Dienstag, 8. Januar 2013

Cremiger Erdnussbutter-Kakao – immerhin ist Winter! {Projekt Zuckerfrei, Woche 1}

Naja, Winter. Schmuddelwetter eher, zumindest bei uns. Mein innerer Bär will sich eigentlich lieber eine kleine Speckschicht anfressen, sich verkriechen und bis mindestens März schlafen. Doch nichts da, das Jahr ist neu, ganz frisch und hat viel vor mit uns. Und damit niemand auf die Idee kommt, das zuckerfreie Leben sei öde, genussfeindlich und nicht lebenswert, gibt es noch ein Knallerrezept für einen intensiven und cremigen Bauchwärmer: Köstliche heiße Schokolade.
Woche 1 im Projekt Zuckerfrei 2013 ist angelaufen. Das Motto dieser Woche lautet “Start cutting back – Langsam zurückfahren.” Natürlich kann man das “langsam” auch überspringen und von einem Tag auf den anderen zuckerfrei leben. Mir persönlich wäre das zwar nicht schwergefallen – aber für maximal eine Woche. In dieser Woche wäre es mir wie eine Art Challenge vorgekommen, in der ich mir bewiesen hätte, dass ich es kann. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre der Jojo-Effekt an Tag 8 aufgetreten und die nächste Tüte Gummibärchen wäre meine gewesen. Wir haben bestimmt alle schon mehr als eine fragwürdige Diät hinter uns und kennen das: Wenn man uns sagt, “Du darfst das und das nicht mehr essen”, drehen sich all unsere Gedanken um das Verbotene. Ähnlich funktioniert es bei “Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten!” und “Drücken Sie bloß nicht auf den roten Knopf!” – schon zuckt es im Finger.
Deswegen also langsam.
Zuckerfrei, heiße Schokolade, zuckerfreies Leben

Die erste Woche ist gut dafür, sich darüber bewusst zu werden, worin der persönliche Zuckerkonsum besteht. Ganz klar – in den weißen oder braunen Krümeln in der Zuckerdose. In Gummibärchen, Schokolade und anderen Naschereien. Für diese Erkenntnis braucht es nun wirklich keinen Doktortitel. ;-) Als Foodblogger oder Leser ist Euch aber garantiert auch bewusst, dass das Problem viel eher bei den versteckten Zuckern liegt: Fruchtjoghurt. Müsli. Senf. Tomatensauce aus dem Glas. Trockenfrüchte. Marmelade. Eingelegte Gurken. 
Diese erste Woche ist auch super, um sich bewusst zu werden, wann man Süßes am dringendsten braucht: In Stresssituationen? Oder wenn einem langweilig ist? Beim sogenannten “mindless nibbling”, also nebenher rumknabbern, ohne wirklich Hunger zu haben? Im Nachmittagstief? Oftmals ist das Bewusstwerden des Handelns schon die Hälfte der Lösung. 
Aller offensichtlicher Zucker wird in Woche 1 schon mal gut reduziert oder sogar ganz gestrichen: Weißer und brauner Zucker, Schokolade & Co, Marmelade und (bei mir auch) Honig. In der ersten Woche ist man ja in der Regel megamäßig motiviert, da sollte das nicht schwerfallen. Und hey – je mehr man in der ersten Woche schon weglassen kann, desto weniger muss man sich in Woche 2 abgewöhnen. :-)
Zuckerfrei, heiße Schokolade, zuckerfreies Leben

  • Was mir in dieser Woche hilft: Eine Liste erstellen, in der ich aufschreibe, wann und zu welchen Gelegenheiten ich zu Zucker oder Süßem greife. Ich bin zum Beispiel kein Stress-Esser, ganz im Gegenteil: Ich esse, wenn mir langweilig ist. Und ich mag Süßes zum Kaffee.
  • Was ich in dieser Woche austausche: Kaffee, als logische Konsequenz. Von Rauchern habe ich oft gehört, dass für sie Zigaretten und bestimmte andere Genussmittel miteinander verbunden sind, beispielsweise Wein oder Kaffee. Zwar kann ich Kaffee gut ohne Zucker trinken, aber wie Hammy das Eichhörnchen bei “Ab durch die Hecke” sagt mein Hirn: “Aber ich mag doch den Keks!” Also trinke ich in dieser Woche nur sehr wenig Kaffee, dafür lieber Tee oder Wasser. Ausgetrickst, Keks!
  • Mein Superfood in dieser Woche: Gemahlene Vanille. Macht gute Laune und süßt meinen Naturjoghurt.
  • Mehr Lesestoff: Diesmal eher “Guckstoff” – nämlich die Mutter aller Videos zum Thema Zucker, Dr. Robert Lustigs Vortrag “Sugar: The Bitter Truth”. Sehr lang, sehr englisch, aber sehr informativ. In kleine, appetitliche Häppchen geteilt ist “The Skinny on Obesity”, kurze Videos, die sich mit spezifischen Themen zum Übergewicht und Zuckerkonsum befassen.

    Zuckerfrei, heiße Schokolade, zuckerfreies Leben

    Cremiger Erdnussbutter-Kakao 

    Nach Angela Liddon von “Oh She Glows”

    Für 1 Becher. Das Schöne an dem Kakao ist, dass er so versatil ist: Wer es richtig dick und cremig mag, der verwendet mehr Erdnussbutter. Wer es flüssiger mag, nimmt mehr Milch. Wer es intensiver schokoladig mag, nimmt mehr Kakao.

    250ml Milch, je nach Präferenz von Kuh, Sojabohne, Getreide oder Nuss
    2 Esslöffel Kakao (Backkakao, kein Kaba ;-) )
    2 EL cremige Erdnussbutter oder Erdnussmus (Mandelmus schmeckt auch toll)
    nach Geschmack 1-2 TL Reissirup oder ein (zuckerfreies) Süßungsmittel Eures Vertrauens
    1 Prise Salz
    Milchschaum und Kakaosplitter (aus ganzen Kakaobohnen) zum Garnieren

    :: Milch in einen ausreichend großen Topf geben und langsam erwärmen. Kakaopulver einrühren mit dem Schneebesen gut rühren, bis sich alle Klümpchen aufgelöst haben. Dann die Erdnussbutter, den Sirup und die Prise Salz einrühren, und alles unter Rühren zum leisen Köcheln bringen. Für ein paar Minuten blubbern lassen, bis der Kakao die gewünschte Konsistenz erreicht hat. In den Becher gießen, evtl. mit Milchschaum und Kakaosplittern garnieren.

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    Dienstag, 8. Januar 2013

    21 Gedanken zu „Cremiger Erdnussbutter-Kakao – immerhin ist Winter! {Projekt Zuckerfrei, Woche 1}

    1. Christina

      Ich bin ganz gespannt auf deine Erfahrungen und Rezepte. Ich denke schon länger an ein “zuckerfrei-Experiment” und werd ganz oft gucken, was hier so passiert. Das Rezept finde ich übrigens super, hätte ich jetzt gerne…
      Liebe Grüße!

      1. Katharina

        Kommense rein, junge Frau, schaunse sich um! Das ist ja auch alles dazu ausgelegt, sich auszuprobieren und so generell mal zu gucken, ob man sich damit anfreunden kann.
        Ich schick Dir ne virtuelle Tasse Kakao! Die echte hat der Mann inhaliert, und er hat immer noch diesen Dackelblick drauf. Hmpf. :)

    2. Anonymous

      Ich finde das Projekt auch spannend, den Pflaumenhefekuchen habe ich im letzten Jahr bestimmt 5-6 mal gebacken, keiner wollte noch etwas anderes, nur ist mir noch nicht ganz klar wie zuckerfrei definiert ist, z. B. ohne Fruchtzucker in Trockenfrüchten aber ist Reissirup nicht auch eine Form von Zucker?

      1. Katharina

        Ja, jetzt haste mich erwischt. ;-) Den “großen” Post bereite ich gerade für Donnerstag vor, dann wird’s nämlich ein bisschen biochemisch – und das war ab-so-lut nicht meine Stärke in der Schule (die auch schon wieder, öhm, etwas her ist.)
        In ganz kurzer Kurzform läuft alles letztlich auf Fruktose/Fruchtzucker hinaus, die ich aus meiner Ernährung schmeiße. Damit kann der Körper nichts anfangen, und die Fruktose, die nicht umgehend verbraucht wird, wird zu Fett umgewandelt. Das war jetzt die ganz schnelle Nummer ohne Biochemie. ;-) Reissirup ist auch eine Art Zucker, das stimmt – nämlich Glukose.
        Ziemlich verwirrend, das alles. Im Moment lese ich sehr viel darüber und komme mir vor wie in dem Albert Einsteinschen Ausspruch “Je mehr ich weiß, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiß”…
        Was ich weiß, ist aber, dass es mir in der Zeit des ersten Zuckerfrei-Versuchs richtig gut ging, und da will ich wieder hin!

    3. nike

      Yummie, den gab es Samstagabend bei mir auch. Hafermilch mit Kakao & einem Löffel Erdnussbutter! Seelenwärmer bei dem Usselwetter.

    4. Anny

      Liebe Katharina,
      ein sehr frohes neues Jahr wünsche ich Dir!!!
      ich bin natürlich dabei und schon sehr neugierig auf Dein Input und vor allem Deine Rezepte! Wie toll, dass Du das wieder gestartet hast.
      allerherzlichst und auf hoffentlich bald, Anneli

    5. Miss Jenny

      Liebe Katharina,
      wow, was für ein Rezept! Ich lieeebe Erdnussbutter! In ein getränk habe ich sie allerdings noch nie eingerührt. Und da ich keinen Reissirup habe, müsste ich wahrscheinlich wieder Honig nehmen, der ja “verboten” ist. So langsam fällt übrigens meine hartnäckige Weigerung, dass ich nicht auf Fruktose verzichten will. ich muss mir mal dieses Buch ausleihen/besorgen. Vielleicht überzeugt mich das auch. Muss dann herausfinden, wie sich Reissirup mit meinem Low Carb vereinbaren lässt ;-)
      Aber ein ganz anderer Einwand (sorry, wenn ich manchmal so kontrovers bin): am Ende des Tages wollen wir uns ja einfach nur gesund ernähren. Daher wahrscheinlich der Verzicht auf Zucker. Soweit, so gut. Allerdings glaube ich, dass es der Gesundheit (und der Kalorienbilanz) zuträglicher ist, einen Kaffee mit einem Stück Zucker zu trinken, statt dieses Kakaos. Hier ist Fett und wahrscheinlich auch Zucker in der Erdnussbutter zusammen wahrscheinlich viel ungesünder. Daher: Nicht den teufel mit dem Belzebub austreiben. Ist wie bei Low Carb: Wer anstatt einer Scheibe Brot zum Salat nun eine ganze Packung Fetakäse reinschnippelt, um satt zu werden, hat am Ende des Tages auch nichts gewonnen (ich weiß wovon ich spreche *g*)
      Also mein Fazit: Ich informiere mich mal weiter und quatsche trotzdem immer rein ;-)
      Liebe Grüße
      Miss Jenny
      http://genuss-und-versuchung.blogspot.de/

    6. Hannah

      Super Idee-gerade für alle Erdnussbutter-Kakao-Fans, wie ich :) Und dann noch ohne schlechtes Gewissen genießen-was will man mehr?

    7. Emma

      Ich bin total gespannt auf deine Rezepte! Ich mag backen so gerne und kann mir meine Lieblingsrezepte nicht ohne Zucker vorstellen. Ich habe es mit Stevia versucht, aber das schmeckt mir nicht:(

      LG Emma

      1. Anonymous

        einfach mal mit Xylit ( Baumrindenzucker) versuchen. Unser Enkel darf auch keinen puren Zucker zu sich nehmen aber er ist ein Süsser. Also backen wir mit Xylit und er merkt es nicht einmal. Einfach googeln danach ist auch in Zahncremen und in Kaugummi als Ersatz drinnen. Greift nicht die Zähne an.
        LG Carola

    8. Christina

      Eine tolle Idee – und wie immer bewundere ich dich sehr für die zuckerfrei Geschichte. Ich glaube, ich könnte damit auch meinen Wohlstandsspeck loswerden. Man muss sich nix vormachen, auch der Blazer zwackt und könnte sich ein wenig lockerer schließen lassen. Ich gebe mir viel Mühe mit dem Zucker und finde, das klappt ganz gut… Du bist meine Inspiration. :)
      Liebste Grüße
      Christina

    9. NY-cheesecake

      Erdnussbutter-Kakao – und dann auch noch ohne Zucker! Ich flipp aus!

      Ich hab dein Zuckerfrei-Projekt schon letztes Jahr bewundert und bin jetzt mal zuckerfrei ins neue Jahr gestartet – deine Schokokekse hab ich schon gebacken – die waren meeega!

      Liebe Grüße und weiterhin toitoitoi
      Carina

    10. Ulrike Pflaumer

      Das ist eine gute Idee, ich denke es ist uns überhaupt nicht bewusst wo überall Zucker enthalten ist. Ich habe immer ein Auge auf Schokolade und Gummibärchen, darauf zu verzichten währe für mich eine echte Herausforderung. Ich weiß allerdings nicht ob ich diese Herausforderung annahmen wollte. Denn nicht nur Zucker schadet im Übermaß unsere Gesundheit auch zum Beispiel Fette die wir unkontrolliert zu uns nehmen.

    11. Anonymous

      Hallo Katharina,
      toll, dass du wieder anfängst. Bzw. aufhörst :-) Ich selber war in 2012 auch mehrere Monate zuckerfrei und genau wie bei dir hat Weihnachten mich zum Straucheln gebracht… Aber jetzt bin ich wieder hochmotiviert. Habe gerade das Buch Sweet Poison gelesen – sehr hilfreich! Auf ein ungezuckertes, dennoch süßes 2013 mit hoffentlich ganz ganz vielen tollen Alternativrezepten! Ich wünsche mir Peanutbutter-Kekse! :-) LG Jana

    12. Manuelson

      Mein persönlicher Favorit als Zuckerersatz ist Agavendicksaft, der zusätzlich einen hervorragenden Eigengeschmack hat. Im Gegensatz zu Xylit und Stevia, schmeckt er auch rein natürlich ohne diese im Munde verbleibende Süße, die synthetisierte Süßstoffe gerne mal haben. Doch falls man in Lebensmittel Zubereitungen irgend eine neutrale Süße benötigt, dann sollte man eher zu Stevia greifen. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

      Agavendicksaft, Xylit und Stevia im Vergleichstest

      1. Katharina

        Hallo Manuelson,

        Agavendicksaft schmeckt, das stimmt. Allerdings ist der enthaltene Fructoseanteil mit bis zu 90% enorm hoch, will heißen – noch schlimmer als Kristallzucker. Von viel gesünder kann man da nicht sprechen. Die Karamellnote, die der Koch anspricht, entsteht wohl auch mal dadurch, dass der Sirup beim Einkochen anbrennt. ;-) Und was die Natürlichkeit betrifft, ist Agavendicksaft auch nicht besser als Zucker. Wie im Film gezeigt wird, wird der Sirup nur sehr selten (weil viel zu teuer) aus den Blättern gewonnen, sondern eben über diverse chemische Prozesse und mit Hilfsmitteln aus den Wurzeln extrahiert, gereinigt und gefiltert.
        Bei dem Film musste ich mich deswegen schon ein bisschen windern…. Aua.

        Klar, Geschmäcker sind verschieden. :-) Aber ich finde Stevia hat keinen neutralen Geschmack, ich finde diesen “lakritzigen” Nachgeschmack sehr unangenehm. Aber das ist einfach MEINE Meinung, ich weiß, dass viele Menschen Stevia mögen. ;-)

    13. Anonymous

      Hallo Katharina,
      hört sich sehr lecker an! Ich überlege gerade, mir Kakaobohnen zu bestellen, frage mich jedoch, ob die nicht schrecklich bitter sind. Dunkle Schokolade mit 70% Kakao finde ich noch ganz lecker, aber die mit 80% oder gar 95% schmeckt schon sehr bitter. Sind die Kakaobohnen auch so bitter? Und macht es einen Unterschied, ob sie fermentiert sind?
      Vielen Dank schon mal für eine Antwort!
      Weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für Deine stets sehr spannenden Erfahrungen und Rezepte, sie sind eine wirkliche Motivation!
      LG/Stefanie

      1. Katharina

        Hallo Stefanie,
        naja…. was soll ich jetzt sagen? ;-) Sie sind schon sehr intensiv, schmecken aber (wie ich finde) noch wieder anders als beispielsweise die 99%ige Schokolade, die staubt eigentlich nur. ;-) Kakaobohnen haben aus irgendeinem Grunde einen anderen Geschmack, sie sind gleichzeitg süßlicher und ein wenig säuerlich. Ganz schwer zu beschreiben. Ich würde mich da rantasten, erstmal nur ein kleines Stücken abbrechen bzw. abschneiden. Ich finde sie bspw. zum Espresso sehr fein.
        Mir persönlich schmecken die fermentierten Bohnen besser, und laut allem, was ich so gelesen habe, sind fermentierte Produkte insgesamt besser für die Verdauung.

        Viele Grüße!

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