Donnerstag, 18. April 2013

Fleischbällchen mit Spinat, Knoblauch und Lauchzwiebeln

Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit Fernsehwerbung. OK – ich bin gewissermaßen ein Marketingopfer, aber eher eins im Direktkontakt, meine Schwäche ist das Regal im Markt, wenn mich ein Produkt mit hübscher Verpackung und cleverem Logo so von Auge zu Auge anlacht. Dann ist Beherrschung gefragt. Aber weniger beim Fernsehen, da gibt es wenige Spots, die mich begeistern. Worüber ich mich aber auch nach dem 28. Mal gucken noch wirklich beömmeln kann, sind ja die Spots von EDEKA. Die legendäre Frau Wiesner aus der Steinstraße. Oder, gerade erst gesehen, die Griller. Ich persönlich wohne ja im die Ecke vom zweitcoolsten EDEKA-Markt der Welt(der erstcoolste ist in der Innenstadt Lüneburgs.), und ich stelle mir bei dieser Werbung immer vor, wie ich durch meinen Markt gehe und den Marktleiter, Herrn T., frage “haben Sie…”, und er lacht über das bärtige Gesicht und sagt, “Ja sicher, dort vorne.” – “Vanillesalz?” – “Dritter Gang, ganz durch.” – “Kartoffelchips, nur in Olivenöl gebacken?” – “Ganz neu für Sie im Sortiment!” – “Bio-Macadamiaöl?” – “Natürlich.” – “Schichtkäse, handgeklöppelt, und Fassbutter, im Mondschein geschlagen?” – “Im MoPro-Regal, auf der rechten Seite!” Hihihi. Wobei ich vermute, dass sie das tatsächlich auch hätten, Mondschein und handgeklöppelt und so. Oder auf jeden Fall besorgen könnten.
Fleischbällchen aus Rinderhack und Salsiccia mit Babyspinat Knoblauch, dazu Ofenpommes und gebackene Tomaten

Ich lebe vielleicht im Foodie-Wonderland, aber dieser Laden rockt. Überhaupt, so kleine, selbständig geführte Märkte sind etwas großartiges: Man kennt sich. Die Frau an der Käsetheke weiß, dass ich lieber den alten, gereiften Gouda mag. Die Kassiererin hält einen Schwatz, während sie die Waren über das Band schiebt, meckert nicht herum (im Gegenteil!) wenn ich meine Tomaten nicht in eine olle Plastiktüte packe, sondern sie einzeln herumkullern lasse. Sie haben neben dem regulären Sortiment viele regionale Produkte und an der Theke sogar Neuland-Fleisch. Und den meisten abgefahrenen Kram, den man sich so als Foodie wünschen kann. Und wenn sie es nicht haben, macht sich der Chef schlau, wo man es herbekommen könnte – und will wissen, was ich denn damit anzufangen gedenke. In gewisser Weise ist das für mich auch eine Form von “buy local”.

 

Fleischbällchen aus Rinderhack und Salsiccia mit Babyspinat Knoblauch, dazu Ofenpommes und gebackene Tomaten
Das Rezept stammt aus der Rezeptdatenbank der EDEKA-Homepage, eigentlich sollte es Mangold beinhalten, der aber nicht zu bekommen war. Ist ja auch nicht zwingend Saison derzeit. Aber was mit Mangold funktioniert, geht auch mit Spinat, manchmal sogar besser, da er zarter ist.
Der Gatte sagte jedenfalls nach den ersten zwei Happen: “Wenn wir nicht schon verheiratet wären, würde ich Dich jetzt fragen.” Männer. (Griechen!) Gib ihnen Hackbällchen und Pommes, und sie legen Dir die Welt zu Füßen. Dass er das auch sonst tut, obwohl es ja nicht wirklich häufig Fleisch bei uns gibt, geschweige denn Hackbällchen mit Pommes, spricht noch mehr für ihn, nicht wahr?♥
(Vielleicht sollte ich das auch mal Blogspot anbieten? Irgendwie ist hier heute alles verschoben, verändert und überhaupt ganz komisch.)
Fleischbällchen aus Rinderhack und Salsiccia mit Babyspinat Knoblauch, dazu Ofenpommes und gebackene Tomaten

Fleischbällchen mit Spinat, Knoblauch und Lauchzwiebeln

angelehnt an dieses Rezept aus der EDEKA-Rezeptdatenbank 

2 Lauchzwiebeln
1 Knoblauchzehe
2 Handvoll Spinat (ca. 100g)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
250g Rinderhack
150g grobe Bratwurst oder Salsiccia- alternativ Schweinehack
1 Ei
Paniermehl*

:: Die Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken. Spinat waschen und trockenschleudern.
Olivenöl in eine große Pfanne gießen und Lauchzwiebeln und Knoblauch hineingeben, bei mittlerer Hitze alles weich garen. Die Spinatblätter in die Pfanne geben und zusammenfallen lassen, dann unter Rühren 2 Minuten mitbraten. Die Pfanne vom Herd nehmen und das Gemüse abkühlen lassen.
:: Die Bratwurst von der Pelle befreien und das Brät zusammen mit dem Rinderhack dem Ei, Salz und Pfeffer verkneten. Paniermehl nach Bedarf dazugeben, dann die abgekühlte Spinatmasse untermischen. Mit feuchten Händen kleine Bällchen formen und diese dann in reichlich Öl bei mittlerer Hitze ausbraten.
:: Dazu gab es Ofenpommes, ein paar im Ofen mitgebackene Tomaten und die restlichen Spinatblätter als Salat.
*Paniermehl: Altbackene Brotreste lasse ich ordentlich durchtrocknen, breche oder schneide sie in kleine Stücke und werfe sie dann in die Küchenmaschine. Dort werden sie pulverisiert, kommen dann in ein Glas und harren auf den Tag ihres Einsatzes. Da ich ganz selten richtig helles Brot backe, ergibt das entsprechend auch dunkle Semmelbrösel, aber gerade für Fleischbällchen finde ich das ganz prima.
Hackfleischbällchen aus Rinderhack und Salsiccia, mit Spinat und Knoblauch

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Donnerstag, 18. April 2013

5 Gedanken zu „Fleischbällchen mit Spinat, Knoblauch und Lauchzwiebeln

  1. lunasphilosophy

    bei mir in der Nähe gibt es noch nicht einmal einen Edeka – irgednwie wird gerad alles durch Discounter und Rewe ersetzt. Aber die Werbung, die finde ich auch toll. :o )
    Und dass Liebe durch den Magen geht, dafür ist dein Mann dann wohl der Beweis.

    Liebe Grüße von der Luna

  2. Isa

    So einen Supermarkt will ich auch! Meiner hier in Istanbul hat aber auch grosses Unterhaltungspotential: Er ist so unfassbar klein, dass alles bis auf drei Meter hoch unter die Decke gestapelt wird. Schwierig wenn ich da an die Kaffeefilter gaaaanz oben muss. Lustigerweise haben die Mitarbeiter auch auch keine Leiter, da wird der nächste Einkaufswagen umgedreht, hochgekraxelt und dann noch ein kleiner Hüpfer und schon liegen mir sechs bis sieben Pakete Filtertüten zu Füssen. Ein weiteres Hobby der Supermarkt-Angestellten ist: Umstellen. Wo waren doch gleich die Eier? Und das Brot, ah ja, heute neben den Zahnbürsten. Irgendwie ganz erfrischend, dass das hier nicht alles so marketingmässig durchdacht ist. Aber manchmal habe ich wohl sortiertes Edeka-Heimweh.

  3. Julia

    Toller Text, sehr nachempfindbar! In der Innenstadt wohnend habe ich den großen Vorteil, dass ich ohne viel Aufwand in die kleinen Lädchen gehen und dort regelmäßig einkaufen kann. Der Weinhändler winkt und sagt: “Nee, lass mal, der schmeckt Ihnen nicht, zu viel Eiche…”, die Frau vom Babyklamotten-Laden freut sich, wenn im Freundeskreis wieder Nachwuchs ankam (und erinnert sich an ALLE Baby-Namen, ohne Scheiß!), der Metzger legt ein besonderes Stück zurück, weil er weiß, dass wir samstags vorbei kommen, und die Frau an der Supermarktkasse erinnert sich, dass ich bei ihr aber auch NUR bei ihr Märkchen sammle. Das hat absolut was von “buy local”. Und so macht der lokale Einzelhandel ja auch Spaß. Aber es gibt halt auch die Läden, wo man am liebsten rückwärts wieder rausgehen will, weil Verkäuferinnen unfreundlich, das Angebot schäbig ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Schieb mir mal ‘n paar Fleischbällchenrüber, büdde!

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