Archiv der Kategorie: ausgefallen

Sonntag, 22. Januar 2012

Kokos-Crêpes mit Palmzuckersirup

Vor Weihnachten haben wir uns aus dem Staub gemacht, sind der norddeutschen Wettertrübseligkeit per Flieger entronnen und haben uns knapp zwei Wochen im tropischen Klima die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Das Ziel unserer verspäteten Flitterwochen: Bali, die Insel der Götter. Auf der Suche nach einem Reiseziel gab ich „Bali“ in die Bildersuche ein, und beim Anblick der smaragdgrünen Reisterrassen sagten Bauch, Herz und Kopf einstimmig: DA will ich hin. Gesagt, gebucht, gepackt.
Nach langer langer Anreise wurden wir vom klimatisierten Flugzeug ins tropische Klima gespült. Ich bin ein Sommer- und Sonnenkind, und so fing sofort jede Zelle an, vor Freude Lambada zu tanzen. Die ersten Tage verbrachten wir relaxend am Strand, schliefen den Jet-Lag, die Hektik des Jahresendes und die winterliche Trägkeit weg. Dann begannen wir die Insel zu erkunden. Wir haben meerumtoste Tempel gesehen, unfassbar dichten, völlig irren Verkehr, stille Heiligtümer im Dschungel, riesige, farbenfrohe Schmetterlinge, exotische Blüten und auch die Reisterrassen, die tatsächlich unglaublich beeindruckend und spektakulär schön sind.

Und ich wäre nicht Foodie, wenn ich mich nicht einmal durch die balinesische Küche gegessen hätte und von jeder tropischen Frucht probiert hätte, die ich probieren konnte. Und ich wäre noch weniger Foodie, wenn ich nicht auch ein Kochbuch mit nach Hause genommen hätte! Heinz von Holzen, wiewohl Schweizer von Geburt, scheint der balinesische Starkoch zu sein. In sein Restaurant „Bumbu Bali“ haben wir es leider nicht mehr geschafft, aber sein Kochbuch holt uns immer mal wieder kulinarische Urlaubsmomente nach Hause.

 
Übrigens ist das keine Tomate, sondern eine Tamarillo… just saying. 😉
Kokos-Crepes mit Palmzuckersirup

Für ca. 10 Crêpes

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept, und leider lässt sich Palmzucker auch nicht wirklich durch ein Ersatzprodukt austauschen. Leider!!!**

FÜR DIE FÜLLUNG:
250ml Wasser
375g Palmzucker (im Asienladen, am besten den „krümeligen“ kaufen, nicht den im Block)
200g frisch geriebene Kokosnuss, oder Kokosraspel
1 EL Limettensaft

FÜR DIE CREPES:
100g Reismehl
1 EL Zucker
1 Prise Salz 
3 Eier
250ml Kokosmilch
Kokosöl oder neutrales Öl zum Ausbacken

:: Zunächst den Palmzuckersirup herstellen, dazu Zucker und Wasser in einem Topf oder einer kleinen Pfanne erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und 10 Minuten sanft köcheln lassen.

:: Für die Crêpes Reismehl, Zucker und Salz mischen, dann mit den Eiern glattrühren – vorsicht, staubt! Kokosmilch unterrühren, so dass es einen glatten, eher flüssigen Teig ergibt. Pfannkuchenteig, eben.

:: In einer kleinen Pfanne etwas Öl erhitzen. Je nach Pfannengröße 3-4 EL Teig in die Pfanne gießen und einen dünnen Crêpe ausbacken, wenden, wenn der Teig stockt. Der Pfannkuchen sollte nicht braun oder dunkel werden.
Crêpes auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

:: Den Sirup erhitzen, (frische) Kokosraspel und Limettensaft dazugeben und 2 Minuten köcheln lassen.
Je 1 EL Sirupfüllung auf einen Crêpe löffeln, die obere und untere Kante zur Mitte falten und dann von der schmalen Seite her aufrollen. Ich habe die Crepes mit Pandanblättern zusammengebunden.
Kokos-Crêpes mit einem Salat aus exotischen Früchten und etwas zusätzlichem Sirup servieren.

 

Donnerstag, 12. Januar 2012

Power-Shake mit Blaubeeren und Geheimzutaten

Blog-Event LXXIII- Mit Power ins neue Jahr (Eindsendeschluss 15. Januar 2012)

Schade, dass ich Euch diesen Shake nicht einfach ohne Worte zum Probieren vorsetzen kann, um dann zu fragen „Naaaaaa? Uuuuuuuund? Was schmeckst du?“ Das habe ich aber beim Testesser getan, und der sagte „Hm, Blaubeeren, lecker!“ Auf die geheimen Geheimzutaten ist er im Leben nicht gekommen, und in dem Moment schwor ich mir grinsend, dass ich irgendwann genau so meinen Kindern das (anzunehmenderweise) ungeliebte grüne Blattgemüse unterjubeln würde. Denn der Testesser ist nach dem Genuss eines ganzen großen Glases nicht auf die weiteren Zutaten gekommen: Spinat und Wirsing. Kein Quatsch – wenn man’s nicht weiß, schmeckt man’s nicht raus, Blaubeeren und Banane sind zu vordergründig.

Das ist quasi die Heilsarmee unter den Smoothies: Geballt voll mit guten Inhaltstoffen, Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen, nur mit fruchteigenem Zucker und kaum Fett. Das nur mal nebenher erwähnt. Vor allem schmeckt der Smoothie granatenmäßig gut und ist mit einem guten Blender oder Pürierstab in vielleicht 3 Minuten gemixt. Gefrorene Blaubeeren geben noch den eisigen Kick.

So geht dann auch Dessert zum Frühstück, und dann startet nicht nur der Tag, sondern auch das neue Jahr mit Power. Daher ist das mein Beitrag zum gleichnamigen Blog-Event, das Ulli von Fit & Glücklich bei Zorras Kochtopf initiiert hat.
Power-Shake mit Blaubeeren, Spinat und Wirsing

Natürlich gehen auch andere Kohlsorten oder Blattgemüse. Spinat und Wirsing haben aber relativ weiche Blätter, die sich gut pürieren lassen. Aber probiert es doch auch mal mit Feldsalat!

Für 2 große Gläser à 0,3 l

1 Tasse (TK-)Blaubeeren, ca. 150g
1 Tasse kaltes Wasser (oder Milch, wer es cremiger mag)
1/2 Banane
1 Handvoll frische Spinatblätter 
2 Wirsingblätter, oder 1 großes
evtl. 1 TL Vanilleextrakt

:: Blaubeeren und Wasser im Blender oder mit dem Pürierstab glatt prürieren. Banane in kleine Stückchen brechen und dazugeben, ebenfalls pürieren.

:: Spinat und Wirsing waschen, Stiele und Strünke entfernen und in kleine Stückchen zupfen. Zu den Blaubeeren geben und alles zusammen noch einmal gut 1 Minute auf höchster Stufe pürieren.

:: Probieren und eventuell mit Vanilleextrakt abschmecken, für die Schleckermäulchen und Süßschnäbel kann auch noch das Süßungsmittel der Wahl untergemixt werden. Auf Gläser verteilen und dem nichtsahnenden Volk Gesundes unterjubeln.

 

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Cannelloni mit Fischfüllung und Kürbissauce

Seit neuestem sieht unsere Wohnung auch zum Ende der Woche hin noch ziemlich ordentlich und aufgeräumt aus. Normalerweise ließ das mit der Ordnung ja immer ein bisschen zu wünschen übrig, sobald der Wochenendputz eine Weile her war – spätestens Donnerstags lag Zeugs unsortiert umher, die Wäsche, die eigentlich in den Kleiderschrank gehört, führte ein eigenständiges Leben außerhalb desselben, und die Armatur im Badezimmer hatte sich das Funkeln für die Woche schon wieder abgewöhnt. Aber es nahte Hilfe! Hilfe in Form eines Blogs, den ich kürzlich entdeckt habe: Olga Ordentlich. Olga gibt jeden Tag Hinweise und Erinnerungen an die Ordnungsdinge, die grundsätzlich und immer erledigt werden sollten und jene, denen an ein bestimmter Tag gewidmet ist. Das finde ich prima, und seit ich mich gemäß dem Motto „jeden Tag ein paar Minuten“ dem Putzen nähere, gehört viel mehr Wochenend-Zeit mir, in der ich sonst Kalkränder von der Armatur gekratzt habe. Übertrieben gesprochen. Witzig ist auf jeden Fall, dass ich seither jeden Tag halb-religiös meine Spüle putze.

Was hat nun Olga Ordentlich mit dem heutigen Post zu tun? Eigentlich nichts, außer dass ich finde, dass die Seite Aufmerksamkeit und viele Leser verdient – und dann doch wieder einiges. Ihr heutiges Thema ist die Reinigung des Kühlschranks. Mein Gefrierschrank müsste dringend mal abgetaut werden… gleichzeitig aber hatte ich vor, das Wochenende zum Anlegen von einigen Vorräten zu nutzen, Hühnerbrühe zum Beispiel, oder dieses geniale Kürbismus, das schon neulich die Kürbis-Cupcakes so schön herbstlich und saftig gezaubert hat, und mit dessen Resten ich diese Cannelloni gekocht habe.
Dilemma! Ich werde wohl heute abend herausfinden müssen, ob ich alle Reste, die im Gefrierfach lagern, nicht doch gewinnbringend verarbeiten kann, damit Platz ist für alle neuen „Projekte“.
Das Rezept für die Cannelloni stammt von Steph aus dem Kuriositätenladen, und es ist wirklich mal außergewöhnlich. Aber sehr gut! Ich hab nur ganz faul auf die frischen Cannelloni verzichtet. Aber immerhin ist so eine weitere Schachtel aus dem Vorratsschrank verbraucht und macht Platz. Das gibt auch Bonuspunkte, finde ich.

Cannelloni mit Fischfüllung und Kürbissauce

Die Füllung & Sauce reichte bei mir für 20 Cannelloni.

2 Knoblauchzehen
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Öl zum Braten
500g Kürbismus, am einfachsten nach dieser Methode zubereitet und im Gefrierschrank aufbewahrt
125ml + 2 EL Weißwein
300ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Chili
500g Fischfilet (Seelachs, Lachs etc.)
250g Ricotta
3 Stängel Petersilie
geriebener Muskat
20 Cannelloni
1 Handvoll frisch geriebener Parmesan

:: Knoblauch pellen und fein hacken. Ingwer ebenfalls fein hacken. In einem mittleren Topf das Öl erhitzen, den Knoblauch darin anschwitzen und dann das Kürbismus dazugeben. Mit 125 ml Weißwein und der Brühe ablöschen, einmal aufkochen lassen und dann den Ingwer hineingeben, salzen und pfeffern. Alles bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen.
:: Backofen auf 200°C vorheizen.
:: Während die Sauce köchelt, die Fischfüllung zubereiten: Filets waschen, trockentupfen und dann in kleine Würfel schneiden. Mit dem Ricotta und 2 EL Weißwein verrühren, salzen, pfeffern und mit Muskat abschmecken. Petersilie fein hacken und unterrühren.
:: Die Kürbissauce pürieren und mit Chili abschmecken. Die Hälfte der Sauce auf den Boden der Auflaufform gießen.
:: Die Fischfüllung in einen Spritzbeutel füllen und in die Cannelloni spritzen – das geht viel einfacher als die Füllung mit dem Löffel einzufüllen. Darauf achten, dass die Öffnung der Tülle groß genug ist, um die Fischstückchen durchzulassen. Damit hinten nichts rausquillt, den Spritzbeutel am besten mit einem Frischhalteclip verschließen.
Die gefüllten Cannelloni auf die Sauce legen und am Ende die restliche Sauce über den Cannelloni verteilen. Mit Parmesan bestreuen.
:: Etwa 30 Minuten backen, herausnehmen und vor dem Servieren ca. 10 Minuten auskühlen lassen.
 

Dienstag, 13. September 2011

Auberginen-"Bruschetta"

Auf der Tour durch’s weltweite Netz finde ich oft Gerichte und Rezepte, die ich sofort ausprobieren will. Soforttt. Auf der Stelle. Wenn ich Glück habe, sehe ich dese Dinge an einem späten Freitag nachmittag, während ich mental den Wocheneinkauf plane. Und wenn ich richtig Glück habe, dann besteht das „haben wollen. jetzt!“- Gericht auch noch aus Zutaten, die sowieso meistens zu Hause sind.
So begab es sich letzte Woche, als Deb von smittenkitchen.com ihrem Blog ein Update verpasste und ich in den Bildschirm beißen wollte. So simpel! So genial! Und mit Auberginen!!! Bruschetta gibt es bei uns immer dann, wenn es schnell gehen muss und mir nix anderes einfällt, und das ist häufiger als gedacht, so sehr es mich auch schmerzt, das zuzugeben. Insofern war ich war komplett begeistert von der Idee, das Brot durch Auberginenscheiben zu ersetzen.
Ein klarer Fall von „veni, vidi, vici.“ Oder: Gesehen, gekocht, gebloggt.
Und viel mehr als „mmmhhhh…. oooohhhhh….. aaaaaaaaah….. mmmmhhh!“ fällt mir dazu auch nicht ein. Reicht ja auch. Bis auf die Tatsache vielleicht, dass ich mich jedes Mal beömmeln könnte, wenn jemand beim Italiener „Bruh-schedda“ bestellt. Ja, ich kenne solche Leute! Die bestellen auch „Gnotschi“!

Auberginen-Bruschetta

Veni hin, vidi her – ich habe die Minze des Originalrezepts durch Petersilie und den festen Ricotta durch Feta ersetzt, und würde beim nächsten Mal noch ein paar geröstete Pinienkerne für den „Crunch“ darüberstreuen, ebenso kann ich mir gut vorstellen, die Auberginen mit etwas Knoblauch zu bestreichen.

2 Auberginen
Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
2 EL Weiß- oder Rotweinessig
5 Tomaten
3 Zweige glatte Petersilie
1 EL Kapern
Salz, Pfeffer
100g Feta

:: Backofen auf 250°C vorheizen, am besten inklusive des Backblechs.
:: Auberginen waschen und dann in Scheiben schneiden, etwa 1,5 bis 2 cm dick.
Backblech mit 1-2 EL Öl bepinseln und die Auberginenkreise nebeneinander auf das Blech legen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und etwa 20 Minuten im Ofen rösten. Die Scheiben sollten sich dann einfach vom Backblech lösen und unten dunkel sein. Falls nicht, noch ein paar Minuten weiter rösten. Danach die Auberginenscheiben umdrehen, die jetzt obere Seite mit Salz und Pfeffer bestreuen und weitere 10 bis 12 Minuten backen, bis beide Seiten braun sind.
:: Währenddessen den Salat zubereiten. Zwiebel schälen und fein hacken, dann ein einer Schüssel mit dem Essig mischen und etwas stehen lassen. Tomaten halbieren, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zu den Zwiebeln geben. Petersilie waschen und fein hacken, zusammen mit den Kapern zum Salat geben. Einen Schuss Olivenöl unterrühren und mit Pfeffer abschmecken – mit Salz war ich sehr vorsichtig, da sowohl die Kapern als auch der Feta recht salzig sind.
:: Die gerösteten Auberginenscheiben auf eine große Platte legen und jeweils 1 EL Tomatensalat auf die Scheiben geben. Sofort servieren. Das geröstete Brot, das normalerweise die Basis für die Bruschetta bildet, kann hierbei eine sehr passende Nebenrolle spielen.
 

Donnerstag, 14. Juli 2011

Nachgekocht: Sommerlicher Blumenkohlsalat

Ja genau, richtig gelesen. Blumenkohl. Das weiße Ding, das Großmütter und Tanten gern zu Tode gekocht haben, um ihn dann in brauner Butter und Bröseln zu ertränken. Das arme Gemüse! Doppelt ermordet! Schlimm war auch der Kohlgeruch, der stundenlang in der Bude hing. Huuuh. Es hat lange gedauert, bis Blumenkohl und ich uns ausgesöhnt haben. Aber er spielt ja auch nicht eben die Hauptrolle in der Kochbuch- und Blogger-Landschaft, da hat man ja seltener Gelegenheit zum Aufbau einer innigen Freundschaft.
Jetzt aber fand ich bei der zauberhaften Aurélie dieses Rezept und war sofort angefixt. Nach meiner Entdeckung von rohem Spargel bin ich ganz Auge und Ohr für anderes Gemüse, das wir normalerweise eher im gegarten Zustand verzehren. Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert! C’est délicieux! Frisch und sommerlich, mit dem Kick durch Zitronensaft. Ganz fantastisch zusammen mit einem Stück Schwarzbrot – die Gegensätze passen perfekt zusammen.
Anders als Aurélie habe ich keine Zuckerschoten sondern junge Erbsen verwendet, und mangels Zitronenthymian gab es Kresse, die mir dazu aber sehr gut geschmeckt hat.

Sommerlicher Blumenkohlsalat

adaptiert von Aux Délices d’Aurélie

1 mittelgroßer Blumenkohl
2 Frühlingszwiebeln
1/2 Gurke
100g Erbsen (TK-Erbsen auftauen lassen)
3-4 EL Olivenöl
Saft von 1 kleinen Zitrone
Salz, Pfeffer
etwas Kresse

:: Blumenkohl waschen, abtropfen lassen und in eine Schüssel raspeln, ich habe die grobe Raspel benutzt. Vorsicht auf die Finger!
:: Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Gurke waschen und in kleine Würfel schneiden. Erbsen waschen und abtropfen lassen. Alles zum Blumenkohl geben und vermischen.
:: Olivenöl und Zitronensaft über den Salat geben, kräftig salzen und pfeffern. Kurz durchziehen lassen und noch mal abschmecken.
:: Auf Teller füllen und mit Kresse bestreut servieren.
 

Donnerstag, 7. Juli 2011

Wassermelone mit gebackenem Feta

Ich hatte eine ganze Weile nichts mehr aus Maria Elias Kochbuch „Die neue vegetarische Küche“ gekocht – andere Kochbücher und Inspirationen aus tollen Foodblogs wollten ja auch mal an die Reihe kommen. Trotzdem hatte sich ein Rezept hartnäckig in meinem Kopf gehalten, das ich nun, da es endlich wieder große, aromatische und reife (!) Melonen gibt, endlich ausprobieren wollte: Gebackener Feta auf Wassermelone.
Ich liebe Wassermelonen. Ich könnte den ganzen Sommer quasi nichts anderes essen. Na OK, Kirschen. Und Pfirsiche. Gut, und Aprikosen, aber vor allem eben rosa Wassermelonen. Also Buch rausgeholt, Rezept gesucht, gelesen…. und erstmal ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Hab ich wirklich mal über dieses Buch gesagt, dass es kaum Zutaten enthielte, die schwer zu bekommen seien? Ich glaube ich hatte da ein anderes Buch. Oder habe das Rezept überblättert. Madame Elia wollte nämlich gern folgendes: 1 Schale Koriandersprossen. 1 Schale Shisosprossen. 50g japanischer Mizuna-Salat. Ja nee, is klar. Dazu kam dann noch ein Rosinen-Oregano-Dressing, das nach vegetarischer Worcestersauce verlangte.
Ich war kurz davor, das Buch wieder zuzuklappen, das Rezept zu vergessen und Feta und Melone getrennt voneinander zu verspeisen, aber dann fiel mir ein, dass mich ja niemand zwingt, Chichi-Salat in allen Geschäften der nördlichen Hemisphäre zu suchen oder Rosinen zu überbrühen und in vegetarischer Worcestersauce zu marinieren. Pah!
Ich habe normale, im Supermarkt erhältliche junge Salatblätter genommen, und als Dressing ganz simpel und einfach Öl und etwas Zitronensaft. (Zugegebenermaßen hat Maria Elia diesen Dressing-„Ersatz“ aber auch vorgeschlagen).
Im Nachhinein bin ich froh, dass ich es probiert habe, denn es schmeckt wirklich toll. Der warme und cremige, leicht scharfe Feta ist ein toller Kontrast zur kühlen Wassermelone. Eine prima Sommer-Vorspeise, wenn man mal vor seinen Gästen angeben will! 😉

Wassermelone mit gebackenem Feta 

Aus Maria Elia, „Die neue vegetarische Küche“
Für 4 Portionen

2 Packungen Feta
Chiliflocken
Olivenöl
1 Packung junge Salatblätter
2 EL Pinienkerne
4 Scheiben Wassermelone, ca. 1 cm dick
Salz, Pfeffer
1 EL Zitronensaft

:: Backofen auf 190°C vorheizen.
:: Feta abtupfen und die „Blöcke“ jeweils halbieren. Die Hälften noch einmal waagerecht (quasi wie ein Brötchen) durchschneiden, so dass jeweils 2 große, schmale Scheiben entstehen. Jeweils 2 Scheiben Feta auf ein größeres Stück Alufolie legen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und jeweils einer kleinen Prise Chiliflocken bestreuen.
Die Enden der Alufolie umklappen und zusammendrücken, so dass eine „auslaufsichere“ Tasche entsteht. (Wenn die Folie zu klein war einfach ein zweites Stück abreißen, darüberlegen und die Kanten zusammendrücken.) Die 4 Päckchen in den Ofen legen und 10 Minuten backen.
:: Währenddessen den Salat verlesen, waschen und schleudern, auf den Tellern verteilen.
:: Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten.
:: Melonenscheiben „begradigen“, so dass 4 rechteckige Scheiben entstehen. Auf die Teller verteilen.
:: Für das Dressing 3 EL Olivenöl mit Zitronensaft verrühren. Über den Salat träufeln.
:: Feta aus dem Ofen nehmen und den Inhalt jeweils eines Päckchens über den Melonenscheiben anrichten. Mit grob gemahlenem Pfeffer und Meersalz bestreuen und die Pinienkern über den Salat geben.

 

Freitag, 6. Mai 2011

Spargel-Salat mit Pinienkernen und Zitrone

Ja, schon wieder Spargel. Doch was soll ich auch machen? Auf dem Markt und im Supermarkt springt Spargel förmlich von selbst ins Einkaufskörbchen, und all die schönen Kochblogs haben die grünen und weißen Stangen zum Thema Nr. 1 erklärt. Nicht dass es mich stören würde – in der leider viel zu kurzen Saison könnte ich quasi täglich Spargel essen.

Bei Smitten Kitchen sah ich neulich einen Salat aus rohem grünen Spargel und dachte zunächst, ööh, die Amis wieder… keine Ahnung von der Stange, das soll schmecken? Nein. Niemals nicht! Doch als ich vorgestern grünen Spargel wusch und von den holzigen Enden befreite, ist mir von einer Stange ein Stückchen abgebrochen, und gedankenverloren steckte ich mir das kleine Fitzelchen in den Mund – wie man das halt so macht mit Gemüse (halbe Karotte ins Töpfchen, halbe Karotte ins Kröpfchen). Oh, dachte ich – das schmeckt ja wirklich gut! Gleich noch einmal probiert und nach erneut positivem Geschmackserlebnis konnte ich es am Ende kaum abwarten, den Salat von Smittenkitchen, den ich erst regelrecht gedisst hatte, auszuprobieren.

Eigentlich kommt Parmesankäse über den Spargel, allerdings war der Parmesan, den ich noch vor meinem geistigen Auge im Kühlschrank gesehen hatte, wohl über Nacht wie durch Zauberhand verschwunden (anklagender Blick in Richtung des Gatten). Sehr alter Gouda tat’s aber auch. Die Kombination aus Zitronensaft und Pinienkernen gibt dem grünen Spargel ein wunderbares nussiges und gleichzeitig frisches, knackiges Aroma.
Frühling auf dem Teller!
Und neu aufgerüscht (wäre niemandem aufgefallen, oder? *hihi*) wird der Salat eine Archiv-Einreichung für die hellgrüne Mai-Ausgabe des Cookbook of Colours von High Foodality.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Spargel-Salat mit Pinienkernen 
und Zitrone

nach dem Rezept von smittenkitchen.com

500g grüner Spargel
2 EL Pinienkerne
1/2 Zitrone
Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 kleines Stückchen reifer Hartkäse

:: Spargel gut waschen und abtrocken, aber die holzigen Enden ausnahmsweise mal NICHT abbrechen, denn sie dienen als Halt. Kommt gleich.

:: Pinienkerne in einer Pfanne rösten.

:: Den Spargel in dünne Streifen „schälen“: Dafür die Spargelstange am Ende festhalten und mit dem Sparschäler dünne Streifen abschälen – natürlich erst ab dem nicht mehr holzigen Stück.
Die Spargelstreifen auf eine Platte oder einen Teller häufen und etwas Zitronensaft darüber auspressen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles leicht vermengen und die Pinienkerne darüber streuen.

:: Mit dem Sparschäler dünne Streifen Käse über den Salat hobeln.

:: Servieren und genießen!

 

Mittwoch, 26. Januar 2011

Orientalisch inspiriert: Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh

Ich weiß ich weiß ich weiß – es ist nicht sonderlich kultiviert und wirklich das letzte, was ein ambitionierter Koch von jemandem, der das Teenageralter seit geraumer Zeit verlassen hat, hören will, aber zu unserem heutigen Abendessen fällt mir kaum etwas anderes ein als:

Boah ey, das war mal voll lecker!!!

Ich glaube, ich blamiere mich gerade total, indem ich beweise, dass ich meine Teenagersprache in den 1990ern erworben habe (sagt man heute überhaupt noch „boah ey“???). Also komme ich mal lieber zum Thema und erzähle Euch von meiner Neuentdeckung aus dem Gewürzregal. Sumach. Boah ey. Warum hab ich das noch nicht früher gefunden, Aldaaa?! Krasses Zeug.
Sumach findet vor allem in der arabischen, türkischen und persischen Küche Verwendung und schmeckt… ja, wie? Zitronig, säuerlich, pfeffrig. Sehr eigen. Aber es hat dem Gericht den letzten Pfiff gegeben und macht durch seine dunkelrote Farbe auch optisch was her. (Das Foto lügt. Es WAR rötlich.)
In meiner Kochbuch-Neuerwerbung „Die neue vegetarische Küche“ von Maria Elia wurde für ein Gericht Sumach verlangt, und beim türkischen Lebensmittelhändler meines Vertrauens habe ich für kleines Geld ein Tütchen von dem roten Zeug erwerben können., so dass es heute abend ein Essen mit deutlich orientalischem Einschlag geben konte: Auberginenschnitzel mit Tabouleh.




Auberginen sind bislang nicht zwingend mein Lieblingsgemüse gewesen, außer für Moussaka und mit Frischkäse gefüllten Röllchen konnte ich nicht sooo viel damit anfangen. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, das meine Mutter irgendwann um 1990 herum mal gehört hatte, dass Avocados, gefüllt mit Quarkcreme, gut schmecken sollen. Beim Einkaufen griff sie dann zielstrebig zu, Ihr könnt es Euch denken, Auberginen. Und wunderte sich dann, dass es nicht schmeckte. Das hat wohl ein Auberginen-Trauma bei mir ausgelöst…
Doch ich habe meine Meinung geändert! Auberginen rocken!

Maria Elia kocht statt des klassischen Bulgur- oder Couscous-Taboulehs eines mit Linsen, aber die Auberginenschnitzel waren experimentell genug für einen Abend… 🙂




Auberginenschnitzel mit Sumach und Tabouleh
Für 4 Portionen

Für das Tabouleh:
200g Bulgur
3 Tomaten 
1/2 Salatgurke, ohne „Kernstrang“
1 rote Zwiebel
1 Bund glatte Petersilie
3 Zweige Minze – oder mehr, wenn man mag
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zimt

Für die Auberginenschnitzel:
2 Auberginen
75g Semmelbrösel
2 EL Sumach
15g Parmesan
3 EL fein gehackte Petersilie
3 EL fein gehackte Minze
abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
3 EL Mehl
1 Ei
Olivenöl zum Braten


Zunächst das Tabouleh zubereiten:
Dafür Bulgur nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und mit kaltem Wasser abspülen, dann gut abtropfen und komplett abkühlen lassen.
Zwiebel, Gurke und Tomaten fein würfeln.
Petersilie und Minze fein hacken.
Gemüse, Kräuter und Bulgur miteinander vermischen, mit Salz, Pfeffer und Zimt würzen und mit Olivenöl und Zitronensaft abschmecken. Etwas durchziehen lassen.

Nun wird es etwas fieseliger, aber der Aufwand lohnt!
Für die Panade der Schnitzel den Parmesan fein reiben, und mit der Petersilie (wirklich fein hacken), der Minze (dito!), Semmelbrösel, Sumach, abgeriebener Zitronenschale, Salz und Pfeffer vermischen.

Auberginen waschen, trocknen und in längs in 1 cm breite Scheiben schneiden.

Kochbuchautorin Maria Elia möchte nun, dass wir 3 Schüsseln zum Panieren nehmen. Schüsseln. Na das möchte ich sehen, wie sie die sperrigen Auberginenscheiben in Schüsseln mehliert, durch das Ei zieht und dann in der Panade wendet! Das geht sicher mit Fleisch, aber für die Auberginen habe ich doch lieber auf normale Teller zurückgegriffen.

Auf einen Teller Mehl geben, in einem zweiten das Ei verquirlen und auf einem dritten Teller die Panade bereitstellen.

Die Auberginenscheiben erst im Mehl wenden, überschüssiges Mehl leicht abklopfen, dann von beiden Seiten einmal durch die Eierpfütze ziehen und anschließend in der Panade wälzen.

Reichlich Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Schnitzel bei mittlerer Hitze auf jeder Seite 4-5 Minuten braten. 

Erwartungsgemäß passen nicht alle Schnitzel gleichzeitig in die Pfanne, daher empfielt es sich wirklich, die Pfanne zwischendurch mit einem Küchenpapier auszuwischen und angebrannte Reste zu entfernen. Die nachfolgenden Schnitzel saugen sonst die Überreste ihrer Vorgänger auf, und verbrannte Panade schmeckt einfach nicht!

Die Schnitzel herausnehmen, auf Küchenpapier leicht abtropfen lassen und zusammen mit dem Tabouleh servieren. Gern noch mit zusätzlichem Sumach bestreuen!


Da wünsche ich nur: ǃهنيئا ومريئا
 

Mittwoch, 10. November 2010

Zucchini-Ziegenkäse-Pizza

Im Sommer hatten wir eine zeitlang eine kleinere Zucchini-Schwemme. Irgendwann konnte ich kein gegrilltes oder geschmortes oder tomatisiertes Zucchini-Gemüse mehr sehen, musste aber der Menge Herr werden – also habe ich das Netz nach anderen, neuen Varianten durchsucht. Ich habe tatsächlich so viele interessante und ungewöhnliche Rezepte gefunden, dass ich fast neue Zucchini kaufen wollte! 😉 Bevor sie mir aber tatsächlich zu den Ohren herauskamen, habe ich dann schnell noch die damals frisch im Netz entdeckte und für sehr lecker befundene Zucchini-Pizza gebacken, den Rest eingelegt und dann das Kapitel „grüne längliche Dinger“ für einige Zeit für beendet erklärt. 
Neulich beim Einkaufen kam mir diese Pizza, die genau betrachtet gar keine ist, wieder in den Sinn, und so landeten erst Ziegenfrischkäse und Zucchini im Einkaufskorb und dann die Pizza im Ofen.

Wer sich beim Gedanken an Ziegenfrischkäse schüttelt, kann den Belag natürlich auch mit normalem Frischkäse backen, allerdings geht dann wohl die Säure etwas verloren. Alternativ müsste auch Crème fraîche funktionieren, vom Prinzip her ist diese Pizza ja dem Flammkuchen ähnlich.
Allen, die sich bei dem Käse aber einfach nur unsicher sind, sei gesagt, dass er wirklich nicht „streng“ oder schafig schmeckt (wie auch – anderes Tier ;-)), sondern einfach nur ein wenig säuerlicher als Philadelphia. Oder Buko. Oder Exquisa.




Zucchini-Ziegenkäse-Pizza

Ergibt 2 normale, dünn ausgerollte Pizze oder 4-5 Fladen von der Größe derer auf dem Foto.

Teig:
200g Mehl
1 Prise Salz
1 Tütchen Trockenhefe
1 EL Olivenöl
100 ml lauwarmes Wasser

Belag:
150g Ziegenfrischkäse (zB. Chavroux im Becher)
Saft von 1 Zitrone
Salz, Pfeffer
1-2 Zucchini
etwas Olivenöl

:: Zunächst für den Teig die trockenen Zutaten in einer Rührschüssel vermischen. Öl und Wasser dazugießen und mit einem Löffel die Zutaten solange rühren, bis sie sich zu einer Kugel vermengt haben. Die Kugel kurz, aber gut durchkneten und in der Schüssel etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen (beim Landbrot hatte ich das mit der Hefeteigsauna erklärt – funktioniert hier genauso).

:: In der Zwischenzeit den Belag vorbereiten. Dafür den Ziegenfrischkäse mit der Hälfte des Zitronensafts, Salz und Pfeffer vermischen.
Die Zucchini waschen und entweder in sehr feine Scheiben schneiden oder über den Gemüsehobel jagen. Ich habe gehobelt und bin daher mit einer einzigen, mittelgroßen Zucchini ausgekommen. Zu dick sollten die Stücke auch deswegen nicht werden, da die Backzeit mit etwa 12-15 Minuten recht kurz ist.

:: Den Backofen auf 250°C heizen und ruhig schon mal 5 Minuten auf der Temperatur laufen lassen, bevor die Pizza in den Ofen kommt. Volle Pulle deswegen, weil der Boden nur so knuspig werden kann, ohne dass der Belag ihn zermatscht.

:: Den Teig, der auf die doppelte Größe aufgegangen sein sollte, noch einmal kurz durchkneten und dann wie folgt verarbeiten:

– für ein ganzes Blech: kompletten Teig auf Blechgröße ausrollen und auf ein entweder bemehltes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
– für 2 runde Pizze den Teig halbieren und jeweils auf die gewünschte Größe und Dicke (gibt’s das Wort „Dünne“???) ausrollen. Ab auf’s Backblech bzw. die Backbleche.
– für kleine Fladen den Teig vierteln und zu Mini-Pizze ausrollen.

:: Die Ziegenkäsemischung auf dem Teig verstreichen, pizza-typisch einen kleinen Rand lassen. Die Zucchini „dachziegelartig“ darauf schichten und mit etwas von dem restlichen Zitronensaft und ein paar Tropfen Olivenöl beträufeln. Noch einmal pfeffern, am besten schwarzen Pfeffer aus der Mühle verwenden.

:: Die Pizza etwa 12 – 15 Minuten backen, bis die Zucchini weich sind und der Rand sich wölbt und braun wird. Im Zweifelsfall einfach noch mal den Ofengrill anwerfen und bräunen.



Beim Schreiben fiel mir ein, dass sich diese Pizza, die keine ist, super als Fingerfood bzw. als erster Gang für mehrere Leute eignen müsste. Einfach viele kleine Fladen aus dem Teig formen, mit Frischkäse beschmieren und mit wenigen Zucchinischeiben belegen. Für Gäste könnte man dann sogar nach gelben Zucchini suchen und die Scheiben farblich abwechselnd schichten.

Und wer nicht soviel Pizza auf einmal essen kann, der kann die Dinger auch fix und fertig ausgerollt und belegt, aber UNGEBACKEN einfrieren, am besten mit einem Blatt Backpapier dazwischen. Direkt und ohne Auftauen vom Tiefkühler in den auf 250°C vorgeheizten Backofen schieben und backen, die Zeit verlängert sich dann um etwa 2-3 Minuten.