Dienstag, 14. Dezember 2010

Bratäpfel mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries

Wo gehört mein heutiger Post jetzt kulinarisch-geografisch hin? Nach Deutschland, da der Bratapfel hier ein Winterklassiker ist? Oder in die USA oder nach Kanada, da die Füllung mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries doch recht amerikanisch ist? Ich erkläre ihn kurzerhand einfach mal zu “Cross-over”-Küche mit einem Hauch mehr Deutschland, denn wenn man Pecans durch Walnüsse ersetzt und Cranberries durch Rosinen, dann hat man glatt wieder den Klassiker.


Beim Zubereiten und Backen ging mir der Reim nicht aus dem Kopf, den meine Mutter und meine Oma immer vor sich hingesummt haben, wenn es Bratäpfel gab. Zwar konnte ich mich nur noch in Auszügen an einige Zeilen erinnern, aber dank Google kenne ich jetzt das ganze Gedicht, das keinen bekannten Verfasser hat, aber von etwa 1900 stammt:
Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel. 

Auf jeden Fall habe ich jetzt die Gewissheit, dass 1.) meine Mutter und Großmutter sich nicht die Reime gemacht haben, wie sie dachten und 2.) dass es auch damals schon “reim Dich oder ich fress Dich!” gab. Es bratet nämlich nichts. Es brät. Jawoll. Muss ja mal gesagt sein!
(Ich befürchte allerdings, dass dieses elendige Gedicht jetzt tagelang in meinem Hirn rumspuken wird. Mist.)


Bratäpfel mit Pecannüssen und getrockneten Cranberries


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Honig lässt sich aber gut durch Reissirup ersetzen, der Puderzucker durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Das Gericht wird aber durch die Cranberries und den Apfelsaft trotzdem Zucker enthalten.**

2 säuerliche Äpfel, ich hatte Elstar
2 EL getrocknete Cranberries
1 Handvoll Pecannüsse
2 EL Sherry, Portwein, weißen Glühwein o.ä. – Apfelsaft geht aber auch gut
1 EL Honig
1 TL Puderzucker


:: Die Äpfel waschen, abtrocknen und mit einem großen Messer das obere Viertel quer abschneiden (und nicht wegschmeißen…). Äpfel entkernen und etwas aushöhlen, das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben – ohne die Kerne, natürlich.

:: Pecannüsse hacken und zusammen mit den getrockneten Cranberries, dem Sherry oder Portwein und dem Honig zum Apfelfruchtfleisch in die Schüssel geben und ein paar Minuten durchziehen lassen.

:: In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Die ausgehöhlten Äpfel mit der Mischung füllen, in eine geeignete, backofenfeste Form setzen und die “Deckel” wieder auf die Äpfel setzen, leicht anpressen.
Mit Puderzucker bestäuben und etwa 45 – 60 Minuten im Ofen backen, ggf. länger, wenn die Äpfel sehr groß waren und/oder man sie gern weich mag.

Es “knallt und zischt” übrigens wirklich ein bisschen wie im Reim, wenn die Äpfel weich werden – wenn man also die Schweinerei im Backofen minimieren möchte, einfach ein Stück Alufolie in der Größe des Backblechs unter die Auflaufform legen, dann findet sich eventuell austretendes Apfelmus nicht auf dem Ofenboden wieder und backt dort fest.

Dazu passt natürlich Vanillesauce oder Eis, aber auch pur waren sie sehr fein.



Kinder kommt und raaaaatet…. was im Ofen… BRÄT!!! Bzw. eigentlich BACKT!!!

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Dienstag, 14. Dezember 2010