Donnerstag, 21. Februar 2013

Himbeer-Buttermilch-Shake und die Frage, wie man Auswärtsspiele gewinnt {Projekt Zuckerfrei, Woche 7}

Ich war ein paar Tage im Urlaub, Skifahren in den Dolomiten. So wunderschön, dass ich mich mit dem Heimkommen sehr schwer getan habe. Frühstück wieder selbermachen, nach dem Abendessen den Geschirrspüler bestücken und den Badezimmerspiegel putzen… sehr gern hätte ich das noch eine Weile jemand anderem überlassen (vor allem den Teil mit der Spülmaschine), aber nun… Zu Hause sein hat auch Vorteile, unter anderem den, dass ich wieder selbst über meinen Speiseplan bestimmen kann. So schön es auch ist, sich bekochen und verwöhnen zu lassen, Siege in “Auswärtsspielen” müssen nicht nur in der Bundesliga hart erkämpft werden. Deswegen habe ich heute einmal meine Tricks und Tipps für das zuckerfreie Essen außerhalb der eigenen Küche zusammengefasst. Und am Ende gibt’s die Gewinner für die Verlosung der PiepEier, Schantall und Detlef!

Himbeer Buttermilch Spinat Shake Smoothie zuckerfreies Leben

In der ersten zuckerfreien Zeit, wenn man noch nicht ganz so sattelfest ist, ist Essen gehen eine ziemliche Herausforderung. Kann ich das essen? Ist dort Fructose drin? Sollte ich das hier lieber sein lassen?

Im Restaurant gibt’s ein paar Klippen, die aber recht leicht umschifft werden können. Beim Salat bestelle ich Essig und Öl anstelle von (unweigerlich gesüßtem) Joghurtdressing. Idealerweise kann ich Essig und Öl selbst über die Blätter geben, falls nicht, bitte ich die Kellner auf jeden Fall, keinen Balsamico zu verwenden, da der in der Regel gefärbtes Zuckerwasser ist. Ketchup und Mayo ignoriere ich auch weitgehend, ebenso wie viele Gerichte mit Tomatensauce. Nicht, weil die Tomate grundsätzlich mein Feind ist, aber um so tomatig zu schmecken, wie wir es gern von unserer Suppe oder dem Sugo hätten, müssen in der Regel Zucker und gern auch noch wilde Zusatzstoffe untergemischt werden. Bei langsam geschmorten Saucen verkocht das Wasser, bis am Ende -gemessen am Gesamtgewicht- sehr viel Fructose übrig bleibt. Vorsichtig bin ich ebenfalls bei asiatischer Küche, süß-sauer heißt nicht umsonst so, viele Gerichte sind voll mit Palmzucker. Leider sind Thai-Restaurants da beliebte Kandidaten. :-(
Falls mir der Sinn nach einem “Danach” steht, ist ein Käseteller eine gute Idee. Meist aber reicht ein Espresso.

In die Kantine verschlägt es mich selten, primär, weil wir in unserer Firma gar keine haben. Ich finde Kantinen aber auch einfach extrem stressig. Ehrlich. In strammem Schritt hinmarschieren, in Rekordzeit auswählen, einen Tisch erjagen, schnell essen und nach insgesamt 25 Minuten wieder am Arbeitsplatz sitzen – das ist nicht wirklich meine Vorstellung einer entspannten Mittagspause. Allerdings steht mir in unserem Büro eine vollausgestattete Küche zur Verfügung und ich habe liebe Kollegen, die das ähnlich sehen wie ich. Also bringe ich mir mein Mittagessen selbst mit. Hübsch im Glas angerichtet und verpackt schlägt es schon optisch jede Currywurst! Morgen gibt es zum Beispiel Gemüse-Tortilla, die ich vorhin in Würfel geschnitten habe und dann morgen Mittag nur noch mal fix in der Pfanne erwärme. Dazu noch ein paar Salatblätter und fertig ist die Laube.
Wenn der Gruppenzwang zu mächtig oder die Lust, am Vorabend noch etwas zum Mitnehmen vorzubereiten zu gering war, dann sind in der Kantine das Salatbuffet meine Anlaufstation (für das Dressing gilt das gleiche wie im Restaurant), sowie Pasta- oder Gemüsegerichte, die ohne viel Tomatensauce auskommen. Klar müssen Pommes hin und wieder mal sein, aber da sie ohne Ketchup und Mayo nicht sonderlich aufregend schmecken, kann ich um sie eigentlich genauso gut einen Bogen machen wie um die besagte Currywurst (die ja ohne Currysauce auch ziemlich lahm schmeckt, oder?) Beim Dessert gibt’s in der Kantine oftmals einen Becher Naturjoghurt. Oder ich warte bis ich wieder am Arbeitsplatz bin und knabbere dann eine Handvoll Zimtmandeln vor mich hin. Selbstgemacht, naturalmente.

Himbeer Buttermilch Spinat Shake Smoothie zuckerfreies Leben

Im Urlaub lassen wir alle gern die Seele baumeln, lassen Fünfe gerade sein und vergessen schnell mal unsere guten Vorsätze. Ist ja schließlich Urlaub! Kenne ich… nur zu gut.
Aber analog zum alten Spruch “A moment on the lips, a lifetime on the hips” gilt eben auch im Urlaub: Kurz mal zu locker gelassen, und danach dauert es wieder wochenlang, bis man wieder im Tritt ist. Und oft kann man dann wieder von vorn beginnen. Hmpf.
Meine größte Herausforderung im Urlaub ist das Frühstücksbuffet im Hotel. Obstsalat, Fruchtquark, Schokocroissant. Sich da auf das zu konzentrieren, was man gern und gut essen kann, ist vor allem am Anfang nicht leicht. Aber: Müsli, Rührei, frische Gurken und Paprika, Joghurt und ein Stückchen frisches Obst, dazu noch ein Brötchen mit leckerem Käse und einen Cappuccino – keine Ahnung, wie es Euch geht, aber das ist wesentlich mehr Auswahl, als es bei mir zu Hause gibt! :-) Ein Schokocroissant, das in den meisten Fällen auch nur aus dem Tiefkühler kommt und mit Margarine gebacken wurde, ist es mir nicht wert, alles zu torpedieren, was ich bisher erreicht habe.

Geburtstagsfeiern und Parties sind mindestens so “schlimm” wie eine Woche Urlaub. Eigentlich finde ich, dass Geburtstagsfeiern, gerade die klassischen Familienfeiern, quasi die Königsdisziplin des Zuckerfreien Widerstands *hihi* sind. Unsere Familienfeiern beinhalten eigentlich immer Kuchen. Viel Kuchen. Und Desserts.
Im Prinzip gibt es nur zwei Möglichkeiten (OK, drei) bei solchen Feiern:
1. Ich lebe nach dem Prinzip “Partyfood is for Parties”, genieße den Zuckerschock Kuchen und akzeptiere, dass ich am nächsten Tag womöglich die Wände hochgehe, nach Süßem giere und wieder ein paar Tage Detox brauche. So lange das vielleicht einmal im halben Jahr vorkommt und man willensstark genug ist und ansonsten sattelfest auf dem No-Sugar-Pferd (hahaha) sitzt, ist das sicher OK. Wenn man sich aber noch nicht so sicher fühlt, ist man mit Option 2 besser dran:
2. Ich fange erst gar nicht damit an. Das ist das gleiche Prinzip wie bei einer Chipstüte: Wenn ich sie öffne, kann ich sie nach einer Handvoll nicht wieder in den Schrank legen. Ich weiß schließlich, dass noch mehr Chips da sind. Wenn ich eine Praline esse, dann esse ich die ganze Packung (es sei denn, es ist Nougat, huaaah.). Wenn ich ein Stückchen Kuchen esse… you get the picture. Ziemlich fies ist es aber schon, allen anderen beim Verspeisen der Schoko-Sahne-Torte zuzusehen. Mein persönlicher Trick: Ich sorge vor mit Option 3 und bringe mir meinen Snack zum Kaffee selbst mit. Entweder ein Käsebrot. Oder ein bisschen Kokos-Granola und Joghurt. Oder ich backe einen zuckerfreien Kuchen (mehr dazu am Wochenende!) und bringe mir ein Stück davon mit. Das mag am Anfang komisch sein, wird aber irgendwann normal. Und dann kann mich nicht mal mehr Tante Lores berühmter Mandarinen-Schmand-Kuchen aus der Fassung bringen.

À propos Kuchen: Im Café sind Getränke mit Milchschaum super, wenn die anderen Kuchen bestellen. Oder eben ein Toast oder ein Bagel.

Himbeer Buttermilch Spinat Shake Smoothie zuckerfreies Leben

Was ich mir immer wieder vor Augen halte und wie ein Mantra wiederhole: “Das Problem bist nicht Du.” Das Problem ist nicht, das man plötzlich schluffig wird. Das Problem ist, dass Zucker einfach überall enthalten ist, auch da, wo man ihn nicht vermuten würde. Herzlichen Dank, liebe Lebensmittelindustrie, well done! All die obenstehenden Tipps helfen, um dem zu entgehen. Sie mögen zunächst mal recht restriktiv klingen, aber glaubt mir, wenn man einmal den Dreh raus hat, ist es machbar. Gut machbar.

So, und da ich jetzt sowieso keine anständige Überleitung zum Himbeer-Shake finde, sage ich dazu einfach nur noch folgendes: Der ist sehr gut geeignet, um
1. vorzufühlen, wie gut man wieder ein klein wenig Süße vertragen kann
2. Grünzeug da zu verstecken, wo man es nicht vermutet (und nicht rausschmeckt, hihi)
3. es in eine hübsche Flasche zu füllen und zur Arbeit mitzunehmen. Vor dem Trinken noch mal durchschütteln. Ich habe das einmal vergessen, und nachdem erst gar nichts ankam, landete plötzlich ein Viertelliter Himbeer-Shake auf meiner hellblauen Bluse. D’oh.
Oh, und da war ja noch etwas! Die piep-feine Verlosung von zwei Schantallsen und einem Detlef nämlich. Ich habe Eure Kommentare nach PiepEi getrennt durch random.org geschickt und tadaaa:
Über Schantall dürfen sich taliefee und Miss Jenny freuen, Detlef kann bei Carolin einziehen. Glückwunsch, Ihr Lieben!  Bitte meldet Euch bis zum Ende der Woche bei mir (24.02.) per eMail an katharina_kocht@hotmail.com, damit wir die Umzugskisten für die PiepEier packen können. Herzlichen Dank an Brainstream, die die Gadgets zur Verfügung gestellt haben.

Himbeer-Buttermilch-Shake mit verstecktem Spinat

ergibt ca. 1/3 Liter

Der Shake ist nicht sonderlich süß, vor allem nicht, wenn man mehr Buttermilch und tiefgekühlte Himbeeren verwendet. Wer es süßer mag, reduziert die Buttermilch bzw. ersetzt sie durch etwas Wasser oder Kokoswasser und süßt ggf. mit Reissirup o.ä. nach.

1 Tasse TK-Himbeeren, nicht aufgetaut (bei mir schlichen sich auch noch ein paar einsame Blaubeeren mit hinein.)
1/2 Tasse (ca. 125 ml) Buttermilch
1 große Tasse voll junger Spinatblätter
1 Prise Vanillepulver
Wasser zum Auffüllen
ggf. etwas Reissirup zum Nachsüßen

Das Rezept, das keines ist:
:: Himbeeren, Buttermilch, Spinat und Vanille in den Standmixer geben und mit ordentlich Umdrehungen 2 Minuten glatt pürieren. Wenn die Masse zu fest wird, etwas Wasser dazugeben, alternativ mehr Buttermilch (wird dann aber säuerlicher). Evtl. mit Reissirup süßen.

:: Zum Mitnehmen in eine Flasche füllen, fest verschließen und kühl aufbewahren. Vor dem Trinken gut schütteln.

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Donnerstag, 21. Februar 2013

6 Gedanken zu „Himbeer-Buttermilch-Shake und die Frage, wie man Auswärtsspiele gewinnt {Projekt Zuckerfrei, Woche 7}

  1. asobeck

    Du hast so viele tolle zuckerfreie Rezepte in deinem Blog – perfekt wäre ein pdf-Download zum direkten Ausdrucken. Und Ende des Jahres ein Kochbuch fände ich übrigens auch ganz prima!! :-)

  2. Anonymous

    Ich finde dein Projekt oder deine “neue” Lebenseinstellung sehr interessant, aber manchmal frage ich mich ob du das Ganze nicht zu verbissen siehst. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich finde den Grundgedanken sehr gut gerade wenn man sich mal bewusst macht wie viel versteckter Zucker überall ist. Ich achte auch auf eine gesunde Ernährung, esse kein Fastfood, Fertiggerichte, Fertigjogurt, nicht in der Kantine etc. und esse auch nicht ständig süß, aber was spricht denn gegen kleine Mengen Zucker? Fühlst du dich wirklich am nächsten Tag schlechter wenn du ein Stück Kuchen, einen Teller Obstsalat etc. gegessen hast oder redest du dir das jetzt vielleicht ein bißchen ein um dein Projekt besser durchziehen zu können?

    Und möchtest du jetzt für immer auf Zucker verzichten oder bist du jetzt nur übergangsweise so konsequent? Für mich wäre es definitiv ein Abstrich meiner Lebensqualität wenn ich bei jeden Restaurantbesuch oder bei Einladungen Dinge wie “bitte nur Öl und Essig” sagen müsste und ich mir nie wieder eine Pizza, Lasagne etc. bestellen könnte, weil der Koch vielleicht einen Hauch Zucker mit an die Tomatensoße gibt. Und bei einer Kaffeeeinladung die Käsestulle auszupacken obwohl man Kuchen eigentlich mag finde ich auch irgendwie befremdlich.

    Bitte verstehe das nicht falsch, ich mag deinen Blog sehr gerne und du kommst unglaublich sympathisch rüber, aber das wirkt für mich alles zu asketisch und ich frage mich, ob man das wirklich sein muss um gesund zu leben.

    LG Tina

    1. Katharina

      Hallo Tina,

      tja, was ist verbissen? Letztlich ist es so: Zucker tut uns nicht gut. Fructose umgeht all unsere Regelmechanismen und wirkt auf unser Belohnungszentrum im Hirn nachgewiesenermaßen wie eine Droge (durchaus vergleichbar mit Kokain). Ich selbst lebe seit fast einem Jahr zuckerfrei und kann mit etwas Zucker hier und da umgehen; ich sterbe nicht, wenn ich ein Stück Kuchen esse, aber: ich habe schon immer zu den Leuten gehört, die schlecht aufhören können. Esse ich ein Stück Kuchen, esse ich den Rest auch – selbst, wenn es mir eigentlich viel zu süß ist. Und tatsächlich, am nächsten Tag geht’s mir dann echt nicht gut. Ich habe keine Bauchschmerzen oder hänge über der Toilette, aber ich tigere durch die Wohnung, bin in einem Moment rastlos und unruhig und im nächsten matt und träge. Und immer auf der Suche nach dem nächsten Süß-Happen. Wie gesagt, ich kann damit umgehen, ich weiß was es ist und ich kenne genügend Ablenkungsmanöver, um mich dadurch zu kriegen. Aber wenn jemand erst anfängt, sich vom Zucker zu verabschieden, dann sind gerade die ersten ein, zwei Monate extrem wichtig. Und für genau diese zwei Monate habe ich das Projekt Zuckerfrei 2013 gestartet. Hierbei geht es auch weniger um die, die per se gar nicht sooo gern süß essen, und alle Jubeljahre mal ein Pralinchen anknabbern. Es ist eher für die, die (wie ich damals) ständig an Schoki, Kuchen und Co denken. Die Alternativen mögen erstmal etwas asketisch klingen, aber im Laufe der Zeit wird’s einfacher, und der Geschmack ändert sich stark. Ich mag zum Beispiel keinen Balsamico mehr. Oder Joghurtdressing. Schon allein deshalb gibt’s nur Essig und Öl über dem Salat.

      Insofern: halte durch! Nächste Woche ist die finale Woche des PZF’13. Danach geht’s normal weiter, immer noch ohne Zucker, aber themenmäßig wird es sich wieder um andere Sachen drehen. Aber während des Projekts muss ein bisschen Pep Talk einfach sein. ;-)

      Liebe Grüße
      Katharina

      Ach so – Zuckerfrei ist für mich auf Dauer angelegt. Keine zeitlich befristete Kur. Quasi so, als würde ich jetzt Vegetarier werden. Meinetwegen muss keine Zuckerrübe mehr sterben. :)

  3. Jasmin S.

    Hey :)
    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und finde ihn echt toll… deine rezeptvielfalt gefällt mir sehr gut. das mit dem Zuckerfrei finde ich übrigens auch richtig gut, dass du das so durchziehst.
    Lg Jasmin

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