Archiv der Kategorie: Asien

Donnerstag, 24. September 2015

Tom Kha Gai: Ohne Gai, dafür mit Butternut-Kürbis

Vor nicht ganz fünf Jahren habe ich diesen Foodblog gestartet. Damals habe ich mir selbst EINE Sache versprochen: Niemals nicht, aber wirklich nicht! würde ich ein Rezept für Kürbissuppe posten. Boah, nee, ne. Gibt es auf der Welt mehr Rezepte für Kürbissuppe oder für Spaghetti Bolognese? Da würde es doch nicht auch noch eins von mir brauchen!
Also rede ich mir die Suppe jetzt einfach damit schön, dass es gar keine Kürbissuppe ist, sondern eine fleischlose Tom Kha Gai, in der zufällig gerösteter Butternut umherschwimmt. Und es schmeckt auch wirklich mehr nach Thailand als nach Kürbis, vor allem, da die Suppengrundlage aus einer eigens hergestellten Brühe aus Zitronengras, Kaffirlimettenblättern, Galgant, Korianderwurzeln und Thai-Basilikum besteht.

Wie heißt eigentlich eine vegetarische Tom Kha Gai? Soweit ich weiß, steht „Gai“ für das sonst verwendete Hähnchenfleisch. Bis mich einer aufklärt, nenne ich sie Tom Kha Kürbis. Aber es ist keine Kürbissuppe, ok?

Tom Kha Gai mit Kürbis

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Freitag, 19. Juni 2015

Das doppelte Curry: Einmal vegan, einmal mit Fisch. Mein Flexitarier-Beitrag auf der REWE-Homepage.

Beim letzten Mal sprach ich von einigen Projekten, die mich beschäftigt halten. Et voilà, hier ist schon mal eines davon!

Veganes Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Kichererbsen

REWE bat eine Reihe von Foodbloggern, sich zum Thema Flexitarismus (das ist ab heute ein Wort!) Gedanken zu machen und ein Gericht in zwei Varianten zu kochen. Dabei ist die Aktion „Mal mit, einmal ohne – Blogger kochen flexitarisch“ entstanden.
Ich freue mich sehr, dass ich mit meinem doppelten Curry dabei bin: Ein indisch inspiriertes Curry mit selbst gemischter, aber unkomplizierter Gewürzpaste hat einmal Fisch und Garnelen an Bord, und einmal, in der veganen Fassung, stattdessen Kichererbsen. In beiden Fällen ist viel Gemüse, viel Würze und viel Liebe dabei.

Schaut ganz schnell auf der REWE-Homepage vorbei!
Mit mir zusammen haben diese drei großartigen Kollegen den flexitarischen Kochlöffel geschwungen:
Stefanie von schmecktwohl
Tastesheriff Clara
und Björn von Herzfutter

Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Fisch und Garnelen

 

Dienstag, 2. Juli 2013

Mekong Food: Schnelle Gurken-Hackfleisch-Pfanne

Rechtfertigt ein einzelnes gelungenes Rezept den Kauf eines mir ansonsten unbekannten und zugegebenermaßen nicht ganz günstigen Kochbuchs? Ein Rezept, das allerdings so gut ist, dass es das bei uns mehr als nur einmal gab. Und das in den letzten vier Tagen! Das bei Valentinas Kochbuch  veröffentlichte Interview und das zweite Rezept lassen wirklich Schönes und Köstliches ahnen, ebenso die Online-Vorschau. Ich werde wohl das ein oder andere Mal um „Mekong Food“ von Michael Langoth herumschleichen müssen…

Hackfleisch- und Gurkenpfanne

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Mittwoch, 24. April 2013

MYO: Butterschmalz und/oder Ghee, homemade

An allem ist eigentlich Holly Becker schuld. (Schön, wenn man eindeutige Schuldzuweisungen treffen kann. Aber die Geschichte geht gut aus, insofern bin ich Holly sogar dankbar.)
Aber von vorn. Für ein Dessert musste ich Sahne schlagen, viel Sahne, 500 Gramm. Für kleine Sahnemengen nehme ich schnell den Handmixer, aber für solche Kategorien kommt PeggySue, die feuerwehrrote KitchenAid ins Spiel. PeggySue rührte und rührte, Katharina blätterte und blätterte und las sich in Holly Beckers „Decorate Workshop“ fest. Ich schwöre – es waren nicht mehr als ein paar Sekunden, bevor ich vom Kapitel „Find your personal style“ aufschrak und zur rödelnden Maschine herübersprang. Diese Sekunden entschieden über Leben und Sterben, zumindest das des Desserts: Statt fluffiger Sahne guckten mich krisselige Krümel an. Fluchen, Heulen, Zähneknirschen, und dann der gejammerte Spruch, den wir alle kennen: Ich hab‘ die Sahne zu Butter geschlagen! Tief durchatmen, Dessert abhaken, und die Küchenmaschine einfach noch mal eine Weile weiterschlagen lassen, bis wirklich Butter entsteht.
 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Wagen wir ein süßes Experiment? Süßkartoffel-Küchlein mit Joghurt-Dip {Projekt Zuckerfrei, Woche 6}

Fünf Wochen! Fünf Wochen sind geschafft im Projekt Zuckerfrei 2013, und davon drei komplett süßfreie, fructosefreie Wochen. Die Geschmacksnerven sollten sich inzwischen an das Leben ohne Zucker gewöhnt haben und Süße auch dort finden, wo sie sie sonst nicht vermutet hätten. Milch zum Beispiel hatte ich nie auf dem süßen Plan, die enthaltene Galaktose (Milchzucker) ist nur etwa 60% so süß wie Haushaltszucker, und wenn man wie ich ich Kaffee früher nur mit viel Milchschaum trinken konnte und auch diese Kombination dann noch mit einigem Zucker süßen musste, dann hatte die Milch auch keine Chance, süß zu schmecken.
Andere Lebensmittel oder Speisen erscheinen mittlerweile grotesk süß. Neulich auf der Skihütte: Der Gatte und ich bestellen Jagertee – noch in der letzten Skisaison ein geschmacklich akzeptables Getränk. Dieses Mal schauten wir uns an und sagten gleichzeitig; „whooaaaa, ist das süß!“  und schoben den Becher zur Seite. Praktischer Nebeneffekt: Wir kam auf diese Weise komplett nüchtern auch den letzten Teil der Talabfahrt hinunter. Spaßbremsen, wir. 😉
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"
 

Dienstag, 2. Oktober 2012

Langsam geschmortes Gewürzhähnchen

Neulich im Lecker Lezmi-Interview fragte Isabel nach dem, was es gäbe, wenn ich mir einmal etwas gönnen möchte. Meine Antwort war „ein knuspriges Brathähnchen“, und eigentlich sollte es am Sonntag wieder soweit gewesen sein. Der Anlass: Die Bude ist fertig. Nun – fast fertig. Es hängt noch kein Bild an der Wand und auch sonstige Dekoration ist eher spärlich vertreten, aber alle Möbel stehen an ihrem Bestimmungsort, die Kartons sind ausgepackt, der Keller ist ansatzweise organisiert und auch die letzte Baustelle, die Küche, ist wieder benutzbar, ohne dass man Yogi-mäßige Verrenkungen ausführen muss, um an Gewürze und anschließend an Rührlöffel zu kommen. This calls for a celebration!
Auf dem wunderbaren Lüneburger Wochenmarkt flatterte also ein Gockel in meine Einkaufstasche, und als ich im Vorbeigehen am Gewürzstand hörte, wie der Händler einem Kunden seine spezielle Curry-Mischung anpries, kam mir die Idee, statt des Brathähnchens doch lieber ein sehr langsam geschmortes Gewürzhähnchen zu zaubern. Der Gatte, um seine Meinung gebeten, antwortete mit einer Gegenfrage: „Ist das das Huhn mit DER Sauce? Ja?“, und das Strahlen in seinen Augen allein hätte mich davon überzeugt, jedes andere womöglich geplante Rezept zugunsten „der Sauce“ über den Haufen zu werfen.
Das Hähnchen wird dazu zerteilt, ich habe mir hier zeigen lassen, wie das funktioniert. Dank des superscharfen Messers, das mir netterweise von Butch.de zur Verfügung gestellt wurde (toller Laden! meine Wunschliste wächst ins Unendliche…) ging das sehr geschmeidig.
Die drei Stunden Schmorzeit kann man übrigens auch sehr gut aufteilen: So habe ich alles angebraten und schon einmal zwei Stunden köcheln lassen, bin dann mit dem Liebsten noch eine Weile durch unsere neue Heimatstadt gebummelt und habe dann abends das Hähnchen zuende schmoren lassen. Währenddessen waren auch Reis und Linsen fertig. Und der Liebste selig.
Ein absoluter Soulfood-Favorit für kühle Tage, die orientalischen Gewürze bringen Wärme in den Bauch und ins Gemüt!
Langsam geschmortes Gewürzhähnchen
Für 2
Frei nach diesem Rezept aus der CK-Datenbank
Vorweg: Das Gericht funktioniert nicht mit Hähnchenbrustfilet, es braucht definitiv Fleisch mit Knochen. Nach dem Zerteilen friere ich die Brustfilets in der Regel ein, um sie später zu verwenden.
1 Bio-Hähnchen von etwa 1,5kg oder 2 Keulen und 2 Flügel o.ä.
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 Zimtstange
1 TL Fenchelsamen
1 TL gelbe Senfsaat
1 TL Koriander (ganz)
1 TL Kreuzkümmel (ganz)
1/2 TL Anissamen
5 Kardamomkapseln
2 TL Kurkuma (gemahlen)
1 rote Chili
1 große reife Tomate, alternativ 1 TL Tomatenmark
3 EL Ghee oder Butterschmalz
500ml Wasser
Salz
:: Hähnchen waschen, trockentupfen und zerlegen (klick für die Anleitung). Alternativ die Hähnchenteile waschen und trocknen.
:: Zwiebeln hacken, Knoblauch und Ingwer in Scheiben schneiden. Die Gewürze mischen. Die Tomate würfeln und die Chilischote in Ringe schneiden.
:: In einem ausreichend großen Bräter oder Schmortopf 2 EL Ghee erhitzen und die Hähnchenteile darin rundherum scharf anbraten. Herausnehmen und den restlichen EL Ghee in den Bräter geben. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin anbraten, dann die Gewürze dazugeben und unter ständigem Rühren etwa 1 Minute anrösten, aufpassen, dass nichts anbrennt! (*pfeif*)
:: Die Hähnchenteile wieder zurück in die Pfanne legen, Tomatenwürfel und Chili dazugeben und alles mit 500ml Wasser angießen. Etwas salzen und die ganze Masse einmal aufkochen lassen. Die Hitze auf die kleinste Stufe herunterregeln, Deckel auflegen und Hähnchen und Gewürze 3 Stunden bei allerkleinster Hitze schmoren lassen, bis das Fleisch nahezu von selbst von den Knochen fällt.
:: Das Fleisch aus dem Topf nehmen und warmhalten. Die Sauce durch ein Sieb passieren, die Rückstände im Sieb richtig gut auspressen, damit möglichst viele Aromen in der Sauce bleiben, und die Sauce dann auf die gewünschte Konsistenz einkochen lassen.
:: Die Keulen und Flügel wieder in die Sauce legen (wer mag, zieht vorher die Haut ab) und am besten zusammen mit Reis und Linsen servieren.
 

Dienstag, 19. Juni 2012

Gebackener Tofu mit Sesamspinat und Möhrenstiften

Wenn ich anderen erzähle, dass wir daheim sehr wenig Fleisch essen, kommt ganz oft die Frage, „und was esst ihr dann? Tofuwürstchen?“ Ein Schenkelklopfer. Um die Wahrheit zu sagen verläuft bei diesem Thema ein tiefer Grat zwischen dem Gatten und mir: er mag die Dinger, ich kann sie nicht ausstehen. Es gibt genau eine Ausnahme, in der ich Tofu als „Wurstersatz“ mag: nämlich in der veganen Leberwurst, die es bei Feines Gemüse und The Vegetarian Diaries kürzlich zu sehen gab. Ansonsten finde ich es eher seltsam, wenn man sich entscheidet, kein Fleisch essen zu wollen und dann mit Tofu & Co. versucht, den Geschmack zu imitieren, und doch meistens kläglich scheitert.
Tofu gebacken mariniert Möhrenstifte Sesam Spinat Sesamöl
Insgesamt stand ich mit Tofu sehr lange auf Kriegsfuß, meine ersten Erlebnisse waren nämlich  weniger erfolgreich: Während meines Praktikums in Frankreich hatte eine chinesische Praktikantin uns alle zum chinesischen Essen eingeladen, das sie selbst zubereitet hatte. Sie hatte sich unglaublich viel Mühe gegeben, hatte alle Spezialitäten ihrer Region vorbereitet und bestimmt Tage vorher  begonnen zu kochen. Leider traf all ihre Mühe auf einen Haufen verwöhnter Mitteleuropäer, die unter chinesischem Essen „1x die Nr. 17 süß-sauer und scharf“ verstanden. Mich selbst mit eingeschlossen.
Die arme Chen musste also zusehen, wie wir meist in unseren Schälchen umherstocherten, uns dafür auf Frittiertes warfen (das kannten unsere Zungen!), die tausendjährigen Eier als Mutprobe aßen (zugegeben, sie waren widerlich) oder eben den Tofu kurz probierten und dann zur Seite schoben. Zehn Jahre später tut mir das wirklich Leid, für Chen, aber auch für mich, denn so schnell bekommt man nun wirklich nicht die Chance, authentische Gerichte zu probieren.
Sojasauce Tofu gebacken Spinat Sesam
Lange Jahre waren die diplomatischen Beziehungen zwischen mir und Tofu eher unterkühlt, irgendwann allerdings verlangte ein sonst sehr spannend klingendes Suppenrezept den Einsatz des „weißen Zeugs“. Ich ergab mich, und, siehe da, wir begruben das Kriegsbeil und vertragen uns seither.
Diese Variante ist hauptsächlich koreanisch inspiriert, vor einiger Zeit kaufte ich das Buch „Koreanisch vegetarisch“ von Armin Möller, aus dem ich zwar leider noch nicht viele Gerichte gekocht habe, dafür aber die Möhrenbeilage um so öfter. Fein geschnittenes Gemüse in Sesamöl zu braten und dann mit etwas geröstetem Sesamöl zu beträufeln ist wirklich köstlich. Zusammen mit Sesamspinat und dem würzig-knusprigen Tofu aus dem Ofen ein leichtes Gericht für zwei.
Tofu Marinade Sesamspinat Möhren Sesamöl Sojasauce
Gebackener Tofu mit Sesamspinat und Möhrenstiften
FÜR DEN TOFU:
200g Natur-Tofu
2 EL geröstetes Sesamöl
2 EL helle Sojasauce
1 EL Reisessig
3 TL Honig oder Sirup (wer Zucker meiden will, lässt das einfach weg)
1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel
FÜR DIE BEILAGEN: 
1 EL Sesamsamen
etwas Sesamöl zum Braten
4 Möhren
1 Frühlingszwiebel
2 Handvoll Spinat
geröstetes Sesamöl zum Beträufeln
Salz, Pfeffer
:: In einer flachen Auflaufform das geröstete Sesamöl, Sojasauce, Reisessig und (falls verwendet) Honig oder Sirup miteinander verrühren. Knoblauch schälen und fein hacken, die Zwiebel schälen und in schmale Streifen schneiden. In die Marinade mischen.
:: Tofu in etwa 1/2cm dicke Scheiben schneiden und in der Sauce etwa 30 Minuten marinieren lassen, dabei mehrfach wenden, so dass alle Seiten bedeckt sind.
:: Backofen auf 200°C vorheizen. Die Tofu-Scheiben aus der Marinade nehmen auf ein Backblech legen, dann auf jeder Seite etwa 15 Minuten backen, insgesamt also 30 Minuten.
:: Währenddessen die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie springen und duften. In ein Schälchen umfüllen und abkühlen lassen.
:: Die Möhren schälen und in schmale, etwa 5cm lange Stifte schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden, vor allem das Grün. Spinat gut waschen und trockenschleudern.
:: Einen Spritzer Sesamöl in der Pfanne erhitzen und die Möhrenstifte bei mittlerer Hitze darin anbraten, bis sie etwas weich geworden sind, vielleicht 5 Minuten. Dann die Zwiebelringe zugeben und mitdünsten. Die Karotten sollten noch Biss haben. Salzen und leicht pfeffern.
:: Parallel dazu etwas Sesamöl in einer zweiten Pfanne erhitzen und den Spinat darin bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen, bis er weich ist. Leicht salzen und pfeffern.
:: Spinat mit etwas Sesamsamen bestreuen. Spinat und  Möhrenstifte mit einem Spritzer geröstetem Sesamöl beträufeln, dann zusammen mit dem gebackenen Tofu servieren.
 

Mittwoch, 11. April 2012

Sobanudeln mit Shiitake, Spinat und Edamame

In einem japanischen Restaurant gibt es für mich zwei Must-haves: Misosuppe und Edamame-Bohnen. Beim Running Sushi gar verrenke ich regelmäßig meinen Hals, um auch ja alle Tellerchen mit den grünen Dingern zu erwischen, verfolge mit Argusaugen ihren Weg über das Schängelband bis zu mir – und wehe, es wagt jemand, sich einen Teller Edamame vom Band zu nehmen. Dieser Unhold wird mit bösen Blicken bedacht. Andere stapeln leere Maguro-Nigiri-Tellerchen auf ihrem Tisch, ich staple solche mit Bohnenschalen. Muss ja jeder so seinen kleinen (kulinarischen) Spleen haben.

Außerhalb der Restaurants hatte ich Edamame noch nie gesehen, hielt sie gar für ein Produkt, auf das jenseits von Asien allein Restaurants das Verwendungsmonopol halten würden – aber dann stolperte ich über das Soba-Nudel-Rezept von smitten kitchen und wurde erleuchtet. Erleuchtet und gleichzeitig zur Suche angespornt. Dennoch schielte ich lange Zeit ohne Erfolg in die Gemüseabteilungen der Asia-Läden und suchte Marktstände ab. Auf die Idee, mal einen Blick in die Tiefkühltruhe meiner thailändischen Ladeninhaberin des Vertrauens zu werfen, kam ich erst nach einer kleinen Internetrecherche. „Edamame kaufen“ brachte sofort gefühlt 820 Treffer mit dem Hinweis „gefroren“. You live, you learn. Oder kurz: Dooooh.

Das Palen der Bohnen (heißt das bei Bohnen auch palen?) dauert so seine Zeit, weswegen ich diese Aktion gleich an den Anfang verlagert habe. Dummerweise hatte das aber auch zur Folge, dass weniger Edamame als gedacht ihren Weg in das finale Essen geschafft haben, sie haben den direkten Weg in meinen Bauch genommen, ohne Umweg über Topf und Teller.

Fremdkochen Pasta ...e Basta
Die restlichen Bohnen haben dann mit Shiitake-Pilzen, Spinat, Sobanudeln und Sesam ganz wunderbar harmonisiert: ein bisschen scharf, sehr würzig und eins von den Gerichten, bei denen man anschließend angenehm gesättigt aber nicht übersatt ist. Deswegen (und weil’s wirklich köstlich schmeckt) ist das mein heißer Kandidat für das neue Fremdkoch-Event der Hüttenhilfe: Pasta… e Basta!

Sobanudeln mit Shiitake, Spinat und Edamame

3-4 Portionen
fremdgekocht von smitten kitchen

500g Edamame (ca. 200-250g geschält)
3 EL Sojasauce
3 EL Wasser
1 EL dunkler Zucker
1-2 TL Sambal Oelek oder andere Chilipaste (schärfe nach Geschmack anpassen)
3 EL Sesamsamen
1 Stück Ingwer 
2 Knoblauchzehen
250g Shiitakepilze 
1 Bund Frühlingszwiebeln
4 EL Öl
3 große Handvoll Spinatblätter (alternativ geschätzt 200g TK-Blattspinat, aufgetaut)
200-300g Sobanudeln

:: Tiefgefrorene Edamame auftauen und die Bohnen palen.
:: Sojasauce, Wasser und Zucker verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Chilipaste unterrühren und zur Seite stellen.
:: Eine große Pfanne erhitzen und die Sesamsamen ohne Fett anrösten bis sie duften und springen, anschließend in ein Schüsselchen füllen und abkühlen lassen.
:: Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Shiitakepilze putzen und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln waschen, die Wurzeln entfernen und die Zwiebeln in Ringe schneiden.
:: In der Pfanne das Öl erhitzen und bei mittlerer Hitze Ingwer und Knoblauch anbraten und nach etwa einer Minute die Shiitakepilze dazugeben. Unter gelentlichem Rühren etwa 5-8 Minuten braten, bis die Pilze gebräunt und weich sind, dann etwa 3/4 der Frühlingszwiebeln dazugeben und kurz mitdünsten.
:: Unterdessen einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und die Sobanudeln nach Anleitung zusammen mit den Edamame-Bohnen kochen.
:: Die Sojasaucen-Mischung zu den Pilzen in die Pfanne gießen und etwas einköcheln lassen.
Spinat gut waschen und abtropfen lassen, dann in die Pfanne geben und zusammenfallen lassen.
:: Sobanudeln abgießen und mit Wasser spülen, damit die Stärke ausgewaschen wird. Dann zurück in den Topf geben und mit der Pilz-Sojasaucen-Spinat-Mischung vermengen. Auf Teller füllen und mit Sesam und den restlichen Frühlingszwiebeln bestreut servieren. 

 

Mittwoch, 7. März 2012

Tom Yam Gung: Sauer-scharfe Garnelensuppe

Paradoxon meines Lebens: Ich liebe Essen. Ich denke über wenig nichts so viel (und andauernd!) nach wie über Essen. Wenn ich nicht koche, bewundere ich gern Foodblogs und Kochbücher. Ich koche sogar fast lieber selbst, als dass ich essen gehe. Und doch… und doch weiß ich abends oder am Wochenende oft nicht, was ich kochen soll. Paradox. 
Eigentlich sogar irgendwie bescheuert.

Wenn ich aber weiß, was ich kochen will, dann lasse ich mir oft wahnsinnig viel Zeit damit. Schnipple stundenlang vor mich hin, dünste hier langsam an und lasse dort stundenlang einkochen. Ich habe zwar noch nie die Zeit gestoppt, aber mich beschleicht das Gefühl, dass manchmal selbst die Zubereitung eines simplen Salats mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Was angesichts der Tatsache, dass meine Ankunftzeit daheim selten früher als 19 Uhr beträgt, dazu führen kann, dass das Abendessen nicht vor 20 Uhr auf dem Tisch steht. Als Diktator Alleinherrscherin über die Küche muss sich der Testesser oft mit einem Snack aus rohem Gemüse gedulden. Er ist Kummer gewöhnt.

Und nun ruft Alex vom Blog mein i-tüpfelchen zum Event Speedcooking auf. Bezeichnenderweise habe ich ziemlich lange gebraucht, um daran teilzunehmen – sonderlich speedy bin ich wohl wirklich nicht. Aber ich stellte mich der Herausforderung und siehe da! Auch ich kann in weniger 30 Minuten ein Abendessen zaubern, tatsächlich war die Suppe nach nur etwas mehr als 15 Minuten fix und fertig angerichtet. Und das sogar recht entspannt, inklusive aller Schnippelei.

Blog-Event LXXV - Speed-Cooking (Einsendeschluss 15. März 2012)
HIER ist übrigens die Zusammenfassung des Events!
Angesichts der Zeit, die der Langstreckenflug nach Thailand in Anspruch nimmt (etwa 13 Stunden von Hamburg aus), sind die 15 Minuten die kürzere Reisezeit ins ferne Südostasien. Schneller geht’s nur, wenn man den Asia-Imbiss im Haus nebenan hat.

Tom Yam Gung: Sauer-scharfe Garnelensuppe

für 4 Teller

1/2 Bund Koriander mit Wurzeln
4 Stängel Zitronengras
1 Stück (ca. 4 cm) Galgant
4 Kaffirlimettenblätter (gibt’s, wenn nicht frisch, dann doch meistens tiefgekühlt im Asia-Laden)
1 Liter klare Hühnerbrühe
8 reife Cherrytomaten
8 mittlere Champignons
1 TL Chilipaste (ich hatte Sambal Oelek Trassi, mit Garnelenpaste)
200g geschälte, ungekochte Garnelen
2-3 EL Fischsauce  
2 EL Limettensaft

:: Korianderwurzeln vom Grün trennen und putzen, am besten mit einem breiten Messer schaben. Die Wurzeln im Mörser etwas zerstoßen.
:: Hühnerbrühe zusammen mit den zerstoßenen Korianderwurzeln aufkochen.
:: Währenddessen Galgant schälen und in Streifen schneiden, Zitronengras in 5cm lange Stücke schneiden und anquetschen. Limettenblätter 2-3 Mal einreißen. Alles zur Hühnerbrühe geben. Die Hitze reduzieren und alles für 3 Minuten köcheln lassen.
:: Champignons und Tomaten putzen bzw. waschen und jeweils halbieren. Zusammen mit der Chilipaste unter die Suppe rühren und noch mal 2 Minuten köcheln lassen.
:: Garnelen waschen und in der nur noch leicht simmernden Suppe gar ziehen lassen, etwa 3 Minuten.
:: Währenddessen die Korianderblättchen abzupfen. Die Suppe mit Fischsauce und Limettensaft abschmecken, auf Suppenteller oder Schüsselchen verteilen und mit Koriander bestreut servieren.
Übrigens: Zitronengras, Galgant und Kaffirlimettenblätter werden zwar für’s Auge mitserviert, aber nicht gegessen. Just sayin’…

 

Sonntag, 22. Januar 2012

Kokos-Crêpes mit Palmzuckersirup

Vor Weihnachten haben wir uns aus dem Staub gemacht, sind der norddeutschen Wettertrübseligkeit per Flieger entronnen und haben uns knapp zwei Wochen im tropischen Klima die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Das Ziel unserer verspäteten Flitterwochen: Bali, die Insel der Götter. Auf der Suche nach einem Reiseziel gab ich „Bali“ in die Bildersuche ein, und beim Anblick der smaragdgrünen Reisterrassen sagten Bauch, Herz und Kopf einstimmig: DA will ich hin. Gesagt, gebucht, gepackt.
Nach langer langer Anreise wurden wir vom klimatisierten Flugzeug ins tropische Klima gespült. Ich bin ein Sommer- und Sonnenkind, und so fing sofort jede Zelle an, vor Freude Lambada zu tanzen. Die ersten Tage verbrachten wir relaxend am Strand, schliefen den Jet-Lag, die Hektik des Jahresendes und die winterliche Trägkeit weg. Dann begannen wir die Insel zu erkunden. Wir haben meerumtoste Tempel gesehen, unfassbar dichten, völlig irren Verkehr, stille Heiligtümer im Dschungel, riesige, farbenfrohe Schmetterlinge, exotische Blüten und auch die Reisterrassen, die tatsächlich unglaublich beeindruckend und spektakulär schön sind.

Und ich wäre nicht Foodie, wenn ich mich nicht einmal durch die balinesische Küche gegessen hätte und von jeder tropischen Frucht probiert hätte, die ich probieren konnte. Und ich wäre noch weniger Foodie, wenn ich nicht auch ein Kochbuch mit nach Hause genommen hätte! Heinz von Holzen, wiewohl Schweizer von Geburt, scheint der balinesische Starkoch zu sein. In sein Restaurant „Bumbu Bali“ haben wir es leider nicht mehr geschafft, aber sein Kochbuch holt uns immer mal wieder kulinarische Urlaubsmomente nach Hause.

 
Übrigens ist das keine Tomate, sondern eine Tamarillo… just saying. 😉
Kokos-Crepes mit Palmzuckersirup

Für ca. 10 Crêpes

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept, und leider lässt sich Palmzucker auch nicht wirklich durch ein Ersatzprodukt austauschen. Leider!!!**

FÜR DIE FÜLLUNG:
250ml Wasser
375g Palmzucker (im Asienladen, am besten den „krümeligen“ kaufen, nicht den im Block)
200g frisch geriebene Kokosnuss, oder Kokosraspel
1 EL Limettensaft

FÜR DIE CREPES:
100g Reismehl
1 EL Zucker
1 Prise Salz 
3 Eier
250ml Kokosmilch
Kokosöl oder neutrales Öl zum Ausbacken

:: Zunächst den Palmzuckersirup herstellen, dazu Zucker und Wasser in einem Topf oder einer kleinen Pfanne erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und 10 Minuten sanft köcheln lassen.

:: Für die Crêpes Reismehl, Zucker und Salz mischen, dann mit den Eiern glattrühren – vorsicht, staubt! Kokosmilch unterrühren, so dass es einen glatten, eher flüssigen Teig ergibt. Pfannkuchenteig, eben.

:: In einer kleinen Pfanne etwas Öl erhitzen. Je nach Pfannengröße 3-4 EL Teig in die Pfanne gießen und einen dünnen Crêpe ausbacken, wenden, wenn der Teig stockt. Der Pfannkuchen sollte nicht braun oder dunkel werden.
Crêpes auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

:: Den Sirup erhitzen, (frische) Kokosraspel und Limettensaft dazugeben und 2 Minuten köcheln lassen.
Je 1 EL Sirupfüllung auf einen Crêpe löffeln, die obere und untere Kante zur Mitte falten und dann von der schmalen Seite her aufrollen. Ich habe die Crepes mit Pandanblättern zusammengebunden.
Kokos-Crêpes mit einem Salat aus exotischen Früchten und etwas zusätzlichem Sirup servieren.