Archiv der Kategorie: Hefeteig

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Mein Adventskalendertürchen bei Kids, Cooks & Compost: Christopsomo, das griechische Weihnachtsbrot

Weihnachtet es bei Euch schon? Hier kommt so ganz langsam und leise die Weihnachtsstimmung herbei, wir basteln Sterne und Leuchten, gehen auf den Weihnachtsmarkt und backen Plätzchen. Mit dem kleinen Weihnachtsmann entdecken auch wir als Eltern unsere Traditionen wieder neu.

A propos Weihnachtstradition: zu dieser gehört ja vor allem das ganze Thema Essen. Von der Geschenk-Frage abgesehen, bewegt kaum etwas die Gemüter so sehr wie die Frage, was an Heiligabend und den Feiertagen auf den Tisch kommen soll. Das Gleiche wie immer, weil es doch dazu gehört? Oder mal etwas anderes wagen?
Falls Ihr eher dem „Was Neues, was Neues!“-Lager angehört, schließt doch dieses Jahr das griechische Weihnachtsbrot Christopsomo in Eure Backpläne ein: Weich, leicht süß und weihnachtlich gewürzt wird es traditionell vom Familienoberhaupt verteilt, nachdem allen Familienmitgliedern und Gästen ein frohes Weihnachtsfest gewünscht wurde: Καλά Χριστούγεννα – Kala Christouyenna – Frohe Weihnachten!

Das Rezept gibt es im Adventskalender von Kids, Cooks & Compost!

Christopsomo_griechisches_Weihnachtsbrot

 

Donnerstag, 10. September 2015

Rosmarin-Meersalz-Rosenbrot

So war der Plan: Das Brot backen, für diesen Blogpost fotografieren, dann gut verpacken und einfrieren. Als schnell aufzubackenden Antipasti-Begleiter, beispielsweise. Oder wenn Besuch vor der Tür steht. Für Gelegenheiten eben, bei denen so ein wunderbar weiches, aromatisch-salziges Brot, das man bequem auseinanderzupfen kann, gelegen kommt.
So war die Realität: Brot gebacken. Zusammen mit den Tomaten fotografiert. Die Tomaten gegessen. Ein Stückchen Brot abgezupft und dazu gegessen. Noch eins. Noch eins. (Es war noch lauwarm, was soll ich da zu meiner Verteidigung vorbringen?) Mit einem weiteren Stückchen den Tomatensaft, das Olivenöl und die letzten Fetakrümel aufgewischt. Und dann noch eins zum Abschluss. Und jetzt ist gar nichts mehr da, denn der Rest verschwand über den Lauf des Tages, das letzte Drittel inhalierte der Lieblingsgrieche förmlich.

Plan B: noch mal backen, diesmal gleich zwei Stück. Und dann eins einfrieren (diesmal bestimmt!), für die Gelegenheiten, an denen besagtes weiche, aromatisch salzige Brot gelegen kommt.

Rosmarin_Meersalz_Rosenbrot_Zupfbrot

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Sonntag, 26. Januar 2014

Ich back’s mir mit Claretti: Zimtschnecken-Rolle

Heute startet Clarettis monatliche „Ich back’s mir“-Aktion in die erste Runde. Das Motto könnte nicht besser zum Wetter passen: Alles, was mit Zimtschnecken zu tun hat. Klar schmecken die auch im Frühling, im Hochsommer und im Herbst, aber wenn draußen Schnee liegt und es klirrekalt ist, macht ein würziges, womöglich noch leicht warmes Hefeteilchen erst so richtig Vergnügen. Einen großen Kaffee, Tee oder Kakao dazu, die Wolldecke und ein Buch – Sonntagsglück, dein Name sei Zimtschnecke.

Zimtrolle_Zupfbrot

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Dienstag, 17. September 2013

Mit Liebe: Kürbis-Pfifferlings-Focaccia und das neu gestaltete Kundenmagazin von EDEKA

Neulich stand ich hoch über den Dächern Hamburgs und hatte die Qual der Wahl: Entweder den spektakulären Ausblick aus der „Sturmfreien Bude“ (einer wirklich tollen Event-Location) genießen, oder mich mit vielen anderen Bloggern unterhalten, oder aber durch das neu gestaltete EDEKA-Kundenmagazin „Mit Liebe“ blättern. Oder das grandiose Abendessen mit vielen guten Dingen genießen. Ich habe einfach alles getan, in genau der Reihenfolge.

EDEKA hatte uns zur Präsentation ihres komplett überarbeiteten Kundenmagazins „Mit Liebe“ eingeladen und hatte den Abend genau so gestaltet: Mit Liebe. Eine kurze Präsentation, viel Zeit zum Blättern im neuen Magazin, ein liebevoll gedeckter Abendbrottisch und echtes Interesse an unserer Meinung und überhaupt an guter „BR“, Blogger Relations.

Kuerbis-Pilz-Focaccia

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Donnerstag, 22. August 2013

Ob Sommer, ob Winter, Pizza geht immer: Auberginen-„Pizza“ mit Ziegenkäse

Dass ich Euch dieses Rezept bislang vorenthalten habe, hat einen einzigen Grund: mir war schlicht das Rezept abhanden gekommen. Die Bilder schlummern seit Monaten in meinem Ordner und waren schon mehrfach an der Reihe, endlich gepostet zu werden, aber offenbar hatte ich in einem Anfall von „ich räume JETZT diesen Zeitschriftenstapel hier auf!“ auch die entsprechende Ausgabe der SAVEURS entsorgt, ohne das Rezept vorher zu entnehmen und im Rezepteordner zu bergen.

Auberginenpizza mit Ziegenkäse

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Freitag, 28. Juni 2013

Franzbrötchen – endlich! Und eine Verlosung von Sukrin und Sukrin Gold, dem Ersatz für Zuckerverweigerer wie mich.

Mein zuckerfreier Wille wird besonders morgens auf die Probe gestellt, und das mehrmals wöchentlich. Seit unserem Umzug nach Lüneburg pendle ich nach Hamburg, meistens mit dem Zug. Und während ich raschen Schrittes durch die Bahnhofshalle wehe, umweht mich der köstliche Duft nach Zimt. Zimt kann in Hamburg eigentlich nur eins heißen: Franzbrötchen. Für mich eine reine olfaktorische Folter, die Duftmischung aus Butter und Zimt ist einfach umwerfend. Wenn da nur nicht die Unmengen an Zucker wären, die sich in so einer Rolle anfinden! Als es einmal besonders schlimm war, weil ich auf einen verspäteten Zug wartete, twitterte ich: „Mein nächstes Backprojekt werden zuckerfreie Franzbrötchen! Word!“

Franzbrötchen ohne Zucker Weiterlesen

 

Freitag, 22. März 2013

Orangen-Hefekränze für den Osterhasen

Hat Euer Bio-Dealer des Vertrauens noch ein paar unbehandelte Orangen im Angebot? Dann nichts wie los, besorgt Euch noch zwei davon und backt unbedingt diese Hefekränze. Die leicht herbe Note der Orange macht aus schnödem Hefeteig schnell eine kleine exotische Köstlichkeit. Da das sowieso eher etwas für Erwachsene ist, schadet auch ein klitzekleiner Schuss Orangenbrand nichts – aber das habt Ihr nicht von mir!
 

Sonntag, 24. Februar 2013

Party food is for Parties: Zuckerfreie Hefeschnecken mit Pudding- und Nussfüllung

Geht ein Zuckerfreier auf ’ne Party.
So könnte ein schlechter Witz anfangen. Im Grunde genommen ist das auch einer. Gerade, wenn man anfängt, sich vom Zucker zu verabschieden, sind Geburtstagsfeiern eine sehr üble Sache. Nicht nur, dass man sich ständig erklären, ja teilweise sogar rechtfertigen muss – man muss auch noch mit dem Essen klarkommen. Nicht umsonst habe ich neulich Familienfeiern als „Königsdisziplin“ des  Zuckerverzichts bezeichnet. Später, wenn man sich seiner Sache sicher ist und der Versuchung entweder widerstehen oder mit ihr umgehen kann, dann ist es kein allzu großes Problem mehr. Aber die ersten Wochen…. oh-oh. Besonders schwierig sind Einladungen zum Kaffee. Da Kaffee als Getränk  meinen Jieper auf  Keks & Co. enorm erhöhte, war das nachmittägliche Vergnügen anfangs eine ziemliche Herausforderung, vor allem, wenn mich dabei hübsche Cupcakes und Törtchen anlachten.

Hefeschnecken Puddingschnecken Nussschnecken zuckerfrei

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Dienstag, 11. Dezember 2012

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum Tag der Hl. Lucia

Psssscht! Still….. Könnt Ihr es auch hören? Das leise Getrappel von Füßen, das Rascheln von Kleidern, erste zaghafte Töne, die ein Lied anstimmen? Seht ihr den noch kleinen Schein von Kerzenlicht, der in der Dunkelheit langsam heller wird? Riecht Ihr den Duft von ofenwarmem, safrangelben Hefeteig? Hört ihr das traditionelle Lied und seht Ihr die freudestrahlenden und gleichzeitig aufmerksamen und hochkonzentrierten Blicke der Kinder, die Kerzen in das noch dunkle Schlafzimmer tragen und auf einem Tablett Lussekatter und Pfefferkuchen (und Glögg)?
Die Schwedenfreunde unter Euch wissen, wovon ich spreche. Am 13. Dezember ist der Lucia-Tag, und dieser Tag wird in Schweden ganz besonders gefeiert. Also Foodie fasziniert mich natürlich ganz besonders das Essen an diesem Tag! Ich habe meine schwedische Freundin Cecilia gebeten, mir mehr über den Luciatåg zu erzählen, und mir vielleicht auch zu verraten, wie in ihrer Familie die köstlichen Lussekatter gebacken werden. Hat sie gemacht, yippieh!

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

„Der Luciatåg beginnt am frühen, noch dunklen Morgen, denn Lucia bringt ja das Licht. Lucia ist eine junge Frau oder ein Mädchen, sie trägt ein langes weißes Kleid, das von einem roten Band gegürtet wird, und über ihrem offenen Haar trägt sie einen Kerzenkranz oder -krone. Sie wird begleitet von den „tärnor“, den Jungfern, die auch weiße Gewänder tragen, und von den „stjärngossar“, den Sternenjungen. In den Familien ist es meist so, dass die Kinder sich morgens als Lucia und ihre Entourage verkleiden und ihre Eltern mit Gesang wecken. Die Lucia-Lieder handeln davon, dass es die dunkelste Zeit des Jahres ist, aber dass Lucia kommt und mit ihr das Versprechen von Licht, von Friede, von Hoffnung und von der nahenden Weihnachtszeit. Aber sie bringt auch Leckereien! Vor allem Lussekatter, die Luciakatzen, und Pfefferkuchen. Anschließend ziehen die Kinder wieder mit Gesang hinaus.“

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com
Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

„Der Tag geht vor allem für die Kinder im Kindergarten oder in der Schule weiter. Häufig besuchen die Klassen ein Krankenhaus oder Altersheime und singen dort. In jeder Stadt und an den Schulen wird ein Mädchen als Lucia mit dem Lichterkranz gekrönt, es gibt sogar eine offizielle Lucia für ganz Schweden!“
Wie das sei, die Lucia darzustellen, habe ich sie gefragt, das sei doch bestimmt kein leichter Job! Sie hat laut gelacht und gesagt „Es ist ganz schön anstrengend! Die Krone ist ziemlich schwer und man muss sehr aufrecht gehen. Außerdem hat man ewig Wachsreste im Haar! Die „tarnör“, also die Jungfern, die die Lucia begleiten, tragen auch Kerzen in den Händen, und manchmal halten sie sie zu dicht an der Nase, so dass der Sauerstoff knapp wird und sie zu schwanken anfangen. Stell dir vor, wenn das mehreren Mädchen in einer Lucia-Prozession passiert! Als ich an meiner Schule die Lucia verkörpern durfte, wurde uns vor der Prozession immer wieder eingeschärft, dass wir ja ein anständiges Frühstück essen und mit den Zehen wackeln sollten, wenn wir auch nur einen Anflug von Ohnmacht verspürten!“

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

St. Lucia ist ein sehr altes Fest, deren Ursprünge wahrscheinlich mit der Wintersonnenwende zu tun haben. (Der 13. Dezember war vor der gregorianischen Kalenderreform der Tag der Wintersonnenwende, also der kürzeste Tag des Jahres.) So alt der Festtag der Heiligen Lucia auch sein mag, so ist doch die Art, dieses Fest zu begehen, relativ neu: erst seit etwa 80 Jahren feiert man in ganz Schweden, aber auch in Dänemark und Norwegen den Luciatåg mit Prozessionen und der Krönung der Lucia – und mit leckerem Glögg und duftigem Safrangebäck, den Lussekatter.

Lussekatter

für ca. 16 Stück

Alle schwedischen Rezepte, die ich angesehen habe, sprechen von 1g Safran. Das ist in etwa das zehnfache dessen, was so in einer handelsüblichen Packung in Deutschland enthalten ist. Die Safran-Preise in Schweden mögen anders sein als hier, aber das erklärt auf jeden Fall, wieso Lussekatter ein Festtagsgebäck sind. Ich habe 2 Tütchen Safran benutzt, also 0,2g. Wer sie intensiv gelb haben will, greift zu mehr Safran oder gibt ein wenig Speisefarbe hinzu.

Für eine gesündere Variante klickt Euch doch auch mal rüber zu Green Kitchen Stories, Luise und Elsa haben sogar ein Video gedreht!

500g Mehl + mehr falls nötig (ich habe 630er Dinkelmehl benutzt)
25g Hefe
200ml Milch
1 Prise Zucker
100g Butter
2 Tütchen Safran (0,2g) – gern mehr! 
100g Zucker oder 120g Reissirup
1 Ei
1-2 EL Kondensmilch zum Bestreichen
32 Rosinen

:: Das Mehl in eine große Schüssel geben und eine Mulde formen. Die Hefe hineinbröckeln und mit einer Prise Zucker bestreuen. Die Milch lauwarm erhitzen und soviel Milch in die Mulde geben, dass die Mulde gefüllt ist, die Milch aber nicht überläuft. 15 Minuten stehen lassen, die Hefe beginnt dann zu arbeiten und bildet Blasen.

:: Die Butter schmelzen lassen und den Safran einrühren. Die übrige Milch dazugießen, ebenso den Zucker (oder Reissirup)  zugeben. Das Ei verquirlen. Die Milch-Mischung und das verquirlte Ei zum Vorteig geben und alles mit den Knethaken des Mixers einige Minuten rühren. Die Masse wird sehr weich sein, im Zweifelsfall noch etwas Mehl hinzugeben. Der Teig wird sich kaum (oder nur schlecht) kneten lassen, er sollte sich aber beim Rühren vom Schüsselrand lösen. Die Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich die Kugel verdoppelt hat.

:: Den Teig niederboxen, nicht noch einmal durchkneten. Aus der Schüssel nehmen und in 16 gleichgroße Teile schneiden. Die gerade nicht verwendeten Teile abdecken, damit sie nicht austrocknen.

:: Jedes Teigstück auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem langen Strang formen, ca. 25cm lang. Den Strang von jeder Seite aufrollen, so dass sich die entstandenen Kreise in der Mitte „treffen“ und das typische „S“ bilden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und abdecken. Die anderen Teigstücke ebenso aufrollen und dann noch einmal etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

:: Ofen auf 220°C vorheizen. 
:: Jeweils eine Rosine in jedes „Auge“ der Lussekatter stecken und den Teig mit Kondensmilch bestreichen (s.a. Tipp unten). Dann 6 bis 8 Minuten im Ofen backen. Sie dürfen golden werden, aber nicht braun! Ggf. mit Papier abdecken oder nach 6 Minuten herausnehmen.
:: Herausnehmen, noch heiß erneut mit Kondensmilch bepinseln und dann leicht abkühlen lassen. 
Sie lassen sich auch hervorragend einfrieren, wenn sie einmal abgekühlt sind. Zum Frühstück einfach 5 Minuten in den 160°C warmen Ofen legen und dann ofenfrisch genießen.

Kondensmilch ist ungefähr das genialste, um Hefegebäck zu bestreichen! Es macht einen tollen Glanz. Warum habe ich das nicht schon viel früher gemerkt? Bei verquirltem Ei bleibt die Hälfte oder mehr übrig, was auch blöd ist. Da ich ansonsten aber keine Verwendung für Kondensmilch habe, habe ich die restliche Milch in einen Eiswürfelbehälter gefüllt, offen gefrieren lassen und dann die Kondensmilcheiswürfel heraus“gekloppt“ und in einen Gefrierbeutel gefüllt. Wenn ich „Streichmasse“ brauche, dann nehme ich 1-2 Würfel raus und lasse sie auftauen.

 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Apfel-Mandel-Kranz

Geht es Euch auch so, dass es ein Kochbuch sehr schwer hat, wenn es keine oder keine guten Bilder beinhaltet? Es gibt nur eine Handvoll Bücher, die es in mein Regal geschafft haben, obwohl sie dem Kriterium „Bilder“ nicht standhalten. Interessanterweise ist eines davon in den Top 3 meiner liebsten Kochbücher, nämlich La cucina verde. Aber das ist ansonsten so unglaublich liebevoll gestaltet, dass Bilder fast stören würden. Doch sonst… ich mag von einem Bild inspiriert werden. Es ist etwas anderes, wenn ich auf der Suche nach einem bestimmten Gericht bin, dann dient das Bild der Bestätigung. Blättere ich aber ziellos durch ein Kochbuch, bleibt mein Blick an Bildern hängen, weniger an Rezepttiteln. Das mag durchaus auch an meinem *ähem* zarten Alter liegen, denn seit ich angefangen habe, meine eigene Kochbuchsammlung zu beginnen, sind unbebilderte Bücher sehr selten geworden. Die älteren Kochbücher meiner Mutter kommen dagegen oft in reiner Textform daher und sind dennoch vielbenutzt und mit Gebrauchsspuren und Fettflecken versehen. Im Grunde genommen die Adligsprechung eines Kochbuchs.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei
Das mag natürlich auch damit zu tun haben, dass im Osten der Republik gute Kochbücher, eigentlich Kochbücher überhaupt, nicht leicht zu bekommen waren, und bebilderte schon gleich ganz unter „Rarität“ fielen. Aber auch Paul Bocuses und Julia Childs Standardwerke kommen meines Wissens ohne Bilder aus und sind doch genau das – weltweit anerkannte Standardwerke.
Vielleicht ist das Kochen ohne visuelles Vorbild aber auch entspannter und setzt die eigenen Erwartungen weniger hoch. Wer kennt nicht die Enttäuschung, wenn der angerichtete Teller so gar nicht dem gezeigten Bild des Kochbuchs entspricht? Dann kann es mir noch so schmecken, aber ich tue mich schwer, die volle Punktzahl zu verteilen. Bekloppt.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei

Fast volle Punktzahl gibt es dementsprechend für den Apfel-Mandel-Kranz, der mich überhaupt erst dazu brachte, über die Wichtigkeit von Bildern für Kochbücher nachzudenken. In Leila Lindholms Buch „Backen mit Leila“ gibt es für so ziemlich jedes Rezept ein wunderschönes Bild, überhaupt ist das Buch ein „IKEA-Katalog mit Nahrungsmitteln“, wie ich neulich im Internet las. Das stimmt – es wird eine bestimmte Stimmung und ein Wohlgefühl über die Seiten transportiert, das mich jedes Mal in seine schwedische behaglighet hineinzieht. Jedoch… das Bild für den Apfel-Kranz ist genauso hübsch wie es klein ist, die komplizierte Falttechnik stellt es auf jeden Fall nicht dar. Und weder die deutsche noch die englische Ausgabe waren hilfreich beim Erklären, auf Leila Lindholms Homepage fand ich die schwedische Version und reimte mir dann aus allen drei Sprachen das zusammen, was ich dann am Kranz zu tun hätte. Ergebnis: Lockerer Hefeteig, saftige Füllung, und wie immer zuckerfrei. Ach, eigentlich… Volle Punktzahl.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei

Apfel-Mandel-Kranz
nach Leila Lindholm,  Backen mit Leila

Kleine Vorbemerkung: die Zubereitung der einzelnen Schritte ist nicht weiter schwierig, das Aufrollen des Kranzes und das Formen ist allerdings ein bisschen tricky. Backanfänger sollten sich ein Paar helfender Hände heranrufen.

HEFETEIG:
120ml Milch 
30g Reissirup (alternativ feiner Zucker)  
75g weiche Butter 
15g Hefe
350g Mehl, bei mir: Dinkel Type 630
1/4 TL gemahlener Kardamom
1 Prise Salz
1 Ei

FÜLLUNG:
75g Butter
1 TL gemahlener Zimt 
ein paar Tropfen Mandelaroma
70g gemahlene Mandeln
70g Reissirup 
alternativ zu Mandeln und Reissirup: 100g Marzipan
2 große feste und säuerliche Äpfel
verquirles Ei zum Bestreichen, gehobelte Mandeln zum Bestreuen

wer den Kranz süßer mag, gibt noch etwa 50g braunen Zucker zur Füllung. 
:: Milch und Reissirup lauwarm erwärmen, die Butter darin schmelzen lassen und die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Kurz stehen lassen. In der Zeit das Mehl in einer großen Schüssel mit Salz und Kardamom vermischen. Eine Kuhle in die Mitte drücke, das Ei darin aufschlagen und alles mit der Hefemilch begießen und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Falls er zu sperrig und zu klebrig ist, etwa 5 Minuten stehen lassen, dann sollte er einfacher zu händeln sein, wird aber nach wie vor weich sein.
:: Abdecken und etwa eine Stunde gehen lassen.
:: Währenddessen die Füllung zubereiten: Butter sehr weich werden lassen. Für die zuckerfreie Variante die gemahlenen Mandeln in die Küchenmaschine geben und zu einer Paste vermahlen. Reissirup hinzugeben und untermixen. Die weiche Butter mit Zimt, Mandelpaste und Mandelaroma verrühren. Für die Variante mit Marzipan die weiche Butter mit Zimt und Mandelaroma verrühren und dann das Marzipan hineinreiben und unterrühren.
:: Eine 26er Springform ausbuttern und eine Arbeitsfläche bemehlen. Nach der Gehzeit den Teig vorsichtig mit der Faust niederdrücken und auf die Arbeitsfläche legen. Nicht durchkneten. Mit den Händen oder dem Nudelholz auf eine Fläche von ca. 30x40cm ausbreiten. Mit der Buttermischung bestreichen, dann  die beiden Äpfel schälen, entkernen und über die Mandelbutter raspeln.
:: Den Teig von der langen Seite her aufrollen und die Rolle zu einem Kranz formen. In die Springform legen – evtl. die Rolle erst in der Springform zum Kranz formen. Dann mit einem scharfen Messer im Abstand von etwa einem Zentimeter bis fast auf den Boden einschneiden. Theoretisch sollten jetzt 2 Scheiben zueinander gefaltet werden – dafür war mein Teig aber zu weich. Ich habe also jeweils 2 Scheiben in der Mitte zusammengedrückt, so dass sich der jeweils benachbarte Schnitt etwas öffnet, so wie im Foto.
:: Mit verquirltem Ei bestreichen und mit den gehobelten Mandeln bestreuen. Abdecken und noch einmal etwa 45 Minuten gehen lassen.
:: Backofen auf 180°C vorheizen (Umluft 160°C). Den Kranz etwa 30-35 Minuten backen, nach 25 Minuten schon mal vorsichtshalber checken. 
:: Herausnehmen und abkühlen lassen. Schmeckt kalt und lauwarm, und ist auch nach ein oder zwei Tagen schön saftig.