Kategorie-Archiv: gut zum Einfrieren

Mittwoch, 8. Mai 2013

San Francisco Sourdough Bread

Die Inspiration schlägt manchmal an interessanten Orten zu. Diesmal bei Twitter. Dort zwitscherte Sandy vor ein paar Wochen ein Bild via Instagram von einem San Francisco Sourdough Bread, und in meinem Hirn fing es an zu rattern. Der Name klang bekannt – irgendwo hatte ich das schon mal gesehen. Relativ schnell fiel mir auch wieder ein, wo: Im Buch “Brot genießen”, das ich zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Da es Weizensauerteig verlangte, ich aber nur eine innige wöchentliche Beziehung zu einem Roggensauerteig pflege, war das auf “später irgendwann mal” in die hinterste Ecke geschoben worden, drängte nun aber mit aller Macht nach vorn.
Tatsächlich ließ sich der Sauerteig ohne weiteres auch mit anderem Mehl füttern, und so stand einem krustig-krachendem Brotgenuss nichts mehr im Weg.

San Francisco Sourdough Bread helles Sauerteigbrot aus Dinkelmehl mit selbstgemachter Butter

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Montag, 8. April 2013

Mandeleis (zur Feier des Tages!)

I’m so excited… beyond excited. Im aktuellen FOCUS (Heft 15/13) gibt es einen Artikel zum Thema Zucker. “Ist das noch gesund?”, fragt der FOCUS – und beleuchtet Fitness-Food und vorgeblich gesunde Lebensmittel wie Müsliriegel, Orangensaft oder Fruchtjoghurt. Und stellt fest, was ich auch immer wieder sage: Von wegen gesund! Außerdem: Selbermachen ist eigentlich der einzig wahre Weg, denn nur so kann ich bestimmen, was ich auf meinem Teller habe.
Was daran jetzt so aufregend und neu sei? Kommt auf die Betrachtungsweise an. Wenn man Teil des Artikels ist, dann ist es sehr aufregend! Denn der sechsseitige Artikel beeinhaltet auch Teile eines Interview mit Yours Truly. Moi. Mit mir! Wow, das war vielleicht spannend.
In einigen Belangen geht mir persönlich der Artikel nicht weit genug, aber letzten Endes ist das ja nun auch kein wissenschaftliches oder medizinisches Journal. Wenn angeregt durch den Artikel einige (viele!) Menschen interessiert auf die Zusammensetzungen ihrer Fertig-Lebensmittel schauen und die Zuckerbomben eliminieren, dann ist das schon ein großer Schritt, und ich freue mich, Teil des Schrittes zu sein.

FOCUS zuckerfrei leben ohne Zucker Ist das noch gesund

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Montag, 16. Juli 2012

Räucherforellen-Tarte

Gestern war wahrscheinlich der erste Sonntag seit Monaten, an dem es hier keinen sonntagssüßen Post zu lesen gab. Dabei mag ich meine süße Tradition selbst sehr gern, egal ob zuckrig oder zuckerfrei. Woran lag’s? Ich war unterwegs. Wer jetzt sagt, dass das keine Ausrede sei, dem gebe ich unumwunden recht. Immerhin kann man Posts vorbereiten, und so habe ich mit größter Akribie bereits am Freitag meine ersten zuckerfreien Muffins gebacken, nach einem Marmorkuchenrezept. Sie waren hübsch, rochen gut, die Struktur erschien fluffig und luftig, voll hoffnungsfroher Erwartung bis ich hinein – und sie schmeckten todlangweilig. So langweilig, dass wahrscheinlich nicht einmal Zucker etwas daran geändert hätte. Herbe Rückschläge wie diese werden mich jedoch nicht in meinem Forscherdrang aufhalten! Lediglich die fehlende Zeit, die tat es.

geräucherte Forelle Tarte Lauch
Da wir am Wochenende nun nicht zu Hause waren, gähnte unser Kühlschrank uns auch entsprechend leer an, doch seit dem Einzug der Kalten Else in den Keller ficht mich das nicht an. Der Tiefkühlschrank hat meist ein schönes Abendessen in sich, und diesmal fiel die Wahl auf die Tarte mit Räucherforelle, die immer vorhanden sein muss, da wir sie beide sehr lieben. Besonders schön ist dabei, dass die Menge sowohl des Mürbeteigs als auch des Belags für eine runde Form von etwa 25cm Durchmesser reicht und zusätzlich noch vier kleine Förmchen auskleidet. Somit habe ich gleichzeitig kleine Portionen für ein Büro-Mittagessen. Zwei Minitartes, zusammen mit einem Salat, ergeben ein wunderbares Mittagessen und erfüllen das gesamte Büro mit ihrem Duft. Fragt meine Kollegen – “eeeeh, wer hat denn hier bitte Fiiisch gekocht?!” Ich. Und ich bin sehr glücklich damit. Nimm das, Kantinen-Schnitzel!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig

So gelb, wie dieTarte auf dem Bild daher kommt, bin ich fast geneigt, auch diese bei Uwes Blogevent einzureichen, immerhin ist noch Juli. Aber ich will mein Glück nicht herausfordern, immerhin habe ich dank Eurer aller Klicks einen tollen dritten Platz für den Monat Mai belegt! Ich bin sehr glücklich darüber und schicke Euch auf diesem Weg ein großes Dankeschön! Und teile mit Euch dafür auch am Ende dieses Posts ein paar süße Bilder aus dem schwedischen Lund, einer hübschen Universitätsstadt nahe Malmö. So süß kann window shopping sein!

geräucherte Forelle Tarte Lauch Mürbeteig Tiefkühler einfrieren
Räucherforellen-Tarte

reicht für eine Tarte-Form mit ca. 25cm Durchmesser plus 4 kleine
nach Ghillie James, “Auf Vorrat gekocht”, Mürbeteig nach Nicole Stich

200g Mehl
125g kalte Butter in kleinen Stückchen
125g Quark
1/2 TL Salz
300g Räucherforellenfilets 
400ml Milch
Butter zum Anbraten
2 Stangen Lauch
2 EL Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
Backpapier und getrocknete Bohnen o.ä. zum Blindbacken

:: Ofen auf 200°C vorheizen.
:: Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Quark und Salz schnell verkneten und für 30 Minuten kalt stellen.
:: Währenddessen die Forellenfilets auf Gräten checken, dann in eine Auflaufform legen und mit der Milch begießen. Mit einem Deckel oder mit Alufolie verschließen und im Ofen 20 Minuten pochieren. Herausnehmen und die Forelle aus der Milch nehmen.
:: Multitasking ahoi! Während der Teig kühlt und die Forelle pochiert, den Lauch putzen und in feine Scheiben schneiden.
:: Die Tarteform(en) vorbereiten, dann den Mürbeteig ausrollen und die Form(en) damit auskleiden. Backpapier darauf ausbreiten, mit Bohnen bestreuen und für 15 Minuten blindbacken. Bohnen und Backpapier entfernen und weitere 5 Minuten backen, dann herausnehmen.
:: Meanwhile eine Etage höher: Lauch in etwas Butter weichdünsten. Das Mehl unterrühren und dann nach und nach langsam die Milch angießen und unterrühren. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Cayenne würzen. 
:: Wer Zeit mitbringt, lässt die Lauch-Sauce jetzt in aller Ruhe abkühlen, wenn es schneller gehen soll: Das Waschbecken ein paar Zentimeter hoch mit kaltem Wasser füllen und den Topf hineinstellen. Immer mal wieder rühren. Wenn die Masse abgekühlt ist, die Eier verschlagen und unterrühren.
:: Die Lauchmasse auf dem Mürbeteigboden gießen, dann die Forellenfilets zerpflücken und gleichmäßig darauf verteilen.
:: Zum Einfrieren: die jetzt noch ungebackene Tarte in der Form abkühlen lassen, dann nicht abgedeckt in den Tiefkühler stellen. Wenn sie durchgefroren ist, aus der Form nehmen (es sei denn, man braucht sie auf absehbare Zeit nicht), mit Folie umwickeln oder in einen großen Gefrierbeutel umpacken.
Zum Sofort-Essen: Die Tarte in den Ofen schieben und etwa 40 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und goldbraun ist. Herausnehmen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten stehen lassen.
:: Auf Vorrat gekocht: Die Tarte wieder in die Backform setzen entweder komplett auftauen lassen und dann 30-40 Minuten bei 200°C in den vorgeheizten Backofen schieben oder die noch gefrorene Tarte 45 Minuten backen.
Abrick Macaronn in Lund:

 

Dienstag, 10. Juli 2012

Gelbe Zucchini-Parmesan-Tarte für Uwe

Der rosa April war mir hold, und auch der hellgrüne Mai hat mich bzw. meinen Spargelsalat mit Pinienkernen und Zitrone doch tatsächlich in die Endauswahl vom Cookbook of Colors gebracht. Noch bis Freitag könnt Ihr bei Uwe wählen, und ich würde mich bannich, sakrisch und wie bekloppt freuen, wenn Ihr Euer Häkchen vor meinen Beitrag setzt.
Womit wir auch schon gleich beim Thema wären. Den grünen Juni habe ich aus Mangel an guten Ideen ausgelassen, und auch im Juli wollte ich die Flügel strecken, gelb erschien mir irgendwie… kompliziert. Doch Unverhofft, der alte Zufallsgenosse, kommt oft und kam diesmal beim Durchblättern durch die Bilder der kürzlich gekochten und fotografierten, aber noch nicht gebloggten Gerichte.
Als das erste Bild der Zucchini-Parmesan-Tarte auf meinem Bildschirm erschien, sagte ich „gelb!“. Der Mann sagte „hä?“ und ich sagte, „na gelb! Perfekt für den Juli!“, und er machte die Wischer-Handbewegung vor der Stirn. Tssssk. Denn gegessen hat er die Tarte, und nicht zu wenig davon! Das Originalrezept aus der ersten Ausgabe der deutschen SAVEURS wollte grüne Zucchini, ich hatte nur gelbe, die aber um so dringender verarbeitet werden mussten. Also gab es ein monochromes Farbspiel für Teig, Belag und Guss, dreifach gelb. Und dreifach gut: Zucchini verbraucht, köstlich gegessen, Beitrag gekocht!

Überhaupt, das Cookbook of Colors. Die Idee ist schon einmal großartig: 12 Monate, 12 Farben, 36 Rezepte, und alles in einem Mega-Blogevent. Die Verwaltung ist ein Heidenaufwand, wahrscheinlich hat Uwe selbst nicht mit dieser Begeisterung in der “Szene” gerechnet, denn von Monat zu Monat wurden es mehr Einreichungen. Hinzu kommt dann die Selektion, die Vorbereitung der Abstimmung und nicht zuletzt die Umsetzung in ein Buch, das am Ende allen als PDF zum Download zur Verfügung steht. Ich finde das unglaublich. Chapeau, Uwe! Vielen Dank für die farbenfrohe Begleitung und Inspiration durch das Jahr!
Zucchini-Parmesan-Tarte
Für eine Tarte-Form oder ein Blech à 30x30cm
250g Mehl
125g Butter
1 Prise Salz
1 Eigelb
3 gelbe Zucchini (ca. 400g)
50g Parmesan
200ml Sahne
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat
:: Mehl, Butter Salz und Eigelb schnell zu einem Teig verkneten und 30 Minuten kühlstellen.
:: Währenddessen die Zucchini waschen und in dünne, ca. 2 mm breite Scheiben schneiden. Den Parmesan reiben und mit Sahne und Eiern aufschlagen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
:: Die Tarteform oder das Blech vorbereiten und den Backofen auf 180°C vorheizen.
:: Den Teig ausrollen und in die Form drücken und einen kleinen Rand bilden. Dann die Zucchini ziegelartig überlappend darauflegen. Mit dem Guss begießen und 45 Minuten backen, bis sich der Guss fest anfühlt und goldgelb geworden ist.
:: Herausnehmen, kurz etwas abkühlen lassen, in Scheiben schneiden und dann zusammen mit einem Salat servieren. Kalt schmeckt die Tarte auch ganz vorzüglich.
 

Mittwoch, 18. April 2012

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen

Gleich als sich der Einzug der “Kalten Else” in unseren Keller abzeichnete, legte ich ein Buch, das sich ganz dem Einfrieren widmet, in meinen virtuellen Einkaufskorb. Wie passend, dass die Rezension zum Buch just in dem Moment auf Valentinas Kochbuch erschien, als wir beschlossen, einen Gefrierschrank zu kaufen! Pünktlich zur Lieferung der Kalten Else wurde auch “Auf Vorrat gekocht” vom Ghillie James zugestellt, und während sich die Else auf Betriebstemperatur kühlte, versah ich das Buch mit vielen Klebezettelchen und schrieb eine Einkaufsliste. Die Möhrensuppe sprang mich schon direkt vom Buchcover an, und kaum etwas, was Süßkartoffeln und Kichererbsen enthält, ist es nicht wert, nachgekocht zu werden.

Das erste Schälchen, das hier Fotomodell spielen konnte, wurde nicht eingefroren, sondern durfte sofort verspeist werden. Sehr köstlich! Der wirkliche Härtetest würde sich aber erst nach Einfrieren und Auftauen  stellen, nicht immer verkraften alle Aromen die Kältekammer. Aber auch hier, nach einiger Zeit bei minus 18 Grad: Sieg auf ganzer Linie. Wirklich lecker!
Auch ansonsten bietet das Buch eine Fülle von Informationen zum Thema Einfrieren und wirklich gut klingende und schmeckende Rezepte – allerdings mit einem großen Aber. Zwei, eigentlich. “Auf Vorrat gekocht” heißt nämlich auf keinen Fall “ohne großen Aufwand gekocht”. Viele Rezepte sind nicht gerade unkompliziert und verlangen viele Zwischenschritte. Das habe ich insofern mit einem Stirnrunzeln betrachtet, als dass Ghillie James vor allem auch Mütter mit (kleinen) Kindern als ihre Zielgruppe betrachtet. Vielleicht ist das ja aber auch nur auf das letzte Kapitel, Essen für Babies und Kinder, bezogen – denn die Mutter, die diesen Heidenaufwand beim Schälen, Schnippeln, Kochen, Pürieren und Pochieren mit (womöglich kleinen) Kindern betreibt, die möchte ich gern kennenlernen.

Oh, wenn ich’s mir recht überlege, heißen die dann bestimmt Gwyneth Palthrow oder Sophie Dahl und haben Kindermädchen, die sich um die Kleinen kümmern, während Gwynnie und Sophs sich in der Küche vergnügen. Oder eigene Kochbücher schreiben. Ja, die beiden würde ich wirklich gern kennen lernen. Ich hätte auch eine Tarte mit Räucherfisch und Kräutern im Tiefkühlschrank, Mädels.
Und Eis!

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen
ergibt 2 Liter Suppe

Ich  habe die Suppe etwas verändert: Im Original gibt man 250g gewürfelte Chorizo hinzu und löscht alles mit Hühnerbrühe ab. Da ich keine qualitativ hochwertige Chorizo fand, habe ich sie kurzerhand weggelassen und für den Geschmack Knoblauch und Paprikapulver hinzugefügt. Außerdem habe ich die Suppe mit Gemüsebrühe rein vegetarisch gehalten. Wenn schon, denn schon.

1 rote Zwiebel
400 g Möhren
400 g Süßkartoffeln
2 Stangen Staudensellerie
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl 
1–2 TL Chipotle-Chilis, alternativ “normale” getrocknete Chilischoten
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL gemahlener Koriander 

1/2 TL Kurkuma 
1 TL Paprika, edelsüß
1 Dose gehackte Tomaten

1 l Gemüsebrühe
1/2 Bund Koriander 

1 Dose Kichererbsen
Salz, Pfeffer 
Limettensaft

:: Zwiebel pellen und fein hacken. Möhren und Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Selleriestangen putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken.

:: Das Öl in einem Suppentopf erhitzen und darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen. Möhren, Süßkartoffeln, Sellerie und Knoblauch zufügen und weitere 10 Minuten dünsten, dabei immer mal wieder umrühren.

:: Die Gewürze unterrühren, 2 Minuten mitdünsten und dann alles mit Gemüsebrühe und Tomaten ablöschen. Salzen und pfeffern, einmal aufkochen lassen und dann 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

:: Kichererbsen abtropfen lassen und Koriander fein hacken.

:: 4 Schöpfkellen Suppe in eine Schüssel füllen und zusammen mit der Hälfte der Kichererbsen und des Korianders pürieren. Zurück zur Suppe geben, mit den restlichen Kichererbsen und Koriander unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken.

:: Wenn die Suppe eingefroren werden soll: Abkühlen lassen, in geeignete TK-Behälter füllen und ab damit in die Kälte. Zum Servieren am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und bei sanfter Hitze auf dem Herd erwärmen. Evtl. nachwürzen.

 

Montag, 9. April 2012

Semifreddo mit Himbeeren

 
Vor einiger Zeit ist ein weiteres Gerät in unsere Wohnung eingezogen und hat (wie alle wichtigen Geräte in unserem Haushalt) sofort einen Namen bekommen: Die “Kalte Else”. Der Gefrierschrank. Das Leben ist so anders geworden jetzt. Bislang musste ich vor jedem Einkauf die Lage im 3-Sterne-Gefrierfach überprüfen, überlegen, ob ich noch tiefgefrorene Beeren oder Fisch oder Spinat kaufen kann, oder ob die bereits maximale Platzausnutzung doch wieder keinen Neuzugang erlaubt. An Tagen, an denen ich abends keinerlei Lust zum Kochen, aber große Lust auf ein Essen jenseits von Käsebrot hatte, war ich eben angeschmiert. Und am allerschlimmsten: Spontanes Eisessen fiel auch flach, denn ein 1-Liter-Behältnis bekam ich in der Regel beim allerbesten Willen nicht unter. Ganz zu schweigen von der Familienpackung.

Doch nun ist endlich Platz für mein liebstes Süß, das Eis. Eis in allen Formen. Sorbet. Cremeeis. Halbgefrorenes. Letzteres hat den wunderbaren Vorteil, dass man es auch ohne Eismaschine rühren kann. (Besitze ich nicht – aber wenn, hätte das Gerät garantiert auch einen Namen. Luigi vielleicht.)
Mein liebstes Semifreddo-Rezept, das ich vor Jahren mal in einem Italienisch-Kurs abgegriffen habe und das tiefkühlschranklos eine Weile ruhen musste, habe ich mit Himbeeren gepimpt. Passt ja auch wunderbar zu Ostern, Himbeeren heißen auf Italienisch nämlich “lampone”, und das ist phonetisch doch sehr dicht an Meister Lampe, dem Osterhasen. Oder? Schon, ne?

Die 3 Eiweiß, die ich ungenutzt lassen musste, sind auch in den Tiefkühler gewandert. Hier hatte ich schon davon geschwärmt, wie wunderbar sich Eiklar einfrieren lässt. Und sobald das letzte Löffelchen Himbeer-Semifreddo vernascht ist, wird sich mit Eiweiß das Schokoladen-Semifreddo nach Cynthia Barcomi in den Tiefkühler einnisten. Mit extra Chocolate Fudge Sauce, versteht sich.

Aber dieses so wunderschön rosafarbene Semifreddo reiche ich jetzt bei Uwes April-Event auf High Foodality ein!

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Semifreddo mit Himbeeren
Für eine Form von 1 Liter Inhalt

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Puderzucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**

300g Himbeeren (TK geht prima)
3 Eigelb
100g + 2 EL Puderzucker
1-2 EL Himbeergeist oder Limoncello
500g Sahne
1 Handvoll Himbeeren zur Deko (außerhalb der Saison gehen langsam aufgetaute Himbeeren super)

:: Tiefkühl-Himbeeren behutsam auftauen lassen. 200g Himbeeren mit 2 EL Puderzucker pürieren und durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen.
:: Eigelb und 100g Puderzucker über dem Wasserbad etwa 5 Minuten aufschlagen, bis die Masse hell und cremig ist und sich der Zucker weitestgehend aufgelöst hat. Vom Wasserbad herunternehmen und weitere 5 Minuten aufschlagen.
:: Sahne steif schlagen. Vom Fruchtpüree 4 EL abnehmen und unter die Sahne rühren, dann die Sahne unter die Eigelb-Masse heben. 
:: Eine gefrierfeste Form oder eine Kastenform mit einem Fassungsvermögen von 1 Liter mit Frischhaltefolie auslegen (oder die Masse direkt einfüllen). Ein Drittel der Creme in die Form füllen. Mit der Hälfte des Himbeerpürees beklecksen und das Püree verwirbeln oder leicht unterheben. Die Hälfte der Himbeeren, die nicht püriert wurden, auf die 1. Schicht verteilen. Dann mit einem zweiten Drittel Creme abdecken, den Rest Himbeerpüree daraufklecken, verzwirbeln und mit die restlichen Himbeeren darauf verteilen. Mit der finalen Schicht Creme abschließen.
:: Abdecken und mindestens 12 Stunden gefrieren lassen.
:: 15 Minuten vor dem Anschneiden aus dem Gefrierschrank nehmen. Evtl. die Form in ein warmes Wasserbad stellen, um das Eis anzulösen. Aus der Form auf eine Platte stürzen und mit Himbeeren servieren. Wer dazu noch weitere Sauce mag, püriert noch ein paar Himbeeren und streicht sie durch ein Sieb.

Alternative: statt die Himbeeren zu prürieren, kann man natürlich auch einen Himbeersmoothie oder “kernlose” Himbeerkonfitüre verwenden.

 

Sonntag, 12. Juni 2011

Erdbeer-Mascarpone-Eis

So, da bin ich wieder. Zurück mit blitzendem Ring am Finger, unendlichen vielen schönen Erinnerungen an unseren großen Tag mit Familie und Freunden, an Sonne, blauen Himmel und blaues Meer – Erinnerungen, die mir immer noch das von-Ohr-zu-Ohr-Grinsen auf’s Gesicht zaubern, und ein “hach, es war so schön!”-Gefühl, immer, wenn ich die Fotos anschaue. Und, ja, ich muss es zugeben, ein breites Besitzer-Grinsen, wenn ich in die Küche komme, denn da steht sie, zur Hochzeit geschenkt von lieben Freunden: Meine Unsere feuerwehrrote KitchenAid. Umgehend habe ich ihr einen Platz freigeräumt, sobald wir nach Hause kamen, und sofort überlegt, wann und wie ich sie denn (möglichst sofort) zum Einsatz bringen könnte. Was für ein glücklicher Zufall, dass wir für das Topmodel-Finale noch ein Dessert brauchten und ich noch Urlaub hatte, um das Eis auch frieren zu lassen.
Das GNTM-Finale war, wie erwartet, eher lahm, der erste Einsatz der KitchenAid allerdings hochspannend. Denn das ist mal ne ganz andere Sache, als mit dem Mixer zu hantieren! Im Rezept angegeben waren “Mascarpone und Puderzucker  5-6 Minuten mit dem Handmixer rühren”. Super, dachte ich – das kann ja sofort mal die KitchenAid machen! Nach 3 Minuten Rühren blickte ich dann erwartungsfroh in die Schüssel – um festzustellen, dass die (der? das?) Mascarpone inzwischen eher zu Butter geworden war, da die Rührleistung der Wundermaschine die eines Handmixers doch ein bisschen übersteigt. Naja. Diese Erkenntnis hätte ich mir auch ohne weiteres holen können, wenn ich die Bedienungsanleitung vorweg gelesen hätte, aber waruuuum denn? Eben.
Mit einer zweiten Ladung Mascarpone und wesentlich reduzierter Rührzeit (und genauester Überwachung!) ging dann aber alles glatt und Madame KitchenAid und ich hatten uns wieder lieb. Mittlerweile habe ich schon einige Sachen mehr gerührt, unter anderem Kuchenteig, und wir sind zugegebenermaßen immer noch ein wenig in der Übungsphase. Aber es wird. Und sie ist so hübsch! Auch wenn das Geschenk natürlich Testessers UND meinen Namen trug, ist es ja eigentlich eher für mich. Aber Testesser freut sich, dass ich mich freue. Und ich freue mich, dass ihm die Ergebnisse der Maschine schmecken. Alle glücklich.
Und es gibt Eis, Baby! Gottseidank ist die Fasterei für das Brautkleid vorbei. :-)
Wie fast geahnt, blieb vom Eis in der Auflaufform nichts übrig – wie gut, dass ich noch eine kleine Extra-Portion gemacht habe!

Erdbeer-Mascarpone-Eis

Aus der LECKER Nr. 6/2011

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Puderucker lässt sich aber gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe).**
500g Erdbeeren
50g + 2 EL Puderzucker
1-2 EL Zitronensaft
250g Mascarpone
200g Schlagsahne
:: Eine Auflaufform oder einen Plastikbehälter mit ca. 1,5l Fassungsvermögen mit Frischhaltefolie auslegen.
:: Erdbeeren waschen und putzen. Halbieren oder vierteln und dann mit 50g Puderzucker und Zitronensaft pürieren.
:: Mascarpone und 2 EL Puderzucker mit den Schneebesen des Handmixers cremig aufschlagen, bis sich der Puderzucker gelöst hat. Mit der Küchenmaschine entsprechend kürzer mixen – die Masse soll noch schön cremig sein. Aber die alten Hasen unter den Küchenmaschinenbesitzern wissen das wahrscheinlich und lachen über Neulinge wie mich.
:: Erdbeerprüee bis auf 4 EL unter die Mascarponecreme rühren.
:: Sahne steif schlagen und unter die Erbeer-Mascarpone-Creme heben.
:: Eismasse in die Form füllen und mit Frischhaltefolie abdecken. Im Tiefkühler ca. 45 Minuten anfrieren lassen, dann herausholen und einmal umrühren. Das restliche Erdbeerpüree auf das Eis tröpfeln und dann mit einem Löffelstiel oder einem Holzstäbchen spiralförmig einrühren. Weitere 5 Stunden einfrieren.

:: 20 – 30 Minuten vor dem Servieren herausnehmen und antauen lassen, dann in Stücke schneiden oder Kugeln “stechen” und servieren, zum Beispiel mit frischen Erdbeeren.