Kategorie-Archiv: Karotten

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Nachgekocht: Gerösteter Blumenkohl mit Wurzelgemüse

Kohlgemüse. Liebe ich ja sehr. In meiner Kindheit ging nichts über Omas Wohlfühl-Gericht Kohlhack (quasi die unkomplizierte Version von Kohlrouladen), und für den langsam geschmorten Rotkohl meiner Mutter lasse ich die Entenkeule gern links liegen. Auch Rosenkohl und Brokkoli sind mein Freunde, genau wie eben ihr weißer Kumpel: Blumenkohl. Solange man all die lieben Brassica-Verwandten nicht zu Tode kocht, sind sie aromatische und vielseitige Lebensmittel mit Superfood-Qualitäten (relativ wenigen Kalorien stehen massig Vitamine, Mineralien und Ballaststoffen gegenüber. Ein schönes Buch zu diesem Thema ist “Kohl” von Hildegard Möller*.).
Blumenkohl, Brokkoli und Rosenkohl mag ich geröstet am liebsten, diese Kombi aus karamellisierter Kruste und noch leicht bissfestem Kern ist Meilen, Welten, ach – Lichtjahre! entfernt vom verkochten Kinderschreck.

Deswegen war ich auch sofort angefixt vom Rezept von Lea von Veggies. Geröstete Blumenkohl-Steaks mit ebenfalls geröstetem Wurzelgemüse: Das klang nach einem Oberknaller. Ist es auch. Und was fürs Auge noch dazu, dieser schicke Kontrast zwischen den hellen Blumenkohl-Bäumchen und dem granatroten Gemüse, darauf grüne Petersiliensprenkel… ach, seht selbst. Und dann ab an den Herd! Gerösteter Blumenkohl mit Wurzelgemüse // www.katharinakocht.com

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Donnerstag, 20. August 2015

Noch mehr Kuchenmüsli: Carrot Cake Overnight Oats

Morgens abwechslungsreich zu frühstücken, macht Spaß und ein bisschen süchtig, immer nach dem Motto: Hui – was kann ich denn heute ausprobieren? Noch mal die leckeren Banana Bread Oats? Oder eher Avocado-Toast mit oder ohne pochiertem Ei? Oder Joghurt mit Nüssen und Beeren? Oder, wie heute: Müsli, das an Möhrenkuchen erinnert? Das Frühstücksglück könnte so schön sein, wenn da nicht der morgendliche Zeitmangel wäre. Lieber noch zehn Minuten schlafen als schon am Herd zu stehen, wobei das bei einem Hardcore-Foodie ja fast gleichwertig ist. Anyways – da kommen natürlich die smarten Overnight Oats* ins Spiel: Abends fünf Minuten Arbeit und dann ab damit in den Kühlschrank. Wobei genau da bei mir das Problem liegt: Ich mag morgens keine kalten Oats, und besonders wenn es draußen noch dunkel und üsselig ist, möchte ich ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch haben. In die Mikrowelle stellen? Scheitert an der Nichtexistenz eines entsprechenden Gerätes in unserem Haushalt. Noch mal auf dem Herd erwärmen? Zu umständlich, zu viele Arbeitsschritte, zu viel schmutziges Geschirr. Meine Lösung: Ich gieße morgens noch mal eine kleine Menge heißes Wasser auf die Flocken und lasse es kurz stehen. Das Wasser wird ja sowieso gekocht, da Kaffee morgens bei uns handgefiltert wird. Dadurch wird mein Müsli zum einen schön warm und zum anderen lockert die Konsistenz noch einmal auf. Und so sind Kaffee und Müsli gleichzeitig fertig. Perfektes Frühstücksglück inklusive zehn Minuten Mehr-Schlaf!

*Gibt es für Overnight Oats ein gutes deutsches Wort? Birchermüsli ist es ja nun wirklich nicht, und “Übernacht-Haferflocken”… naja.

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Mittwoch, 18. April 2012

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen

Gleich als sich der Einzug der “Kalten Else” in unseren Keller abzeichnete, legte ich ein Buch, das sich ganz dem Einfrieren widmet, in meinen virtuellen Einkaufskorb. Wie passend, dass die Rezension zum Buch just in dem Moment auf Valentinas Kochbuch erschien, als wir beschlossen, einen Gefrierschrank zu kaufen! Pünktlich zur Lieferung der Kalten Else wurde auch “Auf Vorrat gekocht” vom Ghillie James zugestellt, und während sich die Else auf Betriebstemperatur kühlte, versah ich das Buch mit vielen Klebezettelchen und schrieb eine Einkaufsliste. Die Möhrensuppe sprang mich schon direkt vom Buchcover an, und kaum etwas, was Süßkartoffeln und Kichererbsen enthält, ist es nicht wert, nachgekocht zu werden.

Das erste Schälchen, das hier Fotomodell spielen konnte, wurde nicht eingefroren, sondern durfte sofort verspeist werden. Sehr köstlich! Der wirkliche Härtetest würde sich aber erst nach Einfrieren und Auftauen  stellen, nicht immer verkraften alle Aromen die Kältekammer. Aber auch hier, nach einiger Zeit bei minus 18 Grad: Sieg auf ganzer Linie. Wirklich lecker!
Auch ansonsten bietet das Buch eine Fülle von Informationen zum Thema Einfrieren und wirklich gut klingende und schmeckende Rezepte – allerdings mit einem großen Aber. Zwei, eigentlich. “Auf Vorrat gekocht” heißt nämlich auf keinen Fall “ohne großen Aufwand gekocht”. Viele Rezepte sind nicht gerade unkompliziert und verlangen viele Zwischenschritte. Das habe ich insofern mit einem Stirnrunzeln betrachtet, als dass Ghillie James vor allem auch Mütter mit (kleinen) Kindern als ihre Zielgruppe betrachtet. Vielleicht ist das ja aber auch nur auf das letzte Kapitel, Essen für Babies und Kinder, bezogen – denn die Mutter, die diesen Heidenaufwand beim Schälen, Schnippeln, Kochen, Pürieren und Pochieren mit (womöglich kleinen) Kindern betreibt, die möchte ich gern kennenlernen.

Oh, wenn ich’s mir recht überlege, heißen die dann bestimmt Gwyneth Palthrow oder Sophie Dahl und haben Kindermädchen, die sich um die Kleinen kümmern, während Gwynnie und Sophs sich in der Küche vergnügen. Oder eigene Kochbücher schreiben. Ja, die beiden würde ich wirklich gern kennen lernen. Ich hätte auch eine Tarte mit Räucherfisch und Kräutern im Tiefkühlschrank, Mädels.
Und Eis!

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen
ergibt 2 Liter Suppe

Ich  habe die Suppe etwas verändert: Im Original gibt man 250g gewürfelte Chorizo hinzu und löscht alles mit Hühnerbrühe ab. Da ich keine qualitativ hochwertige Chorizo fand, habe ich sie kurzerhand weggelassen und für den Geschmack Knoblauch und Paprikapulver hinzugefügt. Außerdem habe ich die Suppe mit Gemüsebrühe rein vegetarisch gehalten. Wenn schon, denn schon.

1 rote Zwiebel
400 g Möhren
400 g Süßkartoffeln
2 Stangen Staudensellerie
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl 
1–2 TL Chipotle-Chilis, alternativ “normale” getrocknete Chilischoten
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL gemahlener Koriander 

1/2 TL Kurkuma 
1 TL Paprika, edelsüß
1 Dose gehackte Tomaten

1 l Gemüsebrühe
1/2 Bund Koriander 

1 Dose Kichererbsen
Salz, Pfeffer 
Limettensaft

:: Zwiebel pellen und fein hacken. Möhren und Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Selleriestangen putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken.

:: Das Öl in einem Suppentopf erhitzen und darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen. Möhren, Süßkartoffeln, Sellerie und Knoblauch zufügen und weitere 10 Minuten dünsten, dabei immer mal wieder umrühren.

:: Die Gewürze unterrühren, 2 Minuten mitdünsten und dann alles mit Gemüsebrühe und Tomaten ablöschen. Salzen und pfeffern, einmal aufkochen lassen und dann 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

:: Kichererbsen abtropfen lassen und Koriander fein hacken.

:: 4 Schöpfkellen Suppe in eine Schüssel füllen und zusammen mit der Hälfte der Kichererbsen und des Korianders pürieren. Zurück zur Suppe geben, mit den restlichen Kichererbsen und Koriander unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken.

:: Wenn die Suppe eingefroren werden soll: Abkühlen lassen, in geeignete TK-Behälter füllen und ab damit in die Kälte. Zum Servieren am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und bei sanfter Hitze auf dem Herd erwärmen. Evtl. nachwürzen.

 

Dienstag, 7. Februar 2012

Möhrenquiche

Manchmal geht alles schief…. Aber (Spoiler!)  am Ende wird alles wieder gut.
Nachdem ich mental die vorhandenen Lebensmittel durchgegangen war und mich für eine Quiche mit Möhren, Ziegenkäse und Filoteig entschieden hatte, stand mir ein Bild vor Augen, wie die Quiche auszusehen hätte: Mit gehobelten Möhrenscheiben, die quer auf dem Guss lagen. Irgendwo hatte ich es gesehen und bekam dieses Bild nun nicht mehr aus dem Kopf. Ich suchte alle Blogs ab, alle Homepages der einschlägigen Zeitschriften, doch nirgends sprang mich das Bild von dieser Quiche an. Grummelig und an mir zweifelnd machte ich mich auf den Heimweg, und da – völlig aus dem Blauen, machte es klick! und ich rief meinem Lenkrad entgegen: “MARTHA! Martha Stewart!” Dumm nur, dass das zum Bild gehörige Rezept dann gar nichts am Hut hatte mit Möhren, sondern “dried peaches” verlangte. Ganz mies angetäuscht! Püüh, dachte ich, mach ich halt trotzdem Möhren, so! Gesagt, gean, doch sofort kam der nächste Showstopper: Der Filoteig hatte Besuch bekommen von grünen Flecken und lachte mich hämisch aus. Buuuuh!
Und nun?! Die Möhren waren geschält und liebevoll in Streifen gehobelt, die Sauce war angerührt, und draußen war es viel zu kalt zum einkaufen gehen. Bockig war ich sowieso. Aber dann habe ich die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht: Mürbeteig, der nicht nur relativ simpel zu kneten geht, sondern der auch noch so wahnsinnig gut schmeckt, dass ich die Kruste allein hätte essen mögen! Gefunden bei Nicole Stich, in ihrem ersten Buch “delicious days”.
Wahrlich etwas aus der Kategorie “Ende gut, alles gut”. Und das, obwohl aus Möhrenstreifen am Ende auch noch Möhrenkringel wurden.

Möhrenquiche

125g kalte  Butter
125g Quark
1/2 TL Salz
200g Mehl
3 große Möhren (wirklich große)
250g Schmand oder Crème fraîche
100g Ziegenfrischkäse
2 Eier
5-6 Zweige Thymian
Salz, Pfeffer

:: Butter in kleine Stückchen schneiden. Mit Quark, Salz und Mehl verkneten – am einfachsten zunächst mit dem Mixer, und dann kurz per Hand. Für 30 Minuten kühl stellen.
:: Möhren schälen und mit dem Sparschäler in lange Streifen hobeln.
:: Schmand, Ziegenfrischkäse und Eier glatt rühren. Von 3 Thymianzweigen die Blättchen abzupfen und unter den Guss rühren. Salzen und pfeffern.
:: Ofen auf 180°C vorheizen und eine Auflaufform ausbuttern.
:: Den Teig ausrollen und die Form damit auskleiden. Den Schmandguss darauf verteilen. Für die Möhrenkringel einen Streifen aufrollen, mit einem zweiten umwickeln, so dass schön dicke Kringel entstehen. Dicht an dicht auf und in den Schmandguss setzen. Die restlichen Thymianzweige darauf verteilen.
:: Ca. 45 Minuten backen, bis der Guss fest ist. Vor dem Anschneiden eine Weile ruhen lassen.
 

Sonntag, 5. Februar 2012

Nachgebacken: Möhren-Mohn-Marzipan-Kuchen von Alice

Heute ist ein Schummel-Post. Wenn der online geht, dann bin ich nämlich gar nicht am PC daheim, sondern wahrscheinlich irgendwo auf der Autobahn. Gut also, dass es die Planungsfunktion gibt!
Mit uns auf der Autobahn ist aber der Rest dieses wahnsinnig saftigen, leckeren und hübsch gestrudelten Möhren-Mohn-Marzipan-Kuchens, oder, wie Alice ihn nannte: “M&M&M-Kuchen”. Aus ihrem kulinarischen Wunderland stammt das Rezept, und ich muss anstandslos zugeben, dass sich hierbei die Benutzung und die anschließende Reinigung von sage und schreibe: 2 Töpfen, 2 Schüsseln, 3 Rührbesen, 1 Reibe, 1 Rührschüssel inkl. Mixer-Einheit und 1 Backform WIRKLICH gelohnt hat. Abwaschminimierung kann nun mal nicht immer das vorherrschende Thema sein! Und wenn das Ergebnis und der Genuss im Vordergrund stehen, dann ist dieser Kuchen nicht weit, weswegen ich ihn mit sofortiger Wirkung in den Olymp der liebsten Sonntagskuchen aufgenommen habe.

Möhren-Mohn-Marzipan-Kuchen


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Zucker lässt sich aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe. Allerdings enthält der Kuchen durch das Marzipan immer noch recht viel Zucker.**

225ml Milch
200g Marzipan-Rohmasse
45g Mohn
1 EL Zitronensaft
175g Möhren
215g weiche Butter
150g + 1 EL Zucker
5 Eier
275g Mehl
25g Stärke
3 TL Backpulver

:: Den Backofen auf 175°C vorheizen und einen Guglhupf oder eine Kranzform ausfetten.
:: Zunächst die Marzipancreme herstellen: Dafür 150ml Milch in einem Topf erwärmen und das Marzipan hineinkrümeln oder reiben (das geht mit einer groben Handreibe eigentlich ganz gut). Marzipan unter Rühren auflösen, es ergibt eine dickflüssige Masse. Zur Seite stellen und abkühlen lassen.
:: Dann kommt die Mohnfüllung dran: Mohn, 75ml Milch, Zitronensaft und 1 EL Zucker in einem Topf verrühren und kurz aufkochen, dann 15g Butter unterrühren. Ebenfalls zur Seite stellen.
:: Jetzt noch die Möhren schälen und fein reiben.
:: Und nun kommt der Teig: Dafür die Eier und 150g Zucker sehr schaumig schlagen, dann die weiche Butter unterrühren. Mehl, Stärke und Backpulver mischen und über die Eiermasse sieben, kurz unterrühren. Nun die abgekühlte Marzipanmilch unterrühren.
:: 1/3 des Marzipan-Teigs unter die Mohnmasse mischen. 
Der restliche Teig darf in der Schüssel bleiben, unter ihn werden die geriebenen Möhren gemischt.
:: Schichtbetrieb: 2/3 des Marzipan-Möhren-Teigs in die Form füllen, glatt streichen. Den Mohnteig komplett darauf verteilen, glattstreichen und dann mit dem restlichen Drittel des Marzipan-Möhren-Teigs toppen.
:: Ca. 70 Minuten backen, die Backzeit nicht enorm unterschreiten, im Inneren ist er sonst gern noch sehr feucht. Anschließend 30 Minuten in der Form auskühlen lassen, bevor der Kuchen gestützt wird.
 

Dienstag, 18. Oktober 2011

Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

Mit mir und den Möhren ist es so: Wir haben eine stabile, dauerhafte Freundschaft. Auch wenn wir uns mal eine Weile nicht sehen, haben wir uns spontan wieder lieb wenn wir uns treffen, so als ob wir nie getrennt gewesen wären. Auf dem Wochenmarkt kommt meistens ein Kilo in den Korb. Aber da beginnt auch die nicht so schöne Seite meiner Freundschaft zu den Möhren. Denn während der erste Teil der orangen Wurzeln meist roh als Snack genascht wird, langweilt sich der andere oft eine ganze Weile im Gemüsefach umher, wenn ich keine umgehende Verwendung für ihn habe.
Sehr häufig wird dann am Ende dann Möhrensalat daraus, aus gekochten Möhren – jeder, der mal versucht hat, “flexible” Möhren zu reiben, kann bestätigen, dass es enorn anstrengend ist.
Die Variante “Orientalischer Möhrensalat” stammt aus dem Buch Oriental Basics aus dem GU Verlag, das mir unter anderem Julia vom Blog German Abendbrot sehr ans Herz gelegt hat, und aus dem ich seither wirklich gern koche.
Bislang habe ich meine armen, übrig gebliebenen Möhren, die auf das Schicksal als Salat warteten, immer im ganzen gegart und dann (huh! hah! autsch! heiß!) gleich in Scheiben geschnitten und in die Marinade gelegt, da warmes Gemüse Dressing besser aufnimmt – alte Weisheit beim Kartoffelsalat machen. Das Buch Oriental Basics lässt die Möhren gleich in Scheiben geschnitten in den Topf springen. So ist es viel cleverer! Und wie würde Julia sagen? “Da schmatzt der Sultan.” 

Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

1 kg Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
4 EL Olivenöl
Salz
1/2 TL Kreuzkümmel
1 Prise Zimt
1 unbehandelte Orange
3 EL Zitronensaft
1 EL flüssiger Honig
1 TL Paprikapulver 
je 3-4 Stängel Petersilie und Koriander

:: Möhren schälen und in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und vierteln, in Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Chili waschen und in feine Ringe schneiden – wer es nicht so scharf mag, entfernt Kerne und Häutchen.
:: 2 EL Olivenöl in einem Topf mit Deckel erhitzen, dann die Möhrenscheiben mit Zwiebeln, Knoblauch und Chili darin für ein paar Minuten anbraten. Mit 75 ml Wasser ablöschen und salzen, Kreuzkümmel und Zimt zugeben. Den Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze etwa 7 Minuten garen, hin und wieder umrühren.
:: Währenddessen die Orange heiß abspülen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Mit dem Zitronensaft und dem Honig verrühren, dann das Olivenöl unterschlagen. Mit Salz und Paprika würzen.
:: Im Möhrentopf sollte sich die Flüssigkeit  weitestgehend verabschiedet haben. Den gesamten Inhalt in die Salatschüssel zum Dressing geben und gut verrühren. Abkühlen lassen.
:: Petersilie und Koriander fein hacken, unter den Möhrensalat heben. Salat noch einmal abschmecken, dann servieren.
Dazu passt natürlich Fladenbrot.
 
 

Donnerstag, 25. August 2011

Couscous-Karotten-Frikadellen

Es gibt ja so gewisse Worte, die mag man nicht. Jeder hat da seine Lieblingsabneigungen, aus welchem Grund auch immer. Meine Top 3 in der Küche sind:
- schmackhaft
- mundgerecht
und: Bratlinge.
Ich finde, Bratling hört sich nach fiesen Öko-Spießern an. Nach Ausdikutieren in der Gruppe. Nach Baumkuscheln. Und nein, ich habe natürlich keine Vorurteile. Also höchstens ein paar! ;-)
Jedenfalls klingt “Bratling”, auch ohne seinen Vornamen “Grünkern-Hirse” für mich immer so, als wenn ein Kreativer aus den frühen 1960ern ein Wort erfinden musste für ein “flottes”, gesundes Gericht (ein schmackhaftes dazu, ganz klar) für den Rezepte-Teil der Frauenzeitschrift. Oder wie eines der Kunstworte aus der DDR-Küche, analog zu Grilletta und Ketwurst.
Aber es scheint auch noch niemand ein besseres Wort dafür gefunden zu haben, maximal Veggie Burger. Da ein Burger ja eigentlich auch aus Fleisch besteht, nehme ich mir einfach mal die Freiheit und nenne meine Couscous-Karotten-Klopse eben Frikadellen. Ha, nimm das, 1960er-Kreativling!

Couscous-Karotten-Frikadellen

125g Couscous
250ml Brühe
1 Zwiebel
250g Karotten
1 TL Curry
Salz, Pfeffer 
1 TL Butter
1 EL Quark
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 Prise Chili
Öl zum Braten
:: Couscous mit der heißen Brühe übergießen und etwa 10 Minuten quellen lassen.
:: Währenddessen Zwiebel schälen und fein hacken. Karotten schälen und fein raspeln.
Butter in einer größeren Pfanne erhitzen und zunächst die Zwiebel glasig anschwitzen. Dann die Karotten dazugeben und etwa 4 bis 5 Minuten mitbraten. Currypulver darüberstäuben, gut durchrühren und noch einmal eine weitere Minute braten. Etwas abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Couscous mit Quark und Ei verrühren, dann das Gemüse dazufügen. Ordentlich salzen und pfeffern – Karotten werden durch’s Garen süßlicher, da braucht es ein würziges Gegengewicht. Chili unterrühren und dann mit feuchten Händen 8 bis 10 Frikos formen.

:: Etwas Öl in die Pfanne geben und die Frikadellen von jeder Seite etwa 3 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, dann in eine Auflaufform geben und im Ofen etwa 20 Minuten fertig garen.

Da die Klopse dank der Karotten etwas süßlich sind, passt ein säuerlicher Gurkensalat bestens dazu, ebenso wie ein Dip aus dem restlichen Quark (wenn man die Packung eh schon mal aufgemacht hat!), der mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer gewürzt wird.

 

Sonntag, 21. August 2011

Guten-Morgen-Muffins mit Karotten und Haselnüssen

Eine liebe Bekannte hat neulich geheiratet. Da das Brautpaar keine Wunschliste hatte und Geld schenken einfach nicht gepasst hat, habe ich ihnen einen kleinen “Love is sweet”-Korb für ein Sonntagsfrühstück im Bett zusammengestellt, mit verschiedenen Marmeladen, einem Glas Nuss-Honig und zwei Guten-Morgen-Muffins im Glas.
Mit Kuchen im Glas experimentiere ich schon eine ganze Weile, hatte aber bislang noch nie so hundertprozentig den optimalen Rührteig oder die optimale Backzeit herausgefunden. Irgendwann bin ich dann auf den Kuchem im Glas aus Nicole Stichs zweitem Buch gekommen – und der war fast perfekt, wobei ich das “fast” eher darauf schiebe, dass ich die Backzeit nicht ganz korrekt eingeschätzt habe. Mit dieser Erfahrung habe ich für den Frühstücks-Korb ihre “Guten-Morgen-Muffins” aus dem ersten Buch “Delicious Days” verwendet, und ich glaub, jetzt hab ich’s! Zum Glück hat das Rezept neben der beiden Weck-Gläser noch sechs kleine Muffins ergeben, so dass nicht nur das Brautpaar, sondern auch Testesser und ich ein süßes Frühstück hatten. In der Tat sind das die besten Karotten-Muffins ever. Ich werde das ganze auch mal als Kuchen ausprobieren, so ganz happy war ich ja bisher noch mit keinem Carrot-Cake-Rezept. Es besteht also Hoffnung!




Guten-Morgen-Muffins

aus “Delicious Days” von Nicole Stich, wie immer mit kleinen Adaptionen 


**Dies ist kein zuckerfreies Rezept, allerdings lässt sich der Zucker gut durch Reissirup ersetzen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**

3 EL gehackte Haselnüsse
200g Möhren
1 kleiner Apfel
2 Eier
120g brauner Rohrzucker
100g neutrales Pflanzenöl (tatsächlich 100 Gramm! und nicht Milliliter)

80g gemahlene Haselnüsse
175g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Zimt
1 Prise Salz

:: Backofen auf 180°C vorheizen.
:: Gehackte Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, dann leicht abkühlen lassen.
:: Möhren schälen und fein raspeln. Apfel schälen, entkernen und grob raspeln. Beides mischen und zur Seite stellen.
:: Eier und Rohrzucker sehr schaumig schlagen, dann das Öl unterrühren.
:: Möhren- und Apfelraspeln mitsamt dem ausgetretenen Saft unter die Ei-Zucker-Öl-Mischung rühren, dann die gemahlenen Haselnüsse sowie 2 EL gehackte Haselnüsse unterrühren. Zum Schluss Mehl, Backpulver, Zimt und Salz zugeben und nur solange rühren, bis alles gut vermischt ist und keine Mehlnester mehr vorhanden sind.
:: Teig gleichmäßig auf 12 Muffinformen verteilen und mit dem verbleibenden EL Haselnüsse betreuen. Etwa 25 bis 30 Minuten backen und abkühlen lassen.
Tipps für die Bäckerei im Glas:
:: Saubere Gläser gut einfetten und ausmehlen, damit die Kuchen hinterher auch stürzbar sind. Allerdings fette und mehle ich meist nur bis ca. 2/3 der Glashöhe, da sonst der Rand des Glases schmierig wird.
:: Den Teig nur bis zur Hälfte einfüllen, nicht höher, ansonsten steigt der Teig gern mal über den Rand hinaus und das Glas kann nicht verschlossen werden.
:: Damit der Teig gleichmäßig aufgeht und in der Mitte nicht das typische Dach bildet, eignet sich die Isoliermethode, die ihr zum Beispiel hier bei der Tortentante seht. Ich habe dafür ein altes Handtuch “geopfert” und in unterschiedlich lange Streifen geschnitten, so dass ich welche habe, die für alle möglichen Tortenformen passen. Die werden dann nass gemacht, um die Tortenform (oder eben Gläser) gewickelt und mit einer Mauly-Klammer zusammengehalten.
:: Die Gläser aus dem Backofen nehmen und sofort sauberen, sterilisierten Deckeln verschließen. Bei Schraubdeckeln bildet sich beim Abkühlen ein Vakuum, der Deckel biegt sich mit einem “Knack” nach unten. Bei den hier von mir verwendeten Weck-Gläsern saugt sich der Deckel an den Gummi-Ring und dieser an das Glas. Mit Klammern verschließen und abkühlen lassen.
:: Haltbarkeit: laut Nicole Stich ca. 4 Wochen – konnte ich allerdings noch nie ausprobieren, die Kuchen sind selten länger als 1 Woche geworden… :-)
 

Dienstag, 14. Juni 2011

Karottensalat mit Harissa

Sonne. SONNE! Auch wenn sie sich noch manchmal hinter grauen Wolken versteckt, sie ist da und der Sommer steht quasi schon im Türrahmen. Ich glaube fest daran, dass dieser Sommer sensationell toll wird und träume jetzt schon von Ausflügen und Radtouren an Meer und Seen, mit Klappgrill und Kühlbox auf dem Gepäckträger.
Da ich bei so warmen Temperaturen ja am liebsten auf Salat und Gemüse zurückgreife, leidet die Lust am “echten” Kochen ein bisschen, wenn das Quecksilber steigt. Aber einen simplen Mix aus Paprika, Gurke und Tomaten posten ist dann ja doch ein bisschen langweilig. Wie gut, dass es für mich die sichere Bank unter den Bloggern gibt: Deb von smittenkitchen.com, die immer was spannendes auf dem Herd hat (und dazu noch entzückende Bilder von dem Gekochten und nicht minder entzückende Bilder von ihrem quirligen Nachwuchs).
Ihren Carrot Salad with Harissa, Feta and Mint wollte ich schon lange ausprobieren, und jetzt frage ich mich, warum ich es denn nicht viel eher getan habe! Der Salat ist fantastisch. Scharf, ungewöhnlich und exotisch. Und garantiert die perfekte Beilage zum Grillen – falls man den nicht schon längst weggefuttert hat, wenn die Spießchen fertiggegrillt sind! :-)

Karottensalat mit Harissa auf www.katharinakocht.com

Karottensalat mit Harissa, Feta 

und Kräutern

500g Karotten
1 Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl
1/2 TL gemahlener Kümmel
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL Paprikapulver
1 TL Harissa (oder weniger, wenn man es weniger scharf mag)
1/2 TL Zucker
3 EL Zitronensaft
3 Zweige Petersilie
3 Zweige Minze
50g Feta

:: Karotten schälen und reiben. Knoblauch pellen und fein hacken.

:: Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen und dann Kümmel, Kreuzkümmel, Paprika, Harissa und Zucker zusammen mit dem Knoblauch unter Rühren etwa 1 bis 2 Minuten braten. Über die geraspelten Karotten geben und gut durchrühren. Etwa 1 Stunde ziehen lassen, damit sich das Aroma gut entfalten kann.

:: Kurz vor dem Servieren die Petersilie und die Minze fein hacken und unter die Karotten rühren. Feta kleinbröseln und über den Salat streuen.

Genießen.

 

Sonntag, 27. März 2011

Sonntagssüß: Carrot Cake

Wenn “Fusion Food” bedeutet, dass Zutaten und Kochstile verschiedener Länder und Kontinente in einem Gericht vereint werden, dann ist dieses Rezept ganz eindeutig ein “Fusion Recipe”: Das Kuchenrezept stammt aus Leila Lindholms Backbuch, das Frischkäse-Frosting mit Ahornsirup hab ich von smittenkitchen.com und die Dekorationstechnik habe ich frech aus einem Tutorial bei I am baker abgekupfert.
Warum der Mix?
Ich wollte das Carrot Cake-Rezept von Leila Lindholm schon lange auspobieren, da es ein bisschen anders war als das des Rüblikuchens, den ich sonst ganz gern backe. Allerdings fand ich das Frischkäse-Frosting bisschen lahm, also hab ich mich vertrauensvoll an Deb von smittenkitchen.com gewandt. Und seit ich den tollen “Rose cake” bei I am baker gesehen hatte, wartete ich auf eine Gelegenheit, diese Dekorationstechnik zu probieren.
Außerdem gehört Süß zum Sonntag! Daher ist dieser Kuchen mein Beitrag zur Initiative Sonntagssüß.
Dennoch… Ich bin nicht ganz zufrieden. Das geht noch besser. Der Kuchen ist schon recht gut, aber für die Creme zu feucht und wenig “tragfähig”.  Das Frosting ist, wie zu erwarten, sehr mächtig und hammersüß, aber der Ahornsirup schmeckt wirklich gut darin. Für Cupcakes bestimmt toll geeignet.
OK, mit der Rosen-Deko bin ich sehr zufrieden – geht super einfach und sieht toll aus. Lässt sich auch mit allen anderen Frostings oder Cremes machen.
Also ich würde sagen, insgesamt 3 von 5 Punkten.
Carrot Cake &
Maple Syrup Cream Cheese Frosting
Für eine kleine 18-er Springform
**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Zucker sollte sich hierbei aber ganz gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen lassen, wobei ich die Menge um ca. 20-30% erhöhen würde, je nach Süß-Vorliebe.**
300g geschälte Karotten
2 Eier
150g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
120g Mehl
2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1 Msp. gemahlener Ingwer
1 Prise Salz
100 ml neutrales Pflanzenöl

Frosting:
65g weiche Butter
200g Puderzucker
2 Päckchen Frischkäse (400g)
60ml Ahornsirup (von der Konsistenz her durch Reissirup zu ersetzen, vom Geschmack her leider nicht ganz.)
So chaotisch wie ich sonst bin, bereite ich beim Backen gern alles vor, damit ich dann, wenn’s ernst wird, alles zur Hand habe. Dementsprechend sieht es dann wie folgt aus:
Ofen auf 175°C vorheizen. Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten fetten.
Karotten fein reiben, zur Seite stellen.
In einer kleinen Schüssel Mehl, Backpulver, Gewürze und Salz mischen.
Butter und Frischkäse für das Frosting aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen.
Und jetzt wird’s dann ernst.
In einer großen Rührschüssel Eier, Zucker und Vanillezucker sehr schaumig schlagen. Die Mehlmischung darübersieben und kurz untermixen, bis ein homogener Teig entsteht. Nie zu lange mixen, sonst wird der Teig hart, oder noch schlimmer, gummiartig.
Geraspelte Karotten und Öl unterrühren und die Masse in die Springform gießen.
Ca. 40-45 Minuten backen, bis das berühmte Stäbchen bei der Probe sauber bleibt.
Gut auskühlen lassen und danach auf eine Kuchenplatte schieben. Um eine gerade Fläche zu erhalten, kippe ich den Kuchen um, so dass die Unterseite nach oben zeigt.
Für das Frosting weiche Butter mit Puderzucker schaumig schlagen und erst dann Frischkäse und Ahornsirup unterrühren.
(Wenn man ich ist, überspringt man diesen Punkt schnell mal, rührt alles auf einmal zusammen und wird dann mit kleinen Butterklümpchen im Frosting “belohnt” und darf alles richtig laaaaaange weiterrühren, bis sich die Klumpen aufgelöst haben.)
Vom fertigen Frosting 3 EL abnehmen, und den Kuchen mit einem “Crumb coating” versehen.
Crumb coating? Crumb coating!
Das ist die dünne Schicht Creme, die auf den nackten Kuchen gestrichen wird, um Krümel zu binden. Wenn man dann die Verzierung aufspritzt, pieken keine kleinen Krümel mehr raus, die die Optik stören und die ganze Arbeit versauen. Die Schicht muss nicht perfekt sein, sie ist nur eine Arbeitsgrundlage.
Dazu mit eine Palette oder einem breiten Messer eine dünne Schicht auf die Oberfläche auftragen und verstreichen, den Überschuss auf den Rändern verteilen. (Ein super Tutorial dazu gibt es hier: klick.)
20 Minuten kühl stellen, das restliche Frosting wandert auch in den Kühlschrank.
Dann erblühen die Rosen auf dem Kuchen!
Dafür einen Spritzbeutel und eine große Sterntülle startklar machen und Rosenkreise spritzen, auf der Oberfläche und an den Seiten. Ich habe teilweise doppellagig gearbeitet, um einen besseren Effekt zu erzielen.
Dann noch mal eine Stunde ab in den Kühlschrank mit dem guten Stück, bevor es angeschnitten wird. Respekt, wer mehr als 2 kleine Stücke schafft! :-)