Going naked – Haut & Haare.

Update vom 27.03.2012

Aus der Küche ins Bad.

 

Die Aktion „Weglassen“ funktioniert besser als gedacht.

Nach beinahe 2 Wochen traue ich mich aus dem Haus, ohne:

– Makeup. Bis auf Mascara laufe ich „nackich“ durch die Gegend. Das war in den ersten Tagen eine große Überwindung.

– meine Haare jeden (j.e.d.e.n.) Tag zu waschen.

– Duschgel benutzt zu haben. (ja, ich finde auch, dass ich langsam creepy klinge)

 

Christina hat (im Kommentarfeld) gefragt, welche Pflegeprodukte ich denn benutze. Benutzte, muss ich jetzt sagen, da ich einiges geändert habe. Dennoch ist hier meine Ehemals-Liste:

GESICHT: Sensitiv Reinigungsschaum von Alverde, Gesichtstonic von Balea Ultra Sensitive, Creme von Dermaviduals (diese bekomme ich bei meiner Kosmetikerin angemischt).

KÖRPER: Duschgel von diversen Quellen, meist Alverde, oft aber auch etwas aus der konventionellen Kosmetik. Körperpeeling von Bodyshop. Bodylotion von Babylove, Deo von Rexona.

HAARE: Shampoo: alles was mir volles, dichtes Haar verspricht. Haha. Meistens von Alverde. Spülung: ebenso. Haarschaum von Nivea oder Alverde.

 

Ich kann eine Tendenz zum DM Drogeriemarkt bzw. zu seinem Hamburger Pendant Budni nicht leugnen. Allerdings war ich schon früher so schlau und habe mir die Rückseiten der Flaschen angeschaut und beim Vergleich der Inhaltsstoffe festgestellt, dass teuer nicht gleich besser bedeutete – ein akuter Fall von „die kochen auch nur mit Wasser.“ Ebenso ein akuter Fall von „Hab ich’s doch gewusst“ und ein zufriedenes Kichern aus Richtung des Geldbeutels.

Im Zuge des Genauhinschauens und Weglassens  sind viele dieser Produkte ausgemustert worden und teilweise durch selbstgerührte Produkte ersetzt oder gar komplett gestrichen worden.

 

Für die Gesichtsreinigung benutze ich beispielsweise puren, flüssigen Honig. Honig wird mit schneller Wundheilung in Verbindung gebracht, ist mild zur Haut und riecht einfach großartig. Für ein sanftes Peeling mische ich ein bisschen Natron in den Honig.

 

Das Duschgel benutze ich nach wie vor, allerdings nur noch, äh, partiell. Also unter den Achseln und in den private parts. Allerdings bin ich hier auf ein mildes Gel umgestiegen, nichts, was beispielsweise Sodium Laureth Sulfate oder die Freunde PEG und PPG in der INCI-Liste aufführt. Peeling: nur noch ganz selten, und wenn, dann kommt auch hier Honig und Natron zum Einsatz, oder Kaffeepulver. Testesser liebt nämlich altmodischen Filterkaffee, und dann klaue ich mir eine Handvoll „kalten Kaffee“. Nach dem Aufbrühen, wohlgemerkt. Total sparsam außerdem. (Noch mehr Gekicher vom Geldbeutel.) Ich habe das Gefühl, dass meine Haut seither weniger spannt und schuppt und auch am Abend noch glatt ist. Na zumindest glatter.

 

Was das Shampoo betrifft, zwinge ich mich dazu, nur jeden zweiten Tag zu waschen. Der Nichtwaschtag fällt noch sehr schwer, mein feines Haar tendiert zum schnellen Nachfetten. Als Blondine sieht das dann ja auch gleich immer strähnig und ungepflegt aus. Hier behelfe ich mir mit einem Trick, der ebenfalls aus der Küche kommt: Trockenshampoo, das in seinem früheren Leben einmal Speisestärke war. Kein Witz. Auf die Kopfhaut einmassiert, ein paar Minuten gewartet und dann ausgebürstet ergibt das den gleichen Effekt wie Trockenshampoo. Es braucht etwas Übung, bis man die richtige Menge für seine Haare raus hat, damit man nicht aussieht wie durch einen Mehlsack geschleift, aber dann ist es sehr effektiv und kann die Haarwäsche eine Weile herauszögern. Es hat nur einen Nachteil. Nein, zwei, eigentlich: Es eignet sich wegen des Mehlsack-Effekts wahrscheinlich wirklich nur für Blondinen (für Dunkelhaarige habe ich aber mal von Kakaopulver gelesen.). Und alle, die wie ich haptische Probleme mit Speisestärke haben, denen werden sich wohl schon beim Gedanken an das Anfassen der Stärke die Härchen aufstellen. Ich benutze inzwischen einen großen Puderpinsel zum Auftragen. (Und habe Gänsehaut, während ich das schreibe. Huuuuh.)

 

Ich fürchte, wenn ich noch mehr Lebensmittel ins Bad schleppe, bekomme ich irgendwann Ärger mit meinem Gatten. Aber solange ich mich nicht an seinem frischgemahlenem Kaffee und seinem Bier „vergreife“, bin ich wohl sicher. 🙂

 

Und was benutzt Ihr so an ungewöhnlichen DIY-Produkten?

 

 

 

Update vom 20.03.2012.

Weglassen.

 

Nach der Lektüre der Inhaltsstoffe meines Shampoos, Duschgels und den Cremes war ich nicht viel schlauer als vorher. Eher noch verwirrter, und meine Augen flimmerten vom Entziffern der Mini-Schrift. Die Erkenntnis, die ich gewonnen habe, ist mir nicht neu: Den ach so fürsorglichen Konzernen liegt mitnichten unsere Gesundheit am Herzen, sondern der Profit. Ach was. Aber wie sonst soll ich es mir erklären, dass in 2/3 aller konventionellen Produkte, die bei uns im Bad herumstanden, wirkliche billige, synthetische und zum Teil toxische Inhaltsstoffe enthalten sind? PEG, Polyethylenglycol, zum Beispiel, Emulgatoren, die dafür sorgen, dass sich die Inhaltsstoffe gleichmäßig mischen. PEGs durchdringen die Haut besonders gut und sind Transportmittel für alle lustigen Stoffe, die noch so in der Creme oder im Shampoo herumschwirren. Lecker. Genau wie eins ihrer Derivate, das hoch irritierende Sodium Laureth Sulfate, ein Tensid, das in Shampoos für die Reinigungskraft sorgt. Der Zusammensetzung von Duftstoffen ist als Laie schon mal gar nicht beizukommen, „Fragrance“ kann alles heißen.

 

Kopfschütteld habe ich alle miesen Sachen in den Müll geschmissen und dann am Samstag eine gute Weile in einem Drogeriemarkt verbracht im Versuch, anhand einer Liste die diversen Inhaltsstoffe zu analysieren. (Immer wieder umkreist und beäugt von misstrauischen Mitarbeiterinnen des Markts.) Analog zum bekannten Ausspruch von Albert Einstein stellte ich fest:  je mehr ich las, desto mehr wurde mir klar, dass ich nicht wirklich viel weiß. Ich bin kein Chemiker. Aber es beschlich mich die Ahnung, dass an einem Shampoo, das 30 Inhaltsstoffe hat, irgendwas faul sein muss. Doch leider  gibt es keine umfassende Liste im Netz, die Bestandteile allgemeingültig in „gut“ und „böse“ unterteilt. Leider! Wie einfach wäre das Leben! Aber dafür sind die Studien zuvielfältig, was die eine beweist, weist die andere entschieden zurück, auch je nachdem, wer die Studie finanziert.

 

Tja, und nun?

Mein erster, einschneidender Entschluss bestand darin, mich im Weglassen zu üben. Worauf kann ich verzichten, ohne dass ich komplett als Verschwörungstheoretiker da stehe (auch vor mir selbst)?

Foundation, Rouge und anderes Puderzeugs. Zumindest an Tagen, an denen ich keine „Außenkontakte“ habe und die ich in meinem Büro verbringe.

Duschgel. Nein, ehrlich! Natürlich dusche ich weiterhin regelmäßig, aber an wie vielen Tagen bin ich wirklich dreckig oder verschwitzt, so dass ich mich richtig abschrubben und einseifen müsste? Ich benutze eine minimale Menge an Duschgel für die Achseln und die „private parts“, aber der Rest bleibt davon unberührt.

– Gleiches gilt für die Peelings, denen ich mich regelmäßig gewidmet habe, sowohl im Gesicht als auch am Körper. Solange abgestorbene Hautzellen nicht in Fetzen herunterhängen (und wann tun sie das denn bitte?), haben sie höchstwahrscheinlich auch eine Schutzfunktion. Warum also diese nicht erhalten?

–  Übermäßiger Gebrauch von Gesichtsreinigungs-Produkten. Wenn ich kaum noch Makeup trage, sollte ich doch auch weniger davon brauchen? Und ist Haut, die so sauber ist, dass sie quietscht, wirklich gut? Zerstöre ich damit nicht alle Schutzfilme?

 

Natürlich haben Männer eine andere hormonelle Disposition und müssen sich nicht mit Dingen wie dem weiblichen Zyklus rumschlagen. Und natürlich hat nicht jeder Kerl eine tolle, pickelfreie Haut. Ich bin auch die erste, die zugibt, dass meine Behauptung ausschließlich auf Beobachtungen meinerseits gestützt ist – aber im Gegensatz zu vielen Frauen haben die meisten Männer doch eher einen reinen Teint. Ist das, OBWOHL sie nicht so viele Produkte benutzen, oder vielleicht GERADE DESHALB? Mein Mann benutzt ein Shampoo und eine Creme, und alle paar Tage Rasierschaum. End of story. Von gelegentlichen Rasierpickelchen abgesehen, hat er keine Probleme mit seiner Haut – die macht, was sie soll. Und immer, wenn ich das seufzend-neidisch kommentiert habe, sagte er: Naja, was benutzt du auch all deinen komischen Kram, brauchst du doch gar nicht. Ich habe es weit von mir gewiesen und auf die Wirkung von Toner & Co hingewiesen. Langsam frage ich mich aber, ob er nicht doch recht hat?

 

Also weglassen. Mal sehen, wie ich mit den ersten Dingen klar komme, und ob ich Alternativen zum Drogerie-Regal finde. Das ganze Weglassen sollte idealerweise ja auch positive Auswirkungen auf das Konto haben!

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So ging’s los:

 

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“ Oft gehört, meist mit „ja ja“ beantwortet.

Dass gutes, abwechslungsreiches und ernährungsphysiologisch wertvolles Essen zu einem gesunden Äußeren beitragen kann, daran zweifelt kaum einer, oder? All das viele Wassertrinken, damit unsere Haut ja schön prall aussieht? Abstruse Dinge wie Weizengrassaft trinken oder Nahrungsergänzungskapeln schlucken? Deren Wert ist zweifelhaft, aber eine Wahnsinnsindustrie steht dahinter. Du bist, was Du isst.

Aber was ist mit all den Dingen, die wir uns auf die Haut schmieren? Mit Lotionen, Shampoos, Foundations, Lippenstift, Parfum – you name it? Konterkarrieren wir damit alle guten Effekte der gesunden Ernährung?

 

Ich hatte noch nie gute, problemlose Haut, sieht man mal von der Zeit als Baby und als Kind ab. Mit dem Einsetzen der Pubertät hatte sich das Thema „reine Haut“ erledigt, seither kämpfe ich mit Pickeln und Rötungen – und das sind die guten Zeiten. Die schlechten Zeiten sind weitaus unansehnlicher und machen mir auch psychisch enorm zu schaffen. Wer möchte schon aus dem Haus gehen, wenn sein Gesicht gerade aussieht, als wäre es allein durch Anschauen ansteckend?

Ich glaube, dass ich so ziemlich alles probiert habe, was es aus Drogerie und Apotheke freiverkäuflich und auf Rezept zu probieren gibt und dabei eine ganze Menge Geld ausgegeben habe. Zu viel Geld, wenn man die mageren Resultate betrachtet.

 

Irgendwann war ich die Suche leid, denn ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich nur die Symptome bekämpfte, nicht aber die Ursache. Das ist, als wenn ich immer nur ein Pflaster aufkleben, mich aber nicht darum kümmern würde, warum es blutet (Rasierklinge zu scharf, vielleicht?).

 

Ich persönlich habe eine Theorie: Meine Haut ist verwirrt. Sie weiß durch den Einsatz der Shampoos, Duschgele, Cremes und Makeup-Produkte kaum noch, was jetzt von ihr erwartet wird – und was nicht. Ich habe durchgezählt: An einem durchschnittlichen Morgen benutze ich 14 verschiedene Produkte, bevor ich aus dem Haus gehe. Vierzehn. Das klingt wahnsinnig viel, ist aber wirklich nur die Basis dessen, was man vor allem als Frau meint, benutzen zu müssen: Shampoo und Spülung, Waschgel für’s Gesicht, Duschgel. Allein unter der Dusche vier Produkte. Dann Gesichtstonic und Feuchtigkeitscreme, Deo und Bodylotion. Haarschaum. Mascara, Lidschatten, Foundation. Lippenstift und Parfum.

Wenn man genau darüber nachdenkt, ist es paradox: Ein Shampoo gegen fettendes Haar, aber eine Spülung gegen die trockenen Spitzen – und dann Volumenschaum, damit die platten Haare nicht so hängen. Ein Waschgel, das die Haut quietschesauber macht, aber eine Creme, die Feuchtigkeit spenden soll. Ich nehme ein Produkt und bekämpfe mit dem zweiten die Nebenwirkungen des ersten. Ist das der Weisheit letzter Schluss?

 

Ich möchte mich langsam aber sicher durch den Dschungel, durch das Milliardengeschäft Kosmetikindustrie, durchschlängeln und meinen eigenen Weg finden, Produkte, die zu mir passen entdecken und meiner Haut die Chance geben, sich wieder selbst zu regulieren. Mir ist klar, dass das nicht über Nacht passieren wird, sondern dass das Zeit in Anspruch nehmen wird. Dass nicht alles, was anderen geholfen hat, auch mir helfen wird. Deswegen habe ich auf dem Blog diese Seitennische eingerichtet, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht wirklich etwas mit dem zu tun hat, was auf unseren Tellern landet. Es ist eine Art Tagebuch für mich, in der ich die Ergebnisse festhalten möchte. Als klassisches, rückfall-gefährdetes Werbeopfer möchte ich eben nicht ständig der Versuchung erliegen, da hilft mir die Öffentlichkeit des Blogs bestimmt.

 

Ich freue mich auf Begleitung durch Euch, vielleicht teilt Ihr Eure Erfahrungen auch mit mir? Wer dies nicht hier machen will (Kommentarfunktion ist aktiviert), kann mir gern unter katharina_kocht@hotmail.com eine Mail schreiben.

 

So. Und jetzt nehme ich mir mal die Inhaltsstoffe der Shampooflaschen vor. Spricht hier vielleicht schon jemand „Chemisch“?

 

Liebe Grüße

Katharina

 

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