Archiv der Kategorie: Kartoffeln

Montag, 12. Oktober 2015

Wochenplan für die KW 42 – und Gedanken zum Thema „Kinderessen“

Wenn Ihr zufällig mein Interview bei Junika vor ein paar Wochen gelesen habt, wisst Ihr ja, dass diese ganze Sache mit dem Wochenplan eigentlich nur deswegen entstanden ist, weil ich aus der Nudeln-mit-Tomatensauce-Falle für LittleC. heraus wollte. (Wenn es nach ihm ginge, könnte er das jeden Tag essen. Mehrfach.) Erst dann hat sich nach und nach ein richtiger Plan mit fast allen Mahlzeiten herausgebildet und ist nun ein fester Bestandteil unserer Woche. Der Wochenplan funktioniert super für uns Große – nur beim Söhnchen ist es immer ein  Glücksspiel. Denn natürlich kommt es immer wieder vor, dass das, was ich geplant und gekocht habe, so gar nicht seinen aktuellen Geschmack trifft. Da wird der Kartoffeltaler wieder aus dem Mund gepult und mir mit einem ablehnenden Geräusch in die Hand gedrückt. Ich übersetze es mit „hier, das kannst du selbst essen!“ Leider kann er sich aber auch noch nicht wirklich ausdrücken, so dass Ratespiele oft an der Tagesordnung sind. („Worauf zeigst du denn? Möchtest du Paprika? Nein? Tomaten? Ja? Doch nicht? Vielleicht die Gurke? Brot?“)

Und nu? Aufgeben ist nicht, denn so bequem die Nudel-Nummer auch wäre, so ungünstig ist sie auch. Gewöhnung und Vorliebe für echtes, gesundes Essen mit natürlichen Lebensmitteln wird in unserer Kindheit geprägt. Klar ändert sich das Geschmacksempfinden bei den Kleinen quasi jeden Tag, was heute der Renner ist, kann mir morgen um die Ohren geworfen werden. That’s (toddler) life! Also mache ich fröhlich weiter, auch wenn die Fröhlichkeit manchmal recht erzwungen ist. Was mir wichtig ist: Dass mein Kind uns Eltern gesunde Sachen essen sieht. Daher gibt es bei unserern Familienmahlzeiten seltenst Fast Food, der Pizzabote würde an uns nicht reich werden. Pommes sind zwar ein festes Ritual beim Schwimmbadbesuch, aber das passiert eben einmal im Monat. Süßes gibt es nur sehr mäßig – er darf es natürlich essen, aber wir haben im Regelfall keine Schokolade daheim.
Vielleicht haben wir da einfach nur Glück, aber ich denke schon, dass das darauf Einfluss hat, dass der Kleine bisher gern Sachen wie Tomaten, Brokkoli oder Möhren und grüne Bohnen isst.

Inspirationen für kindertaugliches (Familien-)Essen ziehe ich mir natürlich hauptsächlich aus dem Netz, Blogs wie eben Junika, Tiny Spoon oder Butterflyfish haben immer wieder schöne Ideen. Auch der leider nicht mehr aktiv befüllte Blog Mein kleiner Gourmet hat Feines für die Kleinen. Die Rezepte der amerikanischen Family Blogs sind mir oft viel zu fleischlastig, außerdem ist gefühlt auf allem Ketchup drauf. Noch so ein Ding, das das Kindlein überhaupt nicht stören würde – die Mama schon. (Fleisch bekommt er übrigens in der Kita recht viel, da braucht es dann abends keins.)
Wirklich gute Kinderkochbücher habe ich bislang kaum gefunden. Entweder sie sind noch nichts für Kinder im Alter von LittleC., oder sie sind so derartig basic, dass ich mir das Geld auch sparen kann. Für Apfelpfannkuchen, geriebenen Möhrensalat oder Kartoffelstampf brauche ich nun wirklich kein Rezept! Empfohlen wurde mir neulich „Lottas Lieblingsessen“*. Und ich habe das neue Buch der Junika-Mamas* fest im Auge.
Habt Ihr tolle Kochbücher, die Ihr empfehlen könnt? Dann immer her damit! 🙂

So, nun aber der Wochenplan für die KW 42 (waaaah! Zweiundvierzig! Das Jahr ist ja fast schon wieder rum!). Alle Links auch auf dem Pinterestboard „Was gibt es diese Woche?“.

Wochenplan_KW42 // www.katharinakocht.com

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Montag ist Reste-Tag. Da wir am Wochenende bei meinen Eltern waren und wir großzügig mit restlichem Sonntagsbraten versorgt sind, ist das genug Mittag für den Liebsten und für mich. Das Gyros vom Abend kommt aus dem Tiefkühler – vor einiger Zeit hatte ich eine große Portion Ofen-Gyros zubereitet und die Reste portionsweise eingefroren. Die Zubereitung erfolgte grob nach diesem Rezept.
Der Muffin Tin Monday ist eine Inspiration aus dem Web, und das Kindlein findet das total witzig, wenn sein Essen nicht zusammen auf dem Teller, sondern getrennt in den einzelnen Vertiefungen der Muffinform liegt.
Der Knusperfisch wird ähnlich wie diese Hähnchennuggets in Pesto und Cornflakes gewälzt und dann im Ofen gebacken.
Smashed potatos & avocado cream nach Oh She Glows.
Pilz-Stroganoff ist die vegetarische Variante des Fleischgerichts, dazu gibt es aber profane Semmelknödel, kein Soufflé.
Polenta liebe ich sehr! Hier mit Curry-Gemüse.
Das kalte Wetter ruft wieder förmlich nach Eintöpfen und Chilis – Donnerstag gibt es eine Chili-Variante mit Butternut-Kürbis.
Gerösteter Kürbis mit Spinat, dazu noch Kürbispesto nach einem älteren Rezept vom Blog.
Und dann am Freitag noch eine vegetarisierte Version eines Fleisch-Klassikers: Statt Chicken Tikka Masala gibt es Veggie Tikka Masala mit Süßkartoffeln.
Gebacken wird ein Gewürzkuchen, in dem die zwei übrig gebliebenen Zucchini von letzter Woche verwendet werden.

*Amazon Affiliate Links

 

Samstag, 13. September 2014

Rosemary Skillet Chicken – alles in eine Pfanne und dann ab in den Ofen

In den letzten Monaten habe ich nicht nur den Blog, sondern auch das ganze „Social Media Gedöns“ ziemlich vernachlässigt. Gut, ich hatte wichtige Gründe ;-), aber man merkt schon, wie schnell die Technologie einen überholt und davonsaust, wenn man sie einmal lässt. Am ehesten war ich noch bei Instagram zugange, Bildchen gucken oder auch aufnehmen und teilen geht fix. Twitter war am Anfang meine Kinderwagenschieb-Unterhaltung, seit der Kinderwagen allerdings im Keller vereinsamt und der MiniMan und ich fast nur noch mit der Manduca unterwegs sind, hat das aber auch ziemlich nachgelassen. Schade eigentlich, denn Twitter ist wirklich unterhaltsam. Komplett ignoriert habe ich Facebook, die Profilseite des Blogs genau so wie meinen privaten Account. Ehrlich gesagt habe ich da aber auch nichts vermisst, Facebook und ich haben irgendwann festgestellt, dass unsere Freundschaft irgendwie abgeklungen ist.

Haehnchen_Kartoffel_Pfanne_3

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Montag, 10. Juni 2013

Griechisches Zitronenhähnchen mit Kartoffeln

Meine Damen und Herren, Mesdames et Messieurs, Ladies and Gentlemen – Κυρίες και Κύριοι! Wir unterbrechen das laufende Programm die Spargel-Rhabarber-Erdbeer-Saison kurz für ein sensationelles Gericht, das nie sensationeller schmeckt als zu dem Zeitpunkt, wenn die Sonne scheint und uns von Balkonien direkt in den sonnigen Süden versetzt. Wenn jeder noch so kleine Balkon zur großzügigen Loggia wird, die Terrasse zur Lounge Zone und das kleinste Gärtchen zum Schlosspark. Wenn die Eiswürfel im Glas klingeln und die Luft nach sonnenbeschienenem Thymian riecht. Dann ist Zeit für das Griechische Zitronenhähnchen, mit Kartoffeln, Lorbeer und Oliven.
 

Montag, 6. Mai 2013

Salade Niçoise mit grünem Spargel

Ich freue mich so, dass Euch das neue Blogdesign gefällt! All die Komplimente lasen mich dann ganz schnell vergessen, dass noch das ein oder andere schief hängt und ich noch nicht durch bin, die Bilder alle auf die neue Größe anzupassen. Darüber, dass man das in HMTL und CSS sicher auch allgemeingültig veranlassen kann, breiten wir den Mantel des Schweigens. Ich und CSS, wir werden keine dicken Kumpels mehr, nicht mehr in diesem Leben, befürchte ich…
Spargel und ich, wir haben aber eine lebenslange Freundschaft, sind BFF (Forever ever? Forever ever ever ever.). Die Saison ist gestartet, es gibt kein Halten mehr!
 

Dienstag, 12. März 2013

Kartoffel-Meerrettich-Suppe mit geräucherter Forelle

Soup of the day – and week of the soup: Pünktlich zum neuen Wintereinbruch, der hoffentlich das letzte Aufbäumen des Winters darstellt, kam auch noch mal ein fetter Erkältungsschwung zurück. So richtig mit Halsschmerzen, unerlaubt abhanden gekommener Stimme, dicker Nase und – mit Verlaub – Rotz in Fifty Shades of Green. Waaah.
Was hilft? Suppe, viiiiel Suppe. Glücklicherweise ist der Geschmackssinn wieder aus seinem Urlaub in wärmeren Gefilden zurückgekehrt, und außerdem – wenn etwas die Atemwege wirklich frei macht, dann ja wohl Meerrettich! Nimm das, Erkältung!
 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Wagen wir ein süßes Experiment? Süßkartoffel-Küchlein mit Joghurt-Dip {Projekt Zuckerfrei, Woche 6}

Fünf Wochen! Fünf Wochen sind geschafft im Projekt Zuckerfrei 2013, und davon drei komplett süßfreie, fructosefreie Wochen. Die Geschmacksnerven sollten sich inzwischen an das Leben ohne Zucker gewöhnt haben und Süße auch dort finden, wo sie sie sonst nicht vermutet hätten. Milch zum Beispiel hatte ich nie auf dem süßen Plan, die enthaltene Galaktose (Milchzucker) ist nur etwa 60% so süß wie Haushaltszucker, und wenn man wie ich ich Kaffee früher nur mit viel Milchschaum trinken konnte und auch diese Kombination dann noch mit einigem Zucker süßen musste, dann hatte die Milch auch keine Chance, süß zu schmecken.
Andere Lebensmittel oder Speisen erscheinen mittlerweile grotesk süß. Neulich auf der Skihütte: Der Gatte und ich bestellen Jagertee – noch in der letzten Skisaison ein geschmacklich akzeptables Getränk. Dieses Mal schauten wir uns an und sagten gleichzeitig; „whooaaaa, ist das süß!“  und schoben den Becher zur Seite. Praktischer Nebeneffekt: Wir kam auf diese Weise komplett nüchtern auch den letzten Teil der Talabfahrt hinunter. Spaßbremsen, wir. 😉
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"
 

Mittwoch, 27. Juni 2012

Nachgekocht: Griechischer Kartoffelsalat von Tobias

So richtig will in diesem Jahr kein Fußballfieber aufkommen. Zwar bekenne ich mich schuldig, meinem Smart „Spiegelsocken“ in Schwarz-Rot-Gold angezogen zu haben und der Tippgemeinschaft im Büro anzugehören, aber trotzdem fehlt der zündende Funke in diesem Fußballsommer. Ich vermute, dass es hauptsächlich am fehlenden Sommer liegt, der Siebenschläfertag in Hamburg präsentiert sich nieselgrau bei 14,5 Grad, was mich Schlimmes für Juli und August fürchten lässt.

Kartoffeln Kapern Oliven rote Zwiebeln Zitronen

Am letzten Freitag allerdings war bei uns zu Hause die Stimmung auf dem Höhepunkt: Deutschland  gegen Griechenland im Viertelfinale. Seit dem Ende der Vorrunde hatte ich den griechischen Ehegatten mit Griechenwitzen genervt und seine Geduld arg strapaziert. („Wie bringt man die griechische Abwehr beim Freistoß aus dem Konzept? – Indem man Sirtaki spielt!“) Beim Spiel selbst hielt ich mich wohlweislich etwas zurück, man soll ja nicht noch Salz in die Wunden streuen. Aber glücklicherweise konnte der Gatte am Ende nahtlos auf die Deutsche Elf umschwenken – es hat durchaus Vorteile, wenn man zwei Teams im Rennen hat!

Kartoffeln Kapern Oliven rote Zwiebeln Zitronen blaue Schale Schiefertafel
Zum Trost und zur Völkerverständigung gab es den deutschen Klassiker in griechischem Gewand: Kartoffelsalat mit Oliven, Kapern und einer Marinade aus Olivenöl und Zitronensaft. Diesen Salat hat Tobias von Tobias kocht! kürzlich aus seinem Archiv hervorgeholt, und zu Recht! Zugegeben, man sollte Kapern mögen für diesen Salat. Wer aber ein Freund der Geschmackskombination säuerlich-salzig ist, wird ihn sehr mögen. Noch besser als mit den kleinen Kapern aus dem Glas wird der Salat mit den größeren Kapernäpfeln. Sie geben dem Kartoffelsalat noch etwas „Crunch“. Meine waren allerdings mirakulöserweise über Nacht aus dem Kühlschrank verschwunden…
Kartoffeln KisteKartoffelsalat
Griechischer Kartoffelsalat mit Kapern und Oliven

Für eine kleine Schale wie auf dem Foto – ist aber beliebig erweiterbar.

1 kleine rote Zwiebel oder 2 Schalotten
400g kleine Kartoffeln
10 schwarze Oliven
1-2 TL Kapern oder 5-6 große Kapernäpfel
4 Zweige glatte Petersilie
1 EL Zitronensaft
2-3 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer

:: Die Zwiebel oder die Schalotten pellen und in feine Ringe schneiden, dann für etwa 30 Minuten in ein warmes Salzwasserbad legen. Das ist ein Supertipp von Tobias, das Salzwasser entzieht den Zwiebeln nämlich die Schärfe.
:: Kartoffeln schälen und kleinschneiden und in Salzwasser etwas mehr als „al dente“ kochen, keinesfalls aber weichkochen.
:: Während die Kartoffeln kochen, die Oliven und die Kapern grob hacken. Petersilie waschen, die Blättchen abzupfen und hacken. Alles zusammen mit Zitronensaft und Olivenöl verschlagen, mit Pfeffer würzen und vorsichtig salzen – die Kapern bringen ja schon einiges an Salz mit.
:: Kartoffeln abgießen, kurz ausdämpfen und dann mit der Marinade vermischen. Die Zwiebelringe unterrühren und den Salat über Nacht, mindestens aber 6 Stunden durchziehen lassen, damit die Kartoffeln die Marinade aufsaugen können. Danach noch einmal mit etwas Salz (oder dem Kapernwasser!) und Pfeffer abschmecken.
 

Montag, 28. November 2011

Szegediner Kartoffelgulasch

So. Der erste Advent ist schon vorbei und ich fühle mich KEIN. STÜCK. ADVENTLICH. Null. Nada. Überhaupt nicht. Das ist enorm ungewöhnlich für mich, normalerweise hätte ich jetzt schon die ersten 5-7 Plätzchendosen gefüllt und die Wohnung auf Weihnachten getrimmt. Die nicht vorhandene Weihnachtsstimmung mag vielleicht am frühlingshaften Wetter liegen, und vielleicht (wahrscheinlich) auch an der Tatsache, dass der Liebste und ich in diesem Jahr große Teile der Vorweihnachtszeit und auch Weihnachten selbst nicht im Lande sind. Wir fliehen in die Wärme und nehmen uns ganz viel Zeit für uns selbst.
Aber jetzt hat mir einer auch noch das letzte Fünkchen Weihnachtsvorfreude verdorben, so richtig gründlich. Wer? Ein großer deutscher Elektronikmarkt, der die hässlichste, dämlichste und wirklich dümmste Werbung ever herausgebracht hat. Ja klar, die Handelsriesen machen ihren Hauptumsatz im Weihnachtsgeschäft, aber muss ich mit dem Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ werben? Nein! Neinneinnein! Was soll der Quatsch? Höher, schneller, weiter gilt wohl auch für die Weihnachtsgeschenke, und dieser Werbeslogan treibt es für mich auf die Spitze, mal davon abgesehen, dass die Bildsprache der Werbung einen Anklang von Irrenanstalt hat. Was wird denn unterm Baum entschieden – welche meiner Omas ich lieber mag, weil die eine das bessere Geschenk eingepackt hat? Ob mein Bruder oder doch meine Schwester cooler ist? Oder ob ich meiner eigenen Eitelkeit schmeichle und mit teuren Geschenken protzen kann? Ehrlich, ein unharmonisches, streiterfülltes Familienfest wird durch den Flatscreen oder die Playstation nicht schöner. Und ein lustiges, schönes Weihnachtsfest mit fröhlicher Stimmung wird nicht dadurch schlecht, dass keine Unmengen von Päckchen unter dem Baum liegen.
Ich glaube, dieses Jahr wird wirklich das erste Jahr sein, in dem ich mich an den vor Jahren gefassten (und immer wieder gebrochenen) Entschluss „Wir schenken uns nichts“ halten werde. Aus Prinzip, aber auch aus Trotz, denn ich lasse mich nicht von einem abgrundtief dummen Werbeslogan in eine Ecke drängen. Vielleicht bin ich dem Elektronikriesen am Ende sogar noch dankbar?
So. Das wollte ich mal gesagt haben.
Und jetzt zum Abregen ab in die Küche, gibt was Beruhigendes, Wärmendes. Szegediner Kartoffelgulasch, fremdgekocht nach einem Mix von Charlotte’s Diner und der Küchengötter-Datenbank. Funktioniert gerade so gut mit dem Fremdkochen. 🙂

Szegediner Kartoffelgulasch

1 kg Kartoffeln, mehligkochende sind ideal, festkochende gehen aber auch ohne Weiteres
3 rote Paprikaschoten 
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Öl zum Braten
1 TL Paprika edelsüß
1 TL Paprika scharf
2 EL Tomatenmark
1 Dose stückige Tomaten, ca. 400g
1/4 l Gemüsebrühe 
250 – 500g Sauerkraut, Menge nach Vorliebe
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
4 EL Saure Sahne

:: Kartoffeln schälen und in ca. 1cm große Würfel schneiden. Paprika waschen und halbieren, das Kerngehäuse entfernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebel pellen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch fein hacken. 
:: In einem Schmortopf mit Deckel Öl erhitzen und die Kartoffeln darin rundherum anbraten. Dann die Zwiebeln hinzugeben und ein paar Minuten mitbraten, schließlich den Knoblauch und die Paprikastreifen kurz mitbraten. Mit beiden Paprikasorten abstäuben, Tomatenmark unterrühren und anrösten. Mit Tomaten ablöschen und Gemüsebrühe angießen, so dass alles bedeckt ist. Salzen, pfeffern und mit Kümmel würzen.
Deckel auflegen und auf kleiner Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
:: Sauerkraut abtropfen lassen und zu den Kartoffeln geben. Die Menge ist hier absolut Geschmackssache, ich liebe das Zeug und habe die ganze Packung eingerührt, wer weniger mag, nimmt nur die Hälfte. Gut unterrühren. Bei Bedarf noch Wasser angießen. Offen weitere 5 Minuten köcheln lassen, bis das Sauerkraut heiß geworden und die Sauce etwas eingedickt ist.
:: In tiefe Teller geben, mit je einem EL saure Sahne beklecksen und servieren.
 

Mittwoch, 9. November 2011

Griechische Kartoffelecken mit Zitrone, Knoblauch und Lorbeer – und Tsatsiki

Heute bin ich mal in einer Rettungsmission unterwegs, die nicht heißt „Füttere den Magen von mir und dem Testesser“. Alice hat nämlich zu einem Blitzevent aufgerufen und bittet um Unterstützung bei der Ideenfindung für ihre Geburtstagsparty. Da sind schon einige tolle Ideen zusammengekommen, also will ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Seit gefühlt ewig habe ich schon nichts Griechisches mehr gekocht, zumindest nichts gepostet. Dabei ist doch gerade die griechische Küche wie geschaffen für ein Vorspeisen-kleine-Sachen-und-Dips-Büffet! Zugegebenermaßen ein knoblauchlastiges, Vampire müssen leider draußen bleiben. Aber wenn Alices Geburtstagsparty am 19.11. steigt, dann haben sie und die Gäste ja den ganzen Sonntag Zeit zum Kaugummi-Dauerkauen und Zähneputz-Marathon.
Die Kartoffelecken sind schnell und einfach gemacht, backen sich von selbst, und man kann sie in beliebiger Menge herstellen. Bei Schwiegermama gibt es dazu meist noch Hähnchen, aber zusammen mit Zickizacki Tsatsiki und ein paar Oliven brauche ich gar nicht mehr als diese zitronig-würzigen Kartoffeln.
À propos Tsatsiki. Ich weiß schon, dass der normalerweise nicht mit Quark gemacht wird. Aber zum einen dauert mir das Abtropfen des Joghurts immer viel zu lang, und andererseits habe ich die Legitimation durch meine angeheiratete griechische Bande – Schwiegermama nimmt auch Quark. 🙂

Wahre Geschichte:
Ich, während mir nach einem Happen Tsatsiki bei Schwiegers fast der Löffel aus der Hand fiel: „Whoa, ist das heftig!“
Meine Familie, einstimmig: „Das muss so – sonst wäre es ja Kräuterquark!“
Meine Geschmacksnerven, sehr kleinlaut: „Da müssen wir wohl noch üben…“

Griechische Kartoffelecken mit Zitrone, Knoblauch und Lorbeer – und Tsatsiki

Menge ist variabel, 1kg reicht zumindest als Vorspeise für eine Reihe Leute.

1 kg festkochende Kartoffeln
2 Zitronen
4 EL Olivenöl
2-3 Lorbeerblätter
Knoblauchzehen – mindestens 3, Anzahl ist aber nach oben offen
Salz, Pfeffer

für eine Schüssel Tsatsiki:
1 kg Quark (Fettgehalt ist Geschmackssache)
1/2 Gurke
mindestens 3 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, weißer Pfeffer

:: Kartoffeln gründlich schrubben und dann je nach Größe in Viertel oder Achtel schneiden. In eine Auflaufform oder auf ein Backblech legen.
:: Eine Zitrone in dicke Scheiben schneiden und zu den Kartoffelspalten geben. Die andere auspressen und mit Olivenöl mischen.
:: Ungeschälte, evtl. leicht angequetschte Knoblauchzehen sowie die Lorbeerblätter zu den Kartoffeln geben, alles großzügig pfeffern und salzen und dann mit der Zitronen-Olivenöl-Mischung begießen. Gut vermischen.
:: Die Auflaufform oder das Backblech in den Ofen schieben, wenn das ein „Solo-Gericht“ ist und der Backofen nicht sowieso schon vorgeheizt ist, kommen die Kartoffeln in den ungeheizten Backofen, den ich dann auf 200°C hochheizen lasse. Insgesamt brauchen die Kartoffeln zwischen 30 und 40 Minuten, dabei hin und wieder wenden, damit alle in den Genuss der Gewürze kommen.
:: Währenddessen das Tsatsiki anrühren: Dafür zunächst den Quark glatt und cremig rühren. Die Gurke waschen, schälen und in eine Extraschüssel fein reiben – manchmal ist es nämlich eher Gurkenwasser als Gurkenraspel. Raspeln ausdrücken und zum Quark geben. Knoblauchzehen pellen und fein hacken oder mit der Reibe fein raspeln, zum Quark geben. Eine kleine Mulde eindrücken und 2-3 EL Olivenöl angießen (O-Ton Testesser: „Warum? Keine Ahnung, aber das macht man so.“ Aha.) und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann stehen lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Durchziehen ist wichtig, dann kann der Knoblauch erst richtig arbeiten.
:: Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und in eine Schüssel oder das Serviergefäß der Wahl umfüllen.
:: Tsatsiki noch mal mit Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken, in eine hübsche Schale füllen und mit einer Olive garniert servieren.
 

Dienstag, 1. November 2011

Meine persönlichen Schwedenhappen

Als Blondine hat man einen Wahnsinns-Vorteil: Man kann alles (oder zumindest vieles) auf die Haarfarbe schieben. Irgendeinen Quatsch angestellt? Uuuups, blond! Dummes Zeug als Fakt verkaufen wollen, aber dabei gnadenlos enttarnt worden? Hihihi, blond! Die Technik stellt einen vor Herausforderungen? Naja, blond eben.
Vor ein paar Wochen hatte ich wieder einen „blonden Moment“, als ich auf dem Weg nach Schweden zu einer Freundin war.  Meine Sitznachbarn im Zug, zwei ältere Damen mit einem Enkelkind, waren auf dem Weg in die Ferien und vertrösteten die vielen Wünsche des Kindes (Hunger, Pipi, kalt) auf „wenn wir auf der Fähre sind“. Meine Güte, dachte ich, ihr verschaukelt den armen Jungen aber ordentlich, wir sind noch mehr als 3 Stunden von Kopenhagen entfernt, und wer weiß, wann Eure Fähre da ablegt! Ich war tatsächlich kurz davor, einen unerwünschten Kommentar abzugeben – Gottseidank habe ich mich schwer beherrschen können und dieser blonden Blog-Betreiberin hier einen sehr peinlichen Moment erspart: Ein Blick auf die Landkarte hätte mir nämlich eröffnet, dass Kopenhagen keineswegs auf dem Landweg allein zu erreichen ist und dass „Zug“ nicht auch gleichzeitig „Fähre“ bedeuten kann. Zug fährt auf Fähre, Fähre von Puttgaden nach Rødby, Zug fährt dann weiter nach Kopenhagen. Wieder was gelernt! Und eine Peinlichkeit erspart.
Das Wochenende in Schweden war ganz wunderbar, auch kulinarisch. Unter anderem haben wir nach einem langen Spaziergang am Meer in einem Café Pause gemacht und dort ein Sandwich bestellt, das sich als köstliche Zusammenstellung von getoastetem Brot, eingelegtem Hering und Eiersalat herausstellte – und das alles lauwarm. Der salzig-geröstete Geschmack ging mir tagelang nicht mehr aus dem (Geschmacks-)Sinn, und jetzt habe ich das endlich mal nachgekocht.
Übrigens: Dass man aber noch einmal über bzw. unter Wasser durch muss, wenn man von Kopenhagen nach Schweden weiterreisen will, wusste ich aber auch schon vor Antritt der Reise. Nur mal so als Feststellung.
Schwedenhappen: Schwarzbrot mit eingelegtem Hering und Eiersalat
Beim Fisch sollte jeder das nehmen, was er oder sie mag – ich zum Beispiel mag absolut keinen in Öl eingelegten Matjes. Ich hatte dänische Appetithappen, die waren ganz gut. Es funktioniert aber auch wirklich fantastisch mit geräuchertem Lachs, oder (sogar noch besser) mit Stremel-Lachs.
Für 2-3 Scheiben
2 kleine Kartoffeln
3 Eier
2 TL Mayonnaise
2 TL Schmand
Salz, Pfeffer
1 TL gehackter Dill
Weißweinessig
2-3 Scheiben Schwarzbrot, am besten richtig dunkles
Eingelegter Hering oder anderer Fisch nach Geschmack
Butter nach Belieben
:: Kartoffeln waschen und in der Schale garen. Die Eier hartkochen. (Verratet’s keinem… aber ich gebe Kartoffeln und Eier in einen Topf. Abwaschminimierung.)
:: Hartgekochte Eier kalt werden lassen, dann fein würfeln, und in einer Schale mit Mayo und Schmand mischen.  Mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls nötig, mit etwas Weißweinessig würzen. Dill unterrühren.
:: Einlegten Fisch auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen.
Kartoffeln in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden.
:: Brotscheiben toasten. Nach Belieben mit Butter bestreichen und dann mit den Kartoffelscheiben belegen, etwas salzen. Die Fischfilets darauf verteilen und alles mit einem guten Schlag Eiersalat toppen. Etwas frischen Pfeffer darauf mahlen.
:: Wer mag, schiebt das Ganze jetzt noch für ein paar Minuten unter den Grill, aber es schmeckt auch kalt ganz hervorragend.