Mein kleiner Luxus an einem gewöhnlichen Bürotag sieht so aus: Gegen halb vier eine Pause einlegen. Einen heißen, dampfenden Espresso in die vorgewärmte, dickwandige Tasse einlaufen lassen, ein bisschen Zucker auf die Crema streuen und genüsslich mit dem kleinen Löffel die Zuckerkristalle einrühren. Die Nase in die Sonne halten und alle Gedanken fliegen lassen.
Ha ha ha.
Erde an Katharina. Erde an Katharina!
Mal davon abgesehen, dass unsere Büro-Kaffeemaschine ungefähr alles andere als einen dampfenden Espresso mit wunderbar dicker Crema produziert, ist das mit der Sonne auch eher Mangelware in einem Bürogebäude im 2. Stock und nach Norden gerichteten Fenstern.
Einiges stimmt trotzdem an der kleiner-Luxus-Story: Die Pause, die dickwandige Tasse und die Zuckerkristalle. Doch was die Kaffeepause wirklich zu meinem Alltags-Luxus macht, ist der Begleiter des Espressos: Ein knusprig-nussiger Cantuccino. Getunkt, gestippt, geknabbert. Macht mit Warp- Geschwindigkeit aus der "dull routine" La Dolce Vita.
Weil sie so unglaublich variabel sind, gehören Cantuccini zu meinen liebsten Gebäcken und sind überdurchschnittlich oft in unserer Keksdose zu finden. Außerdem halten sie sich ewig und werden (wenn sie denn gelassen werden) mit der Zeit immer besser. Ich liebe die Sache mit dem Eintunken, Testesser knabbert sie am liebsten pur.
Das macht die kleinen Knusperscheiben doch zu einem perfekten Geschenk für Kaffee-Liebhaber, am besten zusammen mit einer Tüte guter, duftender Espressobohnen, damit nicht nur die Augen, sondern auch die Nase das Osternest findet...
Für die easy-peasy-Verpackung die Cantuccini in eine Klarsichttüte füllen, dann auf der Vorderseite einer Butterbrottüte einen Kreis ausschneiden oder -stanzen und das Tütchen mit den Cantuccini hineinsetzen. Mit Masking Tape oder Schleife verschließen.
Cantuccini mit Mandeln, Pistazien und Pinienkernen
Ursprünglich nach einem Rezept von Leila Lindholm**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker sollte sich hierbei aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen lassen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**
100g Mandeln
30g geschälte, ungesalzene Pistazien
20g Pinienkerne
120g Zucker
250g Mehl
1 Msp Backpulver
1 Prise Salz
1 TL abgeriebene Orangenschale
2 Eier
25g Butter in Flöckchen
:: Backofen auf 180°C heizen.
Mandeln, Pistazien und Pinienkerne auf einem Blech verteilen und ca. 10 Minuten im Ofen rösten, bis sie duften und etwas Farbe annehmen. Herausnehmen und leicht abkühlen lassen.
Hitze auf 150°C herunterschalten. Das Backblech mit Backpapier auslegen.
:: Zucker in eine große Rührschüssel geben und Mehl und Backpulver dazusieben. Salz und Orangenschale untermischen. Eier einrühren und dann alles zusammen mit der Butter mit den Knethaken (oder einfach mit den Händen) rasch zu einer Art Keksteig kneten. Mandeln, Pistazien und Pinienkerne unterrühren. Den Teig halbieren und aus jedem Teigklumpen eine "Wurst" in Länge des Backblechs formen. Die beiden Teigwürste mit genügend Abstand auf das Blech setzen.
:: Etwa 25 Minuten backen, bis sich der Teig recht fest anfühlt. Herausnehmen und die Hitze auf 140°C herunterschalten. Die Cantuccini-Stangen in ca. 1cm breite, leicht schräge Scheiben schneiden und mit Abstand auf dem Blech verteilen. Dabei können die Scheiben liegen oder aufrecht stehen - egal. Weitere 25 Minuten backen, dann herausnehmen und komplett erkalten lassen.
Varianten:
:: das Verhältnis der Nüsse kann variieren, köstlich ist auch eine nur-Mandel-Variante - es sollte aber insgesamt immer ca 150g Nüsse oder Mandeln sein.:: wenn man die Butter weglässt, werden die Cantuccini noch knuspriger und weniger mürbe - auch lecker!
:: anstatt der Orangeschale kann man Vanilleextrakt verwenden
:: 50g Mehl können durch 50g gemahlene Mandeln ersetzt werden
:: Schokostückchen können eingebacken werden
:: dunkle Cantuccini können durch Zugabe von Kakao gebacken werden....
- endlos!

