Montag, 19. März 2012

Balsamico-Linsen: die Wiederentdeckung einer wunderbaren Beilage

Es gibt Gerichte, die kocht man zunächst ständig – und dann geraten sie irgendwie in Vergessenheit, liegen ganz unten im Rezeptestapel oder rutschen weit nach hinten im Ordner. Wenn man sie wieder in die Finger, oder eher: in den Topf bekommt, geht es einem wie Konny Reimann mit dem Milchreis: “Saulecker! Das hatt ich ja totaaaal vergessen!”. Nun esse ich zwar den Milchreis der Großmolkerei aus dem Allgäu nicht, bekenne mich aber zum Trash-TV-Konsum: Ich mag Konny und seinen Clan. Ich kann zwar nicht einschätzen, wieviel davon gespielt und was authentisch ist, doch seine pragmatische, norddeutsche no-nonsense Art ist herrlich bodenständig. Nicht zwingend elegant, aber ehrlich.
Linsen sind auch nicht zwingend elegant – aber ehrlich. Im gekochten Zustand sind sie eine Katastrophe für anständige Fotos, gerade bei schwindendem Licht sieht gern alles matschig-braun aus. Demnächst führe ich die Kategorie “sieht nicht gut aus, schmeckt aber um so besser!” ein.
Balsamico-Linsen habe ich vor einigen Jahren ständig gekocht, bis zum Punkt der Übersättigung. So fielen sie dann dem Schicksal der abgenudelten Rezepte zum Opfer und rückten auf die hinteren Plätze im Rezepte-Ordner, bis ich es auf der Suche nach einem proteinreichen, vegetarischen Gericht wieder hervorholte. 
Zwiebeln und Balsamico ergeben eine delikate süß-saure Note, Petersilie macht die Sache frisch. Alles in allem eine tolle Vorspeise, vor allem, wenn sie lauwarm mit etwas geräucherter Forelle serviert wird.

Balsamico-Linsen

Als Vorspeise für 4, als Hauptgang für 2

**Achtung, Zucker-Verächter: Durch den Balsamico ist hier eine Menge Zucker drin. Leider!**

250g Tellerlinsen
2 rote Zwiebeln
2 EL Olivenöl
100ml Balsamico-Essig
Salz, Pfeffer
2 Stängel glatte Petersilie

:: Linsen waschen und mit der 3-fachen Menge Wasser ohne Salz aufsetzen. Nach Packungsanleitung kochen. Wenn es schnell gehen soll, eine Prise Natron dazugeben – aber dann Obacht, die Kochzeit verringert sich dramatisch (und das Linsenwasser “wächst” gern über den Topf hinaus.) Anschließend abgießen und abtropfen lassen.

:: Zwiebeln pellen, der Länge nach halbieren und in feine Scheiben schneiden. In einem Topf (gern auch der ausgewischte Linsentopf) das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze weich dünsten. Mit Balsamico ablöschen, kurz “abdampfen” lassen und dann die abgetropften Linsen einrühren. Salzen und pfeffern und etwas abkühlen lassen.

:: Kurz vor dem Servieren die Petersilie hacken. Die Balsamico-Linsen noch einmal abschmecken, dann die Petersilie unterheben. Fertig!

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Montag, 19. März 2012

5 Gedanken zu „Balsamico-Linsen: die Wiederentdeckung einer wunderbaren Beilage

  1. milchmaedchen

    Siehste – und ich hatte gestern ein jungfräuliches Päckchen Linsen in der Hand – erstanden im winterlichen Suppenrausch – und habe mich gefragt, was ich damit wohl anstellen könnte – jetzt, da ich Suppen allmählich wirklich nicht mehr sehen kann… und dann kommst Du und postest, was seit – ich fürchte inzwischen Jahren – auf meiner Nackochloste steht… :D

  2. Alice

    Hmm lecker! Ich liebe Balsamicolinsen! Bei mir gibts die immer mit Pasta nach einem Rezept von Poletto :) Sehr lecker!

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend

  3. Anne

    Das trifft sich gut. Ich habe gerade vor zwei Wochen im Urlaub zum ersten Mal Balsamicolinsen gegessen und war gleich begeistert. Die werd ich defintiv nachkochen :)

    Liebe Grüße
    Anne

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