Kategorie-Archiv: MYO: Make Your Own

Mittwoch, 11. September 2013

Lange nicht mehr gegessen: Würziges Ajvar {Make Your Own}

Die tagespolitische Diskussion kam kürzlich auf das Thema “Balkan” (man frage mich aber bitte nicht mehr nach dem Zusammenhang) und plötzlich war ich mit meinen Gedanken ganz woanders; vor meinem inneren Auge wanderte Ćevapčići vorbei, Djuvec-Reis, würziges Gulasch mit viel Paprika, Bohnen- oder Sauerkrautsuppe. Und immer dabei: ein guter Klecks Ajvar. Irgendwie hing ich mich am Ajvar auf und hatte plötzlich unbändige Lust auf die pikante Sauce. Das kleine Glas, das ich dann auch gleich kaufte, machten wir noch am selben Abend nieder. “Das kann man doch auch selbst machen!” rief die innere Stimme hinter meiner Stirn. “Ja, klar!” antwortete ich und checkte kurz die Zutaten: Paprika, Aubergine, Knoblauch und Peperoni. Klingt nach einer Gewinnerknüllerkombination, aber gut, alles mit Auberginen gewinnt bei mir. Selbstgemachtes Ajvar

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Montag, 29. April 2013

Nicht ohne meinen TEA-JAY: Green Tea Mule Cocktail

Und auf einmal war er da, der Sommer. Gut, zumindest eine Sommer-Vorstufe, aber mit Sonnenschein aus allen Rohren, mit Vogelgezwitscher und wie wild explodierenden Blüten an Baum und Strauch.

Was gehört zum Sommer? Richtig. Eistee. Solcher aus dem Tetrapack fällt aus naheliegenden zuckrigen Gründen weg, und selbstgemachter ist zwar grundsätzlich super, aber dauert immer so lange… Und da kam plötzlich die Anfrage, ob ich nicht den Eisteebereiter TEA-JAY von blomus testen möchte. Kalter Eistee in Nullkommanix, und dazu von einem Hersteller, bei dessen puristisch-cleanen Design mein Herz sowieso schneller schlägt? (Ja, wir haben weiße Wände, viele helle und weiße Möbel und wenig bis kein Schnickschnack rumstehen. Solche sind wir.) Oooooh ja. Will ich.

 

 

Mittwoch, 24. April 2013

MYO: Butterschmalz und/oder Ghee, homemade

An allem ist eigentlich Holly Becker schuld. (Schön, wenn man eindeutige Schuldzuweisungen treffen kann. Aber die Geschichte geht gut aus, insofern bin ich Holly sogar dankbar.)
Aber von vorn. Für ein Dessert musste ich Sahne schlagen, viel Sahne, 500 Gramm. Für kleine Sahnemengen nehme ich schnell den Handmixer, aber für solche Kategorien kommt PeggySue, die feuerwehrrote KitchenAid ins Spiel. PeggySue rührte und rührte, Katharina blätterte und blätterte und las sich in Holly Beckers “Decorate Workshop” fest. Ich schwöre – es waren nicht mehr als ein paar Sekunden, bevor ich vom Kapitel “Find your personal style” aufschrak und zur rödelnden Maschine herübersprang. Diese Sekunden entschieden über Leben und Sterben, zumindest das des Desserts: Statt fluffiger Sahne guckten mich krisselige Krümel an. Fluchen, Heulen, Zähneknirschen, und dann der gejammerte Spruch, den wir alle kennen: Ich hab’ die Sahne zu Butter geschlagen! Tief durchatmen, Dessert abhaken, und die Küchenmaschine einfach noch mal eine Weile weiterschlagen lassen, bis wirklich Butter entsteht.
 

Donnerstag, 4. April 2013

(Curry-)Ketchup – und eine neue Kategorie: Make Your Own.

Ihr Lieben, ich hoffe, Ihr hattet ein schönes Osterfest! Wir haben unseren Koffer gepackt und sind für ein paar Tage nach Amsterdam gefahren – und es war großartig! Eine wunderbare Stadt, ein tolles Hotel, strahlendblauer Himmel und Sonnenschein, und das alles komplett schneefrei.
Zurück in Norddeutschland finden sich zwar auch in unserem Garten immer noch ein paar weiße Flecken, aber ansonsten scheint der April ‘ne coole Socke zu sein, immerhin bin ich bereits zweimal ohne Handschuhe, ohne Mütze, ohne Frieren, dafür aber mit Sonnenbrille (!) draußen unterwegs gewesen. Wenn dieser Monat etwas Neues kann, dann kann ich das auch und starte heute mit einer neuen Serie:  

MYO – Make Your Own.

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Mittwoch, 14. November 2012

Brotbackmischung für Leinsamenbrot: Geschenke aus der Küche

Wer jetzt bei mir auch auf einen euphorischen Beitrag über die BLOGST-Konferenz vom vergangenen Wochenende wartet, den muss ich leider enttäuschen. Nicht, dass die BLOGST nicht unglaublich toll war. Oder unfassbar inspirierend. Oder wahnsinnig informativ. Nicht, dass die Gespräche nicht spannend gewesen wären, oder herzerwärmend, oder lustig. Nein nein, die BLOGST war all das und noch viel mehr, und mein Herz geht vor Freude auf über jeden Beitrag, jeden Post und jedes Foto, das anderswo gezeigt wird. (Nic von Luzia Pimpinella hat nicht nur einen wunderbaren Beitrag geschrieben, sondern sammelt auch alle weiteren. Wie toll!)  Der so ziemlich einzige Grund, weshalb ich mich nicht einreihe in die Jubel-Post ist dieser – und er beschämt mich sehr: Ich habe genau drei (DREI) Fotos gemacht, und dann noch mit dem Telefon. Prädikat: Nicht zeigenswert. Und bei den anderen klauen ist ein No-Go, das weiß ich nicht erst spätestens seit dem gleichzeitig erleuchtenden und erschreckenden Vortrag von Christian Solmecke von der Kanzlei WBS.

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig

Am Sonntagabend nach der Veranstaltung bin ich völlig platt, aber mit tausend neuen Ideen ins Bett gefallen.

Eine neue Idee für die jetzt verstärkt einsetzende Geschenk-Saison kam mir in der Konversation mit meiner Leserin Pia, die fragte, ob ich nicht ein Rezept für eine Brotteigmischung im Glas hätte. Nun backe ich mein Brot ja mit selbstangesetzem Sauerteig, insofern hatte ich noch nie über einen Brot-Mix nachgedacht. Außerdem haben Backmischungen für mich irgendwie immer den Anstrich von Fast Food. Eigentlich totaler Quatsch. Die meisten Backmischungen verlangen ja trotzdem noch ein bisschen Abwiegen und Abmessen, und gerührt werden müssen sie zudem noch, so dass sie letzlich nicht soviel “faster” sind als originäres Backen. Über die Inhaltsstoffe mag man streiten können, über mangelnde Fantasie vielleicht auch, eine gewisse Praktikabilität kann man Backmischungen aber nicht abstreiten. Und als Geschenk finde ich das richtig prima, zumal wenn es sich um selbstgemachte Mischungen handelt!

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig

Ich antwortete Pia, dass ich zwar bislang keine Erfahrung mit dem Zusammenrühren von Brotmischungen hätte, mir aber aus der sonstigen Brotbäckerei vorstellen könnte, dass dieses Rezept hier funktionieren könnte. Jetzt habe ich es getestet – und es funktioniert! Durch die Zugabe von getrocknetem Sauerteig kommt ein kräftiger Geschmack hinein, und zusammen mit einem kleinen Backkörbchen aus Holz und einer Flasche dunklem Bier habt Ihr mindestens einen Nikolausstiefel befüllt! Auch den von Brotback-Angsthasen: Denn außer öffnen, mit etwas Bier anrühren und nach ein wenig Ruhezeit backen braucht es keine weitere Zauberei. Easypeasy, würde ich sagen, wenn ich das Wort Easypeasy denn mögen würde. ;-)

Brotbackmischung für Leinsamenbrot mit SauerteigBrotbackmischung für Leinsamenbrot mit Sauerteig

Brotbackmischung für Leinsamenbrot

Reicht für 1 kleines Brot.

Der Flaschen- bzw. Glasinhalt sollte mindesten 0,5l fassen können.

 

300g Dinkelmehl, Type 1050 oder Vollkorn
1 knapper TL Salz
1 TL Brotgewürz
2 gestr. TL Trockenhefe (ca. 5g)
2 TL getrockneter Sauerteig (den gibt es fertig im Bio-Regal)
5 TL Leinsamen
3-4 TL Sesamsaat
1 Flasche dunkles Bier oder Malzbier (passenderweise Dinkelmalz) 

**Update** 
Ich habe die ganze Sache noch ein zweites Mal gebacken und fand, dass folgende Mengen sogar noch besser waren: 1 bis maximal 1 1/2 TL Trockenhefe und 1 Esslöffel getrockneter Sauerteig (ca. 7g). Ggf. muss der Teig dann etwas länger gehen. Kürbiskerne passen übrigens auch ganz wunderbar dazu.

:: Mehl, Salz, Brotgewürz, Trockenhefe und Sauerteig in einer Schüssel mischen und dann mithilfe eines breiten Trichters in eine Flasche mit breitem Hals oder in ein Glas füllen. Obenauf Leinsamen und Sesam schichten und die Flasche dann gut verschließen und hübsch verpacken.

:: In einer Holzbackform zusammen mit einer Flasche Bier verschenken und einen Anhänger oder Einleger mit der Backanleitung dazulegen:

Den Inhalt der Flasche in eine Schüssel geben. Etwa 175ml Bier darunter rühren und den Teig mindestens 5 Minuten durchkneten. Den Teig in die Backform legen und mit etwas Bier bepinseln,  dann an einem warmen, zugluftfreien Ort solange gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat, ca. 1-1 1/2 Stunden. Den Backofen auf 220°C vorheizen. Mit einem scharfen Messer einen Längsschnitt in den Teig setzen. Das Brotkörbchen mit dem Teig in den Backofen stellen und 10 Minuten backen, dann die Hitze auf 200°C herunterschalten, nach weiteren 10 Minuten auf 180°C und bei 180°C zuende backen – das Brot braucht insgesamt 40 Minuten. Herausnehmen und komplett auskühlen lassen.


Für mehr als eine Backmischung
den Teig trotzdem getrennt mischen, denn sonst kann es vorkommen, dass Hefe, Sauerteig und Gewürze nicht gleichmäßig verteilt werden. Und dann habt Ihr am Ende womöglich ein “Superexplosionsbrot” und eins, das kaum aufgehen mag…

 

Dienstag, 22. Mai 2012

Mandelmilch

Theoretisch müsste meine Stirn voll blauer Flecken und Beulen sein, so oft, wie ich mir schon mit der Hand vor den Kopf geschlagen habe: Immer dann, wenn ich wieder einmal feststelle, wie einfach Dinge, die mir viel zu kompliziert zum Selbermachen erschienen, in Wirklichkeit doch sind. Karamellsauce oder Butterscotch etwa: schmeckt nach komplizierter Geheimmischung, ist aber das Simpelste der Welt. Und selbtgemacht um Längen besser als gekaufte. Oder Himbeereis, ganz aktuell. Gebrannte Nüsse. Brot backen.
Bei Mandelmilch – oder überhaupt “Milch ohne Milch” – dachte ich bislang auch, das ein gerüttelt Maß an Alchemie dahintersteckte.

Tut es nicht. Mandeln und Wasser, das ist alles. Und ein wenig schweres Gerät. Fertig ist die Zauberformel. Da staunt selbst Harry Potter, dass das auch ohne magischen Spruch möglich ist.

Der Anlass, den Zauberlehrling in mir zu wecken, ist keine Intoleranz oder Allergie, hauptsächlich war es reine Neugier, die mich trieb. Und Geiz, auch wenn ich mir schlecht vorkomme, das zugeben zu müssen. Geiz, brrrr. Doch im Supermarkt war Mandelmilch für 2,89 Euro käuflich zu erwerben und das war mir schlicht zu teuer.

Fündig für ein Selbermach-Rezept wurde ich schnell bei Alice Hart, im Kochbuch klebte schon seit langem ein Merker an der bestimmten Seite. Gut zu wissen, dass es mit anderen Nüssen auch funktioniert, ein Test wird in Kürze anstehen.

 

Das einzige Manko des Rezepts ist die kurze Haltbarkeit – ein halber Liter ist leider sehr schnell ausgetrunken. Den Plan, die Mandelmilch morgen ins Müsli zu rühren, kann ich nämlich vergessen, viel zu schnell verschwand sie, gerade dass sie kalt werden konnte, im Eiskaffee. Bei diesen Temperaturen eine willkommene Abkühlung! Und da ich wenigstens ein einziges Mal in dieser Woche vorausschauend gehandelt hatte, ging der Eiskaffee auch ratzifatzi: Mit gefrorenem Kaffee nämlich. Dafür einen Eiswürfelbehälter mit starkem Kaffee füllen (eine Tasse reicht für einen handelsüblichen schmalen Behälter), frieren lassen und dann 3 oder 4 kaffeebraune Eiswürfel mit kalter Milch übergießen.

Mandelmilch

für knapp 1/2 Liter

100g Mandeln
Wasser

:: Mandeln in einem Schälchen mit kaltem Wasser bedecken und mindestens 8 Stunden (am besten über Nacht) quellen lassen. Das Quellwasser wegschütten und die Mandeln mit kochendem Wasser überbrühen. Kurz abkühlen lassen und die Mandelkerne dann aus den Häuten “schnipsen”. Natürlich kann die Haut auch am Kern bleiben, allerdings wird die Milch dann nicht so schön schneeweiß.

:: Mandeln und 500ml heißes Wasser in einen Blender geben und etwa 2 Minuten auf höchster Stufe mixen, bis die Mandeln quasi pulverisiert sind und die Flüssigkeit weiß ist.

:: Ein feines Sieb mit einem Mulltuch (oder Geschirrtuch) doppelt auslegen und über eine Schüssel hängen. Das Mandel-Wasser durch das Sieb passieren und gut abtropfen lassen. Anschließend das Tuch mit dem Mandelmus gut auspressen, damit alle Flüssigkeit herausgequetscht wird. Das überbleibende Mandelmus entweder entsorgen oder zum Trocknen auf ein Backblech verteilen und zum Backen benutzen – es ergibt ein sehr feines Mandelmehl.

:: Mandelmilch entweder warm trinken oder zum Kaffee oder Müsli gießen, oder abkühlen lassen und im Kühlschrank kaltstellen.

:: Für mehr Süße Honig untermischen.

 

*Update* 

Nicht alles glauben, was die Tante Euch erzählt. Also ich. ;-)

Faulheit und etwas Zeitmangel ließen mich die Mandelmilch ein zweites Mal mixen, nur eben diesmal ohne das vorherige Blanchieren der Mandeln.  Die Mandelmilch wird natürlich nicht schneeweiß, aber weiß wie reguläre Vollmilch von der Kuh ist sie dennoch. Sie schmeckt auch etwas intensiver – und am allerbesten ist der Geschmack, wenn sie ganz frisch verbaucht wird.

 

Mittwoch, 2. Mai 2012

Sauerteig ansetzen: Eine Übung in angewandter Geduld.

Für manche Dinge braucht es einfach mehr als einen Anlauf. Übung macht den Meister, und ein solcher ist noch nicht vom Himmel gefallen.

Fünf Euro ins Phrasenschwein.

Aber so ist es doch. Wie oft haben wir alle schon Dinge getan, die beim ersten Mal nicht funktioniert haben, und auch beim zweiten Mal nur so lala waren. Skifahren, beispielsweise. Wie oft habe ich mich da auf den Hintern gesetzt, bis ich das erste Mal den Berg in einem Stück hinunterkam? Ungezählte Male. Und heute muss ich nicht mal darüber nachdenken, ich fahre einfach los. Oder der erste selbstgebackene Kuchen, der erste selbstgerührte Hefeteig, das erste Steak. Waren alles keine Hauptgewinne, ebenso wenig wie eben mein erstes Sauerteigbrot. Tagelang hatte ich den Ansatz gezüchtet, stundenlang darauf gewartet, dass das Brot aufginge, es dann irgendwann entnervt in den Ofen geschoben und am Ende einen Klotz herausgezogen. Ich schwor dem Sauerteig ab, beschimpfte ihn als unzuverlässig und einfach nur blöde.

Wie sich herausstellte, war das eher eine Liebe auf den zweiten Blick mit mir und dem Sauerteig. Wir haben uns noch einmal eine Chance gegeben, uns diesmal viel mehr Zeit miteinander gelassen und über den Verlauf von Wochen eine stabile Freundschaft aufgebaut.

Letztlich ist es aber doch genau das, was ursprüngliches Brot ausmacht: Zeit und Geduld. Oder, um noch ein wenig Geld ins Phrasenschwein zu werfen: Gut Ding will Weile haben. Schnellstarter mit Hilfe aus dem Chemiebaukasten kann jeder. Wer regelmäßig sein Brot selbst bäckt oder dieses zumindest versuchen will, der sollte den Aufwand auf sich nehmen und seine eigene Kultur heranzüchten. Mehr zu verlieren als eine Tüte Roggenmehl und einen halben Liter Wasser hat man eigentlich nicht.

Da so ein Starter ein paar Tage Vorlaufzeit benötigt, bis er als Triebmittel eingesetzt werden kann, habe ich mich heute nur auf  die Herstellung des Sauerteigs beschränkt, das Rezept für ein schönes Roggenmischbrot folgt in ein paar Tagen. Die beiden hier vorgestellten Rezepte habe ich beide probiert, beide führen zu guten Ergebnissen. Der “Pöt-Methode” traue ich eine bessere Kontrolle über die entstehenden Milch- und Essigsäuren und Hefen zu, außerdem hat man viel mehr Beschäftigung mit dem Projekt. Die Methode nach Jamie Oliver verlangt weniger Arbeit, führt aber ebenso ans Ziel.

Sauerteig I: Die Pöt-Methode

Die wahrscheinlich professionellere Methode aus dem Sauerteig-Forum.

500g Roggenmehl, Typ 1150
ca. 500ml Wasser

:: Tag 1 (das kann man super an einem Montagmorgen starten, dann kann am Wochenende das erste Brot gebacken werden): 100g Mehl und 100ml Wasser in einer großen Schüssel gut miteinander verrühren, bis ein weicher Teig entsteht, der ungefähr die Konsistenz von dicklichem Pfannkuchenteig hat – eventuell mehr Wasser zugeben. Locker mit Frischhaltefolie abdecken und bei warmer Raumtemperatur stehen lassen, z.B. auf einem Teller, der auf einem mäßig warmen Heizkörper steht. Nach 12 Stunden einmal ordentlich durchschlagen, wieder abdecken, stehen lassen.

:: Tag 2: weitere 100g Mehl und 100ml Wasser unterrühren, bis wieder die Pfannkuchenkonsistenz entsteht. Abdecken und ruhen lassen. Nach 12 Stunden wieder gut durchrühren, um Luft in den Teig zu lassen.

:: Tag 3, 4 und 5: die gleiche Prozedur wie an Tag 2, dann sollte das Mehl verbraucht sein und der Teig ordentlich Blasen schlagen, grau aussehen und säuerlich riechen. Solange er keinen Pelz entwickelt und richtig beißend stinkt, ist alles OK.

:: Ca. 80-100g vom Sauerteig für den nächsten Ansatz in ein sauber ausgespültes Glas abfüllen, gut verschließen und in den Kühlschrank stellen. Den restlichen Teig zum Backen verwenden.

 

Sauerteig II: nach Jamie Oliver.

Die weniger aufwändige Methode aus “Genial Kochen mit Jamie Oliver”.

Jamie spezifiziert die Mehlsorte nicht genau, er schreibt “kräftiges Roggenmehl”, ich habe mit 1150er Mehl aus biologischem Anbau die besten Erfahrungen gemacht.

500g + 100g Roggenmehl, Typ 1150
500ml + 100ml Wasser

 :: Tag 1 (z.B. Montag): 500g Mehl und 500ml Wasser in einer ausreichend großen Schüssel gut miteinander verrühren.  Nicht abgedeckt etwa eine Stunde ins Freie stellen, dann hereinholen, locker mit Frischhaltefolie abdecken und bei Raumtemperatur stehen lassen.

:: Tag 2: Den Teig in Ruhe lassen, viel wird sich noch nicht getan haben.

:: Tag 3: Der Sauerteig sollte jetzt schon ein paar Blasen entwickelt haben, recht grau aussehen und etwas streng riechen. Einmal gut durchrühren und dann 100g Mehl und 100ml Wasser unterrühren. Wieder zudecken und stehen lassen.

:: Tag 4: Die Blubberblasen bewundern, aber ansonsten ruhen lassen.

:: Tag 5: Der Sauerteig ist fertig. Ca. 80-100g Sauerteig für den nächsten Ansatz in ein sauber ausgespültes Glas abfüllen, gut verschließen und in den Kühlschrank stellen. Den restlichen Teig zum Backen verwenden.

 

Rezepte für Brote mit Sauerteig:

Roggen-Weizen-Mischbrot
San Francisco Sourdough Bread (mit Weizen- oder Dinkelsauerteig, aber die Methode ist die gleiche)
Vollkornroggenbrot mit Körnern und Saaten
Zwiebel-Bier-Brot