Archiv der Kategorie: gratiniert+überbacken

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Nachgekocht: Gerösteter Blumenkohl mit Wurzelgemüse

Kohlgemüse. Liebe ich ja sehr. In meiner Kindheit ging nichts über Omas Wohlfühl-Gericht Kohlhack (quasi die unkomplizierte Version von Kohlrouladen), und für den langsam geschmorten Rotkohl meiner Mutter lasse ich die Entenkeule gern links liegen. Auch Rosenkohl und Brokkoli sind mein Freunde, genau wie eben ihr weißer Kumpel: Blumenkohl. Solange man all die lieben Brassica-Verwandten nicht zu Tode kocht, sind sie aromatische und vielseitige Lebensmittel mit Superfood-Qualitäten (relativ wenigen Kalorien stehen massig Vitamine, Mineralien und Ballaststoffen gegenüber. Ein schönes Buch zu diesem Thema ist „Kohl“ von Hildegard Möller*.).
Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl mag ich geröstet am liebsten, diese Kombi aus karamellisierter Kruste und noch leicht bissfestem Kern ist Meilen, Welten, ach – Lichtjahre! entfernt vom verkochten Kinderschreck.

Deswegen war ich auch sofort angefixt vom Rezept von Lea von Veggies. Geröstete Blumenkohl-Steaks mit ebenfalls geröstetem Wurzelgemüse: Das klang nach einem Oberknaller. Ist es auch. Und was fürs Auge noch dazu, dieser schicke Kontrast zwischen den hellen Blumenkohl-Bäumchen und dem granatroten Gemüse, darauf grüne Petersiliensprenkel… ach, seht selbst. Und dann ab an den Herd! Gerösteter Blumenkohl mit Wurzelgemüse // www.katharinakocht.com

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Donnerstag, 13. August 2015

Zucchini-Lasagne: Low Carb und Veggie für die sommerliche Zucchinischwemme

Hätten wir Zucchinipflanzen, würden diese aktuell sicherlich auf Höchstleistung produzieren. Wir haben allerdings nur Tomaten in unserem rand-urbanen Garten. Ihre Leistung ist auch recht beachtlich, und es wäre so schön, wenn die Früchte die Chance bekämen, rot und reif geernet zu werden. Ich habe aber meine begründeten Zweifel, denn aktuell höre ich mich mehrfach täglich rufen: „Neeeein! Nicht die grünen Tomaten essen! Spuck das bitte sofort aus!“, kombiniert mit der Bewegung der auffordernd unter den Kindermund gestreckten Handfläche. Die Mütter wissen, was ich meine. Die Väter sicher auch.
Am hier vorliegenden Zucchini-Überfluss bin ich selbst Schuld, ich habe schlicht zu beherzt zugegriffen im Gemüseregal. Ich möchte fast wetten, dass ich zu dem Zeitpunkt irgendeine granatenmäßige Idee zur Verwendung hatte, aber wieder daheim war die Idee irgendwie… verschwunden. AWOL. Die Rettung aller Ideenlosen, Pinterest nämlich, schlug mir Low Carb Zucchini-Lasage vor. Halleluja! Wenn ich schon keinen Plan habe, dann hat ihn wenigstens jemand anders.

Nach zweimaligem Kochen (Backen?) dieser schlanken und unheimlich köstlichen Gemüselasagne weiß ich jetzt auch, warum ich im Internet kein Bild vom Anschnitt der Lasagne finden konnte: Es ist ein Gemetzel. Manche Dinge bleiben eben einfach lieber unveröffentlicht.

Low Carb Zucchini-Lasagne

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Montag, 11. November 2013

Mangold-Frittata mit Feta

Es geht eindeutig auf den Winter zu, auf meinem Wochenmarkt sehe ich seit einiger Zeit schon die Beutel mit Grünkohl. Grünkohl und ich haben erst eine relativ kurze Freundschaft zu verzeichnen, zu stark war noch die Erinnerung an den fiesen Grünkohl im Glas, den ich aus einer Entdeckerlaune heraus einmal probiert hatte. Darin bestätigten sich all die Vorurteile, die man (vor allem olfaktorisch) gegen Kohlgemüse jeglicher Art haben kann. Seit aber die „kale“-Rezepte von Übersee zu uns schwappen, sehe ich das Blattzeugs mit mehr Interesse an. Wobei ich mich schon frage, ob die Amerikaner und Australier andere Sorten haben als wir, solche, die das ganze Jahr über wachsen, oder ob wir in Deutschland an Traditionen festhalten, die keine sein müssten? Mangold-Frittata mit Feta

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Dienstag, 22. Oktober 2013

Überbackener Blumenkohl mit Brokkoli-Käse-Sauce (und die Option auf ein Upgrade auf „Mac’n’Veg’n’Cheese“)

Bei Jamie Oliver ist ja immer alles mindestens mal fantastisch. Gern auch das „beste“. Oder gar das „weltbeste“: Nudelsalat, Brathähnchen, Dessert. Immer alles superduper und großartig. Nachdem ich auf diese Eigenlob-Arien aber schon ein paar Mal hereingefallen bin, begegnete ich dem Blumenkohl-Gratin mit Vorsicht – immerhin war es mit „the best cauliflower broccoli cheese“ bezeichnet. Dennoch, ich hatte so oder so Lust auf Blumenkohl, ein Brokkoli lag auch noch im Gemüsefach, und gegen mit viel Käse überbackenes Gemüse hat man ja eigentlich nie etwas.

Blumenkohlgratin mit Brokkoli-Kaese-Sauce

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Donnerstag, 22. August 2013

Ob Sommer, ob Winter, Pizza geht immer: Auberginen-„Pizza“ mit Ziegenkäse

Dass ich Euch dieses Rezept bislang vorenthalten habe, hat einen einzigen Grund: mir war schlicht das Rezept abhanden gekommen. Die Bilder schlummern seit Monaten in meinem Ordner und waren schon mehrfach an der Reihe, endlich gepostet zu werden, aber offenbar hatte ich in einem Anfall von „ich räume JETZT diesen Zeitschriftenstapel hier auf!“ auch die entsprechende Ausgabe der SAVEURS entsorgt, ohne das Rezept vorher zu entnehmen und im Rezepteordner zu bergen.

Auberginenpizza mit Ziegenkäse

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Montag, 15. April 2013

Frühling! Spargel! Kleine Tartelettes mit Spargel und Ziegenfrischkäse (plus Spargel-Radieschen-Salat)

Ja, ich gebe es unumwundern zu: Ich habe es getan. Ich habe Spargel gekauft, obwohl die Saison selbst mit Fußbodenheizung auf den Feldern in unserem hiesigen Spargel-Mekka (welche Region Deutschands bezeichnet sich eigentlich nicht als Spargel-Mekka?) noch nicht wirklich begonnen hat. Zu meiner Verteidigung habe ich die unbändige, unstillbare Lust auf Frühling vorzubringen, auf zartes Grün, auf andere Aromen als die von Karotte und Kohl. Außerdem natürlich die finanzielle Unterstützung des Herkunftslands des Gatten, selbstredend habe ich NUR zu griechischem Spargel gegriffen, versteht sich.

Spargel Tartelettes Ziegenfrischkäse Radieschen Salat Kerbel Blätterteig zuckerfrei

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Freitag, 8. März 2013

8 Wochen Projekt Zuckerfrei: Geschafft! Plus: Allerköstlichste geröstete Möhren mit Linsensalat

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich anhöre wie meine (oder wahlweise Eure) Großtante: Kinders, wie die Zeit vergeht! Acht Wochen sind beinahe rum, das Projekt Zuckerfrei 2013 kommt zum Ende. Nun gut, ich sollte das besser formulieren: Acht Wochen Entwöhnung kommen zum Ende, zuckerfrei bleibt es ja bei mir. Bei Euch vielleicht auch? Für alle, die überlegen, ebenfalls einzusteigen ins No-Sugar-Business oder die erst jetzt darüber stolpern (hallo!), will ich heute die letzten Wochen einmal zusammen fassen und noch mal die wichtigsten Tripps & Tricks teilen.
 

Donnerstag, 17. Januar 2013

Avocado, my love: Überbacken und mit Salsa gefüllt {Projekt Zuckerfrei, Woche 2}

Als ich vor 15 Jahren zu Hause auszog, probierte ich mich nicht nur einmal quer durch alle Fertiggerichte, die der Supermarkt zu bieten hatte, ich schwor gleichzeitig auch Fett ab. Uääääääh, Fett! (*angeekelte Teenager-Miene*) Milch gab es ab dann nur noch in der Halbfett-Variante, Joghurt am besten gleich mit 0,1%, und alles, was mit „fettreduziert“ beworben wurde, war automatisch ein Interessenskandidat, ebenso wie diese dubiosen „statt Sahne“-Produkte, die im Laufe der Zeit aufkamen. Schließlich hieß es doch immer, Fett mache fett. Das einzige sogenannte Schlank-Produkt, mit dem ich mich auch schon damals nicht anfreunden konnte, war Putenbrust.
Glücklicherweise dauerte meine Low-Fat-Phase nur ein paar Jahre. Butter kommt mir zwar noch immer nur noch in den seltensten Ausnahmefällen auf’s Brot, aber das ist eine reine Geschmacks- und Konsistenzsache. Ansonsten sind Öle, Nüsse, vollfette Milchprodukte und hin und wieder tierisches Fett meine Freunde. Und Avocados.
Überbackene Avocado Brösel Haselnüsse Petersilie Projekt Zuckerfrei
Ooooh, Avocados. Als ich Euch das erste Mal probierte, war es um mich geschehen…. OK, stopp – ganz so war es nicht, meine erste Avocado war ein unreifes, hartes Ding mit widerspenstiger Schale und seifigem Geschmack. Und ich war 12. Keine gute Kombination. Unsere wahre Liebesgeschichte begann erst viel später, und ich schäme mich, zuzugeben, dass ich den dunkelgrünen Knubbelschalen während meiner Fett-Abstinenz untreu wurde. Was ich in dieser Zeit alles verpasst habe! Nicht nur den cremigen Geschmack, auch eine geballte Ladung an ungesättigten Fettsäuren, an den Vitaminen A und E, an Alpha- und Beta-Carotin. Außerdem macht es das in der Avocado enthaltene Fett einfacher, fettlösliche Vitamine und Nährstoffe aus anderen Früchten herauszulösen. Übrigens, alle die im Baby-Modus sind, sollten Avocados auch auf ihren Einkaufszettel setzen, denn sie enthalten viel Folsäure, sollen den Hormonhaushalt ausgleichen und übrigens auch beim Mann alles in Schwung bringen. Fun fact: Das aztekische Wort für Avocado, ahuacatl, bedeutet soviel wie Hoden, da sie paarweise wachsen. (Und naja, auch ein bisschen so aussehen.) Bei einer Avocado dauert es übrigens auch 9 Monate, bis sie von der Blüte bis zur reifen Frucht heranreift.
Avocado gratiniert überbacken Petersilie Haselnüsse Projekt Zuckerfrei
In Woche 2 des Projekt Zuckerfrei 2013 holen wir also mehr Fett auf den Teller. Keine Pommes, tut mir Leid, aber ansonsten alles, was schmeckt und dem Körper gut tut. Kokos- und Olivenöl, Oliven, Avocados (ach), Nüsse, Kürbiskerne und Saaten, Käse und Joghurt mit natürlichem Fettgehalt, Eier. Erschreckt? Muss nicht sein. Genau wie bei der Umwandlung von Glucose in Energie hat unser Körper ein sensibles Regelsystem, das uns sagt, wann es reicht. Dieses Signal auch zu hören, oder besser: auch hören zu wollen, müssen wir oftmals erst wieder lernen. Es zu hören, zu verstehen und zu akzeptieren, also aufhören zu essen, wenn man satt ist, das ist die ganz hohe Kunst, oooooh ja. *seufz*
  • Was mir in dieser Woche hilft: Ganz bewusst essen. Das fühlt sich am Anfang ziemlich albern an: nach jedem zweiten Bissen abzuwarten, ob der Bauch sagt, so reicht jetzt, ne. Aber es funktioniert! Als wir gestern abend beim Essen saßen, sagte ich plötzlich zum Testesser: „Wahnsinn. Gerade hat mein Hypothalamus Signale ans Hirn geschickt, dass ich satt bin. Das ist irgendwie wie bei Otto Waalkes damals: Großhirn an Kleinhirn!“ (Er hat gelacht. Gelacht! Grmpf. Ich mache hier die Entdeckung des Jahres und er lacht.)
  • Was ich in dieser Woche austausche: Snacks. Wenn der kleine Hunger kommt, dann gibt es keinen Apfel (geschweige denn einen Keks), sondern ein Stück Käse für das Insta-Satt-Gefühl. Ich habe im Büro übrigens auch immer Käse in einer Tupperschüssel im Kühlschrank stehen, und wenn das 11-Uhr-Tief oder das Nachmittagsloch kommt, dann hole ich mir ein Stückchen. Am liebsten Ziegengouda.
  • Mein Superfood in dieser Woche: Mein heißgeliebtes natives Kokosöl, mein absoluter Allrounder. Sehr hoch erhitzbar, also perfekt zum Braten, aber gleichzeitig auch lecker und leicht süßlich auf einer Scheibe Brot, und voll mit essentiellen Fettsäuren. Und – kein Witz – mein Held im Badregal. Seit einiger Zeit benutze ich Öl zur Gesichtsreinigung, und meine Haut liebt Kokosöl.
  • Interessant: Das Gehirn besteht in seiner Trockenmasse zu 60 % aus Fett.
Gefüllte Avocado, Tomatensalsa, Koriander, Projekt Zuckerfrei
Tomaten Avocado Salsa Koriander Projekt Zuckerfrei

Überbackene Avocado

Die Brösel-Masse reicht locker für 2 Avocados, also 4 Hälften
25g Haselnusskerne (eine Handvoll)
2-3 EL grob gehackte Petersilie 
abgeriebene Schale von 1/4 Zitrone
1-2 EL Zitronensaft
2 EL Olivenöl
1-2 EL Paniermehl oder 1/2 Scheibe altbackenes Bauernbrot
Salz & Pfeffer
1 Prise Piment d’Espelette (alternativ Chili)
2 Avocado 
evtl. Olivenöl zum Beträufeln
:: Backofen auf 220°C vorheizen, während der Aufheizphase die Haselnüsse auf ein Backblech geben und für 5 Minuten im Ofen rösten. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.
:: Haselnusskerne, Petersilie, Zitronenschale und -saft mit Olivenöl und Paniermehl in die Küchenmaschine geben und alles mittelgrob hacken, so dass durchaus noch Stückchen da sind. Ohne Küchenmaschine: Scharfes Messer zum Einsatz bringen und die Haselnüsse und die Petersilie hacken, dann Zitrone, Öl und Paniermehl unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette abschmecken.
:: Avocados halbieren, den Kern entfernen und die Hälften mit der Bröselmasse bedecken. Für ca. 7 Minuten in den Backofen schieben. Die Bröselmasse soll leicht bräunen, die Avocados sollen aber nicht zu warm oder matschig werden. Wer eine gut regulierbare Grillfunktion im Ofen hat, kann die dazunehmen – meine ist so stark, dass sie die Brösel sehr schnell verbrennen ließ.
:: Herausnehmen und nach Geschmack mit etwas Olivenöl beträufeln.

 

Avocado mit Tomaten-Salsa-Füllung

für 2 Avocado-Hälften
1/4 kleine rote Zwiebel
1 TL heller Essig
150g Kirschtomaten
1/2 Bund Koriander
1/4 rote Chili (gern mehr, wer mag!)
1 kleine Knoblauchzehe
Limettensaft
Pfeffer
asiatische Fischsauce (oder good old Salz)
1 Avocado
 
:: Die Zwiebel in feine Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit dem Essig mischen. Eine Viertelstunde stehen lassen. (Der Essig entzieht den Zwiebeln die manchmal unangenehme Schärfe.)
:: Tomaten waschen und in Würfel schneiden, zu den Zwiebeln geben. Koriander waschen, trockenschütteln und mittelfein hacken. Chili fein würfeln, Knoblauchzehe fein hacken. Alles zu Zwiebeln und Tomaten hinzufügen und gut durchrühren. Mit Limettensaft, Pfeffer und Fischsauce (oder Salz) abschmecken.

:: Die Avocado halbieren, Kern entfernen und dann jede Hälfte mit der Tomatensalsa füllen.

:: Auch gut: Das Avocadofleisch herauslöffeln, in Würfel schneiden und unter die Salsa rühren. Schmeckt super zu Tortillas oder in den Quesadillas von hier.

 

Dienstag, 28. August 2012

Zucchinikuchen mit Ricotta, Ziegenkäse und Oliven

Seit Wochen ist der Suchbegriff, über den mein Blog die meisten Zugriffe bekommt, „Zucchinikuchen“. In allen möglichen lustigen Schreibweisen, aber ich gebe gern zu, dass ich die Suchmaschine auch oft mit möglichst weit gefassten Begriffen füttere. Ich bin übrigens ein Bild-Sucher, zumindest, was Rezepte betrifft. Macht Ihr das auch so, klickt ihr auch umgehend auf „Bilder“, wenn Ihr den Suchbegriff eingegeben habt und lasst Euch dann von den angezeigten Fotos inspirieren? Zugegebenermaßen liegt es auch daran, dass ich selten Lust verspüre, mich durch die endlosen Links zum Chefkoch-Forum zu klicken. Blogger-Snobbery, könnte man wohl sagen… ich bekenne mich schuldig.

zucchinikuchen zucchinibread zucchini kuchen

Die Zucchini-Schwemme scheint in vollem Gange zu sein, wenn auch nicht unbedingt auf unserem Balkon. Erst war das Wetter zu kühl und zu nass, um mehr als ein paar mickrige Gurken und eine Handvoll winziger Tomaten hervorzubringen, dann, als es schön und sonnig war, waren wir im Urlaub und fanden bei unserer Rückkehr die Pflanzen vertrocknet vor. Vorausschauendes Gärtnern geht wohl anders, für das nächste Jahr werde ich mir einen Plan anlegen!

Doch auch ohne Balkon-Ernte ergebe ich mich gern in die Zucchini-Schwemme, ich mag das vielseitige Gemüse sehr gern und kann selten an der gelben oder grünen, länglichen oder runden Auslage der Gemüsestände vorbeigehen.

zucchinikuchen zucchinibread zucchini kuchen

Und wenn die Welt nach Zucchinikuchen schreit, soll sie noch einen bekommen! Aber keinen süßen, immerhin soll es diesen „Kuchen“ zum Abendessen geben. Im ersten Anlauf wurde er nicht schlecht, aber für meinen Geschmack viel zu feucht und klatschig. KlAtschig, nicht klItschig. Ja ja, da ist ein Unterschied. Im zweiten Anlauf nahm ich mehr Mehl und weniger Flüssigkeit, dabei wurde der Kuchen perfekt: Schön saftig, und ja – ein wenig klischig. 🙂 Nur die Oliven hatte ich im zweiten Anlauf vergessen, das fiel mir erst auf, als der Kuchen bereits im Ofen garte. Sie schmeckten dann im dazu gereichten Salat, aber auch im Kuchen selbst sind sie wirklich gut.
Auch wirklich gut: Scheiben übrig gebliebenen Zucchinikuchens am nächsten Tag anbraten oder im „Armer-Ritter-Style“ in verkleppertem Ei einweichen und ausbacken.

zucchinikuchen zucchinibread zucchini kuchen

Zucchinikuchen mit Ricotta, Ziegenkäse und Oliven

für eine kleine Kastenform von 20 cm

2 mittlere Zucchini
2 Knoblauchzehen
2 Zweige Thymian
jeweils 3-4 Zweige Petersilie und Dill
1 Handvoll schwarze Oliven

2 Eier
50ml Sahne
25g Parmesan
50g Ricotta
1 EL Zitronensaft
125g Mehl
1 TL Backpulver
50g Ziegenkäse (Rolle oder fester Frischkäse oder Hirtenkäse)
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette oder getrockneter Chili

:: Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. In etwas Öl anbraten. Währenddessen den Knoblauch pellen und hacken. Zusammen mit dem Thymian zu den Zucchinischeiben geben und alles so lange bei kleinerer Temperatur anbraten, bis die Zucchini weich sind. Abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen und eine 20er Kastenform mit Backpapier auskleiden.

:: Dill und Petersilie hacken, Oliven halbieren oder in Ringe schneiden. Parmesan reiben.

:: Eier und Sahne verschlagen. Parmesan mit Ricotta unter die Eier rühren. Oliven, Kräuter und Zitronensaft unterheben. Großzügig pfeffern, etwas salzen und eine Prise Piment d’Espelette oder Chilipulver hinzugeben. Mehl und Backpulver mischen und mit dem Löffel unterheben. Der Teig ist recht fest, evtl. noch 1-2 Löffel Sahne oder Milch einrühren. Die Zucchinischeiben und den grob zerbröckelten Käse unterheben, alles in die Backform füllen.

:: 35 bis 40 Minuten backen und im ausgeschalteten Backofen bei geöffneter Tür 10 Minuten auskühlen lassen, bevor der Zucchinikuchen herausgenommen wird.

 

Freitag, 17. August 2012

Kolokitho-Dingsda: Griechische Zucchinipuffer, völlig ohne Frittieren

Unser erster gemeinsamer Griechenland-Urlaub vor einigen Jahren hatte gleich zwei Gründe. Urlaub, natürlich, Sonne und Meer genießen. Aber ebenso sollte ich meine zukünftigen Schwiegereltern kennenlernen, die die Sommermonate jedes Jahr in Chalkidiki verbringen. Ich war – verständlicherweise, möchte man meinen – nervös bis in die Haarspitzen, der Mann sagte angeblich beruhigende Sachen wie „wieso? das sind auch nur ganz normale Menschen!“ Daran hätte ich keinen Zweifel, erwiderte ich, aber immerhin sei das was Ernstes zwischen uns, und da darf man doch wohl aufgeregt sein?! 
Natürlich hatte er Recht, es gab keinen Grund, nervös zu sein, denn sie waren – und sind – wunderbar unkomplizierte und liebe Menschen, die mich sofort in der Familie willkommen hießen.
Zucchini Puffer Kolokithokeftedes griechisch Feta
An diesen ersten Urlaub muss ich jedes Mal denken, wenn ich Zucchini zu diesen „Kolokitho-Dingsdas“ forme. Es ist aber auch ein Zungenbrecher! Kolokithokeftedes. Besagte Dingsdas waren das erste griechische Gericht, das meine Schwiegermama mir in diesem Urlaub beibrachte, draußen auf der Terasse gekocht auf ihrem Freiluft-Herd. Das ist vielleicht großartig! Kein Ölgeruch im Haus, kein blauer Dunst, der das Atmen erschwert. Auf ihre subjektiv-präzise Art und Weise erklärte sie mir, dass ich „ein bisschen“ hiervon und „ein wenig“ davon nehmen soll, und dann alles in „viel Öl“ ausbacken müsste. Die Zucchinipuffer waren köstlich, und bevor ich’s recht realisiert hatte, lagen erst drei auf meinem Teller und waren dann irgendwie in meinem Bauch verschwunden.
Zucchini Puffer Kolokithokeftedes griechisch Feta

Der erste Versuch, die „Dingsdas“ in der heimischen Küche zu fabrizieren, führte zu Flüchen und vor allem zu Rauchschwaden. Für die ersten war das Öl nicht heiß genug, sie wurden labberig. Für die nächste Charge war das Öl schon wieder zu heiß, es spritzte und knallte, und vor allem rauchte es. Der dritte Teil wurde in weniger Öl angebraten, war dann genießbar, kam aber bei weitem nicht an die von Schwiegermama heran. (Ich meldete einen Freiluftherd beim Testesser an.)
Etwas später fand ich dann auf einem griechisch-kanadischen Blog die Lösung des Problems: Den Backofen. Die fertig geformten Dingsdas wandern nicht in verbrennungsgefährdendes Öl, sondern werden gefahrenminimierend in den Ofen geschoben, einmal gewendet und können dann warm, lauwarm oder kalt gegessen werden. Und da sich der Ölanteil in klaren Grenzen hält, kann man auch glatt noch einen vierten Dingsda essen.
Den Freiluftherd will ich aber trotzdem noch.

Kolokithokeftedes: Griechische Zucchini-Puffer(Κολοκυθοκεφτέδες)

ergibt ca. 10-12 Dingsdas

3 Zucchini, ca. 600 – 700g
1 Knoblauchzehe, idealerweise in Öl eingelegt
1/2 Bund Dill
1/2 Bund Petersilie
3-4 Stängel Minze
200g Feta
1 Ei
2-3 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Bestreichen
2 EL griechischer Joghurt


:: Zucchini waschen und raspeln. Mit etwas Salz mischen, in einen Durchschlag geben und diesen in eine Schüssel stellen. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen. 
:: Falls eine frische Knoblauchzehe benutzt wird, diese fein hacken und in ein wenig Öl weich garen. Abkühlen lassen. Wenn eine eingelegte benutzt wird, diese fein hacken.
:: Ofen auf 220°C vorheizen, Backblech mit Papier auslegen oder mit etwas Öl bestreichen.
:: Zucchiniraspel mit den Händen ordentlich auspressen, dann portionsweise in einem Geschirrtuch richtig kräftig ausdrücken. In eine Schüssel geben.
:: Dill, Minze und Petersilie waschen und trockenschütteln, dann fein hacken. Kräuter und die gehackte, weiche Knoblauchzehe zu den Zucchini geben.
 
:: 150g Feta zerkrümeln und zusammen mit dem Ei und 2 EL Paniermehl unter die Masse rühren. Wenn es zu feucht ist, noch 1-2 EL Paniermehl einrühren, wenn es zu trocken ist, einen Spritzer Olivenöl dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann nicht ganz handttellergroße Zucchiniklopse formen. 
:: Die Zucchiniklopse mit etwas Olivenöl bepinseln und auf einer oberen Schiene in den Ofen schieben. Etwa 10 Minuten backen, dann umdrehen und von der anderen Seite auch noch einmal 10 Minuten backen, beide Seiten sollten goldbraun sein. Herausnehmen und ein wenig abkühlen lassen. 
:: Für den Dip die restlichen 50g Feta fein zerkrümeln und mit dem Joghurt mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen und einen kleinen Schuss Öl unterrühren. Wer mag, gibt noch gehackten Dill oder geriebene Gurke dazu.