Knethaken des Mixers verrühren, so dass sich Mehl und Milch verbunden haben. Auf eine bemehlte Arbeitsfläche kippen und 10 Minuten mit den Händen kneten. Dabei sollte ein extrem geschmeidiger, seiger Teig entstehen, der nicht an den Händen klebt und schön elastisch ist. Falls der Teig zu trocken ist, 1-2 EL Milch dazugeben. (Beim Kneten kann man 1a Hörbücher hören, habe ich festgestellt.)

:: Zum Gehenlassen den Teig in die Schüssel zurücklegen und mit Frischhaltefolie bedecken. Dann an einem warmen, idealerweise feuchtwarmen Raum 60 - 90 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig etwa verdoppelt. Mein Lieblingstrick: Eine flache Schale mit heißem Wasser füllen, in den Backofen stellen und diesen auf 50°C vorheizen, während der Teig geknetet wird. Dann ausschalten, die Tür kurz öffnen, um die Temperatur zu reduzieren, und dann die Hefeteigschüssel in den ausgeschalteten Ofen stellen.

:: Den gegangenen Teig mit der geschlossenen Faust noch in der Schüssel sanft niederboxen. Den Teigklumpen herausnehmen, in 6 gleiche Stücke teilen und jedes Klümpchen zu einem hübschen runden Ball formen. Ein Blech oder Tablett mit Backpapier auslegen und mit Maismehl bestreuen. Die Teigbällchen darauf setzen, mit mehr Maismehl bestreuen und noch mal 60 bis 90 Minuten unter Folie abgedeckt gehen lassen, bis die Bollerchen ordentlich gewachsen sind.

:: Den Ofen auf 200°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen, gleich mitheizen.

::  Jetzt kommt der abgefahrene Teil: Eine möglichst gusseiserne (oder sonstwie schwere) Pfanne auf höchster Stufe erhitzen, dann die Herdplatte auf mittlere Hitze zurückschalten. Zwei oder drei Teigklumpen vorsichtig in die Pfanne setzen, so, dass sie genug Abstand haben. Die Muffins etwa 4-5 Minuten in der Pfanne backen (braten?). Sie bräunen schnell, aber bei mittlerer Hitze verbrennen sie nicht sofort. Allerdings immer mal vorsichtig checken. Umdrehen, die andere Seite ebenfalls 4-5 Minuten garen. Dann sofort in den Backofen schieben noch mal 8 Minuten backen, so dass auch die Mitte durchgegart ist. Wichtig ist, die Muffins direkt nach dem Braten von der Pfanne in den Ofen zu transportieren und nicht auf die anderen, noch ungebrateten Muffins, zu warten.

:: Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Dann, für das echte English-Muffins-(und Toasties-)Feeling halbieren und knusprig toasten.


Montag, 19. März 2012

Balsamico-Linsen: die Wiederentdeckung einer wunderbaren Beilage

Es gibt Gerichte, die kocht man zunächst ständig - und dann geraten sie irgendwie in Vergessenheit, liegen ganz unten im Rezeptestapel oder rutschen weit nach hinten im Ordner. Wenn man sie wieder in die Finger, oder eher: in den Topf bekommt, geht es einem wie Konny Reimann mit dem Milchreis: "Saulecker! Das hatt ich ja totaaaal vergessen!". Nun esse ich zwar den Milchreis der Großmolkerei aus dem Allgäu nicht, bekenne mich aber zum Trash-TV-Konsum: Ich mag Konny und seinen Clan. Ich kann zwar nicht einschätzen, wieviel davon gespielt und was authentisch ist, doch seine pragmatische, norddeutsche no-nonsense Art ist herrlich bodenständig. Nicht zwingend elegant, aber ehrlich.



Linsen sind auch nicht zwingend elegant - aber ehrlich. Im gekochten Zustand sind sie eine Katastrophe für anständige Fotos, gerade bei schwindendem Licht sieht gern alles matschig-braun aus. Demnächst führe ich die Kategorie "sieht nicht gut aus, schmeckt aber um so besser!" ein.

Balsamico-Linsen habe ich vor einigen Jahren ständig gekocht, bis zum Punkt der Übersättigung. So fielen sie dann dem Schicksal der abgenudelten Rezepte zum Opfer und rückten auf die hinteren Plätze im Rezepte-Ordner, bis ich es auf der Suche nach einem proteinreichen, vegetarischen Gericht wieder hervorholte. 
Zwiebeln und Balsamico ergeben eine delikate süß-saure Note, Petersilie macht die Sache frisch. Alles in allem eine tolle Vorspeise, vor allem, wenn sie lauwarm mit etwas geräucherter Forelle serviert wird.




Balsamico-Linsen
Als Vorspeise für 4, als Hauptgang für 2

**Achtung, Zucker-Verächter: Durch den Balsamico ist hier eine Menge Zucker drin. Leider!**

250g Tellerlinsen
2 rote Zwiebeln
2 EL Olivenöl
100ml Balsamico-Essig
Salz, Pfeffer
2 Stängel glatte Petersilie

:: Linsen waschen und mit der 3-fachen Menge Wasser ohne Salz aufsetzen. Nach Packungsanleitung kochen. Wenn es schnell gehen soll, eine Prise Natron dazugeben - aber dann Obacht, die Kochzeit verringert sich dramatisch (und das Linsenwasser "wächst" gern über den Topf hinaus.) Anschließend abgießen und abtropfen lassen.

:: Zwiebeln pellen, der Länge nach halbieren und in feine Scheiben schneiden. In einem Topf (gern auch der ausgewischte Linsentopf) das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze weich dünsten. Mit Balsamico ablöschen, kurz "abdampfen" lassen und dann die abgetropften Linsen einrühren. Salzen und pfeffern und etwas abkühlen lassen.

:: Kurz vor dem Servieren die Petersilie hacken. Die Balsamico-Linsen noch einmal abschmecken, dann die Petersilie unterheben. Fertig!

Samstag, 17. März 2012

Guinnes-Schokoladen-Cupcakes mit Baileys

Happy St. Patrick's Day!

In Irland, und überall dort, wo Iren leben, wird am 17. März der Tag des Hl. Patrick gefeiert. Der irische Nationalheilige lebte im 5. Jahrhundert, und wie bei so vielen Heiligen des frühen Christentums weiß man über ihn alles und nichts. Aber er soll eine Menge für Irland getan haben, unter anderen besagt die Legende, dass er Irland von Schlangen befreite. Immerhin. Allein dafür hat er einen Feiertag verdient. Schlangen. Huuaaah.



St. Patrick's Day wird groß gefeiert, mit Paraden, Musik und viel Razzamatazz. Auch auf dem Rest des Kontinents bekommt Paddy ordentlich Aufmerksamkeit, so findet beispielsweise in München eine große St. Patrick's Parade statt und die Paddy's Day Party ist auch nicht von schlechten Eltern.
Da ich mit irisch-bayrischen Freunden gesegnet bin (definitiv auch eine Art von "Irish blessings"), bin ich viele Jahre als Zuschauer, Jubler, Winker oder als Akteur mitgelaufen. Oft in strömendem Regen, manchmal in strahlendem Sonnenschein, hin und wieder durch Schnee, wie das halt so ist, Mitte März. In einem Jahr steckte ich in einem Guinnes-Kostüm - selten hatte ich so viele Fans, und öfter bin ich wohl nur auf meiner eigenen Hochzeit fotografiert worden. Wenn Ihr auf die Seite des Deutsch-Irischen Freundeskreises klickt, könnt Ihr mich bei der Parade 2009 auf Bild 18 in all meiner Guinness-Schönheit bewundern. (Bild 35 ist auch ganz besonders schön.) Topmodel-verdächtig, oder?



Auch fern von München oder gar Irland ziehe ich mir ein Kleeblatt-T-Shirt an, lege irische Folk-Musik auf - und backe St. Paddy's Cupcakes: Schokoladige Küchlein, die durch Guinness enorm samtig werden und die von ordentlich Baileys in der Ganache und dem Frosting einen Extra-Kick erhalten. Sláinte, liebe Freunde!

"May you be in Heaven a half hour before the Devil knows you're dead!"



Guinnes-Schokoladen-Cupcakes mit Baileys
Grob orientiert an Smittenkitchen.com und Matha Stewart
Für 10-12 Cupcakes

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept, allerdings lässt sich der Zucker und Puderzucker hier gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Durch den Baileys und die Schokolade wird aber trotzdem Zucker enthalten sein. Just saying.**



Während der Alkohol des Bieres beim Backen weitgehend verfliegt, bleibt der des Baileys' natürlich erhalten. Wer auf Alkohol verzichten will, lässt den Baileys in der Ganache einfach weg und ersetzt ihn beim Frosting durch Milch o.ä..

KUCHEN: 
125g Butter
120ml Guinness (oder halt dunkles Bier... wir wollen da mal international denken) 
4 EL Kakaopulver
1 Ei
75g Sauerrahm
150g Mehl
120g Zucker
knapp 1 TL Natron
1 Prise Salz

GANACHE:  
100g Zartbitterschokolade
100ml Sahne
2 EL Baileys
1 EL Butter

FROSTING:  
150g weiche Butter
150g Puderzucker
3 EL Baileys
200g Frischkäse, Zimmertemperatur
geraspelte Schokolade als Deko

:: Ofen auf 175°C vorheizen. Eine 12er Muffinform mit Papierförmchen klarmachen.

:: Die Butter in Stücke schneiden und in einem Topf zusammen mit dem Guinness vorsichtig erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Dann das Kakaopulver unterrühren und vom Herd nehmen, leicht abkühlen lassen (dabei im Topf lassen).

:: Mehl, Zucker, Natron und Salz mischen.

:: In der Rührschüssel Ei und Sauerrahm cremig rühren und dann langsam die Butter-Guinness-Mischung einrühren. Rühren, bis sich alles verbunden hat. Dann die trockenen Zutaten mit dem Rührbesen unterheben und solange rühren, bis sich eben so alles vermengt hat. 

:: Gleichmäßig auf die Förmchen verteilen. Die Cuppies gehen nicht wahnsinnig hoch auf, da kann man die Förmchen gut zu 2/3 befüllen. Ca. 15 bis 20 Minuten backen, bei positiver Stäbchenprobe aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

:: Für die Ganache die Schokolade hacken und in eine hitzefeste Schüssel geben. Die Sahne aufkochen und sofort über die Schokolade gießen. Kurz stehen lassen, dann solange rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist. Baileys und Butter unterrühren und abkühlen lassen, bis die Masse leicht dicklich ist. Dann gleichmäßig über die Cupcakes verteilen und abkühlen lassen.

:: Butter und Puderzucker cremig rühren: Damit das nicht in ein fliegendes Desaster ausartet, kann man die beiden Zutaten zunächst mit einer Gabel (oder mit den Händen) verkneten, bevor der Mixer zum Einsatz kommt. Den Baileys unterschlagen und dann den Frischkäse unterrühren. Nicht alles auf einmal wegnaschen, auch wenn es wirklich verführerisch ist.
Frosting auf den Cupcakes verstreichen, mit Schokolade garnieren und wie ein Leprechaun hüpfend servieren.

Donnerstag, 15. März 2012

Griechischer Krautsalat - und dann ist aber Schluss mit Winter!

Seid Ihr auch alle so verliebt in die Frühlingsausgabe vom Sweet Paul Magazine? Ich könnte weinen vor Glück, so schön ist das. Und ich könnte heulen, wenn ich all das junge Gemüse sehe, allem voran Spargel. Mein Gemüseregal zeigt noch nichts dergleichen, zumindest noch nichts, was nicht aus Peru oder von den Kanaren kommt. "Think global - buy local" ist immer noch das Motto, an das ich mich weitestgehend versuche zu halten. Aber es ist März, da könnte jetzt langsam mal Schluss mit dem ollen Winterkram sein.



Trotzdem noch schnell ein letztes Rezept mit Kohl. Das ist aber 1. ein Ganzjahresrezept, und 2. hat das auch was von Frühling, eigentlich sogar von Sommer. Immerhin ist es griechischer Krautsalat, und wenn griechisch nicht nach Sonne, Sand, Urlaub schreit, dann weiß ich auch nicht. Außerdem macht es Vorfreude auf die kommende Grillsaison.

Das Rezept ist so ein Mix aus allem, was ich dazu finden konnte und ein bisschen eigenem Voodoo. Schließlich ist das so wie mit dem Kartoffelsalat in Deutschland: DAS Rezept gibt es nicht. Wobei: jeder wird von seinem Rezept behaupten, es sei DAS Rezept, die Mayo-Fraktion hält das Schild hoch und buht die Öl/Essig-Fraktion aus - und umgekehrt. Glauben ist da alles. Und ich glaube an "mein" Krautsalatrezept. Außerdem ist es Schwiegermutter-approved, das reicht mir.



Griechischer Krautsalat

1 Weißkohl à ca. 1kg
4 EL Zitronensaft 
1 EL Zucker
6 EL Olivenöl
Salz & Pfeffer
1 grüne Paprika 

:: Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen. Halbieren, vierteln und den Strunk herausschneiden. Dann in feine Streifen schneiden oder über den Hobel jagen. In kaltem Wasser gut waschen und abtropfen lassen. Dann kurz mit kochendem Wasser blanchieren und wieder abtropfen lassen. In eine große Schüssel füllen. (Blanchieren macht Kohl verträglicher, finde ich.)

:: Zitronensaft und Zucker verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat, dann das Olivenöl darunterschlagen. Über die Krautscheiben gießen und alles gut durchkneten, am besten mehrere Minuten lang, so werden die Kohlstreifen weniger "sperrig". Salzen und pfeffern.

:: Mindestens eine Stunde ziehen lassen, dann die Paprika putzen, in feine Streifen schneiden oder hobeln und untermischen. Vor dem Servieren noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken, mitunter braucht das noch ordentlich Nachwürze. Evtl. auch noch mal Zitronensaft oder einen Schuss Essig zum Einsatz bringen.

Dienstag, 13. März 2012

Caponata di Melanzane

Ein Kochbuch, lang bestaunt, ewig auf der Wunschliste, endlich gekauft. Und mich dann gefragt, was mich bitte so lange zurückgehalten hat. Immerhin wurde "La Cucina Verde" von Carlo Bernasconi und Larissa Bertonasco durch alle Blogs gelobt und von verlässlichen Quellen mit höchsten Punktzahlen bedacht. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht.
Normalerweise mag ich auch keine Kochbücher ohne Fotos, mich muss ein Gericht optisch ansprechen. Doch in diesem Fall sind mir Fotos piepegal, die Illustrationen von Larissa Bertonasco sind schöner als jedes Foto und man möchte sich das Tuch um die Haare schlingen und sich ein bisschen wie Sofia Loren fühlen. Pronto.


Eines der ersten Rezepte, die ich aus dem Buch probiert habe, ist immer noch hoch oben auf dem Cucina-Verde-Olymp: Caponata di Melanzane.
Auberginen, my endless love. Auberginen und Olivenöl: Another endless love. Endless, weil die Auberginen endlos viel Olivenöl schlucken können, wenn man sie lässt. Anstelle von Anbraten in reichlich Öl habe ich mich auf die Methode aus "The Skinny French Kitchen" besonnen, nach der ich schon einmal sehr erfolgreich Ratatouille gekocht habe: Die Auberginenwürfel in wenig Olivenöl mit noch weniger Hitze und dafür umso mehr Zeit weich dünsten. Das braucht natürlich Zeit, aber da die Caponata so oder so mindestens zwei Stunden durchziehen sollte, sind 20 Minuten mehr auch nicht mehr die Welt.



Caponata, der süß-saure sizilianische Klassiker, wird als Antipasto serviert, oder auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch. La Cucina Verde empfiehlt dazu eine Focaccia, ich habe frisches Weißbrot aufgeschnitten und die Caponata darauf verteilt. Sozusagen meine persönliche Stulle of the Week. Dazu gab es ein paar Bröckchen gereiften Pecorino. Leider keinen sizilianischen Rotwein, es ist Fastenzeit, die wir gerne als willkommenen Anlass zum Alkohol-Detox nehmen. Manchmal, so wie in diesen Fällen, ist es schwer.



Caponata di Melanzane
aus "La Cucina Verde" von Carlo Bernasconi und Larissa Bertonasco
ergab in meinem Fall genug für 10 Scheiben Brot

2 Auberginen
Olivenöl 
Salz, Pfeffer
1 Zwiebel
1 kleine Möhre
1 Stange Sellerie
1 TL Kapern
2 EL Weißweinessig
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
mehr Kapern oder Kapernäpfel für die Deko


:: Auberginen waschen, in 1 cm dicke Scheiben und dann würfel schneiden. In einem weiten Topf oder einer Pfanne mit hohem Rand 1-2 EL Olivenöl erhitzen und die Auberginen bei kleiner Hitze 20 Minuten braten, bis sie weich und gebräunt sind. Mit Meersalz würzen und in eine Schüssel füllen.

:: Während die Auberginen braten, die Zwiebel pellen, halbieren und in feine Streifen schneiden. (Ich habe den Punkt überlesen und sie gewürfelt - hat der Sache auch keinen Abbruch getan.) Die Möhre schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden, die Selleriestange ebenso waschen und in feine Scheiben oder Würfel schneiden. Wenn die Auberginen aus dem Topf bzw. der Pfanne sind, einen weiteren Esslöffel Öl in den Topf geben und die Zwiebeln glasig andünsten. Die Karotten, Sellerie und Kapern dazugeben, die Hitze auf minimal reduzieren und alles 25 Minuten lang garen.

:: Weißweinessig zu Zwiebeln und Karotten geben, verdampfen lassen, dann Zucker und Tomatenmark zufügen und gut unterrühren. Die Auberginen wieder in den Topf geben, untermischen und alles noch weitere 5 Minuten garen. Dann vom Herd ziehen und mindestens 2 Stunden durchziehen lassen.

:: Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit frischem Brot und nach Belieben weiteren Kapern oder Kapernäpfeln dekoriert servieren.

Sonntag, 11. März 2012

Kokos-Pyramiden

Wenn das mein Mathelehrer gewusst hätte, dass mich Pyramiden mal nicht zur Verzweiflung treiben, sondern in pures Entzücken versetzen würden! Nur leider waren Pyramiden im Geometrie-Unterricht eher nicht aus Kokosraspeln, Butter und Eiern, abgerundet mit einem Schuss Amaretto. Sie bestanden aus Papier, Bleistift und Geo-Dreieck, aus Quadrat, gleichschenkligen Dreiecken und diversen Winkeln - so viel weniger spannend! Und von Schokolade wurden sie auch nicht beträufelt. Duh.


Und wenn das mal die Pharaonen gewusst hätten!
Wobei... wahrscheinlich hat Pharao Cheops' Leibkoch seinem Herrscher einmal eine solche kleine Leckerei aus Kokos kreiert, und völlig beseelt vom Genuss der Köstlichkeit seufzte der Pharao: "Man möge mich einst in einer solchen Pyramide begraben..." Und peng! 20 Jahre später stand sie da, inklusive Sphinx und allem Schickimicki. Gewagte Theorie, zugegeben. Hat aber was.


Allerdings ist hiermit die Theorie bewiesen, dass man nicht unbedingt gut in Geometrie gewesen sein muss, um trotzdem Pyramidenbauer zu werden.


Kokos-Pyramiden
ergibt 20 Stück
aus Leila Lindholms "Backen mit Leila"

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe. Allerdings enthalten die Kokospyramiden durch die Schokolade immer noch Zucker.**


50g Butter
250g Kokosraspeln
75g Zucker
1 Prise Salz
2 Eier
1 EL Amaretto oder anderer Likör nach Wahl
50g dunkle Schokolade

:: Butter schmelzen.

:: Kokosraspeln, Zucker und Salz mischen, dann die Eier, die flüssige Butter und den Likör dazugeben und alles gut verrühren. 10 Minuten quellen lassen.

:: Den Backofen auf 170°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

:: Aus der Kokosmasse esslöffelweise Teig abstechen und erst zu festen Bällchen rollen. Diese dann auf ein Brettchen setzen, andrücken und zu Pyramiden formen. Mit angefeuchteten Fingern geht das am besten!

:: Etwa 15 Minuten backen, bis die Pyramiden goldgelb werden, dann komplett auskühlen lassen.

:: Schokolade hacken, über dem Wasserbad schmelzen und die Pyramiden damit beträufeln.

Freitag, 9. März 2012

Scharfe Mango-Papaya-Salsa

Eine auf den Punkt gereifte Mango und eine ebenso reife Papaya wollten keinen Obstnachtisch ergeben. Sie schmiegten sich an die Chilis und bestanden darauf, zu einem Teil des Haupgerichts zu werden, schließlich seien sie doch auch so scharfe Biester. Und so sexy.


Na gut. Manchmal sollte man einfach wissen, wann man nachgeben muss.




Also alles in Begleitung durch meine neue Lieblingsbeschäftigung - Hörbucher! (Ich weiß, ich hinke dem Rest der Welt um Jahrhunderte hinterher...) - liebevoll in kleinste Würfelchen geschnitten, gemischt, gewürzt und allem einem kleinen Schönheitsschlaf gegönnt. In die liebsten Schälchen gefüllt und mit mehr Grün gekrönt. Zu köstlichen Garnelen und knusprigem Fladenbrot gereicht.

Ich glaube, sie waren zufrieden.



Scharfe Mango-Papaya-Salsa

1 reife Mango
1 reife Papaya
jeweils 1 rote und grüne Chilischote - die Schärferegulierung der Salsa liegt ganz bei Euch.
1 kleine rote Paprika
1 kleine rote Zwiebel
Saft von 1/2 Orange
Limettensaft
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Koriander

:: Mango und Papaya waschen, entkernen, schälen und in kleine Würfelchen schneiden. In eine Schüssel geben.

:: Chili und Paprika putzen, die Samen entfernen und jeweils in feine Würfel schneiden.Zwiebel pellen und ebenfalls fein würfeln. Alles zusammen mit den Mango- und Papayawürfeln mischen.

:: Mit Orangensaft, einigen Spritzern Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und 30 Minuten durchziehen lassen.

:: Kurz vor dem Servieren den Koriander waschen und trockenschütteln. Die Blättchen fein hacken und unter die Salsa rühren.

Mittwoch, 7. März 2012

Tom Yam Gung: Sauer-scharfe Garnelensuppe

Paradoxon meines Lebens: Ich liebe Essen. Ich denke über wenig nichts so viel (und andauernd!) nach wie über Essen. Wenn ich nicht koche, bewundere ich gern Foodblogs und Kochbücher. Ich koche sogar fast lieber selbst, als dass ich essen gehe. Und doch... und doch weiß ich abends oder am Wochenende oft nicht, was ich kochen soll. Paradox. 
Eigentlich sogar irgendwie bescheuert.


Wenn ich aber weiß, was ich kochen will, dann lasse ich mir oft wahnsinnig viel Zeit damit. Schnipple stundenlang vor mich hin, dünste hier langsam an und lasse dort stundenlang einkochen. Ich habe zwar noch nie die Zeit gestoppt, aber mich beschleicht das Gefühl, dass manchmal selbst die Zubereitung eines simplen Salats mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Was angesichts der Tatsache, dass meine Ankunftzeit daheim selten früher als 19 Uhr beträgt, dazu führen kann, dass das Abendessen nicht vor 20 Uhr auf dem Tisch steht. Als Diktator Alleinherrscherin über die Küche muss sich der Testesser oft mit einem Snack aus rohem Gemüse gedulden. Er ist Kummer gewöhnt.




Und nun ruft Alex vom Blog mein i-tüpfelchen zum Event Speedcooking auf. Bezeichnenderweise habe ich ziemlich lange gebraucht, um daran teilzunehmen - sonderlich speedy bin ich wohl wirklich nicht. Aber ich stellte mich der Herausforderung und siehe da! Auch ich kann in weniger 30 Minuten ein Abendessen zaubern, tatsächlich war die Suppe nach nur etwas mehr als 15 Minuten fix und fertig angerichtet. Und das sogar recht entspannt, inklusive aller Schnippelei.

Blog-Event LXXV - Speed-Cooking (Einsendeschluss 15. März 2012)
HIER ist übrigens die Zusammenfassung des Events!

Angesichts der Zeit, die der Langstreckenflug nach Thailand in Anspruch nimmt (etwa 13 Stunden von Hamburg aus), sind die 15 Minuten die kürzere Reisezeit ins ferne Südostasien. Schneller geht's nur, wenn man den Asia-Imbiss im Haus nebenan hat.



Tom Yam Gung: Sauer-scharfe Garnelensuppe
für 4 Teller

1/2 Bund Koriander mit Wurzeln
4 Stängel Zitronengras
1 Stück (ca. 4 cm) Galgant
4 Kaffirlimettenblätter (gibt's, wenn nicht frisch, dann doch meistens tiefgekühlt im Asia-Laden)
1 Liter klare Hühnerbrühe
8 reife Cherrytomaten
8 mittlere Champignons
1 TL Chilipaste (ich hatte Sambal Oelek Trassi, mit Garnelenpaste)
200g geschälte, ungekochte Garnelen
2-3 EL Fischsauce  
2 EL Limettensaft

:: Korianderwurzeln vom Grün trennen und putzen, am besten mit einem breiten Messer schaben. Die Wurzeln im Mörser etwas zerstoßen.

:: Hühnerbrühe zusammen mit den zerstoßenen Korianderwurzeln aufkochen.

:: Währenddessen Galgant schälen und in Streifen schneiden, Zitronengras in 5cm lange Stücke schneiden und anquetschen. Limettenblätter 2-3 Mal einreißen. Alles zur Hühnerbrühe geben. Die Hitze reduzieren und alles für 3 Minuten köcheln lassen.

:: Champignons und Tomaten putzen bzw. waschen und jeweils halbieren. Zusammen mit der Chilipaste unter die Suppe rühren und noch mal 2 Minuten köcheln lassen.

:: Garnelen waschen und in der nur noch leicht simmernden Suppe gar ziehen lassen, etwa 3 Minuten.

:: Währenddessen die Korianderblättchen abzupfen. Die Suppe mit Fischsauce und Limettensaft abschmecken, auf Suppenteller oder Schüsselchen verteilen und mit Koriander bestreut servieren.

Übrigens: Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblätter werden zwar für's Auge mitserviert, aber nicht gegessen. Just sayin'...

Dienstag, 6. März 2012

Salat mit Granatapfel, Pinienkernen und Gorgonzola

Kennt Ihr schon StumbleUpon.com? Ja? Und warum hat mir dann noch niemand davon erzählt? Da tun sich ja ganz neue Welten auf für mich! Ich dachte, ich hätte die "Szene" mit Bloglovin', Facebook, Pinterest & Co. so halbwegs im Überblick, und dann kommt das. Ich stumble jetzt über Blog upon Blog, über Idee upon Idee, über Inspiration upon Inspiration. Irre. Und immer wenn ich denke, wow, das gibt's doch gar nicht, das geht ja gar nicht mehr besser, denke ich beim nächsten Klick auf "Stumble!" wowwowwow, wie toll ist DAS denn? Nein, guck mal an! etc.

Gut, dass ich das jetzt kenne. Sonst wäre meine (eh schon etwas längere) Blogleseliste nicht nur um mindestens 37 Blogs kürzer, ich wäre auch nie auf dem Blog "The Italian Dish" gelandet. Das wäre ziemlich schade gewesen! Außer einer Fülle von Bildern, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, schönen Rezepten und netten Stories gibt es auch eine Reihe toller Tipps, unter anderem diese Knüller-Methode, wie man Granatäpfel ohne Gemetzel und blutrote Hinterlassenschaften an Händen und Wänden zerlegt und entkernt. Nämlich so: Eine Schüssel halbhoch mit kaltem Wasser füllen. Mit einem scharfen, großen Messer den Granatapfel köpfen und 4 Präzisionsschnitte an den Seiten setzen, so tief, dass man an die Kerne vordringt. Dann alles in die Schüssel transferieren und dort im Tauchgang den Granatapfel aufbrechen und die Kerne aus dem (wie heißt das??) weißen Zeug heraustrennen. Die Kerne werden dabei nach unten auf den Boden sinken, alles andere wird an die Oberfläche steigen, von der man es nur noch runtersammeln muss. Easy-peasy, oder? Und wie gemacht für den Farbkick im Salat.



So langsam habe ich das ganze Wintergemüse wirklich satt. Zwar ist Soulfood bei nieseligem Grau das Beste, was einem passieren kann, aber ich möchte auch wieder frisches Grün sehen, frische Sachen essen, den Frühling auf der Gabel haben! Der Salat ist schon mal ein erster Vorgeschmack, zwar hat er noch Winternoten durch Spinat und Feldsalat und ist dank Gorgonzola etwas gehaltvoller, aber die säuerlichen Omma-Schmidt-Apfelscheiben und die fruchtigen Granatapfelkerne peppen das ganze ordentlich auf. Von all dem Guten aus den granatroten Kernchen ganz zu schweigen.
Also ein rundum guter Fund, dieser neue Blog.
Ich geh jetzt mal weiterstolpern!


Salat mit Granatapfel, Pinienkernen und Gorgonzola
Für 1 größere Schale - adaptierbar für jede Größe.

1 Granatapfel
1 Handvoll Pinienkerne (ca. 20g)
1 Schüssel voll gemischte Salatblätter (bei mir: Frisee, Römerherzen, Spinat, Feldsalat)
1 Granny Smith
100g Gorgonzola (am besten ein nicht ganz so reif-cremiger)
1 EL Apfelessig oder weißer Balsamico
1 TL flüssiger Honig
4 EL Pflanzenöl (bei mir: Olive und Raps gemischt und ein winziger Spritzer Haselnussöl)
Salz, Pfeffer

:: Zunächst den Granatapfel wie oben beschrieben entkernen. Die roten Kerne in einem Sieb abtropfen lassen.

:: Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, in ein Schälchen füllen und abkühlen lassen.

:: Salat waschen und trockenschleudern.

:: Für das Salatdressing Essig und Honig vermischen, dann salzen und pfeffern und mit Öl aufschlagen.

:: Kurz vor dem Servieren den Apfel in feine Stifte schneiden und den Gorgonzola zerbröckeln oder kleinschneiden.

:: Salatblätter mit dem Dressing vermischen, auf eine Servierplatte geben und dann mit Granatapfelkernen, gerösteten Pinienkernen, Apfelstiften und Gorgonzolastückchen bestreuen. Etwas schwarzen Pfeffer frisch darüber mahlen und dann zusammen mit Brot genießen.

Sonntag, 4. März 2012

Süßes Birnenbrot

Eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen sind Samstags-Kuchen. Meine Großmutter buk Samstags Kuchen und brachte ihn uns vorbei. Allerdings war Samstag kein Tortentag - Torten waren Sonntagen vorbehalten. Samstags gab es Rührkuchen oder Streuselkuchen vom Blech, und wenn ich ganz viel Glück hatte oder einen expliziten Wunsch geäußert hatte, dann gab es Birnenbrot: Süßer, buttrig-flaumiger Hefeteig mit einer Füllung aus vielen Birnenstückchen.


Meine Großmutter hat mir die Liebe zum Hefeteig mitgegeben, ebenso wie den Grundsatz, Respekt, aber bloß keine Angst vor Hefe zu haben. Respekt - und Geduld. Geduld beim Gehenlassen, aber auch Geduld beim Abkühlen lassen. Das süße Hefeteigbrot schmeckt nämlich sensationell, wenn es lauwarm ist, meine Familie liebt es mit Butter und Honig. Da wir aber nur zu zweit sind, habe ich zwei kleine Brote gebacken und eines dem Tiefkühler anvertraut - für Tage, an denen süße Seelenwärmer schnell notwendig sind oder vielleicht sogar schon hoffentlich nicht mehr so ferne Sonntagsfrühstücke in der Sonne.



Birnenbrot

Ich weiß, dass viele mit Hefeteig auf Kriegsfuß stehen, deswegen habe ich versucht, super-ausführlich die Arbeitsschritte zu beschreiben. Es ist wirklich nicht schwer. Ehrlich, das schwierigste an dem Birnenbrot ist, mit dem Essen aufzuhören! 

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der (Puder-)Zucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

200ml Milch
60g Butter
20g frische Hefe (oder 1 Tütchen Trockenhefe - für Hefeanfänger vielleicht am einfachsten)
500g Mehl + Mehl zum Kneten
60g Zucker
1 Ei
2 Birnen
50g Butter zum Bestreichen 
1 TL Puderzucker

:: Milch und Butter in einem kleinen Topf erwärmen - wirklich nur erwärmen, so dass die Butter schmilzt, aber auf keinen Fall kochen. Im Zweifelsfall einfach ein bisschen abkühlen lassen, bis sie wieder lauwarm ist. Die Hefe in die Milch einbröckeln, oder die Trockenhefe einrieseln lassen, gut verrühren, bis sich Frisch- oder Trockenhefe aufgelöst haben. Kurz stehen lassen.

:: Mehl in eine große Schüssel sieben und mit Zucker mischen. Eine Mulde formen und das Ei in die Mulde gleiten lassen.

:: Eine Arbeitsfläche mit etwas Mehl ausstreuen.

:: Die Hefemilch in die Mehl-Zucker-Eier-Schüssel gießen und dann erst mit dem Rührlöffel oder den Knethaken des Mixers alles zu einem Teig verarbeiten - der sieht noch nicht fertig aus, aber Milch und Mehl sollten sich weitestgehend verbunden haben. Aus der Schüssel nehmen und auf der bemehlten Fläche mindestens 5 Minuten mit der Hand kneten. Das Schöne am Teigkneten ist, dass man sich nicht auf die Aktion an und für sich konzentrieren muss... man kann nachdenken, Musik hören, laut mitsingen (Hefeteig ist nicht geräuschempfindlich)... alles gut, solange man schön weiterknetet. Am Ende der Aktion sollte der Teig elastisch sein und hübsch glänzen.

:: Den gekneteten Teig zu einer Kugel formen und in die Schüssel zurücklegen. Mit Frischhaltefolie abdecken und den Teig jetzt ca. 1 Stunde gehen lassen. Das funktioniert am zuverlässigsten an einem feucht-warmen Platz, am einfachsten ist folgende Methode: Bevor man anfängt, den Teig zu kneten, wird der Backofen auf 50°C vorgeheizt. Dabei eine flache Schale mit Wasser füllen und "mitheizen", dann den Ofen wieder ausstellen, kurz auslüften und die Schüssel bei eingeschaltetem Backofenlicht in den Ofen stellen.
Der Teig sollte dabei seine Größe ungefähr verdoppeln. Wenn das nach 1 Stunde noch nicht der Fall ist, ruhig noch etwas Zeit geben.

:: Kurz vor Ende der Gehzeit die Birnen waschen, halbieren, entkernen und dann in Würfel mit ca. 1cm Kantenlänge schneiden. In etwas kaltes Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft legen, damit sie nicht braun werden. Die restliche Butter schmelzen.

:: Die gegangene Teigkugel noch in der Schüssel mit der geballten Faust plattdrücken, dabei macht es lustige "pffffffff"-Geräusche, wenn die Luft entweicht. Den nun wieder kleinen Teigklumpen aus der Schüssel nehmen und mit den Händen und Fingern auswalzen, so dass ein Rechteck von ca. 40x30cm Kantenlänge entsteht. Mit der Hälfte der geschmolzenen Butter bestreichen. Die Birnenstückchen aus dem Wasser nehmen, kurz abtropfen lassen und dann gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Den Hefeteig dann von der kürzeren Seite her aufrollen. Auf mit Backpapier ausgelegtes oder gebuttertes Blech legen, noch einmal mit Frischhaltefolie abdecken und erneut 30 Minuten gehen lassen.

:: Backofen auf 180°C heizen.

:: Das Birnenbrot etwa 30 Minuten backen lassen, dann herausnehmen und das noch warme Brot mit der restlichen geschmolzenen Butter bestreichen und Puderzucker darübersieben.

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