Archiv der Kategorie: Kuchen

Donnerstag, 6. Juni 2013

Rhabarber-Kokos-Kuchen

Ha, wenn das mit der Sonne und mir so weiter geht, dann bekomme ich wohl bald mit dem Blog ein Problem. Er könnte nämlich ziemlich eifersüchtig werden und mir zu Recht vorhalten, dass ich schließlich eine ganze Reihe Posts in der Warteschleife habe, alle angefangen, aber keiner zur Druck- bzw. Veröffentlichungsreife gebracht. Statt mich also vor den Computer zu setzen und endlich den ganzen Fotos von Rhabarber- und Spargelgerichten und denen von meinem Besuch bei der großartigen Keramik-Künstlerin Melanie Follmer einen passenden textlichen Rahmen zu geben (wir verschweigen jetzt auch mal die Fotos von unserer Lieblingspasta), verschwinde ich einfach in jeder freien Minute ins Gärtchen, pflanze hier, jäte da, gieße und rede gut zu. Oh, klar – und schiebe Töpfe und Gartenmöbel hin und her. Drei Zentimeter weiter nach rechts könnte der Hortensientopf ja auch noch besser aussehen.
 

Dienstag, 21. Mai 2013

LG Cheesecake {mit Erdbeer-Rhabarber-Topping}

LG Cheesecake? Äll-Dschieh Cheesecake!
NY Cheesecake ist uns wohlbekannt, seine Alte-Welt-Cousins Käsekuchen und Quarktorte haben es auch wirklich nicht leicht neben ihm. Irgendwie ist so ein ordentlicher Cheesecake eine ganz andere Nummer. Auch ich bin dem kompakten, saftigen Wesen des Cheesecakes erlegen, spätestens seit 2008, als die Mädels und ich mit wundgelaufenen Füßen und schmerzendem Nacken vom ständigen Hochgucken eine Kuchenpause im New Yorker Central Park einlegten.
Allein… New York ist weit weg und der Doppelrahmrischkäse ward auf einer Neuauflage des Brotes weggefuttert. Außerdem war es Zeit, eine meiner liebsten Neuentdeckungen des letzten Jahres zu Ruhm und Ehre zu verhelfen: Dem Schichtkäse. Und wie er hier seine Aufgabe erfüllt! So einen cremig-sahnigen Cheesecake habe ich seit Jahren nicht mehr gegessen.
 

Montag, 1. April 2013

Waffeltüten, frei nach nach Omas Rezept: Kindergeburtstag reloaded.

Omas geerbte Rezeptekladde ist großartig. Alphabetisch aufgereiht findet sich dort fast alles, unter anderem auch allerlei kuriose Zeitungsausschnitte: „Brandflecke in weißer Wäsche entfernen.“ (Mit Salz einreiben und in der Sonne bleichen.) „Speck schneidet sich leichter, wenn man zuvor das Messer in heißes Wasser taucht.“ – „Sicherheitsschlösser dürfen nicht geölt werden.“ – „Sauerkirschen sind ein natürliches Schmerzmittel.“ Sowas stand früher in der Ostsee-Zeitung, unserem lokalen Käseblatt!
Beim Blättern durch das Büchlein auf der Suche nach potenziellen Rezepten für Post aus meiner Küche fiel mein Blick im Abschnitt T auf „Tüten“. Natürlich! Waffeltüten! Die durften auf keinem Geburtstagskaffeetisch fehlen. Sie wurden mit steif geschlagener Sahne gefüllt und womöglich noch mit Erdbeeren gefüllt. Ich habe im Juni Geburtstag, und in den 1980ern waren Erdbeeren bei uns nur dann zu bekommen, wenn sie im Garten reif waren. Meistens hatte ich Glück. Ansonsten ist Stachelbeergrütze ein großer Favorit.

Eiswaffeln knuspriger Teig zuckerfrei Waffeln Tüten
 

Mittwoch, 27. März 2013

Wenn der PAMK-Mann zweimal klingelt… Post von Julia!

Post aus meiner Küche ist ein bisschen wie Weihnachten: Lang ersehnt. Viel Heimlichkeit in der Vorbereitung. Große Vorfreude. Ungeduldiges Warten auf den WeihnachtsPaketmann. Glückliches Quietschen beim Auspacken – einerseits ungeduldig, andererseits ganz vorsichtig, ganz aufmerksam, um alle liebevollen Details aufzunehmen: Knisterndes Papier, schöne Schleifen, hübsche Etiketten und handgeschriebene Briefe.
Und gleichzeitig zum eigenen Paket wartet man aufs Äußerste gespannt auf die Reaktion des Tauschpartners, auf die eMail mit der Empfangsbestätigung. Wie Weihnachten – wenn man gespannt auf das Gesicht des Beschenkten guckt.
Mein Postbote brachte mir heute ein Paket, das aus Neckarsulm bis zu mir nach Lüneburg gereist war und süße Köstlichkeiten für mich bereit hielt. Eine besonders tolle Überraschung war, dass Julia vom Blog junifaden sich die Mühe gemacht hatte, beim Backen auf Zucker zu verzichten und den Kuchen mit Reissirup und Dextrose angerührt hat. Aber schaut selbst – sieht das nicht großartig aus? Und es schmeckt noch viel besser.
Vielen Dank, liebe Julia! ♥
 

Freitag, 22. März 2013

Orangen-Hefekränze für den Osterhasen

Hat Euer Bio-Dealer des Vertrauens noch ein paar unbehandelte Orangen im Angebot? Dann nichts wie los, besorgt Euch noch zwei davon und backt unbedingt diese Hefekränze. Die leicht herbe Note der Orange macht aus schnödem Hefeteig schnell eine kleine exotische Köstlichkeit. Da das sowieso eher etwas für Erwachsene ist, schadet auch ein klitzekleiner Schuss Orangenbrand nichts – aber das habt Ihr nicht von mir!
 

Sonntag, 24. Februar 2013

Party food is for Parties: Zuckerfreie Hefeschnecken mit Pudding- und Nussfüllung

Geht ein Zuckerfreier auf ’ne Party.
So könnte ein schlechter Witz anfangen. Im Grunde genommen ist das auch einer. Gerade, wenn man anfängt, sich vom Zucker zu verabschieden, sind Geburtstagsfeiern eine sehr üble Sache. Nicht nur, dass man sich ständig erklären, ja teilweise sogar rechtfertigen muss – man muss auch noch mit dem Essen klarkommen. Nicht umsonst habe ich neulich Familienfeiern als „Königsdisziplin“ des  Zuckerverzichts bezeichnet. Später, wenn man sich seiner Sache sicher ist und der Versuchung entweder widerstehen oder mit ihr umgehen kann, dann ist es kein allzu großes Problem mehr. Aber die ersten Wochen…. oh-oh. Besonders schwierig sind Einladungen zum Kaffee. Da Kaffee als Getränk  meinen Jieper auf  Keks & Co. enorm erhöhte, war das nachmittägliche Vergnügen anfangs eine ziemliche Herausforderung, vor allem, wenn mich dabei hübsche Cupcakes und Törtchen anlachten.

Hefeschnecken Puddingschnecken Nussschnecken zuckerfrei

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Dienstag, 11. Dezember 2012

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum Tag der Hl. Lucia

Psssscht! Still….. Könnt Ihr es auch hören? Das leise Getrappel von Füßen, das Rascheln von Kleidern, erste zaghafte Töne, die ein Lied anstimmen? Seht ihr den noch kleinen Schein von Kerzenlicht, der in der Dunkelheit langsam heller wird? Riecht Ihr den Duft von ofenwarmem, safrangelben Hefeteig? Hört ihr das traditionelle Lied und seht Ihr die freudestrahlenden und gleichzeitig aufmerksamen und hochkonzentrierten Blicke der Kinder, die Kerzen in das noch dunkle Schlafzimmer tragen und auf einem Tablett Lussekatter und Pfefferkuchen (und Glögg)?
Die Schwedenfreunde unter Euch wissen, wovon ich spreche. Am 13. Dezember ist der Lucia-Tag, und dieser Tag wird in Schweden ganz besonders gefeiert. Also Foodie fasziniert mich natürlich ganz besonders das Essen an diesem Tag! Ich habe meine schwedische Freundin Cecilia gebeten, mir mehr über den Luciatåg zu erzählen, und mir vielleicht auch zu verraten, wie in ihrer Familie die köstlichen Lussekatter gebacken werden. Hat sie gemacht, yippieh!

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

„Der Luciatåg beginnt am frühen, noch dunklen Morgen, denn Lucia bringt ja das Licht. Lucia ist eine junge Frau oder ein Mädchen, sie trägt ein langes weißes Kleid, das von einem roten Band gegürtet wird, und über ihrem offenen Haar trägt sie einen Kerzenkranz oder -krone. Sie wird begleitet von den „tärnor“, den Jungfern, die auch weiße Gewänder tragen, und von den „stjärngossar“, den Sternenjungen. In den Familien ist es meist so, dass die Kinder sich morgens als Lucia und ihre Entourage verkleiden und ihre Eltern mit Gesang wecken. Die Lucia-Lieder handeln davon, dass es die dunkelste Zeit des Jahres ist, aber dass Lucia kommt und mit ihr das Versprechen von Licht, von Friede, von Hoffnung und von der nahenden Weihnachtszeit. Aber sie bringt auch Leckereien! Vor allem Lussekatter, die Luciakatzen, und Pfefferkuchen. Anschließend ziehen die Kinder wieder mit Gesang hinaus.“

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com
Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

„Der Tag geht vor allem für die Kinder im Kindergarten oder in der Schule weiter. Häufig besuchen die Klassen ein Krankenhaus oder Altersheime und singen dort. In jeder Stadt und an den Schulen wird ein Mädchen als Lucia mit dem Lichterkranz gekrönt, es gibt sogar eine offizielle Lucia für ganz Schweden!“
Wie das sei, die Lucia darzustellen, habe ich sie gefragt, das sei doch bestimmt kein leichter Job! Sie hat laut gelacht und gesagt „Es ist ganz schön anstrengend! Die Krone ist ziemlich schwer und man muss sehr aufrecht gehen. Außerdem hat man ewig Wachsreste im Haar! Die „tarnör“, also die Jungfern, die die Lucia begleiten, tragen auch Kerzen in den Händen, und manchmal halten sie sie zu dicht an der Nase, so dass der Sauerstoff knapp wird und sie zu schwanken anfangen. Stell dir vor, wenn das mehreren Mädchen in einer Lucia-Prozession passiert! Als ich an meiner Schule die Lucia verkörpern durfte, wurde uns vor der Prozession immer wieder eingeschärft, dass wir ja ein anständiges Frühstück essen und mit den Zehen wackeln sollten, wenn wir auch nur einen Anflug von Ohnmacht verspürten!“

Lussekatter: Schwedisches Safrangebäck zum St. Lucia Tag auf www.katharinakocht.com

St. Lucia ist ein sehr altes Fest, deren Ursprünge wahrscheinlich mit der Wintersonnenwende zu tun haben. (Der 13. Dezember war vor der gregorianischen Kalenderreform der Tag der Wintersonnenwende, also der kürzeste Tag des Jahres.) So alt der Festtag der Heiligen Lucia auch sein mag, so ist doch die Art, dieses Fest zu begehen, relativ neu: erst seit etwa 80 Jahren feiert man in ganz Schweden, aber auch in Dänemark und Norwegen den Luciatåg mit Prozessionen und der Krönung der Lucia – und mit leckerem Glögg und duftigem Safrangebäck, den Lussekatter.

Lussekatter

für ca. 16 Stück

Alle schwedischen Rezepte, die ich angesehen habe, sprechen von 1g Safran. Das ist in etwa das zehnfache dessen, was so in einer handelsüblichen Packung in Deutschland enthalten ist. Die Safran-Preise in Schweden mögen anders sein als hier, aber das erklärt auf jeden Fall, wieso Lussekatter ein Festtagsgebäck sind. Ich habe 2 Tütchen Safran benutzt, also 0,2g. Wer sie intensiv gelb haben will, greift zu mehr Safran oder gibt ein wenig Speisefarbe hinzu.

Für eine gesündere Variante klickt Euch doch auch mal rüber zu Green Kitchen Stories, Luise und Elsa haben sogar ein Video gedreht!

500g Mehl + mehr falls nötig (ich habe 630er Dinkelmehl benutzt)
25g Hefe
200ml Milch
1 Prise Zucker
100g Butter
2 Tütchen Safran (0,2g) – gern mehr! 
100g Zucker oder 120g Reissirup
1 Ei
1-2 EL Kondensmilch zum Bestreichen
32 Rosinen

:: Das Mehl in eine große Schüssel geben und eine Mulde formen. Die Hefe hineinbröckeln und mit einer Prise Zucker bestreuen. Die Milch lauwarm erhitzen und soviel Milch in die Mulde geben, dass die Mulde gefüllt ist, die Milch aber nicht überläuft. 15 Minuten stehen lassen, die Hefe beginnt dann zu arbeiten und bildet Blasen.

:: Die Butter schmelzen lassen und den Safran einrühren. Die übrige Milch dazugießen, ebenso den Zucker (oder Reissirup)  zugeben. Das Ei verquirlen. Die Milch-Mischung und das verquirlte Ei zum Vorteig geben und alles mit den Knethaken des Mixers einige Minuten rühren. Die Masse wird sehr weich sein, im Zweifelsfall noch etwas Mehl hinzugeben. Der Teig wird sich kaum (oder nur schlecht) kneten lassen, er sollte sich aber beim Rühren vom Schüsselrand lösen. Die Schüssel mit einem sauberen Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich die Kugel verdoppelt hat.

:: Den Teig niederboxen, nicht noch einmal durchkneten. Aus der Schüssel nehmen und in 16 gleichgroße Teile schneiden. Die gerade nicht verwendeten Teile abdecken, damit sie nicht austrocknen.

:: Jedes Teigstück auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem langen Strang formen, ca. 25cm lang. Den Strang von jeder Seite aufrollen, so dass sich die entstandenen Kreise in der Mitte „treffen“ und das typische „S“ bilden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und abdecken. Die anderen Teigstücke ebenso aufrollen und dann noch einmal etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

:: Ofen auf 220°C vorheizen. 
:: Jeweils eine Rosine in jedes „Auge“ der Lussekatter stecken und den Teig mit Kondensmilch bestreichen (s.a. Tipp unten). Dann 6 bis 8 Minuten im Ofen backen. Sie dürfen golden werden, aber nicht braun! Ggf. mit Papier abdecken oder nach 6 Minuten herausnehmen.
:: Herausnehmen, noch heiß erneut mit Kondensmilch bepinseln und dann leicht abkühlen lassen. 
Sie lassen sich auch hervorragend einfrieren, wenn sie einmal abgekühlt sind. Zum Frühstück einfach 5 Minuten in den 160°C warmen Ofen legen und dann ofenfrisch genießen.

Kondensmilch ist ungefähr das genialste, um Hefegebäck zu bestreichen! Es macht einen tollen Glanz. Warum habe ich das nicht schon viel früher gemerkt? Bei verquirltem Ei bleibt die Hälfte oder mehr übrig, was auch blöd ist. Da ich ansonsten aber keine Verwendung für Kondensmilch habe, habe ich die restliche Milch in einen Eiswürfelbehälter gefüllt, offen gefrieren lassen und dann die Kondensmilcheiswürfel heraus“gekloppt“ und in einen Gefrierbeutel gefüllt. Wenn ich „Streichmasse“ brauche, dann nehme ich 1-2 Würfel raus und lasse sie auftauen.

 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Post aus meiner Küche: Peanut & Caramel Brownies – und die Auslosung für "Greenbox" von Tim Mälzer

Vielen lieben Dank für all die Glückwünsche und die begeisterten Ausrufe zu Hilda, unserem Plätzchenmagazin. Auf Facebook wird der Link fleißig geteilt und weiterempfohlen, bis zum Anruf aus Hollywood kann es also nicht mehr lange dauern. Ob wohl Kate Hudson mich spielen wird? 😉
Scherz beiseite, es ist großartig, dass Euch Hilda so gefällt und wir hoffen alle, dass Ihr für die backintensivste Saison des Jahres viele Inspirationen bekommen habt.
Kaum waren für mich die Arbeiten an Hilda abgeschlossen, kam Post aus meiner Küche, Volume 4. Bobby Flitter hatte mir dieses Mal Ricarda von 23qm Stil zugelost – nach der BLOGST war das ein neuer Anlass, um gleichermaßen geflasht und schockverliebt zu sein. Also tat ich es wie alle anderen, wälzte Kochbücher, klickte Blogs, sortierte Sherlock-Holmes-mäßig meine Gedanken, verwarf die Hälfte wieder und entschied mich schließlich für folgende Leckereien, die sich dann auf den Weg zu Ricarda machten: Peanut & Caramel Brownie, Blutorangen-Sirup mit Campari und gebackenes Apfelmus mit Lebkuchengewürzen und Marzipan.
Peanut & Caramel Brownie auf www.katharinakocht.com

Ricardas Paket war schneller da als ich meins zur Post tragen konnte und beinhaltete köstlich-knusprige Lebkuchen-Cantuccini mit Cranberries und Pistanzien und eine Flasche selbstangesetzten weißen Glühwein. Besonders clever: die Gewürze sowie Orange und Zitrone hat sie einzeln dazu gelegt, so kann der Glühwein frisch aufgeheizt werden und erhält genau das richtige Aroma. Tausend Dank, Ricarda!

Post aus meiner Küche
Die Brownies und den Blutorangen-Sirup, die in meinem Päckchen für Ricarda enthalten waren, zeige ich Euch ein bisschen ausführlicher, die Sache mit dem gebackenen Apfelmus ist schnell erklärt: Auf ein Kilo geschälte und kleingeschnittene schön säuerliche Äpfel gebt Ihr drei bis vier Teelöffel Lebkuchengewürz und ein paar Tropfen Mandelextrakt und mischt alles in einem ofenfesten Topf oder Bräter mit Deckel. Zugedeckt bei 100°C etwa zwei Stunden backen, bis die Äpfel fast von allein zerfallen. 20 Gramm Marzipan fein reiben, unter die Äpfel mischen und alles kräftig durchrühren. Noch einmal 15 Minuten in den Ofen schieben und dann in Gläser füllen und schnell verschließen.

Peanut & Caramel Brownie auf www.katharinakocht.com
 Peanut & Caramel Brownie auf www.katharinakocht.com

Ha. Und jetzt zu dem, auf das Ihr doch eigentlich wartet, oder? Der Verlosung von Tim Mälzers Buch Greenbox! Ich habe fleißig in der Lostrommel gerührt und gekruschelt, und habe folgende (hoffentlich) glückliche Gewinnerin gezogen: 

Ramona aka Fräulein Moonstruck! 

Herzlichen Glückwunsch!

Danke an Euch alle, die mitgemacht und so liebe Worte geschrieben haben.

Special PAMK Peanut & Caramel Brownies 

für eine Form von 20×30 cm
Inspiration von Martha Stewart – und von Isabelle von Applewood House, dank ihres Monster Brownies brauchte ich keine Cups und Ounces umrechnen. Yay!

Ricardas Brownie kam ins Glas, dafür hatte ich die Menge halbiert, woraus man etwa 3 Gläser à 250ml Inhalt enthält.

150g Schokolade, bei mir: 70%ige 
120g Butter
1 EL Instant-Espressopulver (oder 1 kleine Tasse frisch gebrühter Espresso, das unterstreicht den Schokoladengeschmack noch mal zusätzlich) 
80g Mehl
2 EL Kakaopulver
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
75g gesalzene Erdnüsse
100g Karamellsauce (nach diesem Rezept, alternativ z.B. von Bonne Maman)
75g Erdnussbutter
2 Eier
150g brauner Zucker (alternativ 175g Reissirup, allerdings muss ich zugeben, dass die Brownies mit braunem Zucker besser schmecken)

:: Backofen auf 170°C vorheizen (Umluft 150°C) und die Backform mit Backpapier auslegen oder einfetten.

:: Schokolade hacken und Butter in kleine Stückchen schneiden. Beides zusammen mit dem Instant-Espresso langsam über dem Wasserbad schmelzen.

:: Während Schokolade und Butter sich verflüssigen, bereite ich alles andere vor:
Mehl, Kakao, Salz und Backpulver vermischen.
Erdnüsse grob hacken.
Karamellsauce und Erdnussbutter verrühren.

:: Eier und Zucker schaumig aufschlagen, dann mit dem Rührlöffel die Schokoladen-Butter-Mischung unterrühren, anschließend die Mehlmischung. Gehackte Erdnüsse unterheben und den Teig in die vorbereitete Form gießen.

:: Den Karamell-Erdnuss-Mix auf den Teig klecksen und mit einem Messer durch den Teig fahren, um Marmoreffekte zu erhalten. (oder wie sagt man auf Deutsch „swirl“?)

:: Etwa 30 Minuten backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen.

 

Montag, 26. November 2012

Maronen-Nuss-Kuchen

Vor meinem Fenster heult der Sturm. Richtigerweise sollte ich sagen, „vor meinen Fenstern“, Plural, denn egal, welches ich heute geöffnet habe, es fegte ein Schwall Herbstblätter und eine gute Prise Miesepeterwetter hinein. Gut, dachte ich, dann nutzen wir die Gelegenheit und backen einfach noch einmal einen anständigen herbstlichen Kuchen, bevor in der nächsten Woche das Adventslämpchen angeknipst wird. Beim Wort „Advent“ tritt leichte Panik in meine Augen. Wie in jedem Jahr habe ich mir ungefähr im August vorgenommen, endlich einen wahnsinnig tollen, über-stylishen Adventskalender zu designen und herzustellen, einen, für den das Wort „basteln“ schon zu profan ist. (Wobei Basteln heutzutage sowieso ja anders heißt, Die. Ai. Waii.) Seit August denke ich alle paar Tage an das Projekt, und seit August ist nicht viel passiert damit. Wenn die Adventskalenderpanik einsetzt, lenke ich mich schnell ab, und heute war es durch Kuchenbacken.
Maronen sind so ein Übergangsding, etwas für beide Jahreszeiten: Goldglänzend im Herbst und ganz wunderbar für Füllungen und herzhaft-süßliche Herbstgenüsse geeignet. Und dann, wenn die Weihnachts-märkte ihre Pforten öffnen und außer Jingle-Bells-Gedudel und klebrigem Glühwein eigentlich noch nicht viel auf Weihnachten hinweist (am allerwenigsten das Wetter), dann freue ich mich doch immer auf meine Tüte geröstete Maroni, mit viel Gepuste und mit spitzen Fingern gegessen. Der Weihnachtsmarkt hier in Lüneburg startet am nächsten Wochenende, und die gerösteten Maronen und ich haben ein festes Date. Beim Glühwein bin ich mir noch nicht so sicher.
Auf die Idee mit den Maronen im Kuchen bin ich durch ein ziemlich abgefahrenes Buch gekommen, das ich neulich im Hamburger Koch-Kontor gefunden habe: „Kuchenwunder“ von Christa Schmedes und Martina Kittler. Schokoladenkuchen mit Roter Bete ist ja ein alter Hut, wenngleich er immer noch auf meiner To-Do-Liste steht, aber habt ihr schon mal mit Süßkartoffeln, Pastinaken oder Curry gebacken? Ich nicht. Und bis heute auch noch nicht mit Maronen, aber das war ein gutes Experiment, ein sehr gutes. Hach, Herbst.
Und der Adventskalender? Immer mit der Ruhe, es sind noch 5 Tage Zeit. Zur Not gilt halt wieder der alte Spruch „aber wir wollten uns doch nichts schenken!“

Maronen-Nuss-Kuchen
aus: C. Schmedes/M.Kittler: Kuchenwunder 
in der 18er Springform gebacken – für eine normalgroße 24er oder 26er Springform die Menge verdoppeln.

200g vorgegarte Maronen – das Originalrezept will 200g Maronenpüree, das konnte ich aber spontan nicht finden
25ml Haselnussöl
40g Butter
2 Eier
1 Prise Salz
90g Reissirup (oder 75g Rohrohrzucker)
75g gemahlene Haselnüsse
25g Kastenien- oder Maronenmehl (oder Dinkelmehl)
3 EL Marmelade oder Gelee, z.B. Johannisbeergelee, Hagebutten- oder Pflaumenmus

:: Backofen auf 180°C vorheizen (Umluft 160°) und eine kleine Backform einfetten.

:: Maronen etwas zerkleinern und zusammen mit dem Haselnussöl pürieren, bis eine cremige und ziemlich homogene Masse entsteht, evtl. noch ein oder zwei Esslöffel Wasser dazugeben.

:: Butter schmelzen lassen und abkühlen lassen.
:: Eier trennen. Das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz steif schlagen. Eigelbe mit Reissirup oder Zucker aufschlagen und die flüssige Butter einrühren. Die pürierten Maronen und die Haselnüsse unterrühren und dann das Eiweiß unterheben. Kastanienmehl darübersieben und alles vorsichtig zu einem fluffigen Teig mischen.
:: In die Form gießen, glatt streichen und dann etwa 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.
:: Die Marmelade erwärmen und glatt rühren und dann auf den Kuchen streichen und trocknen lassen. Wer mag, streut noch etwas Puderzucker darüber.
 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Apfel-Mandel-Kranz

Geht es Euch auch so, dass es ein Kochbuch sehr schwer hat, wenn es keine oder keine guten Bilder beinhaltet? Es gibt nur eine Handvoll Bücher, die es in mein Regal geschafft haben, obwohl sie dem Kriterium „Bilder“ nicht standhalten. Interessanterweise ist eines davon in den Top 3 meiner liebsten Kochbücher, nämlich La cucina verde. Aber das ist ansonsten so unglaublich liebevoll gestaltet, dass Bilder fast stören würden. Doch sonst… ich mag von einem Bild inspiriert werden. Es ist etwas anderes, wenn ich auf der Suche nach einem bestimmten Gericht bin, dann dient das Bild der Bestätigung. Blättere ich aber ziellos durch ein Kochbuch, bleibt mein Blick an Bildern hängen, weniger an Rezepttiteln. Das mag durchaus auch an meinem *ähem* zarten Alter liegen, denn seit ich angefangen habe, meine eigene Kochbuchsammlung zu beginnen, sind unbebilderte Bücher sehr selten geworden. Die älteren Kochbücher meiner Mutter kommen dagegen oft in reiner Textform daher und sind dennoch vielbenutzt und mit Gebrauchsspuren und Fettflecken versehen. Im Grunde genommen die Adligsprechung eines Kochbuchs.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei
Das mag natürlich auch damit zu tun haben, dass im Osten der Republik gute Kochbücher, eigentlich Kochbücher überhaupt, nicht leicht zu bekommen waren, und bebilderte schon gleich ganz unter „Rarität“ fielen. Aber auch Paul Bocuses und Julia Childs Standardwerke kommen meines Wissens ohne Bilder aus und sind doch genau das – weltweit anerkannte Standardwerke.
Vielleicht ist das Kochen ohne visuelles Vorbild aber auch entspannter und setzt die eigenen Erwartungen weniger hoch. Wer kennt nicht die Enttäuschung, wenn der angerichtete Teller so gar nicht dem gezeigten Bild des Kochbuchs entspricht? Dann kann es mir noch so schmecken, aber ich tue mich schwer, die volle Punktzahl zu verteilen. Bekloppt.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei

Fast volle Punktzahl gibt es dementsprechend für den Apfel-Mandel-Kranz, der mich überhaupt erst dazu brachte, über die Wichtigkeit von Bildern für Kochbücher nachzudenken. In Leila Lindholms Buch „Backen mit Leila“ gibt es für so ziemlich jedes Rezept ein wunderschönes Bild, überhaupt ist das Buch ein „IKEA-Katalog mit Nahrungsmitteln“, wie ich neulich im Internet las. Das stimmt – es wird eine bestimmte Stimmung und ein Wohlgefühl über die Seiten transportiert, das mich jedes Mal in seine schwedische behaglighet hineinzieht. Jedoch… das Bild für den Apfel-Kranz ist genauso hübsch wie es klein ist, die komplizierte Falttechnik stellt es auf jeden Fall nicht dar. Und weder die deutsche noch die englische Ausgabe waren hilfreich beim Erklären, auf Leila Lindholms Homepage fand ich die schwedische Version und reimte mir dann aus allen drei Sprachen das zusammen, was ich dann am Kranz zu tun hätte. Ergebnis: Lockerer Hefeteig, saftige Füllung, und wie immer zuckerfrei. Ach, eigentlich… Volle Punktzahl.

Apfel Mandel Hefeteig Leila Lindholm zuckerfrei

Apfel-Mandel-Kranz
nach Leila Lindholm,  Backen mit Leila

Kleine Vorbemerkung: die Zubereitung der einzelnen Schritte ist nicht weiter schwierig, das Aufrollen des Kranzes und das Formen ist allerdings ein bisschen tricky. Backanfänger sollten sich ein Paar helfender Hände heranrufen.

HEFETEIG:
120ml Milch 
30g Reissirup (alternativ feiner Zucker)  
75g weiche Butter 
15g Hefe
350g Mehl, bei mir: Dinkel Type 630
1/4 TL gemahlener Kardamom
1 Prise Salz
1 Ei

FÜLLUNG:
75g Butter
1 TL gemahlener Zimt 
ein paar Tropfen Mandelaroma
70g gemahlene Mandeln
70g Reissirup 
alternativ zu Mandeln und Reissirup: 100g Marzipan
2 große feste und säuerliche Äpfel
verquirles Ei zum Bestreichen, gehobelte Mandeln zum Bestreuen

wer den Kranz süßer mag, gibt noch etwa 50g braunen Zucker zur Füllung. 
:: Milch und Reissirup lauwarm erwärmen, die Butter darin schmelzen lassen und die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Kurz stehen lassen. In der Zeit das Mehl in einer großen Schüssel mit Salz und Kardamom vermischen. Eine Kuhle in die Mitte drücke, das Ei darin aufschlagen und alles mit der Hefemilch begießen und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Falls er zu sperrig und zu klebrig ist, etwa 5 Minuten stehen lassen, dann sollte er einfacher zu händeln sein, wird aber nach wie vor weich sein.
:: Abdecken und etwa eine Stunde gehen lassen.
:: Währenddessen die Füllung zubereiten: Butter sehr weich werden lassen. Für die zuckerfreie Variante die gemahlenen Mandeln in die Küchenmaschine geben und zu einer Paste vermahlen. Reissirup hinzugeben und untermixen. Die weiche Butter mit Zimt, Mandelpaste und Mandelaroma verrühren. Für die Variante mit Marzipan die weiche Butter mit Zimt und Mandelaroma verrühren und dann das Marzipan hineinreiben und unterrühren.
:: Eine 26er Springform ausbuttern und eine Arbeitsfläche bemehlen. Nach der Gehzeit den Teig vorsichtig mit der Faust niederdrücken und auf die Arbeitsfläche legen. Nicht durchkneten. Mit den Händen oder dem Nudelholz auf eine Fläche von ca. 30x40cm ausbreiten. Mit der Buttermischung bestreichen, dann  die beiden Äpfel schälen, entkernen und über die Mandelbutter raspeln.
:: Den Teig von der langen Seite her aufrollen und die Rolle zu einem Kranz formen. In die Springform legen – evtl. die Rolle erst in der Springform zum Kranz formen. Dann mit einem scharfen Messer im Abstand von etwa einem Zentimeter bis fast auf den Boden einschneiden. Theoretisch sollten jetzt 2 Scheiben zueinander gefaltet werden – dafür war mein Teig aber zu weich. Ich habe also jeweils 2 Scheiben in der Mitte zusammengedrückt, so dass sich der jeweils benachbarte Schnitt etwas öffnet, so wie im Foto.
:: Mit verquirltem Ei bestreichen und mit den gehobelten Mandeln bestreuen. Abdecken und noch einmal etwa 45 Minuten gehen lassen.
:: Backofen auf 180°C vorheizen (Umluft 160°C). Den Kranz etwa 30-35 Minuten backen, nach 25 Minuten schon mal vorsichtshalber checken. 
:: Herausnehmen und abkühlen lassen. Schmeckt kalt und lauwarm, und ist auch nach ein oder zwei Tagen schön saftig.