Sonntag, 13. Februar 2011

Hähnchen aus dem Guglhupf

Sodele. Da samma wieda. Zurück aus dem Urlaub, und mit einer für mich Flachland-Indianer erstaunlichen Sonnenbräune. Naja, zumindest wenn man von den ebenfalls erstaunlich weißen Augen absieht, die durch eine grooooße Skibrille abgeschirmt waren, auf die Puck die Stubenfliege neidisch gewesen wäre.

Nur – wer macht mir jetzt morgens mein Gala-Frühstücksbüffet fertig, mit den tollsten Käsesorten, frischen Früchten, Rühreiern und Tiroler Speck? Und wer kocht und serviert mir jetzt abends vier feinste Gänge?
Ich fürchte, der Alltag hat mich (ab Montag) wieder und ich muss selbst ran. Was auch bedeutet, dass das opulente Frühstücksbuffet auf das reguläre Müsli reduziert werden wird.

Seufz.

Mitgebracht habe ich aber auch viele gute Ideen für deftige und gleichzeitig raffinierte südtiroler Gerichte. Das Knödel-Tris ist demnächst fällig, jawoll!

Für’s erste muss hier im Blog aber endlich mal das Hähnchen dran glauben, was schon vor dem Urlaub deftig angeflattert kam.

Hähnchen mal nicht im Bräter, sondern aufrecht stehend. So ähnlich habe ich das Huhn schon mal gemacht, nämlich in der Version des amerikanischen „Beer butt chicken“, bei dem der Flattermann auf eine Bierdose gesetzt wird und dann aufrecht gegart wird. An sich eine ganz coole Sache, aber zum einen ist das eine ziemlich wacklige Angelegenheit, 1,5kg Huhn auf einer einzigen Dose zu balancieren, und zweitens ist der Durchmesser der Bierdose so groß, dass das Huhn nur mit Gewalt draufzusetzen ist und dann auch nur mit Gewalt, sprich: großes scharfes Messer, von der Dose zu entfernen ist.
Deswegen ist die Idee mit dem Guglhupf ziemlich cool. Hätte auch von mir sein können. Hahaha. Stammt aber aus der „LECKER“ 1+2/2011.

Die Mengen sind – wie meistens – leicht adaptiert, was in diesem Falle vor allem damit zu tun hat, dass mein Guglhupf zu klein war. Außerdem habe ich einen Teil der Kartoffeln durch Karotten ersetzt, da ich im Ofen gebackene Karotten einfach unfassbar lecker finde.

Hähnchen aus dem Guglhupf

1 Brathähnchen (ca. 1,5 kg)
500g Kartoffeln
3 Karotten
2 Knoblauchzehen
2 Rosmarinzweige
100ml helles Bier
Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß
2 EL Öl
Öl zum Einpinseln der Form
Alufolie

Den Ofen auf 175°C vorheizen.

Die „Mittelöffnung“ einer (ausreichend großen!) Guglhupfform mit 2-3 mal gefalteter Alufolie verschließen, die Form dann mit Öl einpinseln.

 Die Kartoffeln und Karotten schälen und in Spalten bzw. grobe Stücke schneiden. Knoblauch pellen, Rosmarinnadeln abzupfen und hacken und alles miteinander vermischen, dann in die Form schichten.
 
Den Gockel waschen, trockentupfen und von außen und innen kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Innen mit etwas Bier beträufeln und dann mit der Bauchöffnung auf den Mittelteil der Form setzen (JA, das sieht, ähm, komisch aus.). Den Guglhupf auf ein Gitterrost auf die unterste Schiene stellen und insgesamt ca. 1 1/2 bis 2 Stunden backen.
 
Aus dem restlichen Bier, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Paprikapulver die Marinade anrühren und nach ca. 30 Minuten Backzeit das Hähnchen damit so oft bestreichen, bis die Marinade aufgebraucht ist.
In meinem Fall (= zu kleine Guglhupfform) waren nach 30 Minuten sowohl die Kartoffeln als auch die Karotten völlig im ausgetretenen Bratensaft ertrunken, weshalb ich sie in einer aufsehenerregenden Aktion aus der Form gefreit habe. Beim nächsten Mal wird das Gemüse dann einfach auf einem separaten Blech mitgebacken.
  Weil mein persönliches Hähnchen des Vertrauens doch sehr freigiebig war, habe ich das austretende Bratenfett mehrfach abgegossen, auch um die unten nahezu aufliegenden Hähnchenkeulen knusprig zu bekommen. (ZU kleine Guglhupf…. aber das hatten wir ja schon.)

Das Huhn war nach ca. 1 3/4 Stunden perfekt – die Haut kross, das Fleisch zart und fein gewürzt.
Dazu gab es einen grünen Salat mit Zitronendressing und Pinienkernen. 
LECKER! 🙂

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Sonntag, 13. Februar 2011

2 Gedanken zu „Hähnchen aus dem Guglhupf

  1. PiBi

    Sehr gute Idee…
    Werde ich garantiert auch mal machen;-)
    Nur, sind die Kartoffeln nach 1,3/4 Std. Garzeit nicht zu weich?

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