Archiv der Kategorie: Klassiker

Freitag, 29. Januar 2016

(See-)Lachs-Kebaps zum Fischfreitag

Als Nordlicht ist es quasi Pflicht, beim Braten der Fisch-Kebaps folgende Zeilen aus Nordisch by Nature vor sich hinzu… ääh… sprechen:

„Samstag Abend – ’n Kööm und ’n kühles Blondes
und auf die Schnelle noch ne Fischfrikadelle“

Ist es Samstag? Nein!
Gehen die Fischklopse mal eben auf die Schnelle? Das nicht.
Aber macht das was? Überhaupt nichts! Sie lassen sich nämlich super vorbereiten.

Wie immer konnte ich es nicht lassen und habe das Rezept aus der aktuellen EDEKA „Mit Liebe“ ein bisschen verändert. Da beim ersten Fisch-Kebap-Essen alle zwölf Frikadellen in Nullkommanix vertilgt waren, habe ich die Menge erweitert und dem Seelachs noch Wildlachs hinzugefügt. Was soll ich sagen – ich hätte auch die doppelte Menge machen können. Weggeatmet.
Dass das Rote-Bete-Hummus dazu ganz fein sein würde, habe ich nicht bezweifelt. Dem  empfohlenen Krautsalat mit Walnüssen stand ich schon eher skeptisch gegenüber und habe lieber noch zusätzlich einen Gurkensalat gehobelt. Zur Sicherheit, kennt man ja. Aber was soll ich sagen: Der Krautsalat war der Knüller und passte perfekt.

So, und jetzt: „yo hier kommt Disco, Samstag Nacht wie bei John Travolta, holterdipolter!“ Schönes Wochenende Euch allen!

Fisch_Kebaps_Rote_Bete_Hummus_Krautsalat

Fisch-Kebaps mit Seelachs und Wildlachs

ergibt: 12 Stück
Dauer: ca. 1,5 Stunden

FÜR DIE FISCH-KEBAPS:
300g Seelachs (TK-Fisch aufgetaut)
100g (Wild-)Lachs (TK-Fisch aufgetaut)
1 große rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 Stängel Petersilie
1 knapper TL Salz
1 TL gem. Kreuzkümmel
1/2 TL gem. Paprika (edelsüß oder scharf)
Pfeffer
1 Ei
30g Semmelbrösel + evtl. mehr zum Wenden
1 unbehandelte Bio-Zitrone (hier brauchen wir nur etwas Schale)
Öl und Butter zum Braten

FÜR DAS ROTE-BETE-HUMMUS:
100g gegarte Rote Bete
100g gekochte Kichererbsen
1 Knoblauchzehe
1 EL Tahini
1 EL Zitronensaft (Zitrone von oben)
1 TL gem. Kreuzkümmel
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

FÜR DEN KRAUTSALAT
1/2 Spitzkohl (ca. 250 g)
2 Stängel Petersilie
2 Stängel Dill
1 Handvoll Walnüsse
2 EL Olivenöl
1 EL Reissirup
1/2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

:: Für die Kebaps die Fischfilets waschen und trockentupfen, dann in der Küchenmaschine nicht zu fein hacken. Ohne Küchenmaschine: Die Filets mit einem ordentlich scharfen Messer sehr klein schneiden.

:: Zwiebel und Knoblauch pellen und fein hacken. Petersilie waschen und trocknen, ebenfalls fein hacken. Zusammen mit den zerkleinerten Fischfilets, den Gewürzen, Ei und Semmelbrösel in eine große Schüssel füllen. Die Zitrone heiß abspülen und etwa die Hälfte der Schale abreiben. Zu den anderen Kebap-Zutaten geben. Großzügig pfeffer und dann alles gut verkneten. Mit angefeuchteten Händen 12 Frikadellen oder Kebaps formen und auf einen großen Teller oder eine Platte legen. Abdecken und im Kühlschrank ca. 1 Stunde ziehen lassen.

:: Währenddessen das Hummus vorbereiten: Rote Bete würfeln und die Kichererbsen kalt abspülen. Knoblauchzehe pellen und grob hacken. Alles zusammen mit Tahini, Zitronensaft und Kreuzkümmel in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse pürieren. Olivenöl unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ebenfalls ziehen lassen.

:: Die Spitzkohl-Hälfte noch einmal halbieren und den Strunk entfernen. Den Kohl in feine Streifen schneiden. Petersilie und Dill waschen, trocknen und fein hacken. Die Walnüsse in einer heißen Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften. Dann kurz abkühlen lassen und grob zerkleinern. Kohl und Kräuter mischen, die Walnüsse darauf geben. Reisessig, Zitronensaft und Olivenöl verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wichtig: Den Salat erst kurz vor dem Servieren mit dem Dressing mischen, sonst werden die Kohlstreifen matschig.

:: Die durchgezogenen Kepabs aus dem Kühlschrank nehmen. Wer sie besonders knusprig mag, wendet sie noch mal in extra-Semmelbröseln. In einer großen Pfanne etwas Olivenöl und einen Stich Butter erhitzen und die Kebaps darin von beiden Seiten knusprig braten.
Als weniger geruchsintensive Alternative zum Braten ein Backblech (oder so ein amerikanisches „Cookie baking sheet“) bei 180°C Ober-/Unterhitze aufheizen und ein paar EL Olivenöl darin erhitzen. Die Kepabs auf das Blech legen und in etwa 15 Minuten knusprig braten bzw. backen. Nach der Hälfte der Zeit wenden.

:: Hummus ggf. mit Gewürzen, Zitronensaft oder Olivenöl abschmecken. Krautsalat mit dem Dressing mischen. Beides zusammen mit den Fisch-Kebaps servieren. Dazu passt ein rustikales Brot und zusätzlich auch ein klassischer Gurkensalat.

 

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Mein Adventskalendertürchen bei Kids, Cooks & Compost: Christopsomo, das griechische Weihnachtsbrot

Weihnachtet es bei Euch schon? Hier kommt so ganz langsam und leise die Weihnachtsstimmung herbei, wir basteln Sterne und Leuchten, gehen auf den Weihnachtsmarkt und backen Plätzchen. Mit dem kleinen Weihnachtsmann entdecken auch wir als Eltern unsere Traditionen wieder neu.

A propos Weihnachtstradition: zu dieser gehört ja vor allem das ganze Thema Essen. Von der Geschenk-Frage abgesehen, bewegt kaum etwas die Gemüter so sehr wie die Frage, was an Heiligabend und den Feiertagen auf den Tisch kommen soll. Das Gleiche wie immer, weil es doch dazu gehört? Oder mal etwas anderes wagen?
Falls Ihr eher dem „Was Neues, was Neues!“-Lager angehört, schließt doch dieses Jahr das griechische Weihnachtsbrot Christopsomo in Eure Backpläne ein: Weich, leicht süß und weihnachtlich gewürzt wird es traditionell vom Familienoberhaupt verteilt, nachdem allen Familienmitgliedern und Gästen ein frohes Weihnachtsfest gewünscht wurde: Καλά Χριστούγεννα – Kala Christouyenna – Frohe Weihnachten!

Das Rezept gibt es im Adventskalender von Kids, Cooks & Compost!

Christopsomo_griechisches_Weihnachtsbrot

 

Freitag, 2. Oktober 2015

Backen für und mit Kindern: Französischer Joghurtkuchen mit Zimtapfelstücken

Wenn einem etwas sehr wichtig ist und am Herzen liegt, ist ja nur zu verständlich, dass man das auch an andere, und besonders an seine Kinder weitergeben möchte. Mein Mann zum Beispiel ist der Sportler von uns beiden. Er nimmt LittleC. mit auf seine Joggingrunden (mit der Konsequenz, dass mein Buggy-Schieben dem kleinen Herrn zu langsam und zu laaangweilig ist. Duh.) oder zeigt ihm Karate-Moves. Zu niedlich, wenn der Mini ihn nachzuahmen versucht. Meine Passion ist, quel suprise, Kochen und Backen, und seit seiner Geburt ist mein Sohn irgendwie immer in der Küche mit dabei. Erst auf meinem Arm, später in seinem Hochstuhl und in neuerer Zeit auf einem Stuhl stehend. Das war mir allerdings zu kippelig und unsicher, und deswegen hat der beste Mann der Welt den Baumarkt des Vertrauens besucht, mit Bohrer und Schrauben hantiert und tadaaah! dem Söhnchen nach dieser tollen Anleitung einen sogenannten Lernturm gebaut. Wir sind beide schwer begeistert: LittleC. ist live dabei und ich habe die Hände frei, meistens zumindest. Er kommt jetzt nämlich blöderweise auch an den Wasserhahn an… Unser Küchenfußboden ist seither öfter gewischt worden als je zuvor in seiner Geschichte.
Joghurtkuchen mit Zimtäpfeln // katharinakocht.com

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Sonntag, 26. Januar 2014

Ich back’s mir mit Claretti: Zimtschnecken-Rolle

Heute startet Clarettis monatliche „Ich back’s mir“-Aktion in die erste Runde. Das Motto könnte nicht besser zum Wetter passen: Alles, was mit Zimtschnecken zu tun hat. Klar schmecken die auch im Frühling, im Hochsommer und im Herbst, aber wenn draußen Schnee liegt und es klirrekalt ist, macht ein würziges, womöglich noch leicht warmes Hefeteilchen erst so richtig Vergnügen. Einen großen Kaffee, Tee oder Kakao dazu, die Wolldecke und ein Buch – Sonntagsglück, dein Name sei Zimtschnecke.

Zimtrolle_Zupfbrot

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Freitag, 13. Dezember 2013

Mecklenburger Götterspeise: Ein entstaubter Klassiker aus meiner Kindheit

Das folgende Gespräch fand in etwa so im Jahr 2010 statt. Am Telefon. Mit meiner Oma. Wie heißt es immer in den Fernseh-Reportagen? „Gedächtnis-Protokoll“. Und es steht quasi stellvertretend für so ziemlich alle Rezept- und Kochunterhaltungen, die ich je mit meiner Oma geführt habe – sie könnten auch alle unter der Rubrik „Maßangaben sind was für Feiglinge“ aufgeführt werden. Nur beim Backen, da war sie sehr genau. Allerdings konnte sie auch aus der Hand geschüttelt 100 Gramm Butter abstechen und 200 Gramm Mehl quasi blind abwiegen. Mecklenburger Götterspeise

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Dienstag, 19. November 2013

Alles in #buttersauce: Die High-End-Deluxe-Varianten eines Mittagsklassikers.

Wenn ich die BLOGST-Konferenz vom vergangenen Wochenende in einem einzigen Hashtag beschreiben sollte… dann würde ich erst einmal überlegen, ob es überhaupt möglich ist, eine derartig bunte, facettenreiche und inspirierende Veranstaltung in ein Wort zu fassen. Doch dann würde ich ganz klar sagen: #buttersauce – und wäre mir natürlich absolut darüber im Klaren, dass das so überhaupt keinen Sinn ergibt und dass ich trotzdem ganz viele Worte brauchen werde, um die Zusammenhänge zwischen Buttersauce und BLOGST zu beschreiben. (Und wie im letzten Jahr kann ich kein einziges Bild vorzeigen… aber soviele andere haben schon Bilder und Posts veröffentlicht, und unter dem Hashtag #blogst13 findet ihr bei Instagram über 1600 Bilder. Der helle Wahnsinn!) Nudeln mit Buttersauce

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Mittwoch, 16. Oktober 2013

Scheibenweise Glück: Pflaumenkuchen mit Amaretto-Grießguss

Herbst, Deine Krönung heißt ganz unzweifelhaft Pflaumenkuchen.
Auch wenn ich weiß, dass es korrekterweise Zwetschgenkuchen heißen sollte. (Über Zwetschgen vs. Pflaumen habe ich mich ja hier schon einmal ausgelassen. Prunus domestica halt.) Aber über meine mecklenburgischen Lippen holpern die vielen Konsonanten des Zwetschgenkuchens so unelegant, weshalb ich bei Pflaumen bleibe – das klingt so schön weich und sonnenbeschienen und nach goldigem Herbstwetter. Pflaumenkuchen mit Amaretto-Grießguss

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Mittwoch, 24. Juli 2013

One-Pot-Wonder: Die Tomatensuppe für faule Sommerköche wie mich

Kochen ist derzeit eine wirkliche Schmalspuraktion und eher Arbeit als Spaß. Tiefes Sommerloch. Schon ein Pastagericht, bei dem zwei Töpfe benutzt werden und womöglich etwas geschält, geschnippelt und angebraten werden muss, ist an der Grenze zur Anstrengung. Beim Stichwort „Pasta“ kam mir kürzlich wieder die Tomatensauce für Faule in den Kopf – erinnert Ihr Euch noch daran? Alles einfach in den Topf werfen, Deckel drauf und sich selbst überlassen? Sehr sommertauglich. Tomatensuppe für Faule Weiterlesen

 

Freitag, 28. Juni 2013

Franzbrötchen – endlich! Und eine Verlosung von Sukrin und Sukrin Gold, dem Ersatz für Zuckerverweigerer wie mich.

Mein zuckerfreier Wille wird besonders morgens auf die Probe gestellt, und das mehrmals wöchentlich. Seit unserem Umzug nach Lüneburg pendle ich nach Hamburg, meistens mit dem Zug. Und während ich raschen Schrittes durch die Bahnhofshalle wehe, umweht mich der köstliche Duft nach Zimt. Zimt kann in Hamburg eigentlich nur eins heißen: Franzbrötchen. Für mich eine reine olfaktorische Folter, die Duftmischung aus Butter und Zimt ist einfach umwerfend. Wenn da nur nicht die Unmengen an Zucker wären, die sich in so einer Rolle anfinden! Als es einmal besonders schlimm war, weil ich auf einen verspäteten Zug wartete, twitterte ich: „Mein nächstes Backprojekt werden zuckerfreie Franzbrötchen! Word!“

Franzbrötchen ohne Zucker Weiterlesen

 

Dienstag, 21. Mai 2013

LG Cheesecake {mit Erdbeer-Rhabarber-Topping}

LG Cheesecake? Äll-Dschieh Cheesecake!
NY Cheesecake ist uns wohlbekannt, seine Alte-Welt-Cousins Käsekuchen und Quarktorte haben es auch wirklich nicht leicht neben ihm. Irgendwie ist so ein ordentlicher Cheesecake eine ganz andere Nummer. Auch ich bin dem kompakten, saftigen Wesen des Cheesecakes erlegen, spätestens seit 2008, als die Mädels und ich mit wundgelaufenen Füßen und schmerzendem Nacken vom ständigen Hochgucken eine Kuchenpause im New Yorker Central Park einlegten.
Allein… New York ist weit weg und der Doppelrahmrischkäse ward auf einer Neuauflage des Brotes weggefuttert. Außerdem war es Zeit, eine meiner liebsten Neuentdeckungen des letzten Jahres zu Ruhm und Ehre zu verhelfen: Dem Schichtkäse. Und wie er hier seine Aufgabe erfüllt! So einen cremig-sahnigen Cheesecake habe ich seit Jahren nicht mehr gegessen.