Montag, 15. November 2010

¡Hola! Die große Tapas-Sause, Teil 1: Albóndigas, Tortilla, Papas arrugadas und eine schnelle Aioli

Alternativer Post-Titel: „Ich LIEBE meine Spülmaschine.“

Die gestrige Tapas-Sause hat so ziemlich JEDEN meiner Teller und jedes Schüsselchen gebraucht, oder zumindest in einer Phase des Kochens eingesaut. Als ich am Ende Espresso und Kuchen serviert habe, mussten meine Gäste ohne Kuchenteller auskommen. Aber hey – zum einen war es „trockener“ Kuchen, und zum anderen bestanden die Gäste zu 100% aus Familie – die sollen sich nicht so anstellen! 

Meine Eltern sind gestern vom Sonnetanken aus Gran Canaria wiedergekommen (ja, ich weiiiiiiß…. ich hatte mich auch schon als Handgepäck angeboten, aber hat nix genützt), und als Urlaubsabschluss haben wir sie zum Tapas-Essen eingeladen, und meine Schwester samt Gatten noch gleich dazu.
Da ich in kürzerer Zeit gleich zwei Mal in einer Tapas-Bar war, hatte ich also den Kopf noch voll mit guten Ideen zum Nachkochen. Auch die Seite tapas.de erwies sich als wirklich guter Ideengeber.


Die bereits angefutterte Tafel. Dass ich ein Foto machen wollte, ist mir nämlich  erst etwas später eingefallen…


Was gab es also nur auf unserer norddeutsch-spanischen Tapas-Sause?
  • Albóndigas – Hackbällchen in Tomatensauce
  • Tortilla
  • Papas arrugadas – SchrumpelFaltenkartoffeln
  • Pimientos de padrón – Bratpaprika mit Meersalz
  • gefüllte Champignons
  • gefüllte Auberginenröllchen
  • Gambas  
  • Aioli auf die faule Art
Lediglich gekauft wurden:  schwarze und grüne Oliven, Serranoschinken, Chorizo, Manchego, eingelegte Peperoni, Mojo rojo und Mojo verde bei denen mir der Aufwand zu groß war die aus dem Glas auch ok sind, sowie Brot
 
…und als Dessert: Mallorquinische Mandeltorte zum Espresso. Da die aber auch ohne die anderen kleinen Schweinerein sehr fein zum Sonntagnachmittagskaffee passt, widme ich ihr einen eigenen Post.

Das Schöne ist, dass sich viele Sachen super vorbereiten lassen. So habe ich zum Beispiel die Tortilla und die Albóndigas bereits am Samstag gekocht, was der Sauce auch nochmal gut Zeit zum Durchziehen gab – hat ihr sicher nicht geschadet! Auch die Auberginen für die Röllchen duften bereits am Vortag gebacken werden. Gut verpackt im Kühlschrank haben sich alle schon auf Sonntag gefreut. Glaub ich jedenfalls. Ich versteh ja so gut wie kein Spanisch.


Bevor es losgeht….. Ich habe einen Arbeitsplan aufgestellt – nennt mich Streber! 🙂 Ich hab mir zuerst überlegt, welche Gerichte auf den Tisch sollen, was ich wann vorbereiten kann und was direkt aus der Pfanne auf den Teller springen sollte. Das war auch insofern hilfreich, dass ich nur 4 Herdplatten und einen Ofen habe – und eine begrenze Kapazität an Töpfen, Pfannen, Energie und Geduld – und vor allem, weil ich WUSSTE, dass am Ende doch wieder alle in der Küche (und damit mir im Weg) stehen würden.

Also werde ich hier auch die vorbereitungstauglichen Dinge zuerst beschreiben. Und weiß jetzt schon, dass das ein ellenlanger Post wird…. also bitte, fühlt Euch so frei, hoch- und runterzuscrollen, wenn ihr keine Hackfleischbällchen mögt! 🙂

Und damit es nicht so lange dauert mit dem Scrollen, werde ich einfach 2 Posts daraus machen.


Albóndigas: pikante Hackfleischbällchen mit Tomatensauce



Für die Fleischbällchen:
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
500g Hackfleisch – ich habe Rinderhack genommen, weil ich den intensiven Geschmack mag, aber Schwein oder gemischt geht auch
2 Eier
Semmelbrösel zum Binden
Salz, Pfeffer
1TL gemahlener Koriander
1TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL Zimt (unbedingt!)
1/2 TL Muskat, nach Geschmack

Für die Sauce:
Olivenöl
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 kleines Glas Sherry
1 Dose gehackte Tomaten
1 EL Tomatenmark
100ml Rinderbrühe (ich habe sie etwas stärker konzentriert)
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie


:: Zwiebeln und Knoblauch  fein hacken, in Olivenöl anschwitzen und etwas abkühlen lassen.
Hack mit den Eiern, den Gewürzen und etwas Paniermehl vermischen, angeschwitzte Zwiebeln und Knoblauch untermengen. Die Masse für 2-3 Stunden ruhen bzw. ziehen lassen.
Dann mit nassen Händen kleine Hackbällchen formen, die Hände dabei immer wieder nass machen, damit formt es sich leichter. Die Fleischklopse dann in Olivenöl von allen Seiten anbraten.

:: Für die Sauce Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in einem kleinen Topf in Olivenöl anbraten. Dann das Tomatenmark unterrühren und ebenfalls „anrösten“. Mit Sherry ablöschen. Etwas einkochen lassen und die gehackten Tomaten und  die Hälfte der Fleischbrühe einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 10 Minuten kochen lassen.
:: Mein Tipp: die Sauce pürieren, so bekommt sie eine schöne sämige Konsistenz und schmeckt nach mehr als nur gebratenen Zwiebeln mit Tomaten.
Abschmecken und ggf. mit der restlichen Fleischbrühe würzen. Die Hackbällchen untermischen, in einem Schälchen anrichten und mit gehackter Petersilie bestreuen.

:: Vorbereitungsvariante: Die Albóndigas auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Sauce ebenfalls abkühlen lassen, so lässt sie sich auch gefahrloser prürieren. Kurz vorm Servieren dann die Hackbällchen in die Sauce geben und alles zusammen noch mal 10 Minuten erwärmen, dann anrichten.


Tortilla



3 mittlere Kartoffeln
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 rote Paprikaschote
Olivenöl
3 Eier
Salz, Pfeffer, Chilipulver

:: Kartoffeln und Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.
Die Knoblauchzehe pellen und anquetschen, die Paprika waschen und würfeln.

:: In einer kleinen Pfanne Öl auf mittlerer Stufe erhitzen und die Kartoffeln darin etwa 5 Minuten unter Rühren braten. Dann Zwiebelwürfel und Knoblauchzehe dazugeben und weitere 3 Minuten mitbraten, bevor auch die Paprika hineinkommt und ebenfalls 2 Minuten gebraten wird. Dabei immer schön rühren!
:: Die Knoblauchzehe entfernen.
:: Die Eier verquirlen, salzen und pfeffern. Das Gemüse schön gleichmäßig in der Pfanne verteilen und die verquirlten Eier darübergießen. Die Hitze weiter reduzieren und dann die Tortilla stocken lassen – nicht mehr rühren! Wenn sie sich in der Pfanne bewegen lässt, ist sie durch, eventuell kann man sie jetzt umdrehen und die Oberseite  auch noch bräunen.

:: Auf einen Teller gleiten lassen, in kleine Würfel schneiden und servieren.


Papas arrugadas – kanarische Faltenkartoffeln

500g kleine Kartoffeln, zB. Drillinge
5-6 EL grobes Meersalz

:: In einem Topf die gewaschenen, ungeschälten Kartoffeln gerade so mit Wasser bedecken und das Meersalz hinzugeben.
Wem das viele Salz nicht ganz geheuer ist, der kann es auch erstmal mit 1 EL Meersalz versuchen und am Ende die Kartoffeln salzen. Das ist immer abhängig vom Salz und braucht vielleicht ein paar Erfahrungswerte.

:: Die Kartoffeln etwa 20 Minuten gar kochen, das Wasser sollte dabei fast verkocht sein. Eventuell jetzt erst das Salz hinzugeben und die Kartoffeln offen ausdampfen lassen, dabei hin und wieder den Topf schwenken, damit sich das Salz überall verteilt.
Kurz stehen lassen, dann entwickelt sich die typische Runzel-Kruste an den Kartoffeln.
Traditionell gibt es dazu Mojo rojo, eine scharfe rote Sauce aus Chili, Knoblauch und Tomaten.

Auch gut passt:

Aioli – etwas getrickst.

100g Mayonnaise
4 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl

Die originale und echte Knoblauchmayonnaise wird natürlich aus gutem Öl und frischen Eigelben per Hand gerührt, das Öl wird dabei tröpfchenweise dazugegeben. Dazu hatte ich leider nicht die Geduld Zeit, und so habe ich ein bisschen getrickst und zu bereits fertiger Mayo gegriffen. Schaut aber, dass Ihr eine gute erwischt, also keine mit 5 Sorten Zucker und Unmengen von E-Nummern und mehr Branntweinessig als Öl.

:: 2 Knoblauchzehen pellen, sehr fein hacken und im erhitzen Olivenöl anbraten. Dabei aufpassen! Wenn die Zehen dunkelbraun oder schwarz sind, ist es zu spät, dann schmecken sie meist nur noch bitter. Also am besten im hellbraunen Zustand von der Herdplatte ziehen, die Pfanne heizt ja auch noch nach. Falls sie schon ziemlich braun sind, sofort mit dem Öl in ein Schüsselchen geben und abkühlen lassen.
:: Die restlichen 2 Knoblauchzehen pellen und entweder fein hacken oder reiben.

:: Die Mayonnaise mit dem gebratenen Knoblauch und dem aromatisierten Öl gut verrühren und den frisch gehackten oder geriebenen Knoblauch unterrühren. Kurz stehen lassen, dann abschmecken und, falls es noch nicht stark genug ist, um Dracula damit zu vertreiben, noch etwas mehr Knobi dazu. Aber vorsicht – der Knoblauch setzt nach und nach seine Wirkung frei, also lieber kurz vorm Servieren nachknofeln.

:: In ein kleines Glas umfüllen und als Dekoration eine ungeschälte Knoblauchzehe einschneiden und auf den Glasrand setzen. (Ja genau – so wie das normalerweise das Obst am Rand eines Cocktailglases tut!)


Glückwunsch an alle, die sich hier heruntergearbeitet haben! Für die ganz Mutigen und Unerschrockenen geht es in Teil 2 mit Pimientos, gefüllten Champignons und Auberginenröllchen weiter.  Aber den muss ich erstmal schreiben. 🙂

¡Olé!

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Montag, 15. November 2010

2 Gedanken zu „¡Hola! Die große Tapas-Sause, Teil 1: Albóndigas, Tortilla, Papas arrugadas und eine schnelle Aioli

  1. Irina

    Yes! Geschafft, ich bin durch 😉 Neee, kleiner Scherz, und sobald ich etwas Luft habe mache ich unbedingt die Tortilla!

  2. volxkuechebonn

    Hi,

    ich liebe Tapas!

    Kleine Anregung: Die schnelle Aioli geht auch ohne Fertig-Mayo: mit unserem Freunbd dem Pürierstab.

    Dazu braucht man noch Schüssel (aushilfsweise tut’s auch ein Pint-Glas), die etwa so breit ist wie der Pürierstab. Alle Zutaten wie gewohnt 1-2 Eigelb, Öl (ich mische immer gutes kaltgepresstes Sonnenblumenöl und Olivenöl), Knoblauch und ein bisschen Zitronensaft, Sale e Pepe.

    Alles rein in die gute Schüssel, Pürierstab unten (!!) reinstecken, erst dann einschalten und langsam hochziehen.
    Fertig.
    Dauert nicht mal ne Minute und ist kein Essig und garkein „E“ drin – und fester wird’s mit der langsamen Methode auch nicht 😉

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