Archiv der Kategorie: Asien

Sonntag, 13. November 2011

Japanischer Käsekuchen

Neulich, bei einem Streifzug durch’s Netz, bin ich einmal mehr bei foodgawker.com gelandet. Deren Spruch „Feed your eyes“ kann ich nur unterschreiben – aber mit Haken. Meine Augen mögen wohl gefüttert sein, mein Magen aber knurrt „Das will ich! Jetzt! Und das da auch! Und das! Los!“
Eines der vielen „haben will. jetzt“-Rezepte war ein Japanese Cheesecake. Öhm, Käsekuchen? Japan? Wie jetzt? Doch die Suche nach ebenjenem Käsekuchen ergab ziemlich viele Treffer und so habe ich das als Wink des Schicksals empfunden und sofort auf die Nachbackliste gesetzt, angefeuert durch meinen persönlichen Karate Tiger zu Hause, der per se alles gut findet, was mit Japan zu tun hat. Das Nachbacken hat sich gelohnt! Softer und fluffiger als die deutsche Variante, erinnert der Kuchen ein bisschen an Eierschecke, was in meiner Welt etwas sehr, sehr Gutes ist. Die Herstellung ist auch nicht wirklich aufwendiger als beim deutschen Käsekuchen, außerdem entfällt ja das Kneten und Ausrollen für den Boden.
Leider ist mein Kuchen etwas zusammengesackt, das schiebe ich aber ganz und gar auf meine Ungeduld und Neugier: Bei einem Soufflée macht man den Ofen ja schließlich auch nicht auf!! Selbst schuld.
Langsam könnte ich eine eigene Kategorie für Käsekuchen aufmachen. Aber ich mag das Zeug einfach.

Japanischer Käsekuchen

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

von The Little Teochew – adaptiert auf unsere handelsübliche 200g-Packung Frischkäse.
Gebacken in einer 26er-Springform.


40g Butter
200g Frischkäse
80ml Milch
50g Mehl
15g Speisestärke
1/4 TL Salz
6 Eier
1/4 TL Weinsteinbackpulver
110g Zucker

:: Vorbereitungen: Backofen auf 160°C vorheizen. 4 kleine feuerfeste Schälchen mit Wasser füllen und auf die vier Ecken eines Backblechs stellen. In den Ofen schieben, so, dass das Rost, auf dem die Kuchenform stehen soll, darüberpasst. Warum das Ganze? Der Kuchen mag die Sauna-Atmosphäre. Natürlich ginge auch ein Wasserbad, aber dann muss man die Form superdicht in Folie packen. Och nö.
Eine Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder buttern. Wer für einen höheren Kuchen eine kleinere Springform nehmen will, sollte die Ränder auch mit Backpapier auskleiden, so dass ein ordentlicher Rand übersteht. Im Prinzip so, wie man es auf so vielen amerikanischen Backblogs sieht.
:: Über einem Wasserbad die Butter schmelzen, den Frischkäse und die Milch zufügen und alles klümpchenfrei rühren. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen. Mehl, Speisestärke und Salz mischen und über die Frischkäsecreme sieben, dann mit dem Schneebesen unterrühren.
:: Eier trennen. Eigelbe zum Frischkäse geben, gut unterrühren. Das Eiweiß zusammen mit dem Weinsteinbackpulver steif schlagen, ruhig auf hoher Geschwindigkeit, aber nur solange, bis sich feste Spitzen bilden. Den Zucker einrieseln lassen und dann bei sehr geringer Geschwindigkeit noch ein paar Minuten weiterschlagen, bis die Masse fast die Konsistenz von weichen Marshmallows hat. Aber nicht alles vom Mixer schlecken, ja?
:: Die Frischkäsemasse ist im Zweifelsfall noch etwas klumpig, also hängt man (BEVOR der Eischnee untergehoben wird!) ein feinmaschiges Sieb über eine große Schüssel und gießt die Masse da durch. Wie gesagt, vor dem Eischnee, denn, wie heißt es bei The Little Teochew so schön: „otherwise you can say sayonara to your cake!“.
:: Eischnee vorsichtig und langsam unter die klümpchenfreie Frischkäsemasse heben. In die vorbereitete Form geben und ca. 1 Stunde und 20 Minuten backen. Dann den Backofen ausschalten und den Kuchen noch mal 20 Minuten darin stehen lassen, dann peu à peu die Tür öffnen (der Kuchen bleibt weiterhin im Ofen), damit kein akuter Temperatursturz passiert. Das gute Stück soll ja nicht zusammenfallen. (*pfeif*) Wenn die Gefahr gebannt ist und er halbwegs abgekühlt ist und sich fest anfühlt, kann er raus.
:: Komplett auskühlen lassen und in Stücke oder Scheiben oder Rauten schneiden.

 

Donnerstag, 29. September 2011

Misosuppe, eine Art

Misosuppe ist mein „must have“ bei jedem Besuch eines japanischen Restaurants.
Zuhause allerdings habe ich noch keine großen Versuche gestartet, irgendwie schien mir das ganze immer super-kompliziert zu sein, das Miso-Rezept im Japan-Heft der  „Lust auf Genuss“ vom März/April verlangte unter anderem Bonitoflocken oder zumindest Dashi. Und so gern ich auch neue Lebensmittel einkaufe, so wenig mag ich es, wenn sie dann nach einmaliger (womöglich erfolgloser) Nutzung im Küchenschrank vor sich hinvegetieren.
Neulich sah ich dann auf dem Blog Green Kitchen Stories aber eine Misosuppe mit Nudeln, die eigentlich ganz machbar aussah, da alle „exotischen“ Dinge dafür durchaus in meinem Küchenrepertoire vorhanden waren: Misopaste und Soba-Nudeln. Wenn’s weiter nichts ist, dachte ich mir, versuch ich das mal! Und tatsächlich war’s nicht kompliziert. Es ist ganz sicher keine klassische japanische Misosuppe, aber für die alltägliche Küche durchaus eine gute und wärmende Alternative zum Gemüseeintopf.
Sie sieht im echten Leben auch ein bisschen attraktiver aus als auf dem Foto, ich schwör! Ich habe mein Bestes getan, aber wie wahrscheinlich allen Bloggern ohne professionelle Fotoausrüstung und Lichtzelt fällt mir die Umstellung vom langen Tageslicht auf die nun wieder früh einbrechende Dunkelheit sehr schwer. Ich habe allerdings kürzlich die Seite der Lighing Academy gefunden und werde mich mal durch die Tipps lesen. Ich befürchte aber, wenn ich nun auch noch mit Papier und Stehlampen rumhample, halten mich meine Nachbarn für komplett bescheuert.
Nun ja. Alles für’s Projekt!
Misosuppe, eine Art

nach der Version von Green Kitchen Stories – und mir. 🙂

1/2 Chilischote
1 Stückchen Ingwer, ca. 3 cm
2 Knoblauchzehen
1 Stängel Zitronengras
4 kleine Karotten
1/2 oder 1 kleine, schlanke Stange Lauch
6 Pilze: braune Champignons oder Shiitake
1 Fenchelknolle
150g grüne Bohnen
3-4 EL Misopaste
1 EL Sojasauce
100g Sobanudeln
1/2 Bund Koriander
2 TL Sesam

:: Schnippelarbeit, die erste: Chili, Ingwer und Koblauch waschen bzw. schälen, von allem Ungewollten befreien und fein hacken. Zitronengras der Länge nach halbieren und mit dem Messer anquetschen. Alles zur Seite stellen.
:: Schnippelarbeit, die zweite: Karotten, Lauch, Pilze, Fenchel und Bohnen säubern. Mohrrüben mithilfe des Sparschälers in schmale Streifen hobeln. Lauch in ca. 6cm lange Stücke teilen und diese dann mit dem Messer in feine Streifen schneiden. Pilze vierteln, Fenchel ebenfalls in Streifen schneiden. 
:: In einem großen Topf 1,5l Wasser zum Kochen bringen. Misopaste in einer Schüssel mit etwas heißem Wasser auflösen und dann in den Topf geben. Sojasauce, Chili, Ingwer, Knoblauch und Zitronengras  hineinwerfen, den Topf vom Feuer nehmen und alles eine Weile ziehen lassen – in der Zeit habe ich die Bohnen gekocht: Da sie eine etwas längere Kochzeit als das restliche Gemüse haben, habe ich sie für ca. 8 Minuten separat in etwas Salzwasser vorgekocht – bei Green Kitchen Stories kommen sie direkt in die Misosuppe. Geschmackssache! 
:: Einen zweiten Topf (oder eben den, in dem sich gerade noch die Bohnen befanden) mit Wasser aufsetzen und darin die Soba-Nudeln nach Packungsanleitung kochen, meistens ca. 5 Minuten.
:: Währenddessen alles übrige Gemüse ins Miso-Wasser geben und für ein paar Minuten erhitzen, aber nicht kochen. Da das Gemüse sehr fein geschnitten ist, braucht es nur maximal 5 Minuten, um bissfest gegart zu sein.
:: Nudeln abgießen, zur Suppe geben und diese dann auf Schälchen verteilen, mit Koriander und Sesam bestreuen und servieren.
 

Dienstag, 20. September 2011

Hühnchen in Sambal-Marinade mit Süßkartoffeln

Der geneigte Leser wird ja unweigerlich mitbekommen haben, dass hier eher Grünzeug gekocht wird. Testesser und ich essen zwar nicht komplett vegetarisch, aber ziemlich. Das liegt nicht daran, dass wir kein Fleisch mögen, sondern daran, dass wir bei uns in der Umgebung (noch) keinen Biometzger gefunden haben. Hin und wieder schaffen wir es aber, am Wochenende einen Ausflug auf das Gut Wulksfelde zu machen und dort kaufen wir dann auch gern Fleisch ein. Die größte Schwierigkeit, die sich mir vor Ort jedes Mal stellt, ist die, den Gatten wieder aus dem Streichelzoo oder aus seinem Zwiegespräch mit wahlweise Eseln oder Schafen herauszulotsen. Ich werde einfach meine Taktik ändern müssen: Mann in den Streichelzoo abschieben (da kann er sich schon für die Zukunft üben, wenn sich mal Kinder einstellen) und selbst einkaufen gehen. Sowas klappt beim Thema „Klamotten“ schon ganz gut.
Ich vermute allerdings, dass er sich diese Taktik schon seit langem zunutze gemacht hat, damit er um das lästige Einkaufen herum kommt…
Vom besagten Gut Wulksfelde kommt dieses Hühnchen, das Rezept kommt von der Homepage der Living at Home (und wurde leicht adaptiert). Vier Esslöffel Sambal Oelek muten erstmal viel an, wenn man allerdings das Mitteleuropäer-Sambal aus dem normalen Supermarkt nimmt, ist es viel weniger scharf als man denken möchte. Aber immer noch feurig genug!

Hühnchen in Sambal-Marinade mit Süßkartoffeln

für 4 Portionen

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Honig lässt sich aber gut durch Reissirup ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

3-4 Süßkartoffeln (ca. 700g)
4 komplette Hühnchenkeulen, oder die entsprechende Menge an Unterkeulen
3 El Olivenöl
1 unbehandelte Orange (ersatzweise tut’s auch Orangensaft, würde ich behaupten)
3 Knoblauchzehen
4 El Sambal oelek
2 El mittelscharfer Senf
50 ml Honig

2-3 EL Zitronensaft

:: Ofen auf 200°C vorheizen. Auf einem Backblech mit Alufolie zwei „Schalen“ formen, so dass Huhn und Kartoffel getrennt voneinander gegart werden können. Oder zwei Auflaufformen nehmen.
:: Süßkartoffeln waschen und längs vierteln. Mit Olivenöl mischen, salzen und in eine „Schale“ setzen.
Hähnchenkeulen am Gelenk halbieren, ebenfalls salzen und dann in die zweite „Schale“ legen.
Beides zusammen etwa 45 Minuten im Ofen garen.
:: Die Orange waschen (sicher ist sicher) und fein abreiben. Knoblauch fein hacken. Orangenschale und Knoblauch mit Sambal oelek, Senf, Honig und Zitronensaft zu einer glatten Marinade rühren.
Das Hähnchenfleisch nach 30 Minuten Garzeit mit etwa 1/3 der Sambalsauce bestreichen.
:: Hähnchen mit den Süßkartoffeln anrichten. Mit der restlichen Sauce servieren.
 

Dienstag, 24. Mai 2011

Rindfleisch aus dem Wok mit grünem Spargel

Nach unserer letzten Tanzstunde waren Testesser und ich ganz schön ausgehungert. Es ist aber auch echt anstrengend, so irre konzentriert unter den Augen eines Profis Kreise durch den Ballsaal zu drehen und auf die richtige Haltung UND die richtigen Schritte zu achten. Am Tag nach der ersten Stunde merkte ich ein deutliches Jammern meiner unteren Rückmuskeln, die mich fragten, ob ich eigentlich einen totalen Hau hätte, sie so zu beanspruchen?! Mittlerweile klappt das aber schon ganz gut mit uns, wir üben aber auch jeden Abend brav. Nur unsere Nachbarn werden wohl demnächst an der Tür klingeln, wenn zum 26. Mal in Folge „Love Ain’t Here Anymore“ von Take That läuft. Sorry, liebe Nachbarn, aber es ist einfach der perfekte langsame Walzer. Und der einzige, der in meiner oldschool CD-Sammlung vorhanden ist. Kann ich ja nix für, dass die meisten Lieder im 4/4-Takt komponiert werden!
Und was braucht der sportliche Mensch nach getaner Arbeit? Richtiiiig. Eiweiß. Da aber die Menge an Rindfleisch nicht wirklich für 2 Steaks gereicht hätte und ich gekochten Spargel gerade am Vortag gegessen habe, habe ich kurzerhand ein Wokgericht aus Rind und Spargel gemacht. Dazu ein bisschen Jasminreis (nicht im Bild), und beides ist innerhalb von 30 Minuten fertig.
Die Spargel-Obsession erreicht gerade ihren Höhepunkt, inklusive dieses Gerichts habe ich drei Tage am Stück Spargel gegessen. Und ich kann nicht sagen, dass er mir nicht mehr schmeckt, ganz im Gegenteil. Love it! 🙂
Rindfleisch Wok grüner Spargel Koriander Paprika

Rindfleisch aus dem Wok mit grünem Spargel

mit Reis zusammen reicht es für 2 größere Portionen


200-250g Rindfleisch, z.B. Rumpsteak
1 Pfund grüner Spargel
1 mittelgroße Karotte
1 rote Paprika
1 Knoblauchzehe
1 rote Chilischote
2 Frühlingszwiebeln
1 Stück Ingwer, ca. 2cm
1 unbehandelte Orange
3-4 EL Hoisin-Sauce
Zum Abschmecken: Pfeffer, Salz oder Fischsauce, Zitronensaft
2 EL gehackter Koriander
2 EL gehackte Cashewkerne

:: Nach Belieben Reis kochen.
:: Gemüse waschen bzw. pellen.
:: Rindfleisch waschen und trockentupfen, dann mit einem scharfen Messer in dünne Scheiben schneiden.
:: Die unteren Enden des Spargels abbrechen und den „guten“ Teil in 3 cm lange Stücke schneiden. Karotte schälen und in feine Streifen schneiden. Paprika entkernen, ebenfalls in schmale Streifen schneiden. Knoblauch hacken, Chili in feine Ringe schneiden. Ingwer schälen und fein würfeln. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.
:: Die Rindfleischstückchen im heißen Öl im Wok portionsweise scharf anbraten. Je nach Wok-Größe in 2 oder 3 Portionen braten, wenn zuviel Fleisch in der Pfanne oder im Wok ist, kann es nicht richtig bräunen und wässert leicht. Herausnehmen, pfeffern und warm stellen.
:: Spargelstücke und Karottenstifte in den Wok geben und 6-8 Minuten unter Rühren anbraten, eventuell mit etwas Wasser ablöschen (oder mit einem Schuss Mirin, dem japanischen Reiswein). Paprika, Knoblauch, Ingwer und Frühlingszwiebeln zufügen und weitere 5 Minuten braten, öfter rühren.
:: Währenddessen Koriander und Cashewkerne hacken.
:: Orangenschale fein abreiben, die Orange auspressen und Schale und Saft zusammen mit der Hoisin-Sauce in den Wok geben. Mit Salz oder Fischsauce und Zitronen- oder Limettensaft abschmecken.
:: Rindfleisch wieder in den Wok geben, noch einmal 2 Minuten garen. Dann mit oder ohne Reis in Teller oder Schüsseln füllen und mit Koriander und Cashews betreuen.
 

Donnerstag, 14. April 2011

Gyōza – Maultaschen auf Japanisch.

Alternativtitel: „Oder was ich dafür halte“. Quasi Gyōza my way.
Für den Glasnudelsalat vom letzten Mädelsabend hatte ich ein bisschen enthusiastisch eingekauft, da war nicht nur zu viel Hackfleisch ins Körbchen gewandert (der Klassiker: man will 250g, die Waage beim Metzger zeigt 295g und die Aussage „passt so!“ ist schneller getätigt als man nachdenken kann), auch im Asia-Laden hatte ich etwas über die Stränge geschlagen. Nicht nur Reisnudeln, auch Krabbenchips und diverse Gewürze und eben auch kleine runde Reismehl-Fladen mussten mit – ich hatte da ja mal was gelesen, irgendwo… was japanisches, gefüllt, sowas halt.
Als Snack sind die Dinger unschlagbar lecker, wie wir festgestellt haben. Gleichzeitig knusprig und weich, und super aromatisch.
Dank etwas Google Kung-Fu weiß ich jetzt auch über den Hintergrund dieser kleinen Köstlichkeiten Bescheid und konnte mir meine eigenen norddeutschen Gyōza zusammenbasteln. Hier ist ein netter Link: Klick.

Gyōza: Japanische Teigtaschen

20 Gyōza-Teigtaschen (die sind in der Regel im TK-Regal im Asia-Laden zu finden und haben einen Durchmesser von ca. 7-8 cm)
100g Hackfleisch
2 Champignons
2 Frühlingszwiebeln
1 Karotte
2 Knoblauchzehen
1 Prise zerriebene oder zerstoßene Chiliflocken
1 EL Sojasauce
Öl zum Braten

:: Teigtaschen auftauen lassen.

:: Hackfleisch braten, bis es trocken und krümelig ist, in eine Schüssel geben.

:: Champignons, Frühlingszwiebel und Karotte fein würfeln und anbraten, Hitze herunterschalten und ein paar Minuten weich dünsten. Knoblauch schälen, fein hacken und unter das Gemüse rühren, noch 2 Minuten weiterbraten, dann alles in die Schale mit dem Hackfleisch füllen. Gut durchrühren und mit Chiliflocken und Sojasauce vermischen.

:: Jeweils einen TL Füllung auf ein Blatt geben, für bessere Klebkraft die Ränder mit Wasser anfeuchten und zusammenklappen, dabei auf der einen Seite den Teig in Falten schlagen.

:: Öl in einer Pfanne erhitzen und die Teigtaschen auf einer Seite anbraten, bis sie knusprig und braun sind. Dann soviel Wasser angießen (je nach Pfannengröße, so 50-100 ml), bis die Gyōza etwa zur Hälfte mit Wasser bedeckt sind. Die Pfanne mit einem Deckel verschließen und bei mittlerer Hitze dämpfen, bis das Wasser verdampft ist, ca. 5 Minuten.

:: Gyōza warm servieren.

:: Als Dip eignet sich z.B. Wasabi-Mayonnaise, helle Sojasauce oder eben der Dip, der auf der Seite von Nekobento vorgestellt wird.

 

Freitag, 1. April 2011

Yam Wun Sen: Thailändischer Glasnudelsalat

Hach, Castingshows.
Während ich eine abgrundtiefe Abneigung gegen Dieter Bohlen hege und sowohl DSDS als auch Supertalent meide wie der Teufel das Weihwasser (und hier können nicht mal Bruce und Sylvie irgendwas rausreißen), muss ich zugeben, dass ich eine gewisse Hass-Liebe zu Heidi Klum habe. Eigentlich mag ich Heidi nicht. Sie NERVT: Ihre mediale Omnipräsenz, ihre Kieksstimme und, am schlimmsten, ihre ewige Besserwisserei. Paoow! Paoow! Paoow!
Und trotzdem… trotzdem vereinen wir uns jeden Donnerstag wieder vor dem Fernseher, wenn sie die Fohlen laufen und vor allem strunzdumme pseudo-real life Shootings machen lässt, die seit ein paar Staffeln eigentlich nur noch „sexy“ sind. Wo ist eigentlich das gute alte „editorial“ geblieben? Ist das mit Bruce gegangen? Aber höchstwahrscheinlich ist das sowieso unnötig, wenn man die Mädels hinterher allenfalls in Werbespots für Pfefferminzdragees oder Rasierer sieht – und das auch nur für 3 Wochen.
Da man Heidi aber wirklich nur in der Gesellschaft von Freundinnen ertragen kann, gibt es bei uns die „GNTM-Runde“, in der wir abwechselnd jede Woche bei jemand anderem schauen. Gestern war ich dran, und während sich die Hühner im TV beim Dessous-Shooting (Überraschung! Heute wird es sexy!) anstellten, gab es bei uns Thai-Essen: Satay-Spieße, Glasnudelsalat und gefüllte Teigtaschen. Da die Satay-Marinade aus der Tüte vom Asia-Markt kam und die Erdnuss-Sauce aus dem Glas, stell ich Euch lieber den Yam Wun Sen, den Glasnudelsalat mit Fleisch und Garnelen vor. Da ich nicht wirklich abschätzen konnte, wie scharf die Määäääädchen gern essen, habe ich es etwas sanfter angehen lassen. Testesser (der zum Essen noch dabei war, sich aber bei den ersten Takten der GNTM-Melodie umgehend verzogen hat) hat noch ordentlich nachgelegt beim Chili, aber er ist da auch kein Maßstab. 😉
Germany’s Next Top Glasnudelsalat schmeckt lauwarm am besten, also schnell nach dem Mischen servieren.
Und wie ist das bei Euch – GNTM oder nicht? Und wer ist Eure Favoritin?

ยำวุ้นเส้น – Yam Wun Sen: Glasnudelsalat
**Für die zuckerfreie, nicht so ganz authentische Variante ersetzt den Zucker durch 2 EL Reissirup.**

100g Glasnudeln
Erdnussöl
4 Knoblauchzehen 
250g Rinderhack
100g Garnelen (ohne Schale)
4 kleine rote Thai-Zwiebeln, ersatzweise 1 „normale“ rote Zwiebel
10 aromatische Cocktailtomaten
1-2 Bund frischer Koriander, je nach Belieben
2 rote Chilis (für ganz Harte: Birdeye Chilis aus dem Asialaden)
100g Cashews oder Erdnüsse
1 EL brauner Zucker
6-7 ELFischsauce
3 EL Limettensaft

:: Glasnudeln in heißem Wasser ca. 10 Minuten einweichen lassen, dann abgießen und abtropfen lassen und mit einer Schere etwas zerkleinern. (Das habe ich auch schon mal vergessen, mit dem Ergebnis, dass ich gefühlt 2 Meter lange Glasnudel-Fäden um meine Gabel wickeln musste und den Klumpen kaum in den Mund bekommen habe.)
In eine Schüssel umfüllen.
:: Knoblauch schälen und hacken und in 1-2 EL Erdnussöl in einer Pfanne anbraten, dabei
nicht anbrennenn lassen. Mitsamt dem Öl zu den Glasnudeln geben und vermischen.
:: Das Hackfleisch in der gleichen Pfanne ohne zusätzliches Öl braten, bis es recht trocken und krümelig ist. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.
:: Die Garnelen ggf. etwas zerkleinern. Wieder 1-2 EL Öl erhitzen und darin die Garnelen braten.
:: Tomaten kleinschneiden, Zwiebeln in feine Ringe schneiden oder hobeln, Koriander hacken. Die Chilis von den Kernen und Samenfäden befreien (es sei denn, man will die komplette Schärfe) und in feine Ringe oder Würfelchen schneiden.
Alles in einer großen Schüssel mischen.
:: Fischsauce mit Limettensaft und braunem Zucker verrühren. (Das Originalrezept verlangt Palmzucker, aber in meinem Asialaden des Vertrauens gibt es den nur in kompakten Blöcken und die Bearbeitung dauert mir meistens zu lange für ein kleines Stückchen…)
Falls ihr die Sauce probiert und angewidert das Gesicht verzieht – macht nix! In der Mischung mit allen anderen Zutaten schmeckt es am Ende wirklich gut und keinesfalls streng oder fischig.
:: Nun alle Zutaten miteinander vermischen, eventuell mit weiterem Chili bestreuen.
 

Donnerstag, 24. März 2011

Lachs in Teriyaki-Sauce

Ein bisschen Leid taten mir die Redakteure des Magazins „Lust auf Genuss“ in diesem Monat: ihnen muss der Stift aus der Hand gefallen sein, als die Nachrichten und Bilder aus Japan uns erreichten. Das momentane Heft trägt nämlich den Titel „Japanisch kochen“ und kam schätzungsweise gerade frisch aus der Druckerei, als die Erde bebte.
 
Angesichts der Katastrophe in Japan bewegt man sich glaube ich momentan auf einem schmalen Grad, was alles japanische betrifft. Auf die Sensations- und Aktualitätsschiene aufspringen zu wollen, ist bei den Bildern aus Japan einfach pietätlos und unangebracht. Andererseits gibt uns das Geschehene auch wiederum die Chance, uns mit dem Land auf der anderen Seite der Erdkugel zu beschäftigen und nicht nur über die (in unseren Augen) Skurilitäten zu schmunzeln.
Ich liebe zum Beispiel die japanische Küche, ihre feinen Aromen, den Minimalismus und die exotischen Zutaten. Der Besuch beim Japaner, egal ob für Sushi oder andere Speisen, ist immer wieder ein Highlight. Aber selbst habe ich mich noch nicht so recht an die Zubereitung japanischer Gerichte getraut, vielleicht auch aus Respekt vor den Zutaten. Der marinierte und lackierte Lachs in Teriyaki-Sauce war ein erster – und: gelungener! – Versuch. Der Lachs war so zart und würzig wie ich ihn auf die „herkömmliche“ Weise selten hinbekommen habe.
Insofern freue ich mich über den Kauf des Magazins und blogge das Rezept als Verbeugung vor Japan und seiner feinen Küche.

Lachs in Teriyaki-Sauce

4 Portionen

4 Lachsfilets ohne Haut
4 EL japanische Sojasauce
2 EL Mirin (gesüßter Reiswein zum Kochen)
2 EL Sake (Reiswein)
3 EL Öl
2 Paksoi oder Mangold
1 TL Sesam
Öl zum Braten

:: Lachsfilets waschen und trockentupfen.

:: Aus Sojasauce, Mirin, Sake und Öl die Marinade bereiten und die Fischfilets darin 30 min marinieren lassen. (Währenddessen kann z.B. Reis gekocht werden.)
:: Paksoi oder Mangold waschen und die Stiele vom restlichen Blatt trennen. Die weißen Teile in ca. 1cm große Streifen schneiden, die grünen Blätter in größere Stücke teilen.
:: 1 TL Öl in einer Pfanne erhitzen und die weißen Stücke des Paksoi darin 30 Sekunden scharf anbraten, dann die Blätter dazugeben und garen. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.
:: In der Pfanne 1 TL Öl sehr heiß werden lassen. Die Fischfilets aus der Marinade nehmen und leicht abtropfen lassen, die Marinade dabei nicht weggießen. Lachs auf jeder Seite scharf anbraten, dann die Temperatur reduzieren und den Lachs bei mittlerer Hitze 5 -6 Minuten durchgaren.
:: Die Teriyaki-Marinade in die Pfanne gießen und mit den Filets köcheln lassen, bis sie eindickt.
:: Lachs und Paksoi anrichten und mit der eingekochten Marinade glasieren, dann mit Seam bestreuen.
:: Typischerweise wird es natürlich in Schüsselchen angerichtet und serviert, in diesem Fall habe ich den Bogen nach Europa geschlagen und die Servierplatte genommen. Es sei mir bitte nachgesehen. Ebenso wie der Reis – der Asiamarkt meines Vertrauens hatte keinen japanischen Reis mehr, weshalb Basmati herhalten musste.
 

Freitag, 18. Februar 2011

Lachs und Pak Choi in Kokos-Sauce

Kennt ihr das auch? Ihr öffnet den Kühlschrank, schaut das an, was Euch zurück anschaut, und denkt Euch – hm, und nu? Kennt Ihr das? Genauso war es heute bei mir. 
Eiiiigentlich, ja eigentlich, wollte ich endlich mal wieder Tom Kha Gai kochen – und damit auch dem Blog mal wieder ein Gericht geben, das auch zum Blog-Titel passt. Sprich: endlich mal wieder den Kontinent wechseln. Allerdings war gestern in meinem Asia-Laden des Vertrauens kein Koriander mit Wurzeln mehr zu bekommen, die es nun mal zwingend braucht, und dank eines etwas verlängerten Arbeitstages heute blieb auch nicht wirklich genug Zeit, um die Suppe lange köcheln zu lassen – insofern hatte sich die heiß ersehnte Tom Kha Gai so oder so erledigt. Leiderleider.

Was gab nun der Kühlschrank her? Baby Pak-Choi, Pilze, Kokosmilch. Und Lachs. Also! Dann würde es eben Lachs mit Tom Kha Gai-Geschmack geben. Ohne Koriander.

(Wahnsinn. Das klingt, als hätte ich es aus dem Ärmel geschüttelt. Man muss einfach nur das umfassende Absuchen des Internets zur Zubereitung von Baby Pak Choi unerwähnt lassen, und schon fühle ich mich wie ein mit allen Wassern gewaschener Starkoch. Hihi.)



Lachs und Baby Pak Choi in Kokos-Sauce

1 Handvoll getrockneter Strohpilze
1 Stück Galgant (ca. 3 cm)
1 Bund Frühlingszwiebeln
5-6 Kaffirlimettenblätter
5 Champignons
2 Thai-Chilis
4 Baby Pak Choi
4 Lachsfilets 
1 Dose Kokosmilch
1 TL rote Currypaste
Fischsauce, schwarzer Pfeffer



Strohpilze einweichen.

Galgant putzen, in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, 2 Stangen zur Seite legen. Die Kaffirlimettenblätter mehrfach einreißen.

In einem Wok 1/4 Liter Wasser zusammen mit Galgant, Frühlingszwiebeln und  Kaffirlimettenblättern aufkochen und 10 – 15 Minuten simmern lassen.

In der Zwischenzeit Champignons säubern und je nach Größe vierteln oder achteln,  Chilis in feine Ringe schneiden (ggf. die Kerne entfernen), Pak Choi säubern und in grobe Stücke zerteilen und die Lachsfilets waschen, trockentupfen und in 3 cm große Würfel schneiden.

Kokosmilch in den Wok gießen, Currypaste einrühren und  einmal aufkochen. Strohpilze, Champignonviertel (oder -achtel) und Chilis dazugeben und kurz  köcheln lassen.

Die Lachswürfel und den Pak Choi in den Wok geben, gut mit der Sauce bedecken und gar ziehen lassen (5-8 Minuten).

Mit Fischsauce und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab’s bei uns ganz banal Basmatireis.
 

Montag, 1. November 2010

Ein Beinahe-Post, der dann aber doch werden durfte.

Indisch: meine Version von Aloo Gobhi, einem vegetarischen Gericht mit Blumenkohl; aus der Kategorie „Ooops!“

Das geht ja schon mal gleich gut los. Fast wollte diesen Eintrag überspringen und den Mantel des Schweigens darüber decken. Denn bei diesem Gericht so ziemlich alles schief gegangen. Ist ja auch klar – da fängt man an, für seinen Kochblog zu kochen, quasi im Auftrag der Öffentlichkeit, und dann erstickt man sich beinahe selbst.

Was ich kochen wollte:
Aloo Gobhi, ein indisches Gericht mit Blumenkohl und Kartoffeln. Wie bei vielen indischen Gerichten ist es elementar für den Geschmack, dass man die Gewürze zunächst trocken anröstet, um deren Geschmack herauszukitzeln. Gibt man die Gewürze „ungeröstet“ in die Flüssigkeit, haben sie oft die Tendenz, das Gericht lasch oder sogar sandig schmecken zu lassen.

Allerdings sollten die Gewürze auch nicht unbedingt verbrennen, so wie es auf meinem Herd geschehen ist. Ein Moment der Unachtsamkeit (OK, zwei bis drei) ließ meine Gewürzmischung ziemlich verkohlen, was ich aber erst bemerkte, als ich die Kartoffeln zur Mischung gab und eine Wolke blauen Dunstes aufstieg – und mir direkt in die Lungen. Das Ganze hatte zur Folge, dass ich 1. eine fünfminütige Husten- und Keuchattacke nur knapp überlebte (ja, ich leide zur Dramatisierung leichten Übertreibung), dass 2. Gewürze und Kartoffeln komplett ungenießbar wurden und in den säuberlich getrennt entsorgten Biomüll wanderten, und dass ich 3. mein Abendessen leicht *ähem* abwandeln musste. Die Kartoffeln waren aus dem Spiel, aber der Blumenkohl lebte noch.

Was dann daraus geworden ist: 
Blumenkohl auf Indisch.

1 mittlerer Blumenkohl
1 grüne Paprika
1 EL Ghee (ersatzweise Butterschmalz oder Pflanzenöl)
½ TL Chili
1 TL Kurkuma
½ TL Kreuzkümmel (Cumin)
1 TL schwarze Senfsamen (kann man auch weglassen)
Schwarzer Pfeffer, Salz
1 Dose gehackte Tomaten
200 ml Wasser

Den Blumenkohl säubern und in kleine, gleichgroße Röschen teilen bzw. schneiden. Die Paprika in Würfel oder Scheiben schneiden.

Das Ghee (oder Butterschmalz oder Öl) in einer Pfanne erhitzen und Blumenkohl und Paprika darin einige Minuten unter Rühren anbraten. Herausnehmen und die Flamme auf mittlere Hitze herunterschalten. (Ich denke mal, darin lag mein Fehler…)
Chili, Kurkuma, Kreuzkümmel, Senfsamen und Pfeffer ca. 1 min in der Pfanne anrösten. 

Die Dosentomaten zur Gewürzmischung geben und eine weitere Minute schmoren lassen. Anschließend das Wasser langsam angießen, kurz aufkochen und den Blumenkohl wieder in die Pfanne befördern und umrühren.
Etwa 12-15 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen. Wenn die Flüssigkeit zu sehr eindampft, noch etwas Wasser hinzugeben. Hin und wieder umrühren.

Mit Pfeffer, ggf. Salz und weiteren Gewürzen abschmecken und mit Reis oder Naan-Brot servieren.

Indisches Essen hat für mitteleuropäische Augen einen großen Nachteil… Ohne professionelles Food-Styling und eine ausgeklügelte Kamera- und Lichteinstellung ergeben viele Gerichte rein optisch meist eine wenig ansprechende orange-rote Masse. Auch das liebevolle Anrichten mit Reis, ausgewählten Korianderblättchen und Bestäuben durch effektgebende Gewürze fällt bei mir flach – so lange hält mein Testesser es gar nicht aus. 🙂
Also doch orange-rote Masse. Geheimer Geheimtipp: Einfach das Licht dimmen. Schmecken tut es ja doch!