Archiv der Kategorie: Gemüse

Mittwoch, 25. September 2013

Heute wird’s wild: Muschelnudeln mit viel Gemüse, und alles hübsch auf biologisch abbaubarem Geschirr serviert

Erinnert Ihr Euch noch an die virtuelle Babyshower, die wir für Madame Love geschmissen haben? Baby Love hat inzwischen das Licht der Welt erblickt, und damit Elodie und Mr. Love genügend Zeit haben, sich mit der kleinen Ella bekannt zu machen, hat sie ihre Bloggerfreunde gebeten, ihre Kindheitserinnerungen zu teilen. Als Foodblogger haben meine natürlich mit Essen zu tun. Was Nudeln im allgemeinen, aber auch Erbsen mit meiner Kindheit zu tun haben, habe ich gestern bei Elodie erzählt.

Muschelnudeln mit Brokkoli und Erbsen

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Mittwoch, 24. Juli 2013

One-Pot-Wonder: Die Tomatensuppe für faule Sommerköche wie mich

Kochen ist derzeit eine wirkliche Schmalspuraktion und eher Arbeit als Spaß. Tiefes Sommerloch. Schon ein Pastagericht, bei dem zwei Töpfe benutzt werden und womöglich etwas geschält, geschnippelt und angebraten werden muss, ist an der Grenze zur Anstrengung. Beim Stichwort „Pasta“ kam mir kürzlich wieder die Tomatensauce für Faule in den Kopf – erinnert Ihr Euch noch daran? Alles einfach in den Topf werfen, Deckel drauf und sich selbst überlassen? Sehr sommertauglich. Tomatensuppe für Faule Weiterlesen

 

Montag, 6. Mai 2013

Salade Niçoise mit grünem Spargel

Ich freue mich so, dass Euch das neue Blogdesign gefällt! All die Komplimente lasen mich dann ganz schnell vergessen, dass noch das ein oder andere schief hängt und ich noch nicht durch bin, die Bilder alle auf die neue Größe anzupassen. Darüber, dass man das in HMTL und CSS sicher auch allgemeingültig veranlassen kann, breiten wir den Mantel des Schweigens. Ich und CSS, wir werden keine dicken Kumpels mehr, nicht mehr in diesem Leben, befürchte ich…
Spargel und ich, wir haben aber eine lebenslange Freundschaft, sind BFF (Forever ever? Forever ever ever ever.). Die Saison ist gestartet, es gibt kein Halten mehr!
 

Mittwoch, 7. November 2012

Roher Rote-Bete-Salat mit Minze und Ingwer

Ja, ich weiß… ich mache mich gerade ein bisschen rar – mea maxima culpa. Die Arbeit und einige Projekte halten mich derzeit auf Trab. Ein Projekt ist (noch) ganz geheim, nur soviel sei verraten: Der Gatte hat mich für völlig verrückt erklärt, als ich im Oktober bei herrlichstem Sonnenschein und über 20 Grad Außentemperatur mit Weihnachtsdekoration hantierte. 🙂
20 Grad Außentemperatur sind in diesen Breitengeraden längst passé, ich konnte sie neulich aber noch ein wenig genießen: Eine firmeninternes Training führte mich nach Mallorca. Yeah, Malle! Für mich war es nicht nur das erste Mal auf der Insel, sondern auch das erste Mal, dass ich fremdbestimmt als Vegetarier verreist bin. Fremdbestimmt insofern, als dass bei einer Konferenz für mehr als 200 Teilnehmer natürlich bereits im Voraus das Essen bestellt worden war.

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamiaöl

Beim Sturm aufs Büffet (und das ist bei einer Männerquote von ca. 95% und langen Trainingstagen wörtlich zu nehmen) blieb eigentlich immer genug Salat oder Gemüse für mich und meine Veggie-Kollegin übrig, aber auf das Tapas-Menü hatte ich mich leider umsonst gefreut: Schinken und Würstchen wechselten sich mit Steaks und Hackfleischbällchen ab, und nur ein energischer Griff sicherte mir das Schüsselchen mit den Pimientos de Padron. Zur Ehrenrettung des Hotels muss aber gesagt werden, dass auf meine Anfrage in Windeseile ein Salat gebracht wurde. Damit hatten sie dann auch den Schnitzer vom Vorabend wieder gutgemacht: Beim privaten Abendessen mit zwei Kolleginnen im Restaurant des Hotels fragte ich den Kellner nach den „vegetarian options“, die Speisekarte war nämlich nicht sonderlich aufschlussreich. Ich entschied mich für die Gemüselasagne, und kurz darauf brachte der überaus zuvorkommende, freundlich Maître d‘ den obligatorischen Gruß aus der Küche: Leberpâté auf getrockneten Apfelscheiben. Ähm, ja? Vegetarian options?

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl

Auch wenn ich das Wetter gern mitgebracht hätte, war es gut, wieder nach Hause zu kommen und einzukaufen oder zu essen, was ich mag. Rote Bete zum Beispiel, diesmal nicht als Suppe gekocht, sondern roh als Salat serviert. Supergesund und energiegeladen mit Ingwer und Minze! Das Rezept kam aus Australien angeflattert: Sam Going ist ein Teil der Girls Crew von „health talks“, einer Gruppe von WellnessBloggern aus verschiedenen Gebieten. Im dazugehörigen Video erzählt sie, warum Rote Bete so toll sind. Awesome, sag ich da nur! Oh my gosh! Aber im Ernst: Der Salat schmeckt wirklich köstlich.

Wer sich übrigens beim Wort „Vegetarier“ gewundert und sich an das Gewürzhähnchen von vor ein paar Wochen erinnert hat, hat durchaus Recht: Nach wie vor würde ich mich nicht als hundertprozentigen Vegetarier bezeichnen, denn hin und wieder gibt es bei uns Fleisch oder Fisch: Aber eben nur dann, wenn wir genau wissen, woher das Fleisch kommt. Das weiß ich nur leider auf Reisen selten, also bin ich quasi ein vegetarisch Reisender. Dass sich allerdings ein Fünf-Sterne-Hotel auf einer Mittelmeerinsel wie Mallorca als ein so schwieriges Ziel herausstellte, hätte ich nicht gedacht.
Home sweet home!

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl

Rote Bete Ingwer Minze Kürbiskerne Macadamia-Öl
Roher Rote-Bete-Salat mit Minze und Ingwer

als Hauptgericht für 2, als Vorspeise oder Beilage für 4 oder mehr

3 rohe Rote Bete
1/2 Bund Minze
1 Stück Ingwer, ca. 2 cm lang
2 EL Macadamia-Öl oder ein anderes Nussöl
Salz
Pfeffer
eine Prise Chili oder Piment d’Espelette
2 EL Kürbiskerne

:: Rote Bete schälen und grob würfeln. Minze waschen und trockenschleudern oder -schütteln und die Blätter kleinschneiden. Ingwer putzen und in Scheiben schneiden. Rote Bete, Minze und Ingwer in die Küchenmaschine geben und zusammen mit dem Macadamia-Öl ein paar Sekunden kleinhäckseln. Wer nicht auf die Küchenmaschine sondern auf Muskelkraft setzen möchte, reibt die Rote Bete über der groben Raspel und den Ingwer über der feinen und hackt die Minze klein. Dann das Öl unterrühren.

:: Mit Salz, Pfeffer und etwas Chili oder Piment d’Espelette abschmecken. Mit Kürbiskernen bestreut servieren. Besonders aromatisch ist es, wenn die Kürbiskerne angeröstet und -Dekadenz!- noch mal in einem Esslöffel Macadamia-Öl vermengt werde.

:: Der Salat sollte sofort ganz frisch gegessen werden, durchziehen bekommt ihm nicht zu gut, die Minze wird sonst zu dominant.

 

Freitag, 17. August 2012

Kolokitho-Dingsda: Griechische Zucchinipuffer, völlig ohne Frittieren

Unser erster gemeinsamer Griechenland-Urlaub vor einigen Jahren hatte gleich zwei Gründe. Urlaub, natürlich, Sonne und Meer genießen. Aber ebenso sollte ich meine zukünftigen Schwiegereltern kennenlernen, die die Sommermonate jedes Jahr in Chalkidiki verbringen. Ich war – verständlicherweise, möchte man meinen – nervös bis in die Haarspitzen, der Mann sagte angeblich beruhigende Sachen wie „wieso? das sind auch nur ganz normale Menschen!“ Daran hätte ich keinen Zweifel, erwiderte ich, aber immerhin sei das was Ernstes zwischen uns, und da darf man doch wohl aufgeregt sein?! 
Natürlich hatte er Recht, es gab keinen Grund, nervös zu sein, denn sie waren – und sind – wunderbar unkomplizierte und liebe Menschen, die mich sofort in der Familie willkommen hießen.
Zucchini Puffer Kolokithokeftedes griechisch Feta
An diesen ersten Urlaub muss ich jedes Mal denken, wenn ich Zucchini zu diesen „Kolokitho-Dingsdas“ forme. Es ist aber auch ein Zungenbrecher! Kolokithokeftedes. Besagte Dingsdas waren das erste griechische Gericht, das meine Schwiegermama mir in diesem Urlaub beibrachte, draußen auf der Terasse gekocht auf ihrem Freiluft-Herd. Das ist vielleicht großartig! Kein Ölgeruch im Haus, kein blauer Dunst, der das Atmen erschwert. Auf ihre subjektiv-präzise Art und Weise erklärte sie mir, dass ich „ein bisschen“ hiervon und „ein wenig“ davon nehmen soll, und dann alles in „viel Öl“ ausbacken müsste. Die Zucchinipuffer waren köstlich, und bevor ich’s recht realisiert hatte, lagen erst drei auf meinem Teller und waren dann irgendwie in meinem Bauch verschwunden.
Zucchini Puffer Kolokithokeftedes griechisch Feta

Der erste Versuch, die „Dingsdas“ in der heimischen Küche zu fabrizieren, führte zu Flüchen und vor allem zu Rauchschwaden. Für die ersten war das Öl nicht heiß genug, sie wurden labberig. Für die nächste Charge war das Öl schon wieder zu heiß, es spritzte und knallte, und vor allem rauchte es. Der dritte Teil wurde in weniger Öl angebraten, war dann genießbar, kam aber bei weitem nicht an die von Schwiegermama heran. (Ich meldete einen Freiluftherd beim Testesser an.)
Etwas später fand ich dann auf einem griechisch-kanadischen Blog die Lösung des Problems: Den Backofen. Die fertig geformten Dingsdas wandern nicht in verbrennungsgefährdendes Öl, sondern werden gefahrenminimierend in den Ofen geschoben, einmal gewendet und können dann warm, lauwarm oder kalt gegessen werden. Und da sich der Ölanteil in klaren Grenzen hält, kann man auch glatt noch einen vierten Dingsda essen.
Den Freiluftherd will ich aber trotzdem noch.

Kolokithokeftedes: Griechische Zucchini-Puffer(Κολοκυθοκεφτέδες)

ergibt ca. 10-12 Dingsdas

3 Zucchini, ca. 600 – 700g
1 Knoblauchzehe, idealerweise in Öl eingelegt
1/2 Bund Dill
1/2 Bund Petersilie
3-4 Stängel Minze
200g Feta
1 Ei
2-3 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Bestreichen
2 EL griechischer Joghurt


:: Zucchini waschen und raspeln. Mit etwas Salz mischen, in einen Durchschlag geben und diesen in eine Schüssel stellen. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen. 
:: Falls eine frische Knoblauchzehe benutzt wird, diese fein hacken und in ein wenig Öl weich garen. Abkühlen lassen. Wenn eine eingelegte benutzt wird, diese fein hacken.
:: Ofen auf 220°C vorheizen, Backblech mit Papier auslegen oder mit etwas Öl bestreichen.
:: Zucchiniraspel mit den Händen ordentlich auspressen, dann portionsweise in einem Geschirrtuch richtig kräftig ausdrücken. In eine Schüssel geben.
:: Dill, Minze und Petersilie waschen und trockenschütteln, dann fein hacken. Kräuter und die gehackte, weiche Knoblauchzehe zu den Zucchini geben.
 
:: 150g Feta zerkrümeln und zusammen mit dem Ei und 2 EL Paniermehl unter die Masse rühren. Wenn es zu feucht ist, noch 1-2 EL Paniermehl einrühren, wenn es zu trocken ist, einen Spritzer Olivenöl dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann nicht ganz handttellergroße Zucchiniklopse formen. 
:: Die Zucchiniklopse mit etwas Olivenöl bepinseln und auf einer oberen Schiene in den Ofen schieben. Etwa 10 Minuten backen, dann umdrehen und von der anderen Seite auch noch einmal 10 Minuten backen, beide Seiten sollten goldbraun sein. Herausnehmen und ein wenig abkühlen lassen. 
:: Für den Dip die restlichen 50g Feta fein zerkrümeln und mit dem Joghurt mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und einen kleinen Schuss Öl unterrühren. Wer mag, gibt noch gehackten Dill oder geriebene Gurke dazu.
 

Mittwoch, 15. August 2012

Zucchinisuppe mit Parmesan-Grissini

Langsam aber sicher schleicht sich der (Arbeits-)alltag wieder ein, die Wege werden wieder gewohnter, die Tagesabläufe finden in ihren Rhythmus zurück. Wir versuchen, uns soviel Urlaubsgefühl wie möglich zu bewahren, und doch kommt peu à peu das normale Leben zurück. Was ja nicht immer schlecht ist, auf den Besuch des farbenfrohen Wochenmarktes freue ich mich auch im Alltag, und so gut wie im eigenen Bett schläft es sich ja sowieso nirgendwo anders. Nach jedem Urlaub schwöre ich mir, das nächste Mal mein eigenes Kissen mitzunehmen, und vor jedem Urlaub streiche ich es doch wieder von der Liste, da es partout nicht mehr in meinen Koffer passen will…
Zucchini Suppe Parmesan Grissini

Eine weitere, sozusagen wiederentdeckte Alltagsfreude ist Suppe. Bei 35°C ist eine Suppe allenfalls kalt mein Freund, bei 22°C lässt sie sich warm oder lauwarm zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages auch auf dem Balkon löffeln. Die Zucchinisuppe mit ihrem dezenten Thymianaroma ist ein Fund des letzten Jahres, sie stand in der ersten Ausgabe der Zeitschrift „SAVEURS“. Ich habe die Suppe damals gleich nachgekocht, auch deswegen, weil Juliane so begeistert davon war. Wie sie sagt: wenig Zutaten, simple Zubereitung und geschmacklich ein Knaller. Und so schön grün!
Talking about grün: Vielen herzlichen Dank an Euch alle, die Ihr mein Spargelsalat-Rezept auf den dritten Platz von Uwes grünem Mai-Event des Cookbook of Colours gewählt habt! Ich freu mich wie Bolle. Ebenfalls wie Bolle freu ich mich, dass die Seite kochbar Katharina kocht. als Blog der Woche ausgewählt hat.

Grissini Parmesan

Die Grissini waren ein klassischer Fall von „erst denken, dann kochen, und zwischendurch schadet Denken auch nichts“. Bei Steph gesehen, schwebten mir krosse Brotstangen mit Hartweizengries vor. Diese bedeutende Zutat hatte in meinem Vorratsschrank aber à la Houdini und unter mysteriösen Umständen verlassen. Kurzerhand umdisponiert, bei Fool for Food fündig geworden, aber *räusper* überlesen, dass der Parmesan in den Teig geknetet werden soll. Mal davon abgesehen, dass er auf die Dicke von etwa einem halben Zentimeter ausgerollt werden sollte, sind die verdrehten „Notlösungen“ wirklich gut gelungen. Fragt den Testesser: Nach weniger als einer Viertelstunde waren alle aufgeknabbert. Auch dies eine erfreuliche Rückkehr ins Alltagsgefühl.

Zucchini Suppe Grissini Parmesan The Farm Margaret River Classic White
Zucchinisuppe mit Parmesan-Grissini

FÜR DIE GRISSINI (ergibt 2 Backbleche)
25g Butter
100ml Milch
5g Frischhefe
190g 550er Weizenmehl
5g Salz
1 EL geriebener Parmesan

FÜR DIE SUPPE (ca. 4 Teller)
600g Zucchini + 1/2 Zucchini für die gebratenen Scheiben
1 kleine Stange Lauch
1-2 Knoblauchzehen 
Öl zum Anbraten
400ml Gemüsebrühe
50-100ml Weißwein (halt ein ordentlicher Schuss…)
3 Zweige Thymian
Salz und Pfeffer
4 TL Crème fraîche, Schmand oder griechischer Joghurt
2 EL geriebenen Parmesan

:: Für die Grissini die Butter und die Milch vorsichtig erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist und die Milch handwarm ist. Dann die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Mehl und Salz verrühren, die Milchmischung angießen und alles zu einem groben Teig verrühren. Diesen dann gut durchkneten, mindestens 5 Minuten. Anschließend 30 Minuten im Warmen ruhen lassen.
:: Nach der Ruhezeit den Teig (der nicht sonderlich großartig aufgegangen sein wird) auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa 2-3 mm dicken Rechteck ausrollen. Von der kurzen Seite her in etwa 1 cm breite Stränge schneiden. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teigstränge verzwirbeln, auf die Bleche legen und mit Parmesan bestreuen. Noch einmal 10-15 Minuten ruhen lassen, währenddessen den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Grissini etwa 15 Minuten backen lassen, bis der Parmesan geschmolzen und die Stangen goldbraun und knusprig sind. Herausnehmen und abkühlen lassen.
:: Für die Suppe die Zucchini waschen und 600g in Würfel schneiden. Lauch putzen und in Ringe schneiden, die Knoblauchzehe pellen und hacken. Etwas Öl im Suppentopf erhitzen und Zucchiniwürfel und Lauch darin 5 Minuten braten. Dann den Knoblauch zufügen, noch einmal etwa 2 Minuten mitbraten, anschließend alles mit Gemüsebrühe und einem Schluck Weißwein ablöschen. Thymian hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und dann die Suppe zugedeckt etwa 7 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Den Thymian entfernen und die Suppe pürieren. Noch einmal abschmecken.
:: Die übrige halbe Zucchini in feine Scheiben schneiden und in etwas Öl braten.
:: Die Suppe in Teller füllen, mit je einem Klecks Crème fraîche und etwas geriebenem Parmesan bestreuen und mit Zucchinscheiben dekorieren. Zusammen mit den Parmesan-Grissini servieren.
 

Donnerstag, 7. Juni 2012

Spinat & Feta & Filoteig: so eine Art Spanakopita

Neulich gab ich die Geschichte vom Schlagabtausch männlicher Alpha-Tiere auf dem Wochenmarkt zum Besten, also die, in der der hochmotivierte Verkäufer, angespornt vom Gatten, den seinerseits irgendeine seltsame Form von „alles meins“ gepackt hatte, händeweise Spinatblätter in eine Tüte stopfte. Am Ende anderthalb Kilo, obwohl ich eigentlich nur eine Handvoll haben wollte – zum Salatmachen. 
Als ich die Story erzählte, fiel mir ein, dass ich das Ergebnis der „Spinatorgie“ noch gar nicht gepostet hatte. Was sich nun als Glücksfall erweist, insofern nämlich, als dass die beiden letzten Gerichte, von denen ich mir einiges versprach und die ich gern gebloggt hätte, entweder völlig misslangen (Fisch pochieren ist weniger einfach als gedacht) oder sich nicht als sonderlich fotogen herausstellte (trotzdem sollte „Pasta alla Norma“ unbedingt auf Eure Nachkochliste rücken).

Spinat Feta Filo Filoteig Spanakopita Griechisch Muffinform


Anderthalb Kilo Spinat passten nun auf keinen Fall in meinen Kochplan für das Wochenende. Der arme Spinat konnte nichts dafür, doch wie es nun mal zugeht im wahren Leben, habe ich meine Verstimmung an ihm ausgelassen und ihn bis Montag ignoriert. Eine leider sehr kurz gedachte Aktion, sie führte dazu, dass ich am Montag eine gefühlte Ewigkeit damit verbrachte, Spinat zu spülen, gute von, äh, ehemals guten Blättern zu trennen und somit bestimmt eine Stunde Vorbereitung vor der Vorbereitung hatte. Wenigstens hatte ich über das ganze Wochenende Zeit, um über eine Verwendung für den Spinat nachzudenken.

Spinat Feta Filoteig Spanakopita Griechisch Muffinform
Spanakopita, die griechischen Teigtaschen mit Spinat und Käse, rangieren auf meiner Pita-Hitliste ganz oben, auf der vom angetrauten Griechen eher ganz unten, interessanterweise kann er mir nicht sagen, warum. Noch interessanter ist, dass er diese Spinatküchlein dennoch köstlich findet, eine Tatsache, die er mit „bei Dir schmecken die einfach!“ quittiert. Mir soll’s recht sein, Liebe geht durch den Magen, große Liebe auch.
Vielleicht liegt’s ja auch daran, dass hier im Gegensatz zu den regulären Pitas viel knuspriger Filoteig vorhanden ist. Das ist nämlich der einzige Punkt, den ich sonst an Spanakopita oder Tiropita, den Käseteigtaschen, vermisse: Knusprigkeit. Aber das haben wir jetzt ja auch im Griff.

Spinat Feta Filoteig Muffinform Spanakopita
Spinat & Feta & Filoteig: so eine Art Spanakopita aus der Muffinform

Für 10 kleine Küchlein

750g – 1kg Blattspinat, aternativ 300g TK-Spinat
2 Knoblauchzehen
200g Feta
1 Ei, Gr. L
100g griechischer Joghurt (oder Ziegenjoghurt oder Frischkäse – was eben gerade vorhanden ist)
1 Packung Filoteig mit 10 Blättern (meisten steht DIESER in der Kühltheke neben dem Blätterteig)
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

außerdem: Muffinform und 20 ca. 1cm breite und 15cm lange Backpapierstreifen

:: Spinat waschen und verlesen, trockenschleudern. TK-Spinat auftauen lassen. Knoblauch pellen. Etwas Olivenöl in eine große Pfanne gießen und zusammen mit den Knoblauchzehen erhitzen. Dann den frischen Spinat in die Pfanne geben und zusammenfallen lassen. (TK-Spinat am besten auch kurz erhitzen.) Die Knoblauchzehen herausnehmen (nicht wegwerfen) und den Spinat in eine Schüssel umfüllen. Etwas abkühlen lassen.

:: Feta kleinbröseln und mit Ei und Joghurt vermischen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen und die Mulden der Muffinform leicht einfetten und über Kreuz mit den Backpapierstreifen auslegen.

:: Filoteig fertigmachen: Dafür 1 „Bogen“ halbseitig mit Olivenöl einpinseln – also vom z.B. linken Rand bis zur Mitte. Die andere Seite darüberschlagen, so dass sich das Öl jetzt zwischen den Schichten befindet. Das entstandene Rechteck wieder bis zur Mitte leicht mit Öl einpinseln und die andere Hälfte überschlagen – jetzt haben wir ein (ungefähres) Quadrat vor uns. Das Filo-Quadrat in die Muffinform setzen, so dass die Ecken spitz nach oben zeigen – das zweite Bild ist eigentlich recht anschaulich, oder?
Mit den restlichen Filoblättern ebenso verfahren.

:: Den abgekühlten Spinat ausdrücken und grob hacken. Die Knoblauchzehen fein hacken und mit dem Spinat vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

:: Die Filo-Förmchen mit Spinat befüllen, dann mit dem Feta-Mix bedecken. In den Ofen schieben und ca. 30 Minuten backen, bis der Teig knusprig ist und der Feta gebräunt.

:: Aus den Muffinförmchen nehmen (sollte mit den Papierstreifen ganz gut gehen) und 10 Minuten abkühlen lassen.

Schmecken kalt auch super, allerdings sollten sie dann nicht in der Muffinform aufbewahrt werden, da sie dort sonst durchweichen. Köstlich dazu: Ein simpler Tomatensalat.

 

Dienstag, 15. Mai 2012

Gratinierter Spargel mit zitronigen Nussbröseln

Blogmäßig bin ich ein Spätstarter in Sachen Spargel, hinke der Realität um eine Woche hinterher. Aber wie auch Erdbeeren kaufe ich Spargel erst, wenn mein Händler des Vertrauens mir versichern kann, dass die Stangen ganz „normal“ gewachsen sind, ohne Heizrohre in der Erde, und ohne hunderte Kilometer durch die Landschaft gekarrt zu werden, bis sie in meinem Topf landen. Aber dann! Dann gibt es kein Halten mehr. Traditionell wird die Saison auf unserem Teller mit weißem Spargel begonnen, mit Kartoffeln, zerlassener Butter und hauchdünnen Scheiben Schinken. Die einfachen Dinge, die glücklich machen. Erst danach wird experimentiert.
Das hier ist allerdings nur ein halbes Experiment. Neulich las ich bei GourmetGuerilla von Ofengegartem Spargel mit Zitronenstreuseln und trug die Idee mit mir umher. Gleichzeitig kamen mir die zitronigen Brösel in den Sinn, mit denen ich im Januar Schnittbohnen gratiniert hatte – das gleiche Prinzip sollte doch auch mit Spargel funktionieren! Meine Mutige Mütze hatte ich aber verlegt, weswegen ich zunächst auf die bewährten Nussbrösel gesetzt habe. Die Bratschlauch-Idee von Mel kommt in der nächsten Woche dran. Nachdem ich eine Rolle Schlauch besorgt habe.
Bei den Bröseln habe ich diesmal mehr das Zitronige und das Nussige hervorheben wollen und habe dafür auf Knoblauch und Chili verzichtet. Durch das Rösten im Ofen gewinnen die Haselnüsse noch mehr an Geschmack, wer es über-nussig mag, kann die Ofenvorheizphase gleich dazu nutzen, die Nüsse vor dem Hacken anzurösten. In jedem Fall ist die Kombination Zitrone & Nuss ein Traum zu Spargel!
Dazu gab es sparsam gewürztes und langsam gebratenes Lachsfilet.
Gratinierter Spargel mit zitronigen Nussbröseln
1 kg Spargel
50g Butter (ca. 4 EL)
1 Handvoll ganze Haselnüsse (ca. 50g)
2 EL Semmelbrösel
Saft und Schale von 1/2 Zitrone
2 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

:: Backofen auf 200°C vorheizen.

:: Spargel schälen, die Enden abschneiden und für ca. 5-6 Minuten in Salzwasser garen.

:: Während der Spargel köchelt, die Butter schmelzen. Haselnüsse mittelfein hacken (oder in die Küchenmaschine werfen) – ein paar gröbere Stückchen sind dabei durchaus erwünscht. Die gehackten Nüsse mit Semmelbröseln, 2 EL geschmolzener Butter, abgeriebener Zitronenschale und Zitronensaft vermischen, die Petersilie unterrühren und alles mit Pfeffer und einer Prise Salz abschmecken.

:: Eine längliche Auflaufform  bereitstellen. Den Spargel aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und in die Auflaufform legen. Die Bröselmischung auf dem Spargel verteilen.

:: Ca. 15 Minuten im Ofen backen, bis die Brösel goldbraun sind. Herausnehmen und mit der restlichen geschmolzenen Butter beträufeln.

 

Dienstag, 24. April 2012

Torta di zucchine – Zucchinikuchen

Zucchini Zucchinikuchen Torta di zucchine Pinienkerne Petersilie

Ich habe mich letztes Jahr schon einmal gefragt, ob es für herzhafte Kuchen eigentlich ein gutes deutsches Wort gibt. Ich bin seither nicht viel schlauer geworden, obwohl „Kuchen“ für mich immer noch eine süße Angelegenheit ist. In diesem Fall scheint aber auch die wortreiche italienische Sprache kein besseres Wort herzugeben, denn auch im Original heißt der Zucchinikuchen „Torta“. Im Prinzip ist das doch auch wieder toll, denn wann gibt es sonst Kuchen zum Abendessen?

Zucchini Zucchinikuchen Torta di zucchine Pinienkerne PetersilieEin weiteres tolles und simples Rezept aus „La cucina verde“ von Carlo Bernasconi, das immer noch meine persönlichen aktuellen Top 3 der Kochbücher anführt. Es gibt eigentlich nur eine einzige Sache, die zu bemängeln ist an diesem Rezept: Die angegebene Menge soll für vier Personen reichen. Haha. Selbst ohne Fressmaschine hungrigen Ehegatten reicht das vielleicht für vier als Vorspeise, um den Appetit anzuregen und sich auf das weitere Menü zu freuen. Also eher für zwei. MIT Salat. Oder (ehrlich, das habe ich echt schon überlegt!) gleich mal die doppelte Menge in den Backofen schieben.
Zucchini geraffelt

Torta di zucchine – Zucchinikuchen


750g Zucchini (im Original 500g – aber mehr ist mehr gut!)
50g Butter
100g Parmesan
250g Ricotta
4 Eier (3 reichen auch, mit 4 wird’s aber fluffiger)
3 Stängel glatte Petersilie
2 Zweige Thymian
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Paniermehl
2-3 EL Pinienkerne

:: Zucchini waschen und raspeln. Dann zusammen mit der Butter in eine große Pfanne oder einen Topf geben und etwa 10 Minuten auf kleiner Hitze garen. Anschließend in ein Sieb kippen und gut ausdrücken.
:: Backofen auf 180°C vorheizen.
:: Parmesan fein reiben und mit Ricotta und Eiern gut mischen. Petersilie hacken und Thymianblättchen abzupfen, unter den Ricotta rühren. Die Zucchini unterheben und mit Salz und Pfeffer würzen.
:: Eine Auflauf- oder Backform mit Olivenöl einfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Die Zucchini-Ricotta-Masse einfüllen und mit Pinienkernen bestreuen. Etwa 40 Minuten im Ofen backen. Vor dem Servieren ein paar Minuten auskühlen lassen.
Schmeckt auch kalt sehr fein!
 

Donnerstag, 29. März 2012

Zwiebel-Konfitüre: Confettura di cipolle

Von meiner Begeisterung für das Buch „La cucina verde“ von Carlo Bernasconi sprach ich bereits hier. Die Begeisterung ist ungebrochen, nicht umsonst schwärmten Valentinas Kochbuch und Arthurs Tochter zum Beispiel von der Torta di zucchine, dem Zucchinikuchen. Der ist aber auch zu gut! Und ganz sicher Bestandteil eines Posts in naher Zukunft. Aber erst einmal habe ich ja versprochen, mich in den nächsten Posts den selbstgerührten, -gekochten und -gebackenen Ostergeschenken zu widmen. Oder überhaupt Geschenken, Ostern ist ja nur ein willkommener Anlass.

Das wunderbare Buch beinhaltet ein Rezept, das ich in ähnlicher Form schon mal bei Steph und bei Christina gesehen und nachgekocht hatte, und das an und für sich schon perfekt ist. Aber man probiert ja gern etwas neues aus, nicht? Deswegen hat die „Confettura di cipolle“ sofort einen Marker verpasst bekommen, als Geschenk für Feinschmecker und Käseliebhaber. Die Zwiebelmarmelade macht sich perfekt zu reifem Käse oder in meiner persönlichen Lieblingskombi mit Ziegenfrischkäse: hier ist das Zusammenspiel aus säuerlichem Frischkäse und würzig-süßlichem Marmeladengeschmack der Himmel auf Erden. Quasi die Abendbrot-Variante vom Frühstücks-Frischkäsebrot mit „normaler“ Marmelade. Stulle of the Week-verdächtig!!!

Eigentlich heißt das Rezept „Confettura di cipolle di Tropea“, also Konfitüre mit Zwiebeln aus Tropea, einer Stadt im süditalienischen Kalabrien. Nun gab es nur norddeutsche Zwiebeln aus den Vierlanden im Angebot. Confettura di cipolle di Quattro Paese, dann vielleicht? Egal.
Auch sonst habe ich das Rezept ein bisschen anpassen müssen, denn Carlo Bernasconi möchte Rotweinessig verwendet haben. Da ich den aber in zwei Supermärkten nicht oder nicht in anständiger Qualität bekam, bin ich auf den bewährten Balsamico umgestiegen. Balsamico ist ja von Haus aus ein bisschen süßlich und milder als Rotweinessig, weshalb ich die Zuckermenge etwas reduziert habe. Der Vollständigkeit halber steht die Originalmenge beim Rezept dabei.

Und weil Euch neulich die Etiketten der Schokoladensirup- und Karamellsaucen-Flaschen so gefallen haben, habe ich Euch hier die Etiketten als Vorlage für Aufkleber oder Anhänger für die Zwiebelkonfitüre umgestaltet und als PDF hochgeladen: KLICK.

Zwiebel-Konfitüre: Confettura di cipolle
**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker lässt sich grundsätzlich durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Allerdings ist hier durch den Aceto Balsamico ziemlich viel Zucker drin. Leider!**

Ergibt genug für 1 Glas à 400ml Fassungsvermögen, oder 2 nicht ganz volle 250ml-Weck-Gläser

600g rote Zwiebeln, gepellt gewogen
4 EL Olivenöl
75g Zucker (original: 100g)
100ml Aceto Balsamico (original: Rotweinessig)
1 Zimtstange
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer

:: Zwiebeln in feine Scheiben schneiden.
:: In einem weiten Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin langsam für ein paar Minuten andünsten, bis sie etwas weicher geworden sind.
:: Zucker, Balsamico/Essig, Zimt und Lorbeerblätter zu den Zwiebeln geben, umrühren und ca. 1 Stunde auf geringster Hitze köcheln. Dabei immer mal wieder umrühren und evtl. etwas Wasser nachgießen, damit die Zwiebeln nicht anbrennen.
:: Zimt und Lorbeerblätter entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In saubere Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
:: In Kühlschrank aufbewahren. Die Zwiebel-Konfitüre hält sich dort einige Wochen.