Kategorie-Archiv: unterwegs

Sonntag, 22. Februar 2015

Wie ich einmal mit Kind und Clean Eating verreiste – und das gar nicht mal so leicht fand. (M)ein Erfahrungsbericht.

Wenn man für ein oder zwei Tage unterwegs ist, hat das meist nur geringe Auswirkungen auf das Essverhalten. Etwas Vorbereitung und Organisation ist beim Clean Eating ohnehin der Schlüsselfaktor – und wenn man clever packt, übersteht man auch z.B. Messetage unbeschadet. Nun war ich aber neulich zehn Tage auf Urlaubsreisen, mit Mann und Maus und Skisachen. Und das mit der Bahn. Viel Platz für mehr als einen Tag “sauberer” Verpflegung war also nicht vorhanden. Die Hinreise (zehn Stunden von Lüneburg bis ins Zillertal) verlief problemlos – wir hatten Unmengen Gemüsesticks dabei, dazu Obst, Vollkornbrot und ausreichend Wasser und Tee. Ja, ich war stolz auf uns Reise-Streber.
Aber dann wurde es komplizierter. Wie in den vergangenen Jahren auch hatten wir uns in ein Hotel mit Halbpension einquartiert – bislang immer eine sehr komfortable Lösung: So kann man direkt vom Frühstück auf die Piste, ganz ohne lästiges Abwaschen. Und abends kocht jemand mehrere Gänge für uns. Dummerweise stellte sich dieses Mal gerade diese Art des Urlaubmachens als ziemlich unpassend heraus für uns.

Skiurlaub_Zillertal_Mayrhofen

Zum einen ist da ja die Sache mit dem “Urlaub”. Wann, wenn nicht im Urlaub, kann man mal fünfe gerade sein lassen und den Genuss an erste Stelle setzen? Gute Vorsätze haben es da ganz schön schwer. Während Büffets den unschlagbaren Vorteil haben, dass man sich einfach das aussucht, was zu einem passt, ist die Wahlmöglichkeit bei einem Menü schon eingeschränkter. (Immerhin am Salatbüffet habe ich die Schüssel mit den Salatblättern nahezu ganz für mich beansprucht.)
Als schwierig stellte sich auch die Sache mit der Clean-Eating-Regel vom regelmäßigen Essen heraus. Frühstück und Abendessen waren gebongt, aber Mittags war ich ehrlich gesagt schon froh, wenn ich Essen für Little C. machen konnte. Nach dem Überfall auf den örtlichen Supermarkt hatten wir immerhin einen Vorrat an Obst und Nüssen auf unserem Zimmer.
Und regelmäßiges Trinken, mühsam angewöhnt? Fehlanzeige. Auf der Piste sowieso, und wenn ich an Nicht-Skitagen mit dem Söhnchen unterwegs war, fehlte mir irgendwie mein “Wasser in Sichtweite”. Und, ääh, auch die Möglichkeit, dieses dann wieder unkompliziert loszuwerden.

So, und was habe ich nun gegessen? Immerhin bin ich ja nicht verhungert, im Gegenteil. *ähem*
Frühstück war relativ einfach zu  bewältigen – Müsli, je nach Angebot frisches Obst, einen Joghurt und/oder etwas Rührei. Mittags habe ich ehrlich gesagt meistens ausfallen lassen, ich wollte die Stunden, in denen ich Ski fahren konnte, maximal ausnutzen, und leider bieten die meisten Hütten oft nur das Standardprogramm “Bolo/Schnitzel/Germknödel/Eimersalat”. Wenn der Liebste auf der Piste war, bin ich mit dem Kindlein mittags dann meist etwas essen gegangen, allerdings lag da der Fokus eher auf seinem Mittag. Am Abend habe ich das Salatbüffet geplündert, alles, was nicht eingelegt oder mit Dressings versehen war, war meins. Beim Hauptgericht habe ich dann gegebenenfalls darum gebeten, die oft recht süßen Saucen auf meinem Teller wegzulassen, die hätte ich so oder so nicht gemocht. Dessert? Nun ja, hier überwog immer mal der Aspekt “Urlaub” und ich habe sie oft auch probiert. Immerhin waren es meistens sehr überschaubare Miniportionen. ;-)

Skiurlaub_2 Auch eine neue Erfahrung war natürlich, mit Kleinkind zu verreisen. Eine Reise im Kleinkindabteil der Bahn hatten das Söhnchen und ich ja bereits hinter uns, und auch dieses Mal fand ich es recht angenehm, wenngleich die Abteile teilweise ganz schön keimig sind. Mein Mantra: “Alles gut fürs Immunsystem” – wir konnten den kleinen Wirbelwind ja auch nicht pausenlos auf dem Schoß halten.
Mit einem fast-Einjährigen war es im Nachhinein auch nicht wirklich clever, ein Hotel zu buchen. Dinge, über die ich vorher nicht nachgedacht hatte, stellten sich als hinderlich heraus. Da es natürlich nur ein Zimmer gab, bewegten wir uns in Dunkelheit, wenn Little C schlief. Immerhin – ich bin schon lange nicht mehr so früh ins Bett gegangen! ;-) Die Zeiten für Frühstück und Abendessen waren zumindest nicht mit unserem Kind kompatibel, wenn man um halb sechs geweckt wird, ist Fühstücksstart um halb acht ganz schön spät. Das Abendessen ab 18:30 Uhr war entsprechend genau in der Phase, in der der kleine Urlauber müde und ziemlich unleidig wurde. Natürlich war das nichts, wofür das Hotel etwas konnte! Dass das Babyphone zwischen dem dritten Stock und dem Speisesaal keinen Empfang hatte, auch nicht. (Leider lief eine ensprechende App auch nicht, da das WLAN im Speisesaal auch nicht funktionierte.)
Riesen-Plus allerdings: Das Schwimmbad. Unsere kleine Wasserratte konnte gar nicht genug davon bekommen.

Mein Fazit: Wenn man es für ein paar Tage nicht allzu streng nimmt, kann man auch im Urlaub halbwegs clean essen. Mir fehlten vor allem die regelmäßigen Mahlzeiten und das Trinken, da hätte ich sicherlich konsequenter sein können. Für den nächsten Urlaub werden wir aber definitiv eine Ferienwohnung mieten. Sicher, Einkaufen, Kochen und Abwaschen müssen wir dann selbst erledigen, aber wir können eben auch alles in unserem eigenen Rhythmus gestalten.
Aber schön – ja, schön war es trotzdem in den Bergen. Sehr schön sogar.

ChiemseePS: Direkt nach dem Urlaub haben wir uns alle erst einmal die in Deutschland grassierende Grippe eingefangen. Da ist einem irgendwie gar nicht viel nach Essen, clean oder nicht. Jetzt sind wir aber wieder auf dem aufsteigenden Ast, ab Montag geht es wieder frisch ans Werk!

Skiurlaub_3

 

 

Montag, 29. Juli 2013

Hilda geht picknicken – kommt mit! {Orzo-Salat mit Hühnchen, Oliven-Mandel-Pesto und ein Joghurt-Dessert}

Hilda geht picknicken

Hilda ist wieder da! Diesmal hat sie keine Kekse oder Weihnachtsleckereien dabei, sondern einen großen Picknickkorb und nimmt uns mit nach draußen: auf die Wiese, an den See oder in den Wald.
Isa, Juliane, Julie, Christina und ich haben uns wieder zusammengetan und für Euch viele Picknickideen für den Sommer mitgebracht. Weiterlesen

 

Mittwoch, 29. Mai 2013

The Buzz is that Way: Mein Wochenende auf The Hive 2013

Ich bin zurück aus Berlin – aber irgendwie bin ich im Kopf immer noch in Berlin. Wie im Bienenstock – the (bee)hive -  summen auch meine Gedanken noch ziemlich wild umher, aber ich habe mir allergrößte Mühe gegeben, sie zu sammeln und einen ordentlichen Rückblick für Euch zu schreiben.
The Hive war meine zweite Blogger-Konferenz nach der BLOGST im November 2012. Am Abend nach der BLOGST kam ich völlig fertig, aber euphorisch und enthusiastisch nach Hause, voll von good vibes und den Kopf und mein Notizbuch prall gefüllt mit Informationen. Seither habe ich mich mit meinem Blog ein ganzes Stück weiterbewegt und habe wahnsinnig viel hinzugelernt. Das ist gut – aber das ist auch sicherlich einer der Gründe, warum mich die “Hive” nicht so begeistern konnte und in vielem auch ein Gefühl von “hm, das war alles?” hinterlassen hat.
Dennoch, einiges war wirklich richtig gut.
 

Donnerstag, 11. April 2013

Triff die Blogger – von MeetUps, Konferenzen und Networking

Gestern sprach ich mit den Mädels über das Thema Netzwerken. Wir waren uns alle einig, dass das “irgendwie nicht unser Ding” sei. Komisch eigentlich – keine von uns ist menschenscheu, keine von uns ist auf den Mund gefallen, keine von uns muss sich verstecken wegen irgendwelcher eventueller Mängel, wie schlechten Tischmanieren oder schlimmem Fußgeruch. Dennoch muss ich zugeben, dass mich Programmpunkte wie “Networking” auf Konferenzagendas nervös machen. Schon Tage im Voraus mache ich mich hibbelig (“ohgoddegoddegodd, ich bin die einzige, die keinen kennt!”), sehe mich vor meinem inneren Auge in der Ecke stehen und mich an meiner Wasserflasche festhalten, im Zweifelsfall pseudo-busy auf meinem Smartphone herumtippen. Es kuschelt sich halt doch so bequem ein in seine kleine Ecke im WWW, nicht wahr? Wenn ich dann aber den (inneren) Blick vom Smartphone hebe, dann sehe ich auf einmal noch einige andere, denen es genau wie mir geht. Ihr Networking-Schüchternen, Ihr seid nicht allein! Und deshalb gehen wir doch auf Bloggermeetings, auf Workshops und Konferenzen: um uns kennen zu lernen. “Netzwerken” klingt immer so anstrengend, nach Projektanbahnung und Business. Zumindest für uns Hobbyblogger ist es aber einfach eine tolle Gelegenheit, mal die Menschen kennen zu lernen, die beispielsweise hinter dem Bloglayout stecken, das man so toll findet. Oder den Fotos, die man bewundert. Oder hinter den Artikeln, über die man schmunzelt, nachdenkt oder herzhaft lacht.
Wenn das nur immer so leicht wäre mit den Blogbeiträgen!
 

Montag, 3. September 2012

Auf der Reeperbahn morgens um halb neun: Der "Shoot the Food"-Workshop mit Jeanny und Susanne in Hamburg

Na nicht ganz “auf der Reeperbahn”… obwohl diese nicht wirklich weit weg ist von der Tarterie St. Pauli, unserer gastgebenden Location für den Hamburger “Shoot the Food”-Workshop. 
Um halb neun am Samstagmorgen trudelten elf Mädels, mit Kamera und Wissensdurst bewaffnet, in der Paul-Roosen-Straße ein und wurden von den Workshop-Chefinnen Jeanny und Susanne ganz herzlich begrüßt. Jeanny und Susanne? Ja, DIE Jeanny und DIE Susanne. Von Zucker, Zimt und Liebe und von La Petite Cuisine. Und dann ging ein toller Tag los, an dessen Ende mein Kopf vor lauter neuem Wissen, vor Aha-Erlebnissen und vor Inspirationen brummte, an dessen Ende aber auch ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht lag, denn zusätzlich zu Information und Inspiration hatte ich ganz tolle Menschen kennengelernt.

shoot the food workshop food fotografie foodography


Fabio von der charmanten Tarterie St. Pauli, selbst Foodstylist und gelernter Koch, hatte für uns gekocht und gebacken, so dass wir uns voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren konnten. Bevor es aber an das tatsächliche Werkeln ging, sprachen Jeanny und Susanne über Foodstyling und Set-Aufbau, und ich merkte, dass ich in dem Punkt noch gewaltigen Nachholbedarf habe. Natürlich gebe ich mir Mühe, so ist es ja nicht, aber im Grunde genommen sieht mein Fotoshooting so aus: Kochen, beim Kochen überlegen, auf welchem Teller ich anrichte, auf besagtem Teller anrichten, gut ins Licht rücken und dann die Kamera draufhalten und hoffen, dass drei, vier gute Bilder dabei herauskommen, die ohne große Bearbeitung auf den Blog dürfen. Im Klartext: Zufallstreffer. Profis wie Jeanny und Susanne gehen ganz anders an die Sache heran, der Aufbau des Sets steht bei ihnen beispielsweise am Anfang eines Shoots. 


Neben technischem Wissen (das Licht, das mir dabei wieder und wieder aufging, muss über meinem Kopf bis nach Berlin sichtbar gewesen sein) analysierten wir auch das Wesen eines Richtig. Guten. Foodfotos, sprachen über das gewisse Etwas, über Tricks und Kniffe. Ich kam kaum hinterher mit dem Notieren, und die anderen Mädels saßen ebenso emsig über ihre Hefte gebeugt.

Das Foto-Menü des Tages enthielt folgende Leckereien: Möhrensuppe mit Ingwer, Tarte mit Speck und Pilzen sowie süße Mohn-Tartelettes. Unser Team kümmerte sich um die Suppe. Eine alte Obstkiste (brauche ich! unbedingt!) diente als rustikaler Hintergrund, das Weckglas wurde zur Suppenschüssel umfunktioniert, eine Leinenserviette umspielte das Set -  und drei Frauen zupften, bauschten, rührten, arrangierten, fotografierten und hatten einen Mordsspaß. Vom Gelächter und Geschnatter der anderen Teams kamen ähnliche Laute, wir verlegten unser Fotostudio teilweise auf den Bürgersteig vor dem Lokal und zogen neugierige Blicke auf uns. Herrlich.

Es war ein toller Tag; einer, der mit Lachen und Fröhlichkeit, Wissen und Inspiration, Gedankenaustausch und viel köstlichem Essen angefüllt war, denn die Fotomodelle wurden hinterher samt und sonders vertilgt. Als i-Tüpfelchen zeigte Fabio uns dann noch, wie man ein Milchschaumherz auf den Cappuccino gießt, und – psssssst! – ich habe mit einem halben Auge zugeschaut, wie er die Mohn-Quark-Tartelettes angerührt hat, die ihr unter anderem hier und hier bewundern könnt. Der Nachbau ist Ehrensache, so stay tuned!


Wenn Ihr in Hamburg seid, schaut unbedingt bei Fabio in der Tarterie vorbei; und wenn Ihr einen Platz für einen der weiteren Shoot the Food-Workshops ergattern konntet, dann freut Euch auf einen wunderbaren Tag mit zwei grandiosen Ladies! 


Meine “Mitstreiterinnen” haben übrigens auch sehr lesenswerte Blogs, seht Euch auch unbedingt mal um bei:

Anemone, nträumchen
Bernadette, Granola Love
Britta, Glasgeflüster 
Claudia, Clausa Things
Katharina, ess.raum
Simone, LeckerBox
und Hanna, die sich Blog-technisch hoffentlich auch bald traut! 
 

Montag, 13. August 2012

Hereinspaziert – es ist wieder geöffnet! Zurück aus dem Urlaub mit (mediterraner) Sonne im Herzen.

Wir sind wieder da! Drei Wochen sommerliche Auszeit habe ich mir genommen, und da nicht nur mein geistiger Speicher, sondern auch mein Foto- und Rezeptespeicher leer war, habe ich dem Blog ebenfalls eine Pause gegönnt. Manchmal sind solche Abstinenzen das beste, was passieren kann; nur zu leicht rutsche ich in die Blogger-Falle und denke beim geringsten Kochlöffelschwingen, “Kann ich das posten? Wie kann ich das am besten fotografieren? Reicht das Licht noch?” Ein gedanklicher Reset tut da gut, und auch, andere für sich kochen zu lassen, statt selbst mit Töpfen und Pfannen zu jonglieren.
Seit wir wieder daheim sind, beschränkte sich das “Kochen” auch größtenteils auf das Zusammenrühren eines Salates, wenn wir ganz besonders kreativ waren, beinhaltete dieser mehr als nur Gurke, Tomate und Paprika. Richtiges Kochen und in der Konsequenz Bloggen muss auch erst wieder langsam anlaufen. Aus diesem Grunde mache ich es mir für den “Wiedereröffnungs-Post” ganz besonders einfach und zeige Euch Urlaubsbilder, auf dass die warme mediterrane Sonne ein paar Strahlen gen Norden schicke!
Kreta Felsen Meer Kreta-Natur-Hotel
Unsere Last-Minute-Buchungsaktion führte uns für zwei Wochen nach Kreta, mit einer guten Portion Glück fanden wir das Hotel Kreta Natur, für das ich jetzt mal uneingeschränkt Werbung machen muss. Maria und Georgos haben das kleine Apartment-Hotel seit Mitte der 1980er Jahre liebevoll und Stück für Stück aufgebaut und sind seit ihrer Pensionierung vor einigen Jahren Vollzeit-Hoteliers. Die Anlage liegt etwa 25km von Heraklion entfernt und umfasst nur 15 Apartments. Das und die Tatsache, dass Maria und Georgos  ihre Gäste wie Mitglieder ihrer großen Familie willkommen heißen, sorgt für eine sehr entspannte, familiäre und dennoch individuelle Atmosphäre. Die Lage im Hinterland von Hersonnissos ist für Party-Touristen weniger attraktiv, also findet man hier glücklicherweise keine Bettenburgen, und den Beat geben eindeutig die Zikaden vor, nicht die Bass-Boxen. Für uns der absolute Glücksgriff.
Kreta-Natur-Hotel Arnissaras
Die ersten Tage haben wir faul-fauler-faulererer am Pool zugebracht, selbstredend mit Sonnencreme LSF 50 und immer schön im Schatten. Trotzdem habe ich nach zwei Wochen eine für meine Bleichgesicht-Verhältnisse erstaunliche Sonnenbräune entwickelt (gleichzeitig vermeide ich jeden Bräune-Vergleich mit dem griechischen Ehegatten – es ist hoffnungslos.). Die wichtigen Aktionen des Tages umfassten das Pendeln zwischen Liege, Pool und Hängematte, Blinzeln durch Olivenzweige, die fünf Wochen alten Katzenbabies bei ihren Luftsprüngen beobachten, für das regelmäßige Nachfüllen des Eiskaffee-Glases zu sorgen und sich rechtzeitig mit dem Gedanken befassen, wo und was wir zu Abend essen wollen. 
Olivenbaum Sonne
Granatapfelbaum Hotel-Kreta-Natur
Ein paar Tage haben wir uns ein Auto gemietet und sind in der Gegend umhergefahren, womit wir dann doch noch zum ursprünglich für den Sommer geplanten Roadtrip kamen. Standesgemäß versperrte eine Herde Ziegen den Weg, naturgemäß cruisten wir die gewundenen und nicht zwingend asphaltierten Straßen hinauf und hinab und machten Zwischenhalt in Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein schien und in Tavernen, die das Gemüse für den Salat im Garten hinter dem Haus zogen.
Ziegenherde
 Kafenion Taverne Kreta Griechenland
Die Dinge, die zu einer griechischen Pause dringend gehören: Sonnenbrille, Telefon und ein kunstvoll aufgeschäumter Frapé. Zuhause würde mich die Vorstellung von granuliertem und aufgelöstem Nescafé schütteln, in Griechenland gehört sie einfach dazu. Leider hat der Vormarsch von Nescafé-Pulver aber vor allem in den Städten auch den Nachteil, dass der echte griechische Kaffee, der superstarke, extrem aromatische Mokka, bei dem der Kaffeesatz in der Tasse bleibt, selten auf der Karte anzutreffen ist.
Agios Nikolaos Kreta

Mein letzter Kreta-Urlaub ist mehr als 20 Jahre her, so dass es gar nicht mehr “gilt”. Trotzdem haben wir uns kaum vorbereitet, keinen Reiseführer gelesen, uns einfach treiben lassen und außer dem groben Ziel an jeder Straßenkreuzung mehr oder weniger spontan entschieden, ob wir rechts oder links fahren. Auf diese Weise haben wir zwar sicherlich manches im Reiseführer besprochene Highlight verpasst, aber auch abenteuerliche, felsengesäumte Strände und kleine, blumenbewachsene Gassen gesehen.
 

Dank der Mini-Kitchenette in unserem Appartment haben wir abends hin und wieder gekocht, wenn wir entweder keine Meinung hatten, uns zum Essen umzuziehen oder aber auf dem Markt frisches Gemüse oder Fisch gekauft hatten. Man kann übrigens erstaunlich kreativ kochen mit einer einzelnen Herdplatte! Hier habe ich zunächst viel viel Knoblauch langsam in Öl weichgebrutzelt, dann Tomaten und Rosmarin, der praktischerweise vor der Tür unseres Apartments wuchs, zugefügt und zusammen mit frisch gekauften Sardellen und Sardinen weitergeschmort. Eigentlich sollte noch Pasta untergerührt werden, aber zusammen mit frischem Brot war das der Himmel auf Erden.

Das wöchentliche Highlight bei Maria und Georgos von Kreta Natur ist übrigens das Barbecue. Dazu heizt Georgos nicht nur den Grill, sondern auch den Backofen an, der auch mit Holz befeuert wird und dabei beträchtliche Temperaturen entwickeln kann. Ein Traum für Brotbäcker… Maria befüllt große Tontöpfe mit Gemüse oder Fleisch, und stundenlang schmort das ganze vor sich hin, bis am Abend das Buffet eröffnet wird. Das die ganzen angefutterten Kalorien im Anschluss bei griechischer Musik abgetanzt werden müssen, versteht sich sozusagen von selbst.

Warum wir überhaupt wieder gekommen sind, ist mir ein Rätsel… :-)

BBQ Keftedes Kreta Natur

 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Pfingst-Nachlese

Und ich so: “Nee. Niemals. Ich doch nicht!”
Und er so: “Ach komm. Probier doch wenigstens mal!”
Und ich so: “Nur über meine Leiche! Ich bin doch noch keine 70!”
Und er so: “Feigling.”
Und ich so: “Na gut, versuchen kann ich’s ja mal.”
Gesagt.
Getan.
Losgefahren und einen Heidenspaß gehabt mit dem Pedelec-Fahrrad. Dank motorisierter Unterstützung locker-flockig und mit wehendem Haar an sportiven Pfingst-Radlern vorbeigeschnurt, elegant die Deiche erklommen und über ausgebeulte Waldwege gerattert. 
Wo?
Hier:

 

  

Alles begleitet von diesem herrlichen Blau, das nur die Ostsee zaubern kann, und das mich nach mehr als drei Jahrzehnten immer noch glücklich seufzen lässt: “Ach, Heimat.”
Überhaupt, die Ostseebäder an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Der ultimative Tip für ein verlängertes Wochenende, und da bin ich nur ein klitzekleines bisschen voreingenommen. Ehrlich jetzt.
Die Bilder sind am Pfingswochenende zwischen Ostsee und Bodden entstanden, wir haben in Ahrenshoop unseren ersten Hochzeitstag gefeiert.
Und ob ich wirklich erst eine grauhaarige Oma von 70 Jahren werden muss, bis ich mir doch mal so ein Pedelec-Bike anschaffe, bezweifle ich nach diesem Wochenende. Wobei – der Blick des sportlich gekleideten und technisch bestens equipten Radfahrers mittleren Alters, an dem ich mich mit wildem Klingeln und mindestens 30km/h vorbeidrängelte, wäre bei wehendem Oma-Haar bestimmt noch köstlicher gewesen.
 

Dienstag, 8. Mai 2012

Nordisch by Nature – mein Oslo-Wochenende in Bildern

“Und was ist mit Spargel?” Keine Sorge. Das wunderbare Gemüse wird nicht zu kurz kommen, nur haben wir in dieser noch so frischen Saison die Stangen auf altbewährte Art und Weise vertilgt, zum Beispiel wie HIER. Oder HIER. Und HIER. Oder puristisch mit Butter und Kartoffeln. Doch spukt mir schon die ein oder andere Idee im Kopf herum, die sieben Wochen bis Johanni wollen ja auch gefüllt werden.

Deswegen gibt es heute etwas völlig anderes, heute wird Bilderhunger gestillt, werden Urlaubserinnerungen geweckt und Fernweh geschürt. Heute nehme ich Euch mit auf eine kleine Reise in den Norden, über Kattegat und Skagerrak hinweg, den Fjord hoch, geradewegs nach Norwegens Hauptstadt Oslo. Kürzlich machten sich die Mädels und ich auf den Weg dahin, um eine Freundin zu besuchen, die für zwei Jahre dort ihre Zelte aufgeschlagen hat. Ein bisschen bewunderte und, ja, beneidete ich sie um den Aufbruch, und nun, nachdem ich ihre neue Stadt kennengelernt habe, verspüre ich selbst ein bisschen Aufbruchsstimmung. Schön ist es dort in Oslo! War es am Freitag noch grau und nieselig, kam am Wochenende wie bestellt die Sonne hervor, und Oslo zeigte sich von seiner allerbesten, glänzendsten Frühlingsseite. Ja, ich bin sehr verliebt in die Stadt am Fjord und die coole Stimmung dort. So sehr, dass ich im Sommer den Liebsten einpacke und mehr sehen will von Skandinavien.
Meine Fotoreise erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es sind vor allem meine Lieblingsbilder aus einem tollen Wochenende. Vielen Dank, Friedi, dass Du uns Deine neue Heimat gezeigt hast!