Montag, 1. November 2010

Grüne Erbsensuppe

Hinter mir liegt ein sehr verfressenes kulinarisch intensives Wochenende. Das lange geplante Winzermenü in einem Restaurant in meinem Heimatort fiel erwartungsgemäß gehaltvoll aus: 5 Stunden, 6 Gänge, 12 Weine und die Erkenntnis, dass ich entweder doch nur einen Durchschnittsgeschmack habe oder aber einfach keine Ahnung… ich werde wohl nie verstehen, warum sich auf einem Teller und in einem Gericht geschätzte 10 Aromen tummeln müssen! Beispiel? Das Hauptgericht war ein Rehrückenfilet auf Kardamom-Regalizjus*, mit Kartoffel-Aprikosen-Baumkuchen und – öhm, den Rest habe ich vergessen. Auf jeden Fall wurde das Ganze von einem schwarzen, äh, Etwas verziert, das wie ein Schleier über dem Rehrückenfilet thronte. Tja. Haute Cuisine ist wohl zu haute für mich. Aber der Wein war gut. 🙂

*wer jetzt Google bemüht hat, und genau so schlau wie vorher ist, dem reiche ich virtuell die Hand. Dank eines Online-Spanischwörterbuchs nehme ich jetzt aber stark an, dass es Süßholz ist. Also quasi Lakritzgeschmack. Ja nee. Regaliz klingt doch gleich viel besser.
Am Sonntag gab es dann wieder ein richtiges Familienmittagessen aus Mamas Küche – Testesser und ich sind ja sonst eher die Mittagessenausfallenlasser. Auch hier wieder die Erkenntnis: Rouladen werden nur wirklich was, wenn man sie für 10 Leute kocht. Mindestens.
Deswegen heute ein kleines Gericht, das das Tiefkühl-Fach leert und hervorragend funktioniert, wenn man sich nach einem kulinarisch gefüllten Wochenende denkt „och, so’n bisschen was könnte ich schon noch essen“.



Grüne Erbsensuppe und die weltschnellsten Fladenbrote
Für ca. 4 Teller mit Nachschlag

1 mittelgroße Zwiebel (für den etwas eleganteren Geschmack ½ Bund Frühlingszwiebeln)
1-2 EL Olivenöl
100 ml Weißwein
500 ml Gemüsebrühe
1 Paket grüne Tiefkühl-Erbsen (ca. 500g)
100 ml Sahne (oder mehr, je nach gewünschtem Cremigkeitsgrad)
Salz, Pfeffer
Olivenöl, Pfeffer

:: Die Zwiebel schälen und fein hacken bzw. die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.

:: In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln darin anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Dann die Gemüsebrühe** angießen, aufkochen lassen und die Erbsen in den Topf geben. Noch einmal aufkochen und dann alles etwa 10 min auf kleiner Flamme köcheln lassen.

:: Die Sahne hinzugeben und mit dem Stabmixer sehr fein pürieren. Vorsicht: heiß und spritzend! Eine Schürze ist eine gute Idee. Alternativ einfach vor dem Pürieren 30min abkühlen lassen, in der Zeit kann man dann auch super das Fladenbrot zubereiten und die Garnelen braten.

:: Eventuell die Suppe durch ein Sieb passieren, so landen potentiell unerwünschte Erbsenschalen nicht im Suppenteller.

:: Mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Variante 1: scharf – nicht nur mit Salz und Pfeffer, sondern auch mit Chilipulver abschmecken und noch einmal aufkochen lassen.
Variante 2: Erbsensuppe meets Thai – zusammen mit den Erbsen einige Kaffirlimetten-Blätter, etwas Zitronengras und/oder Galgant und ein oder zwei Thai-Chilis mitkochen. Vor dem Pürieren rausfischen!

**Tipp des Tages, von Muttern: Wenn man gekörnte Brühe nimmt (anzunehmen…) sollte man diese in einem separaten Gefäß anrühren und die fertige Brühe dann durch ein feines Sieb in den Suppentopf gießen. So erspart man sich die komischen Krümel, die sonst in der Suppe umherschwimmen und auch dem schlagkräftigsten Pürierstab widerstehen.


Das weltschnellste Fladenbrot:
250g Mehl (Weizen oder Dinkel)
1 Päckchen Trockenhefe
1 TL Salz
1 Prise Zucker
3 EL Öl
Lauwarmes Wasser – hier ist die Mengenangabe schwierig, ich starte meistens mit der Menge einer nicht ganz vollen kleinen Tasse
:: Den Backofen auf 220°C vorheizen.

:: Mehl, Hefe, Salz und Zucker vermischen, mit 2 EL Öl und lauwarmem Wasser verrühren und dann verkneten. Sollte der Teig zu trocken sein, noch etwas Wasser hinzugeben, sollte er zu flüssig sein, etwas mehr Mehl dazugeben. Wenn sich der Teig weigert, zu einer elastischen, homogenen Masse zu werden, kommt hier der Tipp des Tages Nr.2 von Deborah vom genialen Foodblog smittenkitchen.com: den störrischen Teigling auf eine Arbeitsfläche umkippen, die Schüssel darüber stülpen und ihn einfach 5 min in Ruhe lassen. Danach sollte er viel besser zu handhaben sein.

:: Wenn man Zeit hat: Den Teig etwa 30min an einem warmen Ort gehen lassen, dann erneut kurz aber gründlich durchkneten.
Für die Turbo-Variante das Gehenlassen einfach überspringen und sofort nach dem Kneten weitermachen.

:: Den Teig in gleich große Stücke teilen, ich backe meistens 4 Fladen aus dieser Menge. Ausrollen oder plattwalzen, bis der Teig ca. ½ cm dick ist. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech*** legen und mit dem Finger kleine Vertiefungen in den Teig drücken. Mit dem restlichen Öl bepinseln und mit Salz bestreuen. Das Salz-Öl-Gemisch wird sich in den Vertiefungen sammeln – köstlich! Wer mag, kann die Fladen ebenso mit getrockneten Kräuter oder grob gemahlenem Pfeffer bestreuen.

:: Kurz in der (mittlerweile wahrscheinlich warmen) Küche stehen lassen und dann für 12-15 min in den Backofen schieben, bis sie knusprig goldbraun sind und duften.


*** heute habe ich es aber mit Sternchen…. aber einen Tipp habe ich noch: Wer ganz mutig ist und den Scheueraufwand hinterher nicht scheut: Die Fladen direkt und ohne Umweg über Backpapier auf ein (geöltes) Gitterrost legen. So kriegen die kleinen Hefeteile von allen Seiten direkte Hitze.


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Montag, 1. November 2010

Ein Gedanke zu „Grüne Erbsensuppe

  1. Dörte

    Hallo,

    die grüne Erbsensuppe wurde in höchsten Stimmlagen über den grünen KLee gelobt.. hab sie zum 30. Geburtstag meines Freundes am WE gekocht und alles mampfte mampfte mampfte. Vielen Dank für das leckere Rezept, welches schon handschriftlich in meinem heiligen Rezeptbuch gelandet ist!

    Eine schöne Woche und herzliche Grüße,

    Dörte

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