Archiv der Kategorie: orientalisch

Freitag, 17. Juli 2015

Gebackene Süßkartoffeln und Kichererbsen mit Avocado-Salsa und Tahinisauce

Alternativtitel: „Das gibt es bei uns gerade jeden zweiten Tag, vor allem wegen der Knaller-Tahinisauce“.
Bei Instagram hat das total schlechte Foto von unserem aktuellen Dauerbrenner-Abendessen ein reges Interesse hervorgerufen, so dass ich Euch das Rezept natürlich nicht vorenthalten möchte. Aber zunächst: Willkommen zurück, Ihr Lieben. Schön, dass Ihr immer noch hier vorbei schaut. Vielleicht hat Euch Arnes Gastbeitrag ja ordentlich wach gemacht und unbändige Energie verliehen? Ich hatte jedenfalls heute morgen schon einen eisgekühlten Bulletproof Coffee. Weil, is ja Sommer, ne.

Gebackene Suesskartoffeln und Kichererbsen mit Avocado-Salsa und Tahini-Sauce

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Montag, 10. November 2014

Hummus aus grünen Erbsen, und: Vom (richtigen) Einfrieren und Auftauen

*sponsored post*

Neulich las ich mich fest. Das ist per se ja nichts ungewöhnliches, ein spannendes Buch schafft das oft. Ungewöhnlich ist dabei jedoch, dass ich mich in einer Broschüre festlas, in der es um Tiefkühlkost ging. Tiefkühlkost. Davon erwartet man im ersten Moment ja keinen Spannungsbogen, der Dan Brown erblassen ließe. Dabei war es höchst interessant! Denn ich gebe es unumwunden zu: Beim Einfrieren und im Umgang mit Tiefgefrorenem bin ich bislang eine ziemliche Niete. Ich bin von der Sorte, die sich schon stolz auf die Schulter klopft, wenn ein Aufkleber mit Inhalt und Einfrierdatum die Box ziert. Und trotzdem stehe ich viel zu oft vor der Kalten Else, halte eine Tupperbox in der Hand und frage mich, was zum Geier da wohl drin sein mag. Pizzasauce? Oder doch Beerenpüree?
Das muss sich ändern. Ich bin jetzt Muddi, da muss ich sowas doch im Griff haben! 😉 Deswegen kam der nette Kontakt zum Deutschen Tiefkühlinstitut sehr passend, denn erstens muss die Kalte Else dringend abgetaut werden und zweitens soll sie dann nach dem Motto „unser TK-Schrank soll schöner werden“ effektiver befüllt werden. So. Wissta Bescheid.

Erbsen_Hummus

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Sonntag, 2. Juni 2013

Rhabarber-Chutney

Huii, mit diesem Post hinke ich ganz schön hinterher. Eigentlich sollte er schon Freitag das Licht der Welt erblicken, aber manchmal kommt einem doch einfach das Leben dazwischen. Erst wollten die Worte nicht kommen. Dann schien die Sonne, ein so seltenes Phänomen, dass ich ob der grellen Scheibe am Himmel völlig verwirrt war. Dann war ich eingeladen auf die Jubelparty der wunderbaren Keramikdesignerin Melanie Follmer, die mit ihrem Label …F („drei Punkt F“) einfach umwerfend schöne Dinge herstellt, alle mit einem enormen „haben-wollen“-Faktor versehen. Dazu schreibe ich bald einen Follow-up-Post, Indianerehrenwort. Ich weiß gar nicht, wieviele hunderte von Bildern ich in ihrem Atelier gemacht habe…
Ja, und dann war Fußball. Wie gesagt, manchmal kommt einem das Leben dazwischen.
Aber nun – genug der Ausreden, jetzt geht’s ans Eingemachte.

Rhabarber-Chutney mit Chili, Walnüssen, Pistazien | www.katharinakocht.com

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Donnerstag, 14. Februar 2013

Wagen wir ein süßes Experiment? Süßkartoffel-Küchlein mit Joghurt-Dip {Projekt Zuckerfrei, Woche 6}

Fünf Wochen! Fünf Wochen sind geschafft im Projekt Zuckerfrei 2013, und davon drei komplett süßfreie, fructosefreie Wochen. Die Geschmacksnerven sollten sich inzwischen an das Leben ohne Zucker gewöhnt haben und Süße auch dort finden, wo sie sie sonst nicht vermutet hätten. Milch zum Beispiel hatte ich nie auf dem süßen Plan, die enthaltene Galaktose (Milchzucker) ist nur etwa 60% so süß wie Haushaltszucker, und wenn man wie ich ich Kaffee früher nur mit viel Milchschaum trinken konnte und auch diese Kombination dann noch mit einigem Zucker süßen musste, dann hatte die Milch auch keine Chance, süß zu schmecken.
Andere Lebensmittel oder Speisen erscheinen mittlerweile grotesk süß. Neulich auf der Skihütte: Der Gatte und ich bestellen Jagertee – noch in der letzten Skisaison ein geschmacklich akzeptables Getränk. Dieses Mal schauten wir uns an und sagten gleichzeitig; „whooaaaa, ist das süß!“  und schoben den Becher zur Seite. Praktischer Nebeneffekt: Wir kam auf diese Weise komplett nüchtern auch den letzten Teil der Talabfahrt hinunter. Spaßbremsen, wir. 😉
Süßkartoffeln Joghurtdip Kreuzkümmel Koriander Chili Limette zuckerfrei "Projekt Zuckerfrei 2013"
 

Dienstag, 2. Oktober 2012

Langsam geschmortes Gewürzhähnchen

Neulich im Lecker Lezmi-Interview fragte Isabel nach dem, was es gäbe, wenn ich mir einmal etwas gönnen möchte. Meine Antwort war „ein knuspriges Brathähnchen“, und eigentlich sollte es am Sonntag wieder soweit gewesen sein. Der Anlass: Die Bude ist fertig. Nun – fast fertig. Es hängt noch kein Bild an der Wand und auch sonstige Dekoration ist eher spärlich vertreten, aber alle Möbel stehen an ihrem Bestimmungsort, die Kartons sind ausgepackt, der Keller ist ansatzweise organisiert und auch die letzte Baustelle, die Küche, ist wieder benutzbar, ohne dass man Yogi-mäßige Verrenkungen ausführen muss, um an Gewürze und anschließend an Rührlöffel zu kommen. This calls for a celebration!
Auf dem wunderbaren Lüneburger Wochenmarkt flatterte also ein Gockel in meine Einkaufstasche, und als ich im Vorbeigehen am Gewürzstand hörte, wie der Händler einem Kunden seine spezielle Curry-Mischung anpries, kam mir die Idee, statt des Brathähnchens doch lieber ein sehr langsam geschmortes Gewürzhähnchen zu zaubern. Der Gatte, um seine Meinung gebeten, antwortete mit einer Gegenfrage: „Ist das das Huhn mit DER Sauce? Ja?“, und das Strahlen in seinen Augen allein hätte mich davon überzeugt, jedes andere womöglich geplante Rezept zugunsten „der Sauce“ über den Haufen zu werfen.
Das Hähnchen wird dazu zerteilt, ich habe mir hier zeigen lassen, wie das funktioniert. Dank des superscharfen Messers, das mir netterweise von Butch.de zur Verfügung gestellt wurde (toller Laden! meine Wunschliste wächst ins Unendliche…) ging das sehr geschmeidig.
Die drei Stunden Schmorzeit kann man übrigens auch sehr gut aufteilen: So habe ich alles angebraten und schon einmal zwei Stunden köcheln lassen, bin dann mit dem Liebsten noch eine Weile durch unsere neue Heimatstadt gebummelt und habe dann abends das Hähnchen zuende schmoren lassen. Währenddessen waren auch Reis und Linsen fertig. Und der Liebste selig.
Ein absoluter Soulfood-Favorit für kühle Tage, die orientalischen Gewürze bringen Wärme in den Bauch und ins Gemüt!
Langsam geschmortes Gewürzhähnchen
Für 2
Frei nach diesem Rezept aus der CK-Datenbank
Vorweg: Das Gericht funktioniert nicht mit Hähnchenbrustfilet, es braucht definitiv Fleisch mit Knochen. Nach dem Zerteilen friere ich die Brustfilets in der Regel ein, um sie später zu verwenden.
1 Bio-Hähnchen von etwa 1,5kg oder 2 Keulen und 2 Flügel o.ä.
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 Zimtstange
1 TL Fenchelsamen
1 TL gelbe Senfsaat
1 TL Koriander (ganz)
1 TL Kreuzkümmel (ganz)
1/2 TL Anissamen
5 Kardamomkapseln
2 TL Kurkuma (gemahlen)
1 rote Chili
1 große reife Tomate, alternativ 1 TL Tomatenmark
3 EL Ghee oder Butterschmalz
500ml Wasser
Salz
:: Hähnchen waschen, trockentupfen und zerlegen (klick für die Anleitung). Alternativ die Hähnchenteile waschen und trocknen.
:: Zwiebeln hacken, Knoblauch und Ingwer in Scheiben schneiden. Die Gewürze mischen. Die Tomate würfeln und die Chilischote in Ringe schneiden.
:: In einem ausreichend großen Bräter oder Schmortopf 2 EL Ghee erhitzen und die Hähnchenteile darin rundherum scharf anbraten. Herausnehmen und den restlichen EL Ghee in den Bräter geben. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin anbraten, dann die Gewürze dazugeben und unter ständigem Rühren etwa 1 Minute anrösten, aufpassen, dass nichts anbrennt! (*pfeif*)
:: Die Hähnchenteile wieder zurück in die Pfanne legen, Tomatenwürfel und Chili dazugeben und alles mit 500ml Wasser angießen. Etwas salzen und die ganze Masse einmal aufkochen lassen. Die Hitze auf die kleinste Stufe herunterregeln, Deckel auflegen und Hähnchen und Gewürze 3 Stunden bei allerkleinster Hitze schmoren lassen, bis das Fleisch nahezu von selbst von den Knochen fällt.
:: Das Fleisch aus dem Topf nehmen und warmhalten. Die Sauce durch ein Sieb passieren, die Rückstände im Sieb richtig gut auspressen, damit möglichst viele Aromen in der Sauce bleiben, und die Sauce dann auf die gewünschte Konsistenz einkochen lassen.
:: Die Keulen und Flügel wieder in die Sauce legen (wer mag, zieht vorher die Haut ab) und am besten zusammen mit Reis und Linsen servieren.
 

Dienstag, 24. Juli 2012

Muhammara: Levantinische Paprika-Walnuss-Paste

Das schwierigste an diesem Gericht ist ohne Zweifel sein Name. Bis ich mir die richtige Reihenfolge der a’s und m’s gemerkt habe, hatte ich schon das halbe Internet nach diversen ähnlich klingenden, aber schlussendlich inkorrekten Bezeichnungen durchsucht und wurde leicht ungeduldig, irgendwo musste sich doch diese Paste finden lassen? Fündig wurde ich schließlich durch die Eingabe der Zutaten. Und hätte ich im Inhaltsverzeichnis von „Oriental Basics“ unter P wie Paprika nachgeschaut, wäre mir der würzig-fruchtige Dip quasi von selbst in die Schüssel gesprungen. Warum einfach, wenn…?
Die Küche der Levante, des sagenumwobenen Morgenlandes, hat es mir von jeher angetan. Sobald  die Aromen von Kreuzkümmel, Koriander oder Zimt in meine Nase steigen, bekomme ich umgehend gute Laune – und Fernweh. Muhammara bedeutet „gerötet“, was bei der Farbe naheliegt, und passt nicht nur großartig als Dip zum Fladenbrot, sondern auch zu Gegrilltem oder anstatt Butter auf das Sandwich.
Wenn es das „Sujet“ erlaubt, mache ich meine Fotos gern morgens, da das Licht dann am besten ist. Die Muhammara-Paste wurde gegen acht Uhr fotografiert, und selbstredend muss das, was angerichtet wird, auch gegessen werden. Köstlich! Wer sagt denn eigentlich, dass Frühstück immer Müsli oder Marmeladenbrötchen bedeuten muss? Das während der Fotosession vor sich hinköchelnde Frühstücksei wurde jedenfalls zugunsten eines Muhammara-Fladenbrot-Snacks auf später vertröstet. Mir fiel in diesem Zusammenhang unser Urlaub in Asien im letzten Jahr ein. Dort gab es natürlich ein kontinentales Frühstück, das aber nach drei Tagen unendlich langweilig wurde, und so schwenkten wir recht schnell auf die asiatische Seite des Büffets über und aßen schon morgens unter anderem Reis und Suppe, die wir mit bereitgestellten scharfen Pasten würzen konnten. Auch wenn wir daheim wieder in die Müsli-Routine verfallen, passe ich mich im Urlaub gern den Essgewohnheiten des Landes an. Es wird schon seine Bewandnis haben.
À propos Urlaub: Wenn dieser Post online geht, hat für uns die schönste Zeit des Jahres begonnen und wir sind im Urlaub. Es ist quasi meine letzte Amtshandlung, den Post für später vorzubereiten, bevor ich mich daran mache, die letzten Dinge in den Koffer zu packen, noch ein weiteres Buch hineinzuquetschen und mich zu fragen, ob ich die grünen Schuhe nicht vielleicht doch mitnehmen sollte? Kurzentschlossen haben wir unsere Reisepläne geändert. Bis vor etwa einer Woche lautete der Plan „Roadtrip durch Dänemark“, doch dann schlug uns der Dauerregen derartig auf das tiefgekühlte norddeutsche Gemüt, dass wir uns eines Abends um zehn Uhr über ein Glas Rotwein hinweg ansahen und sagten: „Ich brauch‘ Sonne“. Ja, jetzt ist sie auch hier angekommen, haben wir das nicht gut gemacht? Wir überlassen sie auch ganz Euch und gucken sie uns von weiter weg an, die spontane Umbuchung fliegt uns nämlich auf die Insel, die griechische.

Bis die Tage!

Muhammara: Paprika-Walnuss-Paste
Eine leicht „free gestylte“ Variante nach „Taste of Beirut“ und dem Buch „Oriental Basics“

3 rote Paprikaschoten (gesamt 500-600g)
100g Walnüsse
50g altbackenes Weiß- oder Mischbrot
1 EL Harissa (Paste)
1 Knoblauchzehe
1 kleine Zwiebel

4 EL Olivenöl
1 EL Granatapfelsirup oder anderer Sirup
1 knapper TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

:: Den Ofengrill vorheizen oder den Ofen auf die höchte Temperatur stellen, gewöhnlich um die 250°C.

:: Paprikaschoten gründlich waschen, halbieren oder vierteln und Stiel und Kerngehäuse entfernen. Auf ein Backblech legen und im knalleheißen Ofen so lange rösten, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft, das dauerte bei mir ca. 15 Minuten. Herausnehmen und abkühlen lassen. Dann die Haut abzuppeln. Ich habe es übrigens mit so ziemlich jeder Methode probiert: beispielsweise ein feuchtes Handtuch über die heißen Paprika legen oder die Schoten in eine Plastiktüte stecken. Letzteres ist mir sehr suspekt – heiße Lebensmittel und Plastik, hmmmm – aber es bringt auch nicht viele Vorteile. Also am besten die Paprika so wie sie sind auf dem Blech auskühlen lassen und dann häuten.

:: Walnüsse anrösten, in der Pfanne ohne Fett oder im Ofen (kann gleichzeitig mit den Paprika geschehen), ebenfalls leicht abkühlen lassen. Das Brot in Würfel schneiden, Knoblauch und Zwiebel grob kleinhacken.

:: Brot und Walnüsse in der Küchenmaschine oder mit dem Blitzhacker recht fein mahlen. Die gehäuteten Paprika dazugeben und mit Brot- und Nusskrümeln pürieren. Knoblauch, Zwiebel, Harissa und Olivenöl unterrühren und ebenfalls pürieren. Die Masse sollte fein und sämig sein, aber noch etwas „Textur“ haben.

:: Kreuzkümmel und Sirup unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Fladenbrot servieren.

 

Donnerstag, 23. Februar 2012

İmam bayıldı – gefüllte Auberginen

Da fällt nicht nur der berühmte Gelehrte vor Verzückung in Ohnmacht – da schmatzt auch der Sultan! Momentan schmatzt der Sultan recht häufig bei uns, orientalisches Essen, egal ob türkisch, arabisch, persisch oder noch weiter östlicher Provenienz, verweist Pizza, Pasta & Co gerade eindeutig auf die Ränge. Wenn es draußen gruselig kalt oder grau und nass ist, wärmen orientalische Gerichte die Seele und lassen an Sommer, Wärme und ferne Reiseziele denken. 

İmam bayıldı stand schon ewig auf meiner Kochliste, schließlich sind Auberginen dabei! Besonders gut und orientalisch-geheimnisvoll ist die Prise Zimt, und weil es gar zu gut zu Auberginen passt, habe ich auch noch mal eine kräftige Prise Sumach dazugegeben. Das qualifiziert mich dann auch sofort zur Teilnahme am aktuellen Koch-Event „Mediterrane Kräuter und Gewürze – Sumach“ von tobias kocht! – jippieh!

İmam bayıldı

Leicht adaptiert aus „Oriental Basics“, definitiv eines der besten Kochbuchkäufe 2011. 

4 kleinere, längliche Auberginen
2 große Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
300g Tomaten (im Winter am besten gehackte Dosen-Tomaten von bester Qualität)
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Dill (oder 2 EL gehackter TK-Dill)
1 TL Zucker
1 Prise Zimt
1 Prise Sumach
Salz, Pfeffer 
Olivenöl 
2 ganze Tomaten
4 kleine grüne eingelegte scharfe Pepperoni

:: Die Auberginen gründlich waschen, den Stielansatz kürzen oder ganz abschneiden. Mit dem Sparschäler der Länge nach Streifen abschälen – bei nicht ganz topfitten Auberginen mag das mit einem scharfen Messer besser gehen. Dann in eine Schale mit reichlich Salzwasser legen und 20 Minuten ruhen lassen.

:: Derweil die Füllung zubereiten: Dafür Zwiebeln und Knoblauch pellen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf oder Bräter, der groß genug ist, um später die Auberginen zu beherbergen, erhitzen und bei mittlerer Hitze Zwiebeln und Knoblauch weich dünsten. In eine Schüssel geben.

:: Falls frische Tomaten verwendet werden, diese evtl. schälen, dann würfeln, ansonsten die gehackten Dosen-Tomaten unter die Zwiebel-Knoblauch-Mischung rühren. Petersilie und Dill hacken, ebenfalls unterrühren. Mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen, dann mit Zimt und Sumach abschmecken.

:: Die Auberginen aus dem Wasserbad nehmen und abtupfen. Olivenöl im Topf oder Bräter erhitzen und die Auberginen darin rundherum anbraten, bis sie etwas weich geworden sind, ca. 10 Minuten.

:: Herausnehmen und jede Aubergine an einer geschälten Stelle längs tief einschneiden. Den Schnitt mithilfe eines Löffels (oder, ja… den Fingern) etwas verbreitern und dann die Füllung in die Öffnung geben. Die beiden übrigen Tomaten in Scheiben schneiden, über die Füllung legen und jeweils eine grüne Pepperoni darauf legen.

:: Die Auberginen wieder in den Bräter setzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. 150ml Wasser in den Topf gießen, mit dem Deckel verschließen und bei kleiner bis mittlerer Hitze etwa 45 Minuten garen, bis die Auberginen weich sind.

:: Etwas abkühlen lassen und eher lauwarm servieren.

 

Dienstag, 18. Oktober 2011

Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

Mit mir und den Möhren ist es so: Wir haben eine stabile, dauerhafte Freundschaft. Auch wenn wir uns mal eine Weile nicht sehen, haben wir uns spontan wieder lieb wenn wir uns treffen, so als ob wir nie getrennt gewesen wären. Auf dem Wochenmarkt kommt meistens ein Kilo in den Korb. Aber da beginnt auch die nicht so schöne Seite meiner Freundschaft zu den Möhren. Denn während der erste Teil der orangen Wurzeln meist roh als Snack genascht wird, langweilt sich der andere oft eine ganze Weile im Gemüsefach umher, wenn ich keine umgehende Verwendung für ihn habe.
Sehr häufig wird dann am Ende dann Möhrensalat daraus, aus gekochten Möhren – jeder, der mal versucht hat, „flexible“ Möhren zu reiben, kann bestätigen, dass es enorn anstrengend ist.
Die Variante „Orientalischer Möhrensalat“ stammt aus dem Buch Oriental Basics aus dem GU Verlag, das mir unter anderem Julia vom Blog German Abendbrot sehr ans Herz gelegt hat, und aus dem ich seither wirklich gern koche.
Bislang habe ich meine armen, übrig gebliebenen Möhren, die auf das Schicksal als Salat warteten, immer im ganzen gegart und dann (huh! hah! autsch! heiß!) gleich in Scheiben geschnitten und in die Marinade gelegt, da warmes Gemüse Dressing besser aufnimmt – alte Weisheit beim Kartoffelsalat machen. Das Buch Oriental Basics lässt die Möhren gleich in Scheiben geschnitten in den Topf springen. So ist es viel cleverer! Und wie würde Julia sagen? „Da schmatzt der Sultan.“ 

Orientalischer Möhrensalat mit Honigdressing

1 kg Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Chilischote
4 EL Olivenöl
Salz
1/2 TL Kreuzkümmel
1 Prise Zimt
1 unbehandelte Orange
3 EL Zitronensaft
1 EL flüssiger Honig
1 TL Paprikapulver 
je 3-4 Stängel Petersilie und Koriander

:: Möhren schälen und in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und vierteln, in Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Chili waschen und in feine Ringe schneiden – wer es nicht so scharf mag, entfernt Kerne und Häutchen.
:: 2 EL Olivenöl in einem Topf mit Deckel erhitzen, dann die Möhrenscheiben mit Zwiebeln, Knoblauch und Chili darin für ein paar Minuten anbraten. Mit 75 ml Wasser ablöschen und salzen, Kreuzkümmel und Zimt zugeben. Den Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze etwa 7 Minuten garen, hin und wieder umrühren.
:: Währenddessen die Orange heiß abspülen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Mit dem Zitronensaft und dem Honig verrühren, dann das Olivenöl unterschlagen. Mit Salz und Paprika würzen.
:: Im Möhrentopf sollte sich die Flüssigkeit  weitestgehend verabschiedet haben. Den gesamten Inhalt in die Salatschüssel zum Dressing geben und gut verrühren. Abkühlen lassen.
:: Petersilie und Koriander fein hacken, unter den Möhrensalat heben. Salat noch einmal abschmecken, dann servieren.
Dazu passt natürlich Fladenbrot.
 
 

Donnerstag, 25. August 2011

Couscous-Karotten-Frikadellen

Es gibt ja so gewisse Worte, die mag man nicht. Jeder hat da seine Lieblingsabneigungen, aus welchem Grund auch immer. Meine Top 3 in der Küche sind:
– schmackhaft
– mundgerecht
und: Bratlinge.
Ich finde, Bratling hört sich nach fiesen Öko-Spießern an. Nach Ausdikutieren in der Gruppe. Nach Baumkuscheln. Und nein, ich habe natürlich keine Vorurteile. Also höchstens ein paar! 😉
Jedenfalls klingt „Bratling“, auch ohne seinen Vornamen „Grünkern-Hirse“ für mich immer so, als wenn ein Kreativer aus den frühen 1960ern ein Wort erfinden musste für ein „flottes“, gesundes Gericht (ein schmackhaftes dazu, ganz klar) für den Rezepte-Teil der Frauenzeitschrift. Oder wie eines der Kunstworte aus der DDR-Küche, analog zu Grilletta und Ketwurst.
Aber es scheint auch noch niemand ein besseres Wort dafür gefunden zu haben, maximal Veggie Burger. Da ein Burger ja eigentlich auch aus Fleisch besteht, nehme ich mir einfach mal die Freiheit und nenne meine Couscous-Karotten-Klopse eben Frikadellen. Ha, nimm das, 1960er-Kreativling!

Couscous-Karotten-Frikadellen

125g Couscous
250ml Brühe
1 Zwiebel
250g Karotten
1 TL Curry
Salz, Pfeffer 
1 TL Butter
1 EL Quark
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 Prise Chili
Öl zum Braten
:: Couscous mit der heißen Brühe übergießen und etwa 10 Minuten quellen lassen.
:: Währenddessen Zwiebel schälen und fein hacken. Karotten schälen und fein raspeln.
Butter in einer größeren Pfanne erhitzen und zunächst die Zwiebel glasig anschwitzen. Dann die Karotten dazugeben und etwa 4 bis 5 Minuten mitbraten. Currypulver darüberstäuben, gut durchrühren und noch einmal eine weitere Minute braten. Etwas abkühlen lassen.

:: Backofen auf 180°C vorheizen.

:: Couscous mit Quark und Ei verrühren, dann das Gemüse dazufügen. Ordentlich salzen und pfeffern – Karotten werden durch’s Garen süßlicher, da braucht es ein würziges Gegengewicht. Chili unterrühren und dann mit feuchten Händen 8 bis 10 Frikos formen.

:: Etwas Öl in die Pfanne geben und die Frikadellen von jeder Seite etwa 3 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, dann in eine Auflaufform geben und im Ofen etwa 20 Minuten fertig garen.

Da die Klopse dank der Karotten etwas süßlich sind, passt ein säuerlicher Gurkensalat bestens dazu, ebenso wie ein Dip aus dem restlichen Quark (wenn man die Packung eh schon mal aufgemacht hat!), der mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer gewürzt wird.

 

Dienstag, 12. Juli 2011

Auberginen mit Couscous-Füllung

Es ist mal wieder exotischer Dienstag! Von Indien wandere ich wieder westwärts und komme in den arabischen Gefilden an, um Auberginen zusammen mit Couscous, Pistazien, Aprikosen und Harissa zu schmoren.
Das Rezept war eher ein Zufallsfund. Nachdem ich mich neulich meiner neuen Herangehensweise beim Kauf von Magazinen gebrüstet hatte – nur noch kaufen, wenn mindestens 3 hochinteressante Themen und oder Rezepte darin sind, ansonsten nach dem Motto verfahren „anschauen, merken und im Internet suchen“ – und begeistert von der inneren Reinigung durch Wegwerfen von gekauften, aber nicht gelesenen (geschweige denn ausprobierten und nachgekochten) Zeitschriften geschwärmt hatte, rief meine Kollegin gleich aus, „Oh super! Wenn Du am Samstag bei mir bist, dann kannst Du ja mal durch meine Living at Home-Stapel durchschauen und mitnehmen, was Du brauchst!“. Das endete dann darin, dass ich mit allen ihren Ausgaben bepackt nach Hause wankte, um dort getreu meines neuen Vorsatzes nur die zu behalten, die mindestens 3 gute Rezepte oder Ideen vorweisen konnten. Zwei Hefte habe ich tatsächlich behalten, aus weiteren zwei Heften Seiten herausgetrennt und alle anderen nach dem Motto „kennen wir schon, hatten wir schon, laaaangweilig“, gleich entsorgt. Entsetzter Blick vom Gatten: „Aber ich habe doch gerade erst Papiermüll weggebracht – keine 30 Minuten her!“ Sorry, Schatz!
Die Septemberausgabe von 2010 habe ich behalten, da neben schönen Ideen aus der Bistro-Küche auch ein Special mit Sommergemüse wie Tomaten, Zucchini und eben Auberginen zu finden war, unter anderem auch dieses hier.
Ich habe nämlich meine Liebe zu Auberginen entdeckt. Früher fand ich sie todlangweilig und irgendwie…. sperrig. Aber spätestens seit Schwiegermutter mir Einblicke in die griechische Küche jenseits der Grillplatte Delphi gewährt, finden die Eierfrucht und ich zueinander. Was mich daran erinnert, dass ich unbedingt mal einen der besten Dips der Welt posten muss – Melitzanosalata, eine Creme aus pürierten Auberginen. Kommt noch, versprochen!
Doch zurück zu den gefüllten Auberginen. Sie schmeckten uns wirklich sehr gut, allerdings werde ich das nächste Mal auch das Auberginen-Tomaten-Bett mehr würzen. Und ein nächstes Mal wird es ganz sicher geben mit mir und der gefüllten Aubergine.

Auberginen mit Couscous-Füllung

aus Living at Home 9/2010

275 ml Orangensaft
1/2 TL gemahlener Zimt
1 TL Curcuma
2 TL Harissa

150 g Couscous
40 g getrocknete Aprikosen
75 g Cashewnüsse, geröstet und gesalzen
30 g Pistazienkerne
3 Stiele glatte Petersilie
6 El Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4 Auberginen 

2 Knoblauchzehen
150 ml Gemüsebrühe
400 g gewürfelte Tomaten (Dose)

:: Ofen auf 220°C vorheizen.
:: Den Orangensaft mit den Gewürzen und Harissa aufkochen. Couscous darin nach Packungsanweisung zubereiten, in der Regel soll er in der nicht mehr kochenden Flüssigkeit aufquellen. Anschließend mit einer Gabel auflockern.
:: Währenddessen die Aprikosen fein würfeln, Cashews und Pistazien grob hacken. Petersilienblätter fein hacken. Alles mit 2 El Öl unter den Couscous mischen und kräftig mit Salz würzen.
:: Auberginen längs halbieren. Fruchtfleisch mit einem Teelöffel herauslösen, dabei einen Rand von 1 cm stehen lassen. Fruchtfleisch grob hacken. Ausgehöhlte Auberginenhälften in einer Pfanne in 2 El Öl von beiden Seiten jeweils 2 Minuten anbraten, dann herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
:: Knoblauch schälen und fein hacken. Mit dem gewürfelten Auberginenfruchtfleisch in einer Pfanne in 2 El Olivenöl ca. 2 Minuten anbraten. Brühe und Tomaten inklusive der Flüssigkeit zugeben und alles einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine Auflaufform füllen. 4 Auberginenhälften auf die Tomatensoße setzen und innen mit Salz würzen.
:: Die Auberginenhälften mit Couscous füllen und mit jeweils einer zweiten Auberginenhälfte bedecken. Auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten im Ofen garen, bis die Auberginen weich sind.
:: Wer mag, kann dazu griechischen Joghurt oder einen anderen cremigen Joghurt servieren.
Auch ohne lila Untergrund ist dies ein Essen, das ordentlich Farbe auf den Teller bringt, weshalb ich es als Beitrag zum Blog-Event „Farbenfrohe Gerichte“ einreiche. Das Thema stammt diesmal von Sylvia von „rock the kitchen“, einem ganz wundervollen Blog übrigens!



Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)



Und hier findet sich auch die Zusammenfassung: KLICK.