Archiv der Kategorie: Suppe

Freitag, 29. April 2016

Getestet und für gut befunden: Mein Tag mit dem Standmixer JB 5160 von Braun (Werbung)

Vor geschätzt zehn Jahren hatte zwar jede mittelmäßige Kompakt-Küchenmaschine einen Standmixer-Aufsatz, dieser fristete aber außerhalb der Erdbeersaison und den damit verbundenen Erdbeershakes ein eher langweiliges, jobloses Dasein. Dann kamen die Smoothies auf, und dann die Green Smoothies. Auf einmal waren Standmixer, ab jetzt schön neudeutsch „Blender“ genannt, die Stars der Küchenmanege. Ganz schnell flogen immer mehr Rezepte für Getränke und Gerichte durch Netz und Kochbücher, und zappzarapp kann heute mancher Standmixer quasi alles – bis auf Bügeln vielleicht. Ist aber auch nur noch eine Frage der Zeit, wetten?
Für einen Hochleistungsmixer wird man aber viel Geld los, zum Teil RICHTIG viel Geld. Leider ist bei den meisten von uns das Budget für Küchengeräte eher limitiert, und so sucht und vergleicht man ganz schön. Ich habe mir letztes Jahr auf eine Empfehlung hin den Magimix Le Blender* gekauft und es absolut nicht bereut. Aber nun hatte ich mit dem Braun Standmixer JB5160 aus der „IdentityCollection“ ** eine Vergleichsmöglichkeit und habe ihn gern getestet. Alles für Euch!

Meine Testmaschine kommt in schmuckem Weiß daher – schick ist er auf jeden Fall! Ich bin ja schließlich ein Mädchen und das Auge kocht mit, ne? Erfreulicherweise kann der Mixbehälter auseinandergeschraubt werden und alle Teile des Behälters dürfen in die Spülmaschine. Also schnell gereinigt und gleich mal Nüsse für die Nussmilch über Nacht eingeweicht.
Die Nussmilch nach diesem Standard-Rezept war gleich der erste Test für den JB5160. Kein Problem – ich habe ihn 3 Minuten rödeln lassen und hatte dann beste Nussmilch für mein Müsli.
Den Green Smoothie aus 1 Handvoll Baby-Spinat, 1/4 Gurke, 1/2 Apfel, ein paar Mangostückchen und Kokoswasser hat der Mixer auch erwartungsgemäß glatt und smooth bekommen. Gut, das ist sein Daseinszweck, das sollte er können!

Produkttest Braun Standmixer JB5160 Weiterlesen

 

Donnerstag, 25. Februar 2016

Suppenkasper’s delight: Cremige, luftige Gemüsesuppen

Heute kommt wieder so ein Rezept, bei dem ich wirklich überlegt habe, ob ich es veröffentliche. Warum? Darum: Die Basis ist eine Blumenkohlsuppe. Total profan. Und es braucht dieses Mal Spezialwerkzeug, denn die unglaubliche Cremigkeit schafft leider nur ein guter Standmixer. Der Pürierstab tüdelt sich da (völlig umsonst) zu Tode.

Aber da ist nun mal diese geschmackliche Offenbarung, daher MUSS das Rezept unter die Leute!

Wie geht traditionell bei Euch eine Blumenkohlsuppe? Vielleicht auch so wie bei mir: Blumenkohl zerkleinern und weich kochen, Mehlschwitze zubereiten und mit Blumenkohlwasser und Milch oder Sahne ablöschen. Ein paar Röschen in die Suppe, den Rest als Beilage zum Hauptgericht. Je nach Wasser- oder Milchmenge schmeckt die Suppe im schlimmsten Fall nach nix, nach Mehl und Milch und Muskat. Und ich finde es immer schade, wenn nur ein paar versprengte Blumenkohlstückchen in der Suppe zu finden sind. Auch deswegen war die Blumenkohlsuppe nur selten ein Gast in meinem Suppentopf.

Cremige Gemüsesuppen: Rote Bete, Blumenkohl und Süßkartoffel

Auftritt „Cauliflower Alfredo Sauce“. Die findet sich tausendfach im Internet, und es half nix: Ein leicht welker Blumenkohl musste verarbeitet werden. In Erwartung einer sahnigen Pastasauce tunkte ich den Löffel hinein – und fand mich im Suppenhimmel wieder. Cremig. Luftig. Gemüsig. Ein Knaller. Die Pasta? Egal. Ich habe die Suppe aus dem Topf gelöffelt, komplett, so wie sie war.
Am nächsten Tag dann habe ich das gleiche Prinzip mit Süßkartoffeln probiert. Dann mit Roter Bete. Mit Pastinaken. Mit Möhren. Mit Kombinationen verschiedener Gemüsesorten. Immer noch Suppenhimmel. Und dazu lässt sich dieser schaumig-cremige Hauptgewinn auch noch bestens einfrieren, so dass immer schnell etwas Warmes in den Bauch gelangen kann.

So. Los jetzt. Standmixer entstauben!

Cremige Gemüsesuppen: Rote Bete, Blumenkohl und Süßkartoffel

Cremige Gemüsesuppe

Das Grundprinzip bleibt das Gleiche, der Geschmack ändert sich natürlich mit dem verwendeten Gemüse. Je nach Gemüsesorte verwende ich Butter oder Olivenöl, „normale“ Milch oder eine pflanzliche, stärkere oder mildere Gewürze. Meine Favoriten sind nach wie vor die Blumenkohl- und die Rote-Bete-Suppe, wobei Pastinake und Süßkartoffel ihnen dicht auf den Fersen sind.

Falls die Suppe auf Vorrat gekocht werden und dann eingefroren werden soll, haltet Euch zunächst mit dem Abschmecken zurück und würzt lieber frisch, wenn sie aufgetaut und erhitzt wird.

Für ca. 4 Teller
Dauer: je nach verwendetem Gemüse 15 bis 30 Minuten

Blumenkohlsuppe

1 kleiner Kopf Blumenkohl (geputzt ca. 400g)
1l nicht zu starke Gemüsebrühe

1 Knoblauchzehe
1 großzügiger EL Butter (oder 1-2 EL Olivenöl)
100ml Milch oder Sahne (pflanzliche Milch geht auch super!)
Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
gehackte Petersilie zum Bestreuen

:: Den Blumenkohl waschen in kleine Röschen schneiden oder brechen. Ein Röschen zur Garnitur in feine Streifen schneiden und beiseite legen. Den restlichen Blumenkohl in der Gemüsebrühe „gabelzart“ kochen.

:: Unterdessen die Knoblauchzehe pellen und grob hacken. In einer kleinen Pfanne die Butter zerlassen und bei mittlerer Hitze den Knoblauch darin weich dünsten. Nicht braun werden lassen oder gar verbrennen!

:: Wenn der Blumenkohl gar ist, die Röschen mit einer Schaumkelle herausnehmen und zusammen mit zunächst 1 Tasse Brühe, der Milch und jeweils 1 Prise Salz, Pfeffer und Muskat in den Standmixer geben. Knoblauch und Butter dazugeben. Wenn der Standmixer gut heiße Flüssigkeiten verarbeiten kann, die Suppe erst bei mittlerer Geschwindigkeit mixen, bis alles püriert ist, und anschließend bei hoher Geschwindigkeit ein bis zwei Minuten mixen, bis die Konsistenz cremig und luftig ist. Idealerweise hat der Blender sogar ein „Suppenprogramm“, das macht es besonders einfach.
Falls der Standmixer nicht so gut mit heißen Zutaten klar kommt, sollten diese erstmal etwas abkühlen.

:: Je nach Bedarf oder Vorliebe noch weitere Brühe angießen, um die Suppe flüssiger zu machen und noch einmal abschmecken.

:: Die Pfanne noch einmal erhitzen und in der noch darin vorhandenen Butter die Deko-Blumenkohlstreifen von beiden Seiten anbraten.

:: Die Suppe in tiefe Teller gießen, mit dem gebratenen Blumenkohl garnieren und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Rote-Bete-Suppe

2 Rote-Bete-Knollen, ca. 400g
1l nicht zu starke Gemüsebrühe

1 Knoblauchzehe
1-2 EL Olivenöl
100ml Kokosmilch, alternativ passt auch Sahne gut, oder eine andere (pflanzliche) Milch
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 EL gehackte Nüsse

:: Rote Bete schälen und in kleinere Würfel schneiden. Je kleiner die Würfel, desto schneller ist sie gar. Die Würfel in der Gemüsebrühe „gabelzart“ kochen.

:: Unterdessen die Knoblauchzehe pellen und grob hacken. In einer kleinen Pfanne das Olivenöl zerlassen und bei mittlerer Hitze den Knoblauch darin weich dünsten. Nicht braun werden lassen oder gar verbrennen!

:: Wenn die Rote Bete gar ist, die Würfel mit einer Schaumkelle herausnehmen und zusammen mit zunächst 1 Tasse Brühe, der Kokosmilch und jeweils 1 Prise Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel in den Standmixer geben. Knoblauch und Öl dazugeben. Die Suppe erst bei mittlerer Geschwindigkeit mixen, bis alles püriert ist, und anschließend bei hoher Geschwindigkeit ein bis zwei Minuten mixen, bis die Konsistenz cremig und luftig ist. (Bitte beachtet die Herstellerangaben zu Eurem Gerät: Wenn der Blender mit sehr heißen Flüssigkeiten nicht klar kommt, lasst die Zutaten zunächst etwas abkühlen.)

:: Je nach Bedarf oder Vorliebe noch weitere Brühe angießen, um die Suppe ggf. flüssiger zu machen, dann noch einmal abschmecken.

:: Die Pfanne mit Küchenpapier auswischen und noch einmal erhitzen. Die gehackten Nüsse darin anrösten.

:: Die Suppe in tiefe Teller gießen und mit den gehackten Nüssen bestreuen.

Süßkartoffelsuppe

400g Süßkartoffeln
1l nicht zu starke Gemüsebrühe

1 Knoblauchzehe
1 großzügiger EL Butter oder 1-2 EL Olivenöl
100ml (pflanzliche) Milch
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette oder Paprikapulver
gehackte Petersilie zum Bestreuen

:: Die Süßkartoffeln schälen. Für die Garnitur eine Scheibe abschneiden und in dünne Streifen schneiden. Die restliche Süßkartoffel würfeln und in der Gemüsebrühe weich kochen.

:: Unterdessen die Knoblauchzehe pellen und grob hacken. In einer kleinen Pfanne Butter oder Öl erhitzen und bei mittlerer Hitze den Knoblauch darin weich dünsten. Nicht braun werden lassen oder gar verbrennen!

:: Wenn die Süßkartoffeln gar sind, die Würfel mit einer Schaumkelle herausnehmen und zusammen mit zunächst 1 Tasse Brühe, der Milch und jeweils 1 Prise Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette in den Standmixer geben. Knoblauch und Butter oder Öl dazugeben. Die Suppe erst bei mittlerer Geschwindigkeit mixen, bis alles püriert ist, und anschließend bei hoher Geschwindigkeit ein bis zwei Minuten mixen, bis die Konsistenz cremig und luftig ist. (Bitte beachtet die Herstellerangaben zu Eurem Gerät: Wenn der Blender mit sehr heißen Flüssigkeiten nicht klar kommt, lasst die Zutaten zunächst etwas abkühlen.)

:: Je nach Bedarf oder Vorliebe noch weitere Brühe angießen, um die Suppe flüssiger zu machen, dann noch einmal abschmecken.

:: Die Pfanne noch einmal erhitzen und in der noch darin vorhandenen Butter (oder eben Öl) die Deko-Süßkartoffelstreifen von beiden Seiten anbraten.

:: Die Suppe in tiefe Teller gießen, mit den gebratenen Süßkartoffelstreifen garnieren und mit gehackter Petersilie bestreuen.

 

Donnerstag, 24. September 2015

Tom Kha Gai: Ohne Gai, dafür mit Butternut-Kürbis

Vor nicht ganz fünf Jahren habe ich diesen Foodblog gestartet. Damals habe ich mir selbst EINE Sache versprochen: Niemals nicht, aber wirklich nicht! würde ich ein Rezept für Kürbissuppe posten. Boah, nee, ne. Gibt es auf der Welt mehr Rezepte für Kürbissuppe oder für Spaghetti Bolognese? Da würde es doch nicht auch noch eins von mir brauchen!
Also rede ich mir die Suppe jetzt einfach damit schön, dass es gar keine Kürbissuppe ist, sondern eine fleischlose Tom Kha Gai, in der zufällig gerösteter Butternut umherschwimmt. Und es schmeckt auch wirklich mehr nach Thailand als nach Kürbis, vor allem, da die Suppengrundlage aus einer eigens hergestellten Brühe aus Zitronengras, Kaffirlimettenblättern, Galgant, Korianderwurzeln und Thai-Basilikum besteht.

Wie heißt eigentlich eine vegetarische Tom Kha Gai? Soweit ich weiß, steht „Gai“ für das sonst verwendete Hähnchenfleisch. Bis mich einer aufklärt, nenne ich sie Tom Kha Kürbis. Aber es ist keine Kürbissuppe, ok?

Tom Kha Gai mit Kürbis

Weiterlesen

 

Donnerstag, 3. September 2015

Ugly Food – macht aber nix: Kalte Tomaten-Avocado-Suppe mit pikanten Kokoschips (quasi veganem Bacon)

Farbenlehre, 2. Klasse Grundschule: Gelb und Blau ergibt Grün. Rot und Blau ergibt Lila. Rot und Grün ergibt… Braun. Was im Tuschkasten funktioniert, lässt sich auch auf Essen übertragen, und so wird gemeinerweise aus der Kombination der hellgrünen Avocado und der knallroten Tomate ein recht unattraktives Graubraun. Das hatte ich mir anders vorgestellt! (Womit mal wieder klar wäre, dass die Schule und der Kunstunterricht doch schon das ein oder andere Jahr her sind.)
Die Lösung des Problems war folgende: 1. Die Suppe, die im Grunde genommen schmeckt wie flüssige Guacamole (also granatenmäßig!), mit einer Schicht pikant gewürzter Kokoschips bedecken. 2. Das Licht dimmen; wobei uns die wieder kürzer werdenden Tage helfen.

Die pikanten Kokoschips habe ich in diesem Internet ganz oft als „vegan bacon“ gesehen. Auch wenn ich sonst nichts von manchmal obskurem Fleischersatz halte, war die Neugier groß. Außerdem waren alle Zutaten im Haus. Und egal ob Bacon oder nicht, Veganer oder Omni: Die salzig-räuchrigen Chips sind der Knaller! Die essen sich auch ohne Suppe prima weg…Kalte Avocado Tomaten Suppe mit "Vegan Bacon" Weiterlesen

 

Mittwoch, 24. Juli 2013

One-Pot-Wonder: Die Tomatensuppe für faule Sommerköche wie mich

Kochen ist derzeit eine wirkliche Schmalspuraktion und eher Arbeit als Spaß. Tiefes Sommerloch. Schon ein Pastagericht, bei dem zwei Töpfe benutzt werden und womöglich etwas geschält, geschnippelt und angebraten werden muss, ist an der Grenze zur Anstrengung. Beim Stichwort „Pasta“ kam mir kürzlich wieder die Tomatensauce für Faule in den Kopf – erinnert Ihr Euch noch daran? Alles einfach in den Topf werfen, Deckel drauf und sich selbst überlassen? Sehr sommertauglich. Tomatensuppe für Faule Weiterlesen

 

Dienstag, 12. März 2013

Kartoffel-Meerrettich-Suppe mit geräucherter Forelle

Soup of the day – and week of the soup: Pünktlich zum neuen Wintereinbruch, der hoffentlich das letzte Aufbäumen des Winters darstellt, kam auch noch mal ein fetter Erkältungsschwung zurück. So richtig mit Halsschmerzen, unerlaubt abhanden gekommener Stimme, dicker Nase und – mit Verlaub – Rotz in Fifty Shades of Green. Waaah.
Was hilft? Suppe, viiiiel Suppe. Glücklicherweise ist der Geschmackssinn wieder aus seinem Urlaub in wärmeren Gefilden zurückgekehrt, und außerdem – wenn etwas die Atemwege wirklich frei macht, dann ja wohl Meerrettich! Nimm das, Erkältung!
 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Rote-Bete-Suppe mit Kürbis und Kokosmilch

Ich zitiere mich selbst: „Gerichte mit Äpfeln, Kürbis oder Suppe“, das ist es, was momentan ganz weit oben auf meiner Speisekarte steht. Gebacken: Apfel-Mandel-Kranz nach Leila Lindholm (folgt), gekocht: Pasta mit Kürbis und Kürbiskernpesto (dito), gelöffelt: dunkelpinke Suppe mit Roten Beten, Kürbis und ein bisschen Asien.

Kürbis Rote Bete Ingwer Kokosmilch Currypaste Sauerrahm
Ich tendiere dazu, von allem zu viel haben zu wollen und bekenne, Gewichte oder Abmaße nicht gut einschätzen zu können. Die Zielvorgabe „ein Pfund Kartoffeln“ übertreffe ich beim Eintüten der Knollen meist um einhundert Prozent, genau wie „fünfzig Gramm Käse“; und „ein Stück Ingwer, daumengroß“ führt meist zu ersticktem Schnauben – ist jetzt mein, öhm, filigraner Mädchendaumen gemeint oder die Prankengröße des Gatten? Nun, die Händler freut’s und so hat wenigstens einer was davon, wenn ich beim Kürbiskauf locker sage „ach, noch’n bisschen mehr“ und dann mit einem zwei Kilo schweren Stück heimgehe und wir tagelang nichts anderes essen als Kürbis.
Kürbis Rote Bete Ingwer Kokosmilch Currypaste Sauerrahm
Dem Kürbisverzehr zuträglich war, dass mir frische Rote Bete mitgebracht wurden, quasi als Einzugsgeschenk. Das sind mir die liebsten Geschenke, aus eigenem Anbau oder aus eigener Produktion. Die Kürbissuppe mit Kresse-Sahne aus dem wirklich hübsch gemachten Buch „Vegetarisch gut gekocht“ lieferte die Inspiration, wollte aber auch Kartoffeln, mehligkochende noch dazu. Die gibt es bei mir sowieso seltener, und nach dem letzten ver- und überschätzten Einkauf war ich eher froh, alle Kartoffeln verarbeitet zu haben. Kürbis sprang ein, Kokosmilch und Currypaste gesellten sich dazu und vor lauter Experimentierfreude vergass ich, Gemüsebrühe hinzuzufügen – es hat nicht geschadet. Am Ende dampfte ein cremig-sämige Suppe in den Schüsseln, lippenstiftrot und scharf-würzig.
Rote-Bete-Suppe mit Kürbis und Kokosmilch
nach „Vegetarisch gut gekocht“ von Cornelia Schinharl und nach GourmetGuerilla
ergibt 4-5 Teller

2 große Rote Beten, ca. 500-750g
150g Kürbis (alternativ Kartoffeln)
1 mittlere rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 dickes, ca. 3cm lange Stück Ingwer 
1 EL Öl, bei mir Kokosöl
1-2 EL rote Currypaste, je nach Schärfevorliebe
400ml Kokosmilch
Salz, Fischsauce
etwas Zitronen- oder Limettensaft
4 EL Sauerrahm
Kresse, Petersilie oder Koriander zum Bestreuen

:: Rote Beten schälen, dazu evtl. Handschuhe tragen, und in Würfel schneiden. Kürbis ebenfalls schälen und in Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch pellen und grob hacken. Ingwer schälen, 2 dünne Scheiben abschneiden und zur Seite legen, den Rest mittelfein würfeln.
:: Öl in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse sowie Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin anbraten und etwa 5 Minuten dünsten. Die Currypaste dazugeben und unterrühren, dann 500ml Wasser angießen – evtl. mehr, das Gemüse sollte auf jeden Fall bedeckt sein -, einmal aufkochen lassen und dann zugedeckt so lange köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. 
:: Vom Herd ziehen und die Kokosmilch angießen. Die Suppe mit dem Pürierstab cremig pürieren. Mit Fischsauce und Limettensaft abschmecken.
:: Den Sauerrahm glattrühren, die beiden restlichen Scheiben Ingwer sehr fein hacken und unterrühren. Die Suppen in Teller geben, jeweils einen Kleks Ingwer-Rahm darauf verteilen und mit Kräutern bestreuen.
 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Selleriesuppe mit weißen Bohnen und Chermoula

Jedes Mal, wenn ich erzähle, dass wir nach Lüneburg gezogen sind, sagen die Leute, „oh, in die Heide!“ und ich erkläre dann, dass die Heide zwar den Namen unserer neuen Heimatstadt trägt, dass aber die purpurfarbenen Heideflächen und die Weidegründe der Heidschnucken jetzt nicht direkt vor unserer Haustür beginnen (zum Leidwesen des Gatten, der am liebsten ein Schaf in unserem Garten halten würde.). Tatsächlich ist es bis ins Herz der Heide ein ganzes Stückchen, und so haben wir bislang die meiste Freizeit damit zugebracht, Lüneburg selbst für uns zu entdecken: eine wunderschöne Stadt mit langer Geschichte, hübschem Stadtbild, kuschligen Cafés und sehr guten Shoppingmöglichkeiten. Mein Foodblogger-Herz lacht beim Anblick von Kaffeeröstereien, Schokoladenmanufakturen, Feinkostläden und Haushaltswarengeschäften, und ja – der eine oder andere Schuhladen ist auch dabei. 

Sellerie Suppe weiße Bohnen Chermoula Knoblauch Zitrone Koriander Petersilie
An diesem Wochenende haben wir dann aber die Wanderschuhe angeworfen und sind in Richtung Südwesten gefahren. Raus aus der Stadt, auch wenn das bei einer Einwohnerzahl von knapp unter 75.000 fast niedlich klingt. Das Wetter spielte mit, die Sonne strahlte und der Herbstwind sorgte für einen freien Kopf. Und das Schönste? Wieder zu Hause angekommen, mit rotgepusteten Wangen und zerzaustem Haar, wartete eine wärmende herbstliche Suppe darauf, uns ein wohlig-warmes Gefühl in den Bauch zu zaubern. Nie schmecken mir Suppen so gut wie im Herbst: Es ist noch nicht kalt genug für Schmorgerichte und nicht mehr warm genug für Salat; und all das Gemüse, das jetzt Saison hat, darf in den Topf hinein.

Sellerie Suppe weiße Bohnen Chermoula Knoblauch Zitrone Koriander Petersilie

Auf die Idee einer reinen Selleriesuppe wäre ich allerdings von allein wohl nicht gekommen. Zwar mag ich die Knollen recht gern, aber habe sie für mich eher als Teil eines Gemüseeintopfs katalogisiert. Im Kochbuch „Gemüse satt„, das ich letztes Jahr für die Seite Valentinas Kochbuch testen durfte, gibt es aber ein Rezept, das von Beginn an einen Marker erhielt, allerdings vermute ich, dass der Klebezettel hauptsächlich aufgrund der (des?) Chermoula seinen Weg auf die Seite fand. Was auch immer die Motivation war, die Suppe hat nun schon mehrfach bewiesen, dass sie absolutes Favoriten-Potenzial besitzt. Cremig, mild und samtig kommt sie in unschuldigem Weiß daher und lässt sich von der würzigen Chermoula-Paste ganz unerwartet einen Geschmackskick verpassen. We like! 

Sellerie Suppe weiße Bohnen Chermoula Knoblauch Zitrone Koriander Petersilie

Selleriesuppe mit weißen Bohnen und Chermoula
für 4 Teller

FÜR DIE SUPPE: 
2 Stangen Bleichsellerie
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Öl
1 mittlere Sellerieknolle, 500-600g
300g gekochte weiße Bohnen, abgetropft
1/2 TL Salz

FÜR DIE CHERMOULA:
1 kleines Bund Koriander
1/2 Bund Petersilie
1 Knoblauchzehe
1 EL Koriandersamen (oder 1/2 TL gemahlenen Koriander)
3 EL Zitronensaft
4 EL Olivenöl (60ml)
1/2 TL Salz
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
1 TL Ras-el-Hanout
schwarzer Pfeffer

:: Selleriestangen waschen und kleinschneiden. Zwiebeln und Knoblauch pellen und mittelfein hacken. Alles in einem ausreichend großen Topf im Öl anschwitzen und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten dünsten, immer mal wieder umrühren.

:: Knollensellerie schälen und in Würfel schneiden. In den Topf geben und alles zusammen noch mal 5 Minuten anschwitzen. Bohnen und Salz hinzufügen und 1 Liter Wasser angießen. Die Suppe einmal aufkochen lassen und dann 20 Minuten sanft köcheln lassen.

:: Währenddessen ist die Chermoula dran: Alle Zutaten in die Küchenmaschine geben und zu einer Paste pürieren, mit Pfeffer, Salz und ggf. mehr Zitronensaft abschmecken. Alternativ die Kräuter grob zerpflücken, Knoblauch hacken und zusammen mit den anderen Zutaten mit dem Zauberstab glatt pürieren. Ganz von Hand geht auch: Koriander, Petersilie und Knoblauch sehr sehr fein hacken und mit allem anderen verrühren.

:: Wenn die Selleriewürfel weich sind, die Suppe cremig pürieren. In Teller oder Suppenschalen füllen und großzügig mit Chermoula beträufeln.

 

Mittwoch, 15. August 2012

Zucchinisuppe mit Parmesan-Grissini

Langsam aber sicher schleicht sich der (Arbeits-)alltag wieder ein, die Wege werden wieder gewohnter, die Tagesabläufe finden in ihren Rhythmus zurück. Wir versuchen, uns soviel Urlaubsgefühl wie möglich zu bewahren, und doch kommt peu à peu das normale Leben zurück. Was ja nicht immer schlecht ist, auf den Besuch des farbenfrohen Wochenmarktes freue ich mich auch im Alltag, und so gut wie im eigenen Bett schläft es sich ja sowieso nirgendwo anders. Nach jedem Urlaub schwöre ich mir, das nächste Mal mein eigenes Kissen mitzunehmen, und vor jedem Urlaub streiche ich es doch wieder von der Liste, da es partout nicht mehr in meinen Koffer passen will…
Zucchini Suppe Parmesan Grissini

Eine weitere, sozusagen wiederentdeckte Alltagsfreude ist Suppe. Bei 35°C ist eine Suppe allenfalls kalt mein Freund, bei 22°C lässt sie sich warm oder lauwarm zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages auch auf dem Balkon löffeln. Die Zucchinisuppe mit ihrem dezenten Thymianaroma ist ein Fund des letzten Jahres, sie stand in der ersten Ausgabe der Zeitschrift „SAVEURS“. Ich habe die Suppe damals gleich nachgekocht, auch deswegen, weil Juliane so begeistert davon war. Wie sie sagt: wenig Zutaten, simple Zubereitung und geschmacklich ein Knaller. Und so schön grün!
Talking about grün: Vielen herzlichen Dank an Euch alle, die Ihr mein Spargelsalat-Rezept auf den dritten Platz von Uwes grünem Mai-Event des Cookbook of Colours gewählt habt! Ich freu mich wie Bolle. Ebenfalls wie Bolle freu ich mich, dass die Seite kochbar Katharina kocht. als Blog der Woche ausgewählt hat.

Grissini Parmesan

Die Grissini waren ein klassischer Fall von „erst denken, dann kochen, und zwischendurch schadet Denken auch nichts“. Bei Steph gesehen, schwebten mir krosse Brotstangen mit Hartweizengries vor. Diese bedeutende Zutat hatte in meinem Vorratsschrank aber à la Houdini und unter mysteriösen Umständen verlassen. Kurzerhand umdisponiert, bei Fool for Food fündig geworden, aber *räusper* überlesen, dass der Parmesan in den Teig geknetet werden soll. Mal davon abgesehen, dass er auf die Dicke von etwa einem halben Zentimeter ausgerollt werden sollte, sind die verdrehten „Notlösungen“ wirklich gut gelungen. Fragt den Testesser: Nach weniger als einer Viertelstunde waren alle aufgeknabbert. Auch dies eine erfreuliche Rückkehr ins Alltagsgefühl.

Zucchini Suppe Grissini Parmesan The Farm Margaret River Classic White
Zucchinisuppe mit Parmesan-Grissini

FÜR DIE GRISSINI (ergibt 2 Backbleche)
25g Butter
100ml Milch
5g Frischhefe
190g 550er Weizenmehl
5g Salz
1 EL geriebener Parmesan

FÜR DIE SUPPE (ca. 4 Teller)
600g Zucchini + 1/2 Zucchini für die gebratenen Scheiben
1 kleine Stange Lauch
1-2 Knoblauchzehen 
Öl zum Anbraten
400ml Gemüsebrühe
50-100ml Weißwein (halt ein ordentlicher Schuss…)
3 Zweige Thymian
Salz und Pfeffer
4 TL Crème fraîche, Schmand oder griechischer Joghurt
2 EL geriebenen Parmesan

:: Für die Grissini die Butter und die Milch vorsichtig erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist und die Milch handwarm ist. Dann die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Mehl und Salz verrühren, die Milchmischung angießen und alles zu einem groben Teig verrühren. Diesen dann gut durchkneten, mindestens 5 Minuten. Anschließend 30 Minuten im Warmen ruhen lassen.
:: Nach der Ruhezeit den Teig (der nicht sonderlich großartig aufgegangen sein wird) auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa 2-3 mm dicken Rechteck ausrollen. Von der kurzen Seite her in etwa 1 cm breite Stränge schneiden. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teigstränge verzwirbeln, auf die Bleche legen und mit Parmesan bestreuen. Noch einmal 10-15 Minuten ruhen lassen, währenddessen den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Grissini etwa 15 Minuten backen lassen, bis der Parmesan geschmolzen und die Stangen goldbraun und knusprig sind. Herausnehmen und abkühlen lassen.
:: Für die Suppe die Zucchini waschen und 600g in Würfel schneiden. Lauch putzen und in Ringe schneiden, die Knoblauchzehe pellen und hacken. Etwas Öl im Suppentopf erhitzen und Zucchiniwürfel und Lauch darin 5 Minuten braten. Dann den Knoblauch zufügen, noch einmal etwa 2 Minuten mitbraten, anschließend alles mit Gemüsebrühe und einem Schluck Weißwein ablöschen. Thymian hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und dann die Suppe zugedeckt etwa 7 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Den Thymian entfernen und die Suppe pürieren. Noch einmal abschmecken.
:: Die übrige halbe Zucchini in feine Scheiben schneiden und in etwas Öl braten.
:: Die Suppe in Teller füllen, mit je einem Klecks Crème fraîche und etwas geriebenem Parmesan bestreuen und mit Zucchinscheiben dekorieren. Zusammen mit den Parmesan-Grissini servieren.
 

Mittwoch, 18. April 2012

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen

Gleich als sich der Einzug der „Kalten Else“ in unseren Keller abzeichnete, legte ich ein Buch, das sich ganz dem Einfrieren widmet, in meinen virtuellen Einkaufskorb. Wie passend, dass die Rezension zum Buch just in dem Moment auf Valentinas Kochbuch erschien, als wir beschlossen, einen Gefrierschrank zu kaufen! Pünktlich zur Lieferung der Kalten Else wurde auch „Auf Vorrat gekocht“ vom Ghillie James zugestellt, und während sich die Else auf Betriebstemperatur kühlte, versah ich das Buch mit vielen Klebezettelchen und schrieb eine Einkaufsliste. Die Möhrensuppe sprang mich schon direkt vom Buchcover an, und kaum etwas, was Süßkartoffeln und Kichererbsen enthält, ist es nicht wert, nachgekocht zu werden.

Das erste Schälchen, das hier Fotomodell spielen konnte, wurde nicht eingefroren, sondern durfte sofort verspeist werden. Sehr köstlich! Der wirkliche Härtetest würde sich aber erst nach Einfrieren und Auftauen  stellen, nicht immer verkraften alle Aromen die Kältekammer. Aber auch hier, nach einiger Zeit bei minus 18 Grad: Sieg auf ganzer Linie. Wirklich lecker!
Auch ansonsten bietet das Buch eine Fülle von Informationen zum Thema Einfrieren und wirklich gut klingende und schmeckende Rezepte – allerdings mit einem großen Aber. Zwei, eigentlich. „Auf Vorrat gekocht“ heißt nämlich auf keinen Fall „ohne großen Aufwand gekocht“. Viele Rezepte sind nicht gerade unkompliziert und verlangen viele Zwischenschritte. Das habe ich insofern mit einem Stirnrunzeln betrachtet, als dass Ghillie James vor allem auch Mütter mit (kleinen) Kindern als ihre Zielgruppe betrachtet. Vielleicht ist das ja aber auch nur auf das letzte Kapitel, Essen für Babies und Kinder, bezogen – denn die Mutter, die diesen Heidenaufwand beim Schälen, Schnippeln, Kochen, Pürieren und Pochieren mit (womöglich kleinen) Kindern betreibt, die möchte ich gern kennenlernen.

Oh, wenn ich’s mir recht überlege, heißen die dann bestimmt Gwyneth Palthrow oder Sophie Dahl und haben Kindermädchen, die sich um die Kleinen kümmern, während Gwynnie und Sophs sich in der Küche vergnügen. Oder eigene Kochbücher schreiben. Ja, die beiden würde ich wirklich gern kennen lernen. Ich hätte auch eine Tarte mit Räucherfisch und Kräutern im Tiefkühlschrank, Mädels.
Und Eis!

Möhrensuppe mit Süßkartoffeln und Kichererbsen
ergibt 2 Liter Suppe

Ich  habe die Suppe etwas verändert: Im Original gibt man 250g gewürfelte Chorizo hinzu und löscht alles mit Hühnerbrühe ab. Da ich keine qualitativ hochwertige Chorizo fand, habe ich sie kurzerhand weggelassen und für den Geschmack Knoblauch und Paprikapulver hinzugefügt. Außerdem habe ich die Suppe mit Gemüsebrühe rein vegetarisch gehalten. Wenn schon, denn schon.

1 rote Zwiebel
400 g Möhren
400 g Süßkartoffeln
2 Stangen Staudensellerie
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl 
1–2 TL Chipotle-Chilis, alternativ „normale“ getrocknete Chilischoten
1 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL gemahlener Koriander 

1/2 TL Kurkuma 
1 TL Paprika, edelsüß
1 Dose gehackte Tomaten

1 l Gemüsebrühe
1/2 Bund Koriander 

1 Dose Kichererbsen
Salz, Pfeffer 
Limettensaft

:: Zwiebel pellen und fein hacken. Möhren und Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Selleriestangen putzen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken.

:: Das Öl in einem Suppentopf erhitzen und darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen. Möhren, Süßkartoffeln, Sellerie und Knoblauch zufügen und weitere 10 Minuten dünsten, dabei immer mal wieder umrühren.

:: Die Gewürze unterrühren, 2 Minuten mitdünsten und dann alles mit Gemüsebrühe und Tomaten ablöschen. Salzen und pfeffern, einmal aufkochen lassen und dann 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

:: Kichererbsen abtropfen lassen und Koriander fein hacken.

:: 4 Schöpfkellen Suppe in eine Schüssel füllen und zusammen mit der Hälfte der Kichererbsen und des Korianders pürieren. Zurück zur Suppe geben, mit den restlichen Kichererbsen und Koriander unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken.

:: Wenn die Suppe eingefroren werden soll: Abkühlen lassen, in geeignete TK-Behälter füllen und ab damit in die Kälte. Zum Servieren am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und bei sanfter Hitze auf dem Herd erwärmen. Evtl. nachwürzen.