Sonntag, 25. März 2012

Friands mit Beeren: kleine Teekuchen vom anderen Ende der Welt

Meine erklärte Fernweh-Destination liegt am anderen Ende der Welt, etwa 18.000 Kilometer weit weg von hier: Neuseeland. Es gibt wirklich keinen Ort, der höher auf der “Da will ich hin!”-Liste steht, und ich bin sicher, ganz ganz sicher, dass ich irgendwann mal einige Wochen dort verbringen werde. Eigentlich war Aotearoa, das Land der weißen Wolke, schon das angedachte Ziel unserer Hochzeitsreise, leider fehlte es uns an ausreichend Zeit zum Reisen. Also bleibt der Traum, und Träume muss man haben.
Bis ich meinen Traum verwirklichen kann, lese ich eben die Schmonzetten von Sarah Lark, tagträume über tollen Bildern von Neuseeland und stöbere in Foodblogs von “da unten”. Die Küche ist keine originäre, die meisten Dinge sind von Einwanderern mitgbracht worden. Die Friands, kleine Gebäcke in Muffingröße, sind die australisch-neuseeländischen “Nachfahren” der französischen Financiers und sind wie diese fluffige Teekuchen mit Mandeln. Bei Nicole Stich entdeckte ich erstmals in einem deutschen Kochbuch ein Rezept für Friands, was mich das Buch noch mehr lieben ließ. Meine Friands habe ich aus einem Mix ihres Rezepts und dem der Australierin Sneh, die auf Cook Republic bloggt, gebacken.
Gerade im Moment aber möchte ich eigentlich gar nicht nach Neuseeland, denn Deutschland hat jetzt etwas, was die andere Seite der Welt nicht hat: Frühling. Es ist wundervoll. Die Vögel machen Rabatz, und wenn sprießende Knospen und Blüten hörbare Geräusche erzeugten, würden wir uns die Ohren zuhalten müssen: Knall! Peng! Pow! allerortens. Meine Augen können sich gar nicht sattsehen, meine Nase saugt den Geruch tief ein, und freut sich darüber, dass sich zarter Mandelduft zwischen den Duft des Frühlings schiebt. Haere mai, kōanga – Willkommen, Frühling!
Friands mit Beeren
Für 12 Stück

**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Allerdings lässt sich der Puderzucker gut durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen.**

Das Rezept hat einen Haken, einen, der verhindert, dass bei uns Friands öfter gebacken werden: Es braucht Eiweiß, viel, viel Eiweiß. Wann aber hat man schon 5 herrenlose Eiweiß herumstehen? Da kam mir ein Trick zupass, den ich vor einigen Wochen gelesen habe, als ich für die Eclairs au café eben nur Eigelb brauchte und nicht wusste, was tun mit dem Weiß: Einfrieren! Das funktioniert wunderbar: Das Eiweiß in eine TK-feste, verschließbare Schüssel oder ein Glas geben und zunächst unverschlossen in den Gefrierschrank stellen, bis das Eiweiß angefroren ist (Der Grund: Flüssigkeiten dehnen sich aus, und wenn das Glas verschlossen wird, kann es dazu führen, dass das Glas platzt. Wir haben doch alle schon mal eine Bierflasche im Tiefkühler vergessen, oder?). Dann mit dem Deckel verschließen. Am besten per Aufkleber vermerken, wieviele Eiweiß im Behälter sind. Total genial: Auch zusätzliche Eiweiß kann man später noch “aufgießen”, dann wieder unbedeckelt anfrieren lassen und anschließend verschließen. Dann im Kühlschrank auftauen lassen und dann etwa eine Stunde vor dem Backen herausnehmen.

125g Butter
5 Eiweiß 
100g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
115g Mehl
1/2 TL Backpulver
150g Puderzucker
Abrieb von 1/2 Zitrone
100g Beeren, frisch oder tiefgefroren - mit Himbeeren werden sie göttlich
3-4 EL Mandelblättchen
Puderzucker zum Bestäuben
:: Backofen auf 180°C vorheizen und eine Muffinform entweder ausbuttern und mit Mehl bestäuben oder mit Muffinförmchen auslegen.
:: Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
:: Eiweiß schaumig aufschlagen und 2 EL Puderzucker dazugeben, dann weiterschlagen, bis sie ziemlich steif sind.
:: Die gemahlen Mandeln in eine große Rührschüssel geben, Mehl und Backpulver dazusieben und alles zusammen mit dem restlichen Puderzucker und dem Zitronenabrieb vermischen. Die geschmolzene Butter unterrühren – der entstehende Teig ist ziemlich fest. 1/3 des Eischnees einrühren und gut vermischen, um den Teig geschmeidiger zu machen. Dann den Rest des Eischnees vorsichtig unterheben.
:: Je 1 gehäuften Esslöffel in die Förmchen geben und die Beeren auf dem Teig verteilen. Mit den Mandelblättchen bestreuen und dann für 20 bis 25 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

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Sonntag, 25. März 2012

6 Gedanken zu „Friands mit Beeren: kleine Teekuchen vom anderen Ende der Welt

  1. Anne

    Schauen die toll aus. Himbeeren und Mandeln im Teig sind sowieso eine wunderbare Kombination.

    Liebe Grüße
    Anne

  2. Netzchen

    Hallo Katharina,
    Freue mich sehr über diesen Post – er wirkt so authentisch und irgendwie leicht traurig!
    Das Rezept sieht verdammt lecker aus und verlockt sehr zum Nachbacken!

    Danke für diesen tollen Post, Heuer ist bei mir selbst ein großes Reiseziel in Erfüllung gegangen deshalb kann ich dich sehr gut verstehen, sagt man nicht auch “Vorfreude ist die schönste Freude”?
    In diesem Sinne – gutes Nächtle

    Netzchen

    1. Katharina

      Oh, dankeschön! Dabei war er gar nicht so traurig gemeint, eher ein bisschen sehnsüchtig. Und unsere Flitterwochen haben wir dann auf Bali verbracht, das war auch ein ganz wunderbarer Fleck Erde (besonders, wenn es in Deutschland nasskalte 5 Grad sind :) ). Vor 3 Jahren habe ich mir ein anderes Reiseziel erfüllt, Island, davon habe ich auch langelange gezehrt und denke immer noch gern daran zurück. Ein isländisches Rezept kochen oder backen würde ich jetzt aber nicht zwingend, die Küche konnte mit der Landschaft nicht wirklich mithalten. :)
      Wo warst Du denn?

  3. zorra

    Hübsch schauen sie aus eine Friands! Und stimmt, zurzeit bleibt man besser in der nördlichen Hemisphäre, ausser man mag keinen Frühling und Sommer. ;-)

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