Montag, 13. Juli 2015

Für den Hallo-Wach-Kick zum Wochenstart: BULLETPROOF COFFEE. Ein Gastbeitrag von Arne vom Barista-Blog

Hello again! Ich melde mich zurück aus meiner laaaangen (vorsommerlichen) Pause. Die Blog-Finger “jucken” und mir schwirren tausend Ideen im Kopf herum. Aber was braucht man, um Ideen auch umzusetzen? Genau: Energie. Und: Kaffee, weil ohne nichts geht. Daher habe ich Arne vom Barista-Blog um einen Artikel zu einem der Getränke gebeten, die neben Smoothies gerade am heißesten gehandelt werden: Dem Bulletproof Coffee. Tausend Dank, Arne!

 

Hallo liebe Katharina kocht.-Leserinnen und Leser, ich darf hier einen Gastartikel schreiben und freue mich sehr. Mein Name ist Arne und ich bin Kaffee-Blogger und Barista, meinen Blog könnt ihr auf coffeeness.de finden. Kaffee beschäftigt mich schon seit 10 Jahren, doch ich beschäftige mich auch viel mit Ernährung, Fitness und Juicing. Raffinierten Zucker haben wir schon einige Zeit verbannt und arbeiten immer weiter an unserer Ernährung – was aber Freunde macht und Glück spendet und für mich nicht mit Verzicht, sondern mit Bereicherung verbunden ist.

Ich bin kein großer Fan von Energy Drinks. Sie sind für mich immer mit viel Zucker und Chemie assoziiert. Aber was, wenn es eine natürliche Alternative gibt? Ein Getränk, das seine Versprechen mit Naturprodukten erfüllt, gut schmeckt und in keinem Chemielabor entstanden ist?  Bulletproof Coffee ist in der Presse gerade sehr präsent. Er wird von Kraftsportlern, Diätgurus, Paleo-Freunden und Internet-Marketern angepriesen. In diesem Artikel möchte ich dem Trendgetränk auf die Spur gehen. Wo kommt der kugelsichere Kaffee her? Wie bereite ich ihn zu? Wie schmeckt er? Wie wirkt Bulletproof Coffee? Aber ein paar allgemeine Anmerkungen zu gutem Kaffee kann ich mir sicher nicht verkneifen.

Bulletproof Coffee On Ice

Herkunft und Erfinder des Bulletproof Coffee
Dave Asprey hat den Bulletproof Coffee nicht nur erfunden, er lebt von ihm. Mittlerweile vertreibt er viele Nahrungsergänzungsmittel, von Detox-Kaffees bis hin zu einem selbst entwickelten Öl. Das Rezept wird mit einigen interessanten Marketingmethoden und absurden Versprechungen verknüpft: Wer den Bulletproof Coffee trinkt, wird gesünder, schlanker, stärker und sogar schlauer.
Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu Dave Asprey. Ich bewundere ihn, weil er ein hervorragender Geschäftsmann ist und sich dieses tolle Getränk ausgedacht hat. Andererseits finde ich sein Gebaren, die totale Vermarktung einer an sich naturalistischen Idee zu einem von Supplements abhängigen Getränk, kombiniert mit unseriösen „Heilsversprechen“ für mehr als bedenklich.  Er spricht von “health hacks”; ich werde versuchen, in diesem Artikel meine Erfahrungen ein wenig bodenständiger zu beschreiben. Dazu kann ich noch kurz anmerken, dass ich „Detox-Konzepte“ für Menschen mit gesunder Leber und Nieren ohnehin für fragwürdig halte. Wer sich gesund und mit wenig oder ohne verarbeitete Lebensmittel ernährt, bedarf keiner Entgiftung  – und bei allen anderen bringt eine Ernährungsumstellung sicher mehr als ein Detox- Event.

Die Zutaten von Bulletproof Coffee
Bevor ich mich weiter in Rage schreibe, komme ich lieber zum Rezept des Bulletproof Coffees.

Wir brauchen nur drei Zutaten:

  • Weidebutter
  • Kokosöl
  • Guten Kaffee

Weidebutter ist die Butter von Kühen, die zumindest einen Teil ihrer Lebenszeit auf einer Weide verbracht haben. Sie hat eine goldene Farbe. Kokosöl ist sicher auch schon vielen bekannt und auch aus meiner Küche als „Standardöl“ zum Braten nicht mehr weg zu denken. Beim Kaffee komme ich natürlich zu meinem Lieblingsthema. Kaffeegenuss ist in den gesundheitsbewussten Szenen umstritten. Die Bestimmung von Interaktionseffekten von Kaffeegenuss und der Gesundheit ist schwer zu erforschen. Mittlerweile wird Kaffee zur Gesamtflüssigkeitsmenge gezählt und der Mythos der dehydrierenden Wirkung scheint rückläufig. Es werden auch immer wieder Hinweise präsentiert, die auf eine prophylaktische Wirkung von Kaffeekonsum auf Krebserkrankungen hinweisen, in diesem Bereich ist aber sicher mehr Forschung erforderlich. Unterm Strich bin ich der festen Überzeugung: Kaffee ist viel besser als sein Ruf.
Jetzt mache ich den Fehler, den ich selbst immer bemängle, ich rede von Kaffee, als sei Kaffee gleich Kaffee. Das ist er nicht! Bei Industrieröstungen ist der Chlorogensäureanteil deutlich höher als bei Langzeitröstung. Bei dieser Methode verliert der Kaffee beim Rösten mehr Gewicht und kostet daher zwar mehr Geld, ist aber auch deutlich verträglicher. Mein Tipp an alle Menschen, die glauben keinen Kaffee zu mögen oder zu vertragen: probiert guten Kaffee.

Über den Wahnsinn von Kapselkaffee brauche ich hier nichts schreiben aber auch „Supermarktkaffee“ ist oft minderwertig. Von der Beimischung von Maltodextrin bis zur Ausbeutung der Farmer und Farmerinnen kann alles mitgekauft werden. In Deutschland kommt pro Kilogramm Kaffee zusätzlich eine Steuer von 2,19 € drauf. Nachhaltig angebauter, fair gehandelter und gut gerösteter Kaffee kostet einfach mindestens 20 € pro Kilo – der Preis allein ist natürlich keine Garantie, aber wer (viel) weniger bezahlt, kann sich sicher sein, dass irgendwo was schief läuft. Ich kann nur empfehlen, Kaffees aus kleineren Röstereien zu testen – es lohnt sich für alle Beteiligten! Natürlich kommt es auch auf die Zubereitung an. Ich kann generell und für einen Bulletproof Coffee den Handfilter empfehlen. Er ist, gewusst wie, einfach zu nutzen, günstig und erziehlt tolle Ergebnisse.

Bulletproof Coffee oder Butterkaffee

Die Zubereitung von Bulletproof Coffee als Heißgetränk

300ml guter schwarzer Kaffee
12 – 24g Weidebutter (1 – 2 EL)
12 – 24g Kokosöl (1 – 2 EL)

Alle Zutaten in einen Mixer geben und ordentlich blenden.

Es empfiehlt sich den Mixbecher, sowie Gläser oder Tassen mit kochendem Wasser vorzuheizen, da die Zutaten aus dem Kühlschrank den Kaffee sonst zu stark abkühlen.

Zubereitung von Bulletproof Coffee auf Eis
Wer schon meinen Blog besucht hat, weiß, dass ich ich Purist bin und Bulletproof Coffee für mich schon ein großer Kompromiss ist. Sonst kommt nur schwarzer Kaffee und purer Espresso in die Tasse. Aber für einen Bulletproof Coffee mache ich eine Ausnahme. Aber auch in der kalten Variante im Sommer ist er ein interessantes Getränk.

Ich bereite ihn ähnlich zu wie sein heißes Pendant. Nur verwende ich zum Aufgießen die doppelte Menge Kaffeemehl (oder die Hälfte der Wassermenge). Wer keinen Handfilter hat kann natürlich auch eine French Press nutzen.

300ml guter schwarzer Kaffee
12 – 24g Weidebutter (1 – 2 EL)
12 – 24g Kokosöl (1 – 2 EL)
150g Eiswürfel

Alles wie beim Heißgetränk vorbereiten, nur ohne Vorheizen der Gefäße, dann das Gemisch aufs Eis geben, und schon habt ihr das kalte Energie-Sommergetränk.

Bulletproof Coffee oder Butterkaffee

Geschmack und Wirkung von Bulletproof Coffee
Ich finde einen gut gemachten Bulletproof Coffee als heißes Getränk aber auch auf Eis köstlich. Ich liebe Kokos und es gibt Kaffees (insbesondere aus dem asiatisch-pazifischen Raum, z.B. Sumatra), die hervorragend zu dieser Kombination passen. Allerdings variiert der Geschmack je nach Auswahl von Butter, Kokosöl und Kaffee, was bei drei Naturprodukten kein Wunder ist. Das Ergebnis ist aber ein sehr seidiges, weiches Getränk, dass dem Gaumen beim Trinken schmeichelt. Die Geschmacksqualität „Umami“ beschreibt den Bulletproof Coffee so gut wie sonst wohl nur ein gutes Rinderfilet.
Bulletproof Coffee wird oft als gute Möglichkeit zum Abnehmen empfohlen. Das halte ich für nicht sinnvoll, da er eine hohe Energiedichte aufweist. Bei der reichhaltigsten von mir empfohlenen Version immerhin 348 Kalorien. Allerdings hält sein Konsum auch außergewöhnlich lange satt. Nicht alle vertragen den Bulletproof Coffee gut, ich trinke ihn vorm Kraftsport morgens um 6 Uhr und hin und wieder grummelt der Magen ein wenig (der ist bei mir eigentlich aus Stein). Ich würde an eurer Stelle einfach mit den Mengen experimentieren und testen was ihr gut vertragt, das ist aber zu einen hohen Maße Gewöhnungssache.
Beim Sport habe ich durch ihn keinen Hunger aber das Gefühl durch einen relativ leeren Magen und die zugeführte Energie ein höheres Kraftlevel zu haben – das ist natürlich nur meine sehr subjektive Wahrnehmung.

Ich empfehle Bulletproof Coffee für Menschen die Kokos mögen und viel Sport machen als Alternative für die Zuckerbomben der Industrie.

 

Lieben Dank, Arne! Ich persönlich mag Bulletproof Coffee auch recht gerne. Nicht täglich und nicht ständig, aber immer öfter gebe ich Kaffee, Butter und Kokosöl in den Blender und rrrrzzzzzzztttttttttbbffffmmmm habe ich meinen persönlichen, nach Kaffee und Kokos und nicht nach flüssigen Gummibärchen schmeckenden Energydrink. Und, was Arne gar nicht gesagt hat: Es bildet sich ein schöner samtiger Schaum obenauf!

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