Sonntag, 30. Januar 2011

Apfel-Cupcakes mit (Fake-)Amaretto-Haube

Früher hing doch über den Telefonen in Hotels oder anderen öffentlichen Orten (und wahrscheinlich auch in so manchem sparsamen Haushalt) ein Schild mit dem prägnanten Text: „Fasse Dich kurz!“ So wie hier, zum Beispiel.
Zum Glück gilt das nicht für Blogs, da darf ja jeder so viel und so lange quasseln wie er/sie mag. Sonst könnte ich Euch nur EINE der beiden Stories erzählen, die hinter dem heutigen Rezept stehen. Goddegoddegodd, das wäre dramatisch.


Neulich beim Mittagessen kam einer meiner Kollegen in die gemeinsame Küche, sah den (von mir) mitgebrachten Kuchen, sah mich an und sagte „Ich bin dafür, dass Du wieder aus diesem Büro entfernt wirst. Wir werden alle dick!“ Meine Kollegin unterstützte ihn: „Ja, wir nehmen alle zu, aber Du isst das nicht und bleibst schlank!“. Hm. Also erstens muss ICH dieses Jahr in ein Brautkleid passen, was Grund genug wäre, auf Süßes zu verzichten. Aber egal! Denn zweitens ess ich den Kuchen wohl – und zum Beweis nahm ich gleich noch ein zweites Stück. So! 
Morgen werde ich KEINEN Kuchen mitnehmen, aber ganz bestimmt ein Foto vom Kuchen – und vor allem eins, auf dem nur noch Krümel zu sehen sind. Ätsch-bätsch, liebe Kollegen. Wetten, Ihr wollt dann eins?
Deswegen also der Cupcake-Sonntag. Einfach, um es ihnen zu zeigen, jawoll!!!

Und die zweite Story? Die ist der Hintergrund für das cremige, und nur leicht gehaltvolle Frosting.
Gestern war ich auf einer Geburtstagsparty und ich glaube, der Freund des Geburtstagskinds muss ungefähr die letzten zweieinhalb Wochen in der Küche verbracht haben… zu später Stunde wurde eine dreistöckige Geburtstagstorte mit vielen vielen Kerzen auf der obersten Torte hereingetragen. Dreistöckig. Drei.Stöckig. Gefüllt, verziert und garniert mit ungefähr allem, was für Menschen, die in diesem Jahr in ein Brautkleid passen müssen, VERBOTEN ist, was aber viiiiiiiel zu verführerisch ist, um es NICHT zu essen. (Sport? Ich? Nöööö…)
Der Wahnsinn. Das dachten sich auch alle anderen Gäste, denn die 3 Stockwerke Torte waren in Nullkommanix weg. Ich hab mir gerade noch ein Stück von der untersten Schicht retten können! 
„MEHR!“ verlangte mein Magen. OK, dachte ich, bis Juni hab ich noch 4 Monate, und im Zweifelsfall wird das Kleid weiter gemacht. 
Und so bekamen die Apfel-Cupcakes eine cremige Vanille-Amaretto-Haube.



Ich habe diesmal ein Rezept von Jeanny’s fabulous Cupcake Adventure bei Ohhh… Mhhh… ausprobiert, nur den Zucker ein bisschen reduziert. Werd ich öfter machen, die Cupcakes waren locker und saftig.
Normalerweise würde ich zunächst Ei und Zucker schaumig schlagen, dann Butter und am Ende Mehl und Backpulver unterrühren, aber Jeanny empfiehlt, zunächst die trockenen Zutaten mit der Butter zu mischen. Das hat gut funktioniert und gibt dem Teig eine kompakte Konsistenz, ohne dass er zu luftig bzw. bisquit-ig wird.

Bisquit-ig. Schönes Wort.


Apfel-Cupcakes
Für 12 Cupcakes

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**


125g Mehl
80g Zucker
1 Prise Salz
1 1/2 TL Backpulver
40g weiche Butter
120ml Milch
1 Ei
1/4 TL Vanillearoma (bzw. ein paar Tropfen Back-Aroma)
2 mittelgroße, säuerliche Äpfel (z.B. Elstar)

Backofen auf 170°C vorheizen.

Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermischen und mit Butter mixen, bis eine „sandige“ Konsistenz entsteht. Mir hat es geholfen, wie bei Streuseln die Butter mit den Fingern unterzuarbeiten.

Die Hälfte der Milch einrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Dann die restliche Milch mit dem Ei und dem Vanille-Aroma aufschlagen und in den Teig einrühren, einmal „gescheit“ durchmixen, bis der Teig keine Klümpchen mehr hat.

Tipp von der fabulösen Jeanny: Cupcake-Teig niemals ÜBERmixen, sonst werden die kleinen Kuchen hart. Thanks!

Eine Muffinform mit 12 Papierförmchen auslegen und in jedes Förmchen einen Kleks Teig einfüllen.

Äpfel schälen, entkernen, in Spalten oder Würfel schneiden und gleichmäßig auf die Förmchen verteilen, dann mit dem restlichen Teig bedecken.
Die Apfelstücken nicht ZU klein schneiden, sonst schmeckt mann sie nachher nicht raus.

Etwa 25 Minuten backen und gut auskühlen lassen.


(Fake-)Amaretto-Frosting

1/2 Beutel Puddingpulver
100ml Milch
1 EL Zucker
100g weiche (!!!) Butter
50g Puderzucker
1/2 Fläschchen Bittermandel-Aroma oder 2 EL Amaretto


Pudding nach Packungsanweisung kochen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dabei immer wieder rühren, damit sich keine Haut bildet (oder Frischhaltefolie direkt auf die Pudding-Oberfläche legen).

Butter, Puderzucker und Aroma (oder echten Amaretto) cremig mixen, und dann löffelweise den abgekühlten Pudding unterrühren.
2 Minuten auf höchster Stufe schlagen, dann in eine Spritztülle füllen und Häubchen aufspritzen, oder mit dem Löffel auftragen und verstreichen.

1 Stunde kühl stellen, damit die Creme fest werden kann. Dann dekorieren – und genießen…

Als Ausgleich gibt es heute abend Salat. Mit Brathuhn. 🙂 Aber hey, ich habe einen Auftrag zu er- und einen Blog zu be-füllen. Also.

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Sonntag, 30. Januar 2011

3 Gedanken zu „Apfel-Cupcakes mit (Fake-)Amaretto-Haube

  1. Constanze aus Hamburg

    Kommentar des Kuchenbäckers: 30 Jahre: 3 Stöckige Torte- 40 Jahre: Weisst du was kommt (in seinem zum dahinschmelzen französischen Dialekt;) Bis heute abend:) Freu mich!!!

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