Mittwoch, 6. Juli 2011

Gefüllte Paprikaschoten, ganz und gar nicht klassisch

Gefüllte Paprikaschoten. Einer der Klassiker meiner Kindheit. Hackfleisch und Zwiebeln, beinahe verschwenderisch in ausgehöhlte Paprikaschoten gepresst, Deckelchen drauf und dann in viel Letscho geschmort. Dazu Reis – und klein Katharina war glücklich. Groß Katharina freut sich auch immer wieder über den Klassiker, aber manchmal müssen Klassiker auch ein bisschen aufgemöbelt werden.
Die Inspiration zum „Aufmöbeln“ kam durch ein Buch, das ich gerade lese. Kennt Ihr das auch? Ein französischer Roman – am liebsten möchte ich sofort Baguette backen oder eine Tarte Tatin. Eine Geschichte aus dem viktorianischen England – Teatime, my dear! Roadmovie in Buchform aus den USA – ich träume von Burgern und hinterher Muffins. Ein Krimi, der in Hamburg spielt – Fischfrikadellen ahoi! So halt.
Momentan lese ich ein Buch, das in Indien spielt, Shantaram von Gregory David Roberts. Während sich der Held durch Bombay schlängelt, steigen imaginäre Gewürzdüfte in meine Nase.
Also „Indian Spices“ bei den gefüllten Paprikaschoten. Das Gericht ist wahrscheinlich nicht sonderlich authentisch, aber ich habe beim Kochen eine Bollywood-Melodie vor mich hingesummt und fühlte mich ganz dramatisch.
Nachdem mir neulich die vegetarische Bolognese so gut gelungen war, wollte ich die Soja-Schnetzel noch mal zum Einsatz bringen. Sie schmeckten auch hier wirklich gut! Das Rezept sollte aber mit der gleichen Menge an Hackfleisch genauso gelingen, ich habe hier dementsprechend beide Varianten beschrieben.

Gefüllte Paprikaschoten „Indian Spices“

Für 4 Paprikaschoten


1 Packung Sojaschnetzel (sollten eingeweicht ca. 500g ergeben) oder 500g Hackfleisch 
1 große rote Zwiebel
5 rote Paprikaschoten 
Öl
je 1 TL gemahlener Koriander und Kreuzkümmel
je 2 TL gemahlene Paprika und Currypulver
1 Msp Zimt
1/2 Aubergine
1/2 Zucchini
100g Erbsen (TK geht super!)
100g Reis, ungekocht
Salz, Pfeffer
6 EL Paprikamark, ersatzweise Tomatenmark
200ml passierte Tomaten

:: Wenn Sojaschnetzel verwendet werden, diese nach Packungsanweisung mit heißem Wasser oder Brühe einweichen. Anschließend in einem Sieb gut abtropfen lassen.
:: Zwiebel schälen und hacken. 1 Paprika, Aubergine und Zucchini in kleine Würfel schneiden.
:: In einem großen Topf oder Bräter mit Deckel das Öl erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Soja oder Hackfleisch dazugeben und gut anbraten, das Hackfleisch muss krümelig sein. In eine Schüssel geben.
:: Im Topf oder Bräter etwas mehr Öl erhitzen und darin die Gewürze unter Rühren etwa eine Minute rösten. Dann die kleingewürfelte Paprika, Aubergine und Zucchini in die Gewürze geben und 3 bis 4 Minuten braten, gut rühren, damit nichts anbrennt. Dann zum Soja bzw. Hackfleisch in die Schüssel geben.
:: 4 EL Paprikamark, Erbsen und Reis unter die Masse rühren, salzen und pfeffern.
:: Die restlichen 4 Paprikaschoten vorbereiten: dazu den Deckel abschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Dann mit der Soja- bzw. Hackfleischmasse füllen und den Deckel wieder daraufsetzen.
:: Im Topf oder Bräter die restlichen 2 EL Paprikamark sowie die passierten Tomaten auf- und etwas einkochen lassen. Die Füllung, die nicht mehr in die Paprika gepasst hat, in die Soße rühren, evtl. noch mit Salz und Pfeffer würzen. Dann die Paprikaschoten in die Soße setzen. Topf oder Bräter zudecken und bei kleiner Hitze etwa 30 Minuten schmoren. Der Reis sollte gegart sein.
:: Vorm Servieren mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.
Und ein kleiner Warnhinweis am Ende: die Paprikaschote ist wirklich super-heiß, etwas abkühlen lassen lohnt sich daher durchaus. 🙂 Sagt die Erfahrung der verbrannten Zunge…

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Mittwoch, 6. Juli 2011

3 Gedanken zu „Gefüllte Paprikaschoten, ganz und gar nicht klassisch

  1. MrsCake

    Das Bücher oft als Inspiration dienen, kann ich wirklich bestätigen! Es ist wie du sagst, irgendwie MUSS dann auf einmal auch das nächste Essen, die Musik oder ähnliches zum Buch passen, weil einen die Geschichte so fesselt 🙂

    Liebe Grüße,
    MrsCake

  2. Katharina

    Genau – Musik! Da sagste was! Ich hatte beim Lesen erst das Radio laufen, aber Popmusik passt bei einigen Büchern so gar nicht… KEKSE gehen dagegen immer, deswegen schleiche ich gleich mal zu Dir rüber und schaue nach einer Inspiration.

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