Freitag, 8. März 2013

8 Wochen Projekt Zuckerfrei: Geschafft! Plus: Allerköstlichste geröstete Möhren mit Linsensalat

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich anhöre wie meine (oder wahlweise Eure) Großtante: Kinders, wie die Zeit vergeht! Acht Wochen sind beinahe rum, das Projekt Zuckerfrei 2013 kommt zum Ende. Nun gut, ich sollte das besser formulieren: Acht Wochen Entwöhnung kommen zum Ende, zuckerfrei bleibt es ja bei mir. Bei Euch vielleicht auch? Für alle, die überlegen, ebenfalls einzusteigen ins No-Sugar-Business oder die erst jetzt darüber stolpern (hallo!), will ich heute die letzten Wochen einmal zusammen fassen und noch mal die wichtigsten Tripps & Tricks teilen.
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Die Anfangsphase umfasst die ersten zwei Wochen: Je nach Typ wird der Zucker- bzw. Fructosekonsum entweder langsam oder drastisch reduziert. Ich hab’s eher langsam angehen lassen – erst den Zucker und offensichtliche Naschereien weggelassen, dann auch Honig und Sirups, schlussendlich auch Trockenobst. Ich habe mir bewusst gemacht, zu welchen Gelegenheiten ich Süßes gegessen habe, und wie ich das ersetzen kann. Dafür gibt es leckere Snacks und Getränke.
Dann wird es ernst: Tschüß, Zucker! Fructose und Friends haben ab Woche 3 Hausverbot. Für eine Weile müssen auch Obst und süßliche Gemüsesorten weichen, die Geschmacksnerven müssen einmal komplett auf Normalnull gesetzt werden, bevor wir weitermachen können. Statt Keks gibt’s dann beispielsweise selbstgemischte Chai Latte, und statt Marmeladenbrötchen zum Frühstück beispielsweise zuckerfreies Knusper-Granola oder Linsenaufstrich.
Und schon sind fünf Wochen rum. In Woche 6 können wir wieder mit etwas Süße spielen – kein Zucker natürlich, aber etwas fructosearmes Obst, oder ein wenig süßliches Gemüse. Vieles, was vorher komplett normal war, schmeckt jetzt viel zu süß, viele Lebensmittel sind für sich allein schon süß genug. Beeren-Shakes beispielsweise, oder Süßkartoffel-Küchlein.
Wow. Schon ist Woche 8 erreicht. Wer sich noch nicht komplett sicher fühlt oder merkt, dass das Leben noch nicht wirklich süß genug ist oder dass Cupcakes immer noch allzu laut “hier! ich!” rufen, der verlängert den kompletten Entzug einfach noch um ein paar Wochen. Oder macht selbst: Zuckerfreier Kuchen ist gar nicht mal so schwer.

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Um den Entzug einfach(er) zu gestalten, gibt es ein paar Tricks, die helfen:

  • im Restaurant das Dessert durch beispielsweise einen Käseteller ersetzen, das Salatdressing selbst mit Essig und Öl mischen und um süß-saure Saucen einen Bogen machen
  • in der Kantine eine Alternative zur Currywurst finden (oder zumindest die Currysauce und rot-weiß zu den Pommes weglassen) oder idealerweise sein Mittag selbst mitbringen
  • beim Frühstücksbüffet im Urlaub oder im Hotel den Verführern zuzwinkern und sagen “heute nicht!”, und statt Schokocroissant, Obstsalat und Fruchtquark elegant zu Rührei, Käse und einem hübschen Cappuccino weitertanzen
  • Die Königsdisziplin “Familienfeier” lässt sich beispielsweise durch selbstgebackenen (zuckerfreien) Kuchen gut meistern. Oder durch good old Käsestulle. Im Ernst.

Gerade, wenn man wie ich eine große Zuckerschnute war, ist es gut zu wissen, dass es außer dem fiesen Zucker doch ein paar Dinge gibt, die man dem Süßjieper entgegen werfen kann, wenn er dann doch mal vorbei kommt. Kuchen und Desserts lassen sich beispielsweise gut mit Reissirup, Traubenzucker/Dextrose oder Erytrithol herstellen. Vorsicht ist aber bei vielen anderen Süßstoffen und Süßungsmitteln geboten, die im Körper auch zu Fructose aufgespalten werden.

Eins noch zum Thema Süßstoffe: In den ersten Wochen würde ich ganz vorsichtig damit umgehen. Wenn ich mich nicht wirklich sicher fühle in der No-Sugar-Sache, dann ist es eher kontraproduktiv, die Süße des Zuckers durch eine andere Süße zu ersetzen. Wie gesagt – es geht vor allem auch darum, den Geschmack einmal auf Normalnull zu bringen.

Zuckerfrei ist wie eine Sportart: Je länger man dabei ist, desto besser wird man, desto fitter, und desto einfacher fallen einem Bewegungen, die früher schier unschaffbar schienen. Und desto mehr Spaß macht es. Irgendwann ist es so normal und natürlich, dass man sich kaum etwas anderes vorstellen kann.

Happy Sugarfree Life!

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Ofengeröstete Möhren auf Linsensalat

Die Mengen sind extrem flexibel anpassbar – auf Esser, auf Hunger, auf Tagesform. Das hier reicht für ein leichtes Essen für zwei.

500g Möhren
1/2 TL Fenchelsamen
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL scharfes Paprikapulver
1 kleine Knoblauchzehe
Salz
Saft und Schale von 1/2 Zitrone
150g schwarze Linsen
1 kleine rote Zwiebel
1 EL Apfelessig
2 geh. TL Senf (bei mir: 1 TL gekörnter Senf, 1 TL mittelscharfer Senf)
2 EL Olivenöl
1/2 Bund Petersilie
Salz, Pfeffer

:: Ofen auf 200°C vorheizen.

:: Linsen waschen und nach Packungsanweisung aufsetzen und bissfest kochen.

:: Möhren schälen. Fenchelsamen, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Knoblauchzehe im Mörser zerdätschen, 1-2 Prisen Salz dazugeben und mit dem Öl mischen. Über die Möhren gießen und alles ordentlich vermengen. Auf ein Backblech legen und etwa 20 Minuten backen, dazwischen die Möhren immer mal drehen.

:: Die Zwiebel pellen und vierteln, dann in feine Scheiben schneiden. Mit dem Apfelessig mischen und kurz stehen lassen.

:: Linsen abgießen und sofort mit den Zwiebeln und dem Apfelessig mischen, dann Senf und Öl unterziehen. Petersilie hacken und untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, ggf. noch etwas Öl und Essig angießen.

:: Linsen auf einen Teller oder eine Platte geben und die Möhren darauf anrichten. Mit Zitronensaft und -schale beträufeln und servieren.

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Freitag, 8. März 2013

9 Gedanken zu „8 Wochen Projekt Zuckerfrei: Geschafft! Plus: Allerköstlichste geröstete Möhren mit Linsensalat

  1. Netzchen

    Guten Morgen,

    als erstes MUSS ich dir gleich mal gratulieren,
    du hast es tatsächlich geschafft! Du hast uns auch an deiner kleinen Reiste in die zuckerfreie Welt teilhaben lassen! Ich muss sagen, am Anfang war ich etwas skeptisch was das ganze Thema betrifft, ich hab ich so manchen Kommentar gelesen, den ich hierzu verstanden habe, aber ich muss ehrlich sagen: “Chapeau!”
    Es war nicht nur interessant, sondern auch wie soll ich sagen (abgesehen von den tollen Rezepten) schön, lustig, witzig mit dir auf diese Reise zu gehen !

    alles Liebe Netzchen

  2. gogreeneatclean

    SUPER SUPER SUPER!!! Gratuliere. Ich verzichte derzeit komplett auf alle Süßigkeiten und werden das Trockenobst ausschleichen lassen. Später kommt dann noch ein massiver Einschnitt in Sachen Obst (obwohl soviel esse ich eh nicht)!
    Super Posts, Super Blog, Super Alles! Danke für die Motivation!

  3. Fräulein Moonstruck

    Glückwunsch zu erfolgreichen 8 zuckerfreien Wochen. Meinen Respekt hast du auf jeden Fall. Und danke dir für die tollen Tips, Dextrose ist schon bei mir eingezogen ;-)
    Dein heutiges Rezept sieht mal wieder super lecker aus und wird hier bestimmt mal nachgekocht.
    Liebe Grüße, Ramona

  4. maschinistin

    Ich bin letztes Jahr durch meine Metabolic-Ernährungsprogramm auch auf den zuckerfreien Weg gekommen. Ich liebe deinen Blog, deine Rezepte und Tipps sind fester Bestandteil in meiner Kücke geworden.
    Und ja, es fällt schnell leichter und ich fühle mich um Jahre fitter!

  5. Zuckerina

    Gratulation! Und ja, es ist total verrückt, wie schnell die Zeit vergeht!
    In 10 Tagen bin ich 3 Monate zuckerfrei. Ist das denn zu glauben?!

    Und: Ich werde es auch bleiben. Ich möchte die neue Lebensqualität nicht mehr missen, die konnte mir Zucker in all den Jahren nicht schenken.

    Deine Möhrchen sehen übrigens ganz fabelhaft aus :-)

  6. Olivenholzliebhaber

    Tolle Story und Glückwunsch!

    Ich persönlich kann es mir zwar noch schwer vorstellen komplett zuckerfrei zu leben, aber die Rezepte motivieren und es sieht wirklich ansprechend und sehr sehr lecker aus.

    Kompliment
    Gruß aus München

    Christian

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