Montag, 1. November 2010

Ein Beinahe-Post, der dann aber doch werden durfte.

Indisch: meine Version von Aloo Gobhi, einem vegetarischen Gericht mit Blumenkohl; aus der Kategorie „Ooops!“

Das geht ja schon mal gleich gut los. Fast wollte diesen Eintrag überspringen und den Mantel des Schweigens darüber decken. Denn bei diesem Gericht so ziemlich alles schief gegangen. Ist ja auch klar – da fängt man an, für seinen Kochblog zu kochen, quasi im Auftrag der Öffentlichkeit, und dann erstickt man sich beinahe selbst.

Was ich kochen wollte:
Aloo Gobhi, ein indisches Gericht mit Blumenkohl und Kartoffeln. Wie bei vielen indischen Gerichten ist es elementar für den Geschmack, dass man die Gewürze zunächst trocken anröstet, um deren Geschmack herauszukitzeln. Gibt man die Gewürze „ungeröstet“ in die Flüssigkeit, haben sie oft die Tendenz, das Gericht lasch oder sogar sandig schmecken zu lassen.

Allerdings sollten die Gewürze auch nicht unbedingt verbrennen, so wie es auf meinem Herd geschehen ist. Ein Moment der Unachtsamkeit (OK, zwei bis drei) ließ meine Gewürzmischung ziemlich verkohlen, was ich aber erst bemerkte, als ich die Kartoffeln zur Mischung gab und eine Wolke blauen Dunstes aufstieg – und mir direkt in die Lungen. Das Ganze hatte zur Folge, dass ich 1. eine fünfminütige Husten- und Keuchattacke nur knapp überlebte (ja, ich leide zur Dramatisierung leichten Übertreibung), dass 2. Gewürze und Kartoffeln komplett ungenießbar wurden und in den säuberlich getrennt entsorgten Biomüll wanderten, und dass ich 3. mein Abendessen leicht *ähem* abwandeln musste. Die Kartoffeln waren aus dem Spiel, aber der Blumenkohl lebte noch.

Was dann daraus geworden ist: 
Blumenkohl auf Indisch.

1 mittlerer Blumenkohl
1 grüne Paprika
1 EL Ghee (ersatzweise Butterschmalz oder Pflanzenöl)
½ TL Chili
1 TL Kurkuma
½ TL Kreuzkümmel (Cumin)
1 TL schwarze Senfsamen (kann man auch weglassen)
Schwarzer Pfeffer, Salz
1 Dose gehackte Tomaten
200 ml Wasser

Den Blumenkohl säubern und in kleine, gleichgroße Röschen teilen bzw. schneiden. Die Paprika in Würfel oder Scheiben schneiden.

Das Ghee (oder Butterschmalz oder Öl) in einer Pfanne erhitzen und Blumenkohl und Paprika darin einige Minuten unter Rühren anbraten. Herausnehmen und die Flamme auf mittlere Hitze herunterschalten. (Ich denke mal, darin lag mein Fehler…)
Chili, Kurkuma, Kreuzkümmel, Senfsamen und Pfeffer ca. 1 min in der Pfanne anrösten. 

Die Dosentomaten zur Gewürzmischung geben und eine weitere Minute schmoren lassen. Anschließend das Wasser langsam angießen, kurz aufkochen und den Blumenkohl wieder in die Pfanne befördern und umrühren.
Etwa 12-15 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen. Wenn die Flüssigkeit zu sehr eindampft, noch etwas Wasser hinzugeben. Hin und wieder umrühren.

Mit Pfeffer, ggf. Salz und weiteren Gewürzen abschmecken und mit Reis oder Naan-Brot servieren.

Indisches Essen hat für mitteleuropäische Augen einen großen Nachteil… Ohne professionelles Food-Styling und eine ausgeklügelte Kamera- und Lichteinstellung ergeben viele Gerichte rein optisch meist eine wenig ansprechende orange-rote Masse. Auch das liebevolle Anrichten mit Reis, ausgewählten Korianderblättchen und Bestäuben durch effektgebende Gewürze fällt bei mir flach – so lange hält mein Testesser es gar nicht aus. 🙂
Also doch orange-rote Masse. Geheimer Geheimtipp: Einfach das Licht dimmen. Schmecken tut es ja doch!

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Montag, 1. November 2010