Freitag, 6. April 2012

Hot Cross Buns: Traditionelles Karfreitagsgebäck aus England

… das zum Glück auch noch am gesamten Osterwochenende schmeckt. Und im Rest des Jahres.  Zugegebenermaßen habe ich mich gar nicht wirklich damit befasst, zu welcher Gelegenheit die kleinen süßen Brötchen mit dem Kreuz gegessen werden, ich hatte sie nur “irgendwie mit Ostern” in Verbindung gebracht. Tatsächlich verhält es sich so, dass Hot Cross Buns ein klassisches englisches Karfreitagsgebäck sind. Die Herkunft der Tradition ist nicht ganz klar, angeblich sind die süßen Brötchen schon in vorchristlichen Zeiten zu Ehren der Frühlingsgöttin Eostre gebacken worden,  das kreuzförmige Muster soll hiebei eine Referenz an die vier Phasen des Mondzyklus gewesen sein. Später wurde das Kreuz zur Symbolisierung der Kreuzigung Jesu umgedeutet. 

Der klassische englische Hot Cross Bun ist ein Hefeteig mit Rosinen und Gewürzen, die australische Variante enthält gern auch Schokostückchen anstatt Rosinen. Charmant, finde ich. Überaus charmant ist auch die Tradition des Teilens eines Buns, was feste Freundschaft im Verlauf des Jahres besiegeln soll, begleitet vom Spruch “Half for you and half for me, between us two shall goodwill be“.

Jetzt, kurz vor Ostern, springen einem auf englischsprachigen Blogs die Hot Cross Bun-Rezepte entgegen wie hierzulande die für Osterbrot. Mein Rezept ist (Schock!) aus Amerika. Aberaberaaaaaber: Ich wollte schon ewig das Brioche-Rezept von Bread in Five ausprobieren, die süße Variante vom No Knead Bread. Da der Teig dort auch für die Hot Cross Buns genommen wurde, gab es auf dieser Seite des großen Teichs kein Halten mehr!
Hot cross buns!
Hot cross buns!
One ha’ penny, two ha’ penny,
Hot cross buns!
If you have no daughters,
Give them to your sons
One ha’ penny,
Two ha’ penny,
Hot Cross Buns!

Hot Cross Buns
**Dies ist kein zuckerfreies Rezept. Der Honig lässt sich aber gut durch Reissirup, der Puderzucker durch Dextrose/Traubenzucker ersetzen, wobei ich die Menge jeweils um ca. 20-30% erhöhen würde (je nach Süß-Vorliebe). Durch die Rosinen oder Korinthen wird es aber trotzdem nicht komplett zuckerfrei. Just saying.**

Für 16 Stück

Braucht 5-6 Stunden Ruhezeit. Super Sache für vorausplanende Bäcker. Öhm, ja. :)
Update (da beim ersten Posten völlig vergessen): Wofür der No-Knead-Teig hervorragend geeignet ist: zum Lagern. Man kann also ohne weiteres nach dem Kühlen nur die Hälfte der Buns herstellen. Der restliche Teig kann bis zu 5 Tage im Kühlschrank vor sich hinkühlen und dann abgebacken werden. Meine 2. Ladung wurde zu 4 Kränzchen für das Osterfrühstück.
FÜR DEN BRIOCHE-TEIG:
150g Butter
200ml lauwarmes Wasser
20g Frischhefe oder 1 Pck. Trockenhefe
1 Prise Salz
4 Eier, leicht verquirlt
4 EL (ca. 60 ml) flüssiger Honig
500g Mehl
50g Korinthen oder Rosinen
1/2 TL Zimt
1 Prise Kardamom
1 Prise Piment, gemahlen
1 TL geriebene Orangenschale
MEHLPASTE FÜR DIE CROSSES:
30g Mehl (ca. 3 EL)
1 TL Zucker
2 EL Wasser

2-3 EL Honig oder heller Sirup zum Bestreichen
FÜR DAS ICING (kann man auch weglassen):
50g Puderzucker
2 EL Frischkäse
1-2 TL Milch
:: Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Die Eier in einer Schüssel verquirlen und 1-2 EL davon abnehmen und kühlstellen (brauchen wir später).
:: Wasser und (Trocken-)Hefe in eine GROSSE verschließbare Schüssel (ca. 3-4 Liter fassend) füllen, kurz stehen lassen, bis die Hefe aufgelöst ist. Honig und Eier unterschlagen, dann Mehl, Salz,  Korinthen und die Gewürze dazugeben. Mit einem Holzlöffel alles verrühren, bis der Teig halbwegs homogen und ohne Mehlnester ist, das dauert vielleicht 30 Sekunden. Der Teig ist danach irre klebrig. Muss so. Abdecken (aber nicht luftdicht) und bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen.
:: Der Teig ist nach dem ersten Gehen immer noch klebrig und wenig händelbar, also wandert er für 3 Stunden (oder einfach über Nacht) in den Kühlschrank – oder auf den kalten Balkon. Dabei den Deckel auf die Schüssel oder Tupperbox legen, aber nicht komplett schließen. Nach dem “Chillen” ist er wesentlich bediehnfreundlicher, auch wenn er dann zusammensackt ist. Macht aber nichts.
:: Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, zu einem losen Ball formen, halbieren, wieder halbieren… bis man 16 gleichgroße Stücke erhält. Jedes davon zu einer glatten Kugel formen. HIER wird ziemlich gut erklärt, wie das ganz allgemein am besten passiert. 
Die Bällchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und bei Raumtemperatur 30 Minuten gehen lassen.
:: Währenddessen die Mehlpaste herstellen: Mehl, Zucker und Wasser solange verrühren, bis sie sich zu einer glatten Paste verbinden. In einen Spritzbeutel mit schmaler Tülle umfüllen.  
:: Den Backofen auf 180°C vorheizen.
:: Die gegangenen Buns mit dem zurückbehaltenen Ei bestreichen und dann mit der Mehlpaste Kreuze aufspritzen (klebrige Angelegenheit!). In den Ofen schieben und ca. 20 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Die Mehlpaste sorgt dafür, dass das Kreuzmuster nicht bräunt.
:: Unterdessen für das Icing Puderzucker, Frischkäse und Milch verrühren und in einen Spritzbeutel füllen. 
:: Die Buns aus dem Ofen nehmen und noch warm mit Honig oder Sirup glasieren. Mit dem Icing die Kreuze aufspritzen. 
Am besten warm essen!

Das könnte Dich auch interessieren:

 

Freitag, 6. April 2012

4 Gedanken zu „Hot Cross Buns: Traditionelles Karfreitagsgebäck aus England

  1. Schokozwerg

    Ha, nach meinem heutigen tagesfüllenden Backwerk kann mich nichts mehr schrecken! Sehen verdammt lecker aus, habe ich mich falsch entschieden? Beste Ostergrüße!

  2. Mercedes

    Ohhh, die sind wirklich gut gelungen. Sehen zum Anbeißen aus. Wollte auch schon immer mal Hot Cross Buns backen und wusste nicht, dass es sich dabei um ein Ostergebäck handelt.

    Liebe Grüße und frohe Ostern,
    Mercedes

  3. Katharina

    Schokozwerg, alles richtig gemacht. Ist ja nicht das letzte Ostern, die Mayas haben sich doch eh geirrt. :)
    Mercedes, ich auch nicht so richtig… Was haben wir früher ohne das Internet gemacht?
    Sarah – unbedingt!

Kommentare sind geschlossen.