Mittwoch, 28. Dezember 2011

Griebenschmalz mit Apfel und Zwiebeln – ein verspätetes Geschenk aus der Küche

Vegetarier, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Am besten wegklicken und in zwei Tagen wieder vorbeischauen, dann poste ich was Neues. 🙂 Und alle, die schon jetzt auf nachweihnachtlicher Diät sind, sind heute auch nicht zwingend meine Zielgruppe. Aber all diejenigen, die noch ein verspätetes Selbermach-Geschenk brauchen, die sollten jetzt unbedingt die Ohren spitzen. Klar weiß ich, dass Griebenschmalz Ende 2011 nicht zwingend der letzte Schrei in der Küche ist, eigentlich ist es herrlich altmodisch, aber ich kenne tatsächlich Leute, die für ein gutes Schmalzbrot so einiges stehen lassen würden. Zwei davon gibt es direkt in meiner Familie, und da wir uns dieses Jahr über Weihnachten einfach so davon geschlichen haben, gibt es jetzt erst nach den Feiertagen Geschenke. Eingedenk meines kleinen Wutanfalls vor Weihnachten bestehen diese auch tatsächlich zum allergrößten Teil aus hausgemachten Dingen. Ich bin gespannt, wie sie ankommen, ich habe da ja schon positive und leider auch negative Erfahrungen gemacht. Oft ist es sicherlich nicht einmal böse gemeint vom Beschenkten, aber die Motivation, Selbstgemachtes zu verschenken, sinkt erheblich, wenn man Jahre danach das mit feinen und teuren Zutaten angerührte Kräuteröl immer noch in seiner Originalverpackung im Küchenschrank stehen sieht… Für das Griebenschmalz besteht aber berechtigte Hoffnung, meine Großeltern haben schließlich immer ein gekauftes daheim, da sollte das vom Enkelkind doch wohl recht sein, oder?
Also frisch ans Werk, alle, die noch Tante Inge oder Großonkel Werner zu bedenken und noch ein paar Stunden Zeit haben. Das Rezept für ein ganz einfaches, aber unschlagbar leckeres Brot poste ich demnächst, aber bis dahin tut’s sicher auch ein kräftiges Bauernbrot vom Lieblingsbäcker um die Ecke, oder?

Griebenschmalz mit Apfel und Zwiebeln

Ein Mix aus dem Rezept vom mal-wieder-Kochbuch Geschenkideen aus der Küche (was würde ich ohne dieses Buch tun?!) und einem Rezept aus der Küchengötter-Datenbank.

Bevor es losgeht: Alle Fenster öffnen. Es raucht! Und: keine Panik, wenn das flüssige Fett alles andere als hell aussieht. Es wird wirklich wieder ganz weiß und cremig, versprochen.

500g Rückenspeck vom Schwein (am besten ist grüner, also unbehandelter Speck, wenn es den nicht gibt, geht auch leicht geräucherter)
2 Zwiebeln
1 säuerlicher Apfel
5 Zweige Thymian
Salz, Pfeffer

2 sterilisierte Gläser mit Deckel à 250ml

:: Den Speck ggf. von der Schwarte befreien und dann in Würfel schneiden, ca 1/2 cm Kantenlänge.
:: Die Speckwürfel in einen großen Topf mit schwerem Boden geben und über ganz kleiner Hitze langsam auslassen. Die Würfel werden dabei glasig und verlieren an Volumen. Das kann etwa 30 Minuten dauern. Die Hitze wirklich minimal halten, die Speckies sollen noch nicht braun werden. Immer mal wieder umrühren, damit auch wirklich alle Würfel ihr Fett wegkriegen. 😉
:: Wenn die Würfel merklich kleiner geworden sind und in viel Fett schwimmen, das leicht anfängt zu blubbern, die Hitze auf mittlere Stufe erhöhen und die Speckwürfel kross zu Grieben braten, das dauert auch eine ganze Weile, ca. 20 – 30 Minuten. Darauf achten, dass sie nicht verbrennen, im Zweifelsfall kurz vom Feuer ziehen. Die Speckwürfel sollten, wenn man sie aus dem Fett hebt, goldgelb aussehen und knusprig sein. (Ja, probiert ruhig mal, es ist alles andere als eklig, sondern leider *seufz* ziemlich lecker, bisschen wie Schinkenchips. Oh Gott, ich hab grad zugegeben, dass ich Schinkenchips mag.)
:: Währenddessen die Zwiebeln pellen und fein würfeln. Den Apfel vierteln, schälen und entkernen, dann ebenfalls fein würfeln, getrennt aufbewahren.
:: Einen zweiten Topf und ein Metallsieb bereitstellen. Auf keinen Fall eine Plastikschüssel und ein Plastiksieb nehmen, das Fett ist derartig heiß, dass es beides verschmurgeln würde. Das Metallsieb mit 2 Lagen Küchenpapier auslegen und über den Topf hängen. Jetzt das heiße Fett und die Grieben in das Sieb geben. Dabei wird schätzungsweise etwas krümeliger brauner Rest im Topf zurückbleiben, den vorsichtig auswischen – der Topf ist ziemlich heiß.  Die Grieben am besten im Sieb weiter abtropfen lassen, aber so, dass sie das flüssige Fett nicht berühren.
:: 3 EL flüssiges Fett in den großen Topf zurückgeben und darin die Zwiebeln bei mittlere Hitze ca. 10 Minuten anschwitzen. Die Apfelwürfel dazugeben und weitere 5 Minuten braten, dann die Thymianblättchen von den Zweigen zupfen und zusammen mit Zwiebel und Äpfeln noch mal 5 Minuten braten. Die Zwiebeln sollten jetzt leicht gebräunt und die Äpfel weich sein.
:: Die Grieben unter Zwiebeln und Äpfel mischen, salzen und pfeffern, und gleichmäßig auf die beiden Gläser verteilen. Das wahrscheinlich noch flüssige zukünftige Schmalz darübergießen. Die festen Bestandteile werden sich erstmal am Boden absetzen, deswegen muss das Ganze jetzt eine Weile abkühlen. Immer mal wieder checken – wenn das Schmalz hell und cremig wird, gut durchrühren, so dass alles gleichmäßig verteilt ist. Dann die Gläser verschließen und alles komplett erkalten lassen.

Haltbarkeit: mindestens 3 Wochen, im Kühlschrank (empfohlen) länger.

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Mittwoch, 28. Dezember 2011

3 Gedanken zu „Griebenschmalz mit Apfel und Zwiebeln – ein verspätetes Geschenk aus der Küche

  1. Katharina

    Meine Oma hat das früher auch immer selbst gemacht, meistens, wenn der Schweinebraten viel Schwarte hatte oder die Gans enorm fettig war. Sie hat einfach nichts verkommen lassen – und die Einstellung finde ich eigentlich wirklich super. Ähm, ich sehe mich nur irgendwie nicht ein halbes Schwein zerlegen… ;-))
    Einen guten Start ins neue Jahr!

Kommentare sind geschlossen.