Dienstag, 3. April 2012

Hot’n'smoky: BBQ-Sauce

Bei wem wird denn zu Ostern noch angegrillt? Oder sollte ich eher fragen: Bei wem wurde denn noch nicht angegrillt? Das tolle Wetter im März hat bestimmt viele zum Anschüren des liebsten Männerspielzeugs verlockt. Bei uns gehören Ostern und Angrillen aber irgendwie zusammen, selbst wenn das bedeutet, dass draußen einer in der fahlen Abendsonne steht und fröstelnd die Würstl umdreht, während die anderen drinnen sitzen und schon mal fröhlich den, äh, Getränken zusprechen.
Ganz perfekt zum Angrillen einerseits, aber auch zum Verstecken im Osterkörbchen von Meistergrillern ist da eine selbstgerührte, rauchig-scharfe BBQ-Sauce.
Den Anlass für die selbstgemachte BBQ-Sauce gab nicht nur das bevorstehende Angrillen zu Ostern (das Würstchen auf dem Bild unten wurde in der Pfanne gebräunt…), sondern auch die Tatsache, dass mir neulich beim Aufräumen des Gewürzregals ein Päckchen in die Hand fiel, von dem ich gar nicht mehr wusste, dass ich es noch hatte: Langpfeffer, oder Bengalischer Pfeffer. Höchste Zeit, ihn zum Einsatz zu bringen! Der Langpfeffer gibt der BBQ-Sauce Schärfe, aber der Clou ist eigentlich die rauchige Würze durch geräuchertes Pimentón- oder Chilipulver. Wer es milder mag, nimmt Pimentón de la Vera, wem es nicht scharrrrrrrrrrrf genug sein kann, greift zu Chipotle. Falls Euer Gewürzhändler Supermarkt das nicht hat, gibt es das alles (und noch so viele tolle Sachen mehr!) bei Madavanilla. Aber sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.

Das Rezept stammt aus einem Buch, um das ich im Buchladen einige Zeit umhergeschlichen bin, das ich beäugt und beblättert und schließlich als Beute zur Kasse geschleppt habe: Aromen und Gewürze von Hans Gerlach. Das Buch hatte, noch bevor ich es überhaupt aufgeschlagen hatte, schon zwei unschlagbare Vorteile: Es ist aus dem KOSMOS-Verlag, deren neuere Kochbücher ich ganz wunderhübsch finde. Und es ist von Hans Gerlach, seines Zeichens einer meiner liebsten Kochbuch-Autoren. Beste Vorraussetzungen für Kochbuch-Liebe auf den ersten Blick – und die ersten drei Rezepte haben nicht enttäuscht.

Und kennt Ihr Bernd? Bernd am Grill? Nein? Solltet Ihr nachholen. Aber Vorsicht: Ohrwurmgefahr.
Ick hab die Schürze um, ick dreh die Würschte um… *träller*
BBQ-Sauce
aus “Aromen und Gewürze” von Hans Gerlach
ergibt ca. 250ml 
1 mittlere Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Öl
8 Stück Langpfeffer (entspricht 5 Gramm – ggf. durch schwarze Pfefferkörner ersetzen)
2 EL Reissirup (für den Zucker OK ist, der nimmt 1 EL braunen Zucker)
1 EL geräuchertes Pimentón de la Vera oder 1-2 TL Chipotle-Chilis (Schärfe nach Geschmack variieren)
3 EL Apfelessig
300ml passierte Tomaten
Salz
:: Zwiebel und Knoblauch pellen und fein hacken. Olivenöl in einem mittelgroßen Topf erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel etwa 3 Minuten auf moderater Hitze anschwitzen.
:: Langpfeffer und Zucker dazugeben und den Zucker karamellisieren lassen.
:: Pimentón oder Chipotle einstreuen und umrühren. Sofort mit dem Essig ablöschen und, wenn dieser eingedampft ist, die passierten Tomaten angießen. Alles 30 Minuten bei schwacher Hitze einkochen, dabei immer mal umrühren, damit die Sauce nicht anbrennt. (Gegebenenfalls etwas Wasser oder weitere passierte Tomaten angießen.)
:: Den Langpfeffer entfernen und die Sauce sämig pürieren, dann mit Salz abschmecken. In eine ausgekochte Flasche umfüllen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank aufbewahren.

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Dienstag, 3. April 2012

9 Gedanken zu „Hot’n'smoky: BBQ-Sauce

  1. Christina

    moarrr, seit ich letztes jahr einmal bbq-sauce selbst gemacht habe, stinken alle anderen dagegen ab.
    danke, dass du mich daran erinnert hast. ;)

    lg
    christina

  2. Misses Koriander

    Normalerweise ist bei mir das schöne Wetter der Anlass für ein BBQ…in diesem Fall ist aber Deine Langpfeffer-Sauce Anlass genug, die Kohle in Brand zu setzen!!!

  3. Netzchen

    Hallo Katharina,

    sehr verlockende deine selbstgemachte Sauce, da bekommt ja man schon definitiv gleich mal Lust auf das Freiluftkochen – mhmm, du machst uns allen den Mund wässrig! Ich werde zum Osterfest doch ein feiger Hase bleiben und drinnen kochen :-)

    Liebe Grüße
    Netzchen

  4. Anne

    BBQ-Sauce ist zwar gar nicht meins, aber mein bester Freund liebt sie. Das wäre also ein tolles potentielles Geschenk für zwischendurch!

    Und es freut mich natürlich, dass dir meine Ostereier-Inspiration gefallen hat :)

    Liebe Grüße
    Anne

  5. Katharina

    @ Christina: Sowieso. Selbermachen rules. :)
    @ Misses K.: Das freut mich sehr. Ich war auch ganz happy über den “Fund” in meinem Gewürzschrank und habe das als Anlass genommen.
    @ Netzchen: Ehrlich gesagt… wenn ich den Wetterbericht sehe, bleiben wir auch drinnen und der Grill bleibt kalt. Zum Glück schmeckt die Sauce auch zu Gemüse aus der Pfanne!
    @ Anne: Ha, als hätte ich’s geahnt! :) Und ja, die Eier waren TOLL! Ich wollte dieses Jahr ja nicht färben, aber wenn ich mir das so betrachte… hmmm. Vielleicht doch. :)

  6. Charlotte

    Oh mein Gott, ich weiß gar nicht was ich sagen soll! Ich liebe BBQ-Sauce und deine sieht einfach wunderbar aus! Kannst du zufällig sagen, wie lang sich die Sauce hält? Am Wochenende hätte ich nämlich Zeit, sie nachzumachen… ;-)

    1. Katharina

      Dankeschön, Charlotte! *knicks*
      Ich würde mal auf 3-4 Wochen im Kühlschrank tippen. Die Sauce ist durchgekocht, aber außer etwas Essig ist natürlich kein Konservierungsmittel drin. Wenn die Sauce in eine saubere bzw. sterilisierte Flasche gefüllt wird, sollte das aber kein Problem sein mit der Haltbarkeit für einige Wochen.

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