Sonntag, 7. August 2011

Erdbeer-Espresso-Konfitüre

Habt ihr den tollen Reigen von selbstgemachten Dingen in Julianes Post bei Schöner Tage noch! gesehen? Toll, was die große Bloggerwelt alles so zustande bringt. Da können sich die Lebensmittel- und Kleider- und Interieurfabrikanten aber wirklich noch mal was abgucken! Ich schwelge seit Tagen in den Bildern und klicke mich mit Begeisterung durch die Blogs.
Deswegen gibt es heute auch was Selbstgemachtes. OK – alle Sachen hier im Blog sind selbstgemacht. Aber klassische Selbermacher sind ja so Sachen wie zum Beispiel Marmelade. Diese hier hat sogar noch einen besonderen Hintergrund: Es war nämlich unsere „Hochzeitsmarmelade“. Wir wollten ein Gastgeschenk jenseits der (zweifellos leckeren) Zuckermandeln, und ziemlich schnell war die Wahl da auf Marmelade in hübschen Gläschen gefallen. Da ich gerne etwas außer der Reihe haben wollte, aber dennoch etwas mit Früchten, die in den Frühsommer passen, war ich ganz glücklich, als ich in Hans Gerlachs Buch „Marmeladen & Gelees“ das Rezept für Erdbeer-Espresso-Konfitüre fand. Einmal testkochen bestätigte die Wahl und dann steckte ich Ende Mai ellenbogentief in blutroter Erdbeerpampe und kochte in vier Chargen 80 Gläser Marmelade. Ist es eigentlich total gaga, wenn man das total toll findet und nur ein kleeeeiiiin biiiisschen anstrengend? Wahrscheinlich.
Der Frühsommer ist zwar leider vorbei, wer aber Lust hat, die letzten Erdbeeren zu einer ausgefallenen Konfitüre zu verarbeiten, sollte diese hier unbedingt probieren. Der Espressogeschmack ist nicht vordergründig, keine Angst, und durch die Teefilter-Methode besteht auch keine Gefahr, dass man auf Kaffeesplittern herumbeißt.

Erdbeer Espresso Konfitüre Marmelade Hochzeit Gastgeschenk

Erdbeer-Espresso-Konfitüre

für 8-9 Gläser à 200ml

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Gelierzucker lässt sich aber durch entsprechende Mengen Apfelpektin und Reissirup ersetzen – einfach der Anweisung auf der Pektin-Packung und für die Süße dem eigenen Geschmack folgen!***

Ein paar Tips aus dem Buch gebe ich gern weiter.
Sterilisation der Gläser und Deckel: Die gewaschenen Gläser im Backofen bei 120°C ca. 15 Minuten „backen“, das sterilisiert laut Gerlach effektiver als Auskochen, außerdem braucht man den großen Topf ja eher für die Marmelade! Ich habe z.B. nur einen einzigen Riesen-Topf. Außerdem kann das super nebenher passieren, da man die Gläser dann auch zügig befüllen sollte. Die Deckel in kochendem Wasser sterilisieren.
Vakuum: Anders als z.B. meine Omma das gemacht hat, empfiehlt Gerlach, die Gläser NICHT auf den Kopf zu stellen. Der Effekt sind schmutzige Ränder und eventuell unerwünschte Stoffe, die sich durch die heiße Konfitüre aus dem Deckel lösen können. Der Unterdruck entsteht durch die abkühlende Konfitüre, der Deckel wölbt sich nach innen.
Farbe: Leider verliert Erdbeerkonfitüre ziemlich schnell an Farbe. Gerlachs Tipp: Ein paar pürierte Himbeeren oder Sauerkirschen oder andere stark dunkelrot färbende Früchte dazugeben. Diese geben dann ordentlich Farbe ab, ohne sich geschmacklich bemerkbar zu machen.

So, und nun geht’s los!

1,5 kg Erdbeeren
Saft von 2 mittelgroßen Zitronen, sollte etwa 80ml ergeben
5 EL ganze Espressobohnen
500g Gelierzucker 3:1
2 Teefilter

:: Erdbeeren waschen, trocken und putzen. Die Hälfte der Erdbeeren mit Zitronensaft pürieren, die andere Hälfte in kleine Würfel schneiden. Wer eine samtige Konfitüre ohne Stückchen möchte, püriert die gesamten Erdbeeren.
:: Espressobohnen im Mörser etwas anstoßen und dann in die Teefilter füllen und diese verschließen.
:: Erdbeerpüree, Erdbeerstücken und Gelierzucker in einem großen Kochtopf mischen, die Espresso-Teefilter ebenfalls hineingeben und 3 bis 4 Stunden ziehen lassen, damit das Kaffeearoma in die Konfitüre übergehen kann.
:: Nach der Ziehzeit die Teefilter entfernen und (da muss man jetzt durch!) ordentlich ausdrücken, damit die ganze superaromatisierte Erdbeersoße rauskommt.
:: Die sterilisierten Gläser, einen Einfülltrichter und eine Schöpfkelle bereitstellen.
:: Den Topf auf den Herd stellen und bei starker Hitze aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei ständig rühren. Dann in die vorbereiten Gläser füllen und schnell mit den sterilisierten Decken verschließen – superheiß, attenzione! Abkühlen lassen, mit hübschen Schildern versehen (ich hatte für die Hochzeit Aufkleber bei Casa di Falcone bestellt) und dann verschenken („Hab ich selbst gemacht!“) oder im Vorratsschrank lagern und sich auf süße Wochenend-Frühstücke freuen.

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Sonntag, 7. August 2011

6 Gedanken zu „Erdbeer-Espresso-Konfitüre

  1. Juliane

    Die Kombination von Erdbeere und Espresso in der Marmelade hört sich absolut umwerfend an! Mache ich nächstes Jahr definitiv, auch wenn mein Mann diese Marmelade dann nicht anrühren wird, da er keine Kaffee mag 😉

    Super Idee, das als Hochzeits-Gastgeschenk mitzugeben! Ich hatte kleine Schokoladenküchlein im Glas, das kam auch total gut an. Und mir geht es da wie Dir: ich finde das Selbermachen super-duper-toll und nur ein ganz klitzekleines bisschen anstrengend, auch wenn alle anderen mich für verrückt erklären :-))

    Viele Grüße und schöner Tag noch,
    Juliane

  2. Katharina

    Naja, dann hast Du alles für dich allein, Juliane! 🙂
    Aber selbstgemachte Gastgeschenke sind voll im Trend: wir waren an diesem Samstag auf einer entzückenden Hochzeit in einer rustikalen fränkischen Scheune, und die Mutter der Braut hatte 50 Stoffherzchen genäht und mit Lavendelblüten gefüllt. Ein Traum!

    Liebe Grüße, Katharina

  3. Julie (matundmi)

    oh, das ist eine spannende kombination auf die ich so nicht gekommen wäre und marmelade finde ich super als gastgeschenk… toll, dass du gleich 80 gemacht hast!

  4. elbmari

    80 Gläser… meiomei… da wird dein Umfeld sich aber über tolle Geschenke in der nächsten Zeit freuen dürfen, oder??? Hört sich ja äußerst lecker
    an… Hab über deinen Kommentar geschmunzelt und noch etwas dazu geschrieben, schau doch mal… Sonnige Grüße

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