Dienstag, 24. Juli 2012

Muhammara: Levantinische Paprika-Walnuss-Paste

Das schwierigste an diesem Gericht ist ohne Zweifel sein Name. Bis ich mir die richtige Reihenfolge der a's und m's gemerkt habe, hatte ich schon das halbe Internet nach diversen ähnlich klingenden, aber schlussendlich inkorrekten Bezeichnungen durchsucht und wurde leicht ungeduldig, irgendwo musste sich doch diese Paste finden lassen? Fündig wurde ich schließlich durch die Eingabe der Zutaten. Und hätte ich im Inhaltsverzeichnis von "Oriental Basics" unter P wie Paprika nachgeschaut, wäre mir der würzig-fruchtige Dip quasi von selbst in die Schüssel gesprungen. Warum einfach, wenn...?
Die Küche der Levante, des sagenumwobenen Morgenlandes, hat es mir von jeher angetan. Sobald  die Aromen von Kreuzkümmel, Koriander oder Zimt in meine Nase steigen, bekomme ich umgehend gute Laune - und Fernweh. Muhammara bedeutet "gerötet", was bei der Farbe naheliegt, und passt nicht nur großartig als Dip zum Fladenbrot, sondern auch zu Gegrilltem oder anstatt Butter auf das Sandwich.


Wenn es das "Sujet" erlaubt, mache ich meine Fotos gern morgens, da das Licht dann am besten ist. Die Muhammara-Paste wurde gegen acht Uhr fotografiert, und selbstredend muss das, was angerichtet wird, auch gegessen werden. Köstlich! Wer sagt denn eigentlich, dass Frühstück immer Müsli oder Marmeladenbrötchen bedeuten muss? Das während der Fotosession vor sich hinköchelnde Frühstücksei wurde jedenfalls zugunsten eines Muhammara-Fladenbrot-Snacks auf später vertröstet. Mir fiel in diesem Zusammenhang unser Urlaub in Asien im letzten Jahr ein. Dort gab es natürlich ein kontinentales Frühstück, das aber nach drei Tagen unendlich langweilig wurde, und so schwenkten wir recht schnell auf die asiatische Seite des Büffets über und aßen schon morgens unter anderem Reis und Suppe, die wir mit bereitgestellten scharfen Pasten würzen konnten. Auch wenn wir daheim wieder in die Müsli-Routine verfallen, passe ich mich im Urlaub gern den Essgewohnheiten des Landes an. Es wird schon seine Bewandnis haben.


À propos Urlaub: Wenn dieser Post online geht, hat für uns die schönste Zeit des Jahres begonnen und wir sind im Urlaub. Es ist quasi meine letzte Amtshandlung, den Post für später vorzubereiten, bevor ich mich daran mache, die letzten Dinge in den Koffer zu packen, noch ein weiteres Buch hineinzuquetschen und mich zu fragen, ob ich die grünen Schuhe nicht vielleicht doch mitnehmen sollte? Kurzentschlossen haben wir unsere Reisepläne geändert. Bis vor etwa einer Woche lautete der Plan "Roadtrip durch Dänemark", doch dann schlug uns der Dauerregen derartig auf das tiefgekühlte norddeutsche Gemüt, dass wir uns eines Abends um zehn Uhr über ein Glas Rotwein hinweg ansahen und sagten: "Ich brauch' Sonne". Ja, jetzt ist sie auch hier angekommen, haben wir das nicht gut gemacht? Wir überlassen sie auch ganz Euch und gucken sie uns von weiter weg an, die spontane Umbuchung fliegt uns nämlich auf die Insel, die griechische.

Bis die Tage!



Muhammara: Paprika-Walnuss-Paste
Eine leicht "free gestylte" Variante nach "Taste of Beirut" und dem Buch "Oriental Basics"

3 rote Paprikaschoten (gesamt 500-600g)
100g Walnüsse
50g altbackenes Weiß- oder Mischbrot
1 EL Harissa (Paste)
1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel
4 EL Olivenöl
1 EL Granatapfelsirup oder anderer Sirup
1 knapper TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

:: Den Ofengrill vorheizen oder den Ofen auf die höchte Temperatur stellen, gewöhnlich um die 250°C.

:: Paprikaschoten gründlich waschen, halbieren oder vierteln und Stiel und Kerngehäuse entfernen. Auf ein Backblech legen und im knalleheißen Ofen so lange rösten, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft, das dauerte bei mir ca. 15 Minuten. Herausnehmen und abkühlen lassen. Dann die Haut abzuppeln. Ich habe es übrigens mit so ziemlich jeder Methode probiert: beispielsweise ein feuchtes Handtuch über die heißen Paprika legen oder die Schoten in eine Plastiktüte stecken. Letzteres ist mir sehr suspekt - heiße Lebensmittel und Plastik, hmmmm - aber es bringt auch nicht viele Vorteile. Also am besten die Paprika so wie sie sind auf dem Blech auskühlen lassen und dann häuten.

:: Walnüsse anrösten, in der Pfanne ohne Fett oder im Ofen (kann gleichzeitig mit den Paprika geschehen), ebenfalls leicht abkühlen lassen. Das Brot in Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel grob kleinhacken.

:: Brot und Walnüsse in der Küchenmaschine oder mit dem Blitzhacker recht fein mahlen. Die gehäuteten Paprika dazugeben und mit Brot- und Nusskrümeln pürieren. Knoblauch, Zwiebel, Harissa und Olivenöl unterrühren und ebenfalls pürieren. Die Masse sollte fein und sämig sein, aber noch etwas "Textur" haben.

:: Kreuzkümmel und Sirup unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Fladenbrot servieren.

Sonntag, 22. Juli 2012

Sweet Sugarfree Sunday: Zitronen-Mohn-Kekse & Haselnussplätzchen

Große Freude, sowohl beim Gatten als auch in der Keksdose: Es gibt wieder Cookies! Nach der Backpause probiere ich jetzt viele Lieblingsrezepte in der zuckerfreien Variante aus, und Kekse in jeder Form gehören zweifellos zum besten, was der Backofen hervorbringen kann. Dem Wetter angemessen hätte ich sie fast mit Zimt und Ingwer gebacken, nur der bevorstehende Sommerurlaub mit seiner Aussicht auf Sonne hielt mich davon ab und ließ mich die Zitrone in die Hand nehmen. In der Kombi mit Mohn ist das Aroma der Zitrone einfach unschlagbar! Frisch, knusprig und nussig zugleich, so mag ich Kekse im Sommer, wenn sie sowohl zum Tee, aber auch zum Eiskaffee oder zur Limonade passen. Für meinen persönlichen Haselnussfan, das angetraute Krümelmonster, gab es auch noch Haselnussplätzchen. Diese sind etwas weicher als ihre Zitronen-Kumpels und werden durch Kastanienmehl und gehackte Kakaobohnen schön nussig.

zitrone mohn kekse cookies plätzchen haselnuss

Richtig gute Kekse sind herrlich unkompliziert, schnell zusammengeknetet und fix aufs Blech gebracht. Am besten finde ich dabei Kekse, die kein Ei enthalten, und das aus ganz praktischen Gründen: Sie sind wunderbar skalierbar, wie wir BWLer so sagen: Ich kann ein einziges Blech Kekse backen oder eine ganze Wagenladung voll, einfach indem die Mengen von Butter und Mehl angepasst werden. Jetzt wird man mich selten eine Wagenladung Kekse backen sehen, eher ist es so, dass ein einziges Blech einer Sorte mehr als ausreichend ist für uns beide. Lieber habe ich drei verschiedene Sorten Kekse in überschaubaren Mengen in der Dose als wochenlang an einer Variante zu knabbern.

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Wer weiß, vielleicht können die Haselnussplätzchen ja in der Adventsbäckerei ein Revival erleben, und dann mit Haselnüssen aus eigener Ernte. Ende des Sommers werden wir unser neues Domizil beziehen und werden uns den Garten mit einem Haselnussstrauch teilen, der jetzt schon fleißig Früchte trägt. 

Für's erste dürfen aber die Zitronen-Mohn-Kekse die Hauptrolle spielen, sie sind mein Beitrag zum aktuellen Kochtopf-Event "Papaver", das von Pimpi-MEL-la ausgerichtet wird. Sie sucht alles, was mit oder aus Mohn gekocht, gebacken oder gerührt wird, egal ob süß oder salzig. Süß, Mel! Und knusprig! Bitte sehr!
 
Blog-Event LXXX - Papaver (Einsendeschluss 15. August 2012)

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Zitronen-Mohn-Kekse
Für ca. 15 Stück

50g weiche Butter
40g Reissirup
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
75g Mehl, 550er
1 EL (ca. 10g) Mohn

:: Backofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

:: Butter und Reissirup schaumig schlagen, dann die Zitronenzesten unterrrühren. Mehl und Mohn unterrühren und alles schnell zusammenkneten.

:: Jeweils 1 TL Teig abstechen, zu Kugeln formen und auf das Backblech legen. Mit den Zinken einer Gabel etwas breit drücken.

:: 15 Minuten backen bis die Kekse hellbraun sind. Herausnehmen und komplett auskühlen lassen.


Haselnussplätzchen
Für ca. 15 Stück

50g weiche Butter
40g Reissirup
1 TL Vanilleextrakt oder 1/4 TL gemahlene Vanille
75g Kastanienmehl
30g ganze Haselnüsse, plus 15 Nüsse zum dekorieren
4 Kakaobohnen (ca. 10g), alternativ dunkle Schokolade, 1 bis 2 Rippen

:: Backofen auf 175°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

:: Haselnüsse und Kakaobohnen mittelfein hacken.

:: Butter, Reissirup und Vanilleextrakt oder -pulver schaumig schlagen, dann das Kastanienmehl unterrühren. Haselnüsse und Kakaobohnen unterkneten.

:: Jeweils 1 TL Teig abstechen, zu Kugeln formen und auf das Backblech legen. Jeweils eine Haselnuss in die Bällchen drücken.

:: 15 Minuten backen bis die Kekse hellbraun sind. Herausnehmen und komplett auskühlen lassen.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Krachgesunde Cracker

Snickers. Diese gemeinen Biester setzen meine guten Vorsätze auch nach Wochen manchmal ganz schön unter Druck. Sie scheinen sogar meinen Namen zu kennen, an der Supermarktkasse lächeln sie mich nicht mehr einfach nur an, sie rufen meinen Namen und fragen, was los sei mit mir, ob ich sie nicht mehr kennen würde, ob ich mich jetzt wohl für etwas Besseres hielte, und es sei doch früher immer so schön gewesen mit uns! Um der alten Zeiten willen könnte ich doch wenigstens einen mitnehmen?
Hinterhältig. Aber nicht mit mir. Gebt mir noch ein paar Wochen, dann sprechen wir uns wieder, Freunde. Und wir werden sehen, wer hier lacht. (Hoffentlich ich…)

Cracker Reis Quinoa Sesam Rosmarin Meersalz

Auch mit  der großartigen Feststellung, dass ich durch den Fruktose-Cut recht wenig "Zwischenhunger" habe und das süße Verlangen am Nachmittag deutlich gemildert ist, gelüstet es mich manchmal nach einem Snack, meistens nach etwas  Knusprigem, Salzigem. Chips sind relativ selten in unserem Vorratsschrank anzutreffen, das Gefährdungspotenzial ist definitiv zu hoch - oder könnt Ihr die geöffnete Chipstüte wieder zurücklegen, nachdem Ihr eine Handvoll Chips herausgenommen habt? Eben. Willenskraft in diesem unglaublichem Maße ward mir nicht gegeben.

Cracker Reis Quinoa Sesam Rosmarin Meersalz

Eine gute Quelle für hauchzarte und knusprige Cracker, die locker mit Chips mithalten können, fand ich bei Sarah von My New Roots. Die Cracker sehen irre gesund aus  und sind es wahrscheinlich auch - aber viel wichtiger ist, dass sie auch wirklich köstlich sind, was sie zu einer unschlagbaren Kombination macht. Einmal ausgerollt kann der Teig mit allerlei Körnern, Gewürzen und Kräutern bestreut werden, meine liebste Geschmackskombination ist Sesam mit Meersalz und Pfeffer, aber auch geraspelter Parmesan und Rosmarin ist nicht zu verachten. Ganz und gar nicht.

Cracker Reis Quinoa Sesam Rosmarin Meersalz


Krachgesunde Cracker
ergibt ca. 3 Backbleche voll Cracker

75g Vollkornreis (oder 1 Tasse gekochter Reis, bpsw. Überbleibsel vom Vortag)
50g Quinoa (1 Tasse gekocht), alternativ geht auch Couscous oder Bulgur
50g Sesamsaat (ungeschält)
40g Leinsamen, ganz oder geschrotet
1/2 TL Meersalz
2 EL Olivenöl
1 EL helle Sojasauce, weniger, wenn man es nicht so salzig mag
Körner, Gewürze und Kräuter zum Bestreuen, z.B. Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, Sesam, Chiliflocken, Meersalz, grob gemahlener Pfeffer, Rosmarinnadeln…..

:: Vollkornreis und Quinoa nach Packungsanweisung kochen - allerdings ohne Salz - und abkühlen lassen. Nach Möglichkeit während des Reiskochens nicht von Online-Klatschmagazinen ablenken lassen. Just saying. Ahem.

:: Leinsamen mit ausreichend Wasser übergießen und mindestens 20 Minuten einweichen lassen.

:: Sesam in der Pfanne über mittlerer Hitze anrösten, bis die Samen springen und duften. Ebenfalls abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen

:: Reis, Quinoa, Leinsamen, Sesam, Salz, Sojasauce und Olivenöl vermengen und in der Küchenmaschine oder mit dem Zauberstab pürieren, bis eine glatte und recht klebrige Masse entsteht Wenn der Teig zu krümelig ist, teelöffelweise Wasser unterarbeiten. Leinsamen und Sesam werden dabei nicht unbedingt pulverisiert (je nach Power des Pürierstabs oder der Küchenmaschine), aber das ist okay.

:: Ein Drittel des Teigs auf ein Stück Backpapier geben und mit einem zweiten Papier oder einem Stück Folie abdecken, so rollt es sich leichter aus. Auf eine Dicke von etwa 2mm ausrollen, dann das obere Backpapier oder die Folie vorsichtig abziehen, das untere mit dem Teigfladen auf das Backblech ziehen.

:: Mit einem scharfen Messer oder einem Pizzaroller Rauten schneiden, den Teig aber im Ganzen lassen. Einfacher geht das, wenn das Messer regelmäßig angefeuchtet wird, dann klebt der Teig weniger daran. Mit Körnern und Gewürzen bestreuen und 25 - 30 Minuten backen, anschließend herausnehmen und abkühlen lassen. Dann entlang der "Markierungen" auseinanderbrechen.

:: Auf die gleiche Weise mit dem Rest des Teigs verfahren - er lässt sich aber auch gut für einige Wochen portionsweise einfrieren, dazu am besten flachdrücken.

Montag, 16. Juli 2012

Räucherforellen-Tarte

Gestern war wahrscheinlich der erste Sonntag seit Monaten, an dem es hier keinen sonntagssüßen Post zu lesen gab. Dabei mag ich meine süße Tradition selbst sehr gern, egal ob zuckrig oder zuckerfrei. Woran lag's? Ich war unterwegs. Wer jetzt sagt, dass das keine Ausrede sei, dem gebe ich unumwunden recht. Immerhin kann man Posts vorbereiten, und so habe ich mit größter Akribie bereits am Freitag meine ersten zuckerfreien Muffins gebacken, nach einem Marmorkuchenrezept. Sie waren hübsch, rochen gut, die Struktur erschien fluffig und luftig, voll hoffnungsfroher Erwartung bis ich hinein - und sie schmeckten todlangweilig. So langweilig, dass wahrscheinlich nicht einmal Zucker etwas daran geändert hätte. Herbe Rückschläge wie diese werden mich jedoch nicht in meinem Forscherdrang aufhalten! Lediglich die fehlende Zeit, die tat es.

geräucherte Forelle Tarte Lauch

Da wir am Wochenende nun nicht zu Hause waren, gähnte unser Kühlschrank uns auch entsprechend leer an, doch seit dem Einzug der Kalten Else in den Keller ficht mich das nicht an. Der Tiefkühlschrank hat meist ein schönes Abendessen in sich, und diesmal fiel die Wahl auf die Tarte mit Räucherforelle, die immer vorhanden sein muss, da wir sie beide sehr lieben. Besonders schön ist dabei, dass die Menge sowohl des Mürbeteigs als auch des Belags für eine runde Form von etwa 25cm Durchmesser reicht und zusätzlich noch vier kleine Förmchen auskleidet. Somit habe ich gleichzeitig kleine Portionen für ein Büro-Mittagessen. Zwei Minitartes, zusammen mit einem Salat, ergeben ein wunderbares Mittagessen und erfüllen das gesamte Büro mit ihrem Duft. Fragt meine Kollegen - "eeeeh, wer hat denn hier bitte Fiiisch gekocht?!" Ich. Und ich bin sehr glücklich damit. Nimm das, Kantinen-Schnitzel!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig

So gelb, wie dieTarte auf dem Bild daher kommt, bin ich fast geneigt, auch diese bei Uwes Blogevent einzureichen, immerhin ist noch Juli. Aber ich will mein Glück nicht herausfordern, immerhin habe ich dank Eurer aller Klicks einen tollen dritten Platz für den Monat Mai belegt! Ich bin sehr glücklich darüber und schicke Euch auf diesem Weg ein großes Dankeschön! Und teile mit Euch dafür auch am Ende dieses Posts ein paar süße Bilder aus dem schwedischen Lund, einer hübschen Universitätsstadt nahe Malmö. So süß kann window shopping sein!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig Tiefkühler einfrieren


Räucherforellen-Tarte
reicht für eine Tarte-Form mit ca. 25cm Durchmesser plus 4 kleine
nach Ghillie James, "Auf Vorrat gekocht", Mürbeteig nach Nicole Stich

200g Mehl
125g kalte Butter in kleinen Stückchen
125g Quark
1/2 TL Salz
300g Räucherforellenfilets 
400ml Milch
Butter zum Anbraten
2 Stangen Lauch
2 EL Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
Backpapier und getrocknete Bohnen o.ä. zum Blindbacken

:: Ofen auf 200°C vorheizen.
:: Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Quark und Salz schnell verkneten und für 30 Minuten kalt stellen.

:: Währenddessen die Forellenfilets auf Gräten checken, dann in eine Auflaufform legen und mit der Milch begießen. Mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und im Ofen 20 Minuten pochieren. Herausnehmen und die Forelle aus der Milch nehmen.

:: Multitasking ahoi! Während der Teig kühlt und die Forelle pochiert, den Lauch putzen und in feine Scheiben schneiden.

:: Die Tarteform(en) vorbereiten, dann den Mürbeteig ausrollen und die Form(en) damit auskleiden. Backpapier darauf ausbreiten, mit Bohnen bestreuen und für 15 Minuten blindbacken. Bohnen und Backpapier entfernen und weitere 5 Minuten backen, dann herausnehmen.

:: Meanwhile eine Etage höher: Lauch in etwas Butter weichdünsten. Das Mehl unterrühren und dann nach und nach langsam die Milch angießen und unterrühren. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Cayenne würzen. 

:: Wer Zeit mitbringt, lässt die Lauch-Sauce jetzt in aller Ruhe abkühlen, wenn es schneller gehen soll: Das Waschbecken ein paar Zentimeter hoch mit kaltem Wasser füllen und den Topf hineinstellen. Immer mal wieder rühren. Wenn die Masse abgekühlt ist, die Eier verschlagen und unterrühren.

:: Die Lauchmasse auf dem Mürbeteigboden gießen, dann die Forellenfilets zerpflücken und gleichmäßig darauf verteilen.

:: Zum Einfrieren: die jetzt noch ungebackene Tarte in der Form abkühlen lassen, dann nicht abgedeckt in den Tiefkühler stellen. Wenn sie durchgefroren ist, aus der Form nehmen (es sei denn, man braucht sie auf absehbare Zeit nicht), mit Folie umwickeln oder in einen großen Gefrierbeutel umpacken.
Zum Sofort-Essen: Die Tarte in den Ofen schieben und etwa 40 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und goldbraun ist. Herausnehmen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten stehen lassen.

:: Auf Vorrat gekocht: Die Tarte wieder in die Backform setzen entweder komplett auftauen lassen und dann 30-40 Minuten bei 200°C in den vorgeheizten Backofen schieben oder die noch gefrorene Tarte 45 Minuten backen.


Abrick Macaronn in Lund:




Donnerstag, 12. Juli 2012

Linguine mit Pfifferlingen, Bohnen und Speck

Die Schmach, sie war da, als Mario Balotelli im Alleingang, so hatte es fast den Eindruck, die deutsche Nationalmannschaft nach Haus und in den Urlaub schickte. Schon wieder im Halbfinale, schon wieder Italien. Wie bitter.
Ich hatte am Abend des 28. Juni frische Pfifferlinge und eine Handvoll grüner Bohnen erstanden und hatte eine ungefähre Idee, was damit anzustellen sei. Der Vorratsschrank brachte Linguine und geräuchterten Schinkenspeck hervor, Thymian wuchert wächst auf dem Balkon und ein wenig Butter war auch noch vorhanden. Schnell wurde gekocht und gebraten, aufgetischt, verspeist, und pünktlich zum Anpfiff saßen wir vor dem Fernseher. 

Im Nachhinein hätten wir uns mit dem Essen einfach mehr Zeit und Muße lassen können. *seufz*

Linguine Pfifferlinge Pilze Bohnen Speck Thymian Pasta

Mittlerweile, zwei Wochen danach, hat König Fußball Sommerpause, die EM ist verdaut und das köstliche Pastagericht darf auf nun endlich den Blog, ohne dass ich ihm noch gram bin. Das wäre ja in jedweder Hinsicht gemein, die Pasta ist doch ganz unschuldig an dem Debakel. Ganz im Gegenteil, immerhin war sie das einzige Highlight des Fußball-Abends! Doch zwischendurch war ja noch Very Berry. So soll sie eben jetzt zu Ruhm und Ehre gelangen. Sie hat es verdient. 

Pfifferlinge; Pilze putzen; Thymian
Das Pastagericht ist eigentlich eine recht schnelle Angelegenheit, das Essen steht mit ein bisschen Multitasking in weniger als 20 Minuten auf dem Tisch... oder vielmehr: stünde in weniger als 20 Minuten auf dem Tisch, wenn da nicht das nervenaufreibende Putzen der Pfifferlinge wäre. Ich habe mit einem Pinsel hantiert, das nächste Mal werde ich aber ganz sicher diese angeblich idioten- und sandkörnersichere Variante aus dem Chefkoch-Forum testen: Die Pilze in eine Schüssel geben, mit Mehl bestäuben und so lange schütteln, bis sich das Mehl gut verteilt hat. In einer verschließbaren Tüte sollte das auch gut gehen. Dann die Pilze in einen Durchschlag kippen und gut abbrausen, bis alles Mehl abgespült ist.
Für eine knirschfreie Wiederholung der Halbfinal-Pasta werde ich diese Methode unbedingt testen. Habt Ihr damit Erfahrung?

Pfifferlinge; Speck, Thymian; Pfifferlinge putzen

Linguine mit Pfifferlingen, Bohnen und Speck

300g Pfifferlinge 
1 Knoblauchzehe
50g geräucherten Schinkenspeck
200g grüne Bohnen
Butter zum Anbraten
Linguine, Bavette oder Spaghetti - Menge nach  Hunger, wir hatten 300g
3 Zweige Thymian
1 kleine getrocknete Chilischote
Salz, schwarzer Pfeffer
Olivenöl

:: Pfifferlinge putzen - mit dem Pinsel oder der oben geschilderten Methode, für die ich mich aber mangels Ausprobieren nicht verbürgen kann.

:: Knoblauch pellen und fein hacken, Schinkenspeck  in Scheiben oder Würfel schneiden.

:: Bohnen waschen und die Enden abschneiden, dann in Salzwasser al dente garen und abgießen.

:: Nudelwasser aufsetzen und Pasta nach Packungsanweisung kochen.

:: In einer großen Pfanne 1 EL Butter schmelzen und die Pfifferlinge darin bei mittlerer Hitze anbraten. Knoblauch fein hacken (oder in Scheibchen schneiden, wie man's lieber mag) und zusammen mit dem Schinkenspeck zu den Pilzen geben. Thymianblätter abzupfen, über die Pilze verteilen und alles 2-3 Minuten braten. Bohnen dazugeben und weitere 2 Minuten garen. Salzen und pfeffern.

:: Pasta abgießen. Die Linguine unter die Pilze und Bohnen mischen, die Chilischoten darüber zerbröseln und alles mit einem Schuss Olivenöl vermengen.

Linguine; Pasta; grüne Bohnen; Speck; Pfifferlinge

Dienstag, 10. Juli 2012

Gelbe Zucchini-Parmesan-Tarte für Uwe


Der rosa April war mir hold, und auch der hellgrüne Mai hat mich bzw. meinen Spargelsalat mit Pinienkernen und Zitrone doch tatsächlich in die Endauswahl vom Cookbook of Colors gebracht. Noch bis Freitag könnt Ihr bei Uwe wählen, und ich würde mich bannich, sakrisch und wie bekloppt freuen, wenn Ihr Euer Häkchen vor meinen Beitrag setzt.
Womit wir auch schon gleich beim Thema wären. Den grünen Juni habe ich aus Mangel an guten Ideen ausgelassen, und auch im Juli wollte ich die Flügel strecken, gelb erschien mir irgendwie... kompliziert. Doch Unverhofft, der alte Zufallsgenosse, kommt oft und kam diesmal beim Durchblättern durch die Bilder der kürzlich gekochten und fotografierten, aber noch nicht gebloggten Gerichte.


Als das erste Bild der Zucchini-Parmesan-Tarte auf meinem Bildschirm erschien, sagte ich „gelb!“. Der Mann sagte „hä?“ und ich sagte, „na gelb! Perfekt für den Juli!“, und er machte die Wischer-Handbewegung vor der Stirn. Tssssk. Denn gegessen hat er die Tarte, und nicht zu wenig davon! Das Originalrezept aus der ersten Ausgabe der deutschen SAVEURS wollte grüne Zucchini, ich hatte nur gelbe, die aber um so dringender verarbeitet werden mussten. Also gab es ein monochromes Farbspiel für Teig, Belag und Guss, dreifach gelb. Und dreifach gut: Zucchini verbraucht, köstlich gegessen, Beitrag gekocht!


Überhaupt, das Cookbook of Colors. Die Idee ist schon einmal großartig: 12 Monate, 12 Farben, 36 Rezepte, und alles in einem Mega-Blogevent. Die Verwaltung ist ein Heidenaufwand, wahrscheinlich hat Uwe selbst nicht mit dieser Begeisterung in der "Szene" gerechnet, denn von Monat zu Monat wurden es mehr Einreichungen. Hinzu kommt dann die Selektion, die Vorbereitung der Abstimmung und nicht zuletzt die Umsetzung in ein Buch, das am Ende allen als PDF zum Download zur Verfügung steht. Ich finde das unglaublich. Chapeau, Uwe! Vielen Dank für die farbenfrohe Begleitung und Inspiration durch das Jahr!



Zucchini-Parmesan-Tarte
Für eine Tarte-Form oder ein Blech à 30x30cm

250g Mehl
125g Butter
1 Prise Salz
1 Eigelb
3 gelbe Zucchini (ca. 400g)
50g Parmesan
200ml Sahne
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat

:: Mehl, Butter Salz und Eigelb schnell zu einem Teig verkneten und 30 Minuten kühlstellen.

:: Währenddessen die Zucchini waschen und in dünne, ca. 2 mm breite Scheiben schneiden. Den Parmesan reiben und mit Sahne und Eiern aufschlagen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

:: Die Tarteform oder das Blech vorbereiten und den Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Den Teig ausrollen und in die Form drücken und einen kleinen Rand bilden. Dann die Zucchini ziegelartig überlappend darauflegen. Mit dem Guss begießen und 45 Minuten backen, bis sich der Guss fest anfühlt und goldgelb geworden ist.

:: Herausnehmen, kurz etwas abkühlen lassen, in Scheiben schneiden und dann zusammen mit einem Salat servieren. Kalt schmeckt die Tarte auch ganz vorzüglich.

Sonntag, 8. Juli 2012

Sweet Sugarfree Sunday: Nussig-crunchige Käsekuchen-Tartelettes

Yay! Die zuckerfreie Woche Nummer sechs liegt hinter mir, und das ohne jegliche Probleme. Dabei sollte in Woche fünf und sechs doch das böse Erwachen kommen, mit zuckrigen Gelüsten, mit Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und mit der kleinen, nagenden Stimme im Hinterkopf, die da sagt "Hömma, was soll der Quatsch eigentlich?" Vielleicht habe ich einfach Glück gehabt, vielleicht war mein Sugar habit auch gar nicht so schlimm wie angenommen. In jedem Fall: Daumen hoch. Bislang würde ich es alles genau so wieder machen. Und das Beste: Laut Plan werde ich jetzt langsam auch wieder ein paar Früchte auf meinen Speiseplan setzen. Die meisten Himbeeren auf den Tartelettes hat zwar noch der Gatte aufgenascht, aber erfreulicherweise sind die kleinen pinken Schätzchen recht fruktosearm - wer hätte das bei ihrer überbordenden Süße gedacht?

zuckerfrei Pistazien Mandeln Kokos Käsekuchen Himbeeren Tartelettes

Mit dem Zuckerverzicht ging für mich auch ein Umdenken einher, was den Einsatz von Mehl betrifft. Nun ja, nicht wirklich ein Umdenken, aber doch die Frage, wie weit der Konsum von Weizenmehl soweit eingeschränkt oder ersetzt werden kann, ohne dass der Genuss dabei zu kurz kommt. Nike von nikesherztanz brachte mich auf die Idee mit Buchweizen, bei Sandys Blog Confiture de Vivre las ich von Kastanienmehl. Beides steht nun in meinem Küchenschrank und wird fleißig benutzt. Der Mann sagte zwar zunächst, "jetzt wirst du komisch", hat aber seine Vorliebe für v.a. Buchweizen entdeckt. Die Tartelettes wiederum kommen ganz ohne jegliches Mehl aus, ihr Boden besteht aus einer crunchigen Mischung aus Pistazien, Kokosflocken und Mandeln. Mein erster Kuchen seit Wochen!

zuckerfrei Pistazien Mandeln Kokos Käsekuchen Himbeeren Tartelettes

Ich freue mich überhaupt sehr, dass die süße Bäckerei ohne Zucker offensichtlich gut zu funktionieren scheint. In den letzten Wochen war der Ofen nur Schauplatz für Brot und Gratins, nicht aber für die Herstellung von Kuchen, Keksen oder sonstigen Süßschnuten-Drogen. Ebenso habe ich fest die Augen verschlossen vor den Backbüchern in meinem Regal, habe Martha ignoriert und vorgegeben, Leila nicht zu kennen, und wer war noch gleich Cynthia?! Ich habe sie ehrlich vermisst, die Mädels. Nicht einmal so sehr  ihre süßen Kunstwerke, aber doch die Beschäftigung mit dem Backen, das Bücherwälzen, das Seitenrascheln, das Teigmischen und Rühren, das in-den-Ofen-Spähen, das Schnuppern und Finger abschlecken. Das glückliche Gefühl, was mir das Backen verleiht.

Mixer, Springform, Backofen - I'm back!

zuckerfrei Pistazien Mandeln Kokos Käsekuchen Himbeeren Tartelettes


Nussige Käsekuchen-Tartelettes
für 2 Tarteletteförmchen mit 15cm Durchmesser. Für eine Tarte-Form à 25 cm Durchmesser die dreifache Menge berechnen - bzw. für den Teig die trockenen Zustaten einfach auf 100g abwiegen.

Leicht abgewandelt aus Sarah Wilson, I Quit Sugar Cookbook

30g Pistazien, geschält
30g Kokosflocken
30g gemahlene Mandeln
15g weiche Butter
250g Quark
1 kleines Ei
1/4 TL gemahlene Vanille oder 1 TL Vanilleextrakt
Süßungsmittel nach Wahl und Geschmack, bei mir: 30g Reissirup
Kokosraspeln und Beeren für die Dekoration

:: Den Backofen auf 175°C vorheizen und 2 Tarteletteförmchen fetten.

:: Die Pistazien im Blitzhacker mittelfein hacken, sie sollen nicht pulverisiert sein,sondern noch kleine Stücke enthalten. Kokosflocken und Mandeln dazugeben, ein paar Sekunden mit mahlen, dann in eine Schüssel umfüllen und die Butter unterkneten. Den Teig halbieren und in die Tarteletteförmchen presssen. In den Ofen schieben und 8 bis 10 Minuten backen, bis sie sich schon ein wenig fest anfühlen.

:: Währenddessen die Füllung zubereiten: Quark, Ei, Vanille und Sirup verrühren und kurz abschmecken, ob die Süße passt. Wenn es zu wenig ist, noch ein wenig mehr Sirup (oder welches Süßungsmittel Ihr auch immer präferiert) unterrühren.

:: Die Quarkmasse auf den ´Teig verteilen und die Törtchen weitere 25 bis 30 Minuten backen. Dann herausnehmen, auskühlen lassen und mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

:: Tartelettes aus den Förmchen heben und mit Beeren und leicht angerösteten (und evtl. mit Sirup karamellisierten) Kokosraspeln dekorieren.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Post aus meiner Küche, die zweite: Himbeersenf

Einmal süß, einmal salzig, und alles im Glas, das waren so meine Gedanken, als ich die Very Berry Post aus meiner Küche vorbereitete. "Süß" war durch den Erdbeer-Holunder-Sirup abgedeckt, für salzig fehlte mir zunächst die Inspiration. Ein Streifzug durch eine Filiale des Hamburger Mutterlands und einen Espresso später wusste ich schon einmal, dass ich auf jeden Fall Senf herstellen und verschicken wollte. Und übergeschnappt mutig wie ich bin, wollte ich es auch komplett selbst machen, ohne eine bereits fertige Senf-Basis.


Mut ist auf jeden Fall auch für meine Tauschpartnerin Laura vonnöten gewesen, denn der eigens produzierte Senf ist ordentlich scharf geworden, auch wenn ich den dann verschickten Zweitversuch deutlich abgemildert habe. Der erste Versuch erinnerte ein wenig an eine Mutprobe, mir schossen nach dem ersten Testen prompt die Tränen in die Augen. Inzwischen habe ich gelernt, dass Senf ein paar Tage zum "Reifen" braucht und dann auch milder wird. Laura hat mich ein wenig beruhigt, der Senf sei immer noch schön scharf, aber herrlich fruchtig. Das will man doch hören.


So lange darauf gefreut, so lange geplant, und dann im Nu wieder vorbei - mit "Post aus meiner Küche" verhält es sich so wie mit Hochzeiten oder anderen großen Feiern. Aber schön war es wieder einmal! Und die Erinnerung hält länger durch schöne Fotos - für mehr Ooohs und Aaahs klickt Euch doch einmal durch das Pinterest Board!  Auch das ist wie eine Feier: Man findet die ganze (Foodie-)Familie beisammen.
Ein dicker fruchtsüßer und senfscharfer Kuss geht an Clara, Jeanny und Rike, die "Erfinderinnen" der tollen Aktion. Danke, Mädels!


Himbeersenf
für ein Glas à 200ml

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Honig lässt sich hier aber gut durch Reissirup ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**


100g Himbeeren, frisch oder TK
50ml Wasser
4 EL Honig
30g gelbe Senfkörner
1 TL Rohrohrzucker
50ml Himbeeressig

:: Himbeeren mit Wasser und  2 EL Honig in einem Topf aufsetzen und solange zugedeckt köcheln, bis die Himbeeren musig sind. Dann offen auf etwa die Hälfte der Flüssigkeit einkochen. Abkühlen lassen.

:: Senfkörner zusammen mit dem Rohrohrzucker fein mahlen.

:: Senfmehl, Himbeermus, Himbeer-essig und die restlichen 2 EL Honig mischen und alles fein pürieren. Der entstandene Senf ist jetzt ziemlich scharf, also Vorsicht beim Probieren!

:: Über Nacht in der Schüssel ziehen lassen, abschmecken und in ein Glas abfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren.

Dienstag, 3. Juli 2012

Very Berry Post aus meiner Küche: Erdbeer-Holunder-Sirup

Zur ersten Runde Post aus meiner Küche sprudelte mein Hirn quasi über vor Ideen, Schokolade war einfach ein sehr dankbares Thema. Zur zweiten Runde, "Very Berry", hatte ich mich schneller angemeldet, als ich nachdenken konnte, was vielleicht gut war, denn mir fiel zwar vieles ein, was mit Beeren zu tun hat, aber außer Marmelade wollte nicht viel in mein Hirn, was sich problemlos verschicken ließe. Erdbeersahnetorte stellte ich mir schwierig vor, meine Tauschpartnerin Laura sollte ja nicht nur Matsch im Päckchen vorfinden!

Erdbeer Holunderblüten Sirup Hugo Prosecco Milchfläschchen

Relativ schnell aber war klar, dass ich Erdbeeren treu bleiben würde, sie sind für mich die Früchte, die den Beginn des Sommers markieren und bringen Farbe auch in nieselige Junitage. Doch genau diese nieseligen kühlen Junitage führten zum glücklichen Umstand, dass passend zum Event die Holunderbüsche noch voll frischer Blüten waren. Holunder und Erdbeer, eine tolle Kombination, warum also nicht beides in einen süßen Sirup verheiraten?
Die erste Versuchsreihe war schon einmal vielversprechend, der Holunder hielt aber noch etwas hinter dem Berg. Deswegen bin ich einen Umweg gegangen und habe zunächst einen klassischen Holunderblütensirup gekocht, der dann zu einem späteren Zeitpunkt die Erdbeeren aufgenommen hat.

Erdbeere Holunderblütensirup Sommerdrink Hugo
Der schicke rote Sirup macht auch im Handumdrehen einen echten Mädchentraum aus dem momentan so hippen Hugo: Nämlich Hugos kleine rosa Schwester Hanna. Dafür einen Schuss Sirup mit 100ml trockenem Weißwein aufgießen und mit einem Spritzer Sprudelwasser verfeinern. Ein paar Eiswürfel dazu und vielleicht noch etwas Melisse, und fertig ist der Sommercocktail. Für die hübschen Eiswürfel auf dem Bild habe ich ein paar Erdbeeren halbiert oder geviertelt, in Eiswürfelbehälter gelegt, mit Wasser aufgegossen und eingefroren.





Erdbeer-Holunder-Sirup

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker sollte sich hierbei aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen lassen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**


20 Holunderblütendolden
1 Bio-Zitrone
500g Zucker
500ml Wasser
500g Erdbeeren

:: Holunderblüten verlesen und etwas ausschütteln.

:: Zitrone gründlich waschen und die Schale dünn abschälen, am besten mit dem Sparschäler. Den Saft auspressen.

:: Zitronenschale zusammen mit Zucker und Wasser in einen Topf aufkochen, dabei immer wieder gut umrühren, damit sich der Zucker nicht am Boden festsetzt und sich vollständig auflöst. Zitronensaft einrühren und die Holunderblüten hineingeben. Einmal umrühren und 2 Tage durchziehen lassen. Anschließend abseihen.

:: Erdbeeren putzen und vierteln.
:: Vom entstandenen Holunderblütensirup 500ml abmessen und zusammen mit den Erdbeeren aufkochen, dann etwa 15 Minuten köcheln lassen. Noch heiß durch ein Sieb in vorbereitete Flaschen füllen und sofort verschließen und abkühlen lassen.

Sonntag, 1. Juli 2012

Sweet Sugarfree Sunday: Mandelmilchreis und die zuckerfreie Woche 5

Der Zucker und ich haben uns weitestgehend miteinander arrangiert: Ich komme damit klar, ihn zu ignorieren, er muss damit klarkommen, ignoriert zu werden. Auch meine anfängliche Befürchtung, irgendwann für einen Apfel oder ein Stück Banane töten zu wollen, hat sich als komplett unbegründet erwiesen. Obst vermisse ich fast gar nicht, viel weniger als Tomaten, denn auch die sind im Moment gestrichen. Und da beginnt das Problem: Während ich mich ganz zuckerfrei wirklich großartig fühle, werde ich sozial unverträglich. Essen gehen ist momentan eine wirkliche Herausforderung, für mich und für meine Mitmenschen.

Mandelmilch milchreis zuckerfrei no sugar

Situation 1: Gemütliches Essen mit dem Gatten oder anderen lieben Menschen - keiner hetzt oder schaut auf die Uhr, wir haben alle Zeit der Welt. Und doch, während alle anderen schon längst gewählt haben, studiere ich immer noch die Speisekarte, gehe mental die Bestandteile eines Gerichts durch (Tomaten? Balsamico? Honig?) und löchere dann den armen Keller mit Fragen. 
Situation 2: Mittagessen mit den Kollegen. In der Regel bin ich ein "Selbstversorger" und bringe mein Essen mit, wenn ich aber unterwegs bin, spielen sich ähnliche, aber ungleich dramatischere Szenen ab wie oben, denn diesmal sitzt die Zeit im Nacken. Am Ende bestelle ich einen Salat ohne Dressing (nein, auch kein Balsamico, bitte danke) und ohne Tomaten und komme mir vor wie eine der Tussis aus der "Ladies Lunch"-Liga, über die ich sonst nur den Kopf schütteln kann.

Natürlich frage ich mich an diesen Momenten, warum ich das eigentlich tue. Zu welchem Zweck, für wen, und überhaupt - bringt mich das der Weltherrschaft näher? Wahrscheinlich nicht. Aber dann erinnere ich mich daran, dass ich den kleinen Wohlstandsring um die Körpermitte verloren habe, dass meine Haut wieder mein Freund ist und dass außerhalb der Restaurants eine ganze Welt zuckerfreier süßer Dinge existiert, für ich ich mittlerweile gern Gummibärchen und Schokolade links liegen lasse.
Wie diesen Mandelmilchreis zum Beispiel. Leicht süß durch Mandelmilch, knusprig durch geröstete Mandeln und genauso cremig wie das Original. Funktioniert übrigens auch super in der Kokos-Variante! Und alles ohne einen Krümel (industriellen) Zucker.



Mandelmilchreis
für 4 Dessertportionen

700 ml Mandelmilch (so geht's)
70g Rundkornreis (Milch- oder Arborioreis)
2 EL gemahlene Mandeln, von der Mandelmilch-Herstellung zurückbehalten
2 EL Amaretto oder einige Tropfen Mandelextrakt
2 EL gehobelte Mandeln
für ganz Süße: 1 EL Reissirup - geht aber auch ohne

:: Mandelmilch sanft zum Kochen bringen, dann den Reis einrühren und so lange leise köcheln lassen, bis der Reis weich ist und einen Großteil der Milch aufgesaugt hat.

:: Gemahlene Mandeln und Amaretto oder Mandelextrakt unterrühren und so lange weiterköcheln, bis die Milch vollständig aufgesogen ist. 

:: Wer es süßer mag, rührt jetzt den Reissirup ein.

:: Milchreis abkühlen lassen.

:: Gehobelte Mandeln in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Milchreis auf die Gläser verteilen und mit gehobelten Mandeln betreuen.
 Für die extra-knusprige Variante 2 EL gehobelte Mandeln mehr anrösten und unter die Mandeln heben, dann auf Schälchen verteilen, mit den restlichen Mandeln bestreuen und servieren.
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