Donnerstag, 23. Dezember 2010

Geschenk-Anhänger aus Ingwerplätzchen

Kaum hätte ich es für möglich gehalten! Aber nach einigem an Arbeitszeit, zuckerverkrusteten und leicht verkrampften Händen sowie einem schmerzenden Rücken, habe ich es endlich geschafft, 24 der bereits erwähnten Anhänger aus Ingwerplätzchenteig zu verzieren.
Dabei habe ich mir die Frage gestellt, was die Dinger denn nun eigentlich sind. Im Original heißen sie „Gingerbread men“, und da wird’s schon kompliziert. Zwar klingt das „Ingwer“ mit an, aber die korrekte Übersetzung (und ich hab einige Online-Wörterbücher bemüht!) ist tatsächlich auch „Lebkuchen“, auch wenn ich persönlich unter Lebkuchen etwas anderes verstehe als diese Kekse. Am ehesten trifft es noch Pfefferkuchen, denn meine Oma hat immer zur Weihnachtszeit solche Plätzchen mit weihnachtlichen Gewürzen gebacken und sie Pfefferkuchen genannt.

Wie dem auch sei. Sie schmecken wirklich gut und eignen sich toll zum Ausstechen und verzieren. Wenn man denn die Zeit hat… und ich nenne sie jetzt einfach mal Ingwerplätzchen, denn so heißen sie auch im Backbuch.

Schielende Ingwerplätzchen-Männekens!!!



Geschenkanhänger aus Ingwerplätzchen
nach Peggy Porschen, Meine schönsten Torten und Cookies
Die etwas „ungeraden“ Mengenangaben sind schätzungsweise der Umrechnung aus nicht-metrischen Systemen geschuldet.
Achtung: braucht Ruhezeit über Nacht!
210g brauner Zucker
3 EL Rübensirup
3 EL Ahornsirup
3 EL gemahlener Zimt
3 EL gemahlener Ingwer
1 TL gemahlene Nelken
250g kalte Butter, in Würfel geschnitten
1 TL Backpulver
560g Mehl
Mehl zum Ausrollen


:: Am Vortag in einem Topf den Zucker, Rüben- und Ahornsirup und die Gewürze mit 5 EL Wasser unter Rühren aufkochen und vom Herd nehmen.
Die Butterwürfel einrühren und schmelzen lassen. Kräftig durchrühren und abkühlen lassen.

:: Mehl und Backpulver vermischen.

:: Die abgekühlte Zuckermischung vom Topf in eine Schüssel umfüllen. Mehl und Backpulver nach und nach darübersieben und mit den Knethaken des Mixers auf niedriger Stufe unterrühren, bis sich der Teig von der Schüssel löst. Einmal gut durchkneten und in Alufolie verpackt über Nacht kalt stellen.

Was meiner Erfahrung nach gut funktioniert: über Nacht einfrieren. Wenn ich den Teig abends anrühre und im Laufe des nächsten Tages backen will, stecke ich den Klumpen in einen Gefrierbeutel, lege ihn ins TK-Fach und hole ihn etwa 1 Stunde vor dem Backen wieder heraus. Interessanterweise behalten die Plätzchen so ihre Form beim Backen. Zumindest besser als bei frischem Teig.

:: Am Backtag den Teig noch einmal gut durchkneten und gleichmäßig ausrollen. Für etwas stabilere Anhänger sollte der Teig etwa auf 5mm ausgerollt werden.
:: Männchen (oder Schneemänner…. oder Sterne…. oder was auch immer beliebt) ausstechen und auf ein Backblech legen. Dann noch einmal 30 Minuten kühlen. Praktisch, dass der Teig zu Weihnachten gebacken wird – das Blech würde nicht in den Kühlschrank passen, wohl aber auf den Balkon!

:: Währenddessen den Ofen auf 200°C vorheizen.

:: Die Plätzchen etwa 12 Minuten backen, bis sich die Ränder leicht bräunen. Aus dem Ofen nehmen und gut auskühlen lassen. 



Zuckerglasur
Die Menge der Glasur lässt sich beliebig erweitern, dieses ist quasi die Grundmenge.

1 Eiweiß, Gr. L
250g Puderzucker
Zitronensaft

:: Das Eiweiß kurz anschlagen, dann den Puderzucker und ein paar Spritzer Zitronensaft einrühren. Das staubt am Anfang etwas, vermischt sich aber schnell. Die Glasur sollte glatt und sämig sein, ist sie zu trocken, etwas mehr Zitronensaft unterrühren.

:: Dann etwa 4 Minuten schlagen, bis die Masse ziemlich fest wird.

:: Für bunte Glasur die gewünschte Menge abnehmen und mit Speisefarbe einfärben.


Die Glasur immer gut abdecken bzw. nach Möglichkeit luftdicht verschließen, sonst trocknet sie schnell aus.

Für Linien und „Begrenzungen“ eignen sich recht feste Glasuren, für auszufüllende Flächen sind etwas flüssigere Glasuren besser. Dafür Wasser tropfenweise in die Glasur geben und dabei immer rühren und prüfen, ob es schon flüssig genug ist – der Grat zwischen fest und flüssig ist eher schmal….
In eine Spritztülle füllen oder eine DIY-Spritztüte benutzen: Dafür einen guten alten Gefrierbeutel nehmen (Zip-Loc Tüten eignen sich allerdings nicht), die Glasur einfüllen und eine kleine Ecke abschneiden.

Wie auf dem unteren Bild ganz gut zu erkennen ist, sollte man lieber warten, bis die eine Glasur getrocknet ist. Sonst ergibt das ungewollte Farbverläufe. Also Geduld!





+++UPDATE+++

Die Männchen müssen noch 150 km durch den norddeutschen Schnee transportiert werden – also haben sie einen warmen Wintermantel umbekommen, der hoffentlich auch etwas Stoßschutz bietet:


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Donnerstag, 23. Dezember 2010