Donnerstag, 20. Januar 2011

Eingelegter Knoblauch

Griechisches Kochbuch, ich komme!

Neulich habe ich „Gigandes plaki“ kochen wollen, Riesenbohnen in Tomatensauce, eines meiner Lieblings-Leckereien im griechischen Vorspeisen-Business. Das kann ich mehr oder weniger im Schlaf, aber ich dachte mir, schauen wir doch mal, was Herr Psilakis dazu sagt und habe die Bohnen kurzerhand nach seinem Rezept gekocht. Und das war sicher nicht das letzte Mal! Schon allein deswegen nicht, weil er kurz vor Ende „Garlic purée“ untergerührt haben wollte – „see page 264“. Hui. Ein Rezept im Rezept. Wie immer hatte ich das überlesen. Auf Seite 264 wurde mir klar, dass ich nicht mal eben so Knoblauchpürée würde zusammenrühren können, denn besagtes Pürée verlangte erstmal eingelegten Knoblauch…
Den „Gigandes Plaki“ habe ich an diesem Abend das Pürée vorenthalten und auf das nächste Mal vertröstet, aber die Idee vom eingelegten Knoblauch ließ mich ab dann nicht mehr in Ruhe. Ich hatte mich schon mehrfach an Knoblauchöl versucht, aber so richtig toll und aromatisch ist es mir nicht gelungen.
Auch bei dieser Variante habe ich zwei Anläufe gebraucht. Michael Psilakis‘ Rezept sieht vor, die Knoblauchzehen in Olivenöl in einem Bräter eine Stunde bei 150°C zu schmoren. Versuch Nr. 1 kam schwarz aus dem Ofen… Beim zweiten Versuch habe ich die Knoblauchzehen bei minimaler Hitze auf dem Herd vor sich hinköcheln lassen, ca. 45 Minuten, und wurde dafür mit mediterranem Duft belohnt und einem herrlich aromatisierten Öl.
Naja, nur die Mengen habe ich leicht *hüstel* angepasst. Das Psilakis-Rezept sprach von, haltet Euch fest, „3 cups garlic cloves“. 3 Tassen. Ja klar! Ich habe es auf 4 Knollen reduziert, deren Zehen dann gepellt in etwa 1 Tasse ergab. 
Ebenso habe ich auf die Mischung aus Raps- und Olivenöl verzichtet und angesichts der kleinen Menge reines Olivenöl verwendet. Immerhin griechisches!

Eingelegter Knoblauch

für 1 Schraubglas

adaptiert nach Michael Psilakis, „How to Roast a Lamb“ 

4 Knollen Knoblauch
2 Zweige Thymian
1 Lorbeerblatt
1/2 TL grobes Meersalz 
grob gemahlener schwarzer Pfeffer
sehr viel Olivenöl

:: Knoblauch in Zehen teilen und pellen.
Zusammen mit Thymian, Lorbeer, Salz und Pfeffer in einen Topf geben und mit soviel Olivenöl bedecken, dass der Knoblauch nicht mehr herausguckt.
:: Den Topf zudecken und bei minimalster Hitze auf dem Herd erwärmen, dabei hin und wieder umrühren. Wenn das Öl zu brodeln und der Knoblauch zu brutzeln beginnt, kurz von der Herdplatte ziehen und leicht abkühlen lassen, dann wieder auf die Platte stellen.
:: Nach ca. 45 Minuten in ein ausgekochtes Schraubglas füllen und vollständig abkühlen lassen.
Psilakis sagt, dass sich der eingelegte Knoblauch im Kühlschrank ca. 3 Wochen hält. Ich würde behaupten, dass er sich auch länger hält, denn Öl konserviert ja recht gut. Und wenn man sich bei Öffnen und Entnehmen an ein paar hygienische Grundregeln hält (sauberer Löffel, nicht reinfassen), sollte eigentlich nichts schiefgehen.

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Donnerstag, 20. Januar 2011