Mittwoch, 28. November 2012

November Soulfood: Baked Beans

Eine Dose Baked Beans aufmachen geht leichter und ist vor allem viel schneller, das will ich gern zugeben. Aber ich zappelte am Haken der selbstgemachten Baked Beans, seit ich sie in Tim Mälzers Greenbox gesehen hatte, es führte kein Weg an ihnen vorbei.
Die erste Charge hatte ich aufgegessen, bevor ich "mmmhhh, mmhhoaaaaah, nomnomnom" oder ähnlich Unverständliches fertig äußern konnte. Direkt aus dem Topf. Danach wurde mir klar, dass ich eben gerade den Gegenwert von zwei Dosen weißen Bohnen heruntergeschlungen hatte. Zwei. Immerhin kleinen normalen Dosen, nicht den großen. Aber man braucht ja auch Protein, Seelenfutter sowieso. Das Dumme war: Die Dosenbohnen waren finito, meine Lust, noch mal zum Supermarkt zu gehen, tendierte gegen Null. Und für das Abendessen hatte ich dem Göttergatten schon das Hohelied der Baked Beans gesungen. Zum Glück war Zeit genug für eine Oldschool-Variante mit getrockneten Bohnen, und die war noch mal besser.

Baked Beans selbstgemacht www.katharinakocht.com
 
Baked Beans erinnern mich unweigerlich an meine Studentenzeit. "Dosenfutter" gab es bei uns zu Hause eigentlich nie, von den Ravioli-Dosen, von denen sich einige Mitschüler tagelang ernährten, war keine Spur. Damals fand ich das irgendwie doof, aber wie mit allen Dingen kommt die Erkenntnis erst später: Verpasst hatte ich nämlich nichts, auch wenn mein 14-jähriges Ich gern Ravioli oder eben Baked Beans aus der Dose gehabt hätte. (Ich bin im Gegenzug recht sicher, dass meine Schulfreunde das selbstgekochte Essen bei uns daheim mit dem gleichen sehnsuchtsvollen Blick betrachtet haben wie ich ihre Dosen.) Und so begann mit dem Auszug aus dem Elternhaus und dem Einzug ins Studentenleben auch meine experimentelle Phase. Das hieß vor allem: Mit Fertigessen experimentieren. Tüte, Dose, Tiefkühler - nichts war sicher vor mir. Nun hatte ich zwar durchaus ein Grundverständnis für das Kochen mitgenommen, aber jetzt, 500 Kilometer südlich der Heimat, konnte niemand die Nase rümpfen oder "dummes Zeug" sagen, wenn ich meine Baked Beans aß. Kalt. Direkt aus der Dose.

Baked Beans selbstgemacht www.katharinakocht.com

Zwischen der letzten und der vorletzten Dose gebackener Bohnen lagen mehr als 10 Jahre. Es war ein bisschen wie alte Bekannte treffen, die man lange nicht mehr gesehen hat und deren Leben sich ganz anders entwickelt hat als das eigene: Man freut sich darauf, sie wieder zu sehen. Gewisse Stichworte zünden immer noch, und ein Gefühl von Vertrautheit stellt sich ein. Und trotzdem ist es nicht mehr so wie früher, irgend etwas fehlt. It's not you, it's me, vielleicht?! Oder: Wir haben uns auseinander gelebt, seit Jahren schon? Jedenfalls sprang der Funke nicht mehr über von der türkis-blauen Dose mit dem markanten Schriftzug. Zum Glück nimmt es mir die Dose Heinz nicht übel, wenn ich beschließe, ab sofort allein mein Ding machen zu wollen, weil mir selbstgemacht besser schmeckt. Sie fand es OK, wenn wir trotzdem Freunde bleiben, die sich im Supermarkt begegnen und auf einen kleinen Plausch stehen bleiben. Im Zweifelsfall ist sie ja immer noch für mich da. That's what friends are for, und so.

Baked Beans selbstgemacht www.katharinakocht.com


Baked Beans

With a little help from my friend Tim Mälzer 

Für eine ordentliche Portion für 2 Huungrige, oder für 4 zum Frühstück.

Natürlich kann man das Ganze auch weniger zeitaufwendig mit Bohnen aus der Dose machen! Der Vergleich zeigt, dass die Oldschool-Variante mit getrockneten Bohnen aber noch einen Ticken besser schmeckt. 

300g getrocknete weiße Bohnen (alternativ: 2 große Dosen weiße Bohnen, abgetropft)
1 Dose gehackte Tomaten (ca. 400g Einwage)
4 EL Tomatenmark
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Prise gemahlene Nelken
5 EL Worcestershiresauce
Salz, Cayennepfeffer
1 Prise brauner Zucker

:: Bohnen nach Packungsanweisung kochen, vorher ggf. einweichen. (Bei den von mir verwendeten Bohnen war Einweichen kein Muss, die Kochzeit verlängerte sich lediglich um 20-30 Minuten.) Wenn die Bohnen noch Biss haben, sind sie gut. Abgießen und in einen großen, ofenfesten Topf mit Deckel geben.

:: Backofen auf 180°C (Umluft 160°) vorheizen.

:: 1,5 Liter Wasser, gehackte Tomaten und Tomatenmark zu den Bohnen geben und unterrühren. Mit Nelken, Worcestershiresauce und einer Prise Salz würzen. Zwiebeln und Knoblauch pellen und fein hacken, unterrühren. Den Deckel auf den Topf setzen und etwa 90 Minuten geschlossen garen.

:: Den Deckel abnehmen, den Cayennepfeffer und ggf. noch etwas Salz unter die Bohnen rühren und offen weitere 45 Minuten backen. Die Flüssigkeit sollte dabei verkochen bzw. eindicken.

:: Die Bohnen herausnehmen und mit Salz, einer Prise braunem Zucker und einem gutem Schuss Worcestershiresauce abschmecken. Wenn die Sauce noch zu dünn ist, am besten auf der Herdplatte etwas einkochen lassen.

:: Schmeckt großartig zu gebuttertem Toast und Spiegelei. Angeblich werden die Baked Beans beim Erwärmen noch besser - soweit ist es bei uns bisher noch nie gekommen.

Montag, 26. November 2012

Maronen-Nuss-Kuchen

Vor meinem Fenster heult der Sturm. Richtigerweise sollte ich sagen, "vor meinen Fenstern", Plural, denn egal, welches ich heute geöffnet habe, es fegte ein Schwall Herbstblätter und eine gute Prise Miesepeterwetter hinein. Gut, dachte ich, dann nutzen wir die Gelegenheit und backen einfach noch einmal einen anständigen herbstlichen Kuchen, bevor in der nächsten Woche das Adventslämpchen angeknipst wird. Beim Wort "Advent" tritt leichte Panik in meine Augen. Wie in jedem Jahr habe ich mir ungefähr im August vorgenommen, endlich einen wahnsinnig tollen, über-stylishen Adventskalender zu designen und herzustellen, einen, für den das Wort "basteln" schon zu profan ist. (Wobei Basteln heutzutage sowieso ja anders heißt, Die. Ai. Waii.) Seit August denke ich alle paar Tage an das Projekt, und seit August ist nicht viel passiert damit. Wenn die Adventskalenderpanik einsetzt, lenke ich mich schnell ab, und heute war es durch Kuchenbacken.


Maronen sind so ein Übergangsding, etwas für beide Jahreszeiten: Goldglänzend im Herbst und ganz wunderbar für Füllungen und herzhaft-süßliche Herbstgenüsse geeignet. Und dann, wenn die Weihnachts-märkte ihre Pforten öffnen und außer Jingle-Bells-Gedudel und klebrigem Glühwein eigentlich noch nicht viel auf Weihnachten hinweist (am allerwenigsten das Wetter), dann freue ich mich doch immer auf meine Tüte geröstete Maroni, mit viel Gepuste und mit spitzen Fingern gegessen. Der Weihnachtsmarkt hier in Lüneburg startet am nächsten Wochenende, und die gerösteten Maronen und ich haben ein festes Date. Beim Glühwein bin ich mir noch nicht so sicher.


Auf die Idee mit den Maronen im Kuchen bin ich durch ein ziemlich abgefahrenes Buch gekommen, das ich neulich im Hamburger Koch-Kontor gefunden habe: "Kuchenwunder" von Christa Schmedes und Martina Kittler. Schokoladenkuchen mit Roter Bete ist ja ein alter Hut, wenngleich er immer noch auf meiner To-Do-Liste steht, aber habt ihr schon mal mit Süßkartoffeln, Pastinaken oder Curry gebacken? Ich nicht. Und bis heute auch noch nicht mit Maronen, aber das war ein gutes Experiment, ein sehr gutes. Hach, Herbst.
Und der Adventskalender? Immer mit der Ruhe, es sind noch 5 Tage Zeit. Zur Not gilt halt wieder der alte Spruch "aber wir wollten uns doch nichts schenken!"


Maronen-Nuss-Kuchen
aus: C. Schmedes/M.Kittler: Kuchenwunder 
in der 18er Springform gebacken - für eine normalgroße 24er oder 26er Springform die Menge verdoppeln.

200g vorgegarte Maronen - das Originalrezept will 200g Maronenpüree, das konnte ich aber spontan nicht finden
25ml Haselnussöl
40g Butter (oder 50ml neutrales Pflanzenöl)
2 Eier
1 Prise Salz
90g Reissirup (oder 75g Rohrohrzucker)
75g gemahlene Haselnüsse
25g Kastenien- oder Maronenmehl (oder Dinkelmehl)
3 EL Marmelade oder Gelee, z.B. Johannisbeergelee, Hagebutten- oder Pflaumenmus

:: Backofen auf 180°C vorheizen (Umluft 160°) und eine kleine Backform einfetten.

:: Maronen etwas zerkleinern und zusammen mit dem Haselnussöl pürieren, bis eine cremige und ziemlich homogene Masse entsteht, evtl. noch ein oder zwei Esslöffel Wasser dazugeben. 

:: Butter schmelzen lassen und abkühlen lassen.

:: Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit Reissirup oder Zucker aufschlagen und die flüssige Butter einrühren. Die pürierten Maronen und die Haselnüsse unterrühren und dann das Eiweiß unterheben. Kastanienmehl darübersieben und alles vorsichtig zu einem fluffigen Teig mischen.

:: In die Form gießen, glatt streichen und dann etwa 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

:: Die Marmelade erwärmen und glatt rühren und dann auf den Kuchen streichen und trocknen lassen. Wer mag, streut noch etwas Puderzucker darüber.

Mittwoch, 21. November 2012

"Wünsch dir was" von Regine Stroner & und ein erstes Rezept daraus: Rote-Bete-Konfitüre

Noch zehn Tage, dann wird aus November Dezember, dann haben Adventskalender Hochkonjunktur und (jippieh!) dann ist meine persönliche Schallmauer erreicht: Die Lebkuchen-Schallmauer. Sie lachen mich seit September an, und seit September tue ich so, als würde ich sie nicht sehen. Aber ha! Am ersten Dezember sind sie mein! Höchstwahrscheinlich sogar selbstgebacken, denn an die habe ich mich erst ein einziges Mal gewagt, vor etwa zehn Jahren - mit ungenießbarem, bröckelhartem Ergebnis. Das soll in diesem Jahr anders werden, und Regine Stroner hilft mir dabei. Sie hat das wunderbare Buch "Wünsch dir was! Geschenke aus der Weihnachtsküche" geschrieben, das im Kosmos-Verlag erschienen ist. Für alle, die wie ich in der Adventszeit gern und viel in der Küche stehen und am liebsten Selbstgerührtes, -gebackenes oder -gekochtes verschenken, ist das eine tolle Fundgrube für bekannte und nicht ganz alltägliche Rezepte. Und eben auch für Lebkuchen. :-)

"Wünsch dir was": ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
"Wünsch dir was!" ist eine kulinarische Reise durch sechs europäische Länder: Durch Deutschland und Frankreich, England und Schweden, durch Italien und Österreich. In Deutschland dreht sich alles um die Klassiker, um Spekulatius, Dominosteine und Lebkuchen, aber der Stollen wird beispielsweise als kleines, gefülltes Stollentörtchen gebacken. In Frankreich wird es fein: Bûche de Noël, Schokoladen-Macarons, mit Lavendel gefüllte Sablés... merveilleux! Über den Ärmelkanal geht es nach England, von dort zeigt Regine Stroner selbstgemachte Teemischungen, Orangenmarmelade mit Datteln und Vanille, Sahne-Toffees oder die berühmten Mince Pies. God Jul in Schweden: mit Lussekatter zum St. Lucia-Tag, Knäckebrot, Glögg und Graved Lachs. Zurück im Süden gibt es italienischen Mini-Panettone, sizilianischen Mandelkuchen, Blutorangen-Sirup mit Campari oder fein aromatisierte Honigmischungen (Rosenhonig!!!). In Österreich schließlich lachen mich Sachertörtchen, feine Kipferln und Kringel und einige Rezepte für süß oder säuerlich Eingelegtes an.

Wie immer bei den neueren Büchern des Kosmos-Verlags gibt es für viele Rezepte Variationen und "Das ist wichtig"-Hinweise, die manchmal überflüssig, oft aber auch sehr hilfreich sind.

"Wünsch dir was": ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Was mir an dem Buch wirklich gut gefällt, sind die kleinen, verschenk-tauglichen Portionen. Der Stollen wird als Stollentörtchen gebacken, der Panettone kommt in kleinen Gläsern daher, und auch die Sachertorte ist im Kleinformat prima als Geschenk geeignet.
Und dann natürlich Martina Görlachs Fotos. Die sind wunderbar. Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann (Schaaaaaaatz!) ein Fotoatelier mit tollem Licht und einer so schönen, prall gefüllten Props-Kiste. Nein, im Ernst: Die Bilder passen ganz entzückend zu den Rezepten, sie sind hell und wirken dabei wunderbar gemütlich und kuschlig. Sie drücken natürlich ein klitzekleines bisschen auf die Kitschdrüse, aber hey, es ist Weihnachten! Und durch viel Weiß und Creme werden nicht nur Plätzchen, Törtchen und Co ins rechte Licht gerückt, sondern auch der Kitschfaktor minimiert.

Die Bilder zeigen viele schöne Ideen für die Verpackung der kulinarischen Geschenke, davon habe ich mir viel für mich mitgenommen. Ideal wären tatsächlich noch Bezugsquellen für Kartons, Boxen, Flaschen und Dosen gewesen. Vielleicht für die Neuauflage? Ich wünsch mir was.

Übrigens - Maria ist auch ganz angetan von dem Buch. Wenn das keine Empfehlung ist!

"Wünsch dir was": ©Martina Görlach /Kosmos Verlag. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Die Rote-Bete-Konfitüre war eines der Rezepte, die umgehend einen Marker bekommen haben. Die tiefrote, leicht scharfe Marmelade passt toll zu Brot und Käse. Da ich vakuumierte Rote Bete verwendet habe und finde, dass diese süß genug sind, habe ich den Gelierzucker des Originalrezepts weggelassen und mir den Ingwer und den Kreuzkümmel aus der vorgeschlagenen Variation geholt. Ingwer und Rote Bete, das hat kürzlich als Rohkostsalat schon so hervorragend funktioniert.


Rote-Bete-Konfitüre mit Ingwer

ergibt (in meiner Version) 2 Gläser à 1/4 l 

3 Blatt weiße Gelatine
0,33l Rote-Bete-Saft

20g Gelierfix ohne Zugabe von Zucker - ich habe das von Natura benutzt, bei allen anderen Gelierprodukten die Menge bitte entsprechend berechnen. (Das Originalrezept möchte 350g Gelierzucker 2:1 auf 0,5l Rote-Bete-Saft) 
2 Knollen Rote Bete, ca. 300g (vorgegart)
30g Ingwer
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
evtl. etwas Reissirup zum Abschmecken


:: Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

:: Rote-Bete-Saft im Topf mit dem Gelierfix mischen und zum Kochen bringen, 4 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.

:: Währenddessen die Roten Beten in feine Würfel schneiden (ich habe sie grob zerteilt und in die Küchenmaschine geworfen). Ingwer schälen und fein reiben. 

:: Die Rote-Bete-Würfel, den geriebenen Ingwer und den Zitronensaft in den kochen Sirup einrühren und mit Salz, Pfeffer und einer ordentlichen Prise Kreuzkümmel würzen, eventuell mit etwas Reissirup abschmecken. Nochmals kurz aufkochen lassen, dann vom Herd ziehen. Die Gelatineblätter ausdrücken und einzeln unter die Konfitüre rühren. 

:: In sterilisierte Gläser füllen und auskühlen lassen. 

Bei der Verwendung von Geliermitteln aus dem Bioladen kann es übrigens dazu kommen, dass der Geliervorgang viel länger dauert als bei normalem Gelierzucker und dass die Konfitüre etwas flüssiger bleibt.

Sonntag, 18. November 2012

Einfach mal "Danke" sagen: Cornbread für Thanksgiving & ein Giveaway

Der kommende Donnerstag ist der vierte Donnerstag im November und markiert somit das wohl wichtigste familiäre Fest im Jahreskreis in den USA: Thanksgiving. Hierzulande sind die Erntedank-Feiern schon eine Weile her, die Garbenkränze und die Körbe voll Obst und Gemüse wurden verteilt und nicht selten auch guten Werken zugeführt. Die Bedeutung von Weihnachten wird Erntedank in Europa nicht erlangen, dabei finde ich, dass das Herbstfest kulinarisch gesehen viel mehr zu bieten hat als Weihnachten, wenn die Ernte schon eine Weile zurückliegt. Sei's drum, dann feiern wir einfach mit den US-Amerikanern ein Thanksgiving-Mahl.
Da ich seit jeher eine Schwäche für Beilagen habe, mehr noch als für die "Hauptsache", widme ich mich auch eher diesen als dem obligatorischen Truthahn. Cornbread, also Maisbrot, ist aus europäischen Augen gesehen eher ein Kuchen als ein "richtiges" Brot, durch das Maismehl ein leicht süßliches dazu. Aber im Zusammenspiel mit salzigen und/oder scharfen Zugaben funktioniert das nach dem gleichen Prinzip wie beispielsweise Melone und Schinken. Zu einem deftigen Chili passt das Cornbread das ganze Jahr über, und so ultraschnell gemixt ist kaum ein Brotteig!

Cornbread: Maisbrot (nicht nur) für Thanksgiving auf www.katharinakocht.com

Thanksgiving und Erntedank haben mit Dankbarkeit für gelungene Ernten, für einen gedeckten Tisch und mit Dankbarkeit für empfangene Gaben zu tun. Ich möchte an dieser Stelle auch einmal DANKE sagen:
Danke an denjenigen, der so etwas wunderbares wie Foodblogs, ach was, überhaupt Blogs "erfunden" hat. Wer auch immer Du bist: I owe you forever! For-e-vaaah!
Danke an meinen liebsten Testesser, der sich, wenn er mich schreiben und formulieren sieht, gern mal über meine Schulter beugt und sagt, "schreib hin, dass ich gesagt hab, dass das lecker war!" (Es gibt auch leichtere Variationen dieses Satzes.) Bloggen wäre echt easy, wenn ich seinen Rat befolgte...
Danke an meine lieben Freunde, die meinen Blog anderen Leuten empfehlen, so ganz uneigennützig und von sich aus.
Danke an alle in Bloggistan, die mich inspirieren, mit denen ich mich austauschen kann und die, wenn ich sie treffen durfte, ganz tolle Menschen waren, und bei denen mein inneres Kind vor Vergnügen quietschte, wenn  sie sagten "Oh, ich mag Deinen Blog!"
Und danke Danke DANKE an EUCH, an meine Leser! Auch wenn ich das Datum mal wieder verpennt habe, so gibt es den Blog nun schon seit etwas mehr als zwei Jahre. Über holprige Anfangsstolpersteine muss jeder hinweg, beispielsweise über gruselige Layouts und schreckliche Fotos, die sich zum Glück mit der Erfahrung verbessern. Als sich der allererste Kommentar einstellte, bin ich vor Freude durch die Küche gehüpft, als die Zahlen der regelmäßigen Leser stiegen, saß ich mit seligem Grinsen vor dem PC. Ich freue mich immer noch wahnsinnig über jeden Kommentar, über Eure Nachfragen, Eure Vorschläge, Eure Verlinkungen. Danke!!

Cornbread: Maisbrot (nicht nur) für Thanksgiving auf www.katharinakocht.com
Cornbread: Maisbrot (nicht nur) für Thanksgiving auf www.katharinakocht.com
 
"Bloggen ist das Gegenteil von alles für sich behalten." Die Weisheit von Jeanny, grafisch wunderbar in Szene gesetzt von Caro, sagt alles. Und in so wunderbarer Teiler-Laune mit vor Dankbarkeit überquellendem Herzen (übertreibe ich es jetzt gerade?) möchte ich auch etwas mit Euch teilen und verlose deshalb ein Exemplar von Tim Mälzers neuem Kochbuch "Greenbox". Ein Buch, dass ich selbst wahnsinnig gern in die Hand nehme. Greenbox macht nämlich wirklich Spaß: Es hat tolle Fotos und ist gleichzeitig auch schön illustriert. Die Rezepte möchte ich alle nachkochen, ohne Ausnahme - und das bislang probierte ist wirklich hervorragend gelungen. Verschafft Euch doch mal einen ersten Überblick auf der Seite des Mosaik-Verlags. Die schwarzen Linsen mit geschmorten Petersilienwurzeln, die er im Video kocht, sind übrigens der Knaller. Pures Comfort Food.
Oh, und Stevan Paul hat mitgearbeitet. Überzeugt?

Bilder mit freundlicher Genehmigung des Verlags:
Tim Mälzer: "Greenbox". Illustration (c) Rinah Lang/Mosaik Verlag, Foto: (c) Matthias Haupt/ Mosaik Verlag




Was Ihr tun müsst, um das Buch zu gewinnen? 
Hinterlasst mir bis einschließlich 30. November 2012 einen Kommentar hier unterhalb des Posts oder auf meiner Facebook-Seite. Bitte kommentiert nicht anonym, sondern hinterlasst mir zumindest Euren Namen, damit ich Euch ansprechen kann. Kommentare ohne Namen kann ich leider nicht berücksichtigen.
Der/die Gewinner/in wird im Anschluss ausgelost und der Name wird anschließend hier auf dem Blog veröffentlicht, woraufhin er/sie sich bitte innerhalb von 4 Tagen bei mir melden möchte. Der Rechtsweg ist selbstredend ausgeschlossen. Die Verlosung bzw. der Versand ist auf Europa beschränkt.

Viel Erfolg, meine Lieben!

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Verlags:
Tim Mälzer: "Greenbox". Illustration (c) Rinah Lang/Mosaik Verlag


Cornbread - Maisbrot

Quelle:  USA kulinarisch

Für eine Form von ca. 20x30 cm oder eine runde Form von etwa 25cm Durchmesser, klassischerweise aus ofenfestem Gusseisen.

50g Butter
250ml Buttermilch
1 Ei
120g feines Maismehl
150g Mehl, ich habe Dinkelmehl Type 630 benutzt, Weizen Type 550 geht ebenso.
1 TL Backpulver
1 TL Natron
1 TL Salz
1 knapper TL Chipotle Chili
weitere Zutaten nach Geschmack und Laune: gekochte Maiskörner, geriebener Käse, gehackte Zwiebeln, frische Chilis...

Für eine süße Variante lasst Ihr die Chilis weg, nehmt nur 1/4 TL Salz und dafür 2 EL Ahornsirup. 
:: Die Butter schmelzen, am besten direkt in der Backform, sofern sie herdtauglich ist. So ist dann gleich die Form eingebuttert. Ansonsten die Backform mit 1 TL der geschmolzenen Butter ausfetten. Geschmolzene Butter etwas abkühlen lassen.

:: Die Buttermilch und das Ei verquirlen, dann die flüssige Butter unterrühren.

:: In einer Rührschüssel Maismehl, Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Chipotle mischen (und mit all Euren zusätzlichen Zutaten.) Die Buttermilch-Mischung dazugeben und mit dem Löffel verrühren, nicht zuviel rühren. Die Masse wird sehr dicklich sein. Etwas stehen lassen, damit das Maismehl quellen kann, und währenddessen den Herd auf 200°C vorheizen (Umluft 180°C).

:: Den Teig in die gefettete Form füllen, glatt streichen und 25 bis 30 Minuten backen, bis das Cornbread goldbraun ist und die Stäbchenprobe besteht. Wer mag, bestreicht das noch heiße Brot noch mit etwas Butter.

:: Etwas abkühlen lassen und in Rechtecke schneiden, dann am besten noch warm genießen.

Funktioniert auch als Muffins gebacken, dann sogar super in der süßen Variante und mit Blaubeeren. 
Getoastet oder angebraten sind Cornbread-Reste auch sehr köstlich.

Happy Thanksgiving!

Mittwoch, 14. November 2012

Brotbackmischung für Leinsamenbrot: Geschenke aus der Küche

Wer jetzt bei mir auch auf einen euphorischen Beitrag über die BLOGST-Konferenz vom vergangenen Wochenende wartet, den muss ich leider enttäuschen. Nicht, dass die BLOGST nicht unglaublich toll war. Oder unfassbar inspirierend. Oder wahnsinnig informativ. Nicht, dass die Gespräche nicht spannend gewesen wären, oder herzerwärmend, oder lustig. Nein nein, die BLOGST war all das und noch viel mehr, und mein Herz geht vor Freude auf über jeden Beitrag, jeden Post und jedes Foto, das anderswo gezeigt wird. (Nic von Luzia Pimpinella hat nicht nur einen wunderbaren Beitrag geschrieben, sondern sammelt auch alle weiteren. Wie toll!)  Der so ziemlich einzige Grund, weshalb ich mich nicht einreihe in die Jubel-Post ist dieser - und er beschämt mich sehr: Ich habe genau drei (DREI) Fotos gemacht, und dann noch mit dem Telefon. Prädikat: Nicht zeigenswert. Und bei den anderen klauen ist ein No-Go, das weiß ich nicht erst spätestens seit dem gleichzeitig erleuchtenden und erschreckenden Vortrag von Christian Solmecke von der Kanzlei WBS.

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig

Am Sonntagabend nach der Veranstaltung bin ich völlig platt, aber mit tausend neuen Ideen ins Bett gefallen.
Eine neue Idee für die jetzt verstärkt einsetzende Geschenk-Saison kam mir in der Konversation mit meiner Leserin Pia, die fragte, ob ich nicht ein Rezept für eine Brotteigmischung im Glas hätte. Nun backe ich mein Brot ja mit selbstangesetzem Sauerteig, insofern hatte ich noch nie über einen Brot-Mix nachgedacht. Außerdem haben Backmischungen für mich irgendwie immer den Anstrich von Fast Food. Eigentlich totaler Quatsch. Die meisten Backmischungen verlangen ja trotzdem noch ein bisschen Abwiegen und Abmessen, und gerührt werden müssen sie zudem noch, so dass sie letzlich nicht soviel "faster" sind als originäres Backen. Über die Inhaltsstoffe mag man streiten können, über mangelnde Fantasie vielleicht auch, eine gewisse Praktikabilität kann man Backmischungen aber nicht abstreiten. Und als Geschenk finde ich das richtig prima, zumal wenn es sich um selbstgemachte Mischungen handelt! 

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig

Ich antwortete Pia, dass ich zwar bislang keine Erfahrung mit dem Zusammenrühren von Brotmischungen hätte, mir aber aus der sonstigen Brotbäckerei vorstellen könnte, dass dieses Rezept hier funktionieren könnte. Jetzt habe ich es getestet - und es funktioniert! Durch die Zugabe von getrocknetem Sauerteig kommt ein kräftiger Geschmack hinein, und zusammen mit einem kleinen Backkörbchen aus Holz und einer Flasche dunklem Bier habt Ihr mindestens einen Nikolausstiefel befüllt! Auch den von Brotback-Angsthasen: Denn außer öffnen, mit etwas Bier anrühren und nach ein wenig Ruhezeit backen braucht es keine weitere Zauberei. Easypeasy, würde ich sagen, wenn ich das Wort Easypeasy denn mögen würde. ;-)

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit SauerteigBrotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig



Brotbackmischung für Leinsamenbrot

Reicht für 1 kleines Brot.
Der Flaschen- bzw. Glasinhalt sollte mindesten 0,5l fassen können.

300g Dinkelmehl, Type 1050 oder Vollkorn
1 knapper TL Salz 
1 TL Brotgewürz 
2 gestr. TL Trockenhefe (ca. 5g) 
2 TL getrockneter Sauerteig (den gibt es fertig im Bio-Regal)
5 TL Leinsamen 
3-4 TL Sesamsaat
1 Flasche dunkles Bier oder Malzbier (passenderweise Dinkelmalz) 

**Update** 
Ich habe die ganze Sache noch ein zweites Mal gebacken und fand, dass folgende Mengen sogar noch besser waren: 1 bis maximal 1 1/2 TL Trockenhefe und 1 Esslöffel getrockneter Sauerteig (ca. 7g). Ggf. muss der Teig dann etwas länger gehen. Kürbiskerne passen übrigens auch ganz wunderbar dazu.

:: Mehl, Salz, Brotgewürz, Trockenhefe und Sauerteig in einer Schüssel mischen und dann mithilfe eines breiten Trichters in eine Flasche mit breitem Hals oder in ein Glas füllen. Obenauf Leinsamen und Sesam schichten und die Flasche dann gut verschließen und hübsch verpacken.

:: In einer Holzbackform zusammen mit einer Flasche Bier verschenken und einen Anhänger oder Einleger mit der Backanleitung dazulegen:

Den Inhalt der Flasche in eine Schüssel geben. Etwa 175ml Bier darunter rühren und den Teig mindestens 5 Minuten durchkneten. Den Teifgin die Backform legen und mit etwas Bier bepinseln,  dann an einem warmen, zugluftfreien Ort solange gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat, ca. 1-1 1/2 Stunden. Den Backofen auf 220°C vorheizen. Mit einem scharfen Messer einen Längsschnitt in den Teig setzen. Das Brotkörbchen mit dem Teig in den Backofen stellen und 10 Minuten backen, dann die Hitze auf 200°C herunterschalten, nach weiteren 10 Minuten auf 180°C und bei 180°C zuende backen - das Brot braucht insgesamt 40 Minuten. Herausnehmen und komplett auskühlen lassen.

Für mehr als eine Backmischung den Teig trotzdem getrennt mischen, denn sonst kann es vorkommen, dass Hefe, Sauerteig und Gewürze nicht gleichmäßig verteilt werden. Und dann habt Ihr am Ende ein Superexplosionsbrot und eins, das kaum aufgehen mag...

Sonntag, 11. November 2012

Karamell-Spekulatius mit Fleur de Sel für die Tchibo Blogparade - und ein Sneak Peek auf unser Geheimprojekt

Die Tage werden kürzer, grauer und ungemütlicher, mein Sofa lockt und ruft in dieser Jahreszeit viel verführerischer, geradezu sirenenhaft  nach mir. Nur zu gern lasse ich mich mit einem duftenden Tee oder heißem Kaffee auf ihm nieder und freue mich über einen würzigen Begleiter in Keksgröße, blättere durch Backbücher und solche mit Dekorationsinspirationen und freue mich uneingeschränkt auf die Vorweihnachtszeit. Im letzten Jahr habe ich überhaupt nur eine Sorte Plätzchen gebacken (unglaublich köstliche, aber ganz weihnachtsuntypische allerdings), in diesem Jahr ist es jetzt schon  eine ganze Keksparade.

Karamell-Spekulatius mit Fleur de Sel für die Tchibo Blogparade auf www.katharinakocht.com
Tchibo rief zur keksigen Blogparade auf und stellte mir und einigen anderen Bloggern freundlicherweise eine ganze Menge Equipment für die Weihnachtsbäckerei zur Verfügung. Meine Wahl fiel zielstrebig auf die Spekulatiusformen, in denen man nicht nur Spekulatius mit Mustern formen, sondern auch direkt backen kann. So sehr ich klassische Spekulatius mit Mandeln auch mag, wollte ich für meine "Spekus" einen Twist hineinbringen, eine neue Note. Durch den dunklen, karamelligen Muscovadozucker und die Karamellcreme erinnern sie ein bisschen an die Karamellkekse, die es gern im Café zum Milchkaffee dazugibt, das Fleur de Sel kickt von der anderen Geschmacksseite - und gehobelte Haselnüsse statt Mandeln geben dem Keks eine runde, nussige Note. 
Die Kekskreationen aller Blogger sind auf dem Tchibo-Blog zu bestaunen - mein Rezept findet Ihr schon hier im Blogpost.

Karamell-Spekulatius mit Fleur de Sel für die Tchibo Blogparade auf www.katharinakocht.com

Und weil wir alle in zuckergeschwängerter Lebenslaune sind (ja, ich auch!), lüfte ich hier schon mal ein bisschen das Geheimnis um das neulich angekündigte mysteriöse Geheimprojekt. Zusammen mit fünf wunderbaren Blogger-Kolleginnen habe ich an einem Online-Magazin gebastelt, für das wir rund um das Thema Weihnachten schon im Herbst wie verrückt gebacken, gerührt und gekocht haben - für Euch! "Hilda" heißt unser Baby, und wir, quasi die werdenden Mütter, sind jetzt schon stolz wie Bolle auf das Kleine.
Das tolle Team um Isabel von Lecker Lezmi sind Juliane von Schöner Tag noch!, Christina von Feines Gemüse, Julie von mat & mi, Jenni von Fleur du Poirier - und moi. Ende November ist es soweit und wir hoffen, dass es Euch genauso gefällt wie uns.

Coming Soon! Das Blogger-Plätzchenmagazin HILDA


Karamell-Spekulatius mit Fleur de Sel


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Leider lässt sich dunkler Musvovado-Zucker durch wirklich nichts anderes ersetzen. Leider!**

100g kalte Butter
100g Karamellcreme (nach diesem Rezept oder fertige aus dem Glas, z.B. von Bonne Maman)
40g dunkler Muscovado-Zucker 
200g Mehl Type 550, alternativ Dinkelmehl Type 630
1 Prise gem. Zimt
1 Prise gem. Ingwer
1 Prise gem. Nelken
1 Handvoll gehobelter Haselnüsse
etwas Fleur de Sel zum Bestreuen

:: Butter in Stückchen schneiden und mit den Gewürzen, dem Muscovado, der Karamellcreme und dem Mehl zu einem festen Teig verkneten. Wenn sich der Muscovado dabei nicht vollständig auflöst sondern kleine Klümpchen bildet, ist das völlig in Ordnung - daraus entstehen beim Backen köstliche Karamell-Knusper! In Folie einschlagen und einige Stunden in den Kühlschrank legen (mindestens 3 Stunden, am besten über Nacht).

:: Backofen auf 180°C/Umluft 160°C vorheizen. Den Spekulatiusteig etwa 2 mm dick ausrollen und in Formen oder Model pressen, alternativ in kleine Recheche schneiden. Ein Backblech mit den Haselnuss-Hobeln bestreuen und die Spekulatius darauf legen, etwas anpressen. Mit ein paar Krümeln Fleur de Sel betreuen. Wenn man direkt in der Spekulatius-Backform von Tchibo bäckt, sollte man das Fleur de Sel in die Form streuen und anschließend den Teig hineindrücken. Dann die gehobelten Haselnüsse daraufstreuen und festdrücken oder mit dem Nudelholz ein mal darüberfahren. 

:: 8 bis 10 Minuten backen. Herausnehmen und komplett abkühlen lassen.

Dienstag, 6. November 2012

Roher Rote-Bete-Salat mit Minze und Ingwer

Ja, ich weiß... ich mache mich gerade ein bisschen rar - mea maxima culpa. Die Arbeit und einige Projekte halten mich derzeit auf Trab. Ein Projekt ist (noch) ganz geheim, nur soviel sei verraten: Der Gatte hat mich für völlig verrückt erklärt, als ich im Oktober bei herrlichstem Sonnenschein und über 20 Grad Außentemperatur mit Weihnachtsdekoration hantierte. :-)
20 Grad Außentemperatur sind in diesen Breitengeraden längst passé, ich konnte sie neulich aber noch ein wenig genießen: Eine firmeninternes Training führte mich nach Mallorca. Yeah, Malle! Für mich war es nicht nur das erste Mal auf der Insel, sondern auch das erste Mal, dass ich fremdbestimmt als Vegetarier verreist bin. Fremdbestimmt insofern, als dass bei einer Konferenz für mehr als 200 Teilnehmer natürlich bereits im Voraus das Essen bestellt worden war.

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamiaöl

Beim Sturm aufs Büffet (und das ist bei einer Männerquote von ca. 95% und langen Trainingstagen wörtlich zu nehmen) blieb eigentlich immer genug Salat oder Gemüse für mich und meine Veggie-Kollegin übrig, aber auf das Tapas-Menü hatte ich mich leider umsonst gefreut: Schinken und Würstchen wechselten sich mit Steaks und Hackfleischbällchen ab, und nur ein energischer Griff sicherte mir das Schüsselchen mit den Pimientos de Padron. Zur Ehrenrettung des Hotels muss aber gesagt werden, dass auf meine Anfrage in Windeseile ein Salat gebracht wurde. Damit hatten sie dann auch den Schnitzer vom Vorabend wieder gutgemacht: Beim privaten Abendessen mit zwei Kolleginnen im Restaurant des Hotels fragte ich den Kellner nach den "vegetarian options", die Speisekarte war nämlich nicht sonderlich aufschlussreich. Ich entschied mich für die Gemüselasagne, und kurz darauf brachte der überaus zuvorkommende, freundlich Maître d' den obligatorischen Gruß aus der Küche: Leberpâté auf getrockneten Apfelscheiben. Ähm, ja? Vegetarian options?

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl

Auch wenn ich das Wetter gern mitgebracht hätte, war es gut, wieder nach Hause zu kommen und einzukaufen oder zu essen, was ich mag. Rote Bete zum Beispiel, diesmal nicht als Suppe gekocht, sondern roh als Salat serviert. Supergesund und energiegeladen mit Ingwer und Minze! Das Rezept kam aus Australien angeflattert: Sam Going ist ein Teil der Girls Crew von "health talks", einer Gruppe von Wellness-Bloggern aus verschiedenen Gebieten. Im dazugehörigen Video erzählt sie, warum Rote Bete so toll sind. Awesome, sag ich da nur! Oh my gosh! Aber im Ernst: Der Salat schmeckt wirklich köstlich.

Wer sich übrigens beim Wort "Vegetarier" gewundert und sich an das Gewürzhähnchen von vor ein paar Wochen erinnert hat, hat durchaus Recht: Nach wie vor würde ich mich nicht als hundertprozentigen Vegetarier bezeichnen, denn hin und wieder gibt es bei uns Fleisch oder Fisch: Aber eben nur dann, wenn wir genau wissen, woher das Fleisch kommt. Das weiß ich nur leider auf Reisen selten, also bin ich quasi ein vegetarisch Reisender. Dass sich allerdings ein Fünf-Sterne-Hotel auf einer Mittelmeerinsel wie Mallorca als ein so schwieriges Ziel herausstellte, hätte ich nicht gedacht.
Home sweet home!

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl


Roher Rote-Bete-Salat mit Minze und Ingwer
als Hauptgericht für 2, als Vorspeise oder Beilage für 4 oder mehr

3 rohe Rote Bete
1/2 Bund Minze
1 Stück Ingwer, ca. 2 cm lang
2 EL Macadamia-Öl oder ein anderes Nussöl
Salz
Pfeffer
eine Prise Chili oder Piment d'Espelette
2 EL Kürbiskerne

:: Rote Bete schälen und grob würfeln. Minze waschen und trockenschleudern oder -schütteln und die Blätter kleinschneiden. Ingwer putzen und in Scheiben schneiden. Rote Bete, Minze und Ingwer in die Küchenmaschine geben und zusammen mit dem Macadamia-Öl ein paar Sekunden kleinhäckseln. Wer nicht auf die Küchenmaschine sondern auf Muskelkraft setzen möchte, reibt die Rote Bete über der groben Raspel und den Ingwer über der feinen und hackt die Minze klein. Dann das Öl unterrühren.

:: Mit Salz, Pfeffer und etwas Chili oder Piment d'Espelette abschmecken. Mit Kürbiskernen bestreut servieren. Besonders aromatisch ist es, wenn die Kürbiskerne angeröstet und -Dekadenz!- noch mal in einem Esslöffel Macadamia-Öl vermengt werde.

:: Der Salat sollte sofort ganz frisch gegessen werden, durchziehen bekommt ihm nicht zu gut, die Minze wird sonst zu dominant.
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