Archiv der Kategorie: Fisch+Seafood

Freitag, 29. Januar 2016

(See-)Lachs-Kebaps zum Fischfreitag

Als Nordlicht ist es quasi Pflicht, beim Braten der Fisch-Kebaps folgende Zeilen aus Nordisch by Nature vor sich hinzu… ääh… sprechen:

„Samstag Abend – ’n Kööm und ’n kühles Blondes
und auf die Schnelle noch ne Fischfrikadelle“

Ist es Samstag? Nein!
Gehen die Fischklopse mal eben auf die Schnelle? Das nicht.
Aber macht das was? Überhaupt nichts! Sie lassen sich nämlich super vorbereiten.

Wie immer konnte ich es nicht lassen und habe das Rezept aus der aktuellen EDEKA „Mit Liebe“ ein bisschen verändert. Da beim ersten Fisch-Kebap-Essen alle zwölf Frikadellen in Nullkommanix vertilgt waren, habe ich die Menge erweitert und dem Seelachs noch Wildlachs hinzugefügt. Was soll ich sagen – ich hätte auch die doppelte Menge machen können. Weggeatmet.
Dass das Rote-Bete-Hummus dazu ganz fein sein würde, habe ich nicht bezweifelt. Dem  empfohlenen Krautsalat mit Walnüssen stand ich schon eher skeptisch gegenüber und habe lieber noch zusätzlich einen Gurkensalat gehobelt. Zur Sicherheit, kennt man ja. Aber was soll ich sagen: Der Krautsalat war der Knüller und passte perfekt.

So, und jetzt: „yo hier kommt Disco, Samstag Nacht wie bei John Travolta, holterdipolter!“ Schönes Wochenende Euch allen!

Fisch_Kebaps_Rote_Bete_Hummus_Krautsalat

Fisch-Kebaps mit Seelachs und Wildlachs

ergibt: 12 Stück
Dauer: ca. 1,5 Stunden

FÜR DIE FISCH-KEBAPS:
300g Seelachs (TK-Fisch aufgetaut)
100g (Wild-)Lachs (TK-Fisch aufgetaut)
1 große rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 Stängel Petersilie
1 knapper TL Salz
1 TL gem. Kreuzkümmel
1/2 TL gem. Paprika (edelsüß oder scharf)
Pfeffer
1 Ei
30g Semmelbrösel + evtl. mehr zum Wenden
1 unbehandelte Bio-Zitrone (hier brauchen wir nur etwas Schale)
Öl und Butter zum Braten

FÜR DAS ROTE-BETE-HUMMUS:
100g gegarte Rote Bete
100g gekochte Kichererbsen
1 Knoblauchzehe
1 EL Tahini
1 EL Zitronensaft (Zitrone von oben)
1 TL gem. Kreuzkümmel
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

FÜR DEN KRAUTSALAT
1/2 Spitzkohl (ca. 250 g)
2 Stängel Petersilie
2 Stängel Dill
1 Handvoll Walnüsse
2 EL Olivenöl
1 EL Reissirup
1/2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

:: Für die Kebaps die Fischfilets waschen und trockentupfen, dann in der Küchenmaschine nicht zu fein hacken. Ohne Küchenmaschine: Die Filets mit einem ordentlich scharfen Messer sehr klein schneiden.

:: Zwiebel und Knoblauch pellen und fein hacken. Petersilie waschen und trocknen, ebenfalls fein hacken. Zusammen mit den zerkleinerten Fischfilets, den Gewürzen, Ei und Semmelbrösel in eine große Schüssel füllen. Die Zitrone heiß abspülen und etwa die Hälfte der Schale abreiben. Zu den anderen Kebap-Zutaten geben. Großzügig pfeffer und dann alles gut verkneten. Mit angefeuchteten Händen 12 Frikadellen oder Kebaps formen und auf einen großen Teller oder eine Platte legen. Abdecken und im Kühlschrank ca. 1 Stunde ziehen lassen.

:: Währenddessen das Hummus vorbereiten: Rote Bete würfeln und die Kichererbsen kalt abspülen. Knoblauchzehe pellen und grob hacken. Alles zusammen mit Tahini, Zitronensaft und Kreuzkümmel in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse pürieren. Olivenöl unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ebenfalls ziehen lassen.

:: Die Spitzkohl-Hälfte noch einmal halbieren und den Strunk entfernen. Den Kohl in feine Streifen schneiden. Petersilie und Dill waschen, trocknen und fein hacken. Die Walnüsse in einer heißen Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Dann kurz abkühlen lassen und grob zerkleinern. Kohl und Kräuter mischen, die Walnüsse darauf geben. Reisessig, Zitronensaft und Olivenöl verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wichtig: Den Salat erst kurz vor dem Servieren mit dem Dressing mischen, sonst werden die Kohlstreifen matschig.

:: Die durchgezogenen Kepabs aus dem Kühlschrank nehmen. Wer sie besonders knusprig mag, wendet sie noch mal in extra-Semmelbröseln. In einer großen Pfanne etwas Olivenöl und einen Stich Butter erhitzen und die Kebaps darin von beiden Seiten knusprig braten.
Als weniger geruchsintensive Alternative zum Braten ein Backblech (oder so ein amerikanisches „Cookie baking sheet“) bei 180°C Ober-/Unterhitze aufheizen und ein paar EL Olivenöl darin erhitzen. Die Kepabs auf das Blech legen und in etwa 15 Minuten knusprig braten bzw. backen. Nach der Hälfte der Zeit wenden.

:: Hummus ggf. mit Gewürzen, Zitronensaft oder Olivenöl abschmecken. Krautsalat mit dem Dressing mischen. Beides zusammen mit den Fisch-Kebaps servieren. Dazu passt ein rustikales Brot und zusätzlich auch ein klassischer Gurkensalat.

 

Freitag, 19. Juni 2015

Das doppelte Curry: Einmal vegan, einmal mit Fisch. Mein Flexitarier-Beitrag auf der REWE-Homepage.

Beim letzten Mal sprach ich von einigen Projekten, die mich beschäftigt halten. Et voilà, hier ist schon mal eines davon!

Veganes Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Kichererbsen

REWE bat eine Reihe von Foodbloggern, sich zum Thema Flexitarismus (das ist ab heute ein Wort!) Gedanken zu machen und ein Gericht in zwei Varianten zu kochen. Dabei ist die Aktion „Mal mit, einmal ohne – Blogger kochen flexitarisch“ entstanden.
Ich freue mich sehr, dass ich mit meinem doppelten Curry dabei bin: Ein indisch inspiriertes Curry mit selbst gemischter, aber unkomplizierter Gewürzpaste hat einmal Fisch und Garnelen an Bord, und einmal, in der veganen Fassung, stattdessen Kichererbsen. In beiden Fällen ist viel Gemüse, viel Würze und viel Liebe dabei.

Schaut ganz schnell auf der REWE-Homepage vorbei!
Mit mir zusammen haben diese drei großartigen Kollegen den flexitarischen Kochlöffel geschwungen:
Stefanie von schmecktwohl
Tastesheriff Clara
und Björn von Herzfutter

Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Fisch und Garnelen

 

Donnerstag, 26. März 2015

Tomaten-Hirsotto mit Pilzen und Scampi: Neues vom Familientisch

Ob John Lennons Erben wohl jedes Mal Tantiemen bekommen, wenn irgendwo jemand so etwas sagt wie „Life is what happens while you’re busy making plans“? Falls ja: Hier sind meine (symbolischen) fünf Euro in Lennon’sche Phrasenschwein. Hier läuft das Leben nämlich gerade mal nicht nach Plan, zumindest nicht sehr. Das Söhnchen tut sich mit der Eingewöhnung in die Kita sehr schwer, wir sind nach fast vier Wochen immer noch keinen wirklichen Schritt weiter. Zunächst lief es ganz wunderbar, aber dann hat er sich natürlich sofort etwas eingefangen, war krank und zuhause – und von da an ging es abwärts mit der Krippenliebe. Wären Kitaplätze hier nicht rar wie Goldstaub, hätte ich das Experiment für’s erste abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder begonnen. So sind aber meine Pläne, mich in meiner kinderfreien Zeit wieder mehr um mein „zweites Kind“, den Blog, zu kümmern, ziemlich weit hinten gerutscht in der Prioritätenliste. Weil ich in der kinderfreien Zeit am Abend einfach todmüde auf der Couch hänge oder mit den Hühnern ins Bett gehe. Bzw. zeitgleich mit dem Sohnemann. Tomaten-Hirsotto mit Pilzen und Scampi

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Freitag, 2. Mai 2014

Herzhafte Käsekuchen-Liebe: Kleine Lachs-Pfeffer-Cheesecakes

Das Baby hat eine Computer-Allergie. Diese äußert sich darin, dass es immer (jedes Mal! unausweichlich!) wach wird, sobald ich den Laptop aufklappe. Vielleicht wurde unser Modell Baby auch ja mit einem Sensor geliefert, der aktiviert wird, wenn ich mich nur in die Nähe des PCs begebe? Der Alarm geht spätestens los, wenn ich mein Passwort eingegeben und auf das Internet-Icon geklickt habe. Ob es den PC als direkte Konkurrenz um Mamas Aufmerksamkeit sieht?
Zum Glück gibt es kluge Leute, die so etwas wunderbares wie Smartphone und Tablet erfunden haben. Ansonsten wäre mein Leben 2.0 komplett zum Erliegen gekommen.

Lachs-Pfeffer-Cheesecakes

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Dienstag, 22. Oktober 2013

Überbackener Blumenkohl mit Brokkoli-Käse-Sauce (und die Option auf ein Upgrade auf „Mac’n’Veg’n’Cheese“)

Bei Jamie Oliver ist ja immer alles mindestens mal fantastisch. Gern auch das „beste“. Oder gar das „weltbeste“: Nudelsalat, Brathähnchen, Dessert. Immer alles superduper und großartig. Nachdem ich auf diese Eigenlob-Arien aber schon ein paar Mal hereingefallen bin, begegnete ich dem Blumenkohl-Gratin mit Vorsicht – immerhin war es mit „the best cauliflower broccoli cheese“ bezeichnet. Dennoch, ich hatte so oder so Lust auf Blumenkohl, ein Brokkoli lag auch noch im Gemüsefach, und gegen mit viel Käse überbackenes Gemüse hat man ja eigentlich nie etwas.

Blumenkohlgratin mit Brokkoli-Kaese-Sauce

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Mittwoch, 15. Mai 2013

So schön retro: Gefüllte Eier (mit Avocado und Thunfisch)

Jedes Jahr, wenn der Eurovision Song Contest näher rückt, fühle ich mich ein bisschen nostalgisch. Nicht, weil ich den ESC als besonders toll empfinde, eher im Gegenteil: Das ist eine der dämlichsten Methoden, meine Gebühren zu verschwenden. Diese unsägliche Show mit ihren austauschbaren Liedchen, knappen Kleidern, schlechter Moderation und schmalztriefender Pseudo-Piano-Romantik ist nur sehr schwer zu ertragen, daran konnte auch Lena nichts ändern.
Nein, ich bin eher ein bisschen nostalgisch, weil mich der ESC an die gute alte Zeit erinnert. An damals, als die angestaubte, aber immer noch glamouröse Veranstaltung noch mit dem klangvollen Namen Grand Prix Eurovision de la Chanson bezeichnet wurde (also eigentlich „Grong Prieh Öhrohvisiong dölla Schongsong“). Als ich mit Oma und Opa vor dem Fernseher saß und an Käse-Trauben-Spieße knabberte, Unmengen von Salzstangen in mich hineinstopfte und (Festtag!) Cola trinken durfte. Als Oma und Opa mit Rührungstränen in den Augen von Udo Jürgens, von Nicole und vom großen Ralph Siegel erzählten. Als die Fönfrisur besagter Nicole mein größter Wunsch war.
 

Montag, 6. Mai 2013

Salade Niçoise mit grünem Spargel

Ich freue mich so, dass Euch das neue Blogdesign gefällt! All die Komplimente lasen mich dann ganz schnell vergessen, dass noch das ein oder andere schief hängt und ich noch nicht durch bin, die Bilder alle auf die neue Größe anzupassen. Darüber, dass man das in HMTL und CSS sicher auch allgemeingültig veranlassen kann, breiten wir den Mantel des Schweigens. Ich und CSS, wir werden keine dicken Kumpels mehr, nicht mehr in diesem Leben, befürchte ich…
Spargel und ich, wir haben aber eine lebenslange Freundschaft, sind BFF (Forever ever? Forever ever ever ever.). Die Saison ist gestartet, es gibt kein Halten mehr!
 

Dienstag, 12. März 2013

Kartoffel-Meerrettich-Suppe mit geräucherter Forelle

Soup of the day – and week of the soup: Pünktlich zum neuen Wintereinbruch, der hoffentlich das letzte Aufbäumen des Winters darstellt, kam auch noch mal ein fetter Erkältungsschwung zurück. So richtig mit Halsschmerzen, unerlaubt abhanden gekommener Stimme, dicker Nase und – mit Verlaub – Rotz in Fifty Shades of Green. Waaah.
Was hilft? Suppe, viiiiel Suppe. Glücklicherweise ist der Geschmackssinn wieder aus seinem Urlaub in wärmeren Gefilden zurückgekehrt, und außerdem – wenn etwas die Atemwege wirklich frei macht, dann ja wohl Meerrettich! Nimm das, Erkältung!
 

Montag, 13. August 2012

Hereinspaziert – es ist wieder geöffnet! Zurück aus dem Urlaub mit (mediterraner) Sonne im Herzen.

Wir sind wieder da! Drei Wochen sommerliche Auszeit habe ich mir genommen, und da nicht nur mein geistiger Speicher, sondern auch mein Foto- und Rezeptespeicher leer war, habe ich dem Blog ebenfalls eine Pause gegönnt. Manchmal sind solche Abstinenzen das beste, was passieren kann; nur zu leicht rutsche ich in die Blogger-Falle und denke beim geringsten Kochlöffelschwingen, „Kann ich das posten? Wie kann ich das am besten fotografieren? Reicht das Licht noch?“ Ein gedanklicher Reset tut da gut, und auch, andere für sich kochen zu lassen, statt selbst mit Töpfen und Pfannen zu jonglieren.
Seit wir wieder daheim sind, beschränkte sich das „Kochen“ auch größtenteils auf das Zusammenrühren eines Salates, wenn wir ganz besonders kreativ waren, beinhaltete dieser mehr als nur Gurke, Tomate und Paprika. Richtiges Kochen und in der Konsequenz Bloggen muss auch erst wieder langsam anlaufen. Aus diesem Grunde mache ich es mir für den „Wiedereröffnungs-Post“ ganz besonders einfach und zeige Euch Urlaubsbilder, auf dass die warme mediterrane Sonne ein paar Strahlen gen Norden schicke!
Kreta Felsen Meer Kreta-Natur-Hotel
Unsere Last-Minute-Buchungsaktion führte uns für zwei Wochen nach Kreta, mit einer guten Portion Glück fanden wir das Hotel Kreta Natur, für das ich jetzt mal uneingeschränkt Werbung machen muss. Maria und Georgos haben das kleine Apartment-Hotel seit Mitte der 1980er Jahre liebevoll und Stück für Stück aufgebaut und sind seit ihrer Pensionierung vor einigen Jahren Vollzeit-Hoteliers. Die Anlage liegt etwa 25km von Heraklion entfernt und umfasst nur 15 Apartments. Das und die Tatsache, dass Maria und Georgos  ihre Gäste wie Mitglieder ihrer großen Familie willkommen heißen, sorgt für eine sehr entspannte, familiäre und dennoch individuelle Atmosphäre. Die Lage im Hinterland von Hersonnissos ist für Party-Touristen weniger attraktiv, also findet man hier glücklicherweise keine Bettenburgen, und den Beat geben eindeutig die Zikaden vor, nicht die Bass-Boxen. Für uns der absolute Glücksgriff.
Kreta-Natur-Hotel Arnissaras
Die ersten Tage haben wir faul-fauler-faulererer am Pool zugebracht, selbstredend mit Sonnencreme LSF 50 und immer schön im Schatten. Trotzdem habe ich nach zwei Wochen eine für meine Bleichgesicht-Verhältnisse erstaunliche Sonnenbräune entwickelt (gleichzeitig vermeide ich jeden Bräune-Vergleich mit dem griechischen Ehegatten – es ist hoffnungslos.). Die wichtigen Aktionen des Tages umfassten das Pendeln zwischen Liege, Pool und Hängematte, Blinzeln durch Olivenzweige, die fünf Wochen alten Katzenbabies bei ihren Luftsprüngen beobachten, für das regelmäßige Nachfüllen des Eiskaffee-Glases zu sorgen und sich rechtzeitig mit dem Gedanken befassen, wo und was wir zu Abend essen wollen. 
Olivenbaum Sonne
Granatapfelbaum Hotel-Kreta-Natur
Ein paar Tage haben wir uns ein Auto gemietet und sind in der Gegend umhergefahren, womit wir dann doch noch zum ursprünglich für den Sommer geplanten Roadtrip kamen. Standesgemäß versperrte eine Herde Ziegen den Weg, naturgemäß cruisten wir die gewundenen und nicht zwingend asphaltierten Straßen hinauf und hinab und machten Zwischenhalt in Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein schien und in Tavernen, die das Gemüse für den Salat im Garten hinter dem Haus zogen.
Ziegenherde
 Kafenion Taverne Kreta Griechenland
Die Dinge, die zu einer griechischen Pause dringend gehören: Sonnenbrille, Telefon und ein kunstvoll aufgeschäumter Frapé. Zuhause würde mich die Vorstellung von granuliertem und aufgelöstem Nescafé schütteln, in Griechenland gehört sie einfach dazu. Leider hat der Vormarsch von Nescafé-Pulver aber vor allem in den Städten auch den Nachteil, dass der echte griechische Kaffee, der superstarke, extrem aromatische Mokka, bei dem der Kaffeesatz in der Tasse bleibt, selten auf der Karte anzutreffen ist.
Agios Nikolaos Kreta

Mein letzter Kreta-Urlaub ist mehr als 20 Jahre her, so dass es gar nicht mehr „gilt“. Trotzdem haben wir uns kaum vorbereitet, keinen Reiseführer gelesen, uns einfach treiben lassen und außer dem groben Ziel an jeder Straßenkreuzung mehr oder weniger spontan entschieden, ob wir rechts oder links fahren. Auf diese Weise haben wir zwar sicherlich manches im Reiseführer besprochene Highlight verpasst, aber auch abenteuerliche, felsengesäumte Strände und kleine, blumenbewachsene Gassen gesehen.

 

Dank der Mini-Kitchenette in unserem Appartment haben wir abends hin und wieder gekocht, wenn wir entweder keine Meinung hatten, uns zum Essen umzuziehen oder aber auf dem Markt frisches Gemüse oder Fisch gekauft hatten. Man kann übrigens erstaunlich kreativ kochen mit einer einzelnen Herdplatte! Hier habe ich zunächst viel viel Knoblauch langsam in Öl weichgebrutzelt, dann Tomaten und Rosmarin, der praktischerweise vor der Tür unseres Apartments wuchs, zugefügt und zusammen mit frisch gekauften Sardellen und Sardinen weitergeschmort. Eigentlich sollte noch Pasta untergerührt werden, aber zusammen mit frischem Brot war das der Himmel auf Erden.

Das wöchentliche Highlight bei Maria und Georgos von Kreta Natur ist übrigens das Barbecue. Dazu heizt Georgos nicht nur den Grill, sondern auch den Backofen an, der auch mit Holz befeuert wird und dabei beträchtliche Temperaturen entwickeln kann. Ein Traum für Brotbäcker… Maria befüllt große Tontöpfe mit Gemüse oder Fleisch, und stundenlang schmort das ganze vor sich hin, bis am Abend das Buffet eröffnet wird. Das die ganzen angefutterten Kalorien im Anschluss bei griechischer Musik abgetanzt werden müssen, versteht sich sozusagen von selbst.

Warum wir überhaupt wieder gekommen sind, ist mir ein Rätsel… 🙂

BBQ Keftedes Kreta Natur

 

Montag, 16. Juli 2012

Räucherforellen-Tarte

Gestern war wahrscheinlich der erste Sonntag seit Monaten, an dem es hier keinen sonntagssüßen Post zu lesen gab. Dabei mag ich meine süße Tradition selbst sehr gern, egal ob zuckrig oder zuckerfrei. Woran lag’s? Ich war unterwegs. Wer jetzt sagt, dass das keine Ausrede sei, dem gebe ich unumwunden recht. Immerhin kann man Posts vorbereiten, und so habe ich mit größter Akribie bereits am Freitag meine ersten zuckerfreien Muffins gebacken, nach einem Marmorkuchenrezept. Sie waren hübsch, rochen gut, die Struktur erschien fluffig und luftig, voll hoffnungsfroher Erwartung bis ich hinein – und sie schmeckten todlangweilig. So langweilig, dass wahrscheinlich nicht einmal Zucker etwas daran geändert hätte. Herbe Rückschläge wie diese werden mich jedoch nicht in meinem Forscherdrang aufhalten! Lediglich die fehlende Zeit, die tat es.

geräucherte Forelle Tarte Lauch
Da wir am Wochenende nun nicht zu Hause waren, gähnte unser Kühlschrank uns auch entsprechend leer an, doch seit dem Einzug der Kalten Else in den Keller ficht mich das nicht an. Der Tiefkühlschrank hat meist ein schönes Abendessen in sich, und diesmal fiel die Wahl auf die Tarte mit Räucherforelle, die immer vorhanden sein muss, da wir sie beide sehr lieben. Besonders schön ist dabei, dass die Menge sowohl des Mürbeteigs als auch des Belags für eine runde Form von etwa 25cm Durchmesser reicht und zusätzlich noch vier kleine Förmchen auskleidet. Somit habe ich gleichzeitig kleine Portionen für ein Büro-Mittagessen. Zwei Minitartes, zusammen mit einem Salat, ergeben ein wunderbares Mittagessen und erfüllen das gesamte Büro mit ihrem Duft. Fragt meine Kollegen – „eeeeh, wer hat denn hier bitte Fiiisch gekocht?!“ Ich. Und ich bin sehr glücklich damit. Nimm das, Kantinen-Schnitzel!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig

So gelb, wie dieTarte auf dem Bild daher kommt, bin ich fast geneigt, auch diese bei Uwes Blogevent einzureichen, immerhin ist noch Juli. Aber ich will mein Glück nicht herausfordern, immerhin habe ich dank Eurer aller Klicks einen tollen dritten Platz für den Monat Mai belegt! Ich bin sehr glücklich darüber und schicke Euch auf diesem Weg ein großes Dankeschön! Und teile mit Euch dafür auch am Ende dieses Posts ein paar süße Bilder aus dem schwedischen Lund, einer hübschen Universitätsstadt nahe Malmö. So süß kann window shopping sein!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig Tiefkühler einfrieren
Räucherforellen-Tarte

reicht für eine Tarte-Form mit ca. 25cm Durchmesser plus 4 kleine
nach Ghillie James, „Auf Vorrat gekocht“, Mürbeteig nach Nicole Stich

200g Mehl
125g kalte Butter in kleinen Stückchen
125g Quark
1/2 TL Salz
300g Räucherforellenfilets 
400ml Milch
Butter zum Anbraten
2 Stangen Lauch
2 EL Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
Backpapier und getrocknete Bohnen o.ä. zum Blindbacken

:: Ofen auf 200°C vorheizen.
:: Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Quark und Salz schnell verkneten und für 30 Minuten kalt stellen.
:: Währenddessen die Forellenfilets auf Gräten checken, dann in eine Auflaufform legen und mit der Milch begießen. Mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und im Ofen 20 Minuten pochieren. Herausnehmen und die Forelle aus der Milch nehmen.
:: Multitasking ahoi! Während der Teig kühlt und die Forelle pochiert, den Lauch putzen und in feine Scheiben schneiden.
:: Die Tarteform(en) vorbereiten, dann den Mürbeteig ausrollen und die Form(en) damit auskleiden. Backpapier darauf ausbreiten, mit Bohnen bestreuen und für 15 Minuten blindbacken. Bohnen und Backpapier entfernen und weitere 5 Minuten backen, dann herausnehmen.
:: Meanwhile eine Etage höher: Lauch in etwas Butter weichdünsten. Das Mehl unterrühren und dann nach und nach langsam die Milch angießen und unterrühren. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Cayenne würzen. 
:: Wer Zeit mitbringt, lässt die Lauch-Sauce jetzt in aller Ruhe abkühlen, wenn es schneller gehen soll: Das Waschbecken ein paar Zentimeter hoch mit kaltem Wasser füllen und den Topf hineinstellen. Immer mal wieder rühren. Wenn die Masse abgekühlt ist, die Eier verschlagen und unterrühren.
:: Die Lauchmasse auf dem Mürbeteigboden gießen, dann die Forellenfilets zerpflücken und gleichmäßig darauf verteilen.
:: Zum Einfrieren: die jetzt noch ungebackene Tarte in der Form abkühlen lassen, dann nicht abgedeckt in den Tiefkühler stellen. Wenn sie durchgefroren ist, aus der Form nehmen (es sei denn, man braucht sie auf absehbare Zeit nicht), mit Folie umwickeln oder in einen großen Gefrierbeutel umpacken.
Zum Sofort-Essen: Die Tarte in den Ofen schieben und etwa 40 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und goldbraun ist. Herausnehmen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten stehen lassen.
:: Auf Vorrat gekocht: Die Tarte wieder in die Backform setzen entweder komplett auftauen lassen und dann 30-40 Minuten bei 200°C in den vorgeheizten Backofen schieben oder die noch gefrorene Tarte 45 Minuten backen.
Abrick Macaronn in Lund: