Archiv der Kategorie: Auberginen

Mittwoch, 11. September 2013

Lange nicht mehr gegessen: Würziges Ajvar {Make Your Own}

Die tagespolitische Diskussion kam kürzlich auf das Thema „Balkan“ (man frage mich aber bitte nicht mehr nach dem Zusammenhang) und plötzlich war ich mit meinen Gedanken ganz woanders; vor meinem inneren Auge wanderte Ćevapčići vorbei, Djuvec-Reis, würziges Gulasch mit viel Paprika, Bohnen- oder Sauerkrautsuppe. Und immer dabei: ein guter Klecks Ajvar. Irgendwie hing ich mich am Ajvar auf und hatte plötzlich unbändige Lust auf die pikante Sauce. Das kleine Glas, das ich dann auch gleich kaufte, machten wir noch am selben Abend nieder. „Das kann man doch auch selbst machen!“ rief die innere Stimme hinter meiner Stirn. „Ja, klar!“ antwortete ich und checkte kurz die Zutaten: Paprika, Aubergine, Knoblauch und Peperoni. Klingt nach einer Gewinnerknüllerkombination, aber gut, alles mit Auberginen gewinnt bei mir. Selbstgemachtes Ajvar

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Donnerstag, 22. August 2013

Ob Sommer, ob Winter, Pizza geht immer: Auberginen-„Pizza“ mit Ziegenkäse

Dass ich Euch dieses Rezept bislang vorenthalten habe, hat einen einzigen Grund: mir war schlicht das Rezept abhanden gekommen. Die Bilder schlummern seit Monaten in meinem Ordner und waren schon mehrfach an der Reihe, endlich gepostet zu werden, aber offenbar hatte ich in einem Anfall von „ich räume JETZT diesen Zeitschriftenstapel hier auf!“ auch die entsprechende Ausgabe der SAVEURS entsorgt, ohne das Rezept vorher zu entnehmen und im Rezepteordner zu bergen.

Auberginenpizza mit Ziegenkäse

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Dienstag, 13. März 2012

Caponata di Melanzane

Ein Kochbuch, lang bestaunt, ewig auf der Wunschliste, endlich gekauft. Und mich dann gefragt, was mich bitte so lange zurückgehalten hat. Immerhin wurde „La Cucina Verde“ von Carlo Bernasconi und Larissa Bertonasco durch alle Blogs gelobt und von verlässlichen Quellen mit höchsten Punktzahlen bedacht. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht.
Normalerweise mag ich auch keine Kochbücher ohne Fotos, mich muss ein Gericht optisch ansprechen. Doch in diesem Fall sind mir Fotos piepegal, die Illustrationen von Larissa Bertonasco sind schöner als jedes Foto und man möchte sich das Tuch um die Haare schlingen und sich ein bisschen wie Sofia Loren fühlen. Pronto.
Eines der ersten Rezepte, die ich aus dem Buch probiert habe, ist immer noch hoch oben auf dem Cucina-Verde-Olymp: Caponata di Melanzane.
Auberginen, my endless love. Auberginen und Olivenöl: Another endless love. Endless, weil die Auberginen endlos viel Olivenöl schlucken können, wenn man sie lässt. Anstelle von Anbraten in reichlich Öl habe ich mich auf die Methode aus „The Skinny French Kitchen“ besonnen, nach der ich schon einmal sehr erfolgreich Ratatouille gekocht habe: Die Auberginenwürfel in wenig Olivenöl mit noch weniger Hitze und dafür umso mehr Zeit weich dünsten. Das braucht natürlich Zeit, aber da die Caponata so oder so mindestens zwei Stunden durchziehen sollte, sind 20 Minuten mehr auch nicht mehr die Welt.

Caponata, der süß-saure sizilianische Klassiker, wird als Antipasto serviert, oder auch als Beilage zu Fisch oder Fleisch. La Cucina Verde empfiehlt dazu eine Focaccia, ich habe frisches Weißbrot aufgeschnitten und die Caponata darauf verteilt. Sozusagen meine persönliche Stulle of the Week. Dazu gab es ein paar Bröckchen gereiften Pecorino. Leider keinen sizilianischen Rotwein, es ist Fastenzeit, die wir gerne als willkommenen Anlass zum Alkohol-Detox nehmen. Manchmal, so wie in diesen Fällen, ist es schwer.

Caponata di Melanzane

aus „La Cucina Verde“ von Carlo Bernasconi und Larissa Bertonasco
ergab in meinem Fall genug für 10 Scheiben Brot

2 Auberginen
Olivenöl 
Salz, Pfeffer
1 Zwiebel
1 kleine Möhre
1 Stange Sellerie
1 TL Kapern
2 EL Weißweinessig
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
mehr Kapern oder Kapernäpfel für die Deko

:: Auberginen waschen, in 1 cm dicke Scheiben und dann würfel schneiden. In einem weiten Topf oder einer Pfanne mit hohem Rand 1-2 EL Olivenöl erhitzen und die Auberginen bei kleiner Hitze 20 Minuten braten, bis sie weich und gebräunt sind. Mit Meersalz würzen und in eine Schüssel füllen.
:: Während die Auberginen braten, die Zwiebel pellen, halbieren und in feine Streifen schneiden. (Ich habe den Punkt überlesen und sie gewürfelt – hat der Sache auch keinen Abbruch getan.) Die Möhre schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden, die Selleriestange ebenso waschen und in feine Scheiben oder Würfel schneiden. Wenn die Auberginen aus dem Topf bzw. der Pfanne sind, einen weiteren Esslöffel Öl in den Topf geben und die Zwiebeln glasig andünsten. Die Karotten, Sellerie und Kapern dazugeben, die Hitze auf minimal reduzieren und alles 25 Minuten lang garen.

:: Weißweinessig zu Zwiebeln und Karotten geben, verdampfen lassen, dann Zucker und Tomatenmark zufügen und gut unterrühren. Die Auberginen wieder in den Topf geben, untermischen und alles noch weitere 5 Minuten garen. Dann vom Herd ziehen und mindestens 2 Stunden durchziehen lassen.
:: Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit frischem Brot und nach Belieben weiteren Kapern oder Kapernäpfeln dekoriert servieren.
 

Donnerstag, 23. Februar 2012

İmam bayıldı – gefüllte Auberginen

Da fällt nicht nur der berühmte Gelehrte vor Verzückung in Ohnmacht – da schmatzt auch der Sultan! Momentan schmatzt der Sultan recht häufig bei uns, orientalisches Essen, egal ob türkisch, arabisch, persisch oder noch weiter östlicher Provenienz, verweist Pizza, Pasta & Co gerade eindeutig auf die Ränge. Wenn es draußen gruselig kalt oder grau und nass ist, wärmen orientalische Gerichte die Seele und lassen an Sommer, Wärme und ferne Reiseziele denken. 

İmam bayıldı stand schon ewig auf meiner Kochliste, schließlich sind Auberginen dabei! Besonders gut und orientalisch-geheimnisvoll ist die Prise Zimt, und weil es gar zu gut zu Auberginen passt, habe ich auch noch mal eine kräftige Prise Sumach dazugegeben. Das qualifiziert mich dann auch sofort zur Teilnahme am aktuellen Koch-Event „Mediterrane Kräuter und Gewürze – Sumach“ von tobias kocht! – jippieh!

İmam bayıldı

Leicht adaptiert aus „Oriental Basics“, definitiv eines der besten Kochbuchkäufe 2011. 

4 kleinere, längliche Auberginen
2 große Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
300g Tomaten (im Winter am besten gehackte Dosen-Tomaten von bester Qualität)
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Dill (oder 2 EL gehackter TK-Dill)
1 TL Zucker
1 Prise Zimt
1 Prise Sumach
Salz, Pfeffer 
Olivenöl 
2 ganze Tomaten
4 kleine grüne eingelegte scharfe Pepperoni

:: Die Auberginen gründlich waschen, den Stielansatz kürzen oder ganz abschneiden. Mit dem Sparschäler der Länge nach Streifen abschälen – bei nicht ganz topfitten Auberginen mag das mit einem scharfen Messer besser gehen. Dann in eine Schale mit reichlich Salzwasser legen und 20 Minuten ruhen lassen.

:: Derweil die Füllung zubereiten: Dafür Zwiebeln und Knoblauch pellen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf oder Bräter, der groß genug ist, um später die Auberginen zu beherbergen, erhitzen und bei mittlerer Hitze Zwiebeln und Knoblauch weich dünsten. In eine Schüssel geben.

:: Falls frische Tomaten verwendet werden, diese evtl. schälen, dann würfeln, ansonsten die gehackten Dosen-Tomaten unter die Zwiebel-Knoblauch-Mischung rühren. Petersilie und Dill hacken, ebenfalls unterrühren. Mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen, dann mit Zimt und Sumach abschmecken.

:: Die Auberginen aus dem Wasserbad nehmen und abtupfen. Olivenöl im Topf oder Bräter erhitzen und die Auberginen darin rundherum anbraten, bis sie etwas weich geworden sind, ca. 10 Minuten.

:: Herausnehmen und jede Aubergine an einer geschälten Stelle längs tief einschneiden. Den Schnitt mithilfe eines Löffels (oder, ja… den Fingern) etwas verbreitern und dann die Füllung in die Öffnung geben. Die beiden übrigen Tomaten in Scheiben schneiden, über die Füllung legen und jeweils eine grüne Pepperoni darauf legen.

:: Die Auberginen wieder in den Bräter setzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. 150ml Wasser in den Topf gießen, mit dem Deckel verschließen und bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa 45 Minuten garen, bis die Auberginen weich sind.

:: Etwas abkühlen lassen und eher lauwarm servieren.

 

Mittwoch, 4. Januar 2012

Auberginencreme/Melitzanosalata und gute Vorsätze für 2012

Happy New Year, meine Lieben! Ich hoffe, Ihr hattet eine rauschende Silvesternacht und einen tollen Start ins Jahr 2012. Ich selbst komme irgendwie nicht so richtig rein ins Bloggen… und in diesem Jahr kann ich auch nicht mal auf Weihnachts- oder Silvestermenüs zurückgreifen, die zu posten wären. Ich bitte also um etwas Nachsicht, wenn der Schwung hier nur sehr verhalten ausfällt. Manchmal muss man Dinge wohl einfach langsamer angehen.
Im letzten Jahr riefen Juliane und Zorra auf zu guten Kulinarischen Vorsätzen für 2011. Meine Vorsätze, mehr vegetarisch und mehr griechisch zu kochen, habe ich eigentlich ganz ordentlich umsetzen können, vegetarisch mehr als griechisch (und dabei lässt sich doch beides so gut verbinden!). Nicht immer war es perfekt, nicht immer wurde es gepostet, aber es sind doch ganz schöne Ergebnisse dabei herausgekommen.
Und nun ist 2011 bereits Geschichte, 2012 hat begonnen. Was habe ich mir vorgenommen? Kulinarisch gesehen wenig, außer etwas mehr Experimentierfreude mit Rezepten und Zutaten aus den Küchen ferner Länder. Aber ich will den Blog schon seit Monaten auf Vordermann bringen, ältere Posts überarbeiten, Bilder austauschen (gruselt es Euch auch immer so, wenn Ihr Eure alten Bilder betrachtet? Huiuiuiuiui.) und ein bisschen am Layout basteln. Mit Facebook oder Twitter spiele ich auch schon länger rum, allerdings eher halbherzig… Mein Vorsatz: endlich all die Vorhaben umsetzen!
Aber zum eigentlichen Thema. Das ist ja immerhin ein Kochblog hier. Griechische Auberginencreme bzw. Melitzanosalata passt nicht nur wunderbar in die Reihe der guten Vorsätze vom letzten Jahr, sondern ist auch eine perfekte Verwendung für einsame, übriggebliebene Auberginen im Gemüsefach. Dass Gerichte mit Auberginen optisch meist kein Highlight sind, ist ein alter Hut, aber wenn man das Licht dimmt oder eine Kerze anzündet, überzeugt vor allem der Geschmack.

 

Auberginencreme: 
Melitzanosalata – μελιτζανοσαλάτα

Es gibt in Griechenland tausend und eine Variante dieser Vorspeise. So macht meine Schwiegermutter sie, und der glaube ich auf’s Wort!

2 Auberginen
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
2 EL Joghurt
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
50g Feta

:: Die Auberginen gut waschen und abtrocknen. Auf ein Backblech legen, in den Ofen schieben und auf 200°C heizen. Etwa 45 Minuten backen, dabei immer mal wenden.
:: Herausnehmen und der Länge nach halbieren – Vorsicht, heiß! Etwas abkühlen lassen, dann mit einem Löffel das Fleisch aus den Auberginenhälften kratzen und in eine hohe Schüssel oder Mixbecher geben. Natürlich kann man die Aubergine auch erkalten lassen, aber heiß löst sich das Fruchtfleisch besser aus der Schale und mit dem Abkühlen wird es auch dunkler.
:: Knoblauch pellen und hacken, zum Auberginenfleisch geben. Olivenöl und Joghurt angießen, salzen und pfeffern und alles mäßig fein pürieren, so dass noch ein paar Stückchen übrig sind. Natürlich kann man es auch ganz glatt und sämig pürieren.
:: Petersilie hacken, Feta kleinkrümeln. Beides unterrühren. Kurz durchziehen lassen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Brot servieren.
 

Donnerstag, 24. November 2011

Marinierte Auberginen (über 3 Ecken nach Ottolenghi)

Aus irgendeinem Grund habe ich neulich Auberginen gekauft, ich hatte ganz sicher was damit vor. Nur was? Das entschlüpfte irgendwann meinem Hirn. Nun lagen sie da, wurden nicht unbedingt hübscher im Verlauf ihres Besuchs im Gemüsefach und schauten mich vorwurfsvoll an. Zeit für Bloginator und die Mission, die Ehre der Auberginen zu retten! Schnell wurden die Blogs abgesucht, und siehe da, Nicky Stich hatte was für mich: Marinierte Auberginen nach Ottolenghi, mit Kräutern und etwas Knoblauch. Twilight-Protagonisten müssen aber leider dennoch dankend ablehnen – da sind zwar nur zwei Zehen Knoblauch drin, aber durch das stundenlange Marinieren haben die Jungs ihr Aroma ordentlich an das Gemüse und die Kräutermarinade abgegeben. Unheimlich köstlich! Dumm nur, dass mein liebster Testesser mir erst eröffnet hat, dass er am Tag darauf einen Kundentermin hätte, als alles schon zu spät war. Daraufhin habe ich ihm ein Glas Milch und ein paar Stängel Petersilie verabreicht – ein Bild für die Götter…
Marinierte Auberginen

nach Nicky Stich, Delicious Days

2 große Auberginen
reichlich Olivenöl
Salz, schwarzer Pfeffer
1/2 Bund Koriander
1/2 Bund Petersilie
5 EL Zitronensaft
1 rote Chili
2 Knoblauchzehen

:: Ofen auf 200°C vorheizen.
:: Auberginen waschen und an Boden und Stielansatz gerade abschneiden. Dann quer halbieren, so dass beide Teile ungefähr gleich groß sind. Längs in Achtel bzw. Sechstel schneiden. Im Prinzip sollten halbwegs gleichgroße Auberginen-Ecken dabei rauskommen, gelingt nur bedingt – siehe Bild unten.
Mit der dunklen Hautseite nach unten auf das Backblech stellen. Generös mit Olivenöl einpinseln. Auberginen und Olivenöl haben eine Geben-und-Nehmen-Beziehung, in der das Öl immer nur gibt und die Auberginen immer nur nehmen bzw. aufsaugen. Insofern ist es normal, dass man bei den ersten Eckchen kein Öl mehr an der Oberfläche sieht, wenn man die letzten einpinselt. Der Lauf der Dinge.
Mit Meersalz und Pfeffer bestreuen und ca. 20 Minuten backen, bis die Kanten sich bräumen und das Auberginenfleisch weich ist.
:: Während die Eckchen vor sich hinbacken, die Marinade anrühren.
Wohl dem, der eine Küchenmaschine hat, der schmeißt die abgezupften Kräuterblättchen, Zitronensaft, geputze Chili und gepellten Knoblauch einfach dort hinein, gießt 5 EL Olivenöl an und lässt alles zu einer dickflüssigen Marinade zerkleinern. Alles in eine große Marinierschüssel- oder Schale geben.
Allen anderen sei tröstend gesagt, dass Handarbeit den echten Koch auszeichnet, also raus mit dem scharfen großen Messer und dem Schneidebrett: Petersilie und Koriander fein hacken und in einer  großen Schale mit Zitronensaft und den 5 EL Öl mischen. Chili putzen, Knoblauch pellen und beides fein hacken, dann zur Marinade geben und unterrühren.
:: Auberginen aus dem Ofen nehmen und in die Marinade legen, vorsichtig mischen. Mindestens zwei Stunden durchziehen lassen und dann bei Zimmertemperatur mit frischem Brot (ich sag nur: Sauce auftunken!) servieren.

 

Dienstag, 12. Juli 2011

Auberginen mit Couscous-Füllung

Es ist mal wieder exotischer Dienstag! Von Indien wandere ich wieder westwärts und komme in den arabischen Gefilden an, um Auberginen zusammen mit Couscous, Pistazien, Aprikosen und Harissa zu schmoren.
Das Rezept war eher ein Zufallsfund. Nachdem ich mich neulich meiner neuen Herangehensweise beim Kauf von Magazinen gebrüstet hatte – nur noch kaufen, wenn mindestens 3 hochinteressante Themen und oder Rezepte darin sind, ansonsten nach dem Motto verfahren „anschauen, merken und im Internet suchen“ – und begeistert von der inneren Reinigung durch Wegwerfen von gekauften, aber nicht gelesenen (geschweige denn ausprobierten und nachgekochten) Zeitschriften geschwärmt hatte, rief meine Kollegin gleich aus, „Oh super! Wenn Du am Samstag bei mir bist, dann kannst Du ja mal durch meine Living at Home-Stapel durchschauen und mitnehmen, was Du brauchst!“. Das endete dann darin, dass ich mit allen ihren Ausgaben bepackt nach Hause wankte, um dort getreu meines neuen Vorsatzes nur die zu behalten, die mindestens 3 gute Rezepte oder Ideen vorweisen konnten. Zwei Hefte habe ich tatsächlich behalten, aus weiteren zwei Heften Seiten herausgetrennt und alle anderen nach dem Motto „kennen wir schon, hatten wir schon, laaaangweilig“, gleich entsorgt. Entsetzter Blick vom Gatten: „Aber ich habe doch gerade erst Papiermüll weggebracht – keine 30 Minuten her!“ Sorry, Schatz!
Die Septemberausgabe von 2010 habe ich behalten, da neben schönen Ideen aus der Bistro-Küche auch ein Special mit Sommergemüse wie Tomaten, Zucchini und eben Auberginen zu finden war, unter anderem auch dieses hier.
Ich habe nämlich meine Liebe zu Auberginen entdeckt. Früher fand ich sie todlangweilig und irgendwie…. sperrig. Aber spätestens seit Schwiegermutter mir Einblicke in die griechische Küche jenseits der Grillplatte Delphi gewährt, finden die Eierfrucht und ich zueinander. Was mich daran erinnert, dass ich unbedingt mal einen der besten Dips der Welt posten muss – Melitzanosalata, eine Creme aus pürierten Auberginen. Kommt noch, versprochen!
Doch zurück zu den gefüllten Auberginen. Sie schmeckten uns wirklich sehr gut, allerdings werde ich das nächste Mal auch das Auberginen-Tomaten-Bett mehr würzen. Und ein nächstes Mal wird es ganz sicher geben mit mir und der gefüllten Aubergine.

Auberginen mit Couscous-Füllung

aus Living at Home 9/2010

275 ml Orangensaft
1/2 TL gemahlener Zimt
1 TL Curcuma
2 TL Harissa

150 g Couscous
40 g getrocknete Aprikosen
75 g Cashewnüsse, geröstet und gesalzen
30 g Pistazienkerne
3 Stiele glatte Petersilie
6 El Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4 Auberginen 

2 Knoblauchzehen
150 ml Gemüsebrühe
400 g gewürfelte Tomaten (Dose)

:: Ofen auf 220°C vorheizen.
:: Den Orangensaft mit den Gewürzen und Harissa aufkochen. Couscous darin nach Packungsanweisung zubereiten, in der Regel soll er in der nicht mehr kochenden Flüssigkeit aufquellen. Anschließend mit einer Gabel auflockern.
:: Währenddessen die Aprikosen fein würfeln, Cashews und Pistazien grob hacken. Petersilienblätter fein hacken. Alles mit 2 El Öl unter den Couscous mischen und kräftig mit Salz würzen.
:: Auberginen längs halbieren. Fruchtfleisch mit einem Teelöffel herauslösen, dabei einen Rand von 1 cm stehen lassen. Fruchtfleisch grob hacken. Ausgehöhlte Auberginenhälften in einer Pfanne in 2 El Öl von beiden Seiten jeweils 2 Minuten anbraten, dann herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
:: Knoblauch schälen und fein hacken. Mit dem gewürfelten Auberginenfruchtfleisch in einer Pfanne in 2 El Olivenöl ca. 2 Minuten anbraten. Brühe und Tomaten inklusive der Flüssigkeit zugeben und alles einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine Auflaufform füllen. 4 Auberginenhälften auf die Tomatensoße setzen und innen mit Salz würzen.
:: Die Auberginenhälften mit Couscous füllen und mit jeweils einer zweiten Auberginenhälfte bedecken. Auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten im Ofen garen, bis die Auberginen weich sind.
:: Wer mag, kann dazu griechischen Joghurt oder einen anderen cremigen Joghurt servieren.
Auch ohne lila Untergrund ist dies ein Essen, das ordentlich Farbe auf den Teller bringt, weshalb ich es als Beitrag zum Blog-Event „Farbenfrohe Gerichte“ einreiche. Das Thema stammt diesmal von Sylvia von „rock the kitchen“, einem ganz wundervollen Blog übrigens!



Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)



Und hier findet sich auch die Zusammenfassung: KLICK.

 

Mittwoch, 26. Januar 2011

Orientalisch inspiriert: Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh

Ich weiß ich weiß ich weiß – es ist nicht sonderlich kultiviert und wirklich das letzte, was ein ambitionierter Koch von jemandem, der das Teenageralter seit geraumer Zeit verlassen hat, hören will, aber zu unserem heutigen Abendessen fällt mir kaum etwas anderes ein als:

Boah ey, das war mal voll lecker!!!

Ich glaube, ich blamiere mich gerade total, indem ich beweise, dass ich meine Teenagersprache in den 1990ern erworben habe (sagt man heute überhaupt noch „boah ey“???). Also komme ich mal lieber zum Thema und erzähle Euch von meiner Neuentdeckung aus dem Gewürzregal. Sumach. Boah ey. Warum hab ich das noch nicht früher gefunden, Aldaaa?! Krasses Zeug.
Sumach findet vor allem in der arabischen, türkischen und persischen Küche Verwendung und schmeckt… ja, wie? Zitronig, säuerlich, pfeffrig. Sehr eigen. Aber es hat dem Gericht den letzten Pfiff gegeben und macht durch seine dunkelrote Farbe auch optisch was her. (Das Foto lügt. Es WAR rötlich.)
In meiner Kochbuch-Neuerwerbung „Die neue vegetarische Küche“ von Maria Elia wurde für ein Gericht Sumach verlangt, und beim türkischen Lebensmittelhändler meines Vertrauens habe ich für kleines Geld ein Tütchen von dem roten Zeug erwerben können., so dass es heute abend ein Essen mit deutlich orientalischem Einschlag geben konte: Auberginenschnitzel mit Tabouleh.




Auberginen sind bislang nicht zwingend mein Lieblingsgemüse gewesen, außer für Moussaka und mit Frischkäse gefüllten Röllchen konnte ich nicht sooo viel damit anfangen. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, das meine Mutter irgendwann um 1990 herum mal gehört hatte, dass Avocados, gefüllt mit Quarkcreme, gut schmecken sollen. Beim Einkaufen griff sie dann zielstrebig zu, Ihr könnt es Euch denken, Auberginen. Und wunderte sich dann, dass es nicht schmeckte. Das hat wohl ein Auberginen-Trauma bei mir ausgelöst…
Doch ich habe meine Meinung geändert! Auberginen rocken!

Maria Elia kocht statt des klassischen Bulgur- oder Couscous-Taboulehs eines mit Linsen, aber die Auberginenschnitzel waren experimentell genug für einen Abend… 🙂




Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh
Für 4 Portionen

Für das Tabouleh:
200g Bulgur
3 Tomaten 
1/2 Salatgurke, ohne „Kernstrang“
1 rote Zwiebel
1 Bund glatte Petersilie
3 Zweige Minze – oder mehr, wenn man mag
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zimt

Für die Auberginenschnitzel:
2 Auberginen
75g Semmelbrösel
2 EL Sumach
15g Parmesan
3 EL fein gehackte Petersilie
3 EL fein gehackte Minze
abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
3 EL Mehl
1 Ei
Olivenöl zum Braten


Zunächst das Tabouleh zubereiten:
Dafür Bulgur nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, dann gut abtropfen und komplett abkühlen lassen.
Zwiebel, Gurke und Tomaten fein würfeln.
Petersilie und Minze fein hacken.
Gemüse, Kräuter und Bulgur miteinander vermischen, mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen und mit Olivenöl und Zitronensaft abschmecken. Etwas durchziehen lassen.

Nun wird es etwas fieseliger, aber der Aufwand lohnt!
Für die Panade der Schnitzel den Parmesan fein reiben, und mit der Petersilie (wirklich fein hacken), der Minze (dito!), Semmelbrösel, Sumach, abgeriebener Zitronenschale, Salz und Pfeffer vermischen.

Auberginen waschen, trocknen und in längs in 1 cm breite Scheiben schneiden.

Kochbuchautorin Maria Elia möchte nun, dass wir 3 Schüsseln zum Panieren nehmen. Schüsseln. Na das möchte ich sehen, wie sie die sperrigen Auberginenscheiben in Schüsseln mehliert, durch das Ei zieht und dann in der Panade wendet! Das geht sicher mit Fleisch, aber für die Auberginen habe ich doch lieber auf normale Teller zurückgegriffen.

Auf einen Teller Mehl geben, in einem zweiten das Ei verquirlen und auf einem dritten Teller die Panade bereitstellen.

Die Auberginenscheiben erst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl leicht abklopfen, dann von beiden Seiten einmal durch die Eierpfütze ziehen und anschließend in der Panade wälzen.

Reichlich Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schnitzel bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 4-5 Minuten braten. 

Erwartungsgemäß passen nicht alle Schnitzel gleichzeitig in die Pfanne, daher empfielt es sich wirklich, die Pfanne zwischendurch mit einem Küchenpapier auszuwischen und angebrannte Reste zu entfernen. Die nachfolgenden Schnitzel saugen sonst die Überreste ihrer Vorgänger auf, und verbrannte Panade schmeckt einfach nicht!

Die Schnitzel herausnehmen, auf Küchenpapier leicht abtropfen lassen und zusammen mit dem Tabouleh servieren. Gern noch mit zusätzlichem Sumach bestreuen!


Da wünsche ich nur: ǃهنيئا ومريئا